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Full text of "Beiträge zur vergleichenden Psychologie, die Seele und ihre Erscheinungsweisen in der Ethnographie"

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6000591 04P 



BEITRÄGE 



VERGLEICHENDEN PSYCHOLOGIE. 




DIE SEELE DND IHRE ESSOHEINDNGSWBISBN 
IN DEB ETHNOGEAPHIE 



A. BASTIAN, MED. ET PHIL. Dk. 



BERLIN 

FKED. DÜMMLER'S VERLAGSBUCHHANDLUNG 

HAEEWITZ UND G0S6UANN 

1868. 



^^. L. /4^. 



Vorwort 



XX US gleichartigen Ursachen gehen gleiche Wirkungen 
hervor, wenn immer diese Ursachen zu Wirkungen werden, und 
die Manifestationen der Naturgesetze müssen stefs dieselben 
bleiben, so lange unsere Natur fortfahrt denselben Gesetzen 
unterworfen zu sein. Wie im anorganischen Reich nur eine 
bestimmte Zahl von Grundsubstanzen sich in prhnitiven Bil- 
dungen verwirklicht, wie wir in der Botanik die Urformen 
würden auszählen können, unter denen die Species oder doch 
die Genera hervortreten, sobald ein statistisch vollständiger 
Ueberblick in der Pflanzengeographie gegeben wäre, so 
läfst sich auch die künftige Möglichkeit einer festen Ziffer 
in den Grundelementen des Gedankenreiches annehmen, da es 
immer dieselben wirkenden Ursachen des Makrokosmos sind, 
die in die empfangliche Masse des Mikrokosmos einfallen. 
Mit den Primitivstoffen im anorganischen Reich ist auch zu- 
gleich die ganze Fülle ihrer Combinationen gegeben, wenn 
man sich der Mühe ihrer Ausrechnung unterziehen will, 
nicht dagegen im organischen Reich, wo die Möglichkeit der 
aus inneren Bildungsprocessen hervorwachsenden Verände- 
rungen eine unübersehbare bleibt, und noch weniger im Reiche 
des Gedankens, der die Bande von Raum und Zeit durch- 
brechend an der Peripherie des Kreislaufes als Tangente in 
die Unendlichkeit fortgeht. Wie aber im Pflanzenreich die 
unbegrenzten Mannigfaltigkeiten der Gebilde, trotz ihrer nach 



I? 

den Species verschiedenen Wandlungen stets durch dieselbe 
Kette stereotyper Phänomene in der Entwicklungsreihe des 
Zellbildungsprocesses regiert sind, so auch wallt es organisch 
im Gedankenreich, wenn aus den Wurzeln tief geschichteter 
Naturvölker die Ideen emporsteigen zur Blüthe der Cultur. 
Vor jeder weiteren Eintheilung bedarf es eines statistischen 
üeberblicks über die im Gebiete des Denkens überhaupt 
möglichen Grundelemente, und einige Beiträge zu dieser 
wünschenswerthen Gedankenstatistik sollen auf den folgenden 
Seiten geboten werden. Um allmäblig eine Vollständigkeit 
herbeizuführen, wird es am vortheilhajftesten sein, diejenigen 
Naturobjecte, die von jeher die hauptsächlichen Gegen- 
stände des Denkens gebildet haben, einer vergleichenden Be- 
trachtung zu unterwerfen, und werden wir vornehmlich auf 
religiöse und sociale Anschauungen angewiesen sein, über 
die das meiste Material aus den verschiedenen Erdtheilen zu 
Gebote stdit. Das vorliegende Buch beschäftigt sich nur 
mit einigen der Erscheinungsweisen, unter denen die Seele 
in der Ethnologie auftritt. 

Die V^stellungen vom Fortleben der Seele lassen sich 
allgemein in drei Rubriken zusammenfassen, einmal die Auf- 
fassung des beim Tode Ueberbleibenden, als unstät umher- 
schwankendes Gespenst, dann seine Entrückung nach einem 
aulserweltlichen Aufenthalt oder nach bestimmten Abtheilungen 
desselben fiir Belohnungen oder Strafen, und drittens seine 
verdienstgemäfse Einkörperung auf eine Stufe der Wesens- 
reihe, bis die in der Meditation potenzirte Geisteskraft die 
Fesseln der Seelenwanderung durchbricht. 

Das erste ist die im Zustande roher üncultur nothwen- 
dige und natürliche Auffassung, bei Wilden sowohl, die 
ihre massiven Nervenstränge noch nicht zur Denkföhig- 
keit abgeglättet haben, wie bei sensitiven Spiritualisten, die 
ihre zarten Nervenfaden in Empfindeleien verbrauchten. Die 
zweite Auffassung ist die des Theismus mit Apnahme eines 
allmächtigen Schöpfers, der bald mit absoluter Willkühr, 
bald im Sinne unpartheiischer Gerechtigkeit die Welt regiert, 
Guten und Bösen nach dem Tode durch sein Urtheil Be- 
lohnungen oder Strafen zuerkennend, die sie während ihres 



Lebens nicht erhalten zu haben scheinen. Hierbei ist einmal 
das kosmologische System der adoptirten Mythologie mafs- 
gebend, um die über- oder unterirdisch gedachten Räum- 
lichkeiten passend zu fixiren, und dann hängt es von der 
Erfindungsgabe der Phantasie ab, ob sie dieselbe in eine 
hinlängliche Zahl von Parcellen zu theilen und somit dem 
Gerechtigkeitssinn zu genügen vermag, der flir den schweren 
Sünder auch härtere Strafen, für die besonders Tugendhaften 
einen desto höheren Lohn erwartet. Vielfach spielt bei der 
zweiten Auffassung noch die erst^ hinein, wenn das psycho- 
logische System des Naturvolkes in dem ihm künstlich ge- 
lehrten der mythologischen Kosmogonie nicht für alle seine 
Bedürfnisse hinlängliche Auskunft findet. Bald sind es die 
Seelen gewaltsam Umgekommener, die unstät auf der Erde 
umher zu schweifen fortfahren und nicht in die Ruhe des 
Himmels einzugehen vermögen, bald dagegen mufs umgekehrt 
die Seele in voller Jugendkraft fortgeraflpfe sein, um sich fähig 
zu zeigen, zu den seligen Bergesspitzen in den Himmelshöhen 
aufzusteigen, während sie sich im langsamen Siechthum des 
hinschwindenden Alters ganz verzehrt. Für alle diese Theorien 
finden sich im Folgenden Belege die Hülle und Fülle, um sie 
genugsam als Elementargedanken zu beweisen. In der Seelen- 
wanderung kommt die Auffassung einer graduellen Entwicke- 
lung im Thierreiche zur Geltung, und wird häufig bis auf 
Pflanzen, und selbst auf leblose Dinge ausgedehnt, in dem ge- 
suchten Fortschrittsgange vom Stein zum Menschen. Was in 
allen diesen Fällen unter dem Ueberlebenden, oder in einem 
unbestimmt allgemeinem Ausdruck unter der Seele, verstan- 
den wird, begreift häufig auch zugleich solche Nervenfunk- 
tionen, die jetzt ganz in das physiologische Gebiet gerechnet 
werden, aufserdem aber diejenigen Erscheinungen des Psy- 
chischen, deren Zusammenhang mit Nerventhätigkeiten man 
aus unbegründeter Furcht vor Consequenzen sich lange ge- 
weigert hat anzuerkennen. Philosophische Systeme suchen 
später Ordnung in die Geistesvermögen zu bringen, und 
müssen sich dann, so gut es ihnen möglich ist, mit den mytho- 
logischen Hypothesen, die sie schon vorfinden und mit der 
zu ihrer Berücksichtigung vorliegenden Naturpsychologie ab- 



VI 



zufinden suchen. Die daraus fliefsenden Folgerungen sind 
aus den gegebenen Beispielen * leicht zu ersehen. 



* Die Gelegenheit sei benatzt, um einige Worte beiznfngen über meine 
bisherigen Schriften, die in die Gefahr gerathen, unter verkehrten Wappen- 
schildern in die Literatur eingeführt zu werden, so ungern ich den Schritt 
auch thue, in eigener Angelegenheit ein halb-polemisches Feld zu betreten. 
Die in den letzten Jahren erschienenen Reisewerke haben der Hauptsache 
nach in den Händen der Kritik eine Aufnahme gefunden, mit der ich mich 
nur befriedigt erklären kann, da ich manche Belehrungen daraus schöpfte 
und durchgehends diejenige Anerkennung fand, die der beste Lohn für über- 
standene Mühseligkeiten und Beschwerden ist. Indefs hat man zu häufig das 
Prinzip übersehen, das bei Abfassung dieser Bücher als leitendes zu Grunde 
lag, man ist mit den ihrer Tendenz fremdartigsten Anforderungen an die- 
selben herangetreten, ja man hat sie geradezu verpflichten wollen, dasjenige 
zu beweisen, dessen Widerlegung sie sich zur Aufgabe gestellt haben, so 
dafs ich den Recensenten für ihren Langmuth und die mäfsigen Grenzen, in 
denen sie ihre Einwürfe gegen diese vermeintlich fragmentarische Behand- 
lungsweise gehalten haben, nur um so verpflichteter zu bleiben hätte. Die 
mir zu Gesicht gekommenen Besprechungen tadeln die Anhäufung von Bei- 
spielen, die Herbeiziehung vergleichender Analogien aus den verschieden- 
sten Ländern und Völkern, ohne die geschichtlichen Beziehungen genügend 
auszufolgen. Wären die letzteren mein Augenmerk gewesen, so hätte ich 
vielleicht nicht mehr gesündigt als manche Sjmboliker vor mir, aber meiner 
subjectiven üeberzeugung nach wären dann höchst leichtfertige und oberfläch- 
liche Bücher in die Welt gegangen, die in eben so strengen Ausdrücken Ver- 
urtheilung verdienten, wie ich sie selbst oft genug gegen jene nur Verwir- 
rung stiftende Behandlungsweise gerichtet habe. Weit entfernt, geschichtliche 
Beziehungen zu betonen od^r vermuthen zu wollen, geht im geraden Gegen- 
theil mein ganzes Studium dahin, für Erkenntnifs der Bildungsgesetze in der 
Denk-Entwickelung zunächst das allgemein Menschliche in den psychologischen 
Grundelementen auszusichten und durch eine Accumulation von Analogien 
aus den entferntesten und beziehungslosesten Völkern, durch eine möglichst 
erdrückende Masse von Beispielen, die Negation geschichtlicher Beziehungen 
oder wenigstens das Unstatthafte nachzuweisen, sie schon auf Grund der 
schwankendsten Aehnlichkeiten praeaupponiren zu wollen, wenn nicht eine 
mit schärfster Klärung und weitester Umsicht angestellte Analyse sie inner- 
halb der Gebiete gegebener Culturkreise als durchaus nothwendig, und dann 
als desto folgenreicher, beweist. Wenn nun allerdings der Versuch der deductio 
ad absurdum in dieser apagogischen Beweisführung nicht als solcher aufgefafst 
wird, wenn man das principium exclusi medii übersieht und das Dritte vielmehr 
substituiren zu müssen meint, so ist es nur zu verwundern, dafs die dann 
auf jeder Seite durch falsche Beleuchtung hervorgerufenen Zerrbilder über- 
haupt eine ernstliche Berücksichtigung gefunden haben. Ich erkenne leider, 
dafs die Strömung noch stark in der Richtung der Entlehnungstheorien geht, 



VII 

128 ist manchmal behauptet worden, dafs wilde Stämme 
von Geisteskrankheiten eximirt seien, und jedenfalls kommen 
jene complicirten Formen von Irrsinn, die, wie dieJUConoma- 
nie raisonnante sans d^lire und Aehnliches, auf dem Verwirren 
künstlich ineinander geflochtener Oedankengebäude beruhen, 
bei ihnen* aus dem einfachen Grunde nicht vor, weil nicht 



weil man sonst die in der That genügend handgreifliche Ironie zwischen den 
Zeilen hätte herauslesen müssen. Wahrscheinlich war es das eingestrente 
Material des Neuen, das zur Entschuldigung diente, um über die Schwächen 
hinweg zu gehen, die bei dem eingenommenen Standpunct der Beurthei- 
lung eben so verletzend sein mnfsten, als wenn ein eingewirktes Bild nur 
von der Rückseite sichtbar wäre. In allen denjenigen Fällen, wo die 
psychologischen Vergleichungspuncte zugleich einen historischen Znsammenhang 
involvirfen, würde es jedesmal zum Nachweis und zur Begründung desselben 
einer besonderen Monographie bedürfen, wie die Besprechung in der Revue 
critique f richtig hervorhebt, und habe ich auch in der That längst einige 
dieser Monographien begonnen, als Vorarbeiten zu ethnologischen Werken. 
In den Bänden der Völker des östlichen Asiens war Nichts der Art beab- 
sichtigt und konnte es schon beschränkten Raumes wegen nur ausnahmsweise. 
Sie sind von dem psychologischen Gesichtspuncte aus geschrieben, auf dem 
mein 1860 erschienenes Werk, „der Mensch in der Geschichte'* basirt und über 
den ich mich dort genugsam ausgesprochen habe. Die Indochinesen galten mir 
als das durch die zufälligen Umstände meiner zweiten Reise gebotene (und 
durch die Indifferenz ihrer Culturgeschichte sowohl, wie durch ihr Verharren 
in buddhistischer Weltanschauung besonders geeignete) Mustervolk, um die 
auf meinen früheren Reisen durch die fünf Continente comparativ gezogenen 
Resultate an practischen Objecten zu prüfen und die Richtigkeit der nieder- 
gelegten Grundsätze an einem positiv gegebenen Beispiel experimentell zu erörtern. 
Diese Bücher bewahren gleichzeitig ihren Character als Reisewerke, näm- 
lich als psychologische Reisebeschreibungen, die sich den rein geographi- 
schen, den zoologischen oder botanischen anfügen» und ist darauf in den 
Vorreden, besonders in der zum dritten Bande, hingedeutet. Nur ordnen 
sich die Objecte psychologischer Studien unmittelbarer den persönlichen Er- 
lebnissen ein, als es bei anderen Fächern naturwissenschaftlicher Disciplinen 
der Fall ist. 

t Einige Worte z. S. 166: Die sich mit den aus den Himmelsterrassen 
berabgekommenen Brahmanen identificirenden Birmanen lassen die Einge- 
borenen zum Theil von Bäumen abstammen und ähnlich stehen in scan- 
dinaviscben Sagen neben dem Göttergeschlecbte Odin's die baumentsprossenen 
Nachkommen Ask's und Embla's. So steht auf Seite 380 meines Buches, 
nicht aber „qu*on ait fait d^river d*un arbre la premi^re caste indienne**, was 
das gerade Gregentheil wäre. Die in GänsefÜfsen eingeschlossene Erklärung von 
Aiya (s. R. critq. S. 166) ist ein wörtliches Citat ans einem graramati^hen 
Werke der Siamesen, die in ihren Etymologien auf Wurzeln in Fall oder Sanscrit 



VIII 

seinen Verstand verlieren kann, der ihn überhaupt noch nicht 
in solchem Sinne besitzt. Dagegen wuchern im Naturmen- 
schen um so üppiger alle jene psychopathischen Zustände, 
welche in den die Grenzscheide des Animalischen und Hu- 
manistischen vermittelnden Nervensphären ihre Grundlage fin- 
den. Sie fehlen beim Thiere, in dem die Reflexnerven ihre 
directe Abgleichung finden, und sie werden später wieder 
verschwinden bei solchen Repräsentanten des idealen Cultur- 
menschen, in denen das in einer klaren Weltanschauung aus- 
geprägte Selbstbewufstsein einen dominirend beherrschenden 
EinfluTs auf seinen eigenen Organismus rückwirkend ausübt. 
In den üebergangszuständen aber, in denen das erweckte Be- 
wuTstsein noch nicht zum festen Gleichgewicht mit sich selbst 
gelangt ist, können seine Processe leicht in Unordnungen 
gerathen, und werden sich dann diese Störungen, (da es nach 
Oben hin noch wenig oder nichts zu stören giebt) besonders 
nach Unten hin manifestiren, auf der Körperbasis ihrer Wur- 
zeln, durch zerrüttende Krampfanialle, die bei längerer Fort- 
dauer dann wieder psychische Effecte haben mögen. Solch' 
unwillkürlich eintretende Reizzustände des Nervensystems, 
wenn sie in einem geregelten Cyclus von Erscheinungen ab- 
laufen, werden, als der gewöhnlichen Menschenconstitution 
abnorm, einer jenseitigen Ursache zugeschrieben und zunächst 
als ein (in mythologischen Systemen in dem Bild einer Gott- 
heit personificirtes) Dämonisches aufgefafst. 

Hat sich aus den socialen Verhältnissen bereits eine pri- 
vilegirte Kaste Zauberärzte oder Priester gebildet, die den 
Verkehr mit der Gottheit f&r sich monopolisirt haben, so 
werden die aufserhalb ihrer Communion Statt habenden In- 
spirationen, als unberechtigt und profan, teuflischer Besitzung 



zurückzugehen lieben, und in dem vorliegenden Worte die Erklärung in der 
Wegnahme (har) der Sünden oder in ihrer üeberwindung finden. Der Werth 
dieser und ähnlicher Erklärungen, die den Buddhisten geläufig sind, ist £>eit 
Schmidts und Klaproth's Zeit, so vielfach Gegenstand gelehrter Abhandlungen 
gewesen, dafs mir ein weiteres Eingehen darauf ttberflttssig schien. Mit Auf- 
gabe des Versuches einer Herleitung von rfi (mit a privativum) hat man sich 
jetzt im Sanscrit bei äri und Srya (arya und irya) wohl über die Wurzel ar 
(ipü)) geeinigt (Zusammentrefi*en im feindlichen oder freundlichen Sinne). Die 
Siamesen kennen ari (feindlich) und ärl oder wohlwollend äri-sattha oder 
Frömmigkeit, aber ariya-song oder Bonze. Das Palilexicon giebt ariya als 
• ausgezeichnet, ärissa als zu den Riscbi gehörig (arsa) u. s. w. 



zugeschrieben und geben dann, als durch den bösen Wider- 
sacher veranlafst, das Recht, sie in den Exorcisationen zu be- 
kämpfen. Mitunter erhält sich ein zweifelhafter Mittelzustand, 
so lange nämlich die Klassen der Zauberärzte, (die später im 
Bausch und Bogen als der schwarzen Magie verdächtig ana- 
thematisirt werden) sich noch nicht scharf von den priester- 
lichen Functionen abgeschieden haben. Dann ist es nicht 
die directe Austreibung des durch die heiligen Worte bedroh- 
ten Dämon, was man bei der Krankheitsheilung zu unterneh- 
men versucht, sondern die Kur zielt vielmehr darauf ab, den 
dämonischen Einflufs, der (ob nun als Gott oder als Teufel 
verstanden) das besondere üebel verursacht hat, im verstärk- 
ten Maafse hervorzurufen, und so durch ein künstlich-medi- 
cinisches Fieber, wie bei der Chinin- Wirkung, das patholo- 
gische zu heilen. Der Patient wirJ deshalb nach dem Tempel 
oder der Kapelle gebracht, in denen die gesuchte Wandlung 
des Dämonischen weilt, und dort ruft man den Gott durch 
Gebete oder den Teufel durch Beschwörungen herbei, um 
aufs Neue in den Leidenden einzufahren, und sich im Cyclus 
der stereotyp gewordenen Symptone zu manifestiren, worauf 
dann mit dem Verschwinden der gewaltsam angebrachten 
Aufregung manchmal auch die constitutionelle Disposition 
zu derselben eine Linderung erfahrt. Zuweilen verbindet 
man beide Kurmethoden, indem man den bösen Dämon erst 
durch Machtsprüche in den Körper des Kranken festbannt, 
und wenn man ihn dort in seiner Gewalt hat, ihm durch ge- 
weihte Formeln oder Wassersprengen in solcher Weise zusetzt, 
dafs er die Lust verliert wiederzukommen. Die Besessenheit 
entspricht meistens ganz der Daemono-Melancholia und übt um 
so weitergreifende Wirkungen aus, da man die Kranken in 
diesem Zustande absichtlich oder unabsichtlich zu bestätigen 
sucht, statt sie zu heilen. Die Schamanen sind Maniacalische 
die durch Aufregung des motorischen Systems in einen Zu- 
stand der Tobsucht übergehen und oft gleichzeitig durch innere 
Aufregung in exaltirter Verrücktheit Wahnideen erzeugen 
mit Alienation des Ich. Nach periodischen Paroxysmen ver- 
schwindet der Cyclus der Zufalle in normaler Gesundheit. 
Durch sorgföltige Anleitung werden nervenschwache Kinder 
von frühester Jugend an zu den Vorstellungen erzogen und 



dadurch zu Adepten umgewandelt, wie sie bei uns nicht 
herzustellen sein könnten. 

Ebenso wie Jongleure Kunststücke ausüben^ die den ge- 
meinen Mann in Erstaunen setzen, aber von dem Anatomen, 
obwohl er sie nicht selbst nachmachen kann, doch aus der 
Muskelanordnung genügend erklärt zu werden vermögen, so 
bilden die Schamanen eine Art psychischer Jongleure, die durch, 
von früher Kindheit auf anerzogene, Abnormitäten in ihrer 
Geistesthätigkeit mancherlei sonderbare Erscheinungen bieten, 
welche man bei uns, weit entfernt sie nachahmen zu können 
und zu wollen oder gar sie zu unterstützen, im Gegentheil so 
oft sie sich im Keime zeigen , rasch zu beseitigen sucht. 
Auch allgemeine Denkrichtungen mögen in den Naturvölkern 
normale sein, uns jedoch ebenso abgehen, wie z. B. auf 
dem körperlichen Gebiete die Benutzung der Fufszehen zum 
Weben, zum Aufheben, zum Fassen u. s. w. bei Cochinchi- 
nesen, Polynesien! und anderen Stämmen. 

Je mehr die Priesterwürde, nachdem sie einen festen 
Boden in der Gesellschaft gewonnen hat, zu einem erb- 
lichen Vorrecht wird und je mehr sich mit zunehmender Be- 
haglichkeit des Wohllebens die nervöse Praedisposition, die 
früher besonders den Ausschlag in der Erwählung der Can- 
didaten gab, wegfallt, desto lästiger werden allmählich die 
convulsivischen Operationen, um den Zustand der Ekstase an- 
zubringen, und es wird dann nöthig allerlei Mittel und Wege 
zu finden, um dieselbe dthrch betäubende Musik, durch rasen- 
des Springen, durch berauschende Getränke, durch narcotische 
Düfte, durch einförmig wiederholtes Gemurmel, durch gewalt- 
sames Transpiriren, durch verlängertes Fasten, durch Hals- 
umschnüren u. dgl. m. hervorzurufen. In einem auf fixirte 
Schrift basirten Keligionssystem föllt dann überhaupt dieser 
ganze Operations-Cursus aus, indem man damit die Offenba- 
rung in abgezählte Worte niedergelegt besitzt und durch 
neue Combinationen derselben die ftlr besondere Fälle viel- 
leicht aufserdem benöthigten hervorlocken mag. Dann werden 
auch die Krankheiten unter verschiedene Götter, als Spe- 
cialärzte vertheilt und der besondern Hut derselben übertragen, 
während wieder ft)r den Pilger der* blofse Glaube zur Hei- 
lung genügt, und ihm so die therapeutischen Exorcisationen, die 



XI 



oft genug mit sehr handgreiflichen Proceduren verknüpft zu 
sein pflegen, erspart werden. Stirbt aber allmählich das in 
Buchstaben verknöcherte Wort dem Leben ab, kann es als 
todt und vermodert nicht mehr dem andachtsvollen Sehnen 
tiefer erregter Gemüther genügen, dann springen innerhalb 
der Orthodoxie mystische Secten auf, die aufs Neue nach 
directer Einigung mit der Gottheit streben, und dieselbe 
dann gemeinsam durch aufregende Versammlungen oder im 
Einzelnen durch fixirte Meditation zu erreichen suchen, oft unter 
gleichzeitiger Anwendung der künstlichen Erregungsmittel. 
Die in der Ekstase durchlaufenen Stufengrade wiederholen 
sich in den Mystikern aller Zeiten, Religionen, Länder in 
fast identischen Beschreibungen oder doch in solchen, die 
aus dem darum aufgehäuften Wortschwall leicht den psycho- 
logischen Procefs herauserkennen lassen. Hierftlr, sowie för 
die übrigen Phasen, finden sich genügende Beglaubigungen 
in den folgenden Kapiteln zusammengetragen, um daraus 
allgemein gültige Gesetze ableiten zu können. 

Eine vergleichende Psychologie kann nur auf dem Boden 
der Ethnologie angebahnt werden, die in den verschiedenen 
Volkskreisen die genetische Entwickelung der Gedanken- 
schöpfungen verfolgt und ihre localen Tinten aus den Ver- 
hältnissen geographischer oder historischer Umgebung er- 
klärt. In der Ethnologie bleibt jede Erscheinung unter festen 
und zwingenden Gesetzen gebunden, die aber absolut ge- 
nommen, der Ausdruck ungebundenster Freiheit sind, da sie 
sich in der Weite des Weltalls erfüllen, und also jeder Be- 
schränkufig des Neben oder Gegenüber enthoben bleiben. Was 
im herausgerissenen Theil willkührlich oder zufällig seheinen 
könnte, klärt sich zu der Nothwendigkeit einer Harmonie 
ab, wenn in dem Znsammenhang des Ganzen betrachtet. So 
werden wir unser eigenes Geistesleben und sein organisches 
Wachsthum in den Reflexen ethnologischer Spiegelung er- 
schauen, um in einem klar zurückgeworfenen Bilde das zu 
erkennen, was unmöglich sein würde, an sich selbst ab- 
zusehen. Wenn sämmtliche Verhältnifswerthe in der Ge- 
dankenwelt festgestellt sind, dann mufs sich der Gesetzes- 
plan offenbaren, der in der Auffassung individueller Existenzen 
gebrochen, aus eigenem Selbst als Bewufstsein hervorstrahlt, 



XII 

und aus der Mannigfaltigkeit ethnologischer Gestaltungen auf 
dem Kund geographischer Einheit schwebt der Flug der Ge- 
schichte in die Weite des Unbegrenzten fort. Dieselbe Noth wen* 
digkeit organis9hen Wacbsthums, die in unauflöslicher Wechsel- 
wirkungmit der Umgebung, in denPflanzen Zellen bildet, ruftGe-. 
danken hervor im Menschen und praedisponirt sie zu weiterer Ent* 
faltung. Wenn sich aber diese in vollendeten Geistesproducten 
weiter und weiter von den ersten Ansätzen im Materiellen ab- 
löst, wenn die Entstehungsweise des psychologischen Processes 
in uns zur Selbsterkenntnifs gelangt, dann eben treten unsere 
Handlungen mit der Unabhängigkeit des freien Willens auf, 
dann sind sie im Gegensatz zu der eisernen Nothwendigkeit, 
die die Erscheinungen der Ethnologie in gleichartig wieder- 
kehrende Formen bannt, mit der vollen Freiheit bekleidet, 
die die geschichtlichen Thaten der Menschheit verklärt, und 
wer auch diesem relativem Gegensatze der Nothwendigkeit 
nicht den Namen der Freiheit gönnen woUte, würde erst 
das Wort aus der Sprache ausmerzen müssen, und das 
psychische Grundgesetz umstofsen, das es in derselben ge- 
schaffen hat und immer schaffen wird. 



Inhalt. 



Seite 

Die Auffassung des Psychischen «... 1 

Die Ahnen und die Manen 72 

Die Pathologie der Besessenheit und die Priesterärzte 115 

Schlufsbetrachtung 261 



DIE SEELE 



UND IBBE 



ERSCHEINUNGSWEISEN IN DER ETHNOGRAPHIE. 



Die Auffassung des Psychischen. 



JL/afs nicht wir denken, sondern dafs es in uns denkt, ist 
Demjenigen klar, der aufmerksam auf das zu sein gewohnt 
ist, was in uns vorgeht. Es wäre im Grunde ein gleich- 
gültiger Wortstreit, ob man diese unsere Gesanmitheit be- 
treffenden Processe als unsere eigene Thätigkeit bezeichnen 
dürfte, wenn nicht in ihnen selbst graduelle Verschiedenheiten 
statt fänden^ die es festerer Definition wegen wünschens- 
werth machten, den Begrifi" des SjBlbstständigen Eingreifens 
nur auf besondere zu beschränken. Das Naturerzeugnifs ist 
aus der Natur erzeugt, es wächst hervor aus jenem dunkeln 
Bythos, der nicht wegen weiterer Entfernung des Anfanges 
den Augen entgeht, sondern wegen der Unmöglichkeit die 
dort labyrinthisch verschlungenen Fäden von Ursache und 
Wirkung, des Entstehens, Vergehens und Wieder werdens 
mit den Blicken zu entwirren, denn nur, wo sich die Wechsel- 
beziehungen des Kreislaufes zu der Unabhängigkeit einer 
neuen Schöpfung gestalten, darf fQr diese ein relativer An- 
fang gesetzt werden, den als absoluten unsere auf Unend- 
lichkeit und Ewigkeit basirte Weltanschauung nicht kennen 
darf. Der bei der Pflanze im Nacheinander hervortretende 
Organismus des Wachsthumprocesses findet beim Thiere 
durch die Verknüpfung des Nervensystems einen einheitlich 
abgeschlossenen Mittelpunkt, innerhalb welches die verschie- 
denen Sphären des vegetativen, animalischen und psychischen 
Lebens der leichteren Uebersicht wegen zwar gesondert be- 
trachtet, aber deshalb nicht als gesondert bestehend ange- 

A. Bastian, Beiträge. 1 



sehen werden dürfen. Schon in den Pflanzen ist der Vege- 
tationsprocefs nicht auf räumliche Anbildung hervorgetriebener 
Zellen oder der gleichfalls materiell erkennbaren Regeneration 
in der Mauserung beschränkt, schon bei ihr finden sich ge- 
wisse der höheren Organe, bei denen die quantitativ im Raum 
erfüllte Umänderung in qualitative Concentration nach Innen 
zurückschlägt, und neben den die Fortpflanzung prädesti- 
nirenden Geschlechtsorganen den Dnft ausströmen läTst, der ' 
eine für seine Auffassung besonders vorbereitete Sphäre 
des nächsten Wesenkreises zur Fixirung seiner relativen 
Existenz bedarf. Gleich diesen in den Pflanzen destillirten 
Essenzen oder stickstofireich abgelagerten Alkaloiden, die 
die combinirtesten Gestaltungs Vorgänge für ihre Bildung vor- 
aussetzen, aber dennoch in ihrem localen Bestehen auf die 
möglichst kleine Baumerftillung reducirt sind^ tritt im Thiere 
die psychische Action hervor, die, wenn auch unsichtbar, 
unhörbar, unriechbar und unschmeckbar, doch dieselben Be- 
dingungen zum Erregtwerden voraussetzt, wie andere durch 
die Sinne des Gesichts, Gehörs, Geruchs, Geschmacks, Ge- 
fühls erfa&baren Objecte. Nur ist die Denkthätigkeit orga- 
isch gesetzlich in die Gesammt-Existenz des frei-lebendigen 
Daseins verwebt, und steht deshalb im innerlich festen Ver- 
bände gegenseitiger Wechselwirkung mit demselben, während 
das vermehrte und unterdrückte Ausströmen ätherischer Aro- 
mata bei den Pflanzen dem Einflufs kosmisch-meteorologischer 
Processe unterliegt und leicht dem Zufalle zugeschrieben 
bleibt, so lange nicht genügende Einzelnheiten zu Gebote 
stehen, um jeden besondern Fall aus seinen Wurzeln zu er- 
klären. Der vermittelnde Zusammenhang dieser rein quali- 
tativen Thätigkeit mit der quantitativ ausgedehnten Grund- 
lage, auf der sie emporwächst, wird beim Menschen durch 
das eingeschobene Mittelglied der animalischen Beflexactionen 
bedingt, das bei der des Nervensystems entbehrenden Pflanze 
fehlt. Diese hinzutretende Complication im Auge behalten, 
mufs das organische Leben im Thiere von demselben Ge- 
sichtspunct aus betrachtet werden, wie in der Pflanze. Die 
Existenz des sympathischen Nervensystems mag ganz weg- 
gedacht werden, da dieses nur unmittelbar das vegetative 
Leben repräsentirt, wie es auch in den Pflanzen abläufL 



3 

Im animalischen Nervensystem stellt sich durch die auf Reiz 
und Gegenreiz basirte Beflexthätigkeit der regbaren Muskel- 
faser das Gleichgewicht des Mikrokosmos, der sich in freier 
Bewegung von dem terrestrischen Schwerpunct losgelöst hat, 
mit dem umgebenden Makrokosmos her. Indem nun aber 
die Eindrücke der Aulisenwelt sich nicht in dem terrestrisch 
in Baum und Zeit umlaufenden Cirkel abschliefsen , indem 
noch, einer jenseitigen Quelle entströmt, die kosmischen Ein- 
flüsse dazwischen fallen, so wirken diese auf die durch 
ununterbrochene Bildungsprocesse im empfänglichen statu 
nas(^nti gehaltene Nerventhätigkeit des Körpers, als eine 
zeugungsföhige Masse ein, um aus ihr höhere Productionen 
zu zeitigen, und diese, die in den Denkgebilden emporstre- 
bend, die körperliche Stütze unter den Füfsen zu verlieren 
beginnen, bilden dann in sich durch innere Wechselwirkung 
den eigenen Gravitationspunct eines neuen Anfanges, der 
indefs, wenn das Individuum in seiner Ganzheit als körperlich- 
psychisches Wesen aufgefafst wird, nur als ein secundärer 
Anfang verstanden werden darf, da er sich wieder in. seine 
ursprünglichen Elemente zerlegen läfst. So lange es sich 
um die Regionen des Psychischen allein handelt, mag jener 
An&ng als ein selbstständig unabhängiger gesetzt und von 
ihm datirt werden, was wir mit eigenem Bewufstsein zu 
thun glauben, seine tieferen Verzweigungen dürfen aber bei 
einer wissenschaftlichen Erklärung nie aufser Acht gelassen 
werden, weil sonst die psychologische Perspective in einen 
Wirrwarr regelloser Phantasiegestaltungen und willkührliche 
Phantome verrückt wird. Indem die in der Aofsenwelt vor- 
gehenden Kraftwirkungen auf die empfönglichen Sinnesnerven 
treffen, erzeugen sie neue Kraft in der psychischen Sphäre 
der Gehirnnerven, und diese als Denkoperationen auftretende 
Kräfte des Mikrokosmos entsprechen im wechselsweisen Ein- 
klang den im Makrokosmos waltenden Gesetzen, die sich im 
Individuum, als integrirender Theil menschlicher Gesellschaft, 
zum Bewufstsein innerer Harmonie abklären. 

Das Denken des Naturmenschen beruht auf mechanischer 
Auffassung, die ihn durch unbewufst in den Nervenprocessen 
begründete Associationen zwar zur Synthesis weiterführen mag, 
die aber noch flir eine lange Stadienreihe der Vorcultur heraus 

1* 



der Analyse entbehrt. Erst wenn diese eintritt, wenn aus 
ihrer kritisch -vergleichenden Zersetzung das genetische Ent^ 
stehen erkannt wird, bricht der Geburtstag an des wissenden 
BewuTstseins, das dann in die Laufbahn seiner Fortentwicke- 
lung eintritt, nicht einem endlichen Ziele entgegenführend, 
sondern sich in jedem Momente der Thätigkeit selbst er- 
fOlleud, durch Eintritt in die kosmischen Gesetze des Welt- 
alls. Der Wilde sieht die Eiche, er giebt durch die Aeufse- 
rung ihres Namens sein VerständnÜs derselben zu erkennen, 
und ihre Specialbezeichnung mag dann später für ihn der 
Gattungsname för alle Arten des Baumes werden, aber es 
wird lange dauern, bis er den Baum in seinem genetischen 
Zusammenhange mit dem Naturganzen versteht, und die 
Theorie der Zellbildung ' hat erst in unserer Generation ihre 
richtige Begründung gefunden. Fragen über die Erklärung 
der vor den Augen ablaufenden Erscheinungen werden sich 
schon früher aufdrängen, und Fragen verlangen ihre Beant- 
wortung. Der Baum ist lebendig, sein Leben ist seine Dryade, 
die mit ihm aufblüht, mit seinem Verdorren vergeht, die 
seine Verletzungen mit empfindet und ihn schützt, den Freund- 
lichen, wenn sie es vermag, belohnend, den rohen Beleidiger 
strafend, soweit es in ihrer Macht steht. Diese Vorstellung 
vom Baume ist indefs schon ein Nachgedanke, der auf der 
untersten Stufe noch fehlt. Zunächst ist für den Natur- 
menschen der Baum nur ein äufseres Object, wie jedes an- 
dere, wie der Stein, der Berg, der Flufs. Ihm ist jeder 
Gegenstand in der Natur belebt und, wenn man will, ver- 
göttert (das richtige Verständnifs des Sinnes dieser Ausdrücke 
vorausgesetzt, um die in mythologischen Lehrbüchern con- 
stant durchgehende Verwirrung zu vermeiden : in verschiede- 
nen Ideenkreisen zur Deckung der Gedankenvorstellungen 
geschaffene Namenszeichnungen ohne weiteres auf einander zu 
übertragen und för einander zu verwenden, weil sie scheinbar 
gleichlautend sind). Das Grundgesetz des Nervensystems ist 
die Reaction, die Contre-ßeaction von Reiz und Gegenreiz, 
ein beständiges Vibriren der durch unvermeidlichen Contact 
erweckten Wellenschwingungen, die nach der natürlichen Be- 
ruhigung im Gleichgewicht streben. Im sympathischen Ner- 
vensystem läuft diese Reflexaction ohne unser Mitwirken ab, 



die Respiration verlangt schon ein zeitweises Eingreifen d^s 
Willens, aber klarer kommt uns dieses erst im Seelenleben 
zum Bewufstsein. Jede Frage verlangt mit zwingender Noth- 
wendigkeit ihre Antwort, und wenn sich diese nicht von 
selbst bietet, wenn sie nicht spontan in den Erzitterungen 
der Nervenfaden ihre harmonischen Intervallen findet, müssen 
wir künstlich neue anregen, tiefere aufwühlen, um die allein 
das Fortbestehen sichernde Kühe des inneren Gleichgewichts 
herzustellen, so lange der Selbsterhaltungstrieb die Wesens* 
Existenz beherrscht, die mit seiner Schwächung in krank* 
hafte Störungen verfallt und ihrem Untergänge entgegeneilt. 
Dem Menschen ist Alles um ihn fremd und unbekannt, ein 
wunderbar verstricktes Mysterium. Aus dunklem Urgrund 
entsprossen, erwacht er erst allmählig mit aufwachsendem 
Bewufstsein zum Tageslicht. Ein Jeder ist geistig ein Blind* 
geborener und der Staar wird erst mit der Katastrophe der 
früher oder später eintretenden Pubertäts-Entwickelung ge- 
stochen, obwol auch dann noch manche Trübungsdecke an der 
Linsenkapsel hängen bleibt, die das deutliche Sehen ver- 
wischt und unklar erhält, wenn sie sich nicht mit fortschrei- 
tendem Alter resorbirt. Wenn sich das Auge zuerst mit 
sicher erkanntem Selbstbewufstseinsgefiihl auf die Erschei- 
nungen der Aufsenwelt heftet, so dringen auch auf dem gei- 
stigen Gesichtsfeld (wie es der operirte Blindgeborene im 
körperlichen beschreibt) von allen Seiten die Objecto auf ihn 
ein, sie stellen sich ihm dar, sie verlangen von ihm die Lö- 
sung ihres Sphinx-Räthsels, und sie bedrohen den Unfähigen, 
den Zaghaften mit der düsteren Nacht unheilbaren Wahn- 
sinns. Bei uns ist die Sache, für den Durchschnittsmen- 
schen, leicht genug gemacht. ,Wir haben unsere Systeme, 
und ein System ist eben dasjenige Gedankcngebäude, das ge- 
formt wurde, um einen bestimmten Cyclus der von der 
Aufsenwelt gestellten Fragen zu lösen. Genügt es nicht 
länger zur Erklärung, indem das Niveau des Normalmen- 
schen in seiner Scala höher rückt, so mufs es reformirt und 
neugestaltet werden, durch eine jener epochemachenden Re- 
volutionen, wie wir sie in der Geschichte der Wissenschaft, 
als nacheinander statt habend^ überblicken. Die römischen und 
griechischen Chemiker hatten ebenso gut ihre Systeme, wie 



die unsrigen, und wie jene diesen nicht genügen würden, 
so werden diese ihren Nachkommen unvollkommen erscheinen. 
Das PtoIomSische Weltsystem war an sich fest genug zu- 
sammensrearbeitet. um alle an dasselbe s^estellte Frästen fthr 
Itogere Zeit ebenso genügend beantwor^n zu kön^n, wie 
jetzt das oopemioanisohe, und wer weifs, ob diesem eine 
gleich lange Herrscherdauer beschieden ist. Botanik und 
Anatomie haben bei den Chinesen, und zum Theil bei den 
Indiern, fleifsige Bearbeiter gefunden, die freilich in ihren 
Anschauungen nicht mit denen der westlichen Forscher über- 
einkommen und in Disputationen yor denselben erliegen 
müssen, die aber doch in ihren eigenen Gesellschaftskreisen 
für alle BedürMsse der Fragenden genügende Auskunft ge- 
währen konnten. Auf der aus Systemen emporgebauten Lei- 
ter, stieg dann das sehnende Ahnen aus der bunten Fülle 
des sinnlich Wahrnehmbaren zu einer letzten Ursache auf, 
und fand sie leicht auf den Nebelschichten des fernen Ho- 
rizontes, die der qualvoll nach Befriedigung strebenden Phan- 
tasie ihre eigenen Spiegelgebilde in der Mannigfaltigkeit der 
Gottesschöpfungen zurückwarfen. Ich habe mich über das 
Verhältnifs des Glaubens zum Wissen weitläuftiger in „der 
Mensch in der Geschichte^ ausgesprochen und brauche 
hier nicht darauf zurückzukommen. 

Bleiben wir bei dem Naturmenschen stehen, bei seinem 
imaginären Prototyp, dem noch die bequeme Eselsbrücke des 
Systems fehlt und dem es eigene Hirnarbeit kostet, seinen 
psychischen Hunger zu stillen. 

Die erste und directe Deckung der nicht mehr in 
vegetativen Processen verlaufenden, der nicht durch anima- 
lische Functionen, durch Zuckungen der regbaren Muskel- 
fasern absorbirten Nervenschwingungen, die erste und directe 
Deckung dieser freien Thätigkeit des Psychischen ist die 
Sprache. Dem Reiz folgt der Gegenreiz. Wird eine besondere 
Region des Körperlichen getroffen, so reagiren die in dieser ver- 
theilten Nervenfasern, wird der Mensch in seiner Gesammtem- 
dung afficirt, so reagirt er mit seiner körperlichen Gesammt- 
heit, in dem alle Glieder bewegenden Tanz, in der Panto- 
mime, und da sich zugleich der (vielfachster Modulationen, im 
Ein- und Ausathmen der Luft, fähige) Stimmapparat Körper im 



befindet, so werden sieb solche €letainmtvorg&nge am krfif- 
tigsben in ihm manifestiren und Töne hervorstolsen. In den 
spätem Wachsthumsstadien des Denkprocesses wird sich der* 
selbe mehr und mehr von den Wurzeln seiner materiellen Grund» 
läge klären und loslösen, die Wurzehi werden zum Tbeil 
sogar för ihn absterben und völlig auiser Bedeutung treten, 
während er sich selbst durch innere Thätigkeit jene imab- 
hängigen Centren des Bewufstseins bildet^ die dann fiir ihn 
die jedesmaligen Ansatzpuncte seiner Thätigkeit bilden, über 
welche hinaus er nur bei seltenen Gelegenheiten auf die primä* 
ren zurückgehen wird. Jetzt wird das Denken aus verstän- 
diger Erspamifs seine Keactionen auf den Stimm -Apparait 
localisiren, und dort für die verschiedenen Anregungen ent- 
sprechende Worte bilden, mit deren Antwort die gestellten 
Fragen gedeckt sind. Dieses Medium des Sprachapparates 
wird besonders zur Befriedigung abstrahirter Bedürfiiisse ver- 
wandt werden, bei denen die übrigen Glieder nur unterge- 
ordnete Hülfe gewähren können, aber daneben bewahrt das 
Denken auch über diese, über die Gesammtheit der dem 
Willen unterworfenen Körpertlieile^ seine Herrschaft, um sie 
wünschenswerthen Falles zu benutzen. 

Täglich und stündlich, gehen Hunderte und Tausende von 
Gegenständen gedankenlos dem Auge vorüber, malen sich ihre 
Bilder auf der Netzhaut ab und verbleichen. TriflFt aber der Re- 
tinareiz mit einer im statu nascenti kleinster Theilcben empfäng- 
lichen Gedankenreibe zusammen,* wird er darin eingeordnet, 
so wirkt er als Keiz* und verlangt jetzt seine ausgleichende 
BeMedigung. Das nächste und einfachste ist die Vorstellung 
(ob ausgesprochen oder nicht) seines Namens, das Decken 
des Gesichtsbildes mit dem Gehörbilde. Treten sie in den 
richtigen Schwingungsverhältnissen ihrer Intervallen zusam- 
men, so dafs Hebung die Senkung und Senkung die Hebung 
complementirt, dann mag die Ausgleichung eine harmonisch 



* Bei den Thieren ist einmal die Reizföhigkelt wegen der gröberen 
Textur des Nervengewebes eine geringere, und dann verlangt bei ihnen die 
Starrheit der Stimm-Apparate und die Schwerbcweglicbkeit der in der Articulation 
mitwirkenden Muskeln (die bei den Vögeln bis zum Schnabel verhärtet, aber 
deshalb vocalisches Singen nicht nur nicht stört, sondern um so besser in 
Resonanzen wiederklingen läfst) einen weit kraftigeren Hebel als prImus motor. 



8 

vollkommene sein, die Ruhe ist hergestellt. Im Sehen des 
Steines, denkt sich sein Name, die Frage hat ihre Antwort 
gefunden. Aber es kommen neue Accidenzen hinzu. Der 
Stein, der früher da war, mag fort sein ; an einem, dem als Wohn- 
sitz bekannten, ähnlichem Platze mag an der Stelle, wo dort 
ein Stein steht, und die Gewohnheit ihn auch hier verlangt, 
ein solcher fehlen; der Stein mag eine besondere Form zei- 
gen, die ihn aus der Feme als Menschen oder Thier er- 
scheinen liefs, so dafs man ihn erst beim Näherkommen als 
Stein erkannte, tausend andere Zufälligkeiten mögen sich mit 
dem Stein verknüpfen , die weil sie etwas später Hinzukom- 
mendes sind, durch den schon vorher gebildeten Namen, der 
sich fbr die wechselnden Verschiedenheiten als zu eng er- 
weist, nicht mehr gedeckt werden. Die Sprache macht sich 
rüstig an die Arbeit; sie scha£ßt eine Unzahl von Namen, 
und es ist bekannt, wie gerade die Dialecte roher Stamme 
an Synonymen für fast identische Gegenstände * reich sind, 
wie ihre Sprechweise auch ftlr jede besondere Thätigkeits- 
modifiation einer Handlung ein separates Verbum bilden mag, 
und erst später hierbei, oder bei den Nominalbegriffen, zu 
generalisiren beginnt. 

Nach welchem Ideengange sich nun der Geist seine 
Weltanschauung zurecht zu legen pflegt, hängt von dem 
Kassentypus oder der Umgebung ab, worin er lebt, und 
finden wir, dafs die Bahnen der eingeschlagenen Wege weiter 
und weiter auseinander führen und fbhren müssen, je mehr 
sie sich in der Ungebundenheit des Metaphysischen verirren. 
In ihren noch an den Boden gefesselten Wurzelschossen stehen 
sich dagegen auch die später fernsten noch ziemlich nahe, und 
läist sich eine Identität bestimmter Elementaranschauungen 
von der Kindheit aller Völker aus verfolgen. 

Dem Wilden, dem sich mit dem Gesichtsbilde des Stei- 
nes noch später hinzugekommene Fragen verknüpfen, (Fra- 
gen , die erst nach der Aufstellung des einmal oder in mehr- 
facher Synonymität gebildeten Namens frappirten), dem neben 
dem gesehenen Steine noch ein unbekannter Rest übrig bleibt und 
dem dieEigonthümlichkeit desselben durch den Namen und seine 
Modificationen nicht mit ausgedrückt wird : bietet sich nun der 
einfachste und auch überall eingeschlagene Weg, dieses Unbe- 



9 

kannte selbst zu benennen, es als Unbekanntes unter dem 
zuertheilten Namen, in seine Gedankenreihen aufzunehmen, 
und. er hat jetzt ein höchst annehmliches Hülfsmittel gefan- 
den, ein Hülfsmittel von so weitem und unbegrenzten Be- 
gri£P, dafs sich darunter Alles mit gröfster Leichtigkeit sub- 
sumiren läfst, und fortan ein guter Theil kopfzerbrechender 
Gedankenarbeit gespart wird. Dafs der Stein hier steht und 
nicht dort, dafs der Stein so aussieht und nicht anders, dals 
der Stein abgebrochen oder umgefallen ist, mufs natürlich 
ebenso gut seinen Grund haben, wie Alles in der Welt; 
keine Ursache ohne Wirkung ist ein Axiom, das in der 
Nerven-Organisation liegt, und gebieterisch sein Anerkennen 
gefordert hat, lange ehe es von Philosophen als Axiom aus- 
gesprochen wurde. 

Was nun die verschiedenen Erscheinungsformen des 
Steines betriffl;, so werdeEf sie nach Ausbildung eines mytho- 
logischen Systems auf die verschiedenen Göttergestalten in 
demselben zurückgeführt werden. Sie mögen dann als Kin- 
der der Mutter Erde aus dieser hervorgewachsen oder wegen 
gottloser Rebellion aus dem Himmel herabgeworfen sein, sie 
mögen die incarnirten Sonnenstrahlen repräsentiren, oder zur 
Strafe versteinerte Tyrannen, oder ein anderes jener Gebilde, 
in denen überall die Dichterphantasie üppig emporwuchert. 
Hier handelt es sich aber um eine Zeit, lange ehe die Phan- 
tasie ihren Aufschwung zu dichterischem Schmucke zu neh- 
men vermochte, um eine Zeit, wo der Menschengeist noch 
klein und schwach am Boden dahin kroch, sich arm und 
schreckhaft vor jeder der ihm unbekannten und fremden 
Productionen der Natur beugte, vor den Steinen, den Pflan- 
zen, den Thieren, sie fftrchtete, weil sie fremd und unbe- 
kannt waren. 

Indem der Wilde also in der analytischen Zersetzungs- 
arbeit dessen, was er vor sich sieht, rasch erschlafft, indem 
er die Existenz des Unbekannten, als solchen, zugiebt und 
mit dem zugetheilten Namen in seine Gedankenreihen ein- 
führt, so hat er sich damit selbstwillig einen Despoten gesetzt, 
dem er knechtisch und dehmüthig zu dienen hat, ßhe es dem Den- 
ken später einmal gelingen wird, ihninseine constituirenden Ele- 
mente aufzulösen und dieselben im fortschreitenden Verständnifs 



10 

£U bemeistem. Der Mensch lebt im Horizonte seiner eigenen 
Anschauungen, innerhalb der objectiv projicirten Schöpfungen, 
die ihn in einer engen Kreislinie festbannen, bis er sich auf- 
schwingt, die Identität der subjectiven Gesetze mit denen des Alls 
zu erkennen. Er ist stets von den Vorstellungen beherrscht, die 
in ihm das Ueberge wicht gewinnen, in dem Stadium edelster Hu- 
manitätsblüthe sowohl, wie in dem kryptogamischen des Wilden. 
Mit Aufnahme des Unbekannten* hat der Wilde eine 
unbegrenzte Gröfse in seine Gedankenreihen zugelassen, ein x 
von nicht definirtem und nicht definirbarem Werthe, das bei 
allen geistigen Berechnungen, bei jedem Abwägen neben 
einander schwingender Gedankenreihen, für diejenigen, worin' 
es eingeht, den Ausschlag geben, diese, als die schwerste, 
zur dominirenden machen mufs. Der Wilde ist fortan ret- 
tungslos der Tyrannei dieses Unbekannten unterworfen. Er 
sieht es überall um sich, aus jedem Naturgegenstande her- 
vorblickend^ er wagt keinen derselben zu berühren ; selbst die 
Pflanze, die als Nahrung zur Lebenserhaltung nothwendig 
ist, darf nur unter sühnenden Ceremonien gepflückt werden. 
Es bildet sich allerdings immer bald eine Klasse von Zauber- 
priestern, die entweder aus eigenem Beruf, mit der Verwegen- 
heit eines gälischen Sündenträgers, die Bechte des Unbekann- 
ten zu limitiren sich erkühnt oder sich von diesem selbst 
damit beauftragt ausgiebt, und je nach dem mythologischen 
Barometer sich auf verschiedene Autoritäten oder Privilegien 
stützen mag, um das Lästigste dieser Speiseverbote aufzu- 
heben und das Uebrige in ein reichliches Opfergewinn ver- 
sprechendes System zu bringen, aber diese Phasen der 
Beligionsgeschichte können hier nicht weiter berücksichtigt 
werden, da es vorläufig nur auf die Elementargedanken an- 
kommt. Obwohl das Unbekannte alle Naturgegenstände gleich- 
mäfsig bekleidet, mag es doch, durch besondere Eigenthümlich- 
keiten Einzelner, an denselben mit gröfserer Intensität hervortre- 
ten, oder je nach der subjectiven Stimmung mit gröfserer Intensi- 
tät aufgefafst werden. Hier hat die Erklärung der Omen, der 
Auswahl des Fetisches und anderer wichtiger Beligionsmomente 
ihren Ausgang zu nehmen (wie anderswo nachgewiesen). 

* Die Dakota nennen ihre Götter Tahuwakan oder das, was unbegreif- 
lich (wakan) ist (als das Göttliche). 



11 

Beim todten Stein wird der Wilde wen^ über den all- 
gemeinen Eindruck des unbekannten hinauskommen. Er mag 
dasselbe schon als einen Dämon verstehen, der unsichtbar dar- 
auf sitzt oder darin haust und beim Zerbersten hervortreten 
dürfte. Vielleicht sieht er ihn als Vogel davon fliegen, be- 
merkt er im feuchten Niederschlag seinen Schweifs aus- 
brechen, bekleidete er eine barokke Formeigenthümlichkeit 
mit einem nahe liegenden Phantasiegebilde. Dieser Ideen- 
kreis bleibt immer nur beschränkter Erweiterung föhig, so 
lange ihm nicht in einem von der Mythologie bereits gefer- 
tigten Himmel eine Rolle zugewiesen wird. Anders dagegen 
beim Baume, wo die Appendix des Unbekannten leicht mit 
der Vorstellung eines Lebendigen verwebt wird, und rasch 
gefälligere Formen nimmt, als sie im rohen Stein-Cultus auf- 
zutreten pflegen. Mannigfaltiger gestalten sich schon die 
Göttergebilde in thierischen Verkleidungen, und dann giebt 
auch der lebendig dahinströmende Bach, das auflebende und 
wieder ersterbende Feuer einen besonders günstigen Boden 
far höhere mythologische Schöpftmgen ab. 

Nur dem Menschen gegenüber wird der Mensch nichts 
von jener Scheu des wunderbar Unbekannten fühlen, das ihm 
sonst aus jedem Naturgegenstande entgegen starrt. Ein 
Fremder, ein fernher Zugereister mag auch hier durch seine 
aufsergewöhnliche Erscheinung schrecken und, wenn er dem 
Giftpfeil entgeht, vielleicht Verehrung empfangen, aber im 
Kreise der Bekannten fallt das in diesem Ausnahmsfalle mitwir- 
kende Item des Fremdartigen fort. Nur mit seinem Mitmenschen 
verkehrt der Mensch, so lange keine Rangunterschiede geglie- 
dert sind, unceremoniell. Seine eigene Persönlichkeit ist ja das 
Einzige in der ganzen Weite der überall unbekannten und unver- 
ständlichen Natur, das ihm vertraut ist, — bekannt und ver- 
ständlich, wie er meint, — und so lange der Mitmensch in der- 
selben Weise handelt, spricht und denkt, wie er selbst, so 
identificirt er die Natur seiner Persönlichkeit mit der eigenen 
und hält sie für bekannt, wie es ihm unbewufst seine eigene 
zu sein scheint. Wenn nun aber der Nebenmensch dem 
Tode anheimfällt, wenn er kalt und starr daliegt, ein regungs- 
loser Leichnam, dann ist diese Identität gebrochen, dann 
sieht er auch in der körperlichen Hülle seines bisherigen 



12 

Mitmenschen ein ihm fremdes Naturobject, dann föblt er 
auch aus ihm den Schauer des Unbekannten ausströmen^ 
und dann bringt er zitternd Huldigung dar, bis eine edlere 
Weltanschauung die Ahnen der Abgeschiedenen aus spuken- 
den Gespenstern in gütige und schützende Heroen ver- 
wandelt. 

Bei den Pflanzen mufs sich, wie schon bemerkt, der Ein- 
druck des Unbekannten bald mit der Vorstellung des Leben- 
digen verknüpfen, das in der Pflanze waltet, und beim Thier 
geht es gewöhnlich ganz darin auf. Beim Menschen gestaltet 
sich die Vorstellung dadurch in einer besondern Weise, weil 
ihn der Schleier des religiösen Mysteriums erst dann zu über- 
ziehen beginnt, wenn der vorher belebte Körper seines 
Lebens beraubt ist. Dadurch drängt sich von selbst eine 
Vergleichung auf zwischen beiden Zuständen , und das dem 
einen Zukommende, dem andern Fehlende wird eben im 
Leben, als solchem, seine Personification erhalten. Es ist 
hier nicht das an dem Natur object haftende Unbekannte, das 
mit dem dieses gleichzeitig durchwaltenden Leben neue Com- 
binationen eingeht, sondern das Unbekannte fallt mit dem 
von seinem materiellen Träger abgelösten Leben selbst zu- 
sammen, da dieser ohnedem mit der Verwesung aus den 
Augen, aus dem Sinn entschwindet, obwol mythologische 
Theorien dann wieder zu einer Heilighaltung der zuletzt 
übrig bleibenden Knochen geführt haben oder der Grabstätten, 
wenn nicht geradezu der Leichnam selbst mumificirt und con- 
servirt wurde, um bis zur erwarteten Wiederbelebung unver- 
sehrt zu bleiben. 

Als nächstliegende Vergleichung zwischen dem todten 
und lebenden Körper wird der Wilde das Leben als ein ge- 
wisses Etwas auffassen, das dem Einen mangelt, dem Andern 
beiwohnt, und das dann in den Händen der Mythologen die 
vielfachsten Schicksale euhemeristischer Götter oder sterb- 
licher Incarnationen durchläuft. Nachdem es einmal wegen 
seiner Abwesenheit im Tode als Entität erkannt ist, wird man 
es dann auch im lebenden Körper, wo es früher vorhanden 
gewesen sein mufs, nachträglich zu localisiren suchen und es 
bald im Blut, bald im Athem, bald in der Leber oder im 
Herzen suchen. Dazu treten dann später weitere Combi- 



13 

nationen über die Beziehungen zwischen vegetativem und 
psychischem Leben, wobei man die Seele in eine Vielfachheit 
von Functionen zu zertheilen beginnt, von denen einige den 
Körper im Schlafe oder in Krankheit verlassen und sich durch 
besondere Operationen wieder vereinigen lassen. In der 
mechanischen Denkweise des Wilden ist das Leben dasjenige 
Ding, das den Unterschied zwischen dem belebten und todten 
Körper bedingt, und er hanthiert mit demselben in derselben 
plumpen und täppischen Weise, wie mit seinen Steinen und 
Pflanzen, bis ihn eine allmählige Verfeinerung seiner Denk* 
Organisation der Stärke beraubt, dies ätherische Wesen 
zurückzuhalten, das, seinen rohen Fäusten entschlüpft, zu 
den Himmelshöhen fortfliegt und von dort wieder in Offen- 
barungen die Propheten begeistert, die in den Wendepuncten 
der Geschichte aufstehen, als Wohlthäter ihres Volkes und 
Verkündiger erhabener Lehren. 



Die Epikuräer behaupteten, omnem post mortem sensum 
interire, und seit nach La Mettrie's völliger Leugnung der 
Seele, Holbach (Systeme de la Nature, 1770) die Seele mit 
dem Gehirn identificirte, hat- es nicht an Bemühungen gefehlt, 
die Vernichtung im Tode zu demonstriren , da mit dem 
Gehirn seine aus Phosphor erzeugten Producte verwesen 
müfsten. Dem Wilden würden diese Beweisführungen 
schwerlich deutlich geworden sein, denn sein Denken ist 
nicht geübt genug, um den Salto mortale des Nichts im 
Nichtdenken denken zu wollen. Er denkt nur, was besteht, 
und so besteht fiir ihn, was er denkt. Der Freund, mit dem 
er von Kindesbeinen an zusammenlebte, seine Empfindungen 
austauschte, liegt dort als steifer Körper vor ihm, ohne Be- 
wegung, ohne Sprache, ohne seine Rufe zu hören, aber der 
Geist, der ihm früher diese Bewegung, diese Sprache gab, 
der ihn früher den Ruf beantworten liefs, er mufs sich noch 
irgendwo finden, wenn er auch den Leichnam jetzt dauernd 



14 

verlassen hat (wie firüher periodisch in den Traotneswande* 
rungen während des Schlafes). Dieses Uebrigbleibende^ das 
der Wilde so lange denken wird, als er die Erinnerung an 
den Verstorbenen bewahrt, wird zunächst nur<darch ein ge- 
wisses Etwas ausgedrückt, dem jede weitere Definition fehlt, 
wie das (pa des von einem Gespenst gequälten Franzosen 
(bei Monnier), dem Brahmanischen Tad entsprechend. Mexi- 
caniscbe Völkerschaften nannten es Yule oder Yulio, in Nica- 
ragua (nach Bobadilla)^ die Eaffir (nach Schooter) I-hloze 
oder Isi-tute. „Dafs Etwas von den Todten nachbleibe, 
glauben die Lappen, weshalb sie sich sehr vor den Todten 
fürchten^, bemerkt Samuel Kheen. Dann tritt als nächst- 
liegende Vergleichung, von den gelehrten Priestern hinzuge- 
fügt, die mit einem Schatten auf, und die Irokesen nennen 
ihre Seelen Otahchuk oder Schatten. Bei den Abiponen heiüst 
die Seele Skigibi oder Loakal, was den Echo de^ Wiederhalles 
oder den Schatten eines Bildes bedeutet. Bald war dann das 
£iSa)Xov fertig und damit war ein Anhalt zu weiterer Ausbil- 
dung mythologischer Vorstellungen geboten. Homer's Todte, 
(Jxiat und dfievYjTa xdpTjva sind noch Traumbildern vergleichbar, 
die wie Rauch verwehen, wenn man danach greift, die 
stimmlos nur zu summen und zischen (xp^Csiv) vermögen, im 
unheimlichen Geräusch der rj[/ri oder im schrillenden Ton der 
xXaYYi^, aber in der spätem Auffassung erscheinen sie solide 
genug, um mit gezückten Schwertern schrecken zu können 
und wie Minos in Processen zu plaidiren. Die Seelen der 
Grönländer sind bleich und weich, und nach den Angekoks, 
die öftere Reisen in ihr Reich zu unternehmen pflegen, ftLblt 
man nichts, wenn man sie angreifen wolle, weil sie kein 
Fleisch und Bein, noch Sehnen haben. 

Eine concretere Gestalt gewinnt die Seelenfrage durch 
die nahe liegende Zusammenstellung der Belebung mit dem 
Athem, als ihrer conditio sine qua non. Mit dem Leben war 
der Athem entflohen^ im Hauch, im Lüftchen, im Wind, und 
heute noch öjBhet man in Bugey (nach Monnier) wie in der 
Wetterau beim Verscheiden die Fenster, damit die Seele hin- 
ausfliegen kann, die man in Tirol als weifses Wölkchen fort- 
schweben sieht. In Frankreich nimmt sie (nach Monnier) die 
Form eines Schmetterlings an. Auch die Aegypter stellten 



15 

sie geflügelt dar. Der Chinese macht ein Loch in das Dach 
beim Absterben. Bei den Playanös in Califomien war mit 
dem Körper (petacan) der Lebensgeist (pusium) als Wind 
oder Athem verbunden. Der Ruach (von roach, efflavit ven- 
tum) war der vom Schöpfer eingeblasene Odem, der in pan- 
theistischen Systemen mit dem Tode zu ihm zurückkehrt, 
wenn der aus seinem individuellen Kerker befreite Lufthauch 
sich wieder in den allumfassenden Aether verlor. Tribus 
rebus animantium vita tenetur, cibo, potione, spiritu (Cicero). 
Bei den Slaven heifst die (nach Anton) geistig oder duscha 
aufgefasste Seele Duch oder Hauch, ein Wort, das (nach 
Hanusch) ebensowohl Athemzug ausdrückt, wie Luft- oder 
Windbewegung. In den slawischen Kriegsliedern, wie in 
dem, das Igors Heerfahrt besingt, huschen die dem Munde 
entflogenen Seelen der Erschlagenen in Vögelgestalt* auf die 
Baumzweige des Waldes, in welchen das Schlachtenmorden 
wüthet. "Ha, ein Schrei, entfleugt der Geist (Dusa) dem 
Munde, fliegt eApor zum Baume, von Baum zu Baum, hier- 
hin, dorthin, bis verbrannt der Todte.** Die Seelen der vor- 
nehmen Tlaskalteken verwandelten sich in Singvögel, des ge- 
meinen Volkes in Käfer. Nach Kassubischem Volksglauben 
sitzen die Seelen der Verstorbenen zum Begräbnifs als Vögel 
im Schornstein (Mannhardt). Bei den Tahitiern ruhten sich 
die Seelen der Verstorbenen, ehe sie in die Nacht oder Po 
eingiengen, auf zwei Steinen aus, die auf der westlichen 



* Dans les si^cles d'ignorance (des Arabes) les nns pr^tendaient qne Tarne 
(en-nefs) n'^tait autre chose que le sang, et que Tesprit (er-rouh) etait Tair 
qui eircnle dans l'intdrieur du corps humain et qni prodait le sonffle (en>nefes} 
de la respiration. De la vient T^pith^te de nefas, qu'ils donnaient ä 1a 
femme, ä cause du sang qui sort de son corps (Masudi). D'apr^s les Arabes 
Täme serait un oiseau qui deploie son vol dans le corps de Thomme. S'il 
vient ä p^rir, Päme ne cesse pas de voler autour du ddfunt sous la forme 
d'un oiseau qui fait entendre sur sa tombe des cri& plaintifs. L'oiseau funebrc 
(£1 ELam ou Hameh) grandissait jusqu'ä ce qu'il devint de la taille d'un esp^ce 
de hibou. La chouette (£1 Hameh) ne cessait pas de se pr^enter devant le& 
enfans du d^funt et de les visiter, pour lui rapporter des nouvelles de ce qui 
se passait apr^s lui et lui en rendre compte. Le sada (la chouette) descen^ 
dait vcrs la tombe des morts et en remontait. Mahomed declara qu'il n'y 
avait ni harn ni safar (chat-huant). Les Gouls se montrent ^ des personnes 
priviMgides sons diff^rentes figures. 



16 

Landspitze lagen« In Australien rasten sie auf den Wipfeln 
der Bäume, ehe sie zum Himmel weiterfliegen. Bei den Tobas 
im Chaco steigt die Seele zum Himmel auf dem Baum 
Llagdigua, der von der Erde zu ihm emporwächst (Guevara). 
,,Anima^ ist der ,,Spiritus quo vivimus" (nach Nonius) und 
die Etymologie wird oft auf das griechische ovspLoc zurück- 
geführt. Anima, mutato genere, descendit.a graeco ave^c 
et sumitur pro ventu sive spiritu. Animam comprimere 
meint ,,den Athem anhalten^. Anima a vento nomen accipit 
(Isidor). Animus* consilii est, anima vitae. Wie Manas wird 



* Sapimas animo, fruimnr anima, sine animo anima est debilis (Accios). 
Animns (nach Servias) consilii est, anima vitae (Sallust). Der Animns warde 
in Xoytafjidc, %mil6z und 4'^x^f unterschieden. Animae vis in homine Xoycxi^y 
^ysfjLOvixi^ und dXoyixi^ dicitur Spiritus, quantum ad superiorem animae partem 
et anima, quantum ad inferiorem (Lira). „Spiritus (flatus aeris) portio tenuis- 
sima substantiae a corpore animantis, quae opponitur solido et humoribos.^ 
Anima dicitur «j^^X^* „Animus proprie mens appellattg:. ** Animi pars est 
memoria (Virgil). Animus ad intelligentiam tributus (Varro). In animo sunt 
intellectus, voluntas, affectus. Anima vivit, sentit, movet corpus (nach Lucrez). 
Tria sunt, quibus homo constat, spiritus, anima et corpus, quae rursus duo 
dicuntur, quia saepe anima cum spiritu nominatur (Augustinus). ;,Pars ratio« 
nalis qua carent bestiae, spiritus est.** „In spiritu, id est in ecstasi mentis.*' 
„Spiritus, quo intelligimus et volumus, anima qua vegetamur, sentimns, 
corpus, quo edimus, bibimus» loco movemur.** „Mens :^y£[j.ovix($v, in quo na- 
tura praecipua labes est, anima reliquiae inferiores facultates, corpus animae 
domicilium.** Zu den drei Elementen des Menschen, als Meschamah (Greist), 
Buach (Sitz der guten und bösen Begierden) und Nephesch (den Körper be- 
wegend) fügt der Sohar noch die im Augenblicke der Empfangnifs herabge- 
sandte Idee der äufseren Gestalt, oder das individuelle Princip, das über dem 
Kopfe erscheinen würde (wie das Feuer der Perser), und aufserdem kannte 
die kabbalistishhe Psychologie (nach Franck) den Lebensgeist im Herzen, 
indem der Körper nur von einem Lebenshauch des Herzens belebt ist, wenn 
die Seele im Schlaf zum Himmel steigt, um Rechenschaft für den verflossenen 
Tag abzulegen. Nach Apulejus heifst der animus humanus (in corpore situs) 
dasmon, als Genius (quoniam is deus, qui est animus suus cuique, quanquam 
Sit immortalis, tarnen quodammodo cum homine gignitur). Plato reducirt die 
Grundkräftc der Seele auf die denkende Vernunftkraft (Xoytatixdv) , die Be- 
gehrkraft (d7:t^p.T]Ttx(Jv) und den sittlichen Zommuth (^[xoeio^s xal öpytaxtxdv). 
Bei Homer ruhen [xivo; und voOs gleichmäfsig sowohl in den cppives, als in 
dem du|x(J; (Nägelsbach). Nach Grotemeyer ist Ou|xoc die mit dem Leibe ver- 
bundene und darum lebenskräftige Seele, ^^yl] die abgeschiedene und darum 
kraftlos fortvegetirende. Die tjiü^^ai eiowXa sind nur Umrisse des Körpers, 
als Schatten und Rauch. Als elSwXov Cw^c hat der Todte weder Körper, 



17 

Atman in den Vedas für Beseelung verwandt, and Mnir be- 
merkt: Atman occurs in the sense of breath, as being bidden 
to mingle with the wind, the element to which it is akin. 



noch ^{x^c, in hindämmerndem Traumleben. Als dxi^ptoc ohne x^p (ohne 
dufA((c und -^Top) besitzt der Todte kein geistiges Bewnfstsein. Wie Cicero 
bemerkt, wurden die 'i^Myai in menschlicher Gestalt gedacht, da der Traum 
die Abgeschiedenen zeigte. Kaxd ^iva xal xaxd Oup.dv entspricht dem mente 
animoque (im Sinn und Gemüth). Homer identificirt Leben und Seele, indem 
er zugleich mit der Lanze die Psyche aus dem Leibe ziehen läfst oder von 
ihrem Preisgeben («j^^xV ^^P'^^s'^^O spricht. Mit dem Entfliehen des Hauches 
(4^X^) ^örte auch das geistige Wesen (^p^vec) auf (^»^rend die Sarket and 
Ofltea der Verwesung oder dem Feuer zur Beute £allen). Nach FinnuB Jo- 
hannaeus hatte das Alf- Volk in Irland nur einen Athemhiuich statt der Seele, 
und ihm kam deshalb ebenso wenig Unsterblichkeit zu, wie dem schwedischen 
Nek. IXveufJLa (flatus) in animantibus anhelitus. Chai (Herz) ist auch Athem. Nach 
Aristoteles findet sich itveufi,a in allen Pflanzen und Thieren, als das Be- 
seelende und Zeugende. Buach (aura, dVjp) a verbo roach (spirayit). A verbo 
nascham (anhelavit, suspiravit) derivatur nomen Nesschamah (halitus). Nach 
Tertullian besitzt die Seele die menschliche Gestalt, dieselbe wie ihr Leib, 
zart, hell und luftartig. In schweren Krankheitsfällen trennt sich bei de^ 
Ojibbeways die Seele (0-jee-chau-go-mau) schon vor dem Tode vom Körper 
(James). Von einem Verrückten glaubt man in Guinea, dafs er von seiner 
Seele »thon lebend verlassen ist, auch in wachem Zustande, wie es regeL- 
mäfsig im Schlaf stattfindet. Wer mit zerschlagenen Gliedern des Moi^gens 
aufwacht, glaubt Nachts in seiner Seele von einem andern geprügelt zu sßin, 
jyHdKt Neigungen und Lebensalter wechseln die (guten und bösen) Geister im 
Menschen. Solche, die nicht in der Hölle sind, weil noch im ersten Zustand.e, 
üalten sich beim Menschen im Magen und Darm auf und reden von da, Be- 
ängstigungen verursachend* (Swedenborg). Das körperliche Princip des geisti- 
gen Lebens bilden (bei Homer) die cppivec (als die Häute des Zwerchfells), 
die die edlen Eingeweide von den unedleren scheiden (s. Nägelsbaoh). Homer 
betrachtet nicht den Kopf und das Gehirn als Organe des geistigen .Lebens, 
sondern weist diesem seinen Sitz in der Brust an (Autei(irieth). ^^X^ ^^^^ 
mit aitijv pandlelisirt, als verschieden von ß^o; und C«>*^. ^^X*^ ^^^^ ^^ym 
oder Spiro) ist der Hauch, wie spiritus und anima (nephesoh oder neschamah 
im Hebräischen) oder (im Sanscrit) atman (a6Tp.i^v), als lebendiger Odem; Oupioc 
von ^u> (wallen oder sieden) bezeichnet die Regungen des Triebes und Gefühls. 
Neben cpp^vsc, als Verstand, steht Oufxdc, als Gcmüthsleben. Wie vo^fi.« den 
Gedanken (von vouc oder Denkkraft), meint voetv gedenken oder vorhaben. 
Weil das Denken den specifischen Unterschied zwischen Menschen und Thieren 
begründet, so bezeichnet vouc auch die Vernunft. Homer stellt voüc mit p.^Ttc 
(überlegende Klugheit) und ßouXV] zusammen (Nägelsbach). Nouc hängt etymo- 
logisch mit Ytyvcooxo) zusanunen (Antenrieth). Die Bedeutungen der Wurzel 
jvä (bei Westergaard) vertheilen sich im Griechischen zwischen voelv und 
YtYvtudxui. M^voc ist der Drang dejr n^ch Be^hätiguqg strebenden Kraft (auch 
A. Bastian, Beiträge. 2 



18 

The spirit of life (according to thc Bcnua) is fashioned hy 
Pirman of air and when tbe Bumi is commanded to diwolve 
its Union with tbe body, it relapses into airy nothing. Auf 
den Freundschaftsinsehi wird die Seele dem Blumenduft ver- 
glichen. Nachdem sich (in Indien) der Körper in seine Ele- 
mente ' aufgelöst hat , geht in den dritten Himmel der unge- 
boreneTbeil (ajobbagab) ein^ d. h. das bei derGeburtnoch nicht 
vorhandene Verdienst, das durch priesterliche Almosen erworben 
wurde. Später geschieht die Rettung durch mysteriöse Weihen 
der Eleusinien in Hellas oder der Areois in Tahiti, wie sie 
schon früh die Pythagoräer practicirten, denen (nach Diod. 
Sicul.) die Gallier die Lehre von der Seelenwanderung ver- 
dankten und den Briefwechsel mit den Verstorbenen. 

Nach dem Tode kann die in das Unsichtbare des ver- 
schleierten Hades zurückkehrende Seele nur schattenartige 
Wesenheit bewahren; aber im frischen Leben ist es der in 
Intervallen klopfende Puls, der besonders fähig ist, die Auf- 
merksamkeit auf sich zu ziehen. Die Siamesen nennen ihn 
Thephachon, den Wandelgang des Engelgeistes, und schrei- 
ben ihm die Functionen eines Archeus zu, im Sinne des 
Paracelsus. Die Caraiben nehmen so viel Seelen an, als sie 
Adern pulsiren flihlen; die vornehmste, die ihren Sitz iii 
Herzen hat, steigt nach dem Tode äu ihrem Gott (Jscheiri 
oder Cheimum) hinauf, der sie im Himmel mit den andere^ 
Göttern vereinigt. Sanguis per venas in omne corpus diiP- 
funditur et spiritus per arterias (Cicero). Dagegen Celsiw: 
Venae quae spiritui accommodatae sunt. Auch den Hebräern 
liegt das Leben im Blut, und ebenso denken sich die Papuas 
die Seele im Blut. Bei den Todtenopfern wird die ^uxi 
durch das in die Grube gegossene Blut belebt (Nitzsch), wie 
momentan der Schatten durch Bluttrinken. 



als Lebenskraft), sowie der energische Wille oder der hervorbrechende Zon 
(bei Homer). Wenn in ^^yjfi der lebendige Athem als LebensbedingoBg 
erscheint, so deutet ^jp.($; auf das den Körper vom Herzen aus darchstrdmende 
Blut. Varro tres affirmat animae gradus. Tertium gradum animae esse sam- 
mum , qui vocatur animus , in quo intelligentia praeminet. Hoc praeter 
hominem omncs carerc mortales. Hanc partem animae mundi dielt deum, in 
nobis auteni genium vocari (Augustinus). In der Sprache der Waicnri (in 
Californien) wurden die für Gott und Seele mangelnden Worte durch die 
spanischen dios und alma ersetzt (Baegert). 



19 

Die Denkthätigkeit wird bei dem Wilden zu wenig an- 
gestrengt, um f&r sie, die er meistens dem Instincte der von 
ihm bewunderten Thiere untergeordnet findet, einer beson- 
deren Erklärung zu bedürfen. Die Tahitier meinten, dafs die 
Erinnerung in den Eingeweiden (obou) ihren Sitz habe, denn 
dort sei es, wo sich Furcht, Wünsche oder sonstige Oteh 
müthsbewegungen bemerkbar machten. Schon Celsns wufste, 
dafs das Denken auf den Magen einwirkt, im Uebermafse 
schwächend, und Hippokrates nannte die Sorge einen Stachel 
in den Eingeweiden, der dort martert. Aufser den Bauch- 
rednern, die durch die Achselhöhle redeten, soll es in 
Aegypten einen Gott Pet gegeben haben, der einen noch un- 
passenderen Weg fttr seine Orakel wählte, wie Hieronymus 
beklagt Plato verlegte das Erkennen in den Schädel, das 
Fühlen in die Brust und das Begehren in den Unterleib. 
Die Westindier unterschieden die Seelen in Herz, Kopf und 
Arm, als Erkenntnifs, Gefühl und Willen. Nach den Poly* 
nesiern wirkte in jedem Menschen das Wesen Tih, sinnliche 
Empfindungen und Vorstellungen zu Gedanken oder Worten 
im Bauch (paru no te obou) verbindend. Aus Süd Guinea 
erwähnt Wilson die Sitte, das Gehirn eines verständigen 
Mannes auf Kalk tröpfeln zu lassen, um sich später damit 
die Stirn einzureiben und so seine Weisheit zu absorbiren. 
Die Dacotahs essen bei ihren Festestänzen die Leber der 
Hunde roh und warm, um sich dadurch die Tapferkeit und 
den Verstand derselben anzueignen (s. Schooleraft). Ebenso 
verlegten die Tonganesen den Muth in die Leber. 

Die californischen Indianer glauben, dafs das Herz un- 
sterblich sei, und dafs es während des Verbrennens des 
Körpers fortspringe. Gelingt es nun während dieser Zeit 
durch Lärm und Gesticulationen die Aufmerksamkeit des 
bösen Geistes abzuziehen, so wird das Herz zum Himmel 
gelangen, wo es dauernde Buhe findet. Läfst sich der Böse 
in seiner Bewachung des Grabes aber nicht unterbrechen, 
so geräth das Herz auf der Flucht in seine Gewalt und wird 
nun von ihm dazu gebraucht, die zurückgebliebenen Ver- 
wandten zu belästigen. Zu Cassange in Afrika glaubt sich 
das Volk der Lebenden von den Schatten der Hingeschie- 
denen umgeben, die, unter und zwischen ihnen wohnend, 

2* 



20 

beständig neue Opfer zu sich herüberzuziehen streben, und 
Livingstone traf dort eine Mördersecte, die den Barimo oder 
Dämonen die Herzen der von ihnen Gemordeten darbrachte, 
um so (wie die Thugh für jeden Erdrosselten von ihrer 
Göttin Kali) eine weitere Frist von Jahren filr sich zn 
erhalten, da das pulsirende Herz, als Sitz der Gesundheit, 
das Leben symbolisirte und deshalb auch bei den Mensdien- 
opfern der Me^caner den mythologischen Personificationen 
der Epidemien und Seuchen, dargebracht wurde, indem sie 
das der Sklaven und Kriegsgefangenen (ür ihr eigenes an- 
boten. In Nicaragua gehen (nach BobadiUa) die in der 
Schlacht Gefallenen zu Famagostad und Zipaltonal am öst- 
lichen Himmel, als Herz gestaltet, während die auf dem Lager 
Gestorbenen in die Erde sinken (wie die nicht von Odin 
Geritzten). 

Durch die Möglichkeit der Zertheilung der rein körper» 
lieh gedachten Seele werden Theorien über eine Mannigfal- 
tigkeit verschiedener Seelen angebahnt, die sich dann aU- 
mählig zu den bestimmten Definitionen zwischen Körper, 
Seele und Geist gliedern. Die Esquimaux nehmen zwei 
Seelen an, den Schatten und den Athem. Bei Nacht wan- 
dert die Seele umher, auf Jagd oder Tanz ausgehend, und 
ebenso bei den Grönländern, wie auch die Ojibbeways von 
ihren zwei Seelen die eine sich im Traum entfernen lassen. 
Bei den Tagalen erlebt sie die Abenteuer der Träume, und 
ein Schlafender darf nicht zu plötzlich erweckt werden, weil 
sonst die entfernte Seele (die eine Hälfte der Persönlichkeit 
oder auch alsOberhälfbe des Körpers fortfliegend) nicht Zeit hat, 
rasch genug zurückzukehren. Nach der Vedanta kehrt die 
Seele im Schlaf aus der Brahmahöhle im Herzen durch die 
Sushumna-Arterie zur Weltseele zurück. Die siamesischen 
Zauberer kennen die Operation des Seelenherausziehens, 
wodurch der Körper leblos liegen bleibt, während die Seele 
in andere Leiber wandelt. Doch ist die Gefahr, dafs 
währenddem ein Vetala in den eigenen Leib einfahre, wie 
in Indien ein solcher den falschen Vicramaditya simulirte. 
Die Grönländer, wenn sie sich auf eine Reise begeben, 
lassen bisweileu, wie Crantz erzählt, ihre Seele zu Hause, 
damit sie frisch und gesund bleibt. In einem tartarischen 



21 

Märchen (bei Castren) hat der von dem Helden bekämpfte 
Kiese seine Seele in einem Packet auf dem Sattel seines 
Pferdes verwahrt, und kann nicht eher getödtet werden, als bis 
jene geftmden und zerquetscht ist. Die bei einem Einsiedler 
aufbewahrte Seele Ravanas wird durch Hanuman gestohlen, 
und erst dann kann Rama jenen tödten. Die Lappen lassen 
(nach Jessen) das Wesen des Menschen aus Leben,. Geist 
und Seele bestehen, indem sie unter Seele das thierische 
Leben und das Blut, unter Geist aber den Odem, der durch 
die Lungen ein- und ausgeht, verstehen, während das Leben 
die Gliqder, sowie die inneren und äulseren, zur Bewegung 
dienenden Theile seien. Nach den Huronen oder Wyan- 
• dot hat der Mensch, wie der Traum beweist, zwei 
Eskenn genannte) Seelen, von denen die eine nach der Voll- 
endung des Todtenfestes in eine Turteltaube und dann in 
das Todtenreich . übergeht, während die andere im Grabe 
verbleibt, bis sie einen andern Körper annehmen kann. Der 
Sargdeckel wird nun lose zugebunden (bei den Chippeways) 
und ein Loch für die ausfahrende Seele gelassen. Die zwei 
Seelen der Manichäer waren eine gute und eine böse, wie 
sie es nach Transposition auf die moralische Scala verstan- 
den. Von den zwei Seelen (hoapili o ke kino oder Begleiter 
des Körpers) war die eine unzertrennbar an den Körper ge- 
fesselt^ während die andere denselben zeitweise verlassen 
konnte (nach Jarves). Die aus Ibbur empfangenen Seelen 
können fortfliegen, wogegen die Seelen aus Gilgul bis zum 
Tode beim Menschen bleiben, lehrten die Rabbinen. Bei der 
dreifachen Seele der Caraiben entstehen die guten Geister 
aus denen des Herzens, die Luftgeister aus denen des Kopfes, 
während die IMebenseelcn der Glieder sich ans Meeresgestade 
begeben und dort als Maboyas Boote umstürzen. Müller 
erklärt Seele (soul) vom gothischen saivala (saivs or sea). 
The sea was called saivs from a root si or siv the Greek 
seiv, to shake. Der Gttran genannte Buni stöfst bei den 
Tungusen Boote um. ^Die Seelen bilden mehrere Klassen, 
nämlich die es-safi (die kleine) oder die vernünftige Seele, 
die el-kedr (die getrübte) oder die empfindende Seele, und 
die Seele der Einbildung, bemerkt Masudi. Es kommt vor, 
dafs die Seele das Uebergewicht im Menschen gewinnt und 



22 

ihm solche Schar&ichtigkeit verleiht, dal's er in der Zukunft 
zu lesen vermag. Solche wurden unter den grofsen Philo- 
sophen und bei den alten Griechen als Begeistigte be- 
zeichnet.^ The Jainas conceive the soul (jiva) to have been 
etemally united to a very subtil m&terial body in two bodies, 
one of which is invariable and consists of the powers of the 
mind, the other (composed of its passions and affections) is 
variable (Taijasa und Carmana Sariras). The soul, so em- 
bodied, becomes (in its successive transmigrations) united 
with a grosser body (andarica) which retains a definite form, 
as man and other mundane beings, or it is joined with a 
purer essence (Vaicarica), varying in its appearance at plea- 
sure, as the gods and genii. A fiftb sort of body (aharica) 
is explained as a minute form, issuing firom the head of a 
meditative sage, to consult an omniscient saint, and retum- 
ing with the desired information to the person from which 
it was elongated (s. Colebrooke). Die Chinesen malen dies 
in ihren Bilderbüchern ab, wenn sie die Gefiihle eines An- 
dächtigen, die Vorstellungen eines Meditirenden oder die Er- 
scheinungen eines Träumenden darstellen wollen. 

Nach dem Jalkut chadash ist die Seele fünferlei, als 
Nefsch (am Werkeltage), Ruach (am Festtage), Neschamab 
(am Versöhnungstage), Chaja (am Sabbath) und Jechida oder 
die Einsame (im Himmel). Die Neschema jethera oder über- 
flüssige Seele, die dem Menschen für den Sabbath gegeben 
wird, wird am Abend wieder von ihm genommen. Die Ton- 
ganesen bezeichneten mit Lote das Temperament oder die 
geistige Anlage. Die Seele, als Leben, war durch den 
ganzen Körper verbreitet, hatte aber besonders im Herzen 
ihren Sitz, und zwar im rechten Ventrikel (fotomanava). 
Das Gehirn (manatu) galt als Sitz des Gedächtnisses, weil 
man beim Nachdenken die Hand an die Stirn legt oder dar- 
auf klopft. Die Leber war Sitz des Muthes und bezeichnete 
durch ihre Gröfse den Kühnen. Nach dem Tode wurde die 
Seele Hntua genannt, die körperliche Umrisse bewahre und 
in den Himmel eingehe, doch mit der Macht, von dort 
zurückzukehren, um die Priester zu begeistern (nach Mariner). 
Von den beiden Seelen in Viti geht der dunkle Geist zum 
Hades, der andere, dem ^Reflex auf der Oberfläche des 



23 

Wassers oder aus einem Spiegel gleichend, verharrt in der 
Nähe des Körpers und wird, wenn dieser gemordet war, in 
seinen Klagen gehört. Stirbt ein Battäer an Ki*änkheit, so 
bleibt nichts übrig, da er vom Begu gefressen ist. Bei ge- 
waltsamem Tode aber steigt seine Seele als Dondi (Djewa 
im Malayischen) zu dem unsichtbaren Lande Sumangöt 
empor, auf den Spitzen der Berge (Junghuhn). Der Eweer 
erhält bei der Geburt von Mawe (aus der Seelenheimat des ; 
Menschen in Nodsie) einen Dsoghe zur Beseelung, der sich 
bei der Geburt mit ihm als Luwo (Seele oder Schatten) ver- 
einigt und während des Lebens von dem Aklama (Schutzgeist 
beständig begleitet ist, nach dem Tode aber nach Nodsie 
zurückkehrt und als Noali (Gespenst) schrecken mag, wenn 
böse, auch in den Wirbelwinden umherfährt oder andere Wesen 
neu belebt (unter den Menschen besonders innerhalb seiner 
eigenen Familie). By Saina the Malagasy mean the intel- 
lectual powers. It is part of the body, but when the body 
returns to dust, the Saina becomes Levona (vanished or in- 
visible). The aina or life becomes rivotra (air or wind) and 
absorbed in the general mass of air. The fanahy (implying 
the moral qualities) remains, but exists only in the associa- 
tions of memory (as the character held in the remembrance 
of survivors). The ambiroa or apparition is supposed to 
Visit a»person (when about dying) and to intimate to him 
bis approaching dissolution. The matoatoa (ghost) hovers 
about the tomb, when the body is interred (Ellis). Die Ab- 
geschiedenen auf Haiti werden am Fehlen des Nabels er- 
kannt, und die Geister in Irland, weil sie nicht mit den 
Augen winken. 

In der Leip-pya (dem Schmetterling) liegt (bei den Bir- 
manen) das Leben des Menschen, aus dessen Munde sie beim 
Tode hervorkommt. Wenn der Mensch einem bösen Dämon 
(tazeit) begegnend zusammenschrickt, so entflieht die Leip-ya 
als leip-pya-lan (lan oder schauernd), und der von ihr Ver- 
lassene fallt in Krankheit. In den Träumen wandert die 
leip-pya umher als Thuay-zit oder Seele des Blutes , und 
sollte sie beim Zusammentreffen mit einem Belu (Ungethüm) 
sieh entsetzen^ so entflieht sie entweder, den Tod des 
zurückgebliebenen Körpers verursachend, oder sie kommt so 



24 

rasch zurückgelaufen, dais sie Krankheit bringt. Dante 
nennt die Seele Pangelica forfalla (den engelischen Schmet- 
terling). Im Mulamuli der Lao werden die aus Lehm und 
Diatomaceen gekneteten Thierformen durch eine hineingesetzte 
Kaupe (nach Mason) belebt. ,)Die Seele nimmt nicht im 
Mutterleibe, sondern gleich nach der Geburt von demjenigen 
Leibe, der ihr (ihrem Range gemäfs) von Erliks Boten (wenn 
sie nach sieben Tagen aus der Unterwelt entlassen worden) 
angewiesen ist, Besitz. Selbst die Chubilgatae (die ans 
himmlischen Kelchen als heilige Menschen auf die £rde 
zurückkommen) nehmen bei der Geburt von ihrem neuen 
Körper Besitz. Die alleinige Ausnahme machen der Tibetische 
Dalai-lama und die Chutuktu der Mongolen, die (als unsicht^ 
bare Götter) unter feierlichen Ceremonien von dem Körper 
eines schon lebenden und beseelten Nachfolgers Besitz neh- 
men sollen. Eben dieses behaupten die Anhänger des Bogdo 
Lama auch von diesem, aber bei den Kalmüken wird es be* 
zweifelt. Im Dalai-lama soll sich der Chubilghan des Lugi- 
Schiri-Burchan (Sertontschon-Eriketu-Burchan auf mongolisch) 
auf Erden erneuern, und in Chutuktu lebt der Chubilgan des 
ersten Apostels der Mongolen, des Maschi Kätärkä garraksan 
Arantschiba.'^ 

Nach ApoUinaris dem Jüngern hatte der Logos in dem 
Menschen Jesus die Stelle der vernünftigen Seele veiftreten. 
Eine animalische Seele der Vegetationskraft habe der Mensch 
Jesus zwar gehabt, aber was in ihm gedacht, empfunden^ 
gehandelt habe, sei einzig der Logos gewesen (Spittler). The 
teachers of the Sankhya: Kapila, Asuri, Panchasikba, Patan- 
jali etc., describe souls as many. The teachers who speak 
according to the Vedanta (Harihara, Hiranyagarbha, Vyasa 
etc.), describe souls as one only (Ballantyne) nach der Tattawa 
Samasa. Götter und Asuren (Devascha va Asurascha), beide 
die Nachkommen des Prajapati, stritten mit einander. Beide 
waren seelenlos (anatmana), denn sie waren sterblich, und 
wer seelenlos ist (des Geistes Hauches entbehrt), der ist 
sterblich. Während sie sterblich waren, war unsterblich 
(amrita) Agni allein; von ihm, dem Unsterblichen, entlehnten 
beide ihr Leben (jiva). Als die Götter, die unterlagen, An- 
dacht und BüTsungen übten, um ihre Feinde, die sterblichen 



25 

Asura zu besiegen, erblickten sie das unsterbliche Weihe- 
feuer, das sie sich einfügten, um unsterblich und unbesiegt- 
bar zu werden, ihre sterblichen Feinde überkommend (nach 
den Yedas). Der Gemahl Urvasi's erlangte die unsterbliche 
Weihe der Gandharva durch die Mittheilung ihres Opfer- 
feuers. Die Seele, die vor dem Tode An hiefs, bekommt 
nach der Trennung vom Leibe den Namen Anguera, bei 
den Patagoniem, die diesen Geistern der Verstorbenen, als 
böser Natur (Valichu) alle Uebel zuschreiben (besonders 
früheren Zauberern). Von der dreifachen Seele der Römer 
stiegen die Manes zur Unterwelt hinab, die anima oder der 
Spiritus zum Himmel hinauf, um sich mit den Göttern zu 
einigen, während die Umbra im Grabe verblieb. Wie Ling 
der ätherische Theil der weiblichen Kraft, ist Hwan der 
geistige oder männliche und bildet (während des Lebens in 
der Leber weilend) den Schatten der Abgeschiedenen, wenn 
beim Tode getrennt. Der geistige Theil der weiblichen 
Ejraft, als Pih in den Lungen weilend, wird beim Tode zer- 
streut. Eine der drei Seelen (San Hwan) verbleibt beim 
Tode als Schützer des Hauses, die zweite des Grabes, wäh- 
rend die dritte unsichtbar die Opfergaben empfängt (in 
China). The three souls and seven spirits of each individual 
are uncreated, and though separated from the body at death, 
they may again be coUected and constitute another person, 
when they loose all consciousness of the former life (in China). 
Jeder Karen hat seinen La und so überhaupt jeder Gegen- 
stand belebte Natur. Andere, heifst es, nennen es So, und 
dieis mit La zusammen bilde die Seele. Es hat seinen kleinen 
Wohnsitz auf dem Scheitel des Hauptes und weilt dort als 
der Schutzgeist des Individuums. Der Schatten heifst La 
oder das Licht des Körpers. Mitunter geschieht es, dafs, 
während der La umherwandert,* er in einem Dornenbusch 
stecken bleibt. Diese Gelegenheit benutzt ein siebenköpfiger 
Grofsteufel, der dann in die Person einfahrt. Bei ihrer Opfer- 
darbringung an Paba, die Göttin der Reisfelder, bauen die 
Karen kleine Häuschen und hängen zwei Bindfaden daran 



* With the Binnese the spirit at death flies away in the form of a bntterfly. 
With the Karens it forms a globnie of life and after a timc bursts, when the 



26 

auf, damit sie irre gehende La damit festhalten möge. 
Fällt ein Karen in Krankheit, so ist sein La entweder 
irgendwo zurückgehalten, oder er ist auf Besuch gegangen 
und dann zurückgerufen werden. Sie legen dann als an- 
lockendes Reizmittel Opfer im Jungle nieder und klopfen 
an die Hausthüren, die treulose Seele flehentlich bittend, dafs 
sie zurückkommen möge. Bei den Pwo-Karen kann auch 
die Longch-erthe genannte Hexe schädliche Substanzen ein- 
gefügt haben. Eine Blödsinn bewirkende Zauberei besteht 
darin, dafs man von der Erde des Fufseindruckes eine Figur 
bildet und mit Baumwollensamen bespickt. Wahnsinn wird 
hervorgerufen, wenn man ein Haar in einem Wasserwirbel 
aufhängt. Um Dämonen fortzutreiben^ werden vor einem 
Menschenschädel im Walde Opfer niedergelegt. 

Les Polynesiens croyaient, qu'il leur survivait qnelque 
chose qu'ils nommaient Varoua (esprit, äme ou vie). Die 
Khond glauben, dafs die Seelen der getödleten Mädchen 
innerhalb der Familie, in denen sie zuerst entstanden und 
aufgenommen sind, in beseelter Menschengestalt männlichen 
Geschlechtes zurückkehren, aber erst am Namenstage, sieben 
Tage nach der Geburt. Nach kassubischem Volksglauben sind 
Kinderseelen erst mit zartem Flaum bekleidet (Mannhardt). 
Nach TertuUian ist jede Seele ein Zweig (surculus) aus der 
Seele Adams. Von den Guarini bemerkt Guevarra: Luego que 
paria la muger, el hombre ayunaba rigurosamente quinze dias 
sin salir. Nach den Khond liegen im Menschen vier Seelen, die 
erste ist die der Seligkeit fähige Seele, die zur Gemeinschaft 
mit Boura (dem höchsten Gott) zurückkehrt. Die zweite ge- 
hört ' dem besonderen Stamme auf der Erde an und wird 



ethereal vapour or gas (attendant upon the decomposition of bodics) falls 
upo^ the opeoiDg flowers, thereby imparting .to them the principle of life. 
Then whatever devonrs the flower, imbibes the soul. Die Tunkinesen ver- 
ehren Than Nao als Reisgott. Die Manich'äer liefsen die Seelen herabregnen, 
nachdem sie im Monde gereinigt waren. Die Peruaner, die eine obere (hanan 
pacha), mittlere (hurin pacha) und untere Welt (ucu pacha) oder Cupaypa 
huacin (Teuf clsauf enthalt) unterscheiden, liefsen die Menschen oder Kuna (im 
Grogcnsatz zu Uama oder unvernünftigen Thieren) aus Seele und Körper (all- 
pacamasca oder belebter Erde) bestehen. 



27 

innerhalb desselben beständig wiedergeboren, weshalb der 
Priester bei der Geburt jedes Kindes zu erklären hat, welches 
der Familienmitglieder in demselben zurückgekehrt sei. Die 
dritte hat die in Folge der Sünden als Strafe verhängten 
Leiden zu ertragen und mul's die deshalb auferlegten Trans- 
migrationen untergehen. Dies ist diejenige Seele, die auch 
die Fähigkeit besitzt, sich zeitweise von dem Körper nach 
dem Willen eines Gottes zu trennen, wobei sie ihn ge- 
schwächt und in Unordnung zurückläfst. Wenn z. B. jemand 
zum Priester geweiht wird, so verläfst diese Seele den Kör- 
per, um mit demjenigen Gotte, der sie fftr seinen Dienst be- 
rufen hat, eine Zusammenkunft zu halten und von ihm Unter- 
stützung zu empfangen. Ebenso nimmt diese Seele, wenn 
sich ein Mensch durch göttliche Hilfe in einen Körper ver- 
wandelt hat, die thierische Form an. Die vierte und letzte 
Seele ist diejenige, die mit der Auflösung des Körpers stirbt 
(nach Macpherson). 

Die einzelnen Seelen sind Theile der allgemeinen Welt- 
seele, und jede einzelne Seele ist von einem dreifachen Kör- 
per oder Scheide eingeschlossen (nach der Vedänta-Philo- 
sopfaie. Die erste (vignänamaja) ist zusammengesetzt aus den 
ideellen oder Ur-elementen (tan-mätra), als Sitz des Organs 
der buddhi oder der Vernunft. Die zweite (manomaja) ent- 
hällt das manas (den inneren Sinn). Die dritte (indrijamajah) 
besitzt die feinen Sinne der Wahrnehmung, als Sitz der 
Liebensthätigkeiten. Diese drei Scheiden bilden zusammen derf 
feinen Körper Süxma oder linga-parira. Der äufsere Körper, 
Sthüla-^arira, aus den groben oder materialen Elementen 
(als Sitz der fünf Sinne), besteht nur von der Geburt bis 
zum Tode eines lebenden Wesens. Von den fiinf präna oder 
Lebensthätigkeiten (der Inder) findet sich das präna (auf- 
wärts) in der Nase, apäna (abwärts) in den Eingeweiden, 
udäna (aufwärts und abwärts) in der Kehle, samäna (in der 
Quere) in der Mitte des Körpers, Vjäna (überall) im ganzen 
Körper. Die neue Vedanta-Lehre stellt alle Vorstellungen 
als Wirkungen der Maja (Täuschung) dar, die sich als äva- 
raöapakti (Fähigkeit oder Umhüllung) und vixepa^akti (Fähig- 
keit und Täuschung) kundgiebt. Der Geist befreit sich 
durch Erkenntniis des unendlichen Brahman. 



28 

Nach dem Tarka-sangraha ist die Seele (atma) von zwei 
Arten, die verkörperte Seele* (jivatma) und die höchste 
Seele (paramatma), und von ihnen bildet die höchste Seele 
den allwissenden Isvara, als Einen und Alleinigen, während 
die verkörperte Seele in jedem Körper eine verschiedene ist, 
Alles durchdringend und ewig. Sankara wirft den Anhän- 
gern des häretischen Sankhya-Systems vor, dafs sie die Ein- 
heit der vedantischen Lehre aufhöben, indem sie, neben 
Purusha oder Seele, noch Pradhana oder Natur annähmen. 
An der Coromandelküste unterscheiden die Indier die 
vegetative Sede, die auch Pflanzen und Thieren einwohnt» 
und die göttliche Seele oder Paraxettoumani (nach De la Flotte). 
Nach Patangali ist die Vernunft die Eigenschaft des höch- 
sten Gottes. Kapila nennt die Natur avjakta (unentwickelt). 

Von den vier Genien der Unterwelt, die (auf den ägyp- 
tischen Todtenkisten) bei der Einbalsaminmg über die Ein- 
geweide wachen, gebietet Amset über den Magen und grofsen 
Eingeweide, Hape über die kleinen Eingeweide, Saumautf 
über die Lungen und Herz, Kebhsnauf über Leber und 
Gallenblase (nach Birch). Von den drei Chi (San-chi) der 
Chinesen wacht Peng-Kiu (der Hohe) über den Kopf, Peng- 
tchi (der Mittlere) über den Magen, Peng-kiao (der Tiefe) über 
den Bauch, in den drei Körper-Regionen (San-tsiao) wohnend 
(s. Julien). Honorius von Autun (1120 p. d.) betrachtet 
die sieben freien Künste, als ebenso viele Wohnsitze der 
Seele. Die Seelen der Verstorbenen gehen bei den Ko- 
loschen auf Verwandte weiblichen Geschlechts über und 
schwangere Frauen sehen im Traum die verstorbenen Ver- 



* The appellation of Arhatas (saints), by which tho more ancient of the 
Jaina sect appear to have been known, seems applicable to such of the 
digambara tcachers, as were deified by their followers and who cxcept in 
somc minor points of doctrine, recognizing jiva (life) or manas (sentient soal) 
distinct from Parmatma (supreme intelligence) and admitting akasa (ether) 
as a fifth element, wcre in no respect to be dlstingoished from tho Band- 
dhas or followers of Gautama. Like tho Christian Gnostics and followers 
of Satamine, they distinguished the Bodhatma (intelligent sonl) or the 
TTveufta and voOc, (spirit and intelligence) from the Chaitana Atma or ^^-fi 
C«»Tixi^ (the sentient soul). The leading tenets of two Hindu schools of phi- 
losophy, the Sankhya darshanas (the numeial or rational system) aro Identi- 
fied with the Madhyamika and Jogacharya of Buddhism. 



29 

wandten, deren Seele ihrem Kind Aehnlichkcit verleihen 
wird. Die von Origenes (246 p. d.) widerlegten Arabi 
liefsen die Seele zwar mit dem Körper sterben, aber anch 
später wieder gleichzeitig auferstehen. Weil die Seele als 
ein Theil Gottes nicht sündigen kann, legen die Brahmanen 
dem Menschen zwei Seelen bei, Kschetradschna und Dschiwa 
oder Mahat, von welchen die erstere, als Ausfluls des höch- 
sten Wesens, durch die Naht der Himschaale in das Gehirn 
dringt, um dort zu wohnen, die zweite aber mit dem Körper 
geboren wird und durch ihre drei Eigenschaften Sattwa 
(Güte), Radschas (Leidenschaft) und Tamas (Verfinsterung) 
in Herzen waltet. Beim Tode begiebt sich die Seele Ksche- 
tradschna zu der göttlichen Weltseele zurück, die Seele 
Dschiwa aber wirft von ihren Bestandtheilen der fünf Ele- 
mente die beiden gröberen (Wasser und Erde) ab, und geht 
im Himmel (Swarga) oder Hölle (Narakas) fiir spätere Wie- 
dergeburten ein. Die Psyche entwickelt sich (nach Aristo- 
teles) mit dem Körper, der Nous kommt von Aufsen. Von 
der ^^X"^ ^^^^ ^® Epithymeia mit dem Körper zum Alogon, 
die Thymos mit dem Nous zum Logiken gerechnet. Der 
Nous (seiend ohne geworden zu sein) hat den Thymos könig- 
lich, die Epithymeia herrisch zu regieren. Plato setzt den 
Nous der Dianoia entgegen, das geistige Erkennen dem Dia- 
lectischen. Nach Zündel setzen die Hellenen für Verstand 
gewöhnlich cpp^ve?, doch findet sich (nach Wagner) auch 
xapSia in solcher Bedeutung. Der Hebräer betrachtete das 
Herz als Quelle des Verstandes (Landsberger). Alle Zoa 
haben (nach Aristoteles) gröfseren oder geringeren Antheil 
an der Gnosis, da sie alle aib&ifjat? (sensus) besitzen. Cicero 
giebt Rationem^et Mentem fiir ih cppoveiv, und nach Aristo- 
teles haben die a^j^ojja keinen Antheil am ^povetv. ^op (das 
Herz) hat (bei Homer) seinen Sitz in der Brust (Iv axT^öeaai) 
oder im Zwerchfell (Iv cppeafv), als Muth. Auf Verwundung 
der Leber (^irap) im Zwergfell (irpaTriSe? oder Stacppot'yixa) folgt 
rascher Tod. Nach Horaz wüthet die Liebe in der Leber 
(jecur).* The Indians of los Angeles (in California) had 



Während bei Homer die Seele des Menschen, wenn er keine cpp^vec 
mehr hat, verschwindet, und im eiStüXov nur ein wesenloses Scheinbild seines 



30 

only one word to designate life and soul (Reid). Nach in- 
discher Philosophie wird die Schädehiaht des Hauptes ge- 
theilt^ um der Seele den Weg zu öffnen, wodurch sie in den 
Körper eindringe, und die Siamesen verehren, als Sitz des 
Kvan, die Scheitelspitze, über welche bei den Persem der 
Ferner** schwebt. Insofern Seele Leben und Lebenskraft 
bedeutet, steht dafür das Neutrum ahd. ferah, mhd. verch, 
angels. feorh, altn. fiör (Grimm). Nachdem der todte SaiH 
nyassi bis an den Hals in die Erde eingegraben ist, wird 
der Kopf mit Cocosnüssen zerschlagen, um der Seele einen 
passenden Ausweg*** zu schaffen. Der (im Mahabharata) 
tödtlich verwundete Drona setzte sich mit gekreuzten Beinen, 
wie ein Yogi, und trieb allen Athem aus dem Herzen in den 
Kopf, der am Schädel aufsprang, um die Seele, wie ein Son- 
nenstrahl^ aus der Oeffiiung hervortreten zu lassen. Aus dem 
Leibe des durch seinen Sohn Babru-vahana, Eaja von Mani- 
pura (an Ratna-pura grenzend) enthaupteten Arjuna schien 
ein Licht hervor (nach dem Mahabharatam). Aus Balaramas 
Munde ging die Seele in Schlangengestalt. Proclus be- 
schwur, dafs die Seele des Romulus gerüstet zum HJmme) 
gefahren, wie es die alten Preulsen im Hause des Kriwe 

Leibes in das Todtenreich eingeht, gelangt (nach dem späteren Volksglauben) 
in dasselbe die nicht mehr blos dem Körper animalisch belebende, sondern 
zum geistigen Ich gewordene ^u^^ (Nägelsbach). In der Psychologie des 
spätem Volksglaubens ist das wahre menschliche Ich nicht mehr, wie bei 
Homer, der Leib (in dem körperlichen Zwerchfell oder den ^pivtQ ruhend), 
sondern die Seele oder die ^^yji, die, wenn auch noch aaima, doch nickt 
mehr blos anima, sondern bereits auch animus, und als animus der 
Inhaber und Träger des gesammten Geisteslebens ist. 'Av^p(i>7rou 4''^X^» 
et TTEp Tt xal ccXXo Twv dvOpu)Tr(vü)v tou Ox^ou [ifzlynii (Xenophon). Nach He- 
rodot lehrten die Aegypter zuerst die Unsterblichkeit, iyo) hi XaXSaCouc xal 
'IvSäv tou« ftotyQUc 7rpci)T0u? oI8a e^Trovxac (i)s d^avaxdc ^axtv dv8p(ü7iou 4'^5rt' 
'aolI acptat xal ^EAXi^vwv aXXot xe iizela^aoL^ xal 01)5^ -^xiata nXdxwv 6'Ap{aTui- 
voc (Pausanias). Die im Kriege Gefallenen hinterlassen ewigen Ruhm und 
theilen mit den Helden der Vorzeit die Ehre TidpeSpot der unterirdischen 
Götter zu sein. 

** „Frawasi oder Ferner (den Geist als Sitz der Vernunft bedeutend), 
von Neriosengh, durch Vriddhi oder die Seligen übersetzt, kommt von fna 
(oben oder hoch) und vachf (wachsen)." 

*** When a Chinese dies a hole is made in the roof of the house to 
let the soul or spirit depart. Each person has three souls and seven animal 
spirits. 



31 

sehen konnten. In Niedemhausen war ein Mädchen, von 
dem man glaubte, dafs sie eine Hexe sei, und als Alb Leutq 
und Vieh quäle. Als sie einst regungslos (wie oft bei plötz- 
lichem Einschlafen) in der Spinnstube auf dem Stuhle safs^ 
und man einer ins Fenster kommenden Katze den Eintritt 
verwehrte, fiel sie beim Anstofsen aus ihren Klddern heraus 
nackt auf die Erde, und erwachte erst, als die Katze zuge* 
lassen wurde (nach hessischen Sagen). Als ein Schäferknabe 
(bei Reicheisheim) ein zwischen Steinhaufen spielendes Wiesel 
vertrieb, lief dasselbe seinem Gefährten in den Mund, der 
erwachte und die Störung aus dem schönen Traum beklagte^ 
indem er in einem prächtigen Steinschlofs umhergewandert (uud 
so mehrfach im Mittelalter). In Bayern kommt die Bärmutter 
vor. Nach der alten Lehre hat Thian dem Menschen die 
vernünftige Seele (Ling) gegeben, und ihm die Sprache ver- 
liehen. Ling also bezeichnet vorzüglich das denkende gei- 
stige Wesen des Menschen, oder die Seele insofern sie den- 
kende (Sching) ist. Huen wird die Seele in ihrer Naturbe- 
stimmtheit (Sinn,. Empfindung, Trieben, Verlangen u. s. w.) 
genannt. Der sichtbare Mensch verbindet diese beiden Sei- 
ten in seiner Existenz, wird diese aufgehoben, durch Stö- 
rung, Verderbnifs oder Auflösung, so hört diese Art der 
Existenz, für ihn auf, aber nicht seine Existenz überhaupt. 
Der Leib kehrt zu den Elementen zurück, um in neue Ge- 
stalten einzugehen, der ihm eigentliche Naturgeist, (der Hauch 
des Lebens) verschieden von Ling und Huen weicht von 
ihm und verschwindet. Das Verhältnifs zwischen dem Ling 
und Huen der Seele aber wird ein anderes nach der Stufe, 
welche dasselbe hier in diesem Leben erreicht hat, je nach- 
dem das Ling, oder das Huen darin vorgeherrscht, und die- 
sem gemäfs Thian Belohnung oder Strafe bestimmt. Hat 
nämlich die vernünftige Seele über sich selbst in ihren unte- 
ren Beziehungen geherrscht, hat die Macht des Gedankens 
im Herzen gewaltet, so wird der Mensch zum Sien (zum 
Seligen, zum Wächter und Fürbitter für die, welche ihn an- 
rufen) erhoben und geniefst bei Schang-ti einer seinem Ver- 
dienst angemessenen Seligkeit, die, welcher Art sie auch sei, 
ihm nichts mehr zu wünschen übrig läfst. Hat er aber die 
Naturgewalt in sich herrschen lassen, so wird er ein Sehen, 



32 

d. h. Mittelwesen zwischen den Menschen und den Seligen, 
Luflgeistcr, Naturgeister überhaupt, welche stets nach der 
rein geistigen Existenz streben und sehnen, aber noch von 
der Erinnerung, an die irdische Leidenschaft gequält sind, 
daher sie auch die Menschen warnen vor der I/eidenschaft 
Auch hier noch hängt, von ihrem freien Benehmen die Yolle 
Seligkeit oder Unseligkeit ab, da sie immer noch der Lei- 
denschaft in Bezug auf den Geist, also dem Stolz, dem Ei- 
genwillen und Ungehorsam unterliegen können. Das sind 
die Schutzgeister* der Natur, über welche der Himmelssohn 
(der Kaiser) Gewalt hat, sie abzusetzen, oder m bestätigen 
und zu autorisiren; sie sind noch fortdauernd im Dienste des 
Reiches. Sie sind in anhaltendem Kampf mit den eigendioh 
bösen Wesen (Kuei), dieser Kampf geht nach Mafsgabe der 
verschiedenen Sphären durch die ganze Natur bis in das 
Innerste des Menschen, denn wie Fliegen schwärmen sie 
überall, necken und beschmutzen Alles. Sie locken den 
Menschen in ihre Stricke, und haben ganz in Brutalität ver- 
sunken, nur den Instinkt der Bosheit Von dem Schin viel- 
fach gefesselt, gehemmt oder in den Abgrund geworfen, 
suchen sie Auswege, sich in die innerste Natur des Men- 
schen zu flüchten, böse Leidenschaften erregend, oder die 
Besessenheit bewirkend (Windischmann). 

Die Gebräuche des gewöhnlichen Lebens, die überall 
(aufser im Tempel) und jederzeit geübt werden können, be- 
greifen: 1) Milangor, 2) die Ehegebräuche, 3) die Anrufung 
der Seele, 4) die Bufse des Lebens, 5) das Begleiten der 
Seele (bei den Mongolen). Es sieht die Seele auf der Schwelle 
des Lebens vier Meere vor sich (Ortschilangun dalai). Auf 
dem ersten schwebt die Kindeswiege, welche von den Adami 
umhergetrieben wird. Auf dem vierten findet sich das Grab, 
umgeben von den bösen Irgatschinam ; die zwei mittleren 
Meere stellen einen brausenden Schlund der Leidenschaften 
oder Krankheiten dar, mit einer Schaar der Albinen, Buken, 



* St. Antonius, der . Schutzheilige Macao's, wurde 1725 als Soldat ein- 
roUirt und 1783 zum Capitain avancirt, weshalb der Senat am Vorabend seines 
Festes 240 Taels zu schicken pflegt, als den Sold eines Capitains. Am 
'Domingo da Cruz begleiten Kinder in Engelstracht die Procession, aber den 
chinesischen Umzügen zuzusehen, wurde 1818 bei Strafe grofser Excommu- 
nication verboten. 



33 

Susen, Orolonen, Schimnussen u. a. Alle diese vier Meere 
mufs der Mensch durchschwimmen und mufs seine Feinde 
besiegen, ehe er die ruhevolle Wohnung des Nirwan erlangt. 
Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es der Ceremonie, die 
Milangor genannt wird. Am dritten Tage nach der Gebart 
des Kindes werden die Verwandten (nebst einem Lama) ein- 
geladen. Nachdem die Priester die Gebete gelesen, öffnet 
er das Buch Djurhein-litje und bestimmt nach ihm die 
Relationen der Geburt, als 1) die achtartigen Elemente (nai- 
man kulil), welche im Rapport mit den Elementargeistem 
stehen, 2) die neunfarbigen Zeichen (jussun möngeh), welche 
als Symbole verschiedener Gegenstände der geistigen Welt 
dienen, 3) die dodekade, welche den Begriff der Jahre, Mo- 
nate^ Tage und selbst der Stunden bestimmt, 4) die Sieben- 
zahl der Tage (dolon garak), die meist mit dem Sonnabend 
beginnt und die günstigen oder ungünstigen Tage anzeigt^ 
5) die 24stündige EategoriB, welche in sich 360 Stufen ent- 
hält, 6) die hauptsächlichsten Gestirne, besonders die 25 
Constellationen chorin tabun adon und andere, die auf das 
Schicksal des Menschen Einflufs äufsem. Der Priester (nach 
Berechnung dieser Combinationen) , verkündet sodann, dals 
nach den nie trügenden Anzeigen des Durhein-litje die Ge- 
burt des Kindes stattfand: Im Elemente des Feuers unter 
dem rothen Zeichen im Jahre des Tigers, im Monate des 
Schafes, am Tage des Ebers, in der Stunde des Drachen^ 
in der vierzigsten Abtheilung (Madza) des 24stündigen Tages 
unter dem Einflufs des neunten Sterns. Und deshalb wird 
dem Geborenen der Name Dzemberel gegeben u. s. w." 
Auf diese mündliche Erklärung basirt sich das schriftliche 
Document als Geburtsschein, der für die Handlungen des 
Lebens maisgebend ist; das Kind wird dann mit dem 
Arsban gewaschen, und der Priester spricht, unter Gebeten, 
die Anrufungen nach dem Buche der 5 Schutzgötter (Tabun 
sakkianu bansaraksa). Die Dauer dieses Lesens wird durch 
den Wohlstand des Hausherrn bestimmt; zuweilen kommt 
der Lama jeden Monat (im Jahreslauf) nach der Jurte, um 
über das Kind ein Capitel aus dem Buche Bansaraksa zu lesen. 
Diese Ceremonie endet mit einem häuslichttQ Fest, nachdem 
die Mönche des Klosters mit den schuldigen Spenden bedacht 

A. Bastian, Beiträge. 3 



34 

sind. Beim Schlüsse der Ehe (böri biilgalgein zagan gurimi) 
wird sowohl die Verwandtschaft, als Elemente und Gestirne 
beachtet, unter deren Einfluls Braut und Bräutigam geboren 
waren. Sind die Bedingungen diametral entgegengesetzt, 
wenn z. B. im kritischen Moment gegen die eine Person das 
Feuer wirkte und gegen die andere das Wasser, so müssen 
diese Wesen antipathetisch sein, und die Ehe wird dann 
nicht geschlossen. Meist indefs finden die Priester die Mög- 
lichkeit, die feindlichen Geister zufrieden zu stellen (für gute 
Bezahlung). Nach Beseitigung der religiösen Hindernisse, 
kommt man zur Verlobung selbst, nachdem Mittelspersonen 
den Kalim (Kaufpreis) für die Braut abgesprochen haben. 
Der Lama wird eingeladen, um für den glücklichen Erfolg 
zu beten. Bei weiteren Verhandlungen wird den häuslichen 
Göttern ein Opfer gebracht, indem man Ziegelthee mit Cha- 
daken vor den Burchanen hinlegt. Die Braut wird bedeckt 
nach der Jurte gebracht, und über die Schwelle tretend, 
kniet sie vor dem Feuer nieder. Der Priester beginnt zu 
beten, während die Braut sich verbeugt. Dann beugt sie 
sich vor den Hausgötzen und bringt ihnen Chadak und an- 
dere Sachen zum Opfer. Zugleich bückt sie sich zum 
Feuer (galdo murguku) nieder, und wirft gebratenes Schafifett 
aufe Feuer, und der Brautftihrer schmückt mit Bändern den 
Dreiftifs (tutga), um den Geistern des Feuers seine Ver- 
ehrung darzubringen. Dann folgt die Begrüfsung der Freunde 
und Verwandten, indem die Braut für den Antheil eines 
Jeden ein Stück Fett ins Feuer wirft. Der Wirth vertheilt 
darauf die Geschenke. Der auf dem Ehrenplatz sitzende Lama 
fährt beständig fort Gebete zu lesen. Die Freundinnen brin- 
gen dann die Braut in die Laubhütte, wo die Augenbinde 
abgenommen wird, um den Bräutigam zu sehen. Nach Nil 
erkennt die buddhistische Psychologie im Menschen zwei 
Seelen an, die materielle (ukegerun), und die geistige oder 
hauptsächlichste (erkim sunesun). Einer von ihnen ist das 
physische Leben des Menschen unterworfen, der anderen 
ist unterworfen das sinnliche und moralische Leben des Men- 
schen. Die Eine ist unzertrennlich an den Körper gebunden, 
wogegen die Andere von allen möglichen Zufallen abhängig 
ist. Die Buddhisten glauben daher, dafs die Haupt-Seele 



35 

von Dämonen geraubt werden kann, und den Körper ver- 
lassen mag, selbst ohne grofse Störung. Der seiner Seele 
beraubte Mensch wird schwach von Sinnen und Gedächt- 
nifs, wird traurig und durch seinen Zustand gequält. Die 
Medicin ist wirkungslos, nur die heiligen Grume geben ihm 
einige Hoffnung. Dann wird die Ceremonie nöthig, die An- 
rufung der Seele (Sunesu dudalga) heifst. Wenn kein Zweifel 
mehr bleibt, dafs die Seele dem Kranken durch Irgatschin 
geraubt ist, mufs der Höllengott (Tschoi jila) besänftigt wer- 
den, damit seine Hülfe den Dieb ergreift und die Seele zu- 
rückgiebt. Für diesen Zweck werden Abbildungen der Irgat- 
schin in neun Copien mit Namen auf der anderen Seite 
verfertigt. Beim Einbruch der Nacht legt man die 9 Irgat- 
schine in einen Sack, der aus rohem, buntem Leder gemacht 
ist, und bindet ihn zu mit neun Umwickelungen des Strickes. 
Dann wählt man aus der Gesellschaft 9 dreiste Jünglinge, 
die die Eingesperrten umringen, und ftir alle Zufalle in den 
Händen ein Gewehr tragen. Sie hören zu, wie der Lama 
nach dem Buche Zidil die Verwünschungen ausspricht. Dann 
nimmt Einer der Kühnen den Sack am Strick über seine 
Schulter und bringt ihn zur Jurte hinaus, drei Mal um die 
Jurte umhergehend, in Begleitung des Volkes, das möglichst 
stark schreit (unter Musik und Trommeln), um alle Geister 
der Nacht zu beunruhigen. Wenn der Sack mit den Irgat- 
schinen wieder bei der Thür der Jurte ankommt, wird er 
mit Schüssen empfangen, und einer wirft die Irgatschinen 
rasch aus dem Sack auf die Erde, beobachtend, wie sie 
fallen, ob mit dem Gesicht oder auf den Rücken. Solche, 
die mit dem Gesicht fallen, werden gleich mit Hämmern 
zerschlagen. Solche, die mit dem Rücken fallen, fordern 
neue Opfer. Sie werden deshalb von Neuem in den Sack 
gelegt und die Ceremonie wird wiederholt. Diese Ceremo- 
nien, nach den im Zidil vorgeschriebenen Gebräuchen, wer- 
den erneuert, bis alle Irgatschine mit dem Gesicht auf die 
Erde fallen und unter den Hammer kommen. Die zerschla- 
genen Irgatschine werden wieder in den Sack gelegt, in die 
Wüste getragen und dort begraben unter einen schwarzen 
Stein, worauf geschrieben steht, dafs die wilden Geister be- 
friedigt wären und weiter keine Störungen anrichten werden. 

3* 



36 

Alles, das den Irgatschinen Versprochene, und selbst die 
dabei gebrauchten Gewehre werden dem, der im Gurum 
ftmctionirt hat, übergeben. Oftmals indefs erhält der Kranke, 
trotz dieser grofsen Ausgaben, durchaus keine Erleichterung, 
dann bedarf es neuer Proceduren. Es heifst, dafs der frühere 
Zauberer nicht geübt genug war, und nicht alle Regeln beob- 
achtete. Der Dienst des Gurum muis deshalb wiederholt 
werden. Die Seele (heifst es) hat die Fähigkeit zum Körper 
zurück zu kehren, findet aber nicht den Weg oder hat keine 
Lust das physische Leben wieder auf sich zu nehmen. Um 
diesem Unglück abzuhelfen, wird um den Kranken hermn 
seine beste Kleidung gelegt, und überhaupt Alles, was er 
liebt und achtet, und alles Kostbare. Er wird dann ge- 
waschen und beräuchert und möglicht bequem gebettet. Alle 
seine Freunde und Verwandten müssen Theil nehmen an der 
Anruftmg der Seele. Sie umkreisen drei Mal die Jurte mit 
schmeichelndem Liebkosen und rufen den Namen des Kraor 
ken (ire, ire sprechend), und bitten die Seele, zum Körper 
zurück zu kehren. Um der Seele die Rückkehr nach ihrer 
vergessenen Wohnung zu erleichtern, wird eine fönfEsurbige 
Schnur von dem Kopf des Kranken nach der Thür der Jurte 
gezogen. Der in seinen Ornat gekleidete Priester, liest über 
die Schrecken der Hölle und die Gefahren, die der sicfa 
selbstwillig vom Körper entfernenden Seele drohen. Er wen- 
det sich dann zu den Assistenten und zu dem Kranken selbst, 
mit der Frage: Ireyu (ist sie gekommen?). Auf diese Frage 
antworten Alle mit einer Stimme: Irebeh, irebeh, um anzu- 
zeigen, dafs die Seele zurückgekehrt sei und der Kranke ge- 
sunden werde. Sie beeilen sich dann, dieselbe mit Verbeu- 
gungen zu begrüfsen und werfen Saamen auf den Kranken 
zum Zeichen der Dankbarkeit für die Rückkehr von den 
Wanderungen. Die als wegweisender Führer dienende Schnur 
wird aufgewickelt und um den Hals des Kranken gelegt, der 
sie sieben Tage (ohne abzunehmen) tragen mufs. Niemand darf 
den Kranken erschrecken oder ihm etwas zu Leide thun, damit 
nicht die noch ungewohnte Seele wieder entfliehe (und sioh des, 
starke Bejahung des Willens genannten, Selbstmordes schuldig 
mache). Wenn alle diese Mittel, den Kranken gesund zu maohen, 
unwirksam sind und sein Leben in Gefahr steht, so geht 



37 

man über zu der Ceremonie, die der Erkauf der Seele (amin 
dsolik) heifst, und durch Lamen doksohitischen Ranges aus- 
geübt wird. Ein Popanz wird verfertigt, mit Opfern um- 
legt, und der Geist, der den Kranken besitzt, wird be- 
schworen, auszufahren, und in dem Popanz seinen Sitz zu 
nehmen, um auf dem daneben angebundenen Pferde fort zu 
reiten. 

Aus der unerschafFenen, schöpferischen Natur entwickelt 
sich (in der Sankhyalehre) immittelbar das Grofse oder die 
Intelligenz (Mahat oder Buddhi), aus dieser das BewuTstsein 
oder die Ichheit (Ahankära). Die Ichheit wieder erzeugt 
5 Urelemente (Tanmatra), als Ton, Gef&hl, Gesicht, Ge- 
schmack und Geruch, andemseits die 11 Organe, als die 
5 Organe der Wahrnehmung (Auge, Ohr, Nase, Zunge, Haut), 
die 5 Organe des Handelns (Stimme, Hände, Füfse, Aus- 
leerungsorgane, Zeugungsglied), und den einen Sinn (Manas), 
der zugleich Wahrnehmung und Handlung ist. Aus den 5 
Urelementen gehen die 5 groben Elemente (Aether, Lufl, 
Licht, Wasser, Erde) hervor. Dies sind die 24 Naturprin- 
cipien, welche durch die drei Qualitäten (Gunas) mannigfach 
modificirt werden. Der Natur in ihren 24 Principien steht 
nun als 25stes der Geist oder die Seele gegenüber, von 
Evrigkeit an zugleich mit ihr existirend, als Unendlichkeit 
individueller Seelen (vom Beginn der Schöpfung in die Na- 
tur eingegangen). Ihre erste Hülle ist der Urleib (Linga 
oder Linga Qarira), der aus dem Buddhi, dem Ahankära, 
dem Manas, den 10 Organen und den 5 Urelementen besteht. 
Der zweite ist der materielle Leib, der aus den 5 groben Elemen- 
ten gebildet ist. Ihn vertritt im Buddhismus die Kupakhanda. 
Nach Kapila ist der Geist mit einem Suxmaparina (einem 
feinen, aus Vernunft, Selbstbewufstsein, dem inneren Sinne 
und den äufseren, durch die ideellen Elemente gebildeten* 
Sinnen bestehendem Körper) bekleidet, durch welchen der 
Geist die verschiedenen Zustände verbindet, und welcher 
durch die Seelenwanderungen fortdauert, bis der Geist in der 
Erreichung der wahren Erkenntnis von den Wanderungen auf 
immer befreit wird. Die vier Handlungen (bei Plotinos), als 
Klugheit in weltlichen Dingen, Standhaftigkeit, Mäfsigkeit 
und Gerechtigkeit, sind nicht die höchsten wahren Tugenden 



38 

der Seele, sondern uur die Weisheit imd die Ansohauung 
dessen, was die Vernunft ist. Nach Abälard ist die Seele 
ganz in allen Theilen des Körpers gegenwärtig und das 
Princip des leiblichen Lebens. Sie ist es, welche im- Korper 
und durch denselben fühlt und Lust und Schmerz empfindet, 
der Leib ist nur durch die Seele das, was er ist (Stöckl)^ 
Die vernünftige Seele weist in ihrer feinen und einfachen 
Wesenheit drei Grundkräfte auf, Gedächtnifs, Verstand und 
Wille (nach Bernhard v. Clairvaux). Die Jaina fassen alle 
Dinge unter zwei oberste Principien jiva (das vernünftige 
und empfindende, das ewig ist), oder Seele, und ajiva (ohne 
Leben und Empfindung) oder Elemente. Die Seele (jtva) 
ist in 3 Zustände, als nitjasiddha (stets vollkommen) , oder 
jogasiddha (in Versenkung vollendet, wie bei den Arhat oder 
Jina), mukta oder muktatma (befreit durch strenge Befol- 
gung der Vorschriften) und baddha oder baddhatma (durch 
Handlungen noch gefesselt). Die 6 Substanzen sind jiva 
(Seele), dharma (Recht oder Tugend), adharma (die Sünde, 
welche die Welt durchdringt und die Seele an den Körper 
fesselt), pudgala (Materie), kala (Zeit), und äkä^a (der un- 
endliche Raum). Die 4 Ursachen der Hemmung der Be- 
fi-eiung der Seele sind päpa (Sünde), die 5 a^rama (BUnde- 
rungen der Seele, göttliche Weisheit zu erlangen), ä^rava 
(Drang der Seele zur Beschäftigung mit sinnlichen Gegen- 
ständen), und samvara (Ursache der Hemmung). Die 8 Stö- 
rungen des Fortschrittes der Seele zur Befreiung sind gn&- 
nävaranija (die falsche Vorstellung, dafs die Erkenntnifs 
unwirksam sei, und dafs die Befreiung nicht durch vollkom- 
mene Kenntnifs herbeigeführt wird), darpanavaranija (der 
Irrthum, dafs die Befreiung durch das Studium der Lehre 
der Arhat und Jina nicht erreicht sei), Mohanija (Zweifel, 
-ob die Wege der Tirthankara und Jina frei von Irrthum 
seien), Antaräja (Hemmung der Bestrebungen, höchste Be- 
freiung zu erreichen), vedanija (individuelles Bewuistsein), 
nämika (Bewufstsein einer Persönlichkeit), gotrika (Bewufstsein 
von einem Schüler Jinas abzustammen), äjushka (Bewufstsein, 
dafs man eine bestimmte Zeit zu leben habe). Die letzte Be- 
fi-eiung (Moxa) ist nur durch die höchste Erkenntnifs oder 
durch vollkommene Tugend zu erlangen. Die Körper be- 



39 

stehen aus Aggregaten und Atomen. Die Atomenlehre ist in der 
Nyaya entwickelt. Nach den Jaina wird die Seele (in ihren Wan- 
derungen) mit einem gröberen Körper (andärika) bekleidet, der 
bleibt, so lange die Ween in der Welt leben q^üssen oder mit 
dem vaikärika genannten Körper, der nach den verschiedenen 
Zustanden des Wesens verschiedene Gestalten annimmt. Sie 
unterscheiden noch den ähärika genannten Körper und, innerr 
halb dieser äuiseren Körper^ zwei andere, als den karmana 
(der Sitz der Leidenschaft und Gefühle), und (am Innersten) 
den taijasa, der (noch feiner), sich nie ändert, aus geistigen 
Kräften bestehend. Die Buddhisten vertheilen die geistigen 
Functionen unter die vier Khanda, die Nama zusammen- 
setzen. 

Pindar erklärt die Seele för einen Theil göttlichen Hauchs. 
Zwar der Leib Aller folgt dem gewaltigen Tod, noch bleibt 
aber ein Bild des Lebens (die Seele), denn dies allein ist .von 
den Göttern xh ^ap iazi jjlovov ix ösäv. Sie schläft, wenn die 
Glieder wirken, aber wenn der Leib schläft, zeigt sie in 
vielen Traumgesichtern die nahende Entscheidung des Er- 
freulichen und Traurigen (Nägelsbach). Nach Horaz ist die 
Seele eine particula aurae divinae. Als orphisch bemerkt 
Aristoteles: cpifja^ ^ap t7]v ^üj^yjv ix toü 8Xoü etei^vat dvaiuvsöv- 
Tcov (tü>v dvdpwircuv), ^ 8po(ievv)v oirö xwv dvi[jLtt>v. Denmach ist 
die Seele ein Hauch, der vom SXov (dem Weltgeist), losge- 
rissen und durch die Winde umhergetrieben, von den leben- 
digen Wesen aber eingeathmet wird. Th awfia a^jia, als 
orphischer Spruch. Das Leben der Seele im Leibe er- 
scheint als eine Strafe, und diese Strafe wird begründet 
durch die Annahme vorzeitlicher Sünden der Seele (im Grat.). 
Nach Aristoteles haben alle Naturgegenstände zwei wesent- 
liche Theile, nämlich die Materie oder uXt], und die Form 
(e?8oc, [Aopcpifj, ivTeXs/sta), die allen Dingen ihre Wesenheit und 
Bewegung giebt. Die Entelechie oder Seele läfst die Thiere 
empfinden, zeugen, sich bewegen. Indem die körperlichen 
Seelen zur Strafe in einen Körper (amjjLa) eingeschlossen wer- 
den, bildet derselbe (nach Plato) ein Grab (öTjfA«) fiir die Seele 
(und nur der Erleuchtete im Buddhismus zerbricht das letzte 
Haus). Im parsischen Dualismus, in dem der Körper mit allen 
Materien den Schöpfungen Ahriman's augehörte, mufste die 



40 

Seele von Anften her mit demselben verbonden sdo, und war 
sie dem reinen Rdche des Ormuzd entnommen, wohin ale 
nach der Trennung znrftckkehrt Als Chimanitoa die Tliiere 
ans Lehm knetete, liefs er in jeder Form eine Oeffiiong^ am 
hineinzukriechen und sie durch mehrtägiges Verweilen zu 
beleben« Unter den f&nf ^om Licht und den sechs tou der 
Finstemifs abstammenden Gattungen der Geister bildet (bd 
den Chaldäem) die Menschenseele die letzte Stufe der 
er s t eren (neben Hyperarchii, Azoni, dii Zonaei, boni dae* 
mones). Michael oder Metatron (mit seinem Gegner Belial) 
bildete die erste Emanation des Alten der Tage (nach der 
Kabbala), die fabricirte Welt oder Asia die unterste. Die 
menschlichen Seelen sind (nach den Pythagoräem) aus dem 
allgemein göttlichen Geiste geschöpft, sinnlich an den Sonnen- 
stäubchen geschaut, die sich, ohne äufsere Gewalt getrieben, 
ewig bewegen (nach Klaussen). Demokrit vei^lich die 
runden Atome der Seele mit den Sonnenstäubchen, Nach 
Epicharmus war die Mens Feuer der Sonne (Varro). Nach 
Pythagoras stammten die Seelen aus dem Centralfeuer (als 
Dämone). Yirgil läfst die Seele zum EKmmelsfeuer, als 
ihrem Ursprung, zurückkehren. In den Yedas wird durch 
das Feueropfer Unsterblichkeit erlangt. Nach den Tahitiem 
ftgte der Schöpfer allem Existirenden Feuer ein, zog aber 
den Menschen aus seinem Kopfe. Nach den Mongolen geht 
die Seele von einem Glied des Körpers in das andere, und 
wenn man dasjenige verletzt, in dem sie sich, nach dem 
Monatstage, gerade findet, folgt unausbleiblich der Tod. Wie 
in der ophitisch-valentinianischen Lehre^ stammt (bei Barde- 
sanes) die Seele des Menschen von dem Demiurgen* her (der 
an der Spitze der kosmischen Hebdomas steht), der Leib von*der 
Hyle. Zum Schaffen wandelt sich der Gott in Eros (bei Phere-* 

^ Nach der Lehre der Valentinianer hatten sie t)]v piv ^'U^^^v dmb xtö 
Si^fiiOUpYou ' t6 8i acüfia dizb tou x°^^» ^^'^ "^^ aapxtx(5v dizb tou t^c ÖXijc, t6v 
H 7cveu(jLaTtx($v dfvdpwTrov dizh vqi fXTjTpoc tt]« ' Ay(ayAi}%, Nach Verlust der an 
das Lehen geknüpften Persönlichkeit geht der vouc des Einzelnen anter im 
allgemeinen voOc und nimmt, ohne mehr ein Individaum zu beseelen, an 
dessen ansterblichem Bewufstsein Theil (nach Anaxagoras). A2(i>v est vita, 
non ea vivens solum, verum etiam vitae efficiens, qua significatione Pindams 
animam vocavit, a{u>va, ab eaque Gnosticomm etiam A^wvec profecti sunt 
(s. Neuhäuser). A{ü>va (ucTrep fAOvtifSa, i^v hk cp6atv (t>< budba (Lydas). 



41 

kydes). Nach denOphiten war es der Erste der Sieben, welcher 
seine Genossen zur Erschafiung des Menschen aufforderte 
und dem unbehilflichen Gebilde den Geist des Lebens (spi- 
ritum vitae) einhauchte (bei Irenaeus). 

Nach Clem, Alex wird Schlange und Leben im Hebrä- 
ischen durch dasselbe Wort gegeben (hevah oder havah), die 
Schlange des Aesculap repräsentirte das Leben und die Ge- 
sundheit (salutis draco). Youivre est la mSme chose, que 
vivre, mot du vieux fran^ais, qui voulait dire serpent ou 
vip^re. C'est aussi le m^me mot que l'infinitif vivre, venu 
du latin vivere, 6tre en vie (Monnier). Die dämonische 
Seele entfernt sich in Schlangenform, unter der der Genius loci 
erscheint, oder als Manenschlange des Rückenmarks. Auch 
hat maik sie als Maus hervorkommen sehen, oder die Bär- 
mutter^ die sich umstülpte und abwusch, ehe sie zurückkroch. 

Analog den sensitiven, animalen und vegetativen Ver- 
richtungen der neueren Psychologen, setzte Galen die Organe 
des Seelengeistes (icveüfi-a ^\)'/i%6v) in Gehirn und Nerven, die 
des Lebensgeistes (irvsüjia C«)tix6v) in Herz und Arterien, die 
des Naturgeistes (irveüjia ^üatx6v) in Leben und Venen, und 
als Aeufserungen dieser geistigen Stoffe : die seelische, die pul- 
sirende und die natürliche Kraft (8övajii? ^^X^'^'fi^ a^ü^fi-ix^, 
^oatxiQ). Alle diese Kräfte und ihre Substrate werden fort- 
während durch das Athmen, die Aufnahme des irveup.a Ca>Tix6v 
in ihrer Integrität erhalten, und selbst die Seele kann einer 
solchen Restauration nicht entbehren (Haeser). Nach homeri- 
scher Vorstellung sind die Todten unglücklich, uijd der 
Grund dieses Unglücks liegt nicht in positiven Leiden, son- 
dern ist negativer Art. Alles ftlr den Sterblichen denkbare 
Glück hat aufgehört, das ist das Unglück des Todes (auch 
bei Euripides). Aber die Todten (nicht nur die des silbernen 
Geschlechtes) heifsen auch [jLaxapioi, nnd glücklich ist der 
Todte, weil ihn kein Leid anrührt, weil (nach Xenophon) 
äv T& dacpoXsT fßri £aop.ai 6}q (hqS&v äv Ixi xaxiv iraftsTv. Dem 
Todten naht weder Freude, noch Leid. Sein Zustand ist 
leidlos, aber auch zugleich freudlos (Nägelsbach). Bei den 
Leiden des menschlichen Lebens denkt der Naturmensch 
zunächst nicht weiter, als an den apathischen Traumzustand 
des Schlafes und Todes, aber bei Verschönerung jenes 



42 

schmückt er sich auch den Himmel mit sianlicben Freuden 
aus, bis er in der Meditation die Nichtigkeit derselben 
erkennend zu der Auslöschung in Nirvana, als letzte Er- 
holung, zurückkehrt. 

Die mit den ypoig wie Götter geehrten Todten kümmern 
sich um ihre Gräber und sind nicht gleichgültig, wie die 
vo[xiCo}i.sva dargebracht werden. Aus dem fiv^vt? yjShvlwy 
(bei Pindar) senden die Seelen derjenigen, die Unrecht 
erlitten haben, ihren Mördern schreckende Quälgeister. Die 
Gräber sind hpd t<Sv x&x[xy]xotu)v (Eurip.). Die Todtenspen- 
den (xoQtO ziehen die Todten herbei. 

Zunächst war, wie alle psychische Erregung, auch jeder 
Gedanke für den Menschen mit religiösem Schleier umhüllt, 
da er, ihm selber unbewufst, aus den dunkeln Tiefen des 
Gemüthes emporgestiegen war und jetzt leuchtend vor seinem 
Geiste stand, als Hauptgeborne Minerva, zweifelnd nach 
seinem eigenen Ursprung fragend, wie der aus Yischnus 
Nabel erwachsene Brahma am indischen Schöpfungsmorgen. 
Die Schwelle des Bewufstseins scheidet das fafslich Körper- 
liche von dem Göttlichen, in dem das Denken lebt und 
webt. Aus der Gottheit strömen nicht nur die Ideen, die 
den Seher und Dichter begeistern; auf sie wird schon jede 
Thätigkeitsäufserung des Willens zurückgeführt, so lange die 
neurologischen Gesetze nicht bekannt sind, um sie aus dem 
eigenen Organismus zu erklären. Die Aschariten (nach Mai- 
monides) behaupteten, dafs, wenn die Schreibfeder bewegt 
wird, von Gott vier Accidentien geschaffen seien, von denen 
keins die Ursache des andern ist, sondern deren ganze Ver- 
bindung nur in dem Zugleichssein besteht, nämlich : der Wille, 
die Feder zu bewegen, das Vermögen, sie in Bewegung zu 
setzen, die Bewegung der Hand selbst, und endlich die Be- 
wegung der Feder. Dies ist das extreme Product des starren 
Monotheismus, wie er sich im Islam durch Ueberschreiten 
jeder Grenze selbst vernichtet, aber das, was hier als Aus- 
flüsse der Gottheit und ihrer Schöpfungen dargestellt wird, 
ist die Gottheit selbst in denjenigen Vorstellungskreisen, die 
das Jenseits noch nicht in eine anthropomorphische Persön- 
lichkeit abgetrennt haben und also bei allen jenen Völkern, 
die noch in einem unmittelbaren Zusammenhange mit der 



43 

polytheistisch vergötterten Natur leben. Für sie ist nicht 
nur der Baum von der Dryade, der Quell von der Najade 
belebt, föhrt die Sonne im goldenen Engelwagen, stürmt der 
Gott des Donners und Blitzes im Gewitter umher, für sie 
ist ein Gott, wohin sie immer blicken, woher ein Schall ihr 
Ohr berührt, und dann noch sind Götter, was ihnen im 
Denken sich bildet. Die Römer begnügten sich in der Ver- 
götterung der BegriflFswesen nicht mit ihrer Libertas und 
Felicitas, mit einer Virtus, einer Pudicitia, einer Fides, einer 
Pietas, einem Catius-pater, einem Honos^ denen allen Tempel 
errichtet waren, sie verehrten im häuslichen Verkehr Panda 
oderPandana, die die Thüren öfl&iete, Limentinus, der die 
Schwelle bewacht, Abeona und Adeona über Ab- und Zu- 
gang, sie flehten bei der Vermählung zum Jugatinus, zu 
Subigus, zur Manturna, Prema, Pertunda, Viriplaca, beim 
Todesfalle zur Nenia. In Tlascala wurde die Herzhaftigkeit, 
der Muth, der Geiz göttlich verehrt. Herodot bezeichnet die 
Göttergestalten der Dichter als avSpcDirocpüeT? und dv&ptüiro- 
stSeT?. By their mythology, their lovely Islands were made 
a sort of fairy-land and all the spells of enchantment were 
thrown over its varied sceneries, bemerkt Ellis von den 
Tahitiern. They were accustomed to consider themselves 
surrounded by invisible intelligences and recognized in the 
rising sun, the mild and silver moon, the shooting star, the 
meteor's transient flame, the ocean's roar, the tempest's blast 
or the evening breeze, the movements of mighthy spirits. 
The mountain's summit and the fleecy mist that hangs upon 
the brows, the rocky defile, the foaming cataract and the 
lonely dell, were all regarded as the abode or resort of these 
invisible beings. 

Damit schliefst die Liste jedoch nicht. Die am meisten 
von ihnen hochgehaltenen Agentien waren die Tii, eine im 
Vergleich mit den Atuas, die als Schutzgeister begünstigter 
Individuen thierische Formen annahmen, untergeordnete 
Klasse von Göttern, aber in ihrem Einflufs auf die Inter- 
essen des menschlichen Lebens um so bedeutungsvollere. 
Sie waren die Repräsentanten oder eigentlich die personifi- 
cirten Vergötterungen der in der Natur vor sich gehenden 
Processe, um das richtige Gleichgewicht in den Verhält- 



44 

nissen der irdischen Welt gegen einander en unteriiakeii. 
Sie reguürten die Grenzstreitigkeiten zwischen Berg nnd 
Ebene, z¥rischen Wald- und Frachtland. Ihre die Thore der 
Morais hütende Bilder standen an den Ufern der Bäche^ da» 
mit Wasser und Land, jedem das Seine werde, und auf dar 
einsam abgelegenen Osterinsel hatte man ihnen gigantische 
Colosse errichtet, zum Schutze gegen die oceanische Wasser- 
wüste, wie die egyptischen Memnone gegen den Sand der 
Sahara. So verstehen es die verständigen Chinesen, Alles, 
was im Gange der Dinge, ihrer klugen Einsicht nach, in 
Unordnung gekommen ist, durch ihre Shin wieder ins Gleis 
zu setzen, und auch von ihren Wohnungen wissen sie die 
böse Luft abzuwenden, indem sie die dem feindlichen E2in- 
fluTs oppositionell entsprechenden Fratzen auf die Giebel und 
Firste stellen, mit Schwert und Schild zur Abwehr be- 
waffiiet. Diese Klasse der Geisterwesen, die sich, auf ihren 
• psychologischen Grund zurückgefthrt, fast bei allen Völkern 
in der einen oder andern Gestalt nachweisen läfst, ist be- 
sonders flir die Zauberer wichtig, die sich ihrer Hülfe zur 
ControUe der magischen Operationen bedienen und sie, bei 
hinzugetretenen Kenntnissen in der Sternkunde, durch astro« 
logische Theorien mit den Himmelskörpern verknüpfen, so 
dafs sie von terrestrischen zu kosmischen Mächten erweitert 
werden. 

Neben den Göttern, die von Bura und seiner rebelli- 
schen Gattin Tari entsprangen, verehren die Khonds sünden- 
lose Menschen, als Schutzgötter der Stämme, und dann unter- 
geordnete Gottheiten jedes Erdenfleckes. In dem dem Krieg»- 
gotte (Loha Pennu) heiligen Grabe wird ein Eisenstück be- 
erdigt. Die Priester der Jannis lehren die ihnen von den 
Göttern mitgetheilten Geheimnisse. „Viele der heiligen Plätze 
im Conkan wurden dadurch berühmt, dafs sie früher die Aof- 
enthaltsplätze heiliger Persönlichkeiten gewesen waren. Die 
dort verrichteten Kuren sind der gesunden Lage, Körper* 
Übungen und dem Glauben zuzuschreiben." 

Ehe der ägyptische Fellah etwas ausgiefst, bittet er um 
Verzeihung, da ein Efret oder Jin getroffen werden könnte, 
von denen Alles voll ist. Wenn der Kasia ein Glas Brannt- 
wein trinken will, so taucht er vorher seinen Finger hinein 



45 

und spritzt einige Tropfen über jede Schulter, und dann naclT 
beiden Seiten, im Namen der Gottheit. Bobadilla hörte von 
den Indianern Nicaraguas, dafs sie das Blut ihrer Opferthiere 
nach allen vier Seiten bin sprengten , da sie nicht sicher wären, 
wo Gott sich finde. Aai(i/)va>y icXTjpiQ? war der Kosmos des 
Thaies. The word deva (god) is used in the Veda to signify 
any thing great, glorified or much attended to and accord- 
ingly tbe vital functions are called devas. In the Rig Yeda 
pestles and mortars and even the leather strainers used 
in the preparation of the moon plant-juice (when they 
form the object of a hymn) are honoured with the same 
epithet (s. Muir). Wie der West-Africaner opfert der 
Kambodier seinem Handwerkszeug und bringt ihm Ver- 
ehrung dar. 

Wie nicht nur die Pflanze, sondern auch ihr Wachs- 
thum vergöttert wurde in Lacturcia, die den Milchsaft in 
die Zweige ergois, Matura und Matuta, die das Reifen be- 
förderte, Patelena, die eröffnete, sowie in Nodotus, Run- 
cina, Spiniensis ; die Jugend in Juventas, oder wie die Karelen 
den Roggen dem Rongoteus anvertrauten, die Erbsen dem 
Egres, den Hafer dem Wirokannes, oder wie der Congese 
die Kühe dem Nbacasssu, das Korn des Getreides dem Ama- 
bundu, die Hülsen dem Ganga Mene übergab, wie dem Mit- 
leid im Eleos^ der Peitho oder Ueberredung, dem Pothos 
Altäre errichtet wurden, so trat auch bald sein eigener Per- 
sonalgeist als Dämon aus dem Menschen hervor und verklärte 
sich dann im Heroendienst zum Halbgott. Diese in euhe- 
meristischer Auffassung bis zur Gesammtgottheit fuhrende 
Vorstellung ist indefs selbst schon eine späte, die erst nach 
manchen Uebergangsstufen erreicht wird. 

Der Wilde sieht nichts Besonderes in sich selbst^ oder 
vielmehr, weil er überall Besonderheiten sieht, wird er von 
seiner eigenen nicht genugsam frappirt, um sie wieder als 
Besonderes zn sondern. Er bekennt sich in vollstem Mafse 
zu jener Ahnenreihe, in die auch wir jetzt wieder eingefiihrt 
werden, und über die sich Haeckel folgendermafsen aus- 
drückt: ^Der Satz, dafs der Mensch sich aus niederen Wir- 
belthieren, und zwar zunächst aus echten AflFen entwickelt 
hat, ist ein specieller Deductionsschlufs, welcher sich aus dem 



46 

generellen Inductionsgesetz der Descendenz-Theorie mit ab- 
soluter Nothwendigkeit ergiebt.*^ 

Der Naturmensch scheint das längst gewuTst zu haben, 
obwol er gewöhnlich den Chimpanze, Semnopithecas oder 
Orang Utang zu seinem nächsten Vorfahren wählte, statt 
schwanzloser Catarrhinen, in Schmalnasen und Lipocerken. 
Die Neger West-Afrikas und die Malayen des indischen 
Archipelago stimmen darin überein, dafs die A£Pen nur des- 
halb' nicht sprächen, damit man sie nicht zum arbeiten 
zwinge. Nach den Aegyptern sollen die A£Pen entartete 
Menschen sein, in den indischen Epen aber übertreffen ihre 
Heldenthaten die menschlichen. Die Tibeter haben in ihrer 
dickleibigen Literatur weitläufig über die Abstammung des 
Menschen von einem ersten Affenpaare gehandelt, und zur 
Erinnerung daran arrangiren mehrere Stämme Kordofans und 
anderer Theile des Sudans ihren Kopfputz nach der för den 
Pavian charakteristischen Frisur. Aber die wilden Natur- 
philosophen blieben nicht bei Affen stehen, in ihren Kosmo- 
gonien giebt es Menschenschöpfungen aus Steinen, Bäumen, 
Ameisen, Schlangen und jedem andern Kinde der allumfas- 
senden Erdenmutter. In der vedischen Zeit mufste die Ma- 
hishi, erste Gemahlin des das Pferdeopfer bringenden Königs, 
um einen Sohn zu erhalten, die Nacht bei dem geopferten 
Pferde verbringen, dessen pi^nam auf ihr upastham legend 
(s. Weber). Einen Bechuana hörte Moffat bemerken, dafs 
ihm kein Vorzug des Menschen vor dem Thiere ersichtlich 
wäre und höchstens der Unterschied existire, dafs jener der 
gröfsere Schurke sei. Nach der Ain-al-maani (Quelle des 
Wissens) ist der Mensch als Mamour (befehligt) schlechter 
gestellt, als die Thiere oder Madhour (Entschuldigte oder 
Freie). Während Descartes Thiere lebende Maschinen nennt, 
jBchrieb Leibnitz denselben Seelen und selbst Unsterblichkeit 
zu. Müller leitet animal von anima, das Wehen meine, her, 
wie Ghost oder Geist. Nach Crantz glaubten die Grön- 
länder nicht, dafs ihre Seelen von dem lebendigen Wesen 
eines anderen Thieres verschieden seien. Der Buddhismus 
begreift Thiere, Dämonen, Menschen, Engel und Götter unter 
demselben Wesensbegriff, dessen Stufenleiter in den Verkör- 
perungen der Seelenwandenmg aufwärts oder abwärts durch- 
laufen wird, und die druidischen Triaden dehnen die Trans* 



47 

migrationen auch auf die unbelebte Natur aus. Wie Naci- 
ketas, Sohn des Aruni, in den Veden belehrt wird, sind 
Leben und Tod nur zwei verschiedene Phasen der Entwick- 
lung, während die wahre Weisheit in der Erkenntnifs der 
Identität mit dem Allgeist bestehe, wodurch man über Leben 
und Tod erhoben wird. 

Dem Eskimo war der Himmel eine treue Copie des 
irdischen Lebens, wo er (wie Orion in Homer's Unterwelt) 
dieselben Thiere, wie auf Erden jagt, dieselben Fische fangt. 
Ackerbauende Stämme geben die nöthigen Geräthschaften 
ins Grab mit, damit im Jenseits (wie es in den Abbildungen 
der Mumienbücher dargestellt ist) nach früherer Weise ge- 
pflanzt und geerntet werde. Die Mönnitarris finden dort 
zwei Dörfer, gleich denen, die sie verlassen haben. Die 
Chinesen schicken ihre in Goldpapier -Modellen verbrann- 
ten Möbel voran, ehe sie selbst absterben, und beauf-^ 
tragen mit Nachsendungen ihre Erben, die in Mexico die 
Responsos sprechen lassen. Nach Moerenhout nannten die 
Gesellschaftsinsulaner das Leben Varoua, qu'ils accordaient 
non seulement ä l'homme, mais meme encore aux animaux, 
aux plantes, ä tout ce qui v^g^te, croit ou se meut sur la 
terre. Hier wird Seele ziemlich mit dem Leben oder der 
beliebten Lebenskraft identificirt, und bei den willkürlichen 
Schwankungen, unter denen diese Ausdrücke verwendet wer- 
den, ist es zu beachten nöthig, welche aus der grofsen 
Menge der unter der Allgemeinbezeichnung der Seele zu- 
sammengefafsten Vorstellungen ^lach dem jedesmaligen Bil- 
dungsgrade eines Volkes zu denken sein wird und allein ge- 
dacht werden darf. Ueber die unbestimmte Willkür, die in 
den Seelenvorstellungen der Wilden zu herrschen pflegt, 
dürfen wir uns nicht wundern, denn dafs es mit uns um 
nichts besser steht, hat erst vor wenigen Jahren der skan- 
dalöse Streit um die Seele bewiesen, der in seinen haltlosen 
und verworrenen Salbadereien klarer, als irgend etwas anderes, 
die dringende Noth wendigkeit einer endlichen Reform in der 
Psychologie bewiesen hat. Schon bei den Alten diflFerirten 
die Erklärungen auf die vielfachste Weise. Seneca giebt 
eine weite Auffassung (die der aristotelischen vom irveöfjLa 
entspricht): Sunt quaedam, quae animam habent, nee sunt 



48 

animal. Placet enim satis et arbustis animam inesse, itaque 
et vivere illa et mori dicimus. Bei Varro heilst (als höchste 
in den drei der anima zukommenden Stufen) der animus ad 
intelligentiam tributus, und Cicero unterscheidet: Animus est 
solius hominis proprius, anima omnium animalium, etiam 
bestiarum. Vom Hebräischen bemerkt Langius: Nephesoh 
sumitur pro vita animali seu vegetativa, quae oonstat anhe- 
litu et respiratione. Aristoteles scheidet die ernährende 
Seele (^ü/tq OpeTtrixi^) von der empfindenden Seele (^oj^q ato- 
ÖYjTixi^) und nennt Siavoiav fiir intellectus, während ihm der 
vou(, den Cicero bald durch Mens, bald durch Animus, bald 
durch Intelligentia übersetzt, von Aufsen her hinzugetreten 
ist. Plato zählt vou?, ^oyri und acofxa auf. Die Kabbala 
unterscheidet nach Frank fünf Principe in der Seele, 
Damascius in der ^u/y] drei Theile, das XoYiC6(i^voy, öufioo- 
jievov und ^Trt&üfxouv. 

Die Tonganesen bestritten (nach Mariner) die Trennung 
von Körper und Seele (die Zusammensetzung .des Menschen 
aus corpus und animus nach Cicero; Nous, Psyche, Soma 
nach Plato) und fafsten diese nur als das vergeistigte Spie- 
gelbild jener auf, das als solches nach dem Tode in Bolotn 
(dem Paradiese der glücklichen Inseln) fortexistiren werde 
(als die zu Grunde liegende Entelechie nach Aristoteles). 
Die Fijier dehnten eine solche Unsterblichkeit (nach Mariner) 
auf alles Sein aus, nicht nur auf Pflanzen und Thiere , son- 
dern auch auf Steine und Mineralien. Jedes auf Erden 
untergehende Ding lebt in Bolutu wieder auf, der Mensch 
beim Sterben, der Baum beim Umhauen, die Axt oder der 
Topf beim Zerbrechen, die Hütte beim Niederreifsen , von 
Allem fliegt die Essenz nach Bolutu, um dort den Göttern 
zum Gebrauche zu dienen. Aehnliches berichtet Hecke- 
welder von den Indianern, welche glauben, dafs alle Dinge, 
Thiere, Pflanzen und Steine, mit übernatürlicher Kraft be- 
gabt seien, um unnütze Verschwendung zu strafen. Nach den 
Kamtschadalen wird Alles auf Erden (selbst die kleinste Fliege) 
zu einem ewigen Leben unter der Erde aufleben (Steller). 
Auf den Fiji-Inseln sieht man die Seelen aller Dinge auf 
dem Strom des Kauvandra-Brunnens zur Unsterblichkeit hin- 
schwimmen, und dafs sich im Jenseits Alles ebenso finde. 



49 

haben dorthin entrückte Seelen, die zur^kkehrten, nntg^ 
theilt. Die Grönländer legen einen Hundekopf auf Eitider- 
gräber (nach Egede), und auch die Indianer vertrauen dem 
Hunde die Führung der noch Unerfahrenen nach dem Seeleor 
lande an, wie der Perser den Sterbenden vom Hunde an- 
blicken liels. The dog is considered by the Indiana (in 
Il^orth-America) as an ominous animal and supposed to 
possess great virtue (Jones). Dem Namen Tahmurafs liegt 
nrupis (Hund) zu Grund. Auf der Eingsmill Group ivird 
die in die Luft aufsteigende Seele von dem Winde fortge- 
führt zum Kainakaki genannten Elysium auf der Insel Ta- 
vaira. Auf den Gesellschaftsinseln dauert (nach Auflösung 
des Körpers) der Tih fort, wenn sich der Mensch von Brot- 
früchten und Schweinefleisch, was keiner Vorbereitung durch 
das Feuer bedarf, nährt. Die Papuas leben auf dem Meeres- 
grunde in früherer Weise fort, weshalb sie Waffen und 
Schmuck ins Grab mitnehmen. Die Neuseeländer hören 
nach grofsen Schlachten den Flug der Geister durch die 
Luft. Wie auf dem Schlachtfeld der Hunnenschlacht, kämpf- 
ten auf dem Marathons (nach Pausanias) die Geister. Dia 
Seele der Märtyrerin Eulalia flog als weifse Taube auf (wie 
die des Polykarp), die Seele des zu Ypern erlösten Geistes 
(1459) als weifser Schwan, die Seelen von Hexen als Elfitem. 
Nach Thomas Cantipratensis sah eine Matrone aus der Seel^ 
eines Sterbenden (in der Schlacht bei Walchem) die Seele 
als Vogel auffliegen. Auf dem Basler Concil sang eine ver- 
dammte Seele als Nachtigall. In der Seelen Wanderung 
(Gilgul) als Gilgul neschamoth (Wälzung der Seelen) wurde 
zuerst dem Abraham offenbar, dafs die Seelen nicht vei^ 
gänglich sind, sondern von einem Leib in den andern fahren 
(Rabbi Manasse). Die Gallier hielten (nach Diod. Sicul.) die 
Ansicht des Pythagoras, dafs die Seelen nach dem Tode in 
einen andern Leib gingen und legten deshalb auf die Schei- 
terhaufen Schreiben an ihre Verwandten. Auch die Neger 
senden Botschaft durch Sterbende (nach Wilson), wie die 
Skythen an Zamolxis. Die Scholastiker theilten die Geister 
in Spiritus completos et incompletos, von denen nur die voll- 
ständigen zur Vereinigung mit Körpern bestimmt waren. Die 
ägyptische Seele durchwanderte alle Lande, Luft- und See- 

A. Bastian, Beiträge. 4 



50 

thiere, ehe sie in den menschlichen Körper zurückkehrte. 
Die Südafrikaner theilen alle Existenz in die zwei Auffassun*- 
gen des Lebens und des Leblosen, beide auch in gram- 
matischer Bezeichnung. In Frankreich sieht man in den 
Meteoren (nach Monnier) zum Himmel steigende Seelen der 
Gerechten, während in Indien die Devatas, deren Verdienst 
sich erschöpft hat, mit den Sternschnuppen zur Erde zurück- 
kehren. Helgi Hatingia Skadi (der die Valkyre Svava ge- 
heirathet) wurde wiedergeboren als Helgi Hundingsbani (mit 
der als Sigruni wiedergeborenen Svava vermählt) und dann 
(nach nochmaligem Tode) als Helgi Haddingia Skadi, der 
Gatte der Kara (als neuer Einkörperung der Svava oder Si- 
gruni). Mit Yulio liefsen die Nicaraguer eine dem Menschen 
ähnliche Gestalt vom Munde fortschweben. In den dreizehn 
Nächten wurde das Radfest des Jul oder Joel gefeiert. 

Die Priester sagen, nicht allein des Osiris-Leib, sondern 
auch die Leiber der anderen, nicht ewigen und nicht unver- 
gänglichen Götter lägen nach dem Tode bei ihnen und wür- 
den verehrt, die Seelen aber glänzten am Himmel als 
Gestirne. So hiefs die Seele der Isis bei den Hellenen 
Hundsstern, bei den Aegyptern Sothis, die des Horos Orion, 
die des Typhon die Bärin (s. Plutarch). 

Von sündlichen Handlungen körperlicher Natur soll ein 
Mensch nach dem Tode eine vegetabilische oder mineralische 
Gestalt annehmen, wegen Handlungen, die mit Worten began- 
gen sind, die Gestalten eines Vogels oder Thieres, wegen Hand- 
lungen der Seele die niedrigsten menschlicher Stände (Manu). 
In den den Mumien (in Aegypten) mitgegebenen Büchern war 
das Schicksal der Seele in Abbildungen dargestellt, wie der 
Abgeschiedene in's Jenseits tritt (den Sonnengott Ra an- 
betend), durch typhonische Thiere geängstigt wird, auf hinmi- 
lischen Gewässern schiffi;, säend und erntend. Auf den 
Batuinseln im Archipelago wird nicht begraben, damit die 
Seelen nicht dem in der Erde wohnenden Gotte (der neben 
dem Gotte des Himmels und der Luft angenommen wird) 
in die Hände fallen, während die Griechen dann umgekehrt 
auf eine Auferstehung hofften (aus dem Saamenkorn). In Mada- 
gascar steigen die Götter zuweilen zur Erde auf dem silbernen 
Faden hinab, der den Todten als Himmelsleiter dient. Nadi 



51 

den Schwarzfiiislern erklimmen die Seelen einen steilen Berg 
und sehen dann eine weite E^ene mit neuen Zelten, wo die 
Ghiten empfangen, die Bösen in den Abgrnnd gestürzt wer* 
den (Franklin). Die Crih-Indianer passiren einen reifsenden 
Strom trüben und stinkenden Wassers auf einem schlüpfirigen 
Baomstamm. Die Kamtschadalen kommen nach dem Tode 
in eine unterirdische Welt, in der Haetsch lebt, einer der 
ältesten Söhne des Kutka^s und der erste Mensch, der auf 
Erden verstorben ist (Steller). Der auf dem Berge Gnowa 
lebende Mukizing (der Gott der Khyen) nimmt die ^elen 
der verbrannten Verstorbenen zu sich, während die der 
anderen zur Plage ihrer Angehörigen auf der Erde zu ver- 
weilen haben. 

Pindar stellt den Zustand der Unseligen dem der Seligen 
g^enüber, die schon im Hades "" ein mühelos seliges Leben 
filhren und, nachdem sie sich dreimal im Leben und drei- 
mal im Hades aller Sünden enthalten haben, nach einem noch 
wonnevoUern Zustand auf die Inseln der Seligen gelangen, 
als dem Todtenreiche ganz entnommen. Die eleusinischen 
Geweihten ergötzen sich in der duftigen Stadt der Seligen 
mit Spiel und Kingen unter schattigen Fruchtbäumen (nach 
Pindar). 

The soul of a dying person (according to the Battas) makes 
its escape through the nostrils and is borne away, by the wind, 
to heaven, if of a person who had led a good life, but if of 



* Nur die fivi^fiT] ddccvsToc überwindet den Tod , und als von . der Un- 
sterblichkeit, welche die Götter besitzen, verschieden spricht Isokrates von 
derjenigen Unsterblichkeit, welche in 'die Nachgeborenen das Gedächtnifs an 
solche gepflanzt, die sich durch Rühmliches ausgezeichnet haben. Die Todten 
hielsen (in der Ilias) xexfxT^xdrec (functi laboribus), nach dem Zustande, in 
welchem sie sich bei Leibes Leben befanden und aus welchen^ ^e herr 
kommen (Nägelsbach). Lucian läfst die wahrhaft Frommen in d^M Elysium 
die Frevler Iq t^v toüv daEßdiv ^uipov konmien, sagt aber von der zahlreich- 
sten Klasse der Verstorbenen (den Mittelnaturen): ol hi toO fiiaoi» ßfei», ttoXXoI 
drczQ oSrot, iv xtp XetfxoJvt TtXavÄvrat avsu twv aüOfjictTarv axtal yEvdfxevot %a\ 
imo TTQ a^pig xadairep %aTot6i dcpavtC^fJiEvoi. Den v^coi {xGntd|>mv, dem Freudenort 
im Hades (bei Plato) steht als das allgemeine Tiaeuic te xal oixi^c ^EOfMiiTpi^tov, 
der Tdcprapoc gegenüber, das Gcfängnifs der von Zeus gestürzten Titanen (bei 
Homer). Das Elyseischc Gefilde liegt aufserhalb des Hades umä wurde 
erst durch die orphisch-eleusiuischen Lehren darin aufgenommen. 

4» 



52 

an evil-doer to a great cauldron, wherc it shall be ezposed 
to fire (by Suraya-guru) until such time as Batara-guru shall 
judge it to have suffered pnnUhment proportionate to its moB 
(Marsden). Nach der jüdischen Liegende wird das. Proaifr- 
wünschen daraus erklärt, weil früher die Menschen niesten: 
und starben. Bei den Skandinaven wurde die Bevölkerung 
nach Nasen oder athmenden Seelen geschätzt. DaXs der 
Schleim der Nase nicht durch die Siebplatten aus dem Gre- 
him abfliefsen könne, wurde erst durch Schneider (f 1680) 
nachgewiesen. So saying king Siri Sangkabodhi (ncoording 
to the Attanagalu-Vansa) adjusted the windpipe by stiffening 
the blue jugular veins and arteries on either side of the neck, 
marked the Joint of the head with a line drawn with the 
water of his strainer and firmly grasped with his hand to 
the top-knot, and moreover hoping that untU he placed hu 
head on the hand of the traveller, the vitality of the body 
together with the faculties of the mind might continue on* 
impaired, he lifted up the head straight by the bunch of 
his hair, when the head was severed, and the king holding 
it in his very grasp, placed it on the palms of the traveUer's 
hands (Alwis). 

In Australien führen Mütter die Leiche ihres Kindes oft 
Jahrelang bis zu gänzlicher Verwesung mit sich herum. Auf 
den Flinder^s Inseln werden die begrabenen Todten nach 
fänf Tagen aus der Erde genommen und durch die nächsten 
Verwandten in Rinden gewickelt, um umhergeföbrt zu wer- 
den. Auf Vandiemensland trägt man Sorge, dafs die Sonne 
ins Grab scheine (nach Peron), wie in das der egyptischen 
Prinzessin. Bei den Californiern (die ihre Todten nach ge- 
brochenem Rückgrat zusammengeknebelt ins Grab legen) 
schlagen sich die Leidtragenden mit spitzen Steinen, bis das 
Blut herabrinnt (Bägert). Auf Tonga ritzen sie sich mit 
einem Haifischzahn. Wie die Tscherkessen, schlugen sich 
die Klagenden (nach Herodot) in Aegypten. Die Abiponen 
legen die Todten familienweise zusammen, die Weiber zu 
den Männern, die Enkel zu den Grofsvätern, und nehmen 
bei Auswanderungen die Todten mit sich hinweg. Die Nase 
eines Eskimo wird nach dem Tode mit Hirschhaar verstopft 
(nach Parry). Die Papaguas (in Süd-Amerika) lassen beim 



53 

Begraben den Kopf frei, ihn mit einem Topf bedeckend 
(Azara). Die Samojeden stürzen in Gräber einen Kessel 
über den Kopf der Todten. Bei den Kalmücken bestimmt 
der Geistliche die Lage der Leiche (nach Compafsstrichen) 
und die Bestattangsart. Auf Neuseeland werden die begra- 
beneu Knochen am Jahresfest Hahunga von den Fleisch- 
resten rein geschabt Auf Tahiti ritzt der in den Mantel 
Ahau Rupe gehüllte Vermummte die dem Leichenzuge Be- 
gegnenden mit dem Stabe Payho blutig. Bei der Geburt 
eines Indianers (in Canada) erhebt sich der das Paradies be- 
wohnende Omissa-Kamigokoue und spricht die Zahl der 
Jahre aus, die ihm zu leben bestimmt sind (s. Kohl). 

Als Yama von seinem Büffel abstieg, um den seinen 
Diener zurückweisenden Merkaden, der Siva's Lingam um- 
armt hatte, selbst mit einem Stricke in die Unterwelt zu 
ziehen, wurde er durch den über diese Rücksichtslosigkeit 
erbitterten Swa erschlagen. Da indefs in Folge dessen die 
Menschen auf der Erde so zunahmen, dafs diese das Ge- 
wicht nicht mehr zu tragen vermochte, baten die Götter Siva 
nm Wiedererweckung Yamas. In seine Rechte wiedereinge- 
setzt, sandte Yama einen Paria, um allen alten Leuten an- 
zuzeigen, dafs sie das Leben zu verlassen hätten, denn 
damals hatte der Tod nur über Hochbejahrte Macht. Der 
Bote indefs, der sich berauscht hatte, vergafs die Form des 
Auftrages, als er auf einem Elephanten umhergeflihrt wurde, 
und rief aus: „Yama, Gott des Todes und Vorsteher der 
Unterwelt, befiehlt, dafs die Früchte der Bäume, ob grün 
oder reif, dafs die Blätter, ob grofs oder klein, ohne Unter- 
schied abfallen.^ Seitdem sterben die Menschen in allen 
Lebensaltem (de la Flotte). Als nach der kosmogonischen 
Mythe der Neger von Alt-Kalabar, der von Abasi geschaffene 
Mensch, den himmlischen Geboten ungehorsam geworden, 
sendete die Göttin Atai den Tod: „Abasi's Atai liefs Streit 
unter ihnen entstehen und Tod und jedes üebel, weil ihr 
Vater Böses gethan." Als die thierischen Formen mit fort- 
geherrder Vermehrung so zahlreich wurden j dafs sie allen 
Pflanzenwucbs vernichteten und nicht mehr Blumen genug 
blieben, um. durch ihren Duft die ürfrau (Ihtangeyyasangasi) 
zu ernähren, sann diese darüber nach, wie es möglich sein 



54 

würde, dafs die Thiere stürben mit nachfolgender Auf- 
erstehung. 

DiBr Mondtag gehört im deutschen Volksglauben zu den 
unglücklichen Tagen (wie Mittwoch und Sonnabend)^ ■ weil 
das an ihm Begonnene nicht Wochen alt wird, sondern wie 
der Mond rasch wechselt und untergeht (Wuttke). Die 
Einen sagen, dafs die Lehre des Buddha wächst, die Andern, 
dafs sie abnimmt, aber der Mond selbst weifs weder roa 
der Abnahme, noch der Zunahme, welche ihm zugeschrieben 
wird (nach dem Tathagatagunadschanatschintjavishajavata- 
ranirdesa). Wenn die Esthen den Neumond erblicken, be- 
grüfsen sie ihn, sprechend: ,,Sei gegrüfst, Neumond! lob 
müsse jimg, du alt, meine Augen helle, deine Augen dunkel 
werden, ich leicht, wie ein Floh, du wie Elisen schwer.* 
Man mufs vermeiden, auf den Mond zu zeigen, denn em 
solcher Finger bleibt im Grabe unverwest. Wenn der ver- 
finsterte Mond sein Licht wieder erhielt, so glaubten die 
Peruaner, dafs er von seiner Krankheit genesen und (da 
Pachacamac ihm geholfen und befohlen habe, nicht zu stei^ 
ben) freuten sie sich und dankten ihm, dafs er nicht gestorben ] 
wäre. As the moon dieth and cometh to life again^ so we^ 
having to die, will again live (in California). Der Mann im 
Monde ist Mani-Meno. Als der grofse Geist nach längerem 
Aufenthalt den caraibischen Stamm der Tamanachier Ter- 
liefs, wandte er sich noch einmal in seinem Kahne um, 
sprechend: ^Ihr werdet indessen die Haut verändern!^ So 
würden sie, ohne zu sterben, die Haut gewechselt haben^ 
wenn nicht, auf den Unglauben eines alten Weibes hin, der 
grofse Geist sein Wort zurückgenommen hätte, sprechend: 
Jäa sollt sterben!^ (nach Gilii). Bei den Yuracares in Brap 
silien verkündete Tiri (Sohn des Baumes Ule), der in den 
Mond versetzt war), dem Caru das Wiederaufleben seines 
Sohnes, bestrafte aber die Menschen mit Sterblichkeit, als 
aus Ungehorsam die auf den Gräbern erwachsene Erdpistasie 
gegessen war. Der Mann im Monde (u-Tixo) trug dem 
Hasen auf, den Menschen die Botschaft zu bringen, daJfa sie, 
wie er selbst, in's Leben zurückkehren würden. Sie starben 
aber, weil der Bote sich irrte und ihnen sagte, dais sie wie 
der Mond sterben würden (bei den Hottentotten). Die ür- 



55 

saohe des Todes wird von den Grönländern einer Frau zu^- 
geschrieben, welche spricht: Tokkorsarlutik okko pilloMt 
sillarsoak rettulisapat (Lasset sie nach einander sterben, 
sonst würden sie keinen Platz auf der Welt finden). Nach 
Andern hatten die ersten Menschen einen Streit, und der 
£ine sprach: Kaut sarlune unnulerlune innuit tokkorsaiiutik 
(Lafs den Tag bestehen, lafs die Nacht bestehen und den 
Menschen sterben). Der Andere sagte : Unnuinnarlime kau« 
sunanc innuit tokkosinnatik (liafs nur die Nacht bestehen, 
damit kein Tag mehr sei, und die Menschen leben). Nach 
langem Streit blieben die Dinge nach dem Ausspruche des 
Ersteren (Egede). Das Chamäleon wurde den Kaffem ge- 
schickt, ihnen das Leben zu verkünden; da es aber von der 
Eidechse, dem Boten des Todes, überholt wurde, so sind die 
Menschen sterblich. Die Kaffir sehen in dem Wechsel* 
der sich stets erneuernden Mondscheibe (das Symbol der 
chubilghanisch wiedei^borenen Buddhen) das Unterpfand des 
Fortlebens, und von Jedai-Chan (der mit dem Lichte geboren 
war und über den der Tod keine Macht hatte), sagt die tar* 
tarische Heldensage: Wenn der Mond jung war, war auch 
Jedai-Chan jung, sobald aber der Mond alt wurde, alterte 
auch Jedai-Chan. 

Die auf (hyperboräischen) Inseln von Gott erschaffenen 
Menschen (der Aleuten) waren anfänglich unsterblich, und wenn 
sie bis in's hohe Alter gelebt, pflegten sie auf einen hohen Berg 
zu gehen und sich dort in einen See zu stürzen, aus dem 



* Die den Thraciern bekannte Lehre der Unsterbliehkeit wird bald den 
Acgyptern', bald den Magern oder Chaldäern, bald den Brahmanen zuge- 
schrieben. Animas hotninum immortales esse, gilt als Lehre der Druiden 
(Valerius Maximus). Kai hX ixüiv (optafjL^vwv TrötXtv ßiouv, e(c Stepov aö)|xa T^jii 
^^yjl'» e^cSuofxIvTjs (Diodor) ^vio^^uei ydp Ttap* aixzoXi h Ouftaydpou Xdyos 
(unter den Druiden). Pythagoras (bei Alexandres) d-xrfULoiyai 8^ Taka- 
Ttüv (nach Clem.). Von der Seelenwanderungslehre bei alten Iren spricht 
O'Connor. 'Acp^aptou? 8i Xeyouai xal oÖTot xat aXXoi xctc d^u^^-ic "x-olX t6v %6ci- 
piov, draxpaTi^aeiv H irore xal irOp xal 38ü)p , bemerkt Strabo von den Kelteti, ' 
den Daken und Geten die Metempsychose zuschreibend. Wenn nach dem 
Zerschmettern des Erdklumpens der Wind den durch die Fluth reinge- 
waschenen Staub in schönerer Gestalt zusammengeweht hat, so werden auch 
alle Thiere wieder auferstehen und in gröfserem Ueberflufs sein. Auf die 
Menschen aber wird Pirksoma (der da droben) blasen , so werden sie leben 
(nach den Grönländern). 



56 

sie nea verjüngt wieder hervorkanien. Ak jedoch die von 
Goit geliebte Jungfrau diesem seinen Fehler vorwarf ao viele 
Berge auf den Inseln und keinen Wald erschaffen zu haben, 
eraümte sich Gott und tödtete die Brüder seiner Gemahlin, 
worauf alle Menschen sterblich wurden (Sarytschew). Wenn 
der Chippewayer alt und siech geworden, lafet er sich von 
sdbem Sohne den Todesstreich geben, um im Lande des 
licbensherm verjüngt zu werden (Heckewelder). , Der Fischer 
Glaukos wird unsterblich als Meerdamon, indem er eine 
ae(C«»vo( ßoxoevi} findet, die (nach Aescbrio von Samos) Kronos 
gebort hatte. Bellerophon irrte umher, Unsterblichkeit 
suchend. König Nemi iahrt in seinem Wagen zum HinuneL* 
Die Kaiser Chinas sandten See-Expeditionen aus nach der 
Pflanze des Immerlebens oder Sammler in^s Land der Po« 
lomen. Durch Mittheilung der Ambrosia werden Tithonos 
und AristSieus unsterblich. Der Kopf Rahu^s, der von dem 
Amrita der deva geschlürft, überlebte die Enthauptung. 
Pindar findet den Grundunterschied göttlicher und mensch- 
licher Natur, die sonst beide eines Stammes sind, in der 
winzigen Dauer der letzteren. Bonus tempore tantum a deo 
differt (Seneca). Die Buddhisten kennen dies genauer. Die 
Lebensdauer der Yama-Götter währt 2000 Himmelsjahre oder 
44. Millionen Erdenjahre; im Himmel Dusit erreichen sie 
ein Alter von 4000 Himmelsjahren oder 576 Millionen Erden- 
jahren, im Himmel Paranimit von 16000 Himmelsjahren oder 
9,216,000,000 Erdenjahren u. s. w. 



* Necdam mortui et paradisi jam coloni, habent membra cum quibus 
rapti sunt et translati, bemerkt Uieronymus von Uenoch und Elias. Necdam 
mprtem gustavit (Henoch), ut aeternitatis candidatus (s. Tertullian). Die He- 
bräer glaubteD) daüs Moses nicht gestorben sei, da Niemand dem Begräbnifs 
beigewohnt, wie Arthur (in Glastonbury), wie Carl M., Roland, Barba- 
rossa, Maximilian von Oesterreich nicht gestorben (gleich Aratus, Achilles, 
Arminias, Ariovistus). De Tamiral Philippe de Cabot (victime des intrig^es 
de la cour sous Fran9ois I) le peuple des bords de la Saune a fait un chas- 
seor sauvage. Im östlichen Frankreich glaubt man, dafs Napoleon noch lebe 
(Monnier). Dans quelques provinces on est persuadc, qu'Agrippa (f 1535 ä 
Gr^noble) n'cst pas plus mort que Nicolas Flamol, et qu'il se conserve dans 
un eoin, ou par Tart magique, ou par l'elixir de longue vie (Collin de 
Plancy). 



57 

Nach Caesar wurden die Gallier durch die Predigten 
der Druiden ermuthigt, indem die Seele nicht untergehe, 
sondern beim Tode fortwandere (non interire animas, sed 
ab alüs poet mortem transire ad alios), und auch die Ger- 
manen (nach Appian) durch die Hoffnung des Wiederauf- 
lebens. Wenn die Sitte der Todtenverbrennungen vorherrscht, 
genügt es, die Reliquien für die Regeneration des Körpers 
zu reserviren, während beim Begraben das ganze Skelett fElr 
diesen Zweck verlangt wird und das Zerschlagen eine Frevel- 
that ist, die, wie die durch Thialfe verursachte Lähmung, 
Thor^s Strafe verdient. Auch die Knochen des Opfertbieres 
werden auf den Altar gelegt, um von den Göttern neu be- 
lebt zu werden, und könnte ein archaistischer Opfergebrauch 
ähnlicher Vorstellungsweise jenem Streit in Sicyon (Mekone) 
zu Grunde gelegen haben, dem später die Verschlagenheit 
des Prometheus zum Erklärungsgrunde dienen mufste. Die 
Karen bringen die Gebeine nach dem Knochenberge Paloh, und 
63 würde höchst unglücklich sein, wenn Stücke verloren gehen 
sollten. Die Abiponen pflegten die Knochen ihrer Vorfahren 
immer mit sich umherzutrageu. Im Tempel der Sclaben auf 
dem schwarzen Berge stand ein Greis, die Todtengebeine 
mit aeinem Stabe berührend (Massudi), 

Als der Tod die durch ihre Ceremonien unsterblich ge- 
wordenen Götter nach seinem Antheil fragte, wurde ihm 
künftighin der Körper als Antheil zugestanden, indem Nie- 
mand mehr durch gute Werke oder Kenntnisse unsterblich 
werden solle, ohne vorher von seinem Körper abgeschieden 
zu sein (in der Satapatha Brahmana, wo es sonst als höchste 
Belohnung versprochen wird, mit dem ganzen Körper in der 
nächsten Welt wiedergeboren zu werden — eine später nur 
den Halbgöttern vorbehaltene Deificirung, da bei den übrigen 
Frommen der Körper desto ätherischer wird, je mehr Opfer 
gebracht sind). Bei den Tahitiern wurde in der anderen 
Welt dem Sündigen das Fleisch von den Knochen durch die 
Oromatuas abgekratzt, und auf den Nikobaren wurden am 
Jahrestage des Todes die Knochen von der Wittwe ausge- 
graben und sorgsam gereinigt, ehe sie sie wieder einscharrte. 
Die Lappen opfern vom Altare genommene Knochenstück- 
chen (die Hauptglieder) den Jami-Kiatse (unterirdischen 



58 

Geistern), damit die Gotter sich daraus neue Creaturen macheo 
und Fleiscii an die Knochen schaffen können (Ganander). 
Hogström sah einen Lappen Kopf und Flügel eines Aueriialiiii 
den Seida opfern, damit sie daraus neue Vögel bildeten und 
ihnen zur Jagd schickten. Die Heroen der Chichimekoi 
lassen sich durch Xolotl die Knochen eines Verstorben«! 
aus der Unterwelt holen, um sie durch Blutsprengen in 
Menschen zu yerwandeln. Nach Isidor ist das Ejrenzbein 
heilig, weil es sich zuerst im Embryo bildet, und audi die 
Rabbinen haben ihre Theorien über das Knöchelcben Lm, 
das Kaiser Hadrian vergebens zu zerstampfen suchte. 

Der erste Mensch (Nahabusch oder Nanabuscho) sdiiif 
(bei den Leni-Lenape) die Erde, die Thiere, die Wunseh 
und Heilkräuter (auf Befehl des grofsen Geistes). ESinst 
tödtete der grofse Geist seinen Bruder und erregte dadurdi 
den Zorn des ersten Menschen so sehr, dafs er sich empörte. 
Er wurde dadurch immer mächtiger und hatte beinahe den 
Sieg davongetragen, als ihm der grofse Geist die Zauber- 
formel zur Heilung, den Metai, überreichte. Dies bewirkte 
zvrischen beiden Versöhnung, und Nanabuscho brachte den 
Metai auf Erden zu seinen Vettern und Muhmen. Der grofäe 
Geist Cumongo (in Califomien) schickte, als den ersten Men- 
schen, seinen Sohn Guaayap oder Guayiachia (mit der bei- 
gegebenen Eule redend) auf Erden zum Unterricht der 
Menschen. Von den Indianern erschlagen, verweste er nicht 
Loguo, der erste Mensch der Karaiben, kehrte nach der 
Schöpfung der Erde zum Himmel zurück, woher er herab- 
gestiegen. Der erste Mensch Kaliak oder Kallak (ab 
Schöpfer) stammt (bei den Grönländern) aus der Erde. Wie 
die zu Göttern erhobenen Geisterwesen, hiefs der erste 
Mensch (in Tahiti) Tii oder Tiki. Dem ersten Menschen 
(numanch machana), der sich allein bei der Pluth rettete, 
opfern die Mandans. Wie Schöpfer, ist Messou Stammvater 
der Kanadier. Die Mönnitarris verehren den Herrn des 
Lebens als den Menschen, der nie stirbt, und als den Ersten 
Menschen (ehricka wahäddsch), der bei der Schöpfung den 
grofsen Vogel herabschickte, um Erde aus dem Wasser ber- 
aufzubringeu (Neuwied). Bei den Huudsrippen ist der erste 
Mensch Schöpfer der Menschen, der Sonne imd des Mondes. 



69 

Nachdem der erste Afann (der Irokesen) Jusheka seinen 
Bruder erschlagen, wurde er durch seine Starke Regent der 
Welt. Valentin nannte den Urvater Mensch. Die Ophiten 
.machten den Urvater zum ersten Menschen. Nach den Kab- 
balisten ist Adam Kadmon, als Urmensch, Einheit der aus 
Gott emanirenden Kräfte. Der Urmensch (Puanku) beginnt 
(in China) die Ordnung der Welt. Nach Tabari Yeducirte 
Gott die Grölse Adam's. Der erste Mensch der Antillen schuf 
aus weicher formloser Masse erst die Erde und dann den Mond. 
Bei den Wakosch schafft Knautz zuerst das Weib. 

Die Australier vermeiden es, selbst am Tage sich den 
Gräbern zu nähern, und sollte Jemand Nachts dort schlafen, 
Bo würde der Todte herauskommen und ihm die Eingeweide 
aus dem Leibe ziehen, die sich indefs am nächsten Morgen 
wieder eingesetzt finden. Dieser Operation mufs sich jeder 
Karraji wenigstens dreimal unterworfen haben, um seine 
Würde zu erhalten, ist aber dann gegen Gespenster ge- 
schützt (Collins). In Ungarn schlug man solchen Vampym 
einen Pfahl durch's Herz. Der grönländische Luftgeist Er- 
loersontok (der die Eingeweide horausreifsende), der sich von 
den Eingeweiden der Todten auf dem Wege zum Himmel 
nährt, wird als ein magerer, ausgehungerter Mann mit hän- 
genden Backen vorbestellt (Egede). Die Ojibbeways haben 
auf dem Seelenweg eine Schlangenbrücke zu passiren. Auf 
den Navigatorinseln frifst ein Vogel die Seelen oder schlingen 
sie die Gatter. Die beim Verbrennen der Leiche entfliehenden 
Bhut der vier Extremitäten gehen in Slam um, und (nach den 
Babbinen) wurden die nicht in der Hölle gestraften Sündigen 
zum unstäten Umherschweifen (Navenad) verurtheilt. Nach 
den Indianern verweilt die Seele noch einige Tage im Wig- 
wam neben dem Körper, ehe sie nach dem Geisterlande fort- 
zieht. Bei den Chibchas setzte die Seele in einem Kahn aus 
Spinngeweben über den Flufs, und wurden deshalb die 
Spinnen geschont. 

Der Leidtragende mufs bei den Ojibbeways, ohne sich 
umzusehen, vom Grabe zurückkehren, sonst folgt ihm der 
Tode (Je-bi oder Cha-pi), oder ein Begleiter mufs Zweige 
über dem Haupte schütteln, als ob er Fliegen fortjagte. Eine 
Wittwe, die ihren Ehemann begraben hat, muls in Zickzack- 



60 

Sprüngen zurückkehren, um der Verfolgung zu entgehen. Die 
Alfuren treiben die Geister* mit Säbelhieben von ihren Woh- 
nungen zurück. Die von einem Begräbnifs zurückkehrenden 
Böhmen warfen Steine und Holz hinter sich, ohne umsu- 
blicken (nach Hajek). Die Puelches fürchten so sehr ihre 
Zauberer (Calmelache), dafs sie an den Gräbern derselben 
nur schftreigend vorübergehen, aus Furcht sie zu erwecken 
(d'Orbigny), und so die Congo-Neger denen der Jagas und 
die Madagasen bei denen des alten Volkes ihrer Insel. Die 
Holzhauer im Forste bei Bamberg schlagen drei Kreuze auf 
jeden geföUten Stamm, damit sich beim Umziehen des wil- 
den Heeres die Waldweiblein und Waldmännlein dahin flüchten 
mögen, und besonders auch die armen Seelen Erschlagener oder 
sonst verunglückter Leute, die im Walde noch irren müssen. 
Um die Geister im Grabe festzuhalten, schüttet man 
Steinhaufen auf dasselbe, und Antars Mutter empfahl den 
ihres Sohnes besonders hoch und schwer zu machen, damit 
sein gewaltiger Geist nicht durchbrechen könne. Die Cayu- 
vavas und Itonamas halten den Sterbenden Mund und Nase 
zu, damit der Tod in ihnen bleibe und nicht auf andere 
übergehe (d'Orbigny). The Kaffirs believe, that when a per- 
son dies bis i-hloze a isi-tute survives. The prophets com- 
pare it to the shadow. The residence of the ama^hloKC is 
beneath. If earth were removed from the grave, the ghost 
would return to frighten, and the Assagais are therefore 
broken. Die Esquimaux, sagt Niangungitok, vermeiden etwas 
Schweres auf den Todten zu legen, da sie ihn dadurch zu 
verletzen fürchten. Die Califomier lassen die Seelen der 
Neugeborenen aus Inseln zurückkommen (nach Fages). Wie 
am Beni^, giefsen die Wanika im östlichen Afrika (nach 
Pickering) Blut ins Grab, und früher die Griechen (die ^«x^ 
zu beleben). In Doreh werden zur Ernährung Gewächse 
und Zuckerrohr aufs Grab gepflanzt, sonst Mandioc, nahr- 
haft wie die mehligen Knollen des Asfodelos. Die aristopha- 



* Fetcr Martyr nennt die Zemes (Schatzgeister oder Abgeschiedene) 
nocturna phantasmata , als die Columbos-Indianer bei Nacht schreckend. Er- 
zeugt ein solcher Geist Kinder, so haben diese zwei Wirbel auf dem Kopf. 
Die Kliketat der Sahaptin werden am Fehlen des unteren Thcils der Naseu- 
scheidewajid erkannt. 



61 

nische Vogelstadt verursacht eine Hungersnoth im Himmel, 
da ihr Cordon das Aufsteigen des Opferdampfes hindert. Nach 
den Caraiben findet im Jenseits keine Bestraftmg für irdisch^ 
Vergehen statt, da Pillian, der Herr der Welt, viel zu gut 
ist, als dals er strafen könnte (Stevenson). Die im Kampfe 
Gefallenen und vom Blitze Erschli^enen geben nach moha^ 
medanischem Glauben sogleich ins Paradies ein, und werden 
deshalb von den Tscherkessen besonders geehrt (unter rittero 
liehen Spielen). Wer aber an einer Wunde damiederliegend, 
noch längere Zeit lebt, hat entweder durch Ungeduld oder 
SchmerzäuTserung an der Gottheit gesündigt. In Griechen- 
land wurden die vom Blitz Erschlagenen, als von den Göttern 
berührt, nicht begraben (als heilige Leichen). Bei Leichen* 
festen der Bhodo und Dhimal bietet der nächste Verwandte 
den Todten Speise und Trank, die er bisher mit ihnen ge* 
nossen, zum letzten Mal an, da er jetzt nicht weiter daran 
Theil nehmen kann, und wie sie nicht zu ihm, er nicht zu 
ihnen kommen solle (Hodgson). Bei den Haselrasterbauem 
auf Aschbach in Tyrol hat man am Tage Allerheiligen Küchl 
gebacken und die Ueberbleibsel auf dem Tisch gelassen, 
sprechend, das gehört den armen Seelen, und brennende 
Kerzen umherstellend. Nachts sind die armen Seelen ge- 
kommen, haben sich um den Tisch herumgesetzt und sind 
mit dem Avemaria-Läuten wieder verschwunden (Panzer). 
Bei dem Leichenfest auf Nukahiwa werden die (von den 
Priestern verzehrten) Schweinsköpfe den Göttern angeboten, 
um dem Verstorbenen eine sichere Fahrt nach dem Jenseits 
zuzugestehen. Im Ahnensaal setzen die Chinesen Speisen 
hin, nicht weil die Todten. speisen (nach dem Schiking), «on«* 
dem um ihnen Ehren zu erweisen. Die Battas umtanzen 
beim Opferschmaus den an einen offenen Ort hingestellten 
Sarg der Leiche. Die Bussen stellen neben der Leiche einen 
Teller mit der Kutja genannten Todtenspeise (Honigreis mit 
Bosinen), die nach Beendigung der Ceremonie an die Priester 
kommt. Das in der morgenländischen Kirche schon im IV. 
Jahrhimdert gefeierte Allerheiligenfest wurde in Rom später 
vom Mai auf November verlegt, und das Allerseelenfest kam 
998 p. eh. hinzu, als der Abt Odilo das jämmerliche Schreien 
der armen Seelen im Aetna gehört hatte. 



62 

Bei der Chauturas (Todtengabe) warfen die Litthaner, 
wenn sie die durch den Speiseduft angezogenen Seelen her- 
beirauschen hörten, kleine Stücke des Essens unter den 
Tisch, sprechend: ^Vergebet, Seelen der Verstorbenen, 
erhaltet uns Lebenden den Segen und die Ruhe dieses 
Hauses. Gehet, wohin euch das Schicksal ruft, aber ver- 
meidet, Schaden anzurichten, wenn ihr über unsere Schwellen, 
Hausfluren, Wiesen und Felder fliegt.* Nachdem die Preufsen 
beim Leichenmahle Speise und Trank unter den Tisch ge- 
worfen, fegte der Oberpriester das Haus und vertrieb die 
Seelen, sprechend: „Ihr habt gegessen und getrunken, ge- 
liebte Seelen, macht euch fort.*' Die Zauberer (Jomsy) 
der Tschuwaschen legten Speisen auf die Gräber mit Hand- 
tüchern, sprechend : „Stehet in der Nacht auf und efst euch 
satt; da habt ihr auch Handtücher, um euch den Mund zu 
wischen." Wenn die Tscheremissen Speise und Trank auf 
das Grab legten, sprachen sie: „Das ist ftir euch, ihr 
Todten-, da habt ihr Speise und Trank.*' Aufser der coena 
novendialis feierten die Römer die Feralia oder Parentalia 
mit Schweineopfern. Im Tenggergebirge (auf Java) wird bei 
der Beerdigung ein hohler Bambus in das Grab gesteckt, um 
Speise und Trank hinabzuschütten. Im Alpachthal wird ein 
Seelenlichtlein auf dem Heerd angezündet, damit die armen 
Seelen herbeikommen und ihre Brandwunden mit dem ge- 
schmolzenen Fett bestreichen. 



Wenn von Elementarstoffen des Denkens gesprochen 
wird, so mufs dieser Ausdruck in dem Sinne der Chemie 
genommen werden, in dem naturwissenschaftlich allein 
richtigen und zulässigen Sinne, indem wir die Elemente als 
diejen^en Grundstoffe betrachten, über die sich dem Stand- 
puncte unserer jetzigen Kenntnisse nach nicht hinausgehen 
läfst, ohne aber damit das Mindeste über den Werth ihrer 
absoluten Bedeutung aussagen zu wollen oder zu können. 
Das Denken selbst ist Herstellung des Einklanges im Reiz 
imd Gegenreiz auf dem psychischen Gebiete, d. h. in den 
nicht mehr direct auf räumlich körperliche Substanzverände- 
rung reagirenden Nervenschwingungen. Bei den anderen 



63 

Sinnen findet eine unmittelbare Ausgleichung im materiellen 
Stoffiimsatz statt. Die am Eingange des Oesopbagos den 
Geschmack anregende Speise wird schon dort und mehr 
noch im Magen resorbirt, der Duft durchdringt die Schnei- 
dersche Membran der Meatus bis zu den Anastomosen des 
Olfactorius mit betäubender Nachwirkung, das auf der Haut 
empfundene Gefühl wird bei den isolirt verlaufenden Strängen 
des Rückenmarks durch rückgängige Leitung im Kraftver- 
brauch der Muskelzuckung beantwortet. Die durch Gesicht 
oder Gehör erweckten Schwingungen zittern zu schwach, 
als dafs sie auf das System der Bewegungsnerven einen nach- 
haltigen Anstofs äufsem könnten, und da sie deshalb von 
dort nicht die benöthigte Complementirung erhalten, suchen 
sie einen neuen Ruhepunct, und finden ihn in gegenseitiger 
Compensation. So bald indefs ihre Thätigkeitsäufserungen 
durch regelmäfsig gewohnte Anordnung zur Klarheit des Be- 
wufstseins gelangt sind, vermögen sie sich in einen orga- 
nischen Zusammenhang zu setzen mit der Nervenntasse des 
Rückenmarks, und sind dann im Stande, an den Reflexactionen 
desselben Antheil zu nehmen, indem sie durch ihr als Willen 
auftretendes Zwischenspiel in die sonst unbewuist verlaufen- 
den Muskelbewegungen eingreifen, aber diese Herstellung 
einer secundären Reaction darf nicht mit der primären ver- 
wechselt werden, um die es «ich hier allein handelt. Für 
diese letztere läfst sich eine gegenseitig ergänzte Wechsel- 
beziehung zwischen Gesichtsbild und dem gedachten Namen, 
zwischen erinnertem Namen imd Gesichtsvorstellung anneh- 
men, und ob sich die Thätigkeit weiter mit einer Einwir- 
kung auf die Sprachorgane verbindet, kommt nicht ftlr 
das Individuum, sondern nur für den Gesellschaftskreis 
in Frage. Für lange Zeit hinaus werden sich alle psychi- 
schen Bedürfnisse des Naturmenschen auf solche Weise ab- 
gleichen. Sein Denken verläuft eben in Sprachbildung*, 
in Schöpfting bestimmter Worte, um entsprechende Ge- 



* Nach einem lebhaft gehaltenen Vortrage bleibt der Vorstellnngshorizont 
noch lange mit den in blinkenden Reflexen auf- und niedertauchenden Nach- 
bildern gefüllt, die so genannt werden können, weil den Nachbildern auf der 
Retina am naheliegendsten vergleichbar, die sich aber aus Nachbild und Nach- 
hall zusammensetzen. 



64 

müthszustände zu denken, welche Worte unter der Nmm- 
nalform auftreten, wenn an direct sinnlich durch das Auge 
empfundene Gegenstände (erst später auch an Abstractioiieit) 
angeknüpft, in der Verbalform, wenn auf Handlungen und 
Beziehungsverhältnisse auslaufend, oft aber in unbestimmtar 
Schwebe zwischen beiden gehalten sind. Das Denken dei 
Naturmenschen ist zunächst Sprachschöpfung (wie in den 
Vedas für alle Schöpfung die Vä^ oder Sprache die Queik 
bildet, indem sich jene mit Aussprechen des Wunsches voll- 
zieht). Er befriedigt dadurch den seiner Constitation eoH 
wohnenden Geboten des Keactionsgesetzes unterworfen, seine 
psychischen Bedürfnisse, aber mit ihrer Befriedigung endet, 
nach deren Trägheitsgesetzen, auch seine Denkthätigkeü 
Er thut, was er mufs, aber er kennt kein Interesse des Ueber- 
her. Missionären, die nach der Bedeutung der Sterne fing- 
ten, antworteten die Wilden, dafs sie sich darum nicht kfim* 
merten, die Schöpfting könnten sie nicht kennen, weil allzu 
lange Zeit seitdem verflossen, vom Himmel wüfsten sie Nichts, 
weil Niemand dagewesen, ihnen davon zu erzählen. Freilich 
ist dieses Stadium der Genügsamkeit nur ein kurzes, denn 
bald strömen ihnen so viel Mittheilungen über die unbekannten 
Reiche .des Jenseits zu, dafs sie fast die Erde ganz aus dorn 
Gesicht verlieren. Von Interesse ist auch diese dem Natur* 
menschen nur, so weit er ihrer zum Lebensunterhalt bedarf 
für seine Nahrung, fiir Wasser, für den Häuserbau, in än^ 
dern Beziehungen ist sie für ihn nicht vorhanden. Erst wenn 
die Denkthätigkeit sich mehr aus der Abhängigkeit von ma- 
teriellen Einflüssen losgearbeitet und die Selbstständigkeit 
eines Organismus gewonnen hat, wächst sie aus eigenem An- 
triebe in die Unendlichkeit fort. Dasjenige, was zuerst 
aufserhalb des Kreislaufes der unverändert wiederholten Tages« 
ereigüisse, die Aufmerksamkeit des Naturmenschen auf sich 
zieht, ihn zu einer aufsergewöhnlichen Denkthätigkeit ann^^ 
ist der das Wesen seiner Existenzbedingungen bedrohende 
Zwischenfall einer Krankheit. An seinem Nebenmenschen 
sieht er das Endziel dieser Störung, den alle Bande zer- 
reifsenden Tod, in sich fiihlt er die Schmerzen eines nicht 
fafsbaren Feindlichen im Körper wüthen. Indem er die 
Krankheit zum Gegenstande seines Nachdenkens macht, so 



65 

zej^ sich die durch alle Contin^mte durchgehender Vorstel- 
lung eines in den Körper hineingeradienen Stoffes , den die 
rohen Medicinmänner auszusaugen suchen, während gelehr- 
tere Aerzte in späteren Jahrhunderten meinen, dafs dieser 
Kvankheitsstoff durch Mixturen au&ulösen, oder durch To- 
mitiva und Purganzen zu entfernen sei. Das feindlich Schäd- 
liche gestaltet sich dann leicht, sobald die beginnenden Vor- 
arbeiten einer Mythologie den leisesten Anhalt geben , zu 
dem Bild eines Dämonen oder Krankheitsteufels, und sein 
einfahren in den Körper wird sich, wenn allmählige Ver- 
feinerung des Lebens an^gt das Nervensystem zu zerrütten, 
besonders in den Erscheinungen der lange genug in ortho- 
doxen Kreisen exorcirten Besessenen manifestiren, wie sich 
noch der zum Verderben abgesandte Krankheitspfeil des 
Zauberers in dem Hexenschufs des Volkes erhalten hat. Der 
erste Anlafs, sich die Krankheit als besondem Stoff zu den- 
ken, war ein sehr einfacher und natürlicher. In solchen Fäl- 
len, wo die Schmerzursache bisweilen entdeckt werden konnte, 
ohne schon im Moment der Verwundung die Ursache zu 
zeigen, waren es unter der Haut versteckte Würmer, einge- 
rissene Domen, Splitter oder Steinchen, die man aufiEand^ 
, und mit deren Entfernung bald das Unwohlsein verschwand. 
^ Es lag nichts näher, als das auf der OberiSäche gesehen«, 
^ auch auf das Innere des Körpers zu übertragen, denn da 
, man auch bei jener diese Krankheitsursache häufig fand, 
j ohne zu wissen, wie sie dahin gekommen, so liels sich ebenso 
1 gut ihr weiteres Eindringen annehmen oder vorausset^^. 

Die Idee eines Stoffes^ der bei der Krankheit im Körper 
liegt und daraus entfernt werden muls, (sowiq die nächste 
eines im Körper f^irenden Dämon, besonders wenn die 
Symptome mehr in der Sphäre des nervösen ihren Ausgang 
nehmen) ist eine normale Vorstellung, die sich durchgehends 
findet, imd die sich leicht in ihrer roh begründeten Ent- 
stehnngsweise versteht. Der Wilde fafst, wie Alles, den 
Körper roh begrifflich auf, als dinglich gegebenes Objeot, 
in dem irgendwo ein fremder Stoff als Ursache der Krank- 
heitssymptome steckt. Die Fortschritte, die das den Kinde# 
schuhen entwachsene Denken macht, beruhen stets auf einem 
Zerlegen, auf einer zersetzenden Analyse, auf einem Zerklei» 

A. Bastian, Beiträge. 5 



66 

nem. Wir können Etwas nicht „klein kriegen'*, was wir 
noch nicht bemeistert haben. Nachdem wir aber den Denk- 
gegenstand in kleinere Theile zerlegt haben, machen wir 
nns mit einem nach dem andern vertraut, bis wir das ganze 
wissen, des Gesammtzusammenhanges im Wissen gewiss 
sind, eine schon im buddhistischen Hinyayana als richtiger 
üntersuchungsweg betonte Methode. So oaifitov von 8aia>, theilen 
(bhaj im Skr., bhaga oder Sonne) oder durch Analysis erkennen. 
Beginnt man den anatomischen Bau des vom Wilden nur als 
Gesammtmasse begrifflichen Körpers zu zergliedern, so werden 
sich leicht weitere Theorien daran schliefsen, um den Krank- ' 
heitsstoff in dem eine]a oder andern der bekannt gewordenen 
Systeme zu localisiren, und wenn man ihn sich nicht mehr 
als Stein, als Holzsplitter oder Hautstück, wie sie der Scha- 
mane hervorzieht und den Anwesenden vorzeigt, vergegen- 
wärtigt, so sucht man dagegen das corpus delicti in den 
Blutkörperchen, in der Eiweifsmischung oder einer anderen 
Unordnung des Blutsystems, während die periodischen Fieber- 
anfalle (die Anfalle des Fiebers), die Krämpfe, die hyste- 
rischen y kataleptischen und andern Phänomene eines zerrüt- 
teten Nervensystems auch heute noch eine etwas dubiöse 
Form bewahren und, wie von den Feticeros fttr ihre Dä- 
monen und Plagegeister, unter feineren Titeln von Mesme- 
risten, Magnetiseuren und den mit neuer Maske immer ver- 
jüngten Priesterärzten häufiger zum Unheil als zum Besten 
des Patienten ausgebeutet werden. 

Wenn der Wilde im Jungle einen Dämon zwischen den 
Baumzweigen sitzen glaubt, der auf ihn herabfallend, seinen 
mit eisiger Hand gepackten Körper im Fieberfroste schüttelt, 
wenn wir dagegen von einem Miasma reden, so ist der 
Unterschied im Grunde kein grofser, denn wir wissen von 
unserem Miasma nicht gerade viel mehr, als der Wilde vom 
Dämon. Nur pafst dieser in sein System, jenes dagegen in 
das unsrige. Indem wir, unter Herbeiziehung der über 
chemische Processe angesammelten Kenntnisse, aus den unter 
gewissen Electricitätsverhältnissen der Atmosphäre vermo- 
dernden Pflanzen- oder ThierstoflFen Effluvia aufsteigen lassen, 
80 mögen wir, wenn physiologische Kenntnisse zur Hand 
sind, dieselbe in ihrem Wege durch die Lunge weiter ver- 



67 

£[dgen, und dann, je nach der Mode^Mediein, ihre Einwir* 
kang auf das Blutsystem oder auf da$ Nervensystem zum 
Ansatzpuuct einer pathologischen Theorie machen. Dem 
Wilden, dem alle diese chemischen, physiologischen^ patho* 
logischen Vorkenntnisse fehlen, würden wir unsere Lehre 
von den Miasmen vergeblich predigen, er würde sich nichts 
Becbtes dabei denken können, oder vielleicht dnrch Halb- 
verstehen zu der esthnisch-finnischen Krankheitsursache eines 
£rdhauches kommen, die aber dann nicht von vegetabilischen 
Miasmen herrührt, sondern den endemischen Erdgeistern zu- 
geschrieben wird. Die Vorstellung eines Dämon, eines Gei- 
stes, ist dem Naturmenschen ein zu nahe liegender, ein zu 
bequemer und sinnlich fafslicher, als dals er sie för ein 
nichtssagend in sein Ohr tönendes Wortgeklingel aufgeben 
sollte, im Gegentheil, er setzt den Dämon überall, er ver- 
geistigt sich die ganze Natur, er führt überall ihre Processe 
auf übermenschliche Agentien zurück. Nach einer Erklärung 
des Warum braucht nicht lange gesucht zu werden, sie bietet 
sich von selbst. In sich und aus sich selbst versteht der 
Wilde das Thun, ein selbständig schaffendes Handelq. Ueberall 
denCinach, wo um ihn herum etwas gethan wird, wo irgend 
ein Vorgang, eine Veränderung Platz greift, setzt er als Ur- 
sache einen Thuenden. Dieser Thuende nun stellt sich in viel- 
seitigster Form als Mensch vor, oder vielmehr, da er nicht 
als sichtbarer Mensch in körperlichen Verkehr tritt, sondern 
nur aus seinen Wirkungen erkannt wird, als übermensch- 
liches Wesen in dämonischer Form. Wenn wir uns eine 
ungefähre Deutlichkeit von dem verschaffen wollen, wie 
pathologischen Hypothesen gemäfs, miasmatische Effluvia 
die Fieberanfalle hervorzurufen vermögen, so bedürfen wir 
einer ziemlichen Menge von Reihenvorstellungen, die wir neben 
einander in Bewegung halten müssen, um daraus ein richtig 
berechnetes Gesammtresultat zu gewinnen. Einer solchen Ge- 
dankenarbeit ist der Wilde (auch abgesehen von der ihm 
mangelnden Kenntnifs der Facta, auf der sie zu basiren hat) 
durchaus nicht gewachsen, und er hält es fiiir weit vernünf- 
tiger bei seinem Dämon zu bleiben. Der Dämon besitzt ja 
die Fähigkeit des Thuns, also er thut es, er handelt, wie 
der Mensch handelt, er macht die Krankheit, und indem das 



68 

Fieber sich gleich fertig macht, so ist das eine weit kürzere 
und bündigere Denkoperation, die direct das Ganze ab- 
schliefst und eine Menge Weitläufigkeiten erspart. Der DS- 
mon ist ein, wie der Mensch, mit freiem Willen hand^ndes 
Wesen, er ist von dem Wilden unter der Vorstellung der 
ihm selbst inwohnenden Fähigkeiten gebildet, und gleich mit 
grölster Machtvollkommenheit ausgerüstet. Der Mensch 
kann vielleicht nicht gerade diese Krankheit machen, (wenn 
es nicht etwa die Zauberer schon gelernt haben), aber Im 
dem Däiüon ist das etwas anderes. So lange man in dies^ 
Vorstellung von Thun und Machen bleibt, kann ein Mekr 
oder Minder keine besondere Schwierigkeit im Denken bieten. 
Und der Dämon ist ja speciell mit diesem Berufe, die Elrank- 
heit zu machen, aus der Subjectivität des Wilden ins Dasein 
gerufen, also wird er es doch verstehen müssen. Diese ganze 
Vorstellungsweise bietet aber so augenscheinliche Vortheib 
dar, dafs man nicht bei dem Krankheitsdämon stehen bleiben 
wird; alles was nachher in der Natur geschieht, und dessen 
Erklärung aus irgend eine Ursache wünschenswerth sem 
sollte, wird fortan einem Dämon zugeschrieben, d. h. ein» 
übermenschlichen Wesenheit, die nach dem mythologischen 
System in besonderen Fällen je als Teufel oder als Gott ge- 
fafst werden mag, die aber, was die Hauptsache ist, das 
selbständig freie Schaffen, wie es der Subjectivität unbewufst 
klar ist, repräsentirt, und in dem Umfange solcher weiten 
Auffassung eben flir Alles genügt. Wenn später die Wissen- 
schaft durch ihre zerkleinernden Untersuchungen anfängt 
einen Theil der Welt nach dem andern zu erobern, so wird 
sie den Dämon vor sich her treiben und ihn aus jedem der 
Gebiete verbannen, das sie in der Relativität seiner Theile 
hinlänglich zu verstehen glaubt, um allen darüber möglicher- 
weise gestellten Fragen genügen zu können. Je schwieriger 
und unzugänglicher solche Gebiete sind, desto länger wird 
sich darin der Dämon erhalten, der mit zunehmender Ver- 
edelung der Weltanschauung sich zur Gottheit abklärt. Am 
hartnäckigsten wird die letzte Festung vertheidigt, in der 
der Schöpfer des Alls residirt, und wird die Belagerung der- 
selben gewöhnlich auch nicht sehr eifrig betrieben, da er 
auf dies^™ Aufsenposten wenig Schaden thun kann, und 



69 

dem Weltgesetz vorläufig Platz genug bleibt, sich ungestöirt 
und unbelästigt daneben zu entfalten. So lange dagegen ein 
Dämon auf jedem Zweige lauert, um jede Ecke guckt, in 
jedem Hause spukt, ist es nöthig mit Feuer und Schwert 
einen Vernichtungskrieg gegen sie zu führen, um das Leben 
von diesen Tyrannen zu befreien, die allerlei ungebührliche 
Ansprüche erheben, und das arme Volk im Ost und West, 
im Norden und Süden, genugsam, so lange die Sonne auf 
die Erde scheint, bedrückt haben. Wenn die Krankheit den 
ersten Anstofs veranlafst hat, dafs der Wilde über die eingehe 
Sprachbildung hinausdenkt, um Ursachen aufzufinden, dafs er 
Nachforschungen anstellt, die im weiteren Schaffen der Phan- 
tasie ihre Beantwortung finden, so wird eine zweite An- 
r^ung durch die Folge der Krankheit, den Tod, gegeben, 
der aus dem Gegensatz zwischen lebenden und abgestorbenen 
Menschen, die Idee der Seele hervorgehen läfst. Diese Seele 
wird zunächst in der Doppelverbindung des Denkenden und 
Lebenden aufgefafst, ohne dafs man sich weiter um scharfe 
Unterscheidungen kümmert, denn beide Erscheinungen sind 
gleichzeitig vor dem Tode vorhanden, nach demselben feh- 
lend. Erst als Nachgedanke schliefst sich daran die nahe- 
liegende Vergleichung des Schlafes mit dem Tode, denn der 
Schlaf, als zu häufig in regelmäfsigen Perioden wieder- 
kehrend, würde Air sich allein nicht fähig gewesen sein, die 
Aufinerksamkeit aufzurütteln, obwol er dieselbe später in Be- 
wegung halten mochte, nachdem die gewaltiger eingreifende 
Katastrophe des Todes als primus motor gewirkt hatte. Mit 
dem Herbeiziehen des Schlafes trat dann die Trennung ein, 
zvnschen lebender und denkender Seele, indem man, während 
temporärer Abwesenheit dieser, jene fortdauern fand, und 
also die im Tode vermuthete Unlöslichkeit des Zusammen- 
hanges wieder aufbrennen mufste. War aber nun einmal eine 
solche speculative Betrachtung über die Natur der Seele an- 
gebahnt, so ergaben sich daraus leicht weitere Ableitungen. 
Man beobachtete gewisse Nervenzustände, besonders krank- 
hafter Natur, in denen ein Theil der denkenden Seele, wie 
im Schlafe, abwesend scheine, während ein anderer Theil 
mit der lebenden, zurückgeblieben. Wichtigere Störungen 
der Nervenconstitution wurden fireilich meistens in der Vor- 



70 

Stellung eines feindlichen dämonischen Eingreifens voii Aufsen, 
als den Fällen von Besessenheit zugehörig, subsumirt, aber 
bei weniger schreckhaften Phänomenen lag es dem mechani- 
schem Denken nahe, Alles was in genetisch- organischen 
Functionen die Seele zu nennen wäre, sich als Theflseelen 
zu verdeutlichen. Dazu trat das im Laufe der Zeiten und 
mit zunehmendem Verkehr anwachsende Durcheinwiricen 
verschiedenen Religionssystemen entnommener Denkweisen, 
und die vorhandene Zahl der Seelen mufste häufig vermehrt 
werden, um alle die vielfachen Bollen auszufällen, die sie in 
dem einen oder dem andern derselben zu spielen hatte. 
Wurde ein Volk, das bisher in dem gewöhnlichen Grespen- 
sterglauben dahin gelebt oder auch vielleicht schon seine 
Ahnen zu schützenden Heroen erhoben hatte, mit einem die 
Seligkeit des Jenseits predigenden Glauben bekannt, so be- 
durfte es jetzt, auTser der als Schutzgeist in der Nähe der 
Ansiedelungen fortweilenden (und sich dort allzu häufig, als 
dafs Zweifel erlaubt wären, manifestirenden) Seele, einer an- 
dern, die zum Himmel emporsteigen könne. Dann war viel- 
leicht die Vorstellung der Seelenwanderung hinzugekommen, 
und eine andere Seele war betraut, die Plackereien derselben 
oder die des Bösen harrenden Höllenstrafen auszudulden. 
War das BewuTstsein eines sympathischen Zusammenhanges 
zwischen Eltern und Kind durchgreifend genug, so vrarde 
an der Fortpflanzung der Seelen festgehalten, oder doch- an 
ihrem steten Wiedererscheinen, sei es in der Familie, sei es 
im Stamme, und auch hierfür mufste dann eine besondere 
Seele separat gehalten werden. Für alle diese Auffassungs- 
arten finden sich in der Psychologie der Naturvölker, in 
welchem der Continente wir dieselben auch in Augenschein 
nehmen mögen, eine solche Unzahl von Belegen, dafs über 
die Natumoth wendigkeit dieser Elementar -Gedanken kein 
Zweifel herrschen kann. Diese anfanglich zerstückelte Natur- 
anschauung wird dann beim Betreten einer Cultur-Laufbahn 
in philosophischen Systemen vermittelt, und besonders in den 
indischen sehen wir deutlich die versuchten Bemühungen, 
diese ungeordnet und reglos gegebenen Rohstoffe passend 
in einander zu arbeiten , oder durch das Band eines organi- 
schen Zusammenhanges zu verknüpfen. 



71 

Je edlere Geisteskräfte der Mensch in seiner eigenen 
. Natur kennen lernt, wenn der zur Reife emporwachsende 
Entwickelungsbaum ihm Blüthen und Früchte zu bieten be- 
ginnt, desto erhabener wird sich ihm aus dem Jenseits die 
Gestaltung der Gottheit spiegeln, mit der er in den Mo- 
menten ekstatischer Begeisterung communicirt. Mit dem 
schöpferischen Handeln, das ihm aus unbewufster Gemein- 
• empfindung verständlich war, hat er das Walten im Makro- 
kosmos bekleidet, und es bedarf noch vieler Stadien der 
Vorbereitung, bis er die Wurzeln seines subjectiven Mikro- 
kosmus im umgebenden All zu verstehen vermag, und sich 
selbst in seiner Objectivität den Relationen einfügt. 

Im ersten Augenblick erscheint eine Gedankenstatistik 
ebenso chimärisch, als ob es Jemand einfallen wollte, die 
Blätter im Walde zu zählen. Aber für eine botanische 
Klassitication genügt es, die Baumarten kenpen zu lernen, 
als Wurzeln der Zweige und Blätter, deren Zahl in jedem 
Individuum gleichgültig bleibt und unbegränzter Veränderung 
und Vervielfachung &hig sein mag. Eine psychische Sta- 
tistik würde aber auf eine noch weit geringere Zahl zurück- 
fuhren, als eine Statistik der Species im Pflanzenreich, :und 
ist es ausreichend die Elementarstoffe im Geiste des Natur- 
menschen festzuhalten, um daraus das organische Wachs^ 
thnm aller Gedankengebäude zu erklären, so vielfältig liad 
mannigfach sie sich im Laufe der Civilisation auf dem Erden- 
rund entwickelt haben mögen. . • 



Die Ahnen und die Manen. 



Uie ethische Ausbildung des Familienverbandes, cKe in 
der Aufstellung der Ahnentafeln den Kern der nationalea 
ReUgionsanschauung China's bildet, ist ein oi^nisch faervor- 
gewaehsenes Product, die natürliche Wurzel, die die Ver- 
ehrung der Vorfahren im Geistesleben der Naturvölker ge- 
schlagen hat. Die im Hause abgeschiedene Seele bleibt alA 
schützender Genius dort zurück, vielleicht, wenn boshafter 
Natur, als gespenstiger Kobold, aber in solchem Falle fbhrt 
eine einfache Ideenassociation dahin, die Seelen des Ahnherrn 
oder der Stammhalter, die auch während des Lebens Frieden 
und Ordnung in der Familie zu erhalten pflegten, zum Range 
der Heroen zu erheben, um böse Störenfriede zurückzutreir 
ben. In Griechenland wurde für die Aeltern gleiche Ehre, 
wie für die Götter verlangt, toü? YoveT? Sst iS lijoo Ti(jLav xoic 
öeot«; (bei Aeschines). Im Timäus (bei Plato) hält der Sybarit 
das jjLV^fxa Traxpo? heiliger, als die Altäre der Götter. 

Mit den Tahitiern weilten in ihrer Hütte die Oromatuas, 
die als Hausgeister deificirten Seelen ihrer verstorbenen Ver- 
wandten (dsoi Ttaxpcpoi oder o! eaco 6ü>[iaxü>v), die unsichtbar an 
Allem, was die Zurückgelassenen thaten und trieben, Theil 
nahmen, schlechte Reden oder Streitigkeiten mit schmerz- 
haften Krankheiten oder Unglücksschlägen bestrafend, wäh- 
rend sie die Harmonie eines innigen und liebreichen Fa- 
milienlebens durch ihre Segnungen begünstigten. Die Lares 
heifsen ^cpsaioi dsot oder deoi xaxoixi6&ot. In Congo brechen 



73 

die Neger die Hütte des Verstorbenen ab, am Benny aber 
begraben sie in der Hütte, und Servius führt die dii penates 
auf den frühem Gebrauch zurück, in den Häusern zu be- 
graben. Die Orphiker suchten das Entfliehen der Seele aus 
dem Kerker des Körpers zu f5rdem, auf den griechischen 
Gräbern bei Dara sind als Bild der Wiedergeburt Schmet- 
terlinge eingemeifselt, mit dessen Flügeln Winkelmann einen 
Kopf des Plato dargestellt sah, und ebenso muisten christ- 
liche Anschauungen der Volksgebr|Uiohe dahin ftihren, das 
Au&chwingen der Psyche zum Himmel möglichst zu er- 
leichtern; auf den Marianen dagegen pflegt man absichtlich 
einen Korb neben den Kopf des Sterbenden zu setzen, die 
Seele bittend darin Platz zu nehmen und sich nicht zu ent- 
fernen. Die Maeanas oder Priester verwandten die Köpfe 
selbst, um in ihnen die Anitis oder Abgeschiedenen zu be- 
fragen, und ebenso bilden sich die Papuas in Doreh ihre 
Korwars oder Hausgötzen direct aus den getrockneten und 
nuimificirten Köpfen ihrer Verwandten, unter Ansatz von 
Nase, Ohren (aus Holz geschnitzt) und Augen (aus Muscheln), 
und nur wenn diese abhanden gekommen sein sollten, ver- 
fertigten sie repräsentirende Holzbilder. Sobald die Idee von 
der Verknüpfung der Seele mit dem Kopfe Boden gewonnen 
hatte, war man leicht zum Köpfeschnellen veranlafst, und wie 
auf Guinea, stellen die Dayaks in Borneo und die Kukis in 
Qinterindien Jagden auf Menschenköpfe an. Man gewann 
dadurch Sclavengeister (wie sie mongolische und afrikanische 
Despoten mit sich begraben lassen) schon während des 
Lebens, und deshalb kam es bei tibetischen Völkerschaften 
▼or, wie Marco Polo erzählt, dafs fremde Gäste ermordet wur- 
den, um sie als Schutzgeister im Hause zu behalten, und waren 
psychisch Bevorzugte am meisten gefährdet, da sie am nütz- 
lichsten sein würden. Die Fantih quälen ihre Feinde noch 
nach dem Tode durch die Erschütterungen der Trommel, 
woran sie die gebleichten Schädel befestigt haben. In Benny 
dienen diese zum Pflastern der Fetischhäuser, und in den 
mexicanischen Tempeln wurden, sie an den Wänden aufge- 
stellt, auf den Altarstein binabgrinsend, auf dem das Men- 
schenopfer dargebracht worden war. 

In der Klassicität ist der Begriff des Daemon ein 



74 

schwankender geworden, weil er mit den Bildungsetiifeii dff 
Völker gewechselt hat und deshalb unter verschiedcM 
Formen erscheinen muTste. Aatpxov bezeichnet bei Homir 
nur das göttliche Wirken (nach Nitzsch), und NägelsbMb 
stellt es öeo? gegenüber, wie numen oder persona divioi 
T{fia rh 8at(i6viov, warnt Isokrates, und bei Homer sind al 
daifioviov übersinnliche Kräfte begriffen (secretum. illud, qmol' 
sola reverentia vident, wie Tacitus von den Germanen si^gi^ 
die sich noch nicht zu dem Göttlichen eines bestimmten ftso 
personificirt haben, und unter diese Rubrik fielen die abg^ 
schiedenen Seelen, so lange sie nicht als eiScoXa oder oiitf 
sich im Tartaros eingeschlossen fanden (im Ti-Yo, £rdg£ 
ängnifs, der Chinesen oder Dia Nguc derAnnamiten). DieyoiE 
Leibe getrennte Seele war ein Dämon (^ aai ^ap todc vsxfMXff 
8at[jL0vac, sagt der Scholiast), und auch die Römer wuIMefli 
dafs animas hominum daemones esse, obwohl bei ihnen dfli 
eigentliche Ausdruck fiir die Abgeschiedenen Manes war, dia 
(wie die Saivo der Lappen uifterirdisch lebend) im AllgemeiiMp 
Lemuren genannt und als Lares zum Schutzgeist des Ham^|; 
creirt wurden (als oaifiovec £attou)(oi oder gastliche Dämons« 
deren Verehrung Charondas empfiehlt), oder die (von schlinmMi 
Natur) alsLarvae umherschweiften. Auch die Griechenkannte% 
neben den schreckenden Phantasmata und Mormones (den (lop- 
(loXuxsiov Yop7eiov,alsnoxiaeinferiorum umbrae) unstäte Dämone, 
wie Lybas, den bei Temera spukenden Gefährten des Ody»* 
seus und den nach Todtenfleisch die Zähne fletschenden Eur^ 
nomos in der von Polygnotus gemalten Lesche zu Delphi 
Die Umbrae nocte volantes bei Ovid gibt Lucian (naolti 
Stephanus) als 8at{j.ovia wieder (als inaniae). Nach ArnobiflS 
wären die Lares besonders Wegehüter gewesen (wegen d€!6 
griechischen Xaupa«;). Bei den Finnen schützt Matka-tepp^ 
die Reisenden. Das longobardische Masca bedeutet eixi^ 
strix, ein lebendes, auf Menschentödtung ausgehendes Weit 
das römische larva eine abgeschiedene, umherirrende MeiP 
schenseele, das griechische Fs^Xo, eine früh verstorbeöi 
Jimgfrau, die nach dem Tode umgeht und Kinder tödtel 
(Soldan). Nach Paracelsus, der alle sichtbaren Dinge zuerst 
unsichtbar in Gott (den dpy£zoTzo(; des Philo), in einen Limbufi 
gefafst, setzt, ist das Leben eines jeden Dinges nichts An- 



t 



75 

deres, als ein spiritnalistiflches Wesen, ein unsichtbares und 
unbegreifliches Ding und ein Geist. Es hat nicht nur das 
ein Leben, was sich regt und bewegt, sondern Grott hat im 
An£Etng aller Dinge kein einziges Ding ohne einen spiritum 
t geschafteil, den es verborgen in sich führt (s. Escher).' Im 
Magen wohnt der Alchymist Archeus (spiritus vitae), der in 
der Speise von der Nahrung das Gift schadet, den Tartarus 
destruireild und durch Stuhlgang und Urin austreibend. 

. In der naohclassischen Zeit wurde schon während des 
Lebens der animus humanus, wie Apulejus bemerkt, als 
Dämon bezeichnet, hinzufiigend, dafs man ihn im Lateini- 
schen Genius nennen könne, weil der im Menschen geborene 
I Theil der Gottheit; wie auch Varro (nach Augustin) dem die 
' Intelligenz einschliefsenden Theil der dreifachen anima die 
Bezeichnung animus beilegte^ als der im Menschen Genius 
genannte Theil der anima mundi. Hier waren schon die 
psychologischen Definitionen vorhergegangen, wodurch die 
^nyy^ cpoatxT] und dpsTrxtxY) vom geistigen Wesen abgeschieden 
und in directe Beziehung zum Körperlichen gesetzt worden. 
Damascius identificirt Satp-oav mit itvsüfwe; und so wird von 
TcvEOfiaxoc TrXava, aber auch von irv6up.a Satfiovioü dxaSaptoü ge- 
sprochen, und wieder von iivsüjia äyiov. 'EvepYsia&at (a dae- 
monibus vexari) wird auch im guten Sinne als agi spiritu 
gebraucht, wie die Siamesen das Wort Khao sowohl bei dem 
Einfahren eines Dämons, wie eines Gottes gebrauchen, in 
der Besessenheit oder in der Begeisterung, zwischen welchen 
Zuständen die relative Perspective die Unterschiede gestaltet, 
wenn nicht überhaupt erst die subjective Brille, ob man 
Schwarz oder Weifs sehen will. Nach Cicero erklärte 
Socrates: esse divinum quiddam, quod daimonion appellat, 
cui semper ipse paruerit, nunquam impellenti, saepe revocanti 
(als Personaldämon)4 Der grönländische Angekok wird von 
dem Innua (Besitzer) der Luft, als dem Innerterrirsok oder 
Verbifeter, von dem unterrichtet, was die Leute nicht thun 
sollen (Crantz). Genii^ quos singulis hominibus Empedocles 
tribuit, non tam numina sunt, quam animi impetus, quo quis- 
que ad honestatiem vitiaque trahatur (Wolff). Nach Censorinus 
gab es im Gegensatz zum Genius (der die Menschen vom 
Augenblick der Geburt bis zum Tode begleitet) eine Reihe 



76 

von Göttern, deren jeder, seinem Antheil gemäfs, das Lebeo 
schirmt (wie es in den Büchern der Indigitamenta erUirt 
war). Alle diese Gottheiten aber offenbarten in einem jedn 
Menschen nur einmal ihre Wirkung. Statuit ergo angdiB 
angelum principem, et spiritibus spiritum, sideribiis sidaa, 
daemonibus daemonem, avibus avem, bestiis bestiam, serp^ 
tem serpentibus, piscem piscibus, hominibus hominem, qui 
est Christus Jesus (Clem. Reg.). Pomull oder Grriffi and 
kleine Dämone, deren jeder Neger einen zu seinem beson- 
deren Schutze hat, den er aber nur bei Kranksein anmft. 
Sie erhalten von jedem Getränk etwas bei Seite gesetzt Qä 
oder an der Stadt wohnend). Man baut für sie kleine Häi»- 
chen im Walde oder am Wege, mit Termitenhaufen in den 
Hütten (s. Winterbottom). Die Neger von Congo verehren 
die Zambi oder Geister, welche im Tode seine Beschütser 
sind, und die ihm in einem künftigen Leben eine angenehms 
Stellung verschaffen können, seinen Tod soweit als moglieii 
hinausschiebend (Danville). Die Araukaner (die zwischen 
männlichen Geistern, Gen, und weiblichen, Amci-malghen, 
unterscheiden), haben ihre guten Schutz- oder Hausgeister. 
Wenn Etwas wohl geräth, wird gesagt: Ich habe meine 
Amci-malghen nahe (s. Molina). Der Easia, in dessen Hans 
sich eine Boaschlange aufhält, erwirbt Reichthum. Die 8a{- 
[jLOvsc und T^pcoe? sind jisTaSi) övtjtoö xal ddavotToo. Nach Iso- 
krates stehen die 7j[ai&soi in der Mitte zwischen 'Sterblichen 
und Unsterblichen, Sxi öeic r^ p.)} Oeic r^ xo p.^(3ov (s. £nri- 
pides). Nach Plutarch entstehen aus den Seelen gerechter 
Menschen zuerst Heroen, dann bei gröfserer Reinigung 
Dämone und schliefslich vollendete Götter. Nach Dionys« 
Halic. sind die Heroen nicht Söhne der Götter, sondern der 
Dämone. Die Saijiovs? irpoiroXot, als von den Göttern abge- 
zweigt, sind nicht menschlichen Ursprungs, o! kT:6\tzvoi Ö£o% 
3aifj.ov6? sind dienende Gottheiten, in denen sich Eigensohaf* 
ien und Wirksamkeiten einer Hauptgottheit persönlich dar- 
stellen und zu diesen äufserlich gesellen. Porphyrios unter- 
schied Archangelos, Angelos und Daemones. Nach Apulejus 
bildet der Menschengeist eine Klasse der Dämone und ver- 
wandelt sich bei der Trennung vom Körper in einen Le- 
muren, der, wenn er för die Seinen Sorge trägt, Lar fami- 



77 

liariB genannt wird, wenn aber, umherschweifend, ge- 
spenstisch schreckt, als Larva oder, im unbestimmten 
Zwischenzustand, zu den Manen gehört. Callery übersetzt 
Kuey (chin.), als genii, defunctorum animae. Mo-Euey 
sind Teufel (Maqui in Annam). A Lasibus Lares Varro 
dictos ait. A medietate aSris usque in montium terrae* 
qtie confinia Hemithei Heroesque versantur. Ibique 

Manes, corporis humani praesules attributi, qui parentum 
eeminibus manaverunt (Martian). Wenn diese in der Em- 
pföngnifs mit dem Körper verbundenen Manen auch nach dem 
Tode bei ihm verbleiben, heifsen sie Lemuren und schützen 
dann als Laren oder schrecken als Larven. Die in der Luft, 
auf der Erde, in dem Wasser existirenden Oeisterwesen sind 
(nach den Samojeden) die- Abgeschiedenen, als Tadebcjö. 
Die Schamanen werden in die Schaden zufügenden Itarma 
verwandelt. Ongon bedeutet (bei den Mongolen) sowohl un- 
sichtbare Schutzgeister, als auch die Manen der Verstorbenen, 
sowie Gräber und den Todten dargebrachte Opfer (s. Kowa- 
lewski). Wie unter den Earaiben, wurden auch auf Haiti 
beim Auszuge in den Krieg die Schutzgeister vor die Stirn 
gebunden (gleich den Binden der Juden). Die Jeheri sind 
Schutzgeister der Männer, die Chemyn der Frauen bei den 
Karaiben. Die Kamtschadaten nennen die Berggötter Ka- 
muli oder kleine Seelen (Kamulätsch) und vermeiden ihrer- 
wegen brennende oder rauchende Berge zu besteigen. Die 
Feste der Fasten und Büfsungen wurden nach Xenokrates 
( weder zu Ehren der Götter, noch der Dämone gehalten, son- 
1^ dem es seien Geister in der Luft, grofs, mächtig, bösartig 
! und finster (dXXA elvai (puarsi^ h xq> 7rspii)(ovTt fte^aXa? \ikv xal 
j {cj)(üpa^, 8ü(JTp6iroü? 8s xal axüftpoM:«?), die an dergleichen sich 
> erfreuen und, wenn es ihnen zu Theil geworden, sich zu 
nichts anderem Schlimmerem hinwenden. Die nützlichen und ^ 
guten ab^ (xoos Bi yj^Tiaxobi icoXiv xal iifaftoJ)c) nennt Hesiod 
heilige Dämone und Wächter der Menschen (<p6Xaxac tivdpc&« 
ircDv), als Geber des Wohles, indem dies ihr königlich' glän- 
zendes Ehrenamt wurde (s. Plutarch). Das Grab eines eng- 
lischen Officiers (Capitsuns Pole), der bei dem Aufstande 
in Travancore (1809) umkam, wurde von den Shanars ver- 
ehrt, in deren Wäldern er sich während seiner Lebzeiten 



78 

durch kühne Jagdabentcucr grol'ses Ansehen erwocben hatte. 
Weil die Alten in den Häusern begruben, so entstand dar- 
aus die Grewohnheit, dort die Dii penates zu verehren, luA 
Servius, der die umbras auch larvas nennen lälst, während 
die Lares verehrt wurden. Grundules, Lares a gmnnita am 
grimditu scrofae. Um nicht beunruhigt zu werden, begmbett 
die Lappen unter dem Herde, wie man sonst (um, das He^ 
vorkommen der Todten zu bindern) Feuer auf den Gräben 
anzündet. Quum olim mortuos domi subgrunda, siont postei 
quoque infantes certe qui ante quadragesimum diem abiissent) 
sepeliri solitos esse traditum sit, horum manes, si Lares &oti 
essent, grundiles (grundulos) dictos esse statues (Schömann). 
Auf dem Albaner Berge zu Aricia wohnte das Geschledit 
der Manier, der Wahnsinnigen, als Sühnpriester der Diaoft 
(ßückert). Mit Manalainen bezeichnen die Finnen aufser den 
abgeschiedenen Manen auch den Todesgott Tuoni. Die grte 
ländische Angekok (die ihre Weisheit von Torngarsuk lernen) 
haben oft ihre verstorbenen Eltern zum Tomgak. Im Pitne, 
tarpanam oder Manenopfer (der Grihyasutra im Higrvedjjj 
werden die Vorväter einzeln namentlich aufgeführt, wie in 
den parsischen Yeshts und Nerengs (s. Weber). Die Bewohner 
des Nootka-Sundes nannten die mit Menschengesichtem be- 
schnitzten Baumpfeiler (am oberen Ende der Hütte) Akahl 
oder Vorfahr (nach Anderson), üboze sind die sich in den 
Häusern einfindenden Seelen der Verwandten (bei den Slavea), 
die gespeist werden (Obosom bei Odschi) am (siamesischen) 
Ubosot. Bei den Niassern schützen die Vorfahren (in sitzen- 
den Holzidolen verehrt) g^gen die bösen Bechu, die Ejrank* 
heiten bringen. An der Spitze der feindlichen Heere käm- 
pfen die Verfechter, deren Stelle bei den Battas von Pak-pak 
ein Holzbild vertritt, das mit den Ueberresten eines faulig in 
die Erde gegrabenen Menschenkopfes bestrichen ist, nämlich 
dem Kopf eines Knaben, welchen die Priester in die Erde 
gegraben und nach längerer Ernährung mit Pfeffer und Salz 
schliefslich enthauptet haben, unter Abnahme der Ver- 
pflichtung, im Kampfe als Vorfechter dienen zu wollen. In 
St. Martha wurden die bösen Geister gefürchtet, als Yares? 
wie später auch die Europäer hiefsen (nach Las Casas), wäh- 
rend man im Archipelago sie als devas begrülste. 



£>i 



79 

aoLB Von den über Dörfer, Heerden, Thäler u. s. w. gesetzten 
^1 Sohntigeisteni* (Gruacas) hiefs der von dem Erstgeborenen 
^1 g^te HauBgott Conapas (in Peru). A Temple (hameau 
irtil dei environs de Döle) le genie familier prend la flgure da 
ö(| terpent (Monnier), wie bei den Kaffern, die solche Schlan- 
gn, wenn sie in den Kraal kommen, daran erkennen, dais 
m beim Berühren nioht zischen. In den gemalten Schlangen 
(bei Juvenal) diente der Ortsgott als Polizist, wie die auf 
Becken gesteckten Fetische der Neger. Nach den Norwegern 
nigten sich die Schutzgeister oder Fylgier (Folgegeister) als 
Fbrynja (voraufschreitend) oder Hamingia (nachschwebend) 
m Gestalt eines Thieres, das zu der Sinnesart des Men- 
schen stimmt, dem sie angehören. Shakyamuni erschien 
sein Schntzgeist (Khourmousda Tengri) in Pferdegestalt 
(^ ungarischer Tatos) und rettete ihn aus dem 6e- 
fitagnüs durch die Lüfte nach den Ufern des Flusses 
Nanndjara. Von den verfolgten Indianern rief der 
Bnte seinen Muredo, der im Stör war, an, und dieser 
mg das Canoe eine Weile, ermüdete aber, als kurzathmig, 

.* Tho spirits of the ancestors are called npon in piteous toncs (in 

fttiiem Guinea). The sknlls of distingaished persons are prcserved (s.Wilson). 

& memory of great chieitains is hcld in superstitions reverence (by the 

l^iks), Beadum being one of thom (s. Latham). Besides the deities Ba. 

*^ mei Capal and Dinata, the Tagalas adore those of their ancestors, who 

^plUüised themse^cs for conrage and abilities, calling them Humalagar (manes). 

*^j make slaves of the people, who do not keep silence at the tombs of 

^^eir ancestors (s. Marsden). When the Sal-tree blossoms, the sacrifice of a 

^^t and a fowl is offered in the Saema (grove of trees , left from the forest) 

^ the Pahan (the village-priest of the Moondas) to the Manes of the founders 

^ tiie village and to the spirit Dara (s. Dalton). Auf Nukahiwa wurden die 

^^len der Priester, der Könige und ihrer Verwandten zu Etuas oder höheren 

/^^sen. Die Dämonen der Länder hiefsen Tycho oder Fortuna (Schutzengel). 

i^ Genien der Städte werden meist weiblich dargestellt mit einer Thurm- 

""^^ne (s. Bürt). Nach Hermippus erschien der Geist seines verstorbenen 

^«ondes Ejdliphon dem Pythagoras, ihn ermahnend (weil er die Lehrsätze 

'^^^ Jaden und Thrazier angenommen), nicht über den Ort zu gehen, wo der 

"•^el gefallen, sich vor trübem Wasser zu hüten und Fluchen zu meiden 

'^^)8ephu8). Die Kra (Kla) oder Seele, die beim Tode zum Sisa wird und 

«iergeboren werden kann (neben den vom höchsten Gott auf £rden be- 

ig herabgeschickten Seelen), wird als das Leben des Menschen aufge- 

dann in der männlichen Wandlung als Verführer, in der weiblichen als 

^^^^^i- Ermahner, und schliefslich als der persönliche Schutzgeist, der durch 

"^Ubereien citirt worden kann und für Opfer Schutz gewährt (in Ashanti). 



80 

und so die Muredos der Uebrigen, bis die Ente, der Mareedo 
der Jüngsten, sie rettete (indem der mit ihrer Verehrung 
verknüpfte Medicinsack in das Wasser gehalten wurde). Die 
Schutzgötter der Mexicaner hafteten in den Thonbildem der 
Tepitoton, von denen der König 6, der Adelige 4, der Ge- 
meine 2 besafs. Quum nascimur, duos Genios sortimory 
unus est qui hortatur ad bona, alter qui depravat ad mala. 
Jeder der Patagonischen Zauberer (bemerkt Falconer) ist von 
zwei Dämonen* umgeben, als seine beständigen Begleiter, 
die ihn mit der Voraussicht der Zukunft und der Exankheits^ 
'heilung befähigen. Die Seelen dieser Zauberer selbst gehen nach 
dem Tode unter solche Dämone ein (wie die Chao der Sia- 
mesen). Vom Go-Zaun-Nat (den kopfschützenden Engel) der 
Birmanen oder Earen bemerkt Mason: To man is awarded 
a guardian spirit, whose seat is on the head or the baok 
of the neck. Its name is the common word for power and 
it is that which gives power to man. So long as it remains 
on its post, the tigers and wild beasts stand in awe aad 
sickness, dare not approach, but when it leaps down, soae 
evil befalls the man, and he sickens and dies, unless the 
guardian spirit returns, for seven other spirits attend him 
throughout life, who pledged themselves in the presence ok 
god, before his birth to kill him. 

Auf den Malabaren schreibt Brahma die Bestimmong 
auf die Suturen des Schädels, aber in Arracan sucht man 
diesen, die Leiden des menschlichen Lebens dictirenden 
Schädelsprüchen durch künstliche Abplattung des Craniums 
zu entgehen. Der auf dem Scheitel weilende Euan der 
Siamesen darf nicht zu häufig durch Kopfveaschen belästigt 



* Als Wenier's Somnambule ihre kleine Schwester im Begriff sieht, In 
den Torfboden zu stürzen, ruft sie ihren Schutzgeist Albert an. Von be- 
rühmten Earaiben wurden in Sterne verwandelt Raknmon, der Erste seiires 
Volkes, Sawaku (von dem Blitz und I>onner herrühren), Achinaon (der Gott 
des Regens und Windes), Eurumon (der Meeresgott der Stürme). Der Mor^ 
genstem war ein abgeschiedener Mönitarri (s. Wied). Bei den Apalachiten 
werden die Seelen Tapferer in Sterne verwandelt. Zu Ehren ihrer Halbgötter 
(Helden der Vorzeit) oder Mulienath (die in ihren Rüstungen auf Pferden ge- 
bildet werden) halten die Jainas die Jahresmesse zu Tilwara ab, wo sich die 
Wittwe des Helden Rupa-deo verbrannte. 



81 

werden, und sollte er entflohen sein, mufs man ihn schleu- 
nigst zAirückrufen, weil sonst der von ihm Verlassene in 
tiefer Ohnmacht (als von der Macht verlassen) liegen bleibt. 
Obwohl der in einem Heroon zu Theben verehrte daemon 
agathos oder Agathodämon, der noch in späten Zeiten mit 
Liibationen bei Festmahlen bedacht wurde, durch seine alte 
Schlangengestalt auf phönizischen Ursprung zurückweisen 
; mag, so erhalten doch die Dämone ihre feste Stellung in der 
[ Mythologie erst aus persischer Au£Passung, indem sie Ostanes 
« (nach Minutius Felix) die Griechen als Mittelwesen zwischen 
Göttern und Menschen kennen lehrte, oder, wie auch Cy- 
prianus vom Magier Hostanes bemerkt, als Diener am Throne 
der Gottheit, indem zugleich (bei Minut. Felix) den Angeli 
l die irdischen Dämone (terreni, vagi, humanitatis inimici) 
gegenüber gestellt werden. So konnte Plutarch Donner und 
Blitze dizh xoo Satfiov^oü entstehen lassen. 

Doch gab es noch immer mancherlei Grenzstreitigkeiten 
[ über die Natur der Dämonen sowohl, wie über ihre Unter- 
scheidung von den Heroen. Eustathius weist die Mittler- 
rolle zwischen Göttern und Menschen den Heroen zu, ^evoc 
Tt fteiov [jLsaov dscov xat dv&pü>7Cü>v, während die Dämonen zum 
8«tov cpü>ov gehörten. Plato mischt dem Gestirnfeuer in den 
Dämonen Materielles bei und nach Apulejus sind die Dae- 
monen genere animalia, ingenio rationalia, animö passiva, cor- 
pore a^ria, tempore aeterna. Als übermenschlich werden die 
Abgeschiedenen zu divi Manes. Hesiod setzt das göttliche 
Geschlecht der Heroen*, die auch Halbgötter heifsen (dvSpÄv 



r 



\- 



* According to a family in the Boorong-tribe , who inhabit the Mallee- 
conntry (in the neighbonrhood of Lake Tyrril in Australia) the Earth was 
flat and there was darkness until the sun was made by PnpperimbuL This 
person was one of the race, who then inhabited the Earth and who are now 
called Nurmmhung-uttias or old spirits. They possessed fire and also the 
same characteristics as the present racei bat were translated in varions forms 
to .the heavens before the preseiit race came into existence. All the celestial 
bodies, as well as all appearance in (Tyrril) space, were made by him. They 
exej^cise all spiritnal influences, whether for good or evil npon the Earth, 
where they are represented in a material form, amongst other creatnres, by 
the Pupperimbul TEstrelda temporalis) to kill one of which would be avenged 
by a deInge of rain. The snn (Gnowee) was an emu's egg prepared and 
cast into space by PapperimbnU before which the Earth was in darkness. 
A. Bastian, Beiträge' 6 



82 

Yjpcufov östov yIvoc, ol xaXiovxat Tjjjtt^soi), auf die Inseln der 
Seligen, von Pindar denjenigen zugewiesen, die während drei- 
fachen Lebens auf Erden und im Hades gerecht geblieben, 
und aufserdem von Peleus und Kadmus bewohnt. Earipides 
nennt den Menelaus auf der fiaxapcov ata (v^oroi). Durch die 
Weihen der Mysterien, die die Umkörperungen (fietevacopÄ* 
xcoast;) der Seele mit den Metamorphosen des Saatkorns ver- 
knüpfte, gelangten die durch Reinigungen vom Tartarus Be- 
freiten, nach den elysäischen Gefilden, und auf Tahiti die in 
den sieben Graden der Areois Aufgestiegenen in ihr Paradies^ . 
wo sie die Genösse des irdischen Lebens in verklärter Form 
wiederfanden. Auf den Schifferinseln besaisen nur die Häupt- 
linge unsterbliche Seelen, während die des Volkes (Taoas) 
mit dem Körper untergingen. Silen läfst (nach Aelian) die ' 
Meropes oder Sterblichen auf einer Insel im Ocean mit zwei ^ 
andern Geschlechtern zusammenwohnen, dem frommen oder j 
goldenen und dem ehernen oder streitbaren, am Eingange jj 
ins Nebelreich, und so waltet, nach dem Trai-Phum, Phra-Iö 
mit seinem kriegerischen Hofstaat der Chatu-Rajah auf der 
Spitze des Meru, während die beschaulichen Phrahm an Aei^ ^ 
Wolkennebel der Arupa grenzen. Die Seelen derer, von 
welchen Persephone die Sühne alten Unheils (TuaXatoü ir^vdsoc) 
genommen, sendet sie im neunten Jahre wieder zur ober* 
weltlichen Sonne empor. Aus diesen erwachsen edle Fürsten^ 
rQstige Starke, hochbegabte Weise. Für die Folgezeit abeir 
werden sie von den« Menschen heilige Heroen genannt. Unte^r 
dem xuxXo^ ^evlasoic verstehen die Orphiker den Kreislauf d^s 
Immer-von-Neuem-Geborenwerdens, den die Seele in der M 
tempsychose durchzumachen hat, und dessen sie überhob 
zu sein wünscht, betend (bei Procl.): xuxXou i? aS X^Sat xotl 
dvairveücjat xaxi-njxoc, durch reinigende Entsündigung^* 
(Nägelsbach). „Die Seelen des goldenen Geschlechts bleib 
auf der Erde als Dämone. Die Menschen des silbernen & 
schlechts, die (wegen frevelhafter 5ßptc) durch den Zorn cJ 



It is Said by another tribe, that the emu's egg was prepared by Bermbej^"*^^ 
and carried into space by Penmen, a small bird, which they do not dest;^' 
(Stanbridge). Marpean (Arctnrns) is the discoverer of the bittur (pupa of 
wood-ant) and the instnictor of the natives (in Australia), where to find ^ 
Wben it is coming into scason with them, it is going out of season with tM ^ 



88 

Zeus von der Erde genommen werden, gehen nach dem Tode 
unter die Erde, aber nicht ohne eine gewisse Beseligung und 
Ohre. Das eherne Geschlecht, das durch sich selbst ums 
Hieben kommt, geht namenlos, und somit ehrenlos, in den 
modererftlllten, schaurigen Hades ein. Das vierte Geschlecht 
(die Heroen und Kämpfer vor Theben und Troja) wird (bei 
Hesiod) von 2ieus nach dem Tode auf die Insel der Seligen 
versetzt, wie Menelaus (in der Odyssee) lebendigen Leibes.*^- 
Als nach den von Hesiod gegebenen Andeutungen die 
Dämone nach einer bestimmten Rangstufe in das Götter- 
system einzufügen waren, fixirte Empedocles (nach alfuri- 
scher AuflPassungsweise) ihre Entfernung von den Göttern auf 
3O00 Jahre (nach Plutarch). Doch sijid sie ihm noch mensch- 
liche Seelen, wie auch Heraclitus beide zusammenstellt, in- 
dem ihm (nach Diog. Laert.) izdvza tj^üxcov sTvat xal Saiji^vcov 
Tckf^pri schien. Die Geschichten von Typhon, Osiris, Isis sind 
(nach Plutarch) weder für die Schicksale der Götter, noch 
.der Menschen zu halten, sondern der grofsen Dämone, die 
nach den alten Theologen (bei Plato, Pythagoras und Xeno- 
erates) als kräftigere Wesen die Natur des Menschen über- 
'treffen (wie die vorgeschichtlichen Halbgötter Japans). Thaies 
unterschied (nach Athenagoras) den Oeov, die Sai(jLova?, als o6aia? 
t fjfoxtxac und die Tjpcoac. Bei Hesiod sind die Dämone Ssutepoi 
Ocot (nach Maxim, v. Tyr.). Nach Piaton bilden die Eroten 
(der nach dem Guten und Schönen strebenden Seelen) die 
erste Klasse der Dämonen in der zweiten Ordnung der 
Götter. Porphyrius, obwohl er auch 8aifx6via uXixa zuliefs 
(wie Callimachus den bösen Dämon im Menschen von der 
Entsittlichung des besseren Personalgeistes ableitete), meinte 
doch, die Orakel als Eingebungen guter Dämone betrachten 

(zu dürfen, aber mit dem Siege des Monotheismus wurden 
alle Dämone in Bausch und Bogen zu Teufelmisgeburten 
^ verkehrt, und (denn : exorcismis fugant daemones rühmt Ter- 
F tuUian) exorcisirt, wo immer man ihrer habhaft werden 
ionnte, obwohl die moralische Auffassung zweier Genien, 
die als schwarzer und weifser den Menschen begleiteten, auch 
^ christlichen Legenden noch vielfach wiederkehren. Die 
Xioetrennung des Genius vom Menschen, als ein äufserlich 
**ii:^augetretenes Wesen, lag nicht in seinem ursprünglichen 



84 

Begriff, da er, seinem Namen nach, dem oaijicov ysvs&Xio? 
Pindars entspricht und, wie der Khuan der Siamesen, schon 
mit dem Kinde geboren wird, dem persischen Ferner oder 
dem Individualgeist der Kabbala gleich, der über dem Haupte 
schwebt. Nach Servius waren die einzelnen Glieder des 
Körpers Göttern (wie das Ohr der Mnemosyne) geweiht, die 
Stirn (die bei dessen Verehrung berührt wurde) dem Genius, 
und in Abbeokuta hörte ein Missionär einen Neger von Ver- 
ehrung seiner Stirne sprechen, die ihm durch ihre Dicke das 
Leben gerettet. Im Midraschim heifst es, dafs der Mensch 
für jedes Gebot, das er ausübt, einen Schutzengel erwirbt, 
der ihn stets umschwebt. Nach Pallas legten die Mongolen 
jedem Theil des Weltsystems, jedem Reiche und Volke, so- 
wie jedem Menschen seinen unsichtbaren Engel und Be- - 
Schützer bei, als Esan oder Etsen. Nach den Finnen hat ^ 

jeder Gegenstand in der Natur seinen Haltia oder Schutz 

geist. Nach den Belehrungen, die Timarchus in der Höhle ^ 
des Trophonius erhielt (bei Plutarch), war der Dämon dem j 
Menschen als Lenker und Zügler beigegeben. Genius iKt 
deus, cujus in tutela, ut quisque natus est, vivit (Censorinufe). ^ 
Capella rechnet den Genius unter die Medioximos. Jeder Ort<d 
hatte nach den Römern seinen genius loci (meist als Schlange).—^ 
Nach dem Pythagoräer Theanor vermag sich einen Dämons: 
nur derjenige beizulegen, der sich schon mehrere Genera- 
tionen hindurch vom Körperlichen losgearbeitet hat. Jedetrm 
Mongole hat einen Dsajagatschi (Dsol Dsajagatschi oAerrM 
Genius), der für sein Wohlergehen sorgt und den Feinden^ 
seines Schützlings die Augen aussticht. Gulbi Dziewos is 
(im Preufsisch- Litthauischen) der schützende Geist jed 
Menschen (s. Stryjkowski). Die Ostjaken verfertigen ein^ 
Bild des Verstorbenen, das an seiner Stelle in die Hütte ge — 
setzt (mit Speise bei jeder Mahlzeit) und Abends ausgekleidete 
wird, um ins Bett gelegt zu werden, sowie Morgens wieder^ 
angekleidet wird. Haltia, als menschlicher Schtttzgeist bei J 
den Finnen, wird wegen seiner Macht (wie auch der Bär) 4 
Külusilma (der mit glänzend funkelnden Augen) genannt.^ 
Die zum Theil aus jüdischer Theologie entlehnten Rang — 
stufen der geistigen Wesen, vom höchsten Gott abwärts,«^ 
sind: Götter, Erzengel ^ Engel, Dämonen, Herrschaften^^ 



f 



85 

-■-•'^»oeii, Gebieter und Seelen. Die Letzteren sind das ganz 
•^diTidnelle, und von ihnen aufv^ärts nähern sich die Geister 
i^xuner mehr der Einheit oder Wesenheit. Die sämmtlichen 
^^ht Stufen werden in einer grofsen Tabelle classificirt, nach 
Form, , Art, Veränderlichkeit, Auftreten, Schönheit, Schnellig- 
keit, Gröfse, Lichtglanz u. s. w« Wesentlicher sind ihre 
Verrichtungen und Gaben in Beziehung auf den Menschen. 
Die Götter reinigen die Seelen vollkommen, und schenken 
Gesundheit, Tugend, Aufrichtigkeit, langes Leben ; die Engel 
lösen die Seelen von den Banden der Materie und reichen 
älinliche Gaben, nur mehr in speciellem Sinn; die Dämonen 
ziehen die Seelen zu den natürlichen Dingen abwärts, be- 
lästigen den Leib, senden Krankheiten und Strafen. Die He- 
roen führen die Seelen zur Beschäftigung mit den sinnlich 
'Wsdimehmbaren Dingen, und regen sie zu grofsen und edlen 
Ihaten an, verhalten sich aber sonst ähnlich wie die Dä- 
monen, die Herrschaften haben die Leitung der weltlichen 
Dinge, und geben weltliche Güter und Lebensbedürfnisse; 
die Gebieter gehören zum ganz Materiellen und geben nur 
Irdisches; die Seelen endlich, wenn sie erscheinen, treiben 
na Zeugung an, benehmen sich jedoch nach ihrem Werthe 
aehr verschieden. Jeder Geist erscheint mit einem Gefolge 
des nächstfolgenden Ranges, die Erzengel z. B. mit Engeln 
u, 8. w. Die guten Dämonen bringen ihre Wohlthaten gleich 
mit sich; die Rachedämonen zeigen künftige Martern bild- 
Uch an; die bösen Dämonen kommen mit reifsenden Thieren. 
Alle diese Geister haben auch ihre Körper, nur sind sie um 
80 unabhängiger davon, je höher sie in der Rangordnung 
stehen (nach Jamblichus). 

Nachdem die unbestimmte allgemeine Verehrung, die 

*ö&nglich als heiliger Schein des Dämonischen allen Geister- 

^esen gezollt wurde, sich in der Hervorhebung bestimmter 

fleroengestaJten concentrirt hatte, war es dann leicht, die 

•f^eopoietike weiter auszudehnen, und wie im alten Griechen- 

**Ud die Archegeten, als Gesetzgeber, oder Staatenstifter 

(*• B. Lykurgus, Battos, Sisyphos, Theseus, Perseus, Hiero 

**• 8. w.), so wurden die Nachfolger Alexander M. vergöttert 

'^^ysander, Klearchos, Dion, Hephästion), und seit Augustus 

^^^ römischen Kaiser, obwol Kltjomedos von Astypaläa durch 



86 

die Pythia flir den letzten Heroen erklärt worden (72. Olym- 
piade). Klearchos, der Despot von Herakleia, nannte sich 
Sohn des Zeus. War ein Heros mit der Vollmacht des 
göttlichen Charakters bekleidet, so konnte er indefs die ihm 
zum Schützen übertragene Gewalt, auch zum Strafen ver- 
wenden, wie es Artayktes von Protesilaos erfuhr. Nach 
Arrian war der Geist des Priamos stets erzürnt auf die 
Nachkommen des Neoptolemos (und suchte ihnen nach Scha- 
manen-Art zu schaden), wie der des Achill (nach Philostratos) 
auf die des Priamos. Nach Manu verunreinigt das Lesen 
der Sama-Veda, weil sie die Pitris ffir ihre Gottheit hat. 
Den Siamesen ist Pu der avus paternus und Pu Chao der 
Schutzgeist des Ortes. Die von den Göttern gezeugten Helden 
vor Troja, als Itl tcov Ös&v ^&'^o'v6ze(; (bei Isokrates) sind 
TjjjLi'ftsot (bei Euripides) oder Heroen. Die Camancans (in Bra- 
silien) halten die Seelen ihrer Verstorbenen für Götter, beten 
sie an und schreiben ihnen die Gewitter zu. Sollten sie 
schlecht behandelt sein, so kommen sie als Unzen wieder, 
um zu schaden. 

Jeder Todte wird an sich zum "^pcoc, wie (bei Alciphron) 
die Wittwe ihren Gatten nennt, und sich tipwc X°^^P® ^^ 
böotischen Grabschriften findet. Der YjpcDC erscheint als dv&pa>7ro- 
Sai^cov (bei Euripides) die eigentlichen Heroen, die nicht 
unsterblich wurden, bleiben Localgottheiten , wie T^pw? '^ffi 
Mr^Siac oixTjTops? xal xrjSsfiovs? (bei Xenophon). Aufser den 
iizv/ioploiq Sa^öi (wie z.B. Sosipolis in Elis), deren Kultus 
die Landes- und Stadtgrenzen nicht überschreitet, werden 
auch die überall und allgemein verehrten Gottheiten, als 
Schirmvögte und Hauptgötter des besondern Landes, wie 
&£oi TzoXiasooyoLi ;(öov6? (bei Aeschylos) oder ösol itoXixai (&eol 
Ifsvi&Xtot 7raxp(pa?, 7^? oder fteol (iöTüv6|jL0t) verehrt (s. Nägels- 
bach). Die Schutzgeister oder Ongon (bei den Mongolen) 
sind an bestimmte Plätze * gebunden (nach Kowalewski). 



* An avatar of a demon means some disguise assumed for a few mo- 
ments or so. It is also supposed, that the demon himself is not bodily pre- 
sent at any place where such an avatar is seen, but that he is millions of 
miles distant from the scene and yet has the power of creating there avatars 
and of presenting thcm to the cyes of men. 



87 

Nach Martian repräsentirt'ii die Mancs (tarn boni quam 
trucses) die d^aBouc xal xaxouc Sai^iovac bei den Griechen. 
Die heidnischen Götter sind den Hebräern die Eilelim odef* 
Mftohtigen. Als dem weisen Wianamoinen drei Zauberworte 
sur Verfertigung seines Bootes mstngelten, begab er sich zur 
Befiragong nach dem Grabe des alten Wipunen. Die Ange- 
koks (der Grönländer) vermögen nicht nur eine beschädigte 
Seele auszubessern oder eine verlorene zurück zu bringen, 
sondern auch eine kranke mit einer frischen gesunden Seele 
von einem Hasen, Rennthier, Vogel oder jungen Kinde zu 
verwechseln. Die Maraca oder Tammaraka (mit Steinen ge- 
fällte Calabassen) sind von Geistern bewohnt, die den Zau- 
berern (in Südamerika) die Gewalt geben, selbst wieder dem 
Tammaraka die Fähigkeit zu verleihen, alles Erbetene zu 
gewähren. 

Ihren Einflüfs auf den Menschen lassen die Dämonen 
(die nicht mit handfesten Fäusten mittelalterlicher Heiliger, 
von denen Pappolus von Laugres und Hanno von Cöln 
Zengnils ablegen können, begabt sind) in Gemüthsbewe- 
gjniigen, und zur Strafe, in Krankheiten, besonders im 
Sckütteln des Fieberfrostes spüren. Bei Schmerzen glaubte 
der Polynesier von seinem in ihm steckenden Atua gefressen 
XU 'werden, und der Karen fählt die Phi den Körper durch- 
wfihlen. Im Archipelago ist gewöhnlich jede Krankheitsform 
einenoi bestimmten Teufel zugeschrieben, und so lassen auch 
die Babbiner Blasen im Gesicht vom Shed Chamath her- 
rühren, Asthma vom Shed Ben Nefalim. Zur Zeit des schwe- 
dischen (nordischen) Krieges macht Katk (die personificirte 
P^t) seine Rundreise durch Esthland, verschont aber das 
Dorf, wo man das zerbrochene Rad seines Wagens reparirte 
(s. Hurt). Das kalte Fieber (Hai oder grau) setzt sich (in 
Grestalt eines Weibes) rittlings auf den Menschen und rüt- 
telt ihn. Der Kranke mufs beim Anfall in tiefes Wasser 
springen, da der Quälgeist dann zu ertrinken furchtet und 
ihn verläfst. Wenn ein Kind gähnt, ein Krieger zaudert, 
oder ein Redner stockt, sagt der Ojibway, dafs die Tra- 
banten Weeng's mit ihren Keulchen sie geschlagen. Von 
KraJikheiten heifst der Nervenschlag (bei den Slawen) Bozi 
ruka (Hand Gottes), die Seuche Bozi raiia (Schlag Gottes), 



88 

die Fallsucht BoSi luö (Geifsel Gottes), lieber die unter 
Morbus sacer zusammengefaTsten Kraakheiten bemerkt Hip* 
pokrates, dafs sie die Götter bewirkten, aber nicht unmittel* 
bar, sondern durch physische Ursachen. Nach den Tschu^ 
waschen kann der Jerich dem Menschen Geschwüre xind 
Ausschläge zufügen, obwohl sonst zu den guten Geistern 
gehörig, wie Ichta (bei den Tscheremissen) und Mudor (bei 
den Wotjäken). 

Vitam turbant, somnos inquietant, irrepentes etiam in 
Gorporibus occulte mentes terrent, membra distorquent, vale- 
tudinem £rangunt, morbos lacessunt, sagt Cyprian von den 
Dämonen * und Lactantius: Occulte in visceribus operti vale- 
tudinem vitiant, morbos cient, somniis animos tenent, mentea 
furoribus quatiunt, ut homines his malis cogant ad eonun 
auxilia decurrere. In den kranken Patagonier ist der böse 
Acheken at-kanet eingefahren und mufs ausgesogen werden. 
Die Strigen der Griechen flogen zu den Wiegen der Kinder, 
Blut und Eingeweide aussaugend. Aufser den 16 verschie- 
denen Begu för ebenso viele Krankheiten mit ihren besiMh' 
deren Namen, kennen die Battaer noch den Begu NalalaiA. 
(den Geist der Zwietracht)*, der um die Ecke schleicht. Dki 
Pustahas oder Bücher enthalten die hülfreichen Talismane« 
Keine Krankheit kommt von Gott, als der gut ist und Jeder- 
mann alles Gute thut, sondern ist vom Teufel, der alles Un- 
glück anstiftet und anrichtet^ und sic6 in alle Spiele und 
Künste menget, scheufst aus Pestilenz, Franzosen, Fiebei 
u. s. w. (Luther). 

In wiefern die einfache Verehrung der abgeschiedenec 
Seelen in den Vorfahren sich zu den vielfältigen Stufen 



* The last Raja in the male line (of Sarivahan at Chayanpur) was destroyec 
by the imprecations of Harshu Pangne, his purohit, and the enraged ghos 
of this Brahman (who died in sitting dhurna on the Rflja), is now the chie 
object of worship in the vicinity. The priest of the enraged ghost (whc 
destroyed Sariyahan)* a Kanoj Brahman, is now making a considerable profit 
all those in distress and fear flocking to induce him to make bumt offeringi 
(Hom). He has of late been disturbed by a person, who says, that he ii 
descended of the ghost and claims a share. This pretender (a most violen 
fellow) goes nearly naked (to intimidate his adversary) and has paintec 
himself red^ white and yellow in largc irregulär patches. 



89 

gnMieii gliedert, in denen der Dämonendienst der Heroen 

mdbeinty h&ngt von historischer Gestaltung der gesellschaft- 

&jien Verhältnisse ab, unter denen ein Volk lebt. Sind 

foa Vorneherein strenge Standesunterschiede vorgezeichnet, 

80 werden die Seelen der E^len und Häuptlinge auch nach 

dem Tode in ein bevorz.ugtes Land des Jenseits eingehen, 

und die auf Erden genossenen Vorrechte der Superiorität 

dort fortbewahren, weshalb das gewöhnliche Volk in Cochin- 

china am Allerheiligenfest die Seelen seiner Verwandten 

nicht an demselben Tage fetirt^ an dem die Vornehmen die 

Ihrigen eingeladen haben, weil sonst diese, wenn sie auf dem 

Rückwege mit ihren früheren Dienern zusammenträfen, den- 

B^ben die erhaltenen Geschenke zum Tragen geben möch- 

. Sollte andererseits übernatürliche Hülfe nöthig werden, 

FäUen, wo der gemeine Mann seinen eigenen Vorfahren 

nicht genügende Macht und Fähigkeit zutraut, so wird er 

Bioh vorzugsweise an die Gewaltigen wenden, die er auch 

ixn Lieben ab seine Oberen zu betrachten gewohnt war. Die 

Sftaptlinge der Neuseeländer blicken mit einem Auge aus 

-den Sternen herab und können von dort wieder auf die Erde 

«iedersteigen, wie die Heroen der Kaffern, far deren Eintritt 

in der vorderen Schlachtreihe ein Platz offen gelassen wird. 

I^asselbe beobachteten die epizephyrischen Lokrer, auf ihren 

"Vorkämpfer, den jüngeren Ajax, vertrauend, und als einst 

Autoleon verwegen genug war, an der fQr jenen bestimmten 

Stelle einzudringen, erhielt er von unsichtbarem Speer seine 

1o4eswunde. Den von ihren Feinden bedrohten Szeklem 

lehrten die fortgezogenen Freunde durch die Luftregionen 

znr Hülfe zurück. Nach den Kirgisen wohnen die Seelen 

^ den Sternen und kommen angerufen auf die Erde herab. 

Die Diguitas in Tucuman (in Süd -Amerika) setzen die 

Seelen ihrer Häuptlinge in die Planeten, die andern Menschen 

''^ Sterne. 

Die den Edeln gezollte Verehrung wird um so demüthi- 
ff^r sein, wenn diese als ein gottentsprossenes Geschlecht 
'^^trachtet werden, das nach dem Tode, wie es Thomson 
^^^n dem Kanaka Te-Heou-Heou erklären hörte, nach seinem 
^t:Ammsitz im Himmel zurückkehrt. Auch die Kalabar- 
^^eger lassen ihre Vorfahren vom Himmel kommen und im 



90 

Anfange dorthin regelmäl'sig zurückkehren, um mit Gott zu 
speisen, wie bei Hesiod Götter und Menschen längere Zeit 
am gleichen Tische speisen, und später noch Poseidon die 
Aethiopen besucht oder Tantalus die Olympier zu sich 
einladet. 

Nach Emin sind die Kadch (Tapferen) gütige Geister, 
die den Dev oder Boshaften gegenüber stehen (in Arme- 
nien). Die Seelen guter Menschen leben (nach den Mon- 
golen) ruhig in der andern Welt, wogegen die bösen (die 
sich nicht dahin übersiedeln können) in der Mitte bleiben. 
Sie wandern auf der Erde umher, nehmen Besitz von Men- 
schen, erzeugen Krankheiten und schaden den Kindern. Der 
Schamane erkennt das Wirken der Ongone und vertreibt sie 
aus dem Menschen oder aus den Wohnungen. Die meisten 
Ongone werden aus den Seelen der Schamanen gebildet. 
Jeder Kreis hat seine eigenen Ongonen, aber einige werden 
von allen Mongolen anerkannt. Unter ihnen ist bemerkens-' 
werth die Familie Bordjiginow, aus der Tschingiskhan und 
ein grofser Theil der mongolischen Fürsten hervorgii^ 
Das Volk zählte alle Mitglieder dieser Familie zu den guten 
Ongonen und betete sie an (wie die Tengri), als die Fürsten 
von Bergen und Hügeln. Der mächtigste von ihnen war 
Tschinggis, der stets das schützende Haupt der Familie blieb. 
Sein Thron konnte nicht ohne seine besondere Erlaubnis 
eingenommen werden. Die Anbetung vor seinem Grabe ge- 
schah unter den Ceremonien der Thronbesteigung und Krö- 
nung. Der neue Fürst fuhr (vor der Krönung) zu den Kai- 
man Zagan Kger (acht weifsen Zelten) und opferte seinem 
grofsen Vorfahren. Togon (Sohn des Esseno), der (nach 
Usurpation des Thrones) die Zelte des Grabes zerschlug, fiel 
auf der Rückkehr todt nieder, indem Blut aus seiner Nase 
hervor brach (s. Barsaro w). In BetreflF eines Tempels, der 
für Warren Hastings in Benares errichtet sein sollte, bemerkt 
Burke, dafs die Brahmanen nicht nur den wohlwollenden 
Gottheiten des Lichts und der Helle, aus Liebe zu ihnen, 
Tempel errichteten, sondern ebenso aus Furcht den feind- 
seligen, von denen die Blattern oder plötzlicher Tod aus- 
gingen, und da{s der Angeklagte mit den letztem seinen 
passenden Platz im Pantheon einnehmen möchte. Aufser 



91 

den Bildern und Symbolen der Gottheiten hatten die Tahi- 
tier auch Toos oder belebte Bilder, indem der Mensch die 
Gottheit nachahmte, als ihr Repräsentant, ein Mensch dem. 
Aeufseren nach, aber ein von der Gottheit begeisterter 
Mensch. Es gab stets Personificationen der Gottheit, ent- 
weder im König (Arii Rahi) oder in einem Priester. So 
erhielt auf Raiatea der Häuptling Tamatoa oftmals göttliche 
Huldigung, und auf Tahiti im Jahre 1800 p. d. der ver- 
götterte Tini (s. Moerenhout). Die Götter* sitzen nur an 
den Feiertagen in ihren Bildern. Erleng, der von Tschin- 
giskhan erschossene Sohn, wurde, um Rache zu üben, König 
im finstem Nordreich des Abgrundes, mit Schandan (Tochter 
des Bucha Najan) vermählt, und über die Tschitkur (Teufel) 
gebietend (nach den Buräten). 

Auf den Freundschaftsinseln war die indifferent wohl- ^ 
wollende Hauptgottheit im Tuitonga eingekörpert, gewöhn- 
lich aber leben in den Zauberpriestem nur untergeordnete 
Dämone böswilliger Natur, die auch die Schamanen veran- 
lassen, sich an Kreuzwegen begraben zu lassen, um dort 
durch den Schrecken ihres Namens die Vorübergehenden zu 
Opfergaben zu zwingen. Unter solchen Umständen wird die 
Anerkennung schützender Heroen im practischen Leben desto 
wichtiger, und das von Gespenstern gequälte Volk erbaut 
ihnen aus freiem Antriebe (vielleicht in einer Umzäunung des 
Sekos, wie das griechische Hcroon), Capellen, damit sie die 
teuflischen Plagegeister bekämpfen und raschere Hülfe ge- 
währen mögen, als die entfernten Götter, die durch um- 
ständliche Ceremonien in den Tempeln angerufen werden 
müssen. Nach dem Heldenbuche wurden die Helden ge- 
schaffen, um die von den Riesen unterdrückten Zwerge zu 
schützen. Auch unter den Heroen mögen dann neue Riva- 
litäten ausbrechen, wie Klisthenes (600) den Menalippus, den 
Feind des Adrastus, nach Sicyon hinführte, als Delphi die 
Entfernung seines Dienstes untersagt hatte. Bevorzugte 



* Bishop Heber was shown in the fort Chunar, the holiest place in In- 
dla, as an ornamented stone (with a rose enclosed in a triangle), on which 
the Almighty, though invisible, is seated for nine hours every day, removing 
during the three other hours to Benares. 



92 

Naturen mochten selbst den einen oder anderen dieser erl 
benen Heroen bewegen, in sie als Gefafs niederzusteigc 
und dann galten die Orakel, als göttlicher Weissagung ei 
flössen, für zuverlässiger und bedeutungsvoller, als solcl 
die nur von Dämonen durch den Mund Besessener gesproch 
waren. Diese mulsten dadurch an Kredit verlieren und z 
letzt wurden die Dämone so vertraut, dafs sie jedem Me 
sehen zugewiesen wurden, wenn sie auch nicht immer 
verständige Kathschläge gaben, wie der Einflüsterer des S 
crates. Bon jour ä vous et ä votre compagnie! ist der Gri 
des französischen Bauern an der Saone, und er hat dal 
den ^bon ange^ im Auge. Den Finnen begleitet seine Halt 
den Perser sein Ferner, und auch die Römer schwuren bei 
Genius des Cäsar, wie die Ashanties bei ihrem König. Wei 
noch nicht zum vollen Range der Götter aufgestiegen, dient 
diesen die Heroen, wie Phylakos und Autonoos den Temf 
Delphi's in Riesengestalt gegen die Perser vertheidigten. 
Tahiti standen die Tii an den Enden der Morais. Der E 
sitz mächtiger Heroen gab Gewalt, und die Aegineten liehen iH 
Thebanern die Aeakiden, die Spartaner schickten die DioskuK 
den Lokrern. Wie Herakles befreite der Held Haou-tabou-to 
Tahiti von Ungeheuern. Der Hindu mufs zu einer der fC 
Secten oder Pancha-upasak (der Shakta, Vaischnawa, Sai^ 
Saura und Ganapatya) gehören, und unter den 33 Coti c 
Götter und Göttinnen im Pantheon immer eine der ft; 
Gottheiten als seine Ishta-Devata oder erkorene Gottheit a 
erkennen. Aufser den allgemeinen Mantras oder Gebet 
der Sekten giebt es noch die Bij oder besonderen Forme 
die der Hindu nur von den Lippen seines geistlichen Lehr< 
empfangen kann und geheim hält, indem die Gottheit, 
welche die Bij oder Mala mantra gerichtet ist, des Betend 
Schutzgott wird. Da ein Brahmane reinster Kaste seine < 
habene Stellung verlieren würde, wenn er einem Sudra i 
Priester diente, so sind die dies übernehmenden Brahman 
(als Patita oder entwürdigte Brahmanen) von niederem Ran^ 
ausgenommen die Goschmanis (erbliche Gurou der Vaisc 
navas), die Mantras an alle Sudras ertheilen und in der 
Häusern essen dürfen, ohne deshalb erniedrigt zu werd< 
Sankaracharjya proclamirte Mahadeo als höchstes Wes< 



l 



93 

lfadha?a Ächaijya undVallabha Acharjya gaben denVaisch- 
W?i8 als höchste Gottheit Viscbnu, wie sie die Shaktas in 
iet Braut Sivas (in der einen oder andern ihrer Schreckge- 
itahen), die Sauryas in der Sonne, die Ganapatyas in Ganesa 

]^ La den Negerländem des westlichen Afrika werden die 
mannbaren Knaben, als Vorweihe einer Aufnahme in die 
Oeheimbünde, harten Prüfungen und Büfsungen unterworfen, 
m in der gewaltsam zerrütteten Aufregung ihres bei der 
Piibertfttsentwickelung vor Allem empfönglichen Nerven- 
^Btems die Offenbarung des künftigen Schutzgeistes zu 
lehanen, und auf gleiche Mittheilungen aus dem Jenseits 
vsrten die Knaben der nordamerikanischen Indianer, wenn 
rie Yor der Bekleidung mit der toga virilis , sich auf einem 
nm Ansiedlungen fem gelegenen Baumsitz durch anhaltendes 
Fasten abmartern. Schingual^ongse (kleine Fichte) verän- 
derte nach dem prophetischen Traum, in dem er dem himm- 
lischen Kriegsrath beigewohnt, seinen Namen in Sagadjiwe- 
iMe (wenn die Sonne aufgeht) und sah seine Hoffiiung, ein 
:yor8er Häuptling zu werden, in Erfüllung gehen (s. Kohl). 
*lk Krankheiten beschicken die Zulu den Inyanger, damit er 
de Umtugartie oder Zauberei ausspüre, die das Leiden ver- 
ttlafst habe (s. Caldecott). Wird in einem Kraal der Kaf- 
fan Jemand krank, so ruft er einen Tsanuse oder Zauberer, 
der dem schädlichen Hexenmeister oder ümtakati entgegen- 
arbeitet (wie in Westindien der Neger der Mylah-Ceremonien 
dem Obo oder der Priester der Atharvan-Veda dem Yatu). 
Bei den Indianern hat jeder Medicinmann seinen persönlichen 
Gott, einer den Pabookowaih (den Krankheitszerschmetterer), 
oder ein anderer den Nahneetis (den Gesundheitshüter), u. s. w. 
Nach Unterhaltung mit dem Geist fährt der Schamane der 
beuten zur Diagnose in die Eingeweide des Kranken 
' ®Ui (s. Sarytschew). Gewöhnlich citiren die Nekroman- 
^er der Coroados (in Brasilien) einen Geist der Verwandt- 
•^^haft, bei Kriegszügen gegen die Puris aber, einen Geist 
^i^ser, den sie zum Verrathe zwingen (Eschwege). Die Illi- 
^etck genannten Zauberer der Grönländer citiren im Finstem 
Qwie die Anwesenden* an der Stimme erkannten) die Seele 
Hures Feindes vor sich und verwunden sie mit einem Pfeil, 



94 

80 dals der Mensch langsamen Todes stirbt. Auf TahM 
konnte die Krankheit aus verschiedenen Ursachen stanun^ 
sie mochten von den Zauberern herrühren, die als Oroa aucii 
Liebe einzuflöfsen im Stande waren, sie mochte eine Strafii 
der Oromatouas sein, för Uneinigkeit im Familienkreise, ak 
mochte aber auch nur die Symptome des Zornes bilden, der 
einen Atua wegen zunehmenden Freveis unter den Meo* 
sehen ergriffen hatte. Der herbeigerufene Tehoua Toutera 
schaute im Geist den Uebelthäter, um dessen willen das 
Innere seines Patienten vom Atua zerfressen wurde, und er 
liefs durch die Familie desselben den unbewuTsten Urheber 
benachrichtigen. Dieser schickte dann reiche Geschenke, 
das Verbrochene gut zu machen, und begab sioh, einea 
Strick um den Hals, zum Morai, den Atua bittend, all seixs 
Eigenthum und Alles, was ihm davon beliebe, zu nehmes 
aber dem durch seine Schuld erkrankten die Gesundk?^ 
zurückzugeben. Bei Krankheit ist der Atua als EidecKn 
in den Neuseeländer gekrochen und zerfrifst die Eingeweihte 
Nach der Meinung der Minorcaner sind die Krankheü 
häufig durch Hexereien und böse Geister verursachte 
Schädigungen (Armstrong). Die Substanzen, durch wel« 
Zauberer Krankheiten zufügen, enthalten gleichsam 
durch den Archäus auszuscheidende Ens veneni, und wie ^ 
getrocknete Haut im Magen aufschwillt, so ist (nach PaM^- 
celsus) ^Ursache der Krankheit der Sahm, der in sie ges^^ 
wird, und also in ihnen wechst". Um die Gesinnungen <^ 
Königs Arschag zu erforschen, bestreuten die Chaldäer ein» 
Theil des Bodens vor dem Zelte Sapors mit armenische 
Erde, einen andern mit persischer, und je nachdem jener sr 
der einheimischen Erde seines Reiches oder auf der fremde 
seines Lehnsherrn stand, sprach er mit dem Stolze un^ 
Trotze eines selbständigen Fürsten oder mit der Untei^ 
würfigkeit eines Vasallen (Faustus Byz.). Die KamschadaleJ 
lassen ihren Gott Tui mit einem Zuge schöner Hunde fahreni 
die durch Schütteln Erdbeben verursachen. W.enn es bein: 
Gewitter regnet, so schlägt der Donnergott Beiuta sein 
Wasser ab. Aufser den verstorbenen Stammvätern und 
Helden werden die Schamanen beider Geschlechter als Hei- 
lige vergöttert. Von Satanen giebt es Wassernixen (Mitgb 



95 

oder Garan), Erdunholde (Tsckisikam oder Erdherr) oder 
Kongduoki (Ilgiriki), Berggeister (Temir Kam oder eiserner 
Herr), Waldteufel (Usaktchu oder Wodasch), Insektengötter 
(Aschintitei) u. a. Unter der Erde herrschen die Erdgeister, 
die den Todten Unheil zuzufügen suchen, weshalb die teleu- 
tischen und koräkischen Schamane dieselben bei Beerdigun- 
gen durch Formeln bannen und durch Luflhiebe mit einer 
Hacke abzuhalten suchen. Manche (besonders in Wüsteneien) 
setzen ihre Leichen auf Bäume und lassen sie über der 
Erde verwesen oder verbrennen sie, um den Erdunholden zu 
entgehen. Die Ongon (hölzernen Puppengötzen) der Buräten 
sind die Schowoki der Tungusen und die Kamuli der Kam- 
schadalen. Paracelsus setzt die Gnomi oder Neuferini unter 
die Erde, und (nach Wilhelm Neobrigensis) kamen zur Zeit 
des Königs Stephan grüne Erdenmenschen (des Landes Mar- 
tini) aus den Wulfputes oder Wolfsgräbern. Ein Göttinger 
Student besuchte das Stille Volk auf dem Schlofs Plesseü, 
wie 1744 beschrieben steht. Der König von Martaban liefs 
sich (nach Pinto) auf den Schultern seiner Edlen tragen 
(wie noch jetzt die Prinzen Birmas), um nicht den Boden 
zu berühren, was auch beim Begraben auf den Nyassinseln 
beachtet wird, damit der Todte nicht in die Gewalt des Erd- 
geistes falle, der die, deshalb auf den Armen in das Gericht 
getragene Hexe, neu kräftigen würde, wie einst Antäus. Dem 
Dairi war es nicht erlaubt, die Erde zu berühren (um sich 
nicht zu verunreinigen), und die von ihm gebrauchten Efsge- 
schirre wurden zerbrochen, da sie Andern Anschwellung des 
Mundes und der Kehle verursacht haben würden (wie die 
der durch Tabu Geheiligte«). 

In dem Bomakawya wird Bauma, der Sohn der Erde,, 
von Vishnu mit Pretivi gezeugt und konnte durch die achte 
Avatara Vishnus nur beim Emporheben getödtet werden, da 
seine Mutter ihn immer neu stärkte, theilt Friedrich aus der 
indischen Literatur auf Bali mit. Die Mandan unterhielten 
sich oft mit ihren Verwandten unter der Erde, die ihnen 
nicht nach der Oberwelt folgen konnten, weil die Ranken, 
an denen sie selbst emporgestiegen, unter der Last einer 
dicken Frau gebrochen waren. Nach den Natchez waren 
die Choctaws so plötzlich erschienen, als ob sie aus der 



m 

S}ide «üA^täaden seien in.^iiA Pirat?). ^ i^Oer urejprangUqlM^i&hiOt 
YQli: :}ett>> jdbd. l&hy.lipi) ioj ^, A3mif Jemimixymo^^ 
ji^i^tSiiu^ sondern: lebdn .(h. Oraff'>:i')fie}^dmbEtl^teYi^ 
L^i0»^^auoh^rHcff£,^X^ibfdeAselben'N^ (wiw^i ^ini^^ 
biöf feeUätibdl HcamiBg^ ^jo ji» zeiVe^,(|Äz jiam;\^ivjf)ir[ocl^) 
j^j^b bm leb$tiid^ (Banuä). iI>erlJl«ger//8agfclia^8eiöeat5JjW?^Ä 
(jde$ EBgHaoh,^ i^live? statt «k^.iDievJabütiöö.vÄeki»^ z;if^ 
lJ5irifeseö7^ii^'TTOiLr'd«cen::Än€aa)iaIle8-{^ ttoö 4«ni -W^fi^rft 
«lue» ßBOfiie ^ herkömmt« » l^a' jedesl dieser r r Winsen ; bec^hj« , 9^4 
vielßn nOliedeni. ^.SsJ kt.rüiabti! fiiori «Teufet i^ nood^mi r!^rjißi0( 
lifoiljoh^ «ftterr idenSfilbien^habaa W^iber/^ die n^ft 

ti$^IKs)ch^;Fila»lie Sfobadet dem Vbb^ 4ief ii.ndemyervapbj^^l4äi( 
M^n9olmkj^4ie dritte ^deBiKinder», > u. a.: . w.*)nTfJSfaiig«i>TQnftA 
gjd)i«<i, m' jdie /Wolken, ^ Ändere in ? idie Ei'dew. ,- yjon? » det» jGh^t^t^ifti 
njirtöt t«fch ieiae-Gatbm®' des ¥iehft]4ti,;die. -»iflQri^.»4iöiJ JiPkg!^ 
di^vjdri^fe beßchÄtefeM-denrMfeiisöben lii s^cy^.«!; Je^älteri^ft 
Schamane (Ajun) ist, desto .l^eh^f^weifo(i^ »dm>]S^tt»ÄOrift'^ 
3{l^lii:.imd fGot^m Einemt gemfeiaeni J^abuteutiv^injl* fdiese 
JJfÄiftÄ.iöibht bekannt V- und: eüi SohamlaflebenW^fsr ,&iobt -^lÄ 
j[ßf<WtepJ od^j? Teufeiy.die ?eia;iaö(deferf^if8.(vJiSUrij^nigfiiGo^ 
^4€f(>TQttfel 'Sind aUgemeiu^ die lmeisteni)gebörertc>b*o^4öf^ 
P^ftTÄon^n lÄö^. Will eint ßöb^anetr e1Weh/iDiebilW9feiig^li,aW 
rpaftii^c^l^Uß Teufelvwit Naman jun^j figä^MSie ddruWf' 04 §li^ 
Q^6&jli){^A gieinl.ofaUGb.mndv 2u ifam^^s^iiu^oimany >8|Ov{äbs|i(@^ 
li*,ähi^j:WöhlMi»gfen> .; W (erif«a dw JUlftt^ujß^pf jf^l^rfe 
a^jwö^ßi-er, 8ein;Ge8i<dit:mfii6teh8^ geg^ji degoiVJSwm^J^fjliiU 
^•3 (^iqf/denr, Birdteu&Ui, fiiO 1 macht cjr iöinC: SteHl(ing,jj aAfr^iwoUte 
if^^pb iÄidie/JErd^ yetkriei^n.. W-fWuer beii|de^:.>C€ttifcJ» 
j^ so fragt ^ sie: und verfäbirtv.d^J><^i .ip GaiiMlöicni.1» Diß 
forfttenfel b»beiix;(»nF-' Wiobmmg) ; Scbw^jzstuben^f (;«rift ..jü^ 
ßwMeti)y).die>iErÄteiifel rWiobnen i(jwiQ die ;JaknteB}.in^.HJrtrtw 
i^ iQlitii(^li^)y v(BeiiiKrattkbeiil^aUj$n »wird eiiii l^rub^.iM^fh 
4^ (^abbd*w0 oder; Priaster. , gjesandt ^, ! .d§r 4urob< idlis : J^th^ 
.W^Wnjifen deßBiiGrottei Ifa geheiligte» Palmnösae id^sJÄiriie 
:XW«i'/ augd^utet^i diwiteum^Opfer gewAnaohik/irirdy..,^Ä0h iM^ 
^pto^^^nr't}^ H^sesr sprengt 1 der Bnfßi^r (von ^dem •Blut iftt^ 
dea i Kfili4>a8Gfa und .die Wandnndi^treipht 4^iit^>iüberit4e$ 
krani^ea Mannas i Stirn«, iiideol er so >das, Kleben 4)9Sf[Dbi^^ 
auf den-Ksankeurzu übertragen meiilt '(Hoffmannt)^ ,. jD^^ii^jt 



97 

flberhaapt die den vioarirenden Opfern in den Religionen zu 
Gnmde liegende Elementaridee, die sich an das schamanische 
HaBcbeu der Menschenseele im Nootka-Sunde, auf Mada* 
gascar u. s. w. anschliefst. Jama zog mit seinem Stricke 
ein daumengrolses Männchen mit Gewalt aus dem Leibe des 
Sa^awati, der sich unwohl im Schlafe niedergelegt hatte, und 
ging damit nach Süden fort. „Dafs Du schlafend sterben 
mögest!^ ist der schwerste Fluch des Tinguianen (weil das 
Fortleben dann ebenso gefährdet ist, wie anderswo in langer 
Eraakheit und der umherschweifende Geist nicht den rich- 
tigen Moment der Körperauflösung benutzen kann, seine 
Existenz in günstiger Weise zu verändern durch die Chuti- 
ohitr der Siamesen). Germanorum plurimi laqueo Titam 
finiunt (Clem. Recog.), wenn sie nicht auf den Schlachtfel- 
dern sterben, bemerkt Bardesanes, um die Ansicht der Chal- 
dfier zu widerlegen, dafs die Bestattungsart von den Con- 
atellationen der Geburt abhinge. 

Die Maruts, Söhne des Sturmes, sind ursprünglich die 

Gdster der Verstorbenen, die mit dem Sturm dahinfahren 

(nie das Yulheer). Die Vorfahren (Pitris) werden in den 

%den durch Spenden geehrt und durch Sraddham (Opfer 

[ von Reiskuchen und Wasser) gesühnt. Die Kukies trocknen 

£e Leichen der Rajah's durch Rauch (Butler). Die Bermun- 

Eängeborenen brennen sieben Nächte hindurch ein Feuer auf 

dem Grabe, dafs der Hantu (Geist des Verstorbenen) nicht 

Werne am Grabe, Auf Kindergräber stecken sie einen Pfosten, 

um nicht der Mutter durch Sympathie zu schaden. Wurde 

det Todte nicht auf dem Friedhofe der Pitriwanam, sondern 

«rf der Schädelstätte Smasanam beigesetzt, so war er den 

l>Ö8en Geistern (Pisachi oder Kaunapeis) ausgesetzt. In einem 

Gedicht von Celebes verspricht Madi der Mutter des I-Madi 

Daendg ri Makka, dals er für seine Bea^chützung gegen Teufel 

©inen Büffel mit goldenen Hörnern opfern werde. In der 

ÖÜtte eines Verstorbenen in Assam kann kein Hindu essen, 

^d sie wird deshalb niedergerissen (Butler). Das Yulfest 

O'Qcx December und Januar) hiefs Guile bei den alten Sachsen. 

^ixn Büffelopfer in Tchantscheng sang der Priester (Dict. 

^^Xighi) die Worte Ngo lo ho ki pa (nimm schnell ein 

^^Vies Leben an), so lange er Zuckungen bemerkte. Das 

•A. Bastian, Beiträge. 7 



l 



98 

Schwingfest Krishnas folgt auf das Dola-Yatri oder Holi, am 
die Unholdin Holi, die Kinder frifst, zu verbannen. Als die 
Unterthanen des Königs Raghu sich über den weiblichen 
Raksha (Dundha) beklagten, die Nachts in die Häuser 
k&me, nm es den Kindern anzuthun, rieth der Muni Narada 
(nach der Bhavishgottara-Purana), die Nacht im Wechsel der 
wannen und kalten Jahreszeit mit Jubel und Festen zu ver- 
bringen, während die Häuser durch Kinder bewacht würden, 
die mit hölzernen Säbeln bewaffnet seien. Der Rigveda 
nennt den Uhu, das Käuzchen, den Hahn, den Adler, Geier, 
den Hund und den Wolf^ als Gestalten, die von Dämonen 
oder von den Yatumant (Zauberern) angenommen werden, 
wie Bock, Wolf, Hund, Rabe, Kukuk, Schlange u. Si w. vom 
mittelalterlichen Teufel. In die Kategorie der Besessenen 
fallen die Lycanthropen oder Webrwölfe, Cynanthropen und 
Galeanthropen^ wie Wierus die Verwandlung der Gefährten 
des Ulysses in wilde Thiere erklärt (und Nebukadnezar in 
einen Ochsen oder Griechinnen in Kühe). Die Zauberer der 
Abi^nen verwandeln sich in Tiger, in Südafrika in Hyän^ 
^Che-teou-man oder Che-tche-yu (der lebendige Leichnam, afl8 
der Fremde gekommen) ist beflügelt imd fliegt Nachts um- 
her (im Königreich Tchan-tscheng). Die Augen entbehren 
der Pupillen, im Uebrigen gleicht der Körper einer Prau, 
der Kopf ist abnehmbar und besitzt allein die Fähigkeit der 
Durchdringlichkeit, indem ihm selbst die härtesten Gegen- 
stände keinen Widerstand leisten. Um das Blut kleiner 
Kinder zu saugen, macht er sich von seinem Körper los, 
der an einem gesicherten Ort zurückgelassen wird, und gleitet 
in die Gemächer ein, wenn alles im Schlaf liegt. Er ist in- 
<lefs sehr furchtsam und litirbt im Augenblicke des Anfassend, 
wenn sein vergifteter Athem nicht schon vorher daö Kind 
erstickt hat. Man muTs von solchen Vorfällen die Magistratsi- 
personen benachrichtigen.'' Der Orang Khantu (in Sunda) 
«chreckt Mädchen bei Nacht und kneipt die Kinder (die des- 
halb weinen und schreien), bis blaue Flecken zurückbleiben. 
Der Oräng Telug verwandelt sich bei Nacht in einen Vogel, 
besonders in eine Storchart (bango batu) und fliegt nach dem 
Hause desjenigen, auf den er es abgesehen hat. Unter das 
Dach eingehend, beifst er ihn auf die Stirn und auf den 



99 

Nnbel, seinen Tod verursachend, und kehrt dann zurück. Um 
itm zu fangen, stellen die Sundanesen dn Siieb über das Dach. 
In dem schlesischen Dorfe Hozenploz pflegten die MensehcHi 
nach ibrem Tode zurückzukommen, zu essen und zu trinken, 
sich sogar mit den hinterlassenen Weibern fleischlich zu ver- 
üUBchen. Und wenn reisende Leute zu der Stunde des 
Nachts, wo sie aus ihren Grabern hervorgiengen, durch das 
Dorf marschirten, so liefen sie ihnen nach und hockten auf 
iben Rücken (Leubuscher). 

■ Der Schrecklichste in der Geisterwelt ist (in Kumäoü) 
der Biiut oder die abgeschiedene Seele Solcher, die eines 
giW^altsamen Todes gestorben sind, sei es durch Mord, Er- 
trinken, Hinrichtung, sowie Solcher, die nicht pflichtmäfsig 
bi^raben sind, indem dann das Gespenst filr Generationen 
in- der Familie zu spuken fortflihrt und gelegentliche 
SfiKiieh verlangt, um beschwichtigt zu werden. Jedes Dorf 
i»t seinen deo* oder Dämon, und einige dieser Klasse sind 
Ifinnem, andere Frauen oder Kindern, andere Rindern ge- 
fiffiflich. Die den Ghat oder Bezauberungen vorstehen^ 
üisä Bogsa oder Priester, besitzen zugleich die Fähig- 
ifit, die Gestalten wilder Thiere** anzunehmen. Als der 
K^fc roh Tripura*** (1587 p. d.) einen Batbaum nieder- 
b&en liefs, den die Bhut bewohnten und gelegentlich (ihre 
Gegenwart zu beweisen) schüttelten (wie aoch an Buddha^s 
Pf^ die Blätter immer zittern),« so rächten sich diese er- 
zÄrtten Teufel durch Hervorströmen von Wasser, das einen 



- * TheDeo Rnnia hannts the northem pegnnna of KnmBon, riding about 
Ojialarge rock, as hia steed. If falKng in with a woman and takmg fancy 
^ her, he hannts her in dreams, tili she wastes away (Trail). Siamesen, die 
^ter (Phi-Lok) gesehen haben, magern ab. 

,** Man eating tigers are said to be very often without hair. After they 
^v*« killed the first victim, they are believed to be quite safe from all attackfl^ 
ttihfi spirit of the mordered person rides upon their forehead and gnide» 
^a.frQUi every danger (in Coohiji). 

i .*"*- Sri^lj^anua (ß^^a of Tripura) niade an Image of Bhut Bhnbaneswari, 
I^^cing cotton in her nostrils, so that, at the Puja time, her breath might 
'^^^ it away. Ohne die Ceremonie Prana Pratistha oder die Eingie&ung 
^ €rottheit besitzt ein Götze keine Heiligkeit Besitzung zu hindern, legen 
^ chinsaisclien Prieater (nach Milne) einen Schirm über die Augen. 

7* 



100 

Seei bjtlfieieL uq4 solb^jt durch Meuaohenopfi^rr.nißh^.gebeiiimt 
weisÜQn> Ju)i»ktf • Von Hoaeym Sha,h angegriflfei), opfert^ Ilajal^ 

wittf 4ea. K>)]^ in...^»fein<iliobe JUa«^?:-/ Beim rß^ jecleV 
Bago4e ^^ildiQP die» iZuerslj ,vorbeiget^fi4pp l^e^ute in (iicjjGrunid- 
li^ge eiftgfinau^ Ijem^rkt ,(1774 p.. d.) ßo»n^r^t^ Die Ray« 
kfdt ibwten ein^n . Sanyassi* in, ihre .Fiesti;wg aijd. (ipa, Zu- 
atopde :d6r CxwtempUtioi^). Die Karw. füjccht^ ^Jd^sou^öj^ 
den Tarataka genannten Geist, di^;^ abgesicbie4^pe Seele 
sohlech^r jHcflpjÄob^r, falscher .PrppheteA. pcj^r; andrer Be^ 
tip^er«': Der Jat ist; der. ruhelose** G^ist.Ei^runkenjr.oder 
Soicl*r^.x4ie:^. anbackenden ft*ankheit€\n ,ge8tprl?^n ,sinc^ 
sOiWib^. I79bi?ei:<^gter. iD&t, Taprai ist. ^m b^Dohober, G^ajfe 
(bpphi^iej d^ 5?eakl>aum), , dqr sew^ laiJgW Arn^e aus^tTj^c^, 
^m dw yjpi^päteten Keisend^ aa.^ich zu.- ziej^^n und^ziu ^ 
di^ickff^. Die,: Inw^sbarh. vermeiden, den N,ai3aen des ve^^torp 
bwen: Y^erS; zu nennep.r Wenn ein B^aiis auf d^r Np^-dwofiÄ- 
kfi^t^röuiQeas^instürztj .,ftp Jbabefli, die. eirzprnten. Karwar^j^ 
boseniiGigist^r .(M^noql) gege^ die Dorfbewohner auf^^]^^» 
^F^^dniiiaiin). jcNach einer. Mordthat , vßrsani^eln sich äut 
Papuas des Dorfes, um durch Schreien und Toben due 
Seele zu verjagen. Für die Seelen natürlich Verstorbener 
Verden Jbqlz^QrCi Hä,u9chej5i ^^f Bäum^,,zu ihrer Wohnung ge- 
hängt. In XoIM|^i^ werden. die Dä^lone.. durch l^ljnten^q^ip^fi^^e 
aiiB dem Llunde gejagt bei^der TheokydAW gfefnaT^ntoD Qßp^ 






* wie Aineisen ihre flügel über in Betrachtung versunkene Rischi. 'Auf 
der .Y09.pder .^chwarzQn B^se des Stillen Oeeans bewohnten Insel "Vaiii- 
^XQ y^rp^rte, ^e;r^ Häup^liijg. als seinen Atua ein Ameisennest in 'Ufer 
Jjifitt^ 4^jt iy^lde?.,.^pacJi.4'üiTii}e), un4 so in Hinterindien, wie an Afri^ 

■•■■■•• ■ . ' . _.! :,, 

^•»J *»I» tii0'»«iotith' 6f theiJich artf put small pSeces of go)d j^pd 8ilver,^fwi^ 
seed peari.--')T&i8' ihe Toqqninese Inncy, will not-only render bim honprfibie 
in th0, ojÜixejT WQ.rld« but preyent also want and indigence. Yet the poqrer sort 
use the aci^apifi^ of their 6ngers and toes, beiieving tliat the montll of the 
dece^ed ^W^ ^led with this filth, he cannot plague and tormeht Ibis tiVing 
relations. CBAi*pn}> J?ie Arracanesen (who apply a platc ojf lead tö the'^ifere- 
kead of children, tO h^ye it bi*oad and flat) treiben mit heifsen Pfanrien""äie 
jschwarzen Katzen fort, damit der Todte die Seligkeit erlange. Ein BakatfM- 
dorf, in dem ein Mepsch stirbt, wird verlegt (du Chaillu). • -' -va 



101 



moüie* (nach Baron); Ain Oavery werden die Virika oder 
Oeister Lasterhafter ** duirch die Gaini ^ oder 8lMijrcaiia'*«u0»- 
g^triebfefi. Ziiir Vertreibung dör Hadtü gebraiOcheli di* Ma^- 
layen Flüche uüd VeniHlnschütigeö, da das jetü^erG^sciilecht 
zu vferderbt ist, um Oi-atig Sactl odei* heilige -Männer sb«: <>r^ 
zeugen. In J^dem Haiise der Arafbiias in den- Ar^S" dient 
ein fiofebild netist eihem Pfosten V an dem' die PigU*en t<fik 
ScLl^ngen,^'Croct^dileil^ Eide6hsen u;s. it^ ausgeschnitzt dnc^ 
zum Förttreibieii der Swangi öder bÖseA'Geistcfr.' Die Orttn^ 
kubu (NachkoHimen der'Orang' abttiig) -vertreibön dife h^eh 
Ipeister mit ßespüikeii und Räucherungen. Die Njras«w 

i'^agien die bösefa'Oeistfer (Beöhü) durch Lärm 5snm - HattE^ 
iinaus. V6n"den guten Geistern st^ Adjü röWo in' kleinen 
Schränketi in den Häusern, Lawülo und 6ii^ha auf deiil 
Dorfplatzl Die Ereh sind Priestet- des Gottes^ 6«bnblm 
kwist und fuhgirenf beim Öpferfest (AdJTHadjn). • Zu d^jn 
Geisterklasfee^ in Siam gehören die Phiraiy als die' Seeton 
gewaltsam nms ' Leben Gekommener oder ni<At 'genQgeiid 
B^estatteter,' die fortfahren ihre Nachkommen uniäidktbar zd 
schrecken hndgelegentiiiche- Sühnen verlangen. ,^Die Masan 



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' •) The wprsHip of th'e MnniÄ, destfiidtive spiHte'öf thö nmle sex, "fa Vary 
coinmon throtigboüt'tlre province 6{ CoimbetoM <Bü^hanän)v wie <Se idar 
Schamanen Qä «lach fliveiny^Gharacter). im. Sibirien, iqdein il9i jC^r4h9n; i|es Z«}^- 
rades die heiligen oder böswilligen Charactere denselben wechselnden Üm- 
schwnng erleiden, wie der Wcrth der Pronomina in den Rangsprachen. Der 
von den Coramas (bei Bangalore) im Walde verehrte Muni wird von den 
Brahmanen als Diener t^ära^s angesehen.' 'Deif' 'fiLnabe» der d^tii' Maharaja 
von .Singapnra geratden hattet far'die g^geü den Schwörtfisck' (Todak) zu 
l^a^^i^den Verschan^ungen, ßananenstämm^ statt Menschenbeinef zu b'enutSEen, 
wurde wegen seiner ausnehmenden Weisheit getödtet (nach deü Seyara-Ma- 
layn). The witches called Penangalan fly about» the head with ttie' entrafls 
bielng 'jeparbted'froto the body, to feed on fildi and before returniag ^etiter a 
Jaf bf Vinegar tö redttee'theit swelled nitestiiies (miter den Malayen)« 

*'^ Dnbebhayharan the möst commÖh^village deitj^ hi'ftfiaral^oof, wAs 
a Brahman ofEanoj, ön whose lands Äbhirätn, ä Ksh^timri* Raja, buih'a 
hoi^se.. The Brahman, to be revenged) ript open bis owti belly and haVing 
become a devil of the kind calted Brahmadasya, has ever since been a ' terror 
to th^ wl^olc country. In particulär, he has destroyed the whole of the 
Kshetänns and ^ose» Who call themselves sucht are allegeid by the Itaphri 
of this god to be pieteiiders.' '■' '' ' ■'' ^' '■ ' - • ' 



102 

oder £[pbolde aind Seelen kleiner Kinder, die statt, verbrannt 
begraben wurden, und in Gestalt von Bären odor andern 
wilden Xbieren . das .Dorf mastreifen. Die Tola od^r Irr- 
Uobter -sind die Seelen, verstorbener Hagestol^er, die sieh au 
ödeo Plätzen aufhalten« Die Airi oder die Seelen der- ßui 
der Jagd Umgekoiamenen treiben sieb im Walde umher unc 
ru&A ihren Hundexi. Die Achery oder Iren sind Jung- 
£raoenseeIen, die die, ihre in. der Dämmerung abgehi^teüaec 
Tänze, Störenden mit Tode schlagen und aus Ha(s der rotbea 
Farbe Frauen, die scdche tragen, Leids zufügen, auch naiti. 
unter einen Schatten (Chaya) auf kleine Mädchen werfen, di« 
dann plöt^Jicb hinsterben, oder die optische Illusion der Mi. 
rayn .an ihrem Aufenthaltsorte zeigen. Der Dämone m 
Kumaon giebt es eine grofse Menge, indem jeder Ort dami" 
versehen ist. . Die vornehmen wählen Menschen zur Beute uäi 
greifen sie. an, das gemeine Pack wirft sich auf die Haus- 
thiere. Darin den nördlichen Districten auf einem Felsen reitende 
Dämon ist' unsichtbar, zeigt aber durch klappernden Läf^i 
seine Annäherung an'^ (s. TraiL), Jede Krankheit, als dun^ 
einen .besondern J)ämon veranlafst, wird auch durch em^ 
besondern Dämon geheilt, wie die Paracelsisten specißscjie 
Heilmittel suchten. Die bösen Geister der Timoresen wer- 
den von d^Ji; PriesterA (tobor) durch umhßrgestreute Reish 
k^Tier verjagt, Use-nenu wohnt in der Sonne, Patuban isl 
Herr der Erde, in dem Tempel des Pamalie wird von alt^n 
Frauen Feuer unterhalten (Junghuhn)., Um den rothäugigj^c 
Dämop der Pest zu vertreiben, ricl^tete der ceylonische Köi^ig 
Seri Saugabo den von den Kapua .fiusgeführten '[l^e.ufelst^^w 
ein. In Krankheiten bringen die Malekudyas (die BhutoE 
und Bramha verehren) das Opfer Mariyamma. In Kraiü^- 
heitsf allen (wie auch bei Heirathen) ändern die Mintira der 
bd der Geburt erhaltenen Namen. Zur Heilung der durcfi 
DämoQjQi^ (Saune) verursachten Krankheiten (auf Ceylpi»^ 
taipizefi di^ maskirten Kattadias im Zustande, der Begeisterung. 
Die bösem Geister beifsen Djinn, die guten Dewa (auf .Su- 
matra). Die Nenek mujang (Seelen der Vorfahren) weüen 
auf den Bergen, in Wäldern und Weringiebäumen, oder in 
Fipsen« Pfiz wischen stehen die Orang-alus (luftige Mepr 
^cnen). Die Seelen der Passumaher .wandern in Thi^re, .be- 



108 

sonders m Tiger, die nicht getödtet werden. Dewa oder 
Njabatta^ der Gott der Daiaer, wohnt auf Bergspitzen. Von 
den Greistem, in Menschen* oder Thier- (besonders Vögel-) 
Gestalt dargestellt, wird Pantak, dessen Figur mit Muscheln 
eingelegt ist, nach dem Absäbeln eines Kopfes festlich an- 
gekleidet. Die Seelen der Vorfahren gehen in Hirsche , die 
der Malayen in Schweine über. Vor UntemehmuDgen wird 
der Flug der Vögel beachtfet. Nach Homer besafsen die 
Daiaer früher die Schreibekunst. „Unter Druden stellt man 
8i<5h in Nieder-Oestreich solche Weiber vor, die sich in 
ihreib Aeuftern von den Uebrigen nicht unterscheiden, aber 
von einer überirdischen Macht gezwungen werden, ihre Mit- 
menschen dadurch zu quälen^ dafs sie sich Nachts mit ihrer 
ganzen Schwere auf dieselben setzen und dieselben drücken. 
Sie sini} dann alt und häfslich mit DrudenJflQfsen (Fü&e, 
welche drei lange Zehen haben, von denen zwei nach vorn 
gekehrt sind und eine nach rückwärts). Der Leib der Dru- 
den bleibt während des Drückens an der Stelle, wo sich 
dieselben im natürlichen Zustande vor dem Drückengehen 
befanden, imd nur der Geist wandelt vor zur qu&lendefi 
Arbeit. Wenn man auf den Eingang des Zimmers einen 
Drudenfuls zeichniet, so kann keine Drud hinein gelangen^ 
(Vernaleken). Bei Göpfritz (in Nieder-Ofestreich) versammehi 
sich die Druden bei den Drudensteinen (mit dem Zeichen 
des sternföritiigen und siebeneckigen Drudenfufs bedeckt), 
um sich zu verabreden, welche Menschen von ihnen (mit 
ihren siebeneckigen Füfsen) getreten werden sollen. Um sich 
vor den Druden zu schützen, befestigt man einen Mistel- 
zweig an der Thürschwelle, odw stellt die Schuhe so unter 
das Bett, daii9r= die Spitzen derselben nach Aulsen stehen. 
Phi-am^ der stumme Dämon, heifst bei den Siamesen der Alp. 
Btdenspiegel ist aufrecht begraben (wie die Musikanten in Sene- 
gämbien). Bei dem Reinigungsfest (Ahtawhungnah) der Che- 
rokee gingen sieben Exorcisten mit Sycamore-Stäben umher 
und begaben sich ' (nachdem sie die Balken jedes Hauses ge- 
schlagen) zum Flufe , um ihre alten Kleider mit den Ün- 
reinigkeiten forttreiben zu lassen' (s.Paynej. In Peru trieben 
bei der Lustration viiör Lanzenträger (während die Bewohner 
dt's Dorfeis, vor den Thüren stehend, ihre Gewänder 'ächüf- 



104 

t«|t6ii)iaUe Uebel-' und Krankheiten» vor sioh'herV u6d -pfltos«- 
ten^>d(sualn ihre.jL'fiiBizeii ald Sidbeirbeitsoordon auf, damit tnioiilni 
90868 «urü^kk^re. . •Ift''Bai)^ok; umsieiit' maÄ dä»i^endmig^ 
teorMauerü <mit 'deih geweihten Faden^> und' ifnkff^-bei ELranki: 
heiten ^«f.Korby «woUneia'däs-'Fdodliohe vbescbvroren'risti 
ii|/ fliefsendee Waae^r, wie^ in -YucataA '(nacb Herrera)'^dau 
GhaljäfS) woriiQ/ dietUoreirngkeiten dea Wocfa^abettes' eingoK 
adbloss^U' -waren. «Wie* die' Dörfer t<m1 Galisibar durch Fetiep^ 
werke 'fodePlFlinfeneohttoee, wnrden die Straften -CuEco^Sfnij 
durcbg^rollten 'iPeuei^tig^ igeräinigt,- die dänn^-mit devi 
Fh&fs forttrieben^'nndeo an. dei^ Mosel diiB Wksinberj^e duaroll 
Feuerräder. ^Naoh> Beendigung > ihres Jahresfesteö* (Bueketanni 
begabt sieb' die riQreek (nach Hawkins) unter £chlächtgc9 
aübrdi nach- dem I^nasse-) >wo si^ sich in^ einer Rbihe aüi 
Ufer aufstellten und dann auf gegebenes Zeiohen gemeinsafiB 
niedertauühteny uro HieeeJ hervor zu holen, die nnter »Wie-« 
dcorholuag des^ Todesrufes in das- Wmsber gclworfea wuvdev 
(als Steinigung, wie in Mina)!, worauf ein Bad folgte.' isiM 
..V .Je nach der Bestattungsweise der« Leichen wirdBi6h/;dijfe 
y<>P8teUung< von dem' Zustande und Aufenthaltsorte d^r&Mls 
veivschieden» gestalten.'^ Während '' das : • Verbreniien - (wtema 
nicht' die: gwaie Perstinliöbkeit f < wie bei Herakles^ /vvont- deit 
Gattern? -emporgehoben wurde, oder die Seele > in Grestsfidi 
eines Adlers 2U Bomy oder isiner auf: Bali losg^lasseneii 
Taube entflog), hadh der Auflösung iil förtsohwebendei» SEaüols 
mar geringe Gleste der fiieliqinett' liefs'^ > »sind dies handgreiP 
liebsten.: Seelengespenster mit 'denn Be/graben' verknüpft ywa 
nodx weä iünger Fafsliehes und'Vorsteilbares. zürüdkbleJlHbB 
wenii ai3t^h^ni(^t Jederv>:wie^e8 die Odstlebitigenirt^rnibsefiu 
Flämmchen auf den Gräbern erblickt. Bobadillai hödie'^ib 
J^iaa)nagua(^ idafsi'sdt Kreuze an£ demOräbem. gepflanzi): Iseien^ 
^ Gespenster mclxt mehr umgingeni^ ;I>er grofsefto >war 
exiijih dort gesiMvben.t. ■:> r c •- -■^\}l'il^-- ■. .n ■ iwyi.i'-.r.n 
vM ) In,' eineift itmw^ DuaüsmuB "fort^ges^farittenen BeUgiodtf- 
ayateni rwirdrdieD glänsende Etimmel ifilir.i dfön Aufea&thaltiidor 
Seligto bestimmt^ während die '¥eardammitdn in- den idonkdUbi 
ßoheol hinabgästo&dli werden v^ aber beiu.den>iNatUEV0lkQtn 
ialMnebl.jidehldaB Panradie»; unter id^ Erde (gelegen,! wie üEf 
den Mariannen, wo man dort Bananen und Cocos-Palmen in 



105 

höcii^tß]:^>iVoIleiiduiig^ zn- finden' hcffiiie. n(Wetmi LMnGoblto 
attfeendem^ikoch vod eineiti'^^Ffiafer^.cpriolit, bo'dk; dft»i^'eitM$ 
unKutre!flfen<)e Betieit/bnonff £&v' !d€n ^ Ztringer ideir: Cüiaij^ ^ '4^1^ 
nihr fSe i ge^^altsaih: 'oder • isoiist tn]iii[iit;(ldich Gestorbmieii -attfr 
nttbmv "iMi8i^'poUzeiUoher'fV6rsioht$ma& - da ' dveee tonü 

aabhv.andei^^oiDiehtsttiDltzig ümlierziMtr^iifeAipffegett^itmd ^eC^ 
kalb ' in Ptsnäcnelni' Vom i Wxsseipgeitt runter iTöpfen'/ g^iakett 
w6rd(Bb)i-^'I(ti solbher' Saehlä^'^ kornnen' ^e oitirten-' -Oeist^i^ 
tv>eiia sie ftberbaupt erscheinen, nur aud. det) Erde^ohei^di^ 
treten V wier d^r de^ Samuel aiaf Besobtv5rungea)d458 WieitM 
«Job jEnd^pJ ; iii/ dör ! vonf /• Aygaan beherrgchtto' iUnierW^ti 

findet! <tet Bfasitier cbfe Ablnlder^desi irthereof LebensV'uvi^ 
der AbipocSer nimmt abf^d^bi besdhwerljkilheii Wege ddi^ii 
die in düö Grrab gelegten Werkzeuge mity um «eiiie>^&*ab(lt^ 
Beschäftigungen ihrtzusetzen; "r r* f • . -ir ir^t;; •..•'i J 

Demi^heutigen Volksglauben sind »diie ((nach Airtuder^^t^ 
eroIrwundeaen>'^T8chQdeny' au£> dxe ^fr&beireiL'. Beiroivuer-:!deid 
Landes betrogenen f {Juterirdischen - i^in i zwergha£bes m& ^öd. 
böswälliges' Yolk^ 'dehnr Lappen -dagegen :liegt ein iTofikom- 
füenöresl'Gfcesofaljecfat, ak das jc&sigev von der^Erde^bedc^dtf, 
nnd'vgern besnihter der .Näaaide-. das Saivoland, wo- ««l^g^ast^ 
HohstBMrvA^fnahmd;gewtfsiwarv and; die^ t Vorzüge.' der >Saivt^ 
Bäumef^ der^Sairo-^hierev der Baivo-WerkzBoge hewühdöfi 
konnte. 1 Est rentspticht «dem goldento Qescblecbte (tcXo^j^fi^t^di), 
wcAekbsiTion^eus'nHtiErde bedeckt itrardexmd eratfaaeh's^jttefr 
TierwiandJungi: vom den Sbhats:geiiieii der Luft^ unn atsu tfw- 
pjftVE? :* iu^ftM) Ikber ' die Menseben Jsu waeheny in seisiönii 'Jüärlc^i- 
irdislcbbn Aufentiiiult durch das silberne Oesohlecfat vei^tKt 
r'«renrdev>'idasi%id^is''(al6 ia»)x&ovc«i;//{xaxeipeC' dy»]Y0t)<lg]^ohMl6 
i^erekrüngi-ei:S|)im|^. •.y\\-i i'-.-t ;:i ••••iw ■■• » 'i > , :; .j't):.a!iiii . 

.ii < 'i)ierirflm9schBn(Ma<Lett>mnter S«^ undiibrett: HäUf^ 

tem ;M]äna und Msftiuanos, soviieii Mater Mania dert:At|uiU ^^ 
nannten Götter , schliefsen sich an den 'Hammer flüirend<^ 
Moiituk'^y:idear>Ed(%ol2tr'ider Etresker ((wie^Mannus) deil Ger- 
inkuto)|i«D]td /die B^thnn rv^erehrenvMajiHenima^ wii idie B&men 
Jt[aan>emo^I> als. Erdenmuttär;-) } Tuoni herrscht h^ini MjmabL 
4iQMi!in^alariroder'):daS' 'Unter derj^rde £^ndliohe)i 1 Zu'i'den 
ÜAraibeni (Spricht ibriä Mutter f.. die Elrde*^ in) Erdbebeay und 



106 

die N^ger lauschen ihr Orakel ab, durch Hinabsteigt! in 
Höhlen, gleich der des Trophonius. Bei Manco Capae's 
Thronbesteigung wui^de Fachamäma (die Mutter Erde) um 
EUth gefragt. Die mexikanische Kultur-Göttin Centeötl war 
als Tazi die allgemeine Mutter Ei^e. So ist der Lauscher 
stets nahe, der Klymenos, der im Hades strafen mag und 
in Michigan werden Eul^ispiegeleien nur im Winter erzählt, 
wenn die Geister des Sees unter der dicken Eisdecke das 
Gelächter nicht hören können (nach Schoolcraft). Spater 
sind es Sterne, die den Menschen bewachen, wie Plautns 
den Arcturus, der am Tage im Kreise der Götter steht, 
Nachts Tom Himmel auf die Erde fallen l&fst, um unter deü 
Menschen zu wandeln. Vor dem Eindringen eined neiieh 
Keligions-Systems ziehen sich die alten Götter, deren ^ent- 
liehe Verehrung zum Verbrechen gestempelt ward, in dai^ 
Halbdunkel des populären Volksglaubens zurück, der die 
nachhallenden Schöpfungsgesänge in Kindermährchen ss^r^ 
krümelt und von den titanischen Reckeü, die sich einst iii 
den Wolkennebeln abzeichneten, nur die Erinnerung ^ifli 
neckische Zwergkobolde behält, die ihm die Milch vei^ 
schütten, oder wenn gut aufgelegt, seine Stute striegehil 
Mit dem vertauschten und verkauften Bilde ging auch ^et 
Schutzgeist (Zornes) auf den neuen Besitzer über (auf deil 
Antillen). Der Hausgeist oder Puuk, der seinem Herrh 
Schätze einbringt, kann unter Zauberformeln fäbricirt, aber 
auch gekauft werden. Mit del* Zeit wird er alt und stumf^^ 
wie andere Geschöpfe (in Estbland) uüd (in Schlesien) Rübe* 
flsabls ausgesäete Damen. ; ^ 

Die unterirdischen Geister der Gorzoni (gora oder Berg) 
liehen Baugeräthe von den Lüneburger Wenden und legten 
dafür ' Brod hin. Maallused sind die Unterirdischen der 
Esthen. Die' Koltki (der Slawen) necken Menschen ' in der 
Dämmerung. Die Shedim wurden am Freitage in der Däm-^ 
mearung geschaJBfen Und konnten wegen des anbrechendeti 
Sabbaths nicht auch ihre Körper erhalten. Bei den Yolofs 
kommen (Mehl zu stehlen) Nachts (von den Pap-Hügeln) die 
zwerghaften Yumbos, die (nach den Mauren) Seelen Ver- 
storbener sind (fischend in der Bucht). Bei Ankunft der 



107 

Samojeden* floh das Volk der Sirtje unter die Erde und 
lebt dort in Besitz von Biber- und Mammuthbeerden (nach 
Cls8träai)l«: Naoh einem sAmojedischen Mährchen versteckt 
der Alte von den Harjutsi-Samojeden seine Familie und Eigen- 
tbom.ip Gruben, gegen die Plünderung. Die in den Klippen 
iȧ S^Btrwdes als Irrwische erscheinenden Feuergeister (Ing- 
ttOl^^oit) aind (nach den Grdnlftndern) vorsündfluthliche Land- 
bewohner. Von den zwerghaften Berggeistern (Innuarolit) 
leniten die Europäer ihre Künste. Bei den Maori lernte 
Ej^l^bukuri^ das Verfertigen der Netze von den Feengeiatem 
(4ie er durch schlechtes Eoioten bis zum Morgen hinhielt). Wie 
fiu£ Miurathon und dem Schlachtfelde der Hunnenschlacht, 
kUffapfm im Ejiege zwischen Hedin und Högni die Ebiidinge 
^is.(Zur Götterdämmerung, nachdem Hilde (Hedins Tochter, 
^0n Högni geraubt) die Todten wieder zum Leben gerufen. 
,i| Fr^eys ]^osia war der Erste, der die Kunst der Cattar 
d^jflis (Dämonen -Priester) oder Yakaduras (Yakdessas) in 
Ipeylon ausübte (nach Silva Gooneratne Modliar). Während 
ägr Däjiponismus darauf hinausgeht, durch Vermittlung der 
Qämone Krankheiten zuzufügen oder zu heilen, hat der Ca- 
jllisu^up nui: den Zweck, gegen alle Arten von Uebeln und 
H^fiankb^teu zu schützen, sowie Handel und Wandel Ge- 
ii^en ^u geben. Die Dewiyo, die Götter der Capua oder 
Piriester, ^gen nicht die boshaften Eigenschaften der Dä- 
IQOne,. -und: si^ würden nicht Unschuldige aus reiner Schaden- 
ft^Q in I^rankheit oder Tod stürzen. Sie bewahren ihre 
lift^ht, mit Leiden ^ schlagen, für Solche, die Strafen ver- 
dienen. Im Yajuavalkiyakanda (des weifsen Yajus) wird 
K^rfa. Patan^ala- im Lande der Madra unter den Namen 
l^.hrifhmaoisohen Theologen hervorgehoben. Wer in . der 
&rfihmary6da*(der Atharva) bewandert ist, kann (s. Weber) 
*U Brahman alle Arten, böser Vorzeichen abwenden, was dem 
A^aryu (der Yajush-veda), dem Chhandoga (der Sama- 
?i^)i. 4^ni ßahyricha (der Eigveda) unmöglich ist, indem 

^-JLÜi. r ,-: \, ■ ■ ■ ■ ■ 

. * Öie Hollen (die bösen Mensehen Schaden zufügten, guten aber nütz- 
^ enifehiten sich (nach hessischen Sagen) von dem Elugstein erst, als die 
^wgend berolkert wurde nhd der Bergbau ihre stillen Wohnungen störte 
(Wolf). 



108 

nur der Brahman vor Rasasas schützt/ und Brahtnan isi dei*' 
jenige, der die Atharva versteht (heifst es iü'der Äthaifrä- 
veda), wobei dies Segnen und Flüchen später im G^geh'dätä 
zum. Yatus oder Zauberer aufgefafst wird.' Das ifri Krtta- 
Alter unerlaubte iThieropfer wurde (nach dem MähaSh'äratain) 
erst mit dem Treta- Alter eingeführt, und iach def'ViÄüüi- 
Parana lehrte der (mit dem 8tikyä-Geöchle'cht in Be^iöliuhg 
stehende) Kapila (als Incarnätiom. Vishnüs) höchste Weisheit 
im Krita-Alter, während erst im Dwaparp,-Älter (nachdbkh 
im Trita-Alter der mächtige Herrscher di^ üebelttiu'6i*"fee- 
wältigt) Vyasa die vierfache Veda 'theilte. Nächderti' (Ser 
die Brähmaneri (in Form neuerer SeCten) verächtende ^Ykj- 
navälkya, der in der Unterdrückung des Atteni's (flit^ 'dl^fe 
von den Jainas geübte 3^oga) vollendet war, sich 't'öü öeinöih 
Lehrer Vaisampayana (der die Versammlung ätif dem' Bet^ 
Meru* versäumt), getrennt hatte, erhielt er von dei: Sohhe ' in 
Gestalt eines Pferdes (Vaji) die Offenbarung, di6 eir söfcöTO 
Charakad genannten Schülern mittheilte. In der ÄnrufilK^ 
der verschiedenen Gegenstände versteht der' Vedä^^ündSgfe 
die . Gottheiten, die darüber präsidireti (nach ^Sayanajf. * * ' 

Als der von dem Kaiser Valens iur Disputation mit dto 
armenischen Christen bestimmte Sophist auf der' Reise tSiie 
Nacht in der Kirche der heiligen ThöKla zubrachte, seibt-'^ir 
äo'rt die verstorbenen Märtyrer zur Berathung eintfetetiy*tftiS 
zwei aus' ihrer Zahl (Sarkis und Theodoros) abschicken, Mm 
den Feind Valens zu tödten, wre es nach ihrem in der nädh« 
sten Nacht unter grörfsem Jubel lirid allgemeiner Fröüd^ d^ 
heiligen Versammlung abgestatteten ^Bericht g^scheheii'^wjrf, 
und drei iDage darauf kam die Nachricht von dem T6de''deb 
Kaisers (Paustus Byz.). Dafe solche hälsumdtehieiläe Hbilfgb 
ihren 'Gegnern als die Teüfelsemis'sare 'bös^s * Zaubers ' er- 
scheinen, kann kein Unpartheiiscber auffällig finden, 

Stirbt, eine Frau vor der Niederkunft, ' so ötöfsen ihir dfe 
Malayen Nägel in die Finger und fegen ein Ei' in die Faltte 
ihres Leichentuches, damit sie sich nicht in eine Langsia Vei^- 
wandele, eine Fee mit lang herab wallendem Haar, das über 
den ofenen Kückönschlitz vom Nacken bis zu dien Hüften 
herabfallt und denselben verbirgt, Sie stehön, Stätu6n ähn- 
lich, zwischen dem Laub der Baumzweige und locken Männer 



109 

zu sich heran, so dafs sie von den Ehefrauen gehalst wer- 
den. Zuweilen bringen sie ihren Freundei) Kuchen oder 
andere Geschenke, aber dieselben verwandeln sich in Kohlen, 
wenn man sie bis zum nächsten Tage bewahrt (Stanislaus). 
Nach der Niederkunft zündet der Mintira neben seiner Frau 
ein Feuer an,i um die bösen Geister, die Menschenblut, wo 
sie es finden, trinken, fortzutreiben. Im dritten Monat der 
ßcbwaQgerschaft: bindet der Zauberpriester einen Talisman 
um den Gürtel, der Frau, um den Nacken der neugebomen 
Kinder wird ein Faden gelegt. Die als gestorben begrabene 
' Spinne - läist ' sich in der Speise einer reichen Frau ^er- 
Siihlucken^ = um von ihr wiedergeboren zu werden (in der 
Mandefabel), wie Jeshl bei den Koloschen. Ist ein Haus (nach 
d<Qr .Ansicht des Kanya) mit einem besonders schweren Fluche 
belastet, lassen die Coorg (die die unsichtbare Constellation 
jGrulika verehren) den Panika oder Banna des Maranada-BaH 
begehen, wobei ein lebendes Wesen die Nacht in einer 
.^m.HaiUse gegrabenen Grube zubringt. Beim Bali-Opfer oder 
^ibiitajagna (das Opfer der Geschöpfe) werfen die Ceylonesen 
vor dem Hause Re^s in die Luft, flir die Vi9vedeva oder 
^(f ^j^seUv ^ie bei Tage, sowie die, die bei Nacht wandeln. 
4^uch den Hausgöttern wird ein Bali gebracht Für den Xa- 
.|^y^,^ der lahutad (ohne Erlaubnifs zum Essen) ist, ifst der 
^f^hmane 4as. Opfer (nach der Aitareya-Brahmanam) wie 
,d^r Priester in ,der sacra coena für die Laien trinkt, denen 
\^IA^ P'd«, der. Kelch entzogen wurde. By the reforming 
.pi^rit.'.Qf ]^U(l(^)^Sin animal sacrifices (goats being restricted 
■t/ji the.Qxo^tional. worship of Durga and. chiefly in Bengal) 
^^re rreplaceid by.the Homa. or clarified butter (pjresented to 
,^thß; fi»^ j^- i^pc^cal ladlee) and the Payasa or sacred food 
joj rioe, ßT\A nylk (which is cooked in the sacrifical kettles). 
Nach ;d,ett CW^.(in Malabar) besitzen die Geister guter 
.JV^eij^hßn .naph depa Tode die Macht, Krankheit zuzufügen, 
-im4 ^Q^neu^dwch Opfergaben versöhnt werden. Die Leichen 
Gut^r werden begraben, aber die böser Menschen verbrannt*, 
— * ■• - — 

r». ; :i ifHf ■ ^ I.J.J '. \ ' ' : . : . • . .. ! • •■ 

r- )^,if! {ThfaivGrpni majk^rs o£ th^ lower CArnatic born thek de^d, those wlip 
^^Q^a/ij^^.pi'.Bar^al^re bur^;. theirs, but botli are intermafrying. Die Sai^- 
yassi, ^gwie Kind/sr, vor Ausbrueh der Z^ne, werden nicht verbrannt, sondern 



110 

lim vor ihren Geistern sicher zu sein (s; Buchanan). Nach den 
Panian, die ihrer Gottheit Cutichatun Opfer auf die Erde legen, 
verwandeln sich die Geister guter Menschen in Kulis, schlechter 
in Paynays. Nach Pomponius L. sühnten die Lupercalopfer 
die Seelen der Verstorbenen. Nach dem Gastmahle ersuchen 
die Letten die Seelen der Verstorbenen, auf dem gebahnten 
Wege zurückzugehen, nicht aber, wie sie bei schlechter Be- 
wirthung geneigt sein mochten, die Roggensaat zu zertreten, 
damit im künftigen Jahre kein Miswachs entstehe (Einhorn); 
Nachdem die Kukies Reis und Gemüse auf dbn Verbren-^ 
nungsplatz gestellt, reden die Verwandten die Asche dies ^ 
Todten an, sprechend: ^Wir sagen jetzt Lebewohl. Eiiaube 
ÜB«, da» von dir erworbene Besitzthum zu behalten.**^ Die 
Biduanda Kalang (in Johore) stellen eine Tasse mit Frauen- 
milch, eine nrit Reis und eine andere mit Wasser auf das 
Grab und bitten den Abgeschiedenen, Nichts weiter von 
ihnen zu suchen. Die Orang Sabimba lassen die Hütte des 
Verstorbenen verfallen und bitten ihn, sie nicht aufzusuchen 
indem sie die von ihm gebrauchten Gegenstände auf s^ 
Grab legen. Einen Monat nach dem Begräbnisse zieht £e 
Familie (bei den Orang Muka Kuning) aus der bisherigegpi 
Wohnung aus. Die Mintira bitten den Samangat (Lebena- 
gjeist) des Abgeschiedenen, keine weiteren Ansprüche auf sie 
zu erheben, und zünden ein Feuer auf seinem Grabe aii, 
damit er sich daran wärme und nicht unten firiere. Die Seele 
(smangat) wird vom Bayang Lassa auf Flügeln des Windes 
nach Ngangnari oder Fulo Bua (die Fruchtinsel)/ geführt, vfo 
allgemeine Seligkeit herrscht. Die Smangats Solcher, die 
eines «jähen Todes gestorben sind, fahren na6h deti' wüstiNi 
Plätzen von Tana Mera (das rothe Land), müssen aber Speise, 
um ihren Hunger zu stillen, in Pulo Bua suchen (das dem 
Bolutu der Tonganesen entspricht). Rebhühner und andere 
Vögel sind auf den Vancouverinseln die Seelen von Indianern, 
die wegen ihrer Sünden zur Wanderung verdammt sind. -Im 



begraben oder in den Flnfs geworfen (nach dem Ayeen Akberi). Wenn ein 
Mensch stirbt, der bezaubert war* so glauben die Gamma, daf» die Knochen 
seines Körpers das Grab verlassen und sich wieder an emahder ordnen, 90 
dafs daraus ein Ovenga (unstäter Geist) entsteht (Du OhaiU«).- 



111 

Thal der Todten auf Hayti durften keine Früchte gepflückt 
werden. ESine* Zeitlang war die Insel Bombay im schleobten 
fiuf, alfi Sammelplatz der auf dem Festlande Gestorbenen, 
und die Toddjsammler des benachbarten Angria wagten nur 
bei Tage hinüberzugehen. Im Cassangethal, wie nördlich 
Yon Zambesi glaubt man allgemein, dafs die Seelen* der 
Todten noch unter den Lebenden verweilen imd an MahU 
zaten Theil nahmen. Daher opfert man bei Krankheiten 
Hühner und Ziegen, um die Geister zu besänftigen (Living- 
8t(me). Die Hindu glauben, dafs alle Teufel und vom Todten- 
rdch aufgerufene Phantome verschrumpfte Fü&e haben. 

' Die G^wala-Yakseya oder Hausdämone sind (auf Ceylon) 
die Geister** Soloher, die in den von ihnen heimgesuchten 

* Dafs die Dümonischen vorgäben, Jemandes Seele zn sein (oi BaifMvec 
PofOffcv, hn ^x^ '^^ Setvoc t^to) erklärt Chrysostomos aus den Täuschnngen 
des Teufels, der die Geister gewaltsam Umgekommener darstelle und so die 
Menschen glauben machte, sie würden zu Dämonen, um die Ehre der Mär- 
tynt KU vernichten und um die. Zauberer anzureizen, junge Leute zu todten, 
h, der Hoffnung, dafs sie Dämone würden und ihnen Beistand leisteten. Non 
^Ipuie eorum, qui violenta morte decedunt, sunt daemones, sed animae 
•Önin., qui in pcccatis vivunt. Die Kirchenväter betrachten die Dämone 
flütt als gefallene Engel, aber kein Teufel wagte, einen Christen zu lügen 
(c Farmer): wogegen: Ego quoque daemoniacos non paucos vidi, in qulbus 
iiBWmidi Spiritus, dum a sacerdote adjurentur, se interfectorum quorundam 
aidioas esse mentirentur (ELieronymus Magius) 1564. Nach ' Josephus war 
Si«], von einem bösen Geist und Dämon ergriffen (tou TiovTjpou nvfiU(x(rto< %at 
mv Saifjioviu)v). Hiob sagt von den Rephaim oder (vorsündfluthlichen) Riesen 
(fie sonst als Geister der Verstorbenen von den Methim oder Todten unter- 
sdlKden werden), daf» sie im Abgrunde der Wasser zitterten. 

:.^ The fairies or good people (the Dhoine shee of the Northen>s) ar» 

l<y|k«4 upon from beyond the Shannon, as the great agents and prime movera 

in all aoeidents, diseases and deaths in „man or baste**, causing the health»- 

htneßB and fertility of seasons, persons, cattle, and localities, büghting crops,. 

abstracting infants or young people, spiriting away womea after their accouch-. 

iMAts, raising whiri-winds and storms, and often beating people most un- 

nardftiily. In fact, in former times and even yet, on the islands of the ex- 

treiae West, except from sheer old age or some very ostensible cause, no.- 

one is ever believed „to die all out.** True it is, that all the outward and 

visible signs of death are there, speech, motion, Sensation, and respiration have 

eeased, the fountains of live are stopped, and live has fled, the maa is 

„cintlä as a corpse*", but what of that? Isn't it well known that he got 

a •,iblast'*? The (Irish) word «sidhe" litterally means of blast of wind, but 

figaratively a phantom, a fiury (O'Donovan). Deinde autem. venit S. Patricias 



112 

.Wblmung^ 4e6t%ki ukid 'starben,- und di^ alif ihrettrr 'Tödt^nbett^ 

mehr:itii dte dort- v^mben^» 6diitK6 detobteny ils an ' ihre 

'SbetiniiiiSik fiiideneifi* besonderes' Vi^rgiiügen'daräü^teie der 

<€bob-lane>i^ho^)Vi'!die>^ Eüobeftgei^i^schdften ttod - Tbpfge^ 

^oehin» -ib 'ITteofdnilBg'-' i£ii« bting^n!, ode^ beständig Ki^ti^ü tmd 

.2Ia8ihfin,e.tdifeiimiSäfi$e 'stehen^ '^4üfmd' iziieridcM^eny' Wenn 

-die^Bevofanei? hioht^ aoi^gf^giib^^Schlü^el in ^€»^äht>ün^ 

^bldteiti'i Häufig tl^rt Mi^d'^uicb O^ldgeklinfge)^ em-i^cdderb^eKs 

^Qerättseh, iväh ^il^iitritt^n^ odeif id€u^ Kdarlreo:^ v^ (I^büre^ (^ 

-sioh.ilaüf ibneti'^Ängelfjk drehet. -N^ch^^dea^Veda&vbilten><dfe 

Ldäeosöhiill^ den nicht gereinig^n^^eldt anf'd^r iErde^'S^- 

.irfUi^' ü^d^bä^önders^ wo Schfifls;^ sind^ äoi^t^ bleijbt> das Hecz 

)iitioli>diaiGJftideii](' Tode 9' -Weber viele '^HäUsei^iki' Bombay (Als 

•Bktitu^haiiQ oder Teufeldbäüser) ' Ton Gespenstern» • davcb- 

^Btreift vü(etden;> iiiydeü' Süin^ -näheren' ¥&fWakdt^ w:ird 'dem 

ä?bddWi:«fta«h^ dein Tödd 'zti'mnAri'ÖiÄlöftj der tfcei* die Hiwtriir- 

MiebreÄeii-T^acfct. Dlööe' Nehya Yä'febö^ gedannten' O^süir 

- ericbeinett itinen' in Träumen tmd vörfeohaÖen ihtten Wild' ifif 

'iljr^ iJagdei^ • Atä Liebsten Wird iB> dieser ' befreiJii4iteD 

Cheisterwelü^diei Uirgi*oismntter ^ (Maha*Eiri^Afhma) anger-ufeii. 

'j^tfilnintesr^i iJöcM iBeltet,' Wetyd«^ mhn ^ich^ auk^' an^Oeister^von 

-8äugling«b (ÖBüiiidü ^ÄkÖori), ^ diö darin ds» Wft^ra^-Yaktfän 

«i(Kinäergfelöter)^ atgertifen werden (s. - Bäiiey); Die ' JB[ateh 

>i(&ei8tor'''der>-Ajbgesc{iiedelien^ (Ba^imo' oder A;^iiiso)^vwb9deai 

'darcfai^Opfei^a&en 'Ver^tt^' nnd duröh Opfet^begä^ ^indgto 

ortnm solis et sede^unt jiuü» fontem ; et: ecoe, doAe $liae H^gif Loigaid, Ethne 
Alba et Fedeün Rafa, ad fontem mor^ mulierum a^ lavandum^. maüe Vene- 
'Vniit et 'sihodkni''8anctohini Bpüscopornin cnm Ü^atricio' jti^tä' lonteni'itiv^ite- 
«littt, v0t^ qutM&tnnqAe eBsent ao .qüacnmquef -forma ^ aiit' 'quacum^d rpleb« )Aa\ 
.^na^mq«e Mgiond non cogaoyebmnt: Shed ylllos^rvisoa 8ide }ajl|tl|I>eprul^^l|^• 
,:r^ora(Q aot fantasiam^a^stimayenint CQr.echan}», j)|aelg^nv<a ,dri:^4^ ippji^d 
a siabhra at Eing Cpnnac,, f on of Art, on account of lus adpration Qf, ^he true 
god , heifst es in den Annais of Tighernach. The lenan-sidh^ is the fairy 
leman, succubus or familiär fairy spirit. The badhbh or bowa in East Munster 
is the good-natui^ed fetnale spirit, that* laments the death of öld- families. 
Virnifculi terrei snnt ea spectra, quae nös rocänius 'Cöbaldos ftutGutönofif, "die 
"Gütlichen oder die St^hreökeln. Hi itiserviunt et ancinantar liominibne^ aAde 
' 'gentiles deos domesticos, lareö etpenates, nonnnüquam etiam lemutes, Polfesr- 
)^8ter, di:terant (Henckel) 1689'. ' Auf Hohfami zu- Romos fand matt ver- 
sengte Kreise im Rasen, die den Erdmännchen zugeschrieben wurden (fiüc^f). 



113 

(i|i: Tete*) auch die hosen Geister (Mcheai; verhifidai^ werde», 
iu die Gärten einzubrechen und dort Unfug ^u treiben.* 
„ . .Nach Lenpqvist erhielten die Finnen von den Xijnttu Hfllfe 
in. t ihren .hapslichen Angelegenheiten , und Ganander Minter- 
öcbejdet.den Syva-tonttu, der das Wachsthiim des Getreides 
fördert, und den ßah^tpnttu, der Geld in^a .Haus scbafit. 
£)ipige HSns^ hatten einen männlichen, andere einen Mreib* 
liehen Xonttu, ^ber.:^le waren einäugig. In Schweden trägt 
djer Tomglibbe o4er Tomtkarl genannte G/^ist. Sorge jGäTi.da^ 
Haue, dem NiÄsegod dreng (Niss^,. gut^r J^unge). ia Däne- 
mark, dem sQhotti$(;;h^i^ Brownie uqd d^m egEigli^cheu-flob-» 
gobiin entsprechend oder dem« spanischen Dnende^Trasgo)« 
Bei den £stben bracht^ der .'Ji'ont odi^r Wedd«ya. Schätse 
(Peterson). :^^le a un lutin,*" dit-on d'unei 8ervante..aefcit« 
et rangeu*e (Moanier). Der Hausgeist. Hinzelman»^ der. a»f 
dem;SchbC9 ^undemtthlen klopfte (1^84)9. Hefs. aeinQ^mdei«- 
'■ band fiiUlen,. Der Sudj^dko oder, Chosjain \yiohut ab: zottiges 
: Männlein hinter dem Ofen (in Sibirien). Im Kanton rSaX^uy 
tfiorgen die FpUet für die Pferde und flechte», .ihpen Zöpfe 
(wie sie b^im Schaben, des Hal^ea . entstehen), diqjwßbti^n^ 
.wirft werden dftrfen, Auph tragen 3ie (nach WilleminJ.Sorge 
;fiiriihre Xiieblingskuh. In der FranchehComt^ he}ÄeJ»I^die 
.StaHknechte droits, wa^ Monnier in B^^i^bung ßeUik wit.d^n 
nordischen Trollen, die für die Eferde jsofgen. ..?W^enn die 
. Kamtsohadalen: eine Jurte b^u^n, wird dem Feußrjberd gegen- 
über ein Pflock in die Erde geschlagen, als Hausgott oder 
Ahsusunagtsch (der Sohn Chartejas, 3er in den Wolken 
wohnt, und dem BlUukai donnern hilfl) iiG(it - angebfi^denem 
JJ^raut,, JEpheu oder Bestreichen . dur,ch . Fetjt . und^ lähit J)i^ 
Kanneti genannten Taschengötzen (in^s Holz geschnitzt) wer- 
den gespeist und getränkt (s. Steller). Das besondere« Merk- 
mal eines Segensgeistes oder eines Koboldes wird je nach 
d^r Pflege oder Verwilderung seines Haupthaares beipe^sen. 

* A man with head-^che was heard to say: »My departed father is now 
scolding me, I feel bis power in my head", and then made an offering^ look- 
ing upwards (Livingstone). Ein Soldat in Colaba, der am deliriam tremens 
gelitten l^atte^ beklagte sich bei dem Regimentspfarrer, dafs er von einem 
.Teufel besessen sei: I feel him, sir, entering at my toe and creeping coldly 
ap, tili he gets poßscssion of ray whole body. 

A. Bastian, Reiträsc o 



114 

Dieses wallt bei guten G(MStern lang und zart hinab, bei 
verwünschten ist es struppig und verworren. Nach Schwei- 
zerischem Glauben flechten die Hauszwerge den Rossen im 
Stall Mähne und Schwanz, während d^r Hauskobold selbst 
den Kühen das Haar verfilzt (s. Rochhol/). Die Schweden 
belebten das Bjäran genannte Zauberwesen, das Milch und 
Butter zutrug, durch drei Blutstropfen. Die Finninnen 
kii6kfeh dMl '■ DäriibA' ^ Pa^ä" (der*' *tf ilch' * iiiid ' Käs^ ' briü^) aüJ ^ 
Lappen (Lencqvist), wie'die H6»cn'«ftkr Milchraelken und 
die Siamesen ihren Phuk Phajon. Wird der Schwamm 
(Param vaita oder Bjära-Mutter) gepeitscht (mit Theer, Salz 
und Schwefel gekocht), so bittet die Besitzerin für ihren 
Dämon (nach Ganander). Fenne war gleichbedeutend mit 
Hexenmeister, und bedurfte man in Stockholm Hülfe aus der 
Hölle, 80 wendete m^n sich (1332) an eine finnl&qdi^b^ 
Magd, wogegen die. Finnen wieder die Lappen für.weitiukite^.^r:, 
legi^n^r ^elt^n (ß. Rühs). ; Der. J^obin^ good feUow :wo))i)t,.'^;;[ 
Englai)^ Xkuj^pr der, .Thörfph welle; (und aus. Achtung .yoribj^f^ 
o^^f ßinefQ, äh^ipäjie^iii^Kobold ^l|ll|ft man. bei .vieletn.,\^§j[k^a^.fl 
Acht b^benj^ci^iQbt ^irfidieselb^ni zu treten, ^^ondern^^s^ 
yf^SfiX^t^gßn)f^ Pie. pw^gha,ften Niligruijar 4uf 'den.;FarQf»T-35l 
ina^lft[|^erd^p ftl^:;giü(?ltbringende (yeifiter ittit einem rotfcfeiPh> 
Lagijfiif, a«f)4Qm K(Opfi? Hörgee^eUt» . -Wierderj rdes Nai^tfe m^ni 
ruhige Ef|^d9.:ft|fi ^lloÄgep. ö€5hauni%i ,gefui^ MbmiKfh/n 

(in.j3w»<lbf*ibftrg),..^ie lElbf^^ geritte^k: (xw,ch . MültoMa€»>f rf^ 
Sw^^-^'s.jTjff^iftesjiPiferd-.XÄuf ROgen> wurde (nacjjj J?ä^for 
licU^JKfti?^pffti|) jfpthig.i»^ 8Cbwitzen4r;g|qfundön.:-.:06eW^o|*fc, 

dul:ft^lSi5U.weift^J!?j^p^^^ ^uf, den d^^in g^braohtent I?^s^#*>i^t 
Wfty^iiBfl4 ?^e,4w .flri4p«tern 4«a^,wo!d^ niedergc^eOktftofi 

Birffl^.i^ffr^eB ,i(fei% ^ait\n^bßn, ^mf9^Ji&^\]e.^¥i^v4^\'<9.n^i:^^i 
bui^fin,ij4awt ,pj^ wf:>rtiW*ilN^i^..^mt ß^Wetlifeif^^^ 

ji'iii Ji'.ij )\[i\''\ ,;»•!■ *:<joi .;j'.- ■ ■ .; •. i'l-i {i.-i.ifi i:\ ff.'vili* 
iit'nf Ulli fej»;l; m »tu»; , »imu.u 'ii-ij.t'i..''J/. >s-ui'm iii's ^^»iJ^9Ji^ 



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Djift ilraiholpgie der B^^ und fc 

i'.si /:-.>.i.>,:r.!..!' Priesterärzte. 






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'fe'bkjli'*äÖm Naturmensclieii mit jedem abnörüi aus deih ■ 
geiMÄtÜiöteri-Cratügei heraustretenden Gegenstande 'durch die "' 
^irt^itllig 'de* Auf merksamkeit eine Frage verknüpft, Ae' von ' 
^ert^'BÄlhadlfeiäften zum Religiösen fiihrt, wie er in achreök^-'^' 
kalter' !9<Ai€fä'Äti4n Kungelnden Blitze emporblickt, wie er \tt'' 
^effl^'*tiilfiti*«rt€* genäherten Thiere seinen SchutÄgeirt^ ei-' 
fc^üttty^*^' 'iör •'deIl•^i^lt$am' geformten Geist zum FfetiSxüi"- 
^t^ll^V'^^^^'^'^ '^<^ ''^ «eineny aus dem 'Ma&stabe ded Allt^-^'" 
üobM <&^<il2^i^nd^ Kebenmenschen nicht nur die S\tp&* 
*icttfeätt''il4i»1köip«rii6h<er od^ir geiWrger Beziehung,- die^ Veiv 
^hnü^'^t^tM, ^«dM^eiti überhaupt das Ungevröhnliobe als- 
Sol*feÄV 4*>>^'i8»kb" körperliche Misgestalt in den ■ Gretinerf^ 
OiJiioJAJftAios *^fe**^örtritt, ob als g^stige in Idioten* oder- 
^V^atyaii^cäl^i^'^lJJteh^nleideii, dite durch ihre -periodisöhd''* 
Ifc«^Ä]?ööäldfeii^nörtilaleÄ» Zustand der G^unSheit, ^ehäV' 
deä^^äöii^^d&ti^^tt* B^leptisefaei' oder hysteriseheü KräiMi^ü^f 
^ts^^limlifi-iik ^^^ BluAi^ankheiteu unterschiedet! %^d^ii;;'^ 
zieh^«l]^äll*<li#'^^ächtung auf Sich, und ftnch^^cBi^^di^^^^ 
u\edöi%ttI©«iäe^'W<3eÄtrißcher Erffoh^tittgeö, wie ste kus *^kf'^^^ 
pathologischen. Unregelmäfsigkeiten sensitiver Nervenconsti- 
tulion zu fliefsen pflegen. In dem letzteren Falle tritt nun 
2U den das Gefühlsleben des Naturmenschen beherrschenden 
^gentien ein neues Moment hinzu, indem das mit dem 
Scheine religiöser Heiligkeit bekleidete Object nicht nur (wie 
^j Steinen, Pflanzen, Thieren) ein passiv aufnehmendes ist, 

8» 



\. 



sondeni ais Menech auch in der geistigen Sphäre nach allg^meii 
gßltigea Nerveiigi^aetzeii auf eiiipftuigeiie Eiudi^ücke selbstänui^ 
reagirt und ia deo Wiederhall} den die Stimme, des subieC' 
tiven GottesTerehrers überall in der Natur findet, durch eii 
doppeltes EcIiiO auf sein Ohr zurQoktönen lälst. Bald iniscli 
sich hier, wie Anderwärts, die selbstsüchtige Berecnnun; 
etgienen Vortheils, ein («nfwgß iioch nicf|t von unbewuCsua 
Selbstbetrug geschieden) , ^^^ ^'^ i*^^** Klügste unter dei 
FeUschahbetern den Uebrigen durch die mit seinem ^obolc 

' getriebuten KOnste schwarzer oder weiTser Magie imp6nii;ei 
wird, eo'ienit der zum Somnaiubpleu oder Meiiium 9uali 
■ficirte Schamane (durch die Entdeckung dem gewöbnlicnei 
MensohecBchlags Terborgener Kräfte in seiner Nervencpn 

> stitution) imach genug eeioe psychischen Anlagen zum Bestei 
seines Magens au vetwerthen,. Dann folgt rasch in tHintei 
Manmg&lttgkeät 'eine Auswahl tler zweckmäfsigsten Mitte 
tlm dorchi R»iisch oder Griilrauch^ durch Musik oder Taqz 
-dnrcbnai^otisireDde .Monotonie des Gesanges, durch !ti^g- 
amst^Aittren^ -duroh- fixirte Mfsditetgon jene Ekstase herypr- 
'eanifeuy in der die Gottheit durch den Mupd des Friesten 
ibrs'eigeadB Otteikel verkün4et. Pänn ergibt sich aiicB alt 
Waltere Folge, dafs ,die zur willkürlichen Regulimng '{hfe 
h^Ssen' Ab&onnitfiten Befähigten in den Excentritäten .iiL 
der^ nnbereciitigte Ri.TaleQ seien iinil besonders gegpi 

■'Solfche,'dHren'>tiefer ergriffenes, Merveijsysteni durch krank. 

' 'baft« Stdcungea iea, lunsiecbeuden Organismus jeder Wider 

■ btandsföingkeit 'beraubt, an Feld© -/ielien werde», indem si- 

■ in ihrwi G»|iaäi;n diesejien phännmene bösen Teufeln ^nj 
'Sdireiben^: die in ibre|n eigenen Innern der Gott hervorruflf 
'wd 'desRalb lli^sen auch , als geschickt und mächtig erklären 
■jaiA HD- bdcimpfeU) wif ;,ee jn,der esiorcisirenden Austreiounj 
■S«r SJfimoDe-'aUt'' ijeq Besesseoen. zu gescbeben pflegt.' „& 

-M'diM'guiie'Feldd't, Verehrung psychischer Vorgiinge un« 
-das ttlg^Orige ihr4r Beout^uag. ^r voransherechiiete Zweck 

■ dneB'deir.i^cbtigBten im Gehif:te dos Natmdeukcns, d:! "es ii 
■der' Mystik üdeu ,Tß)i^q^,Ii;«T5 der Uttenbamng' iu'sicl 
'trfigt[fabgQtl&hen .yosii.dfini. Yoif^cl^ub, t^n es in all?» Beitel 

.■d«m-iÄ.lKS^l«U^p gelejstpt,,,hftt,,iii»d, .'^ei^-ji^'r.^fortdau&m'dei 

UnkenntnifB der in der Psychologie herrschenden Geeelze 



117 

nooh jptzt leistet). So lange die Psychologie sich begnügte, 
dje Tb^tsächen des Bewufstseins als fertig gegeben anzoneh- 
men und, mit ihrer Existenz befriedigt, die im Geiste vor- 
räthjgen Begriffe als der Erfahrung vorausgehend zu be- 
trachtep, so lange sie es nicht verstand, auf ihre Wurzel in 
der dunkeln Gihindlage des Unbewufsten zurückzugehen^ um 
lire genetische Entstehung aus primitiven Empfindungen und 
\y^ahrnehmungen. auf der Schwelle des Physischen und Psy- 
ohischen zu belauschen, so lange mufsten jene sonderbaren 
Vorgänge, wie sie Reisende so vielfach von den Pjropheten 
f^olynesiens ,oder Sibiriens erzählt hatten, den Schein eines 
Halbunbegreiflichen bewahren, wenn man sie nicht geradezu 
^infäöli ftr plumpe Betrügereien erklären wolUo; und nicht 
Hur sprechen sich oft genug wissenschaftliche Beohflu^hter 
Zweifelhaft über das aus, was sie gesehen haben, nicht nur 
^iOo( fromme Missionäre aus ihren Erfahrungen gerne ge- 
iicigtj'an di^s Thatsächliche satanischer Wirkungen zu glau- 
^ V>exi9 sondern selbst in Europa, selbst in imserem gerühmten 
Jfahrhund'ert der Aufklärung wiederholt es sich beständig, 
. /dals ypn Schamanen und Mcdicinmännerü längst benutzte und 
. iibgenütz^, od^er wenigstens im Vergleich mit den ihrigen 
. Ikeihesw^gs verbesserte, Proceduren und Yerfahrungsweisen 
^ *^ürs 'Netiiö' als ihiracula angestaunt und sogar in gelehrten 
. -Abhäiidlübgeb ausführlich erörtert werden, um die ßealität 
..CAtoischär Kräfte im Menschen zu beweisen. Von Mesmer 
lMs,"P.oine (iA unmittelbarem Anschluls an die letzte Hexen- 
. VerDreuhutig zur L^bönszeit des Ersteren) hat die gegenwärtige 
Ceqe.rati(>h ällelä Äiehr Wunder in ununterbrochen wechseln- 
,.. der Sci^nerie erlebt, als alle auf dem Erdball zerstreuten 
j In ätfir Völker zusammengenommen, da diese weit sorgsamer 
,^ ^injt "ihren Phantasieproducten haushalten und sich an einem 
'..Wunder für Jährhündette und Jahrtausende genügen lassen. 
Wer^/mit 4^r t^llensenergie des nach Westen wundernden 
. . ina|kners, der iii tKatkr&ftiger Jugend vom Heimathsdorf aus- 
zog |ina älß gi?bückter Greis die Kunde voni Ruheplatz der 
.^, sinKehden Sonne zurückbrachte, Wer gleich ihm auf letzte 
^, Cmncife* züi%6kzugehen sieh zum Vorsatz nimmt ^ der wird, 
,, Wenn 'aüi^'' dem' 'tauitaer 'des Absoluten wieder ernüchtert, 
jedes aiö ^ein Wunder* ^bekennen müssen, den Stein am Boden 



118 

r.qnd -fjiiei^ Fliege TO;«(iei::.WwM?» aI>^öW> Jf^i^. i'i^^^W A^^M^ 
de»r wir, tkw, jode«. ge^rocflwae.WQrt^ jedßiFJ^^ffeW'sigWg. 

nübei^kUim.£Jwi«ftlzuSÄ«u?ii<^^^ rund^wi^ dar pfefsi^A^^Äisqfbe 
iS^offwfl|ch^t,,,wie.Seheu m^d. logisches Pepfe^Ri .i^fkl%i^jj ,§iqh 

auch jene geheimnifsYoUen Wahrsagungen und]Bi^8ich]w;Q|Ciif}g|eif^'' . 

Qirl&cbiilnd.ffaJtürlieb aue aUgemewen G^^t^jep, ,IiI.vqr/bedarf 

esidf^su irinige^ :YorJk©B«itiBi*B<jr^ der, P^j»pholftgij§^ .^^zu}^^ ^i9??^* 
ri^tog «nsarer Cirftwwjfuflg^fljsc^i^en ,e^f^. Jeder ^ß^t^i^n^^ijii^tf, 
^tfböSFnleidejr.ii^ gerade rdii^ft^ e}eai€intar?*e .Gei§tq9.^i3j8f^s9j)a|t 

»1lft>fli.i.!ÖlItfniahreö; ßqhwester» Mß ;v|eroaßy^sigt^te.,g^alJ^^i. 
.if.^joJn ci«iöeF':^ofeen<M!tng^.T.^QlistSid>rliQhr^.gemßiq^ 
»laBälÄftögeftrliegtl difer SelböttWöphuflg .am, . <^cnpdf ,.^ a^f . .4j^* 

iJ^SßanjgtlfeetkMaWiiö^cbfcy indept Jen^ TOiiX eii^ei<p^lj^ifij^ef- 

m^^Si^ #9ilWei: Ali^%»gQradÄ;!^.p^^.spI^a misi?(^, ..wi^ .;fs.{ij[}pi 

flrid«^i'liiei6ievyr<!)riier gfiträu|]^tx,fc$it^Pji^ Hier.,i^t:=€|^,|^;n^fijj-- 
-&Jäend«a;JlrfobJWing^*.,di^'l e^$t,,.di4?,,ypjfeQhap ^gi^st^hfjf ^j.^P 

j4afi^.i^eiti uAbat^tigte». .C^aju^aku^a^l^e^b^^ä ^i^^#^ .i^TO^ 
BSs^©- ibemedf fen ,^I>er^ i^ßßet Jö^ijfe id^okt,; if^r, pg'Arsti IfpflJfte 
idttftrFeÄw bf^^egb^pi^^wj^U, /^vQ«n.di5i•JFftl?t ^ipq,i^iie..,dFi 

^oBt'^igetfiäbi^UQbifi^-^cb^zu M<ftifmi^ 

-iiei«i€i^ßieg«n^fect Aliebel^j^y .#ie .gar^^ G(|ist^&yjgrf^3Vjng 

dteirlSfttttt-voIkfer, b«i d^ü<eU>tSn^fpa^ijir^f 5iqga,b^jian,.|iif^.,f41j5^ 
1 öfeeif1fSltig^Ad^»(EJQdrüqke jd^lAii^e$«|:^ jBfiaf)uQipati,9p^,ijijajJ 
tttläsi<men . * eiä K- bfelÄbeif«ufste^ i , Sqb^anh;^^^^ 




•, öeldml OoltMAlcbn , r m^'. [6h J^eberr fdier jtSaJl^y' ^ti|l H«? f A'e y^ig;3^^^|[|g{ mit, ^r 
f(^e5U|^k£«f^)€, ßt^ ( Tf^(^ß}^ } e^pft , Avsw^l^l „ip^hf. pfter ^ wepjpy passender 
Secretionsorgane zu geneigter Verfügung. When a deifinite act of will i^ tbe 
resiütofa cer^fui^ reflection, it represents physicäiiy Wn aVailablfe'öV^lib^i-iEiföd 
'fcifdö conöfeqü'eiJt^oL Äcf fc(iiikfAtlfek?lJött'of ^toiyJfy^ ft^m^^ of 

^ßs-^ «öbif&t^UiBlU di^>g^tiiipM of ebll£>mithin tIics>cortieal:Ja7)Bi3s >öf :|]M^>hfiiia- 
sphercs (s. Maudsley). 



119 

^itiM^* W^sbed"al8 'Nortnalzustand tinterbahen^ ' befähigt die 
Ji^cg^/R^'tä^ifaöpfiih^ übersinnlicher Ag^ntteo, oder zu unbe- 
-iim^tebi^Watib^h. iah dieselben, in einer Intensität nnd Aus- 
'Ät\iiMsgj tiä deren dit^tes Verständnife anseretn logitlch^n 
'^DenSÄft glEcklfcbeiSveide die Brücke äbgebrocAen ist oder 
'abbH^'ät-iii^'söIft^.*- -'■• ■'" • -1 '^ ■ 

*'^'^^^^feim man' die ganze Masse der ä;afg^satomelten Thitt- 
^Heii ' dafchg^t, die das Hereferagett eines ■ übematör- 
ÜiwÄif'WtuideW in unser Tagesleben beweisen solle, So wird 
'yiÄ^''^||^^(^boIdgi9t4ie KHtik auf manche interessanteft- undf&r 
WiHyfcÖon^^^ stolsen, aber auf ketne^'die 

Köh' niOht' 'Untier- wohlbekannte Gesetze einordnen -Kefsen, 
äifeiW sich übethavipt alle Nebenumstände d^r VermeintKdbdn 
iRikS'^irf^^^önfstatirien lassen , (was freilich bei 'dör* vagto 
ÜhsdhiisksWeise und dem unüberlegten Räsounement, t|&o>dttty^ 
'^ich'^j^efade Ai^se Art Gouipilationen auszuzeiclinen pftegefi, 
' äiin^ S^eik^mrigkevten hat). Man sieht Miraciiia. im Sclteftiin 
Hiüitf ^Albm^^eä^ w-ährend viel m^htigere Wurnder tiaigtäglicli 
'liiff'uiÄöterfcrt'oöhen gegenwärtig sind. Aber die Gewöhii- 
*neit hfeflyt^ 'das ^Sonderbare auf, bemerkt Monta%nei 0als 
^P^-vfeÜlÖidtoaö durch äomatisch^psychische Störunge perio- 
^<R^ch^5tf*feitfe4 Zustund vei'setzt werden sollten, in dem sfe 
^"i5Mäi4tf^(lh'riteltt Sohlufsfolgerungen denken, in ^ewäU- 

't^reP Spraülie tedeh, als im Vollwachen, ohne' sieh- später 
'ÖI^fes'iWc^^ft-eAMiitrtigett Zuötandes zU erinnern^ hat nichts 
^tiBi&^rli66li^ä^ för den Psychologen, so seltsam und 'sbn- 
!äi^k)ai^^-^rf^Vitf<^fc''-d^ Jjvtven erschein«» mag. Das krwikhafte 
^^i%S^*^akä^J(feÄ' ^fofe<*! Publikum an solchen Produktionen 
'feU^ttWfiifceti ¥^€igt, wemi sie an die Oeffentlichkeit treten, liegt 
in der schwankenden Stellung, die die Psychologie einnimmt. 
|Wat;e' 4i^ ^fe exäcte Naturwissenschaft anerkannt, 'so würde 
:S\fj|lj,,?j^!?]{/P^neinge weihte ebensowenig in sie ^'einzuiAischen 
'ÄöLKJb.f>j»5;; wier er, bei, .den Forschungen di^r Physikfii! oder 
€B4ittD(fter uicht mitzusprechen verlangt, deiMa obwohl für 
.'36^ii'^'*BteeJfeSiMtÄ£ ' und Oxygenlicht unerklärte Rät^sel sein 
'^^IsM laföt* er öie dennoch in' den Händön Solöher- die ihre 
'^SflftP<VP9g.iy:?.^stehefi. ^ .^ , 

' ' M"o-foo©i^nkiWi. treteu aus unz.ugänglichen Tiefen^ die Ideen 
"^^^ör' d«l$ fiewiißtöein . hin, in ununterbrochener Reihenfolge aus 



120 

dem materiellen Substrate bfervorwachseäd. Oft Bpriögtuü»^ 
erwartet eine Aufklärung hervor, die wir unä rikdit Befähigt 
glaubten herbeizufiihren, die aber im Dnbewuftten gögen-»-. 
wfi^ttg Hegen mufste, im Unbewufgten und unbewufst, 'wie 
stets eine grofse Menge von Vorstellufagen im Gesichtskreis:' 
schweben, ohne wahrgenommen zu werden, wenn siöh nidit 
die Aufmerksamkeit darauf richtet. Durch Gewohnheit folgt 
das Bewüfstsein gerne 'einem ihm vertraut gewordenen GcH 
dankengang und schlieist, ohne es zu wollen y Vielleicht dio 
wichtigsten Hilfsmittel aus, die nahe «ur 'Hand ( gelegeik 
hätten. Für das vorschnelle und defshalb fehleitafte 
Söhlibf^em , das ' ach auf eine nur kleine Anzahl von Facta^ 
statt auf dSie ganze Menge der zugähglichen basirt, dient die 
zeitiffeiflö Unterbrechting des Bewuistseins in der Meditation 
als^Rectiftcat,' töid so kann 'auch in allen dien von Frank ak 
Sömniatiö definirteii Zustähdeti das Denken nicht' ^nur förtr 
gehöh, sonde'tin Terhältnifsmäfsig selbst voUkommerner, als 
weim den EingriflFen des Selb^bewufstseibs aasgesetzt, sobald 
didses dicht der Constitution gemäfs,' sondern nach desj>o-^ 
tisdien Launen zu regieren liebt. In solch bewufstlosenf^ 
Zuständen veimag die ' Erinnerung viel 'weiter zurückzur 
greifeA^ als untei^ lien bei oflBeneri Sinnen beständig erfoJgenr- 
deh Stötungen, und dann überrascht diej sdieinb'are Erwer- 
bung bisher' uubekaimter Fähigkeiten, das Abgeben wisseiti- 
söhaftlicher Erklärungen, das Reden fremder Sprachen bei 
Ifadiyidüen, denen ihre Bekannten solche Kenntnisse nicht 
zutrauten, "itnöffererzählt von' einem feaüen der im Dfelfriiilh 
zum Erstaunen seiner Umgebung griechisch zu sprechen _ 



' * Qtibd animä Jn se redacta fttqne -öolleeta, neö in corporis Organa dif- 
^sti;1kab^&t ^'Vf ^rot>ria ei9«entiäe 'strae aliqaim fraenötiKmem. rerum >ftitii- 
^rarmil)' ülti *(<iivikiatio natlva) VerO' optimie'ceniitar'in somniis ecstasibnsy o^n- 
&iAU marük, rttHüs ibter vi^il«ada»i aü« oam corpus sanum sit ac vaiiduait 

l9i:-BiMk>).- ' ■.■'-■' 

*• Ün joor* die se init a chanter öeö chanäoiis incoh^rentes , doht Ws 
assistans bro^ent Icff pkröles' allemanded j probabletöent ^äröeqü'ils n'y eom- 
^^alfettt rifeÄ, '*bfelöferkt WiM (i8fe4)' voh hlüet 'der vermemtlich Besessööen 
in If orzine. Efic voit ordinaireraen^ un fantölne devant se» ycuxy et alissitöt 
iröiffMlables ^HiHeJit eti cfllei des diabtes ailemands ou pieknontais qui, ptir 
SQn'entretmse^'prik'lettt ia'laiDgiie allemandc od piemontaise, du moins crcpt- 
•elle ainsi. In Peru wai* tbi' einigen' -fahren Alles für die Beziehungen ryiris«hen 



121 

anfing"^ "md 4m 'ergalD sich' auf Nachforschongen, dai's er in 
sejiri«^ Jtigcfadi einigen griechischen Stunden beigewohnt hatte, 
die iier I>6r^ar^er ' seinem Sohne gegeben. Exaltirte Ge« 
mCkthskrlmke Eeigien (nach Jessen) oft eine groi'se Geläufig- 
kftfti/^i Reidieii und Versemachen, wie früher die Metro^ 
mhnia 'ids psyefaisohei Krankheit aufgeführt wurden Die v^r^ 
taddrtö -Btitatney tnit der die Somnambulen reden, -wird von 
Bett)eikdeii''aiich bei den Reden der Begeisterten oder l^oly*- 
o^iel:'''bebiBTkt. Ueber die blitzschnellen Erinnerungen' itl 
der^'^od^fistuide sind' seit Aretäus manche Beispiele ' ge^ 

gifedoi;* ■'■•■■' ''■ ■' ■■■ ■' ' -'• 

• - ' ßeP^^o^ dem' unoocüpirten Geist aufsteigetKie Gedanke^ 
wftck6t''auS':einbr:T(dn& hervor, .bis wohin das Bewufst^li 
ilidift''iinftickg^ifen' kaOB:, und der fiinfiuls, der biöglicber^ 
fkisk * axif seine • Bntst^ihung jgeftbt wäre , müfst^ docb ' isteis 
iMfteiii'>Minittnim beschränkt bleiben. ^ Tritt nttir dieser^-vot 
der deelei'Steh^de G^anke als zweifbinde Frage - auf v^-'SD 
bkibtr Aet'fiiftsoheidhng dem Willen ^berltesen, *di h. einer 
sehtiii' so «weit'ii^'Denken gegliederten*. Gedankenreihe, ?da& 
diif' vdm ' üräpiblig fiirtleitende Kette des ZnsammbniuuiKgeS 
iö^^ Ihren- ersten» Aiisatzringcn '<ier Beobachtung veridreii. -g^ 
^tta^b'idtji'Uhd dadurch' da8> ftls Folgewirkung resultirende 
5aiidälii*'ttJrä'<fr€& ers'dheint - und mit Hecht als ein ' solöb^s be*- 
^*lrfitet nwferdftii 4ärf. Würde der in die EKifeteiiz.:g«t- 

^•pmutpisCfben Vor^scU^hte mit der chii^esischen io^ressj^t. Ein Zweifel 

iSpiinte darüber nicht' hejrscnen, denn die Sprache war noch so ahnlicK, dafs 

^4 ' fdr 'ääii- 'iSudno-tiitpoh eingcfiArtien Chinesen sich 'sogleich " niit Äen ' 3E$n- 

S^borenen zu verständigen vermochten. Es dauerte eine ziemliche Weile, wie 

^>Q| diiii£'rFis(il)r>'nnd 4ter-f;elehrten Aoademie, bi& sieh- Einer, die Mühe gab, 

'^iQBesjiE^tumyridi0'idieiJ^Qp£ei'.mi|i solch üppigen Hypothesen be&ucht^te, m 

"Ckifi^n«i{.AuSr.dQ<U.ScbifiFQ landende Chinesen waren in ein Wirthshaus ge- 

'^cÜQi^ tiatten . BU India«arn geredet und hatten von diefien Erwiederung 

^J^halten. Spanier waren Zeugen gewesen, aber freilich nur Augenzeugen. 

'I^^.CJl^ine«^ hatten ■ eine Frage in Chinesisch an die Peruaner gei;icht«t und 

^>4^,fiii I^ei^iuii^ geantKKoi;tot^ dafs sie nicht vexständen, wa$,,sie. meinten, 

'^•"ö-^MWle« «jfeWi .4^ . weder ^^pjkien, noch.Quec^ji^ verstand, >v^r verwundert 

-dair^ff^.g^i^li;, ma aeine.^unenswerthje Mähr weiter zu verbünden. , Während 

M^ ^^pid^^f^pi„ßQ^s^enheiit jn Morzine sollton die Teufel arabisch ge- 

^IftochttJoJ^fckW) wjßU.Csifiß. Ti^sot bemerkt) die. Kranken behaupteten, daCs es 

'*fiMuichift8Jt.|).]jd,\Nicm«Jid da. siyar, darüber zu urtheilcn. 



122 

spmngekie Gedankte, isoKrt • ixhd allein, alle ra ihi^iitVölvirfen 

Keime zu voller Entwicklung zu bringen vermögen, «6 mftfelie 

sich, in gegenseitiger Abwägung vefechiederier Eeih«6n^ tiöt 

unabftnderlicfaer Noth wendigkeit ein bestimmtes Reisfultat, ftfe 

däfe richtige, und damit das entscheidende, ergebefeJ -IHese 

idiale Isöliratig läfst six^ aber nur 'hypothetisch • Ver^iA- 

Kchetiy -da: dör im wachen Zustande zum Wissen gcllahgetide 

Gedanken immer schon vielerlei Anregungen, ans der'Sinties^ 

thäligkeit lind anderen Beziehtingen mit der Anfsehwelt, im 

Geistö lebendig findet und, indem ei", sidih mit -ihnen -tiomti- 

liirend, zu einem momentan organischen Ganzen venhräehfet, 

dadlirch' ebe» dm jedesmalige Selbstbewufstsein des freien 

Willens schafft; Iii Aus-* und Abgleichüäg kreuzen ^iok "die 

ton ^ Aiifsen- • und Innen «usämiiientreflfenden Einflüsls^ in äem 

Sohwerpiittkt der damit -vorübergehetid cohstrtuirteri lüdi^^ii- 

di»alität, die im Hinblick auf ihre letzte CausalTerkettUi^Ä 

zwar nur ^ein scheinbares^ in ihrer eigetten Vermittlttn|^^ abeS* 

ein wirkliches Sein besitjpt. Ih diesem Hln^JUtreteil- isuftUige** 

Fffötoren «zu dem als noth wendiges Naturprodukt erttSpHri- 

genden öedainken liegt die Quelle des' Iri[lhum8,^etn üi'^ 

*heile ausgesetzt sind, ted 'derehnPehler si^h nur ih tBdä^ 

liebster- Abstractiön Verbleiden lassen", d. h. in derartig geskni^ 

mielter* Geistes vetfessung, dafs alle entseheidiingsöehwan^rt^ 

Keiiöe' 4ü' ungehinderter Entwicklung ihrfefr j^räees^is^irettiM 

den' F&higkeiten gelangen und im vollsten Flögelschläge' äiil' 

breitester Basis fortschwingen können, ohne durcfe selbst^ 

VirilKgey Eingreifen im I^aufe ihrer Entwicklung geiätö^t iitid 

entstellt zu werden. ' ■/ 

,..,,; Iip, Jia8|m'atipnspFoqers. x^urebdringt .. sieh der WiUeiisein- 

Aufs.)xiit rdj8n refle^Ten Thiätigkeiten, und müssan eir^tm^jb^j^ 

3t(>rupgen nach beiden .Seiten hin ^hlbar iverdeni. Bliebt 

JPji^harmpniq in den NervenftmctioiiQp des Pßypbischep,. 8K>:ist 

^ rj^ljLchßie ;Folge , daXs 4a$: ricbtigcs Eingreifen 4^. dur0t 

di^.NeijVti -Spundes, .bewegten MvskeJm lia ihii^i» ■TiWammßOr 

ai:b^ij^n .iak;iiden,.yo^ Nerü^us [v:agua:i abhängigen JBVu^ioji^ri. 

zerrüttet wird, und indem das Athmen langsam und gedrückt 

vor sich geht, folgen die Luftausscheidungen der Vapeurs 

i«»:Innem=deS' Körpers,' die Stahl in den Beschränkungen 

der unmerklichen Ausdünstüiig ate ürsaeHe der Eräni)j)fe' er- 



123 

.jUftr§p,.3ipf9Ute*i Jht 3it3 w&re indela in der MeduUa oblon- 
jSaij^fi*, ^ ..^UjßhWiv wen» dort die Reihen psychisdber Erre- 
^S^^S^i^^^ ^ioh.unbewurst iui Reapiriren abzuspielen pflegen, 

iK^r^UE^'^^-^^'^^^^^^^^ ^^ ^^'^^ nicht ganz verbraiioht 
ti^giqni^id^^^ weitere. Conaequens^^en unmittelbar auf andere 
'J<fl^|ie|^ .^^.iWiUenssphäre überzugreifen beginnen. Die 
)g]|^f/^eteu,MuiQkf4bewegungen, die dann fortgepflanzt wer- 
4§g„|ohiiii^,da(§; siob 4^ Wille ihrer Erzeugung bewu&t iet, 
ifBclf^,,iQK:)^?an)d|iaftßn Empfindungen den Eindruck eines 
|^jP94efOLy.,.{ßa9 .dfiA. Gejst. in Besitz genommen und als 
Qlp^c^vr^de pderdsn; Körper zu quälen gesonnen sei. Um 
;|H.<j;vhigc; Meditation, einzutreten, muis eine gewisse Unab- 
Jli^Dgigke^jb.^^s Grei^tigen vom Körperlichen hergestellt sein, 
mg t|}eibt,¥n^Aäplvit^jdie Begulirung des Athemprocesses un- 
4i^g^cbe-^^bi$4iQgung9 denn je mecbanisoher die Büoken- 
P^^g^iprßa.jihiTen ^A-ntheil ■ daran abspielen, je rascher ihre 
%lll^^^Hji'>Aj^?b^J'^^^ Rhythmus verläuft, desto gUnsti- 
«S5l»t^j.^ifi^jiM«ftisl^^ d^ die .psychischen Procespe vor Stö- 
Wgi?Ä^.^Wi^V.W?i.t>^^ werden. Der Jogi vermag diese 
3^Dj9yu^ jr^f^t)^p4i?^b f^izubabnen, und erspart dadurch die 
[|)enfi§p .jljinw^^qgen, denen der Schamane seinen 
FvW^W^f^^« ^^^^^ indem dieser für die. zur Medi- 
Wi99ffjgJ&lf%*Qbt(?: ft^hei erst vorher heftige Krampfanfalle 
4m*-f}]^i2;U]p^f4^n ^at)y die h^i ihm absichtlich. unter angelernten 
Sgn^tgjri^Q^^Jbijefrbeigefübrt werden, während sie bei Hysteri- 
Sf^iRi^ £#cl^,];«vider. den ^Ulen aus constitutionellen Unord- 
Bm)g§i;v,;h^vQrg^eQ .und bei. Somnambulen auf leichtesten 
Ajüafs zu Tage treten können. 

^'i*9''i>4i' Äüöitdiid'k'digiöÄfer Ekstase, der bei den buddhistischen 
l4j^S^Ötfa' elfter^ ^ööch gröftere Zahl von Stufengraden, als bei 
^W^ISsteA Bitt dur<ArlaUfen hat, wird gewöhnlich durch Ka- 
^^iÄögött'*twä^'k^]{)erliche Entbehrungen angebracht, so dafe 
^Ö^ÖbööÄtuiidü' kfatoclrnd- zu Orunde gerichtet ist, ehe irgend 
^^CW^'^ht^bB^ö^iWahrfeeitett zu Tage gefördert sind, wenn 
*^*Äftoi^är Miöbrtfthl der Fälle die Sentenzeh dieser gottbe- 

'' '~* :[}t; ftto j3>|y|ftPwHpb»afe cpipstiitiutionellQiriEpilepeis : mit verengertem Jtlocigang 




114 

Dieses wallt bei guten Geistern lang und zart hinab, beiS 
verwünschten ist es struppig und verworren. Nach Schwei- 
zerischem Glauben flechten die Hauszwerge den Rossen inr 
Stall Mähne und Schwanz, während d^r Hauskobold selbst" 
den Kühen das Haar verfilzt (s. Rochholz). Die Schwedeirj 
belebten das Bjäran genannte Zauberwesen, das Milch uncru 
Butter zutrug, durch drei Blutstropfen. Die FinpinnerJ 
kdö^ iw bäriibA-Pai-rfder^'itfilcb^üiid'Kä aih^ 

Lappen (Lencqvist), wie!die Höxcn'ftkr Milchraelken unü 
die Siamesen ihren Phuk Phajon. Wird der Schwamn-j 
(Param vaita oder Bjära-Mutter) gepeitscht (mit Theer, Sal?^ 
und Schwefel gekocht), so bittet die Besitzerin für ihrer:! 
Dämon (nach Ganander). Fenne war gleichbedeutend mit" 
Hexenmeister, und bedurfte man in Stockholm Hülfe aus de«c_ 
Hölle, so w^adete. pi^a sich (1332).,an eii^e :£anläqdi^h^| 
Mag^^; V^pgegeii die, Finnen wieder jdte.lÄPipeaiÜr.^^it^iafe"?^^' 
leg(^|:^r J^eljfci^n .f^., Bübs), ; D^r JSobin, gooij föUo^ iwo^pt, >fri 
Engl$jE^4 pi^pr de?^ Thöjiifph welle; (;aud mß. ApbtiMlg-j'oir) ih|Ä 
od^p ß^ieifQ; äh^i9Jb|ei^,JKobol4;.^ili3 man^ jt>ei vjele^M^i^k^ä^pi 
Aoljit b^bjaOj^rfiiqlJt ^ujf;4ies^lb^rii. zu. trpt<$a, ,^oö4«?;1*. ii^bftoi 
w^g?^»^g9??k Pi^; Bw^gh^f^en NiliJgruijar.4uf''den.;gai;qfte« 
ina^Jjftfiqrpr^p iÄl§!.|^(i(j)tb|tiugeiid^ Ö^ter .^it eiaenft.,rotibferti* 
Lagijfi^^ ^f) (^m ?rf^fe vorgestellt. vW)erd€&,r4i^^-J4.ft^ »j^ 

(iu.| Jlai^fi}if^^)^^,:^^ie JElfe^P: ;gerfttei^^,(i3WMJh .Muljj^^s^)^ 
Sw^^5i[it]>s j jT^J^iftes ii^iferA rl4ut Rögeu) ,w^^ - (nac^i pä^f,- 
liclii^JK^i^^pfftil) jff)thi^r.i|J^ 8(?bwi^en#r;g^fiH^fln.;.rBs?wXTO»^ 
<le8,,3r^9Pß&kS^ipJ?ulp§.,(,f;o ^^ptay^^ 
du^q^lS|5l^eif^^i^pl^t;fi^ ^uf; ci^P:4w:*ia,gi^bfaQh1»rt^^^^ 

bui^fin5^;^ai?Mt .,^ aitf^>ftftf(Q jl!l^i^,S^t<iQVfet.^ 

'ji,^) ifif; »H .•• ; w.njt f .)t'>l)i'>l>|o(^ ti^«/ivHi-^U i*M<'>iXii|fn ^nhtifp 

^ ■ -^ •iJ'.. ;.•.'. :i<--'*^>\ it\'* (tt'^l^'.dr .n'^VMRfl^j .iT'Hli'^t^^ 1^ 



125 

Aügndthi) in tHllkfthriichen Scheintod versetzen, indem er in 
tifefer AbsttÄction nrit gänzlichem Erlöschen der Sinnes wahr- 
tebtoühg weder Stechen noch Brennen fiahlte, und ebenso 
* &nd- es' sieh in der Katalepsis des Oberst Townsend. Die 
indisdMh Moslim der Secte Sheikh Ruffai verstümmeln sich 
iü' ai^r Ekstase mit Dolchen, ohne dafs die Wunden bluten. 
Cdstis'eriKfthlt (nach Agrippa) von einem Presbyter, der 
uiibe;^eglich lind athemlos liegend, kein Stechen und Brennen 
fthfte. • Siihotf' Magns, als fie^aXT] SovafAi?, wollte sich im 
t^^er' wäLeett können und Thiergestalten annehmen, Sto£Pe 
verwÄödelh-, ' Fesseln lösen und Bäume wachsen machen. 
Regazzoni paralysirte die Sinne seiner Subjecte, so dafs sie 
Stiche nicht fehlten (1854). Viele Gottbegeisterte (sagt 
Jamblichü») werden durch das Feuer nicht verbrannt, denn 
der innetlich begeisternde Gott läfst sie das Feuer nicht er- 
greifen. Viele auch wenn sie verbrannt werden, haben keine 
Empfindung davon, weil sie dann kein thierisches Leben 
fohren« 

Zu fhkgien, in wiefern die im Zustande der Ekstase her- 

vorgestöf^neii Sprüche Enthüllungen aus dem üebernatür- 

, liehen zu geben vermöchten, ist ein falscher Wortgebfauch, 

»so lange sich dem Menschen Alles in der Natur begreift. 

Dafs 'aber die Orakelpropheten, die an sie gestellten Fragen 

oft befHedigend beantworten, und meistens richtiger, als sie 

es im nüchternen Zustande zu thun im Stande sein würden, 

braucht nicht zu überraschen, wenn es sich so verhielte. 

. Auch 4io' alten Germanen hielten die erste ihrer Rathsver- 

' saamnlungen im Bausch % um durch den rascheren Flufs der 

"Iideenia^ite Aneichten zu erwecken, die dann bei späterer 

. Y^rgteichübg tnit denen des practischen Lebens nützliche 

und. zum Theil rectificirende Controllirungspuncte geben 

. . konnten. . Die künstlich erzeugte Narcose der prophetischen 

• 'Seher 'bewirkt durch Depression, was der Alkohol durch 

^'"Steigewing' erreicht, nämlich eine momentane Verwischung 

'■ 'd^ BfewuÄtseins, so dafs, von seinem hindernden Eingreifen 

.,, Dßl^^t, die Vorstellungsreihien frei und ungehindert nach 

■ • ■ / 

^"'^'^^'''•iDie IridfÄnei' inr Gmana erwählen den KriegskMiptinann .aus den Fa- 
milienvorsMfeWi Üd lÄ^eil Vin genannten Mahlzeiten (». Becker) 1672. 



126 

allen Seiten hin abschwingen können, nm die pötfen^ieJl 'ift 
ihnen liegenden Gedankenembryone ihrer ganzen '-Wieitö' 
und Breite nach zur ,Entwickelung zu bringen. Im ^Wötri-' 
lieben Denken des wachen Individuums ist es 'das BlsWliftt- « 
sein, das die aus somatischen Empfindungen aufgähr^nidlek 
Empfindungsmassen zu deutlichen Vorstellungen klärt J'*tiiÜ' 
eine derselben untet* der Spitze des SelbötbewtrfstsefnLi^^ra-' 
sammen zu fassen. Das Bewufstsein bringt Ordnüti^ W^diie' 
dunkel und verworren herbeiströmenden Eindrücke,' es ienkü' 
sie dem gewünschten Ziele zu, es mag sie aber auch"^ 'bc!f' 
unrichtiger Methode auf eine verkehrte Bahn leiten/ ^ähröäff' 
selbst überlassen^ die entsprechenden Merkmale der' Vtri^''; 
Stellungsreihen sich nach ihren Wahlverwandtschaften gfe^fedM^^ 
seitig anziehen und vielleicht ein reineres Kristalliäatftoii^-' 
produot liefern werden. Der allgemein verbreitete ölatAüft'^ 
an prophetische Eingebung der Träume ist an äbriliöhie' TEr- 
fahrungen geknüpft, doch werden bei der langen Dku^ 'dis^'^ 
regelmäfsigen Schlafes unter der Einwirkung körperliöh gef*' 'i 
fühlter Zustände die Träume meistens in Schäumt ^t^ir^rtlta^' ^ 
delt, und bleiben auch im günstigsten Falle von der Diööfißi^''' 
tionsgabe des Auslegers abhängig. Nach Aridtotieleö' ^tlHrd^*^^ 
Derjenige Traumbilder am^ richtigsten erklären; der bfei^dÜötf '^ 
auf der Wasserfläche in Verzerrungen durch einaüd^tiielBöil^^'^ 
den > Bildern den characteristischen Moment spö^erfeasföHtti"' 
vermag; Bei jeder Abstraction hedidmi dich' •Äbfrigeöä^flÄi^^S 
Denker dieser vorübergehenden Unterdi'ückung''^''^ d"öS^'^'Bt4'^'^* 
wufstseins , die er in innerlicher ■ OonijentratioA dürtjli *^ji^^^^' 
fächere Mittel erreicht, als "der Sehamati^r, der 8€jin^^^^^^^ 
sammte Körper-Gonetitution umwühlen oind 'in Aütre^Üng zrÄ^^*^ 
bringen hat, um doch nur ein sehr gfeftrübtes^ Bfestiltiät^jistf^^ 
erreichen und zo^ieich söine Gesundheit tnlv^iedii^brin^Hfeh ^^-^ 
untergraben. Dennoch bleibt ihm kein anderer Wfeg,''Wennf'ö#^^^ 
sich in solcfaeti Zustand setzen will oder^uf höhere« BefeÖ^'iii^^'^ 
setzen hat, in welchem alle seine Seelenk^äfte' - d^^^bsi^'^^^ 
Inhalte ihrer Möglidhkeit naoh '^me^tA^i^n wirken ^ 'khiäieS'^^^ 

* Biot bemerkt voa Newton, dafs er^sich. bei der Ausarbeitung der phi-, • • 
losopQiae naturalis pnncipia matnem^tica oft so völlig, verlor, um ganz ohne . 
BewufstWifti-zft'hiriieHir ' --' • '' •' ■-' •^■=-' "' '" ' '"" '«''"" 



117 

noch jetzt leistet). So lauge die Psychologie sich begnügte, 
dje ThatsacKen des Bewufstseins als fertig gegeben anzoneh- 
mea und, mit ihrer Existenz befriedigt, die im Geiste vor- 
ruhigen Begriffe als der Erfahrung vorausgehend zu be- 
trachten, so lange sie es nicht verstand, auf ihre Wurzel in 
der dunkeln Gi^iindlage des Unbewufsten zurückzugehen^ um 
"Ihre jgienetische Entstehung aus primitiven Empfindungen und 
Wahrnehmungen aiif der Schwelle des Physischen und Psy- 
chischen zu belauschen, so lange mu&ten jene sonderbaren 
V^orgänge, wie sie Reisende so vielfach von den Propheten 
FolynesiejQS^^der Sibiriens erzählt hatten, den Schein eines 
Häibunbegreiflichen bewahren, wenn man sie nicht geradezu 
eihfäc!! fl^r plumpe Betrügereien erklären wolUe; undinioht 
nar sprechen sich oft genug wissenschaftliche Beohtibohter 
zweifelhaft über das aus, was sie gesehen haben, nicht nur 
8ioq fromme Missionäre aus ihren Erfahrungen gerne ge- 
nci^,'an das Thatsächliche satanischer Wirkungen zu iglau- 
^ ))ep, sondern' sielbst in Europa, selbst in unserem gerühmten 
Jahrhundert der Aufklärung wiederholt es sich beständig, 
dals von Schamanen und Mcdicinmännern längst benutzte und 
. äD^enütz|;e,' oä,er wenigstens im Vergleich mit den ihrigen 
keineswegs vefbesöerte, Proceduren und Yerfahrungsweisen 
^üf S 'Neüö' aU miracula angestaunt und sogar in gelehrten 
" Abhahdliingen ausführlich erörtert werden, um die ßealität 
Äägischer Kräfte im Menschen zu beweisen. Von Mesmer 
M8,'H6ine (iÄ unmittelbarem Anschlufs an die letzte Hexen- 
verDrenhütig. zur L^b^nszeit des Ersteren) hat die gegenwärtige 
Generation ällel(i 'mehr Wunder in ununterbrochen wechseln- 
' aer Sis^neriie' erlebt, älö alle auf dem Erdball zerstreuten 
Nj^tfirvolk^r zusammengenommen, da diese weit sorgsamer 
mii''i1iren Phantasieprodncten haushalten und sich an :einem 
"^,,Wiinder für Jäh^htindettennd Jahrtausende genügen lassen. 
. " Wei^ /mit der tViHensenergie ' des nach Westen wandernden 
Inaßners, der in thatkräftiger Jugend vom Heimathsdorf aus- 
* wg' ]ih(i "älß gebückter Greis die Kunde vom Ruheplatz der 
I imRehdeh Sonne zurückbrachte, Wer gleich ihm auf letzte 
j,, ,Gmin^/zurü^ sich zöm Vorsatz nimmt, der wird, 

,j^jWena !aW''depi' l^auiiier dös' Absoluten wfieder ernüchtert, 
lettc^'ais ;'ein Wunder bekennen müssen, den Stein am Boden 



118 

de» wir. ttofla, jode» g^^prooboae .Wart^ j^dßiK«Kerbw^Ä¥ffg- 

Ip/reMivearBezi^uögfiB yrers^wiadet lijg^g^Pr.f^SriWrWP^^r 

t^übe^im.ß^ua»lzusÄ«u?ii<^baiige, u^ dar pJ^si?A<>)gjigGte 

.Sfe)ffwflich^t,.,wi6 SeheEi lupd. logisches Pepfe^Ri ,j^fk%i^jj;,§iqh 

auch jene geheimnifsYoUen Wahrsagungen und]Bi^ach]i^Q^f}gie;f^'' 

€)in&cb)andi^.aiür}i€ii a^e aUg^ineimöii G^^tj^ei^^ ,J^.vqr/bedarf 

€^ida9u irinigeit yorkenpöM^^^j; in der P^j^holjQgig-j ^^ ?uf, § jq^j^- 

i^tog önwrer CirftWiWjfuBig^fljSch^en .e}f^ Jeder .bj^t^^njjS(,9^tp, 

ÄböSrnleide?',!^ gerade rdißfte eleaie;Qt^5*e ,Crei§tq^;vTi3j8f^9i89^3i|l 

>1ft>fli.3}ftll#i»nib?eö; ^pbwester^ die ;yiernacl^l^sigtstei(geib)i^ftlpp^i. 

,if »gV.Sn (jeitier • /^ofijen ^Menge^r ^pnst! .ißh^liph, , ,gem^x\\eT ^\ J^- 

.{2ä|ii|»og<^rliegtl: dife.rSelböttaasphupg T?aji,. ^cwi^df,,., a^f,.|q|ie 

7!j^^ßanjg6f*etköa« v^okt/ indept Jeii>w4 f^W^i^^fiP^i^Psif^*?? * 

dk*»fICftum «feigt^yAod^rjydftftr/Dai^ft ,bw<V{^Jiww««>'i9(uSy^ 

flrid«^i' die i feie. yHlJiÖier gfirtpäu|]^ti-fciiitt^n,_. Hier .i^t:^f^^,ng.f;j^-- 
.fdgend«<rJkfebWlng^*..die'^ er^t,r.di^t?1?P^Qhap ^gß8t^\> ,f4P 

yäaarii^eit? uAbet^tjgfe»: ..Ca^ü^3al7^^^aIt^|^€^b^^g ^i^^lff^ jyfh^ 
Msth^ ibemedf fei; f^D^ri ;gFi^ft^ Äöl^ife' ^d^öiktj ; i^r^ p^]^r§t| Ifpffift« 
idmi[FeÄciflr: bf^^egfe^o^; wj^U, '^^epnvdißi'JFOp^t eip^n^U^.,^ 

>iBt•^igeW;SihI^UQbl!Q0i'^cb^^u v,ejf|J9iwJ^r».,«^ 

.mmek;GegßxmM' AJle,fcel^i^ ..5>ie gar^^ (i(|i^f.Y^;5U^|imng 
dbwljfifttiU-vöIkfer, 4>jei:deö<etiJn^fpa^Jj«r^f 9iqga,^j^n^.jaifi,,^Ij5P 
» öteeff1faltig^4dÄBiElndrüeke,d^lAji^eJ5M^^^^ ]B[iaf)uQipati,9^^,ijiflfl 
ilHi^siooen; *eiä;:hklÄbe<«tufste0! ,Soh^anh;ep^. zyffJÄ^^ .3i?WP}fiP 



tur/dietirhysioiogen weder minder, noch mehr gel: 
bemerkt B^mard. der den L^bensmecnanismus de 
'iltfelisfetttfriiiaerii bde nTir^fe%n^x1iiiJn *ln|>fa 



_, — , I T ■ I — — ' 

len nicht vitalen Mec^anlsHif^n 
fan'g^en imd '6/ieugtfeftiiM*teii 
'^&D. kW^ftick ^a^W K>)ttdj^öbuYigi^brkgiähf'i)'NU[)k< Cftbams seedmir^iid^ 
\öellirnf OoltMalcbn, :ßtfi$\ (d$< .lieber: fdi^ Wl?»r P^i ^Ki A'e YejrgJ^^^yjgj mitj ^r 
J^Vl^eF>^rkÄ«Ä}«,.^el^[^^jc^[|^pft pjier , wepi^ey passender 

Secretionsorgane zu geneigter Verfolgung. When a deifinite act of will i^ tto 
resiüt of a cer^ain reflectioij, it represents physicälly ah av^ilabife''or ll^CTlrffed 
^töf<^c'cönö4qü'e{^ofa tKe fe'ÄintohköJtJitt'of'toivJfy^ fi*^^ of 

^ßs^-<d(l]f&t^^(;islii dl^^g/tkipin^of ebüS'iWithin thcf.cottieal:Jia.yiBns öf :|]M^>hiaiiU' 
sphercs (s. Maudsley). 



119 

iiäf ^ li^^hed^ 'als ' Nortiialzustand unterhalten^ befähigt sie 
W^<6R)^%ädlf6pfbh^ übersinnlicher Ag^ntien, oder zu unbe- 
'Xo^in-Q^aüb^A m dieselben, in einer Idtensität und Aus- 
'^tVäbliigj fiit deren dii-ectes Verst&ndnife nnsereni logidch^n 
^'D^nlföjt glückltehek^^eide die Brücke abgebrochen fst-oder 
'abWl''äei4i^-Äöllfe""- -■. ■ ■•• '■■ ■•■■ - -1 ''■ ■■ 

"^'^^^Ffeimriian' die ganze Masde der äufgesttttimielteii Ofhat- 
^ädiieil'' darchg^ht, die das Hereinragen- e'ineg > übeiPflätür- 
ÄÄif^WtindeM in üttser Ta^sleben beweisen solle, So wird 
^1äÜi^^|^Sy<hhoIdgisi4ie KHtik auf manche interessantem Und fiär 
ffin^käon^'Wicbtigeii Phänomene stolsen, aber auf keine^' die 
IKeh^tiiüht- Untier' wohlbekannte Gesetze einordnen ^fiefsen, 
Weift' sicii überhaupt alle Nebenumstände der VermemtHefai^n 
fäctS'^idht^'^cföstatiren Tassen, (was freilieh bei d^r^ vagto 
ilitöArücksWeiiBe'Und dem unüberlegten Räsonnement, tlccdoft^ 
'isich^'^eifade diese Art Compilationen -Huszuzeiobnen pflegen, 
'ääiDrS'^:ii'#iarigkeften hat). Man siebt Miracida im ddteDto 
Hfaitf Abn^fneä^ ;W>ährend viel m^htigere W»Äder taigtägliefa 
Itiiff^uÄttiieterbl'oöhen gegenwärtig sind. Aber die >Gew^hii- 
*feit hfeiyt''d«i8 iSöinderbare' auf, bemerkt Monta%n^ Dafe 
K^^tv^bimift^nite durohf äomatiscb*psychische Störungen pevio- 
di&ch^¥it^feiöe4 Zustund vereetzt werden Sollten, in dem^^fifie 
^Höäi' lÖjrfÄ(^'rtehtigereil Sohlu&folgerung^ denken, iii gewäM- 
't^röi^ Spraöhe i^fedieh, als im Vollwacben, ohne' «oh später 
* öftKbs^fbrieÄ^ fr eriiddrtigett Auslandes zu erinnern , bat nichts 
^^i&i^rit6(*^d<^ fftr-den Psychblogeu, so seltsanx und «sbn- 
!Ö4k)af *4e^%UNöi'''4^ Lttiien erscheine» mag. Das krankha^ 
^Ä^y6Vaköyhiy^i*öfee Publikum an solchen Prpduktiof^n 
*^^tt^bifceri ¥^egt, Wenii sie an die Oeffentlichkeit treten, liegt 
^u der schwankenden Stellung, die die Psychologie einnimmt, 
^äi-e' sie jite' e Natur wisseitschaft anerkannt, so würde 

^^M?8nr.)^?:?yfö^ ebensowenig in sie elnzamischen 

'^^^Usii.Q% wier er, bei . den Forschungen d^r Pfiysiter .oder 
""^^ennker nicht: mitzusprechen verUngi^, denju obwohl für 
rfl&rl'''^Btec!tt*ibitÄt ' und Oxygenlicht unerklärte Räthsel »ein 



I 



^qSogM lä^' er sie dkuöiäh in' deii Händen Solcher; die ihre 



v]ijo^o©i^i^jWi. treten, aus unzugänglichen Tiefen die. Ideen 
^^^wdflfefiewufttöeinvhinv in' ununterbrochener Reihenfolge aus 



120 

dem materiellen Substrate hfervorwachsend. Oft Bpiringt'ttiiv> 
erwartet eine Aufklärung hervor, die wir ima didkit beföfaigt 
glaubten herbeizuführen, die aber iin Unbewufsten g^en-*-- 
w&rtig liegen mufste, im Unbewufeiten und unbewiifst, -wie 
stetfe efne grofse Menge von Vorstellufagen im Gedichtakrei»! 
schweben, ohne wahrgenommen zu werden, wenn i^fcb niolit^ 
die Aufmerksamkeit darauf richtet. Durch Gewohnheit folgt 
das Bewufstsein gerne 'einem ihm vertraut gewordenen G^-^ 
dankengang und schlieist, ohne es zu wollen, Vielleicht di^ 
wichtigsten Hilfsmittel aus, die nahe «ur ' Hand •' gelegen 
hätten. Für das vorschnelle und defshalb fehleii^al^e 
Söhlibfsen, das 'sidi auf eine nur kleine Anzähl von Facta^ 
statt auf die ganze Menge der zugäbglicfaen basirt, dient die 
zeit^eisö ünterhröchung des Bewufstseins iä der M^itatiön 
als'^Rectificat,' tiiid so kann 'auch in allen den von Frank als 
Sömniatiö definirteii Zustähden das Denken nicht 'nur förtr 
geheh, sonde'tb rerhältnifsmäfsig selbst vollkommener, als 
weim den Eingriffen des Selb^bewufstseihs ausgesetzt, sobald 
diebes liicht der Constitution gemäfs,- sindem nach des]^^ 
ttsdien Launen zu regieren liebt. In solch bewufstlosenf^ 
Zuständein vermag die Erinnerung viel 'weiter zu^ückz^^ 
greiftai^ als unter den bei offieneii Sinnen beständig erfolgenr 
deh Stöirungen, und dann überrascht die scheinbare Erweö^ 
btjng bisher' unbekannter FäbigkÄten, das Abgeben wisseih- 
schaftlicher Erklärungen, das Reden fremder Sprachen bei 
Individuen, denen ihre Bekannten solche Kenntnisse nicht 
zutrauten. 'Itnöffel erzählt von einem Bauer, der im Dfelirinlh 
zum Erstaunen seiner Umgebung griechisch zu sprechen** 

* Qtiod anima in se redacta atqoe ^oneftta, nee in conrpods Organa dif- 
iksn^ 'fiiab^ät th: yf f^ropria eissentlae 'siitae älfqaäm ]^rae*nötioneni rerum ftttti- 
imrnttt^' HUi '(<livinatio nativa) vere- optime^ceraitur in sonmiis ecstasibns, oon- 
-^Hiisr mdnjä, rttHus inter vigüandnai aü« com «orpue sanum sit ac validuoi 

*• Ün jour* eile se mit a chanter deö chanäoüs incohdrentes , doht I4s 
assistans hroftSent les päroles allemanded j probablement parcequ'ils n'y cotn- 
iÄ^didfeüt rifeA, 'bfenrerkt ICtmil (1864) voh feiflei' der vermemtlith BesesscoMn 
in Morzine. EHe voit ordinairemene un fant6me derant se» jcux, et anssitöt 
-tvots; ''diflbtes pMekt eh dUei des diables allen»nds ou pi^monttiis qui, pcir 
soh'entrebdse^'päklent ia'langne allemande ob piemontaise, du moins crait- 
eile ainsi. In Pern war foit einigen Jahren Alles für die Beziehungen z^v^ischen 



121 

BiBSsiff^''TtaA ^ 'crgal» sich' auf Nachforschongen, däis er iii 
^nk^JbkgänAi einigen griechitschen Stunden beigewohnt hatte, 
ik der I>6r^far^er * seinem Sohne gegeben. Exaltirte Ge* 
mftthskrttnke' seigren (nach Jessen) oft eine grofse Geläufig- 
keit) %&i Reidien und Versemachen , wie früher did Metnv 
Aitaiia fjdfi psjehisoh^ Krankheit aufgeführt wurden Die ver^ 
ind^ärt^ ^Stünmey ^it^d^r die Somnambulen reden, wird votk 
Beü^endeii 'aach bei den Beden der Begeisterten oder l^oif*-- 
ncisieir'üekhBrict. Ueber die blitzschnellen Erinnerungen' in 
derv'Q^odässtdikde -sind seit Aretäus manche Beispiele • ge^ 
gÄ«b»'' ••'•'"■ '*■'■■*' ' •' '■ '«"■■■ 

' ' "Der^'vo^ 'diem'^ unoocüpirten Gei^ aufsteigende ^G^danlrö 
wlclfit<:aus':^einbr- Tiefe hervor, bis wohin das Bewufstdeih 
ti£äift'<ii»fllckgteifen' kaüfn, und der Einfiuis, der hiöglicfaer^ 
^9^ 'auf «eine 'Entstellung jgeifcbt wäre, müTst^ doch-' isteis 
iAlfieiii''Midittnim besehränkt bleiben. ^ Tritt) >ntiir diesen vdt 
<fer 3eeiie(^teM^nde G^^anke als zweifbinde Friage^ auf y^^tno 
bleibte ^et'fiotsoheidnng dem Willen überliusen, ^di h. einer 
s^oii* sb 'Weit «iäi'' Denken gegliederten- Gedahkenreihe, ^dsife 
ivs> " vom ' üräpifntig foHleiteiide Kette des ZnsammbnbwüKge^ 
itt"^ ihren erstem» Aiisatzringcn "der Beobachtung /v^eriören.- gÄ^ 
gttnj^ti^ietjt'und "dadurch' das als Foigewirkung resultirende 
9aiitfdln''ia]fi''ff«i erscilieint-und mit Hecht als ein ^ solches <be*- 
^eötet nwferdfti4 darf. «Würde der in die Esi^ehz^^ :g«l- 

'■^iii_.iliiiL_>iil:^'^ '•[..'.!' ■■• J ■ . . . «1. ■>.'■ i ...... ' :';i*.»ir. 

rr <»;,r -.^--f^flirr .. /I '*\ ■ ••^'^ f. ■.■ ■[. \ .• ■■'■ . ■■y.^h'. '')';! 

^^Ac • p$ffimi9!(^en Voreeschiahte mit der chii:^e8ischen interessirt. £in Zweifel 

J^xinte darüber nicht hei*i:scneii, denn die Sprache war noch' so ähnlich, dafs 

^i^^MräfelGruäno-fejc'pöh cingcfi&rtcn Chinesen sich 'sogleich "mit ^crt'EiÄ- 

S'öborenen zu verständigen vermochten. Es dauerte eine ziemliche Weile, wie 

deBü-rFisdlBr^'iUftd der -^lehrten Aoademie, bis sieh< Einer < die Mühe gab, 

ieaiJt^BCtuniyri^«'i^Q'iJ^Qp£eimi^ solch üppigea Hypothesen be&ucbtetQ^ «in 

*«^dfiviren«j^.A'ns.^dQAvSchifiiß.lai)dcndie Chinesen waren in ein Wirthshauß g&- 

'^ciiteäi, -iiatten .8U Indiaaern geredet und hatten von diesen Erwiederuqg 

^^'liwdten. Spanier waren Zeugen gewesen, aber freilich nur Augenzeugen. 

"^l^rjCIl^ine«^- hatten eine Frage in. Chinesisch an die Peruaner gerichtet und 

^i^^se-ziii If^iniftukLob geantwortet^ dafs «io nicht veücständen, was,,ßie, n^einlien, 

'^^»•Cj-SlMWleyiftl^i.^^^^Qdcr Epkien, noch .Quec^oa verstand, war verwundert 

■^'**Wft. gcve^Us J*ni. aeine.^unQnsweiithe Mähr weiter, zu verbunden. , Während 

'^^y ^9p^QfQi^f^^,,ßQS«s^e;nhejit jn Morzine sollten die Teufel arabisch gc- 

^f|pWM>cl»f»jjMihWj wfiU,.C^iP .'n^^** ^^J'^iaerltt) die Kranken behaupteten, dafs es 

^*'eW«diiftej, Bijdi Kfieman4 da.;TN;ar^ darüber zu urthcilen. 



fcehren, ,^ensp' wie selbst i[Ün8tlieTie-''HypoUi'#öfi'"'wci^'ri Aift 

^«iqi^iB^fa ToAerrscfreoä Weräenj ^b»" V' Äef'VtiÄllHi^ 

,^ri|lie;.g^e^rten jFäffeung'erect'M Übtf W SÖtSei- 

^ter die . itereotvfi . gieictf(rtfgeii"lB'rageri'"a^'^''Äm^fditetf'In 

^pnMi^XBuproeeBBßQ ' Dediiigjteii,' oder Im B^giiiin ^^0dtSfäii^ 

huiidwtf^ £jeBett>eii, ,inägQetiscEie Sa<ibäte}iflU^^ü' 'flfrcbttlnäe 

j^joKlß^ (Lc8^,r8t9n8'm "den mit solches 1^^br}en''#äni4iiMä 

Kreisen an Tage bracLtfni. ' ' ' ' ' ' ' '' ' '"' - '•■'" 

' Wie Hcaiod vou den Miiseu. begeistert' wii'ct , fuft 'älfi 

Homer, als iu de» olympischen Wohniingeil" w'eilfcha, um 

BelebruQg an, und schreibt' die (jrophetisohe Gabe des Kalitiäfe 

dem Pb5bus Apo^o zii. Seiuen Körper mit dem Oott Kriah'lia, 

als Keehuvn Svamih erfülll fühlend, 'eiltlSn sich' dör'mab- 

rattifiche Dichter Keshuvii SvaniiTi für vcrnichtt^t. Wie' a6f 

Berg Athos die Nasenspitze betrachtet wird, sciiliefseo' die 

liidier die 9 Oefliiungen des Leibes, sich in die Betracfatilng 

jzi* Vieuttokenl bia^ßrabma wie «n fiKl^ VÄ^''3ie'Sfe^t'*"''^ttin. 
T¥r» ! ri.,T/i ii'.Ainrfif vi[i -./biua-iiiA iri''-i'iiti in ii'ibair/i^'ji'ia'/ ^3 

.' .^ Man 'ifi.egt6''aie"Än^okJa^en 'im''Äih' JairKiMdeh! 'MiAt'^U*' iii'*(i 
dnyidei„uiiJT 'idSgliC^t 4ngeB"Gef&fl^l'B"<!MEi»)^c(nen-i>^oAS«i>MJ«f{t^hi//b 

ginmlirte, nad so gleich in die nöthige Phraseologie einweihte, wenn sie ans 
den Spinnstabea nicht schon genug bekannt war. Die Tanzwath in Folge 
des Bisses der Ljtosa Tnruntulii wird znt.'sl von l'erulti emBhnt (1430). 

** Los pliüsirs (In Puriidiä elaient tlernels. lee elifiliruent» de Tenle^' nc 
l'iSt^pat l>Bi3, Le rouiialjle, aiiiis nvoii- tspit' ms (auitf i-"i tnil iIp f« iiHioii 
ijiDiit hahitor un imlitia iinmcnsi! tiL-punihi im niilii;u di:» iiirs: d'iiii il comtriäol- 
quait avcc ses [.nruns ut ami=, eiicüto vimnts Cin Titliilil. nie liinnamsch'ilt 
ISaA durchschiffen die Lüfte in Vininn o.ler l'iillibleii. ' '"-' '"'-''' 

, . "• Obwohl Spaldiög den Schwärm ikr eiTi'lrincciidcri viTH-hTti:ri"BTWßr 
als solche ' Vorstellungen erkannte, die sich olme sein Zuthiin aufdrifUgteÄ, 
w^r, die Seele doch ebensowenig Herr übsr di.-. W-rV 7. ■"■/.- .1.-- ^iprecHins 
(indem unf"rnili'"iie nmi ganz, itndcri: Wortif, iil? <\\- ■ ■"■ ■■' -T.'n), als 

de« 5chrcil;cns (1772), In dpu MoiiiciiiCii di^r !.. ■ ■ ■■ ■/ i.-t 'dir 

Geist nur mit der Siiclii: bcsi-liitfiift, "dftic er /um ■ . _■ ■ ■■ . - iCffili- 

donkens gemacht har. Her Denkende gcrälh liiii" i ^ 'iliiT^ftyis 

(Starrsucht) ühnüchen Zustand; er silit oder n^ln ■ ■ !i , oTi'tJe 

ein Oyied zu rübrtn oder eine Miene lu ver/i-lu-.. . ;liil; 'ö'flrf 

„l^b.^o^fiefein Munde. Er antwortet nicbl, nenn i„,.i, u.i. ..„..1.,, ,r sieht 
lOn^, hOrt nicht, wus um ihn vorjjehl, tr fühlt viellcitht -(i^jnr .■ictinniivliiiTlc 
Beriihrnogcn nicht, und en'iplindel keine klirpi'ilithcn T,ei'ii?ii odtr BcäiiVf- 
nim. Aach ans seinem BewnbticlD entichwinden aA<!'1i):'aaDke'tii' ti^'Vfaa 



Ja d?f,.k«iWt;lo^ep, (j'F^X*'«) P'vioatiqn* wird der Seher zur 
.,^^4icsp^ch6 des Eio^egeben^ gedrängt (agitari t)eo, x^- 
XSSJ^-ii;,^^^)), I^lu^rch erk{^ die B^g^teriing äer Orakä 
^s^fänp^'d^pp^teD Bewpgang, <!terea eine von 'Anr8en"iti 
der ßeple ige^^ifkti wirij,, wämetiil..die TanJere' söfioii VpAlör 
in,^de^,ß^el$ liegt. .Auc^ der Ekstase unct ^eo'l't'äliM^ii' IM. 
.der, ^Qatus.diTin^«^^ ^meinsainer Grnäabeer;ff. , IKäpB A'ftRfJp- 
niuE (bei Plutarcb) ist die weissagende Kraft, äia Aä^flAfe 
,det Dämooe KU betrachten, ^ " , ' "" 

.,,.. Um das Eine, das Erste und das Gute zu erreichen, 
flttiiis raan (iiaqh Plotiuos) der Mannigfaltigkeit der'GfeÖiullren 
Sfflx entsagen. Ai)t' dit^äem Puncte angeUugi, venftnt^t 'tfüm 
die Ma^inigfaltigbeit der Gedanken, weitete der Gfeist "tfch 
fl^Qgcben aus der Siniiliclikeit ihm zufttbrt. Au^' 'des* Gl6- 
.{jrai^ciie der Rede inuls man eicb gan^ en ts*;h lagen'." NftCh 
,P^^ngali ißt Jfiga die Schannng aller Bewegungen' äea 'ßfeff- 
li:iex>efWQli^t£S:^anadi<i. Gestalt eines Anschaueiis änaimtUt. 
Es verschwinden in diesem Zustande die öbri^n "Kfittel' (fer 
Erkenntnils, als Wahrnehmung, S c hl ulsfol gerungen und Ueber^ 
^eferupg, sowie Mifsverständnisse, Einbildungen und Schlaf 
iW<er I dvrek Ate vorgeacbriebeoeie M)t.tel di^ fi5(%ste Stufe 
'der Erken-ntnite erfttiegea bat, gewiont an Herrs^h^ Ql^e^ 



Elulh Ton Gci^ankcn hervor bnchl In flomsellien Angonblie* ersracht der 
DtukciidCBUsieiner Vriticl(;li<.U, ohaa sich ^u crinntm i\ae wUhrend derselben 
in ilim s oi-8ecan(.en sein niu),c, um! oiiiiB zu »ipaen, auf welche Woiie er bü 
<1 m g«fiin<1i,ncm Ris«l(«t<, f,aiimniLQ eei (Jieä<-ii') Der Wahnsinii des Hiina 
■jeboh'nrtihi-rgearlien (liei Leu! uitliirj Wj^nn an dim Atioiid wO er tttim 
Chnati Lfiicn iinj '•wrlveii ua liieriltPnl Eiih pldtilitli i(n einem lichtem 
LLi)it,eTi Sclitin umgebejj liililte (l'^lt.l * 

* IniJ^t in miimis ;iraefu,^ili j LNlnn'iOciis injefta iilqup incluaa diTiritOs 
t.n si evarsit Biriiif Im r np[>cllatur cum a ci rpore animus abstraCtuS fllvino 
Ui^tuittu coiiolftliir (Ctccru* hrc rero iiniiiiam animna hominis naturatiter 
divinat ni i cum lUi sululus e^t it \ni.uii<i ut, ci pinni, nihil «iE com LOtfarc 
f>it kunalhfhe i.' ■: / i Dmiialionsatt beiubl (na h Cicero) nicht SOWoW 
jiil oincm III jui'i un I imj iiUui dci rnm ah iiclmehr auf cincr obsonallö 6nä 
CLiijecliirn, numlidi dir \on der C. IthLit i^eg bonen Zeichen bo data dftr 
Mensch die gutttiche OSenUrun^ niiht inn itich iini unvermittelt (ondtatni 
vei'mitlelat gcnisBcr Signa lernchme die ^n > eohachten und zu deuted er^blu 
lijinoii hat [b Mc/ger) 



184 

nl^^f 'yt;ti^^^ii^>sit;bidib j^ede^i al^ ütfftbfaSHgigilvotil'tdc// 
Naitt^V ale^^ ähM^^» Ibt-^ sich M^einj ^%rfkJ^(tiaöh^id^miSä^hyit^ 
Sytot)^tt)r^'' iftiä^l^tig^d«» 6i6ist^^ mtttel^ tten fJisttefistdieidiin^l 

D^SSilfli ^teiJw«i«;^^dar»'«ie "fliegt 'iJi^iNa^tll^ lebtiidTim^ 
tmte^ dieöA'JWi^flsy>«öch ik ditT^ Köt^rfolfin rftat/^^enÜAS 
Kadf:i*öicteK>^iiii^(Ä Z4k^ölkV'*ao<^ ^wkwil W niühV^^fibiAai»^ 
JktM -iiix^d}^ kb^v^mM iim^^o^ d«6 iBat«riäleilf'!Leibesr;hdfl> 
&ift ^ ^ifd^i^kiloh <idie ^^ITlrätigkdt^ > /des ^;gei6tig^ti»ilifiiib>^«'^^^td(^ 

I 



_„^„. „ _ ^__ _ , ., li 

mtouxi t^fiflipiw^r ^%l:Adtfiildohti^e80dyctriqttes/):£na«lteveun^ieatui^ etxn$ 

progressive au paroxysme'' de la fureur. C'est dans ce moment qu'elles sont 
tourmeiit^es pär des illnsions et des hallncinations de tont genre, les per- 
•ilAlilW'jqai ^Oif eDl(KiiailAcftiaiq|eiitrrdQDphfs>moimiöne(|tdeiäietii^ igeni^Bna^y 

nmreei »SUenqiaJTcnoDnaitoeiK^'piiis^aeiiztfilEimisiai htvab ptLreut&ffStnaß-yojf&ub 
en enx qne des diables, elles se jettent sur eux poar les frappteryi^dßDsoitot 
Ma^ d^ «ftireapriettes :i^n0neQBt> toi rnidmhiie <de8,3dM^las'qtt'«UieS('AMit> dsuls 1e 
GorpSy .-ellesuroaifMiitiaaNltrejlbiisoseieiv.^^. -'lis^i-vr; i iu:,' -.^r.>:,<.< f .^ .-);:<| ^j 
Lorsque la crise d^bate par'jdeSiieoptiklsianfijSeiiiiyaeai^ lesimalftdearessea^ 
tenÄjADä ^pippiteitmi J^^gß^ti^jitd^afpi^mmt^fjü^M sü'ffofialaönjk. etx.atiläsitot 
une convulsion toniqne donne kßleüqcaiDiJi iioeIJBaMf)Mx;t4k^MiA^fi;xitt 



117 

noch jetzt leistet). So lange die Psychologie sich begnügte, 

dje ThatsacKen des Bewufstseins als fertig gegeben anzaneh- 

men und, mit ihrer Existenz befriedigt, die im Geiste vor- 

lithigeä Begriffe als der Erfahrung vorausgehend zu be- 

trachtep, so lange sie es nicht verstand, auf ihre Wurzel in 

der dunkeln Gründlage des Unbewufsten zurückzugehen^ um 

IBre genetische Entstehung aus primitiven Empfindungen und 

Wahrnehmungen, auf der Schwelle des Physischen und Psy- 

cbischeh zu belauschen, so lange mufsten jene sonderbaren 

Vorgänge, wie sie Reisende so vielfach von den Pjropheten 

Polynesiens oder Sibiriens erzählt hatten, den Schein eines 

ffilbunbegreiflichen bewahren, wenn man sie nicht gertidezu 

cihfäc!! f^r plumpe Betrügereien erklären wolUe; und 'nicht 

nur sprechen sich oft genug wissenschafbliche Beoh«u)hter 

^ ^zweifelhaft über das aus, was sie gesehen haben, nicht nur 

8ia4 fi^ommc Missionäre aus ihren Erfahrungen gerne ge- 

nci^t,'an das Thatsächliche satanischer Wirkungen »u iglau- 

^ |>ep, sondern selbst in Europa, selbst in unserem gerülunten 

Jahrhundert der Aliifklärung wiederholt ee sich beständig, 

dais von Schamanen und Mcdicinmännern längst benutzte und 

äfeenützj^e, oder wenigstens im Vergleich mit den ihrigen 

sdlneswegs verbesserte, Proceduren und Yerfaihrungsweisen 

^ aürs''i*Jeü^'als. miractila angestaunt und sogar in gelehrten 

'^ Äbtäiidluiigien kusf&hrlich erörtert werden, um die Realität 

* .Äagiscjher Kräfte im Menschen zu beweisen. Von Mesmer 

hi8,'5[otbe (iA unmittelbarem Anschlufs an die letzte Hexen- 

- VerDrenhuhg. zur Leb^nsz^it des Ersteren) hat die gegenwärtige 

*'6eneratipiii älleiü mehr Wunder in ununterbrochen wechseln- 

Taei* Sc^neriiö erlebt, als alle auf dem Erdball zerstreuten 

Naturvölker zusammengenommen, da diese weit sorgsamer 

m|t ihren PhantasiiBprodncten haushalten und sich an einem 

lassen. 



7^ .Wüiider für Jkiifrhund'erte und Jahrtausende genügen 

. Wei*"] mii dei^ Wlllensenergie des nach Westen wandernden 

ittälänei^s, der iii tÜatkräftiger Jugend vom Heimathsdorf aus- 

wg' ^n(i'äU gebückter Greis die Künde vona Ruheplatz der 

I sinkenden Sohne zurückbrachte, wer gleich ihm auf letzte 

j,^ 6riih(tb**zur^^ siöh zum Vorsatz nimmt, dier wird, 

,j^,w^a yaü^^'dfep' 'i^aüöaeV wüeder ernüchtert, 

jea^ä als /ein Wundei*'T)ckennen müssen, den Stein am Boden 






118 

4e»;.wir, th*w, jede«, g^orprocbone Woit^ yf^Ü^^^J^fi^hff^gWS' 

j[^^reMjkven:Bezi^UQgfal v^rschwiud^t jcjjagfg^p, j^i^s^j'^V'^^ 

nübei:;^im.Cwia4ztt3ftiWi^jW»bÄijge, und.wi^ der PJ^8ipA^?fi?S^^ 

^l^ffVecheeli, wie Sehen lund. logisches Pepfe^R^ .j^fk%^9;,§iqh 

auch jene geheimnifsYolIen Wahrsagungen und]^gich]is^Ql^f}g|^P* 

€ftnfech'>ttu(4 patörlidt a^s allgWiewen G^^t^je^ ,^.vqr/bedari 

es^f^su irinigei: VorJken^öM^iWJ • in der P^ j^holpgie^ ^?^^h ^\^M^' 

intlipg unsereir Culturjei^uftgfn^äc^ften e^p. Jpder ,l^t^/Bn,jS,9^tf, 

ÄböörrJeidcMTni^ gefade rdi^ft^ ejßpiejötarrtte .Gei|1^9>)|fi^^€»S9jj^ 

.ifOfle? ftll#n!:ihi?eü; Soh^ester^ die iv»rnaßl|lij»sigti^ei,g€;bj^^p. 

, i T »8 j ' , In (Teiäep . :^o&en > Meng^ ^ .^onsti , < ebjrliqhi , ■ gemfiint:er ^ j J^- 

rt&älÄto^fWiiliegtl difer-^ rW^. ^cwi^df.„^a#f,j^e 

jJ^^^ttTgöfinel-kflaÄ m^cUty indepi. Jen^^^d i^^^ eii^e^iljq|lc|]^ef - 

m^^^iü^ rf^^ei-Alie%tgQra<le|^^;.«»,,seh^i;t^ m^, ..l^r^^^^^s^iijjgi 
4ear»i3;Äum «bigt^i^/od^ri^df^ftr/Damißii .\)^^.JPii;^^wg«>,u5iijji§yi 

flddWhT äiei feie. yHjjjfher götFäut^ti- fc^te^.^ Hi^r i^t cj^ j^, n^gjj- 
-feljJendea^JSl&bMn^f .>d^^^ e^^ti.di^i^jif^j^QhftM vgl^st^^. ^p^fi 

ani^i^J^llßftrfet,i(M>> l?(o,Qi.(^rgpxiWftBt^F. M9?i 

jfeaaßäaeiit uAhisrti^tigfen. ..Ca^3al7^^fyaIöm€wbWi^:Mw^#t^ ,^^ 
BSs^^ ibemai^fen » nl>ei? ^gFoIfee? -Hfi^lfi^^d^i^t,; äf^^r^ p?!Sr§t| Ifl^flJfte 
jdftätrFeifter; befjyyegfceoi .waU, Aw^nn.dißi- För^t ^ip^..^^He..,^ 
d»fr^ i geWiöt i^Uabi fißteicb ,?5 u \*cü|g>iii4^r?i.3«iii^Ä^gjli ^ #1^^ l^r ^ijt^li 
-«(ei|ie>ßieg«n^^rti Alle,hdlefe)lii^,,.©ie ,gai^^ QF(lig^lp.y^^3^ng 
^nlJSatut-vQlfeJer, Jbs^ d(^fl;etii.Än.$ja^ijif^? 9iDga^j^n,.ß^ ,4l;jp 
^ iA«if1rältig^d«a,Elödrüqk0idePi iAiiP<te$^^ B(i^JiW5iRati,9j)L^,ijiflfl 
TÖWsiooen; *eiä^biaIftbe*^föt^l)Sfpb^ank;ep^/ z^ja^bjei^ ,3jfpji^^ 
"nrnritTiTn "•:::;*..;].■. /-/I - ih ,\\) .'j'v.»''i:'/^, n-^Un^^Anr^/i'v:)':' •? »b m» 

tuti^i^ Physiologen weder- minder, noch mehr geheimnifsvoU, als alle änderen, 
b^erkt Bernard. der den L^bensmecnanismus den nicht vitalen Mednaniäraen 
'gifeclistfeiftvliiderii böi'je nur dife'^ön^'ihiiifn eln|>rangttlen ^'knd feWeugtfefttiM^cn 
•üän kii^dMicl^ ifiid'-zur K!atit(li^dbii«igi-bvingishj-iiN£ttkf Cliliams secfbisirAdd^ 

^^eipat^rkÄsefe^ ;9tel^i;^^ie^ijQpQ^A^^^ o^er^we^u^cf passender 

Secretionsorgane zu geneigter Verfügung. When a definite act of \vitl i^ tnc 
resiütL of a certain.,reflectioij. it represents physicälly an'av4ilaMfe''6r IfWi-fifed 
'fefde'conöeqü'etit^'oh tKe !s6r&Afakttt>6b'of tei^lf^ fi^imiwi^f^^^ ot 

^^ßs =^ Ndlhfet^ Wts bt^grcnip» df ebU&ittfitbaii thef 6ortieftl]£i,7)Bi3s töf ^jhfimi' 
sphcres (s. Maudsle}'). 



>g&^tÜt,'^ai«'!Ätfg^'A iiUilergest^la^eii, und. weHo' er ai^f t%- 

^jfti^ut^''ä^^Sbt;' Äp "beginnt "er gewöhnlicbr'in eÄnem tiefen 

^^tta*'*M'ättayrtfeil Ton 'd*r--^;mme, der aliiHfihlig zu 8«ijl|r 

jc^atOrliohen HShe steigt oder über dkäelbe. Allee, fvras er 

-^^B^'}' ^tftlt' Offeiibirüng, 'und als Gott redet.er ip.^daf 

^^raUttHFätyoti.''' Kffireileit aber bekommt Seine Physiognomie 

ä^sevtiri-'W38^^i"Belii'Aage blitzt und sein E5r|)er ht iu E^ 

^s^!^fatt^i^tig''Bkhn'D'r(uigi^ des ionem CrefUbls. ^n. I^ttaro 

^^iSht^Mk äaHh 'Ü^e'Giieäer, der' Schweift brichi «i dicfe«» 

^■"ro|lfeii an der Stini hervor, seine Lip]teii werdcu HQhifSfX 

K-:*nd zncktn cCinTiilsivisch. Eudlieh ergielst sich eia StrjOfli 

^^ OT« Tbräiien aus seinen Äugen, seine Brußt wird von a^^ 

fci ^fecheai Drange gehoben, und die Worte, die er sagen pi^ 

ä^ttiainm'elt er. Üat ihn, mit alhnähÜger Abnahme der S/iRpf- 

tzr^mc', -die 'Exahalion verlassen, so ist er einige Zeit uhg^ 

^* paunt'iradriinimt dami einen neben ihm liegenden Streife: 

L^fciblbeüf ihn Uthherwendend und aufmerksam bctrüchtend. ^r 

*-*irfi; di'6 Blitke auf die Zuschauer zur linken 8eite, dapp 

*i ^W ied^r'iiiuf deii Kolben, hebt mit gleichem Ernst die Aug^ 

^^ Snpor^' Bchlilgt sie abennals nieder und wiederholt die^sß 

^E-3in8tieron auf die Keule oder die Umgebung, Endlieh q^-j 

fcmebt er die Keule und schlägt »ach einer Pause den Pfoste^j 

'■^^iÖfmif ihrt der Gott sogleich ganz verlälst. , . _ 

I / Der Ausdruck sunchii^u (Durchdringung oder Eintt^t) 

~^srir.d auf jede Art von Besessenheit, gut oder höse, ang^. 

■Vvandt,. Der Ausdruck uvusnr.u .besitzt auch aligemeine ytriv 

"Sendung, wird aber in der .Praxis gewöhnlich auf den Afi-i 

tiauch einer Gottheit beschränkt oder auf den Agatho-DäOBHW 

tlVs Wort bezeichnet das Passende iu Ort, Geltgenfeeh tintt 

Zeit, Der am gewühnlichsteu für goltÜche , Besitzung -^Wi^ 

wandte Ausdruck ist Wuren..- Dasi.xiiaäotiliqiBC^e' SubstMitiv- 



coibidered aa do langer bis owd, bat tboee of the deit;, wh<)^,h»4|«iiter«d 

iota Uft>~-"tli«l'*Dl<;e fa nninMurat, th^ face pale, tho breathin^ dejir^jfae^. 
_(pMBJ*taäl*'-ft)ia Wars) tilllJie Symptoms ' gradiiallj diMppear, .j Ti^B.pri^f 
looln (WOKS'WiA -11' VacitaV nare, Aiiit aa' tfie god eays; "I. äeparT, .anRO))ii^f 
luil9«MiW aett^dM''b7'TioreiltIy Atn^n^ hifDself.down or suädeiilf'^j^kiqg, 
tlM''gMil8a''W)fh a'feTut) (WillWmeJ.' ■■■■■: 



120 

dem materiellen Substrate hfervorwachsend. Oft BfMfiögt'iiii^ 
erwartet eine Aufklärung hervor, die wir unä ifidfcit Ifefehigt 
glaubten herbeizuführen, die aber im Unbewufsten g^gen-*^ 
w&ttig liegen mufste, im Unbewufsten und unbewufst, 'wie- 
stets efne grofse Menge von Vorstellufagen im Gesichtskreis 
schweben, ohne wahrgenommen zu werden, wenn sifcii nicht 
die Aufmerksamkeit darauf richtet. Durch Gewohnheit folgt 
das Bewufstsein gerne 'einem ihm vertraut gewordenen G^^ 
dankengang und schlieist, ohne es zu wollen. Vielleicht diu 
wichtigsten Hilfsmittel aus , die nahe «ur • Hand i gelegen 
hätteJQ. Für das vorschnelle und defshalb fehlerhafte 
Söhliefsen, das sidi auf eine nur kleine Anzahl von Facta^ 
si^att auf dSe ganze Menge der zugähglicfaen baisirt, dient die 
zeiti/veisö ünterbröchung des Bewuistseins it der Meditation 
als^Rectiftcat,* törd so kann 'auch in allen den von Frank ak 
ßömniatiö definirteii Zuständen das Denken nicht* 'nur förtr 
geheii^ sondern Terhältnifsmäfsig selbst voUkommetner, ab 
Wcäon den Eingriffen des Selb^bewufstseifas ainsgesetzt, sobald 
diebes liicht der Constitution gemäfs,' sindem nach desj^ 
tischen Launen zu regieren Bebt. In solch bewufstlosenf 
Züständefn vermag die Erinnerung viel 'weiter zurückzu^ 
gTeifeA^ als unteif den bei oflfeneii Sinnen beständig erfolgen.-- 
defa Stöhmgen, und dann überrascht die scheinbare; ErwelS^ 
bnng bisher • unbekannter FäbigkSten, das Abgeben 'wi^eih- 
schaftlicher Erklärungen, das Reden fremder Sprachen bei 
Individuen, denen ihre Bekannten solche Kenntnisse nicht 
zutrauten. 'Itnöffel erzählt von einem Baiieh der im D'felfriiilh 
zuni Erstaunen seiner Umgebung griechistch zu sprechen** 

* Qtiod anima m se redacta atqoe ^ollecta, tteö in corporis Organa dif- 

iksiij^ab^ät ^ Vf t^t^opriä elss^tfae 'diitae alfqaäm ]^rae*nötioneiii reruis .fiftb- 
tTttrnttt)' yiüä '(<livinatio nativa) vero> optam<e 'cemituriti somniis ecstasibnsy loon- 
'^iiiisr'iiidiijb, yttHtis ittter vigüftDdfial aüU cam «orpu« sanum sit «c validuait 
J&i.Bftöo)» 

*• Ün joür* eile se mit a chanter äeö chanäofls incoh^rentes , doht Us 
ässifitatts croj^ient le» pjiröies' allemandedj probableinent patcequ^ils ii*y coth- 
iÄ'^dfeüt rifeA, 'bfelnferkt ICtiliil (I8fe4) voh^ider dfer vifermeiötlich BegtssenMii 
in Itorzine. EHe voit ordinairement un fantöme devaöt sc9 yeux, et a»Ägit6t 
ipoier ^diflbtes ptiüent eh dte; des diablös allemands &n pi^montais qui, pnr 
son^entretidse^,'{HUrleiit ia'l^ngae aUemande -ob piemontaise, du moins cropt- 
eile ainsi. In Peru war tbit einigen Jahren Alles für die Beziehungen zwischen 



121 

aaing:;^"tiild ^ 'crgaib sich- auf Nachforschongen, däis er iii 
seui^ Jhgdbodi einigen griechiBchen Stunden beigewöhnt hatte, 
die iier Skktptarier ' seinem Sohne gegeben. Exaltirte 6e^ 
iBftthskrtake'sieigien (nach Jessen) oft eine grofse Geläufig- 
teüi/Siti) Reidien'und Versemachen, wie früher die Metnv 
mhtiia dds ps^fefaisobci Krankheit aufgeführt wurde j Die ver^ 
i&d^rti^ 'Stümne^ toit<der die Somnambulen reden, wird votk 
B8Üeitdeii>'aoch bei den Beden der Begeisterten oder l^df*-- 
n^iefe^'üebfierict. Ueber die blitzschnellen Erinnerungen; id 
deti'QPodäflStdide^eind- seit Aretäus manchä Beispiele^' ge^ 

''^ '' Der^'voi"'d«iii' unoociipirten Geiät aufsteigeiide tGtedaülrö 
wftck6t'*äu8"einbr)Tieil& hervor, bis wohin das Be^^fet^eäi 
ili(^*'iiWl(ckgtei£en- kazTB', und dek? Einflufs^der hiöglidier^ 
^9^ 'auf seine 7 Entstehung jgeftbt wäre, müfst^ doch? 'isteis 
mfieiU'fMiikitttiim besehränkt bleiben. ^ Tritt inuü dieser :vdir 
&r de^i stehende 'Gh^danke ials zweifbinde Frage "i auf yi^tno 
hhihi^ dSie^'fiiitsoh^dnng dem Willeb ilberliussen, -dj h. einer 
9Ami' sb weit aitv' Denken gegliederten* -Gedaükenreihe, )dsife 
di&^vöm ' üripifntig foHleitefodie Kette des ZnsammbnhMli^eS 
itt>41u*en' erstein'Aiisatzrhigcn «der Beobachtung verloren; -^g^ 
gttQj^ti n^{i'UBid"daduFcb' das als Foi^wirkung c^ukirend^ 
SaiaÄdlii' ÄÜ^ffrefr' ersitiheiiit und mit.iBecht als ein r solches bie*- 
^*a^t»t fiwferdfti4 darf. «Würde der im .;die lExifeteh» :g«l- 

^jJMMwUohejQ Vorj^^ mit der chii^esischen interes«^t. Ein Zweifel 

^^nte darüber nicht' hemcnen, denn die Sprache war noch 'so sClinlfcfe, däfs 

*^'^^ m'^äätt-' 'öuäno-fixpöh 'eirfgcft&rtien Chinesen sitih 'sogleich ■ mit Äcn ' Btii- 

^borenen zu verständigen vermochten. Es dauerte eine ziemliche Weile, wie 

'^ dfi]ni7Fis<ilBrw|ii]b6 dier '^Ißhrien Aoft^emie« bia sieh. Einer, die I4übe gab, 

'^^^e8)iSVu^uniyri^«'4iQ-iJ^Qp£Q;mi^ «okh üppigen Hypothesen be&rucbt^tQ« zu 

"**ifi9ireiUi;,A.uSr,d«a»vScbiflfe.Xaödende Clxinesen waren in ein Wirthsliaufl ge- 

'^^■%eBv Juattm .8U .ladia«0rn geredet und hatten von diesen Erwiederpqg 

®''H^lten. Spanier waren Zeugen gewesen, aber freilich nur Augcnzefsgon. 

^^^.qj^inesep hatten. eine Frage in. Chinesisch an die Peruaner geachtet und 

^^Qb«vlii li^ff^iHMaifLQb geoqfa^ro^tet,, dafs «io nicht veücständen, was.^^e, meinjien, 

rSpwieyjftbWii^^.'w^^er Epkien, nocfc Queq^ii^ verstand, w^r v^rwun^eft 

^<W. 8*«ß\Uj, ma. ^ii^Ci. ^unpnswerthje Mähr weiter . zu verbünden. , Während 

,^pidQp)ji^fib«A.iPQ^s^^];i^t ,p.n Morzine Rollten die Teufel arabisch gc- 

^''^^Joclif^jjMihjp, w£|Uj;CwP. /n?^^ *''^'"'^'^^^^ die Kranken behaupteten, daCs. es 

'«*t^8chiÄ8iu»Ä4,5fic>.WiMi^y^a.iiv;ar, darüber zu urtheilen. 



114 

Dieses wallt bei guten Geistern lang und zart hinab, bei 
verwünschten ist es struppig und verworren. Nach Schwei- 
zerischem Glauben flechten die Hauszwerge den Rossen im 
Stall Mähne und Schwanz, während d^r Hauskobold selbst 
den Kühen das Haar verfilzt (s. Rochholz). Die Schweden 
belebten das Bjäran genannte Zauberwesen, das Milch und 
Butter zutrug, durch drei Blutstropfen. Die Finninnen 
kri6lk d^ bäiMih-PaVr^er^itfilcb^ünd'Kä^ alii ^ 

Lappen (Lencqvist), wievdie. H^xen'^filr Milchmelken und 
die Siamesen ihren Phuk Phajon. Wird der Schwamm 
(Param vaita oder Bjära-Mutter) gepeitscht (mit Theer, Salz 
und Schwefel gekocht), so bittet die Besitzerin für ihren 
Dämon (nach Ganander). Fenne war gleichbedeutend mit 
Hexenmeister, und bedurfte man in Stockholm Hülfe aus der 
Hölle, so wendete, m^n sich (1333) .an eine ünnläqdis^li^ 
Magdy; wogegen die, ffinneiäi wieder jdrie.Liappen ftirweitfüÄ^^^o- 
Jögl^W^r 4iiel*i^p (^« Bübs), ! Der. JRobii^. gDod, f0llow wolmt. hv?^ 
Engla^^ ui^^f r . 4cii /Thüf;fch welle; (und aHS . Achtung ,yoi|- ihi^i 
od^p ejnefa. ähöjJi^Jlb^e^.JQjbold i^^^^ man, ]bei vielein .A^öjk^awißp 
Acl^t b^^xfao^tfRigbt #ujf:4ie8^1b<efti. zu trßti$a,,8on{iera.Hd^ 
w^g?«tpt^gWk Piel ?w^gji«c<^en Ni|igtuijar.4uf den.jFarqfjff^ 
in8.^|a[|qf(er^ ^teii^ft^i?b?-ingend^ (^eißt^r ,Äiit einfemrotö^ia 

Lakii}fi^. ^fe (fem ?Kmfr sor«€{ßteUfc .-"V^rdeö; r4)es Nac^^ m^j^ 

rubig^^ Eferdö.jftiarJ|l^gep, öf5i]|aum%;,gefu^ ih^^)e^i:^,^ 

(in. [ Jlawpflbf^ii^^j T^ie . iElb^pi: , :gerftte#^ (uswjh . MiaJtos^>f nL 
Swwte5«li*?s nV^if§^8 i{PjferAijÄuf:,R^gep)' wutde (na^ Oft^fö - 

lic^i^pJKftWfßl) te>thij^r.W| 8ebwit^en^r;g€|fMän.;,cI^WXx 
de8,,friE9pßeltrSa,i?a}?ulfl§ .,{,^0^ ^ptay^08;.4^. SPirkul^,^\^^«^bRtfej>> 
dur.qlpsgl^eif|^p}^fl.^ ^u|; d«n,4<j^i».gi^biraehtei>.^^^ 
Wftlf|Wnlffi4 ^ejg^ei^^^ri^tern .a|i^,W!ö!d^ ni^dÄrgöMaffißktftqir 
Wi|Af>l^ ((^fe^^)^ fiftlSii wUßT. Jf^etf r .Am i^jep^^mtkMn' 

bui^ftn5^;^ai?wt -M a^f^^RW jIil^äl^fS^t<iQViet,{(fe 

ttMi ii\\i Alc'^'i tt n'.T.'iJoi ii:'-' .'; ii;. .Ii<| II— 'i)5fi u\ ff.utra 
n-.ln'.'nior.'jrni »«i iif»i[:>^.aMinrii/ -/C i kL W'^lA'Aili'it'^n^r.r.b ifjjj j_. 



> ■ 



141 

«^'>iii'Mli^lkilM6«0tt' Fällen tdllig*' geheut. ^Bei der Wutb ist 
dttdr Gelebt 'tg^fUrbt oder seht* bbichy« immer ceaFidaiyiscbi. 
m»Av^4^im^t^n^j ädf Blix)k bös«^ die Stimme, stark^. der 
Ik^^^StäA&äip^T'^zeKo^ beinregt.« < Auf 

9^^Wm/^M^ fi^tä M«ttt^it, HmfäUjgkeit der Kräfte.'' 
Nacb Esquirol verschlimmerte die Wuth nicht nur nicht diQ 
P!%iiöif^(f]^'MiBttyi&c» ^tmd Motiormahiaci),' sondern lä&t selbst 
lägbi^^H^^ffiMt^M^ür* H^ sm* ' ßie naoh de&.Muthad 

Btik^'d'i^'^brkcbteii Kranketi in^rdett igcrwöhnUch' 8choa<da^ 
A^fd^'^i^^^s d^' Bhuktü > oder ^er seiner >Sohüler . sicdb 
i&^ileÄ'^^^^imjAü4t- d^ 'Wat^^ ters^tKt und io^ hemscbem/' Ton 
^ertiti%/1le^^Dä£Mhi3 >rerkngt. Genügt dieis: indefs niehi^ 
s^^llftäl9>4i€^lI&Ani^ d^lb^ de^ Einflulb deä Warea unterr 

' Wenn aier^ 'i'eufei^ yiircäi äeii ÜVtutid dö's Beö^serieta 
SDncbt. so pedient er sicn dessen Zunge, Zähne und Lun- 
gen •*, wie sonst seiner anderen (xUeder. Äücb' ktis Thifet^ 



sttan pmsse parier par les parties honteuses dtme femine. 

i^Grecren ist dieser. Tgrand luge au L/omte de Bourgomle der 

nsicbt. cuae c^lulrüui est accuse de sorcelerie fie seit läniaiö 

*»■* ••■/j^. l.» .»■! »,-414/ 

"Qtf 4e iiUäW^mtrit i^itWe ÜE^Iathl (15^).' T^entt^fU 'J^iniif: se ttaum 
'^^:üA€d44'^^i> /)^ a2A({l^ ' ept^- ^ ätoir ttUngilv xine ^toviine et atymoro^tt, !dd 
i:3eNif xkj>& ^ibUikntatiQf^i^-irii soppiet, ■. ^n s^^^ j^P^^^ env^ya troi^ , <?€nrons. ap 
^^^.jä^^Cfi^ff^f^ |!^fets J^^.i':au,1554: les jqif? :de Rom^ rencUrent ouatre^ 
^^ngt UiBt filles qn^. femmes poss^d^es du diable.^ iBt en Vän 1552 les Keli- 
(Qses^ da toonastere de Kemdrop en fute&l a'aösr'tourmeutee^ aiaisti'gge&tidfi 

i^KMüliiJäi^lit^i^^idl^liiMff;^ itttelMagdeleihe^idgi^ &e vibgtdei::? ^mtw eiwitoQi 
^%^jQ£ni|^bk9ti9PTN[IlQ[^.'4K>ißii^e fla- Goc]tM]#ne>. eaf-^AÜla avs^ >a ..i|ne Marie. 
d^«]{Q|)^ ^tfi[i|^t .d^d^s des n<>i^;qae les posse^^z mangerent (Boguet) 



-VÄ03. Von • Eii^em , .- ..der ^ unter ^ .dem Essen eines Apfels besessen wurde, 
'B^lTiSti FMTef. Paipei)'rae Vdsirictae Tiden tnr prb^iitim ob'sÖWiöni8*'siigtfnii4 



US 

d'ü re^ tetnoitidre itodtee dontre luyr 'im 'MtlriMtratel wird 
das Helkehen diüdureh ew^t^kt^ dafg-der Lebrer 'sdnAifi^aBiA 
Mf dA^ Hb^ 4ed Schalet^ legt.** In den' Pttt^Ätiib tieiklüeki 
ä^r S^het* künftige EFef^niese dnrch die Ghodi^^der^nyanb- 
dri^htih; Die-» besonders von hyst^äriefcheÄ-oder «pSteptisöhen 
Bitern geboreiien»' Madchen' lymphatisohen iind' tiearvAseii 
Temperamente^/ die lS57><;ommttbYdi'en söllt^^fQhttdhi'^kli 
von verschiedenen Schmerzen e)rgriffen undbegandencHoade, 
Katzen , scb^urze *** MftMer m, sfebeü , - bis mä > ^ dana ^kton 
Teufeln besessen * ge^ubt wurden ■ (zu Mo^zia^ • lü* • Obdh 
S£hpk)y^)>, 'da der jtmge 'Abt -sie dafbi^ et»klärt^i[i->4Je^'rfiidr 
dei'selbe indefe exoreüsirte , «desto* ^äu%er ^ li'iardeni : >dise* > iBe- 
seiäsenen^ und bald schi^icfb mati auch Atles, was^fhierbn^^ «dk 
selbst Pflanzen zusticfs, Zaubeirerüzu. Ain^öohs^ üjrisde 
die Aufk*egung der Besessenen, als 1864 der- Bischof ^nadi 
Mortiäe kam und religiöse Ceremc>niön in 'der Kirctie'dbhidt, 
dagegen trat (nach Kuhn) Besserung ein, al^ da^s MueiUcerpe 
des nach dem Dorfe verlegten EegimentB^alläbendücii Stftcke 
spielte und der Officier seinfe Leute in vielfechelto^Sing«p 
anhielt und auf ändere Erheiterungen beda^bt war^(Bti deiun 
auch sonst die Komödien' gezogen* worden). ■•' ' ' '»>'?. il 

— ^________— _ i •■'»*•••.< I 

■ ■>• ''" ' "ff*" 

* Wben the pow/ers o£ th« Xfttlmyam , are ^nmhili^^^ .. Ute jpacpb^^rji m- 
dually being dried -np hj_ the fire o/ Gnanam, a flood»of heavenl^ jpy, 'ai if 
the flood of Brahma had sprung from a small foüntain,, will burst Yörth'Ve- 
yoiid their powei- to tetaih it, ifke a riVer, orerflöWihg its'baiik* ilndrWffl 41r!p 
frotti Üie haira (pores) of th^'body, ää vmttrf mkh ^ih^ fü^et^' fMiW Jt^-^ff^ 
find th«ir whole« body witl be like)the:hedge^og»Ub«it>h4iT:9taiii^iijigjB{atj)^- 
^w^y ^ith, Jiply iqy ^d.whüe teaw oijj^y gpsfi fr«fl J;ji^.^ye^^ke||<H)d8 
from the water-coarses , they can only stammer. Thus while all Üieir mem- 
bers stand in the form of love, they bathe in the floods of heayenly j«y 
(Poisington ijach der Siv»-Pii;a;ka^l^)^ ,. . ■...., i .. . . * 

;** IJn jour, une,.fem9>e ooa^aisait un, porc, qiji wiv.^^iiUißqiif, /[ffj^* 
4e pa«8er; dle.lai^se 1^ «pn cochoa .et vn, «h«^•f^c»^ Ä^, ^'al^^^.; c^lqjij^ij i^J^ip- 
pr«s9e ^'exorcis^r Jk porC;9t djentoarer /de &^ 4l^-|e^ieQard(|.])'a9^^^f,4ai 
jsm^^ miMitöt .et pawe iQr.EWti fiiMW:,4ifßo»|t4^;,.,B^,.^o4ifB.4pf:v^ 
Pfarrers die Beset^ßnbeitcwi^.zui^vtum^nr. .fchjjöktev/fl^r JJ^ipjjs^er.jdes .I|^f«T[|j^j^ 
April i86l de» Arzt C<m«t<kn8;nach MotzHic.r. ^ ,, ,.„ ,,, .. . .■ , 

'*^ Cacodaemones saepissime apparent TestibiiB i^grii et siocxd !ir«p^x**^99'^ 
Dei Tttpio fiehemate ac-fonna^ 'moäo fekhi^y^moda c^tuo-'i Mtkßdtii leoAitf',* modo 
terpentis eto., libeDtisaiiae aateni» äomiaiB (Hetickca>il68^v . i^ijiiir/ <iidi ai 



117 

noch jetzt leistet). So lauge die Psychologie sich begnügte, 

dje ^aisacD^en des Bewufstseins als fertig gegeben anznneh- 

men und, mit ihrer "Existenz befriedigt, die im Geiste vor- 

räthfgea Begriffe als der Erfahrung vorausgehend zu: be* 

trachtepi , 30 lange sie es nicht verstand, auf ihre Wurzel in 

(1er dunkeln GiKindlage des Unbewufsten zurückzugehen^ um 

^^'hre genetische ^Entstehung aus primitiven Empfindungen und 

"Wahrnehmungen auf der Schwelle des PhTsiscben und Psy- 

<^hischeh zu belauschen, so lange mufsten jene sonderbaren 

Vorgänge, wie sie Reisende so vielfach von den PiDpheten 

folynesiejDS-^der Sibiriens erzählt hatten, den Schein eines 

Hafbuubcgreiflichen bewahren, wenn man sie nicht gorüdezu 

ö]hfäc!i för plumpe Betrügereien erklären wollte; undiniobt 

iiur ; , sprechen sich oft genug wissenschaftliche iBeohacbter 

Zweifelhaft über das aus, was sie gesehen haben, nicht nur 

: ^io4 fromme Missionäre aus ihren Erfahrungen gerne ge- 

ticigt, ian d^s Thatsächliche satanischer Wirkungen :^u tgUu- 

pep, i^ohdefn' selbst in Europa, selbst in unserem gerühmten 

JfaHrhunÜ'ert ';der Aufklärung wiederholt es siob beständig, 

dals ypn Schamanen und Mcdicinmännern längst benutzte und 

- ^^geniitz^', öä^r wenigstens im Vergleich mit den ihrigen 

. Ikemeswegs verbesserte , Proceduren und Yerfahrungs weißen 

^ Qür S "Neüiä* als. miracüla angestaunt und sogar in gelehrten 

^bhändliingen äiiisf&hrlich erörtert werden, um die ßealität 

. I iftäg|ischer Kräfte im Menschen zu beweisen. Von Mosmer 

tjis,Söine (iA' unmittelbarem Anschlufs an die letzte Hexen- 

"verDreEihubg zur Lebenszeit des Ersteren) hat die gegenwärtige 

Genejratiön alleiti ihehr Wunder iii ununterbrochen w^eehseln- 

f uei* Sc^nerie erlebt, als alle auf dem Erdball zerstreuten 

Wat]nr Völker zusammengenommen, da diese weit sorgsamer 




. 'Jfnä&tnSfs,' der iil thatkräftiger Jugend vom Heimathsdorf aus- 
zog ^phd'älß geoückter Greis die Kunde vom Ruheplatz, der 
sinlLehden Sönnö zurückbrachte, Wer gleieh ihm auf letzte 
" 6rin(J^" zuru6kzugehön tidh zöiä Vorsatz nimmt,; näer wird, 
j^ iwenn !aü^^''dem* 'ijauöaer 'd^s- Absoluten trifeder ernüchtert, 
lea'es' als /ein Wundei* 'bekennen' müssen, den Stein am Boden 



118 
4«^. wir, tkva, jodeÄ.ge^procboi^erWQrt^ )^ß^^^l^^^bm^gWS' 

4%)ff^^ch8«t, .wie, Seheaiu^4 .logisches Pepk«^ ,j^fk%^»;T§iqh 
auch jene geheimnifs vollen Wahrsagungen und^^gich]W[Q^f}gl^P* 
qinfecb,«Bd.?Äatö^icb m^ ^IgW^eiaen G^ipt^jeft. ,jNuy/bedarf 
€!Si4^9u rtnig^jVorfceBiptw^- iö der. P^j^holjC^gie-i ^j 2Uf, ^jgji^- 

Iflftjg .«naerei? CultW8Cfuflg^i;iscb^eu ,e^f^; Jßd^r .^t?:^n,j§,9l^tf, 

.fl(b*(iki^nirt^ gejrade.rdicfft^.elieffie^^tv^e .Crßig^?^^ 
)lft>flK^}flU#»nihifeüi ßolwr«»terja die iv»mai3l|l?»sigtgitß,(g^uM^^i. 

,ij>8V,in (i^irteF.r^of^eqvMeng^t.gc^sti.i^^HQbT;.^ 
•ra&8fetft»gfWJn JiegtL difeftSelbötW^^ph^flg rzx^.^i:m^n< ^f,;^^' 
.iJeS[ftenj^tjft»€*kflwÄ ^Pö^cfcV andejft, Jfenj^4. f^W ^i¥^tf^i?^sipi^?f " 
, fe^gfegnvfet 'totemt ^«etf M ^I#*N-^ { f^Wift '.ferb fiipe^^ 

fldd«ft,i')äieifeie,yf<i>ji*er g0t?äu<]^tofc§*^9>4 Bic^r»4^t,.^,j^j^,n^fi|(- 
;-frigend«a:dEr&hMngi*.^,^^^ ev^t',;di^nJ?i>j1öQhaM vgi^st^f ,j.^p 

BSsdl^ ibemedf feil ,^1)^r ;©PQ|b0 ;H0V<6^^.4^Qkt3 ; äJ^r^ iS'qr^tf kpfju^e 

>M'^igeWjähpUQbiö0i'Wcbs^u Mcaiiöifl4^rp,,Ä^ 

-mmäjß^gßmtMt' AJle , bel^jl^i^ ^ . #!§ ,gaq?^ Q^i§t^fy|^f^3^ng 

dbfflWfttiifvtölfeJer,^: dweaiin^ rpa^il^^T PiDga,b?ij^n^ 4ift,,i4]yfu 

.* 




tarf^^ernysioiogen •weder- minder^ «ocn ipehr ge^eimnusvoii, als aiie^ anaer^n, 

bemerkt B^mar^. der den li^Densmecliänismus Jen nicht vitalen M'edianliiy^Ti 

^glfeclis&Wlii<ifem b^i'de niir'^fe'4*n-ihbJn 6iri|>fangfenen and •6i'iSeugtfetti|d¥eti 

i06ldrnfGdlt«ftn,rfln$|<M« ,Ii«berri^i^B!aI^f,7jHti^ fpfliA^e Vfyfejf^h^flgj mitj^r 
i^^e^ör^rkB««^«, , ;»te^ [ Tf^^ß^ i e^ft , Avsw^l\l ^ ^^hf, o^er , wepj^c^ pausender 
Secretionsorgane zu geneigter Verfügung. When a definite act of \yii1 % the 
resiüt of a cer^Q^ reflectioi}, it represents physicälly an'availattfe''or*Mb'CTfited 
^fö<S conööqü'etft'ot die fc6rÜttütik«d^ti^'of^toiviiy ftim^V^^^ of 

^fis^'^fe^Uelii dt'Agrtkip^^oft eblls»it«]thdil tUß iortiealilayiens »ölf :^>hßiiii' 
spheres (s. Maudsley). 



-~ 1«-, 



119 

liiÄl'* W^bed'als Normalzustand tinterbahen, befähigt sie 
^^^/Ibs'tä6b6pfith^ fibersinnlicber Ageutieo, oder zu uube- 
' ^nri^teln" Glaube A.1&T1 dieselben, in einer Intensität und Aus- 
'dehiäacitirg, {tut. deren directes Verständnifs onseretn logischen 
[^D(^nK6iii '^lacklfehei^eide die Brücke abgebrodien ist 'oder 
' a(ÄH''seifa^ solftfe. 1 '■ 

'''''"Wtim man die ganze Masse der anfg^sättimeiten That- 
'^lieii ' darchgeht, die das Hereinragen einea ' übernatür- 
UtiiÄr' Wunders in unser Tagesleben beweisen solle, ^o wird 
)äiÄe''^^(^boldgis(4ie KHtik auf manche interessanten und fidr 
^ "Ura^mttionen Wichtigen Phänomene stoiseu, aber auf keiney die 
~ IK^h ' niOht' Untier wohlbekannte Gresetze einordnen Kefsen, 
"Mei^ sich fibet-hampt alle Mebenumstände der VermeintKciben 
' F^tä'iieih^ ^^dnstatiren Tassen, (was freilich bei 'd^r* vagto 
I^hsdrucksrv^eise und dem unüberlegten Rflsonnement, wodttreh 
* ^iish'^erade diese Art Colnpilationen -auszuzeichnen pfiege^ti, 
^. 4(iiD^ S<äi^ierigkeften hat). Man sieht Miracüia im 8€jlt€ii»4n 
ihid Abm^rmeÄf w-ährend viel mächtigere Wufnder tiagtägiicfa 
ltiid''unünterb<'oehen gegenwärtig sind. Aber die Gewohh- 
^ lieit helyt' das 'Sonderbare auf, bemerkt Monta^nei 0afe 
N^^vbtil^id^nS^ durch somatisch-psycbische Störungen pevio- 
'df^ch' Ü*'einei^ ZUsütnd Veraetzt werden sollten, in dem süe 
"^ ^feh logffidh rfehtigeren SöhlulBfolgerungen denken, in gewäbl- 
*rere^ S^firaölie tedeh, als im Vollwachen, obne= sieh später 
'^ffi^ts'ibnf^'frei^ai^ttgen Zustandes zu erinnern, hat nichts 
^Bb^^fk^öliend^s för den Psychologen, so seltsam uÄd 'sob- 
*äiirt)at^*^^*^ücb'^d^ Laien erscheinen mag. Das krankhafte 
%^!ei^fe^^i dky*'<fek' grofe* Publikum an solchen Produktionen 
''5Hi'W^faitieri ^egt, wemi sie an die Oeftentlichkeit treten, liegt 
iu der schwankenden Stellung, die die Psychologie einnimmt. 
*Wafe sjie ^Is exacte Naturwissenschaft anerkannt, so würde 
j^^ph ,. 4e^.. pneingeweihte ebensowenig in sie einzumischen 
.Si^eb.^Pjt, wie er. bei den Forschungen der Physiker oder 
^emifker nicht mitzusprecben verlangii, deiua obwobl für 
. 'ftii' 'BlfetftriöitäC und Oxygenlicht unerklärte Räiiisel sein 
wogenl läftt er sie dennoch in den Händen Solcher!, die ihre 
iM^P^VWgjy^^stehen. , . 

u, .j„.Jji|.,Ii)jei^jMi. treten aus unzugänglichen Tiefen diß Ideen 
VOLT« das fiewurstöein hins in ununterbrochener Reihenfolge aus 



120 

dem materiellen Substrate bfervorwachsend. Oft Bpriügttiii«- 
erwartet eine Aufklärung hervor, die wir unä rikiit Bcfebigt 
glaubten herbeizuführen, die aber im Unbewufsten g^en-^- 
wäärttg liegen mufste, im Unbewufeften und unbewufst, 'wie 
stetB eine grofs^ Menge von Vorstellubgen im Gedichtskreis: 
schweben, ohne wahrgenommen zu werden, wenn si(5b nidit 
die Aufmerksamkeit darauf richtet. Durch Gewohnheit folgt 
da^ Bewtifstsein ger»e 'einem ihm vertraut geworderiea Ge- 
dankengang und schlieüst, ohne es zu wollen y Vielleicht di^ 
wichtigsten Hilfsmittel aus, die nahe «ur ' Btand '' gelegen 
hätten. Für das vorschnelle und defshalb fehleribafto 
Söhliefdefn, das ' ach auf eine nur kleine Anzahl von' Facta^ 
statt auf die ganze Menge der zr^ähglicben bäsirt, dient 4ie 
zeit^eisö Unterbrechung des Bewurstseins iöl- der" Meditation 
als^Rectiftcat,* tiöd so kann auch in allen dien von Frank afe 
Sömniatio definirteii Zustähden das Denken nicht' ^hur fort- 
gfeheii^ sondern rerhältnifsmäfsig selbst vollkommener, ab 
Wenn den Eingriffen des Selb^bewufstseifas aasgesetzt, sobald 
dieses dicht der Constitution gemäfs,- sondern nacb des]^ 
tisdheii Launen zu regieren Kebt. Id solch bewufstlosen? 
Zustäcrdeln vermag die Erinnerung viel 'weiter zu^ückz^l^ 
greifeil', als untei^ den bei ofieneii Sinnen beständig erfolgenr 
deh Störungen, und dann: überrascht die; sdbeinbare Erwe&JI- 
bung bisher? unbekannter Fähigkeiten, das Abgeben 'wi^esk*- 
schaftlicher Erklärungen, das Reden fremder Sprachen bei 
Individuen, denen ihre Bekannten solche Kenntnisse nicht 
zutrauten. 'K^nöffel erzählt von einem ßaüet, der im D'feliriiith 
zum Erstaunen seiner Umgebung griechisch zu sprechen** 



* '(Stibd animä In se redöcta Ätqne^olleftta, neö in corporis Organa dif- 

<|[sii; 'Äabefet thcM jJi^riÄ el9S«ntlae *s*ae aliqaim ]j>rae«nötionem reruni >ftitü- 
trarnttt^ Hlti '(^ivitiatio nadva) vero* Op<im<e 'cemiturin somniis ecstasibasy ; con- 
-^ilsrnidrtife, räHtts ititer viglkHidttai aü« oam corpu« sanum sit ac vaHduDt 
ItecBaoo)* ^ 

*• Oir jodr* eile se mit a chantfer öeö chanäoüs incoh Cremes , dotit las 
assistans croTtifiBnt [es piäföles" allemandeä j proböbleinfent parööqü'ils it'y com-. 
iÄ'^aiÖit lifeA, *bfefitferkt KtiHil (1864J voll Girier 'dfer vermeintlich Besesseöeii 
iii Morzine. Elle voit ordinaireraent un fantöme detaflt se9 yfeuxy et- a»ii8sit6t 
ipoi9 -'diables p^ÄHent eti eJlte; des diab]^ allemands ou pi^montiais qui, ptir 
$pn'0iitreknise'/p«ürleiit la'lftDgae alleiüande on piemontaise, du moins croit- 
•elle ainsi. In Peru War tbr einigen -JPahren Alles für "die Beziehungen ryvischen 



121 

BAg^^'^jMoä ^ 'crgidb 0ich' auf Nacfaforschongen, däis er iti 

sein^ Jhgcbdi einigen griechiechen Stunden beigewöhnt hatte, 

die der i>e»^fanfer ' seinem Sohne gegeben. Exaltirte 6e« 

mAthskrlmke 'Keigien (nach Jessen) olßb eine grofse Oeläufig- 

betii '&iti> Reiliien und Versemachen , wie früher die Metnv 

DAhoia 'ÜB psyehisobe Krankheit aufgeführt wurde. Die vet^ 

Ittd^rtib -StiilDine^ init'der die Somnambulen reden, wird voik 

Beil^eitdeif>'aaGh bei den Reden der Begeisterten oder l^olf*-' 

ii€lBieli''bellierkt. Ueber die blitzschnellen Erinnerungen' in 

der^/'fPodöMtdide sind' seit Aretäus manche Beispiele • ge^ 

gÄdöf;'^ •■•■"■ ''■'■■'' ■ ■' '■ :'•■ 

< ''"'Der"vo^'dlem' unoocüpirten Oeiät aufsteigende Gedankt 

wIckfit'iauS'^^nbrTidnß hervor, bis wohin das Bewulst^eili 

r&^^^ixMck^vkur kazm^ und der Einfluis, der biöglicber^ 

^'^*atif seine -Entstehung Igeübt wäre, müfst^' docb Btets 

MifteiitfMiaiaitim beschränkt bleiben. ^ Tritt 'OUir dieser ivdt 

dl^r deeito«'3teMclnde 'Gbedanke als zweiftlnde Frage -auf v^'tO) 

bleibte dte^ fiiitsoheidiing dem Willen überlassen, *di h. einer 

9(h^ti' ab 'Weit' it^' Denken gegliederten Gedankenreihe, >da& 

df&-vbm 'Uräpifnlig fottleite&die Kette des .Zusammbnlumges 

itt^ Ihren- ersten- Arisatzringcn der Beobachtung verloren. 'gAJ- 

^tko^b'i^til'und 'dadurch' das als Folgiewirkung resukiiien^ 

9aiidjlii''adi^'fr€& ersiiheint und mit Recht als ein • solches he*- 

^^tet fiwfardÄii darf. ■ -Würde der m die JEtidbiehT^ :^^ 

^ ^ rr >((: >/: ;^f>! ■•■{.•:•■'..:.• .; -i-. i f.: ■. ■■■•ilvi^ 

^'■'■»Mf •.-. -jH^f riirr .■/? ■• ; • "> •• ■.■■'■ ■ . '• . ■■.>-.ii-. ■'•'.•i 

j4ai^ :i><ariut|(iU<^en. yorgeschiehte mit der chinesischen interes«^t. Ein Zv^eifel 
^^Unte darüfcer nicht' herrschen, denn die Sprache war noch so ^hnlfch,' däfs 
^i^^fiir 'ään'lGriiiino-fexpöii; 'eingefiihrtien Chinesen sich 'sog!eich 'mit Äen'fitÄ- 
ff^liorenen zu verständigen vermochten. Es dauerte eine ziemliche Weile, wie 
d0]n!'r^8äbr>'nBbd dier.' ^lehrten Aoademie, bis sieh<£ia«r< die Mühe gab, 
esnVBCtumyrfdaaiftiQ'.J^Qpü^imil; solch üppigen Hypothesen befeuchtete , tu 
*^^ifiV!iren*i^A.i»Sid«Ä..SchiflPö landende Chinesen waren in ein Wirthshaua ge- 
'^^EteÖB, .Jiatten. «u Jndiaaern geredet und hatten von diesen Erwiederung 
^^Ixalten. Spanier waren Zeugen gewesen, aber freilich nur Augenzeugen. 
^^X^.Chine^eP' hatten eine Frage in. Chinesisch an die Penianer gei;ichtet und 
^^4^$evlil I^9inifvni#.Qb g8ant:i!Broi;tol, dafs «io nicht vßxständen, was,, sie meinten, 
ieri ftl^^i.^^-^edcr ^pkien, noch i(^uechua verstand, war vcryvun^ert 
^QSSki 9^^}^i. I^a. ßßine.^uncnswexthe Mäbj: weiter, zu vcrk,iinden. . Während 
X Qp|demü^f^A.tßQ^sf,.euhetit jn A^orzlne sullten die Teufel arabisch ge- 
clHff^i)^h^7 wf)U,;Mp Ti^^t bemerjkit) die Kranken behaupteten, daCs es 
^*iAi«eh;fte|,,öj|d; K^cmwKl da.:TVa>"T darüber zu urtheilen. 



148 

die dann verwirrt umherlaufen und Beg^nende schimpfetil 
(in Malabar). Der Teufel Periatampiranlärilt Männer >dM 
Gegessene ausbrechen. Aile ^ Teufel ■• koniien » »isgetriebeb 
werden, aufser Bramanapischaschu, BareipSschäüitba^und'J^ 
rumaratsehadi. // 

Man sieht öfters vom Fetis begeisterte Weibei? (]njß^eta)i 
die Gonvulsionen bekommen und mit dem gäfiä2a|li«^Kürp«i 
solche Bewegungen machen, welche wirklich übematörficli.db 
sein scheinen. Ihre Augen stehen weit oflfen .{Und sie sch&ai 
men, mit kurzem Athem aus dem Munden -^Siiei^'b^lciHiiisä 
dieselben gemeiniglich plötzlich und ohne es voraus 
wissen, so dafs ein solches Weib bisweilen i^nei^^^^ 
topf oder etwas Anderes auf dem Kopfe trägt, mit-- ihrei 
Gefährten spricht, und in einem Augenblicke besessen isi 
Ich habe einige gesehen, die alle diese Distortionen gemaob 
und dennoch den Wassertopf auf dem Kopfe behalten haben: 
Sie legten sich auf den Kücken , wendeten sich in der Gg 
schwindigkeit drei- bis viermal auf der Erde und hielten dei= 
noch mit dem Topf, so voller Wasser war, Balance, ohsm 
einen Tropfen zu verschütten, da doch der Boden d^ 
Topfes rund war. Wenn die erste Heftigkeit vorüber is^ 
beginnt sie zu sprechen und verkündet zukünftige Ding 
(Bömer). Die von den Pei-coils (Teufelshäusem) Besessenee 
unter den Shanar tragen Becken mit glühenden Kohlen. C 
Kumaon werden die Besessenen mit Nesseln gepeitscht vom 
geräuchert, um den Teufel auszutreiben (Trail). Als d& 
Paraclet in Montanus niedergestiegen war, das Millennium. 9^ 
verkünden, fanden sich zwei Prophetinnen in Maximilla un* 
Priscilla um durch begeisterte Aussagen seine Worte >s« 
stützen. Im Buch Maasim wird erzählt, wie Rabbi Samuel 
die ausgefahrene Seele des fremden, PfaJBSdn an der Rückkeh 
in den Leib verhindert (Helvetius)^ in der convulsiven Ver 
tigo werden plötzliche Bewegungen der Extremitäten, gleioB 
electrischen Schlägen beobachtet (nach BiUouz). Ein Be- 
richterstatter in der Yossischen Zeitung, Januar „1868^ er* 
zählt, wie der in Berlin operirende Kagazzi eine seiner sen- 
sitiven Damen, die. sich unvorsichtig seinem Bücken allzu 
sehr genähert hatte ^ durch electrische Explosionen, die von 
Hinten ausströmten, so arg bombardirte, dafs die Arme 



149 

besinnungslos und ohnmäohtig zusammen stürzte. Bei der 
Vaodottx-Ceremonie auf Hayti erhalten die Eingeweihten 
^feotrische Schl&ge, wie sie im äquatorialen Afrika der Muata 
CJuembe austheilt. 

Wenn sich der Schamane der Ostjäken unter Trommel- 
.^Hdiläg ihit dön- Göttern unterhielt, so befestigte er sich an 
«nelti aufgesteckten Stocke ein Bändeben, dessen Bewegung 
jdeni Volke' dife*' nicht gehörte Stimme der Antwort kenntlich 
-Kxuicbt. Den, greisen Geist bezeichnen die Rothhäute (nach 
i XiM r tMi Bfc)> • ahfj ^ denjenigen , der den Lebenshauch giebt und 
««xiniB^^ Cbnsce, der* Priester der Ottowa, meinte (nach 
^KÖner Bekehrung), dafs das Erzittern der mit kegliger Py- 
.3rMiiid^Li>be^>^£feneft Zauberhütte dem Luftzüge zuzuschreiben 

- ^rai, -der wirbelwindartig hindurch fahre. Am Isthmus weis- 
^9iigie& -djbe<Zaubei%r in Hütten ohne Dach und Thür. Die 
. fiaksjr oder. Batbsche, als Schamanen der Kirgisen, verfallen 

ciarch Oeigenspiel in Zuckungen (Levchine). Sibirische Scha- 

- xjxBKaen Yer$etzen sich durch Zuschnüren des Halses mit einem 
-.:«Stcicko in Betäubung. Zur Einweihung der Zauberer (bei 
-. <äen Cänuben) eingeladen, fährt der Maboja mit der Heftig- 
keit. 4^^ Donnet*s und Blitzes durch das Dach in die Hütte, 
«eh.mk den Bojen unterhaltend und das Opfer (auf dem 

' 2fatutu) -empfangend. Dabei hört man das Schmatzen und 
> Zähnefletschen, aber die Speise wird nicht irdisch genossen, 
^ fäenn man findet .^nachher Brod und TrinkgefäTs unberührt. 
' TJm\E2]rtheii||Bg eipies Schutzgeistes ftir den, einzuweihenden 

£ojen «Qg^fleht^' >sendet er einen solchen. - Bei den Irokesen 
^■llei^seQ di^:' 'Zauberer Agotkon (wie die untern Geister), bei 

4ea Qöridichen Canadiern Manitos, bei den Califomiem nach 
' :4en: öberateti Göttern Tuparan oder Niparaya. Die Luperci 

^^MMK Prieltter des Lüpercus, die Idäen der Cybele oder 
' Idäa» >Die Hindu können dmrch das Gebet Mandiram die 

Sede vMk Ge£9illen vom Körper trennen, um entfernte 

Xiftnder zu besuchen; Die darch Singen heilenden Zauberer 

^r Eiskimo, legen die. Probe ihrer Berufung ab, indem sie 
^ iMesser Tcrsefaludken ^ uiid sich Kugeln durch den Leib 
-" ' whieisc(& "^^raiddin). Die Schamanen werden von fliegenden 

- Tisdwn gleitet, die krasnojarskischen Zauberer (Jedatschi) 
-- werfen das Schulterblatt von einem Schaf ins Feuer, um 



wahr zu sagen, die tcleutischen, saganischen und abinzischen 
unterrichten sich durch das Fallen der Stäbe auf die Figuren 
der Zaubertrommel, die Ajuns der Jakuten gaben dem Frar 
genden eine Münze oder Ring zu halten , und ersehen aus 
der Hand dann Alles klar und deutlich. 

Die in zwölf Klassen getbeilten Eingeweihten der Areois 
stiegen durch sieben Grade auf und wurden nach der Art 
ihrer Tättowirung unterschieden. Der Candidat mufste sich 
durch den Zustand der Ekstase als ein Wiedergeborener be- 
wiesen haben und wurde dann den Proben unterworfen, 
According to the Nava-Tatva, those who have obtained the 
State of final emancipation, have perfect vision and knowledge 
(Stevenson). Der Metatanz wird für beide Arten von Heil- 
ceremonien, die guten, wie die bösen, verwandt. Der Wabeno- 
tanz wurde durch einen Pottowattomie- Indianer (bei den 
Ottawa) eingeführt, der nach seiner Genesung aus l&ngerem 
Irrsinn zum Himmel hinaufgestiegen und dort göttliche Mit>- 
theilungen fßr seine Landsleute empfangen haben wollte- 
Sich in der Einsamkeit nur von Panax horridum emährenct, 
wartet der Schamane (der Koloschen) auf die Erscheinung 
der Flufsotter, die er durch seinen Zuruf tödtet und daan 
die ausgestreckte Zunge abschneidet, um sie als Talisman za 
bewahren. Bei den jährlich auf Befehl des Rajah von Sikk- 
him vollzogenen Wagaleno-Fest tanzt sich der Deoda der 
Bodo in einen Zustand besessener Aufregung, während er die 
von 13 Assistenten im Cirkel umhergetragenen Bambusstan- 
gen mit seinem Stabe schlägt. Der Ansairier wird mit der 
Mannbarkeit in den Orden der ükhwan oder Brüder aufge- 
nommen (Lyde) und wird von seinem Onkel unterrichtet. 
Der Knabe wird dabei mit Drohungen geschreckt, mit der 
Furcht vor schrecklichen Gestalten oder der Durchwanderung 
niedriger Einkörperungen. Tfce way in which those who 
have attained the last stage (tiviratara-satti-nipatham) come 
into Union with Arul and exist without any action of their 
own, but act, as they are actuated by Arul, is like that of 
one possessed with the devil, exhibiting only the acts of the 
devil (according to the Siva-Pirakasam). Der König von 
Tschantcheng mufste sich im 30. Jahre seiner Regierung auf 
einen Berg zurückziehen, wo er um den Tod durch Krank- 



151 



m geiwe&en. Blieb er am Leben, so wurde er in feierlichem 

F Triumpbzug eingeholt und erhielt den Titel Fang-ly-ma-ha- 

io-tcha (sehr heilige Persönlichkeit durch besondere Befreun- 

dimg des Himmels und seine vor allem bewiesene Gunst). 

£>ie Ceremonie der Einweihung (Körperwaschung oder Beje- 

Uk^;achtt) muis (bei den Buräten) dreimal von den Schamanen 

'^i^ederholt werden, um zu höherem Grade aufzusteigen. Nur 

mn dreimal Gewaschener hat das Recht, beim Geisterdienst 

Sie h^ligeu Kleidungsstücke anzulegen und die symbolischen 

eichen zu tragen. Kluge unterscheidet im Magnetismus die 

^cli9 'Grade: des wachenden Stadiums (mit Strömungsge- 

^tTahl), des Halbschlafes (mit Schläfrigkeit), der inneren 

-H>uiikelheit (im tiefen Schlaf), des Traumwachens (mit Sehen 

urch den Tastsinn), der Selbstbeschauung (mit Durchschauen 

^8 eigenen Körpers) und der allgemeinen Klarheit (mit 

ernanschanung und Zukunftsverkündung, sowie Erkennung 

^•.»d Heilung von Krankheiten der in Rapport Stehenden). 

ie die Propheten (auf Tahiti) durch die Atua, waren die 

auberer durch die Tii begeistert und wurden in ihren 

aroxysmen ebenso gefürchtet, wie jene verehrt. Aufserdem 

onnten die Priester, ebensowohl wie die Zauberer, einen 

emden Geist, zur Strafe oder aus Rache in den Körper 

xnes dadurch Besessenen abschicken, und dieser sprach dann 

seinen Convulsionen mit der Stimme des Dämon. Die 

riester bedienten sich zu solchem Zwecke der Oromatuas 

der häuslichen Laren, die Zauberer dagegen der Tii ge- 

«nnten Geisterwesen in der Natur (Moerenhout). Wenn 

m die Zukunft befragt, setzt sich der Brahmane (im Sind) 

nachdenkende Stellung (den Athem anhaltend und die 

■^Nasenlöcher mit einer Hand schliefsend), worauf er nach 

irzem Stillschweigen Antwort gibt. Nach Johnson (1557) 

pflegten die Samojeden in ihren Hütten (Ehome) einen Kessel 

lit Wasser zu sieden, worauf der Priester niederfiel " und 

lurch den Dämon die Fragen beantwortete. Die Bonzen in 

apan beschrieben Xavier als einen Zauberer, aus dessen 

iunde die Dämonen sprächen, und der sich von Leichen, 

Se er Nachts ausgrübe, ernährte. Kaisersberg erzählt (im 

■^6. Jahrhundert) von einer Hexe, die durch Bestreichen mit 



152 

8albe in einen Schlaf gefallen und beim Erwachen von ihren 
Luftreisen erzählt Mäntel aus zusammengewebten Menschm- 
haaren anlegend, begaben sich in Califomien männlich und 
weibliche Zauberer in eine Höhle, um sich dort in verän- 
derter Stimme mit den Geistern zu unterfaalt^i ,: wenn 
Hungersnoth oder Krankheit droht, die Mittel der Abwefir 
zu erfahren (Bägert). Nach den K<nbalen giebt es ei6e 
grofse Zahl von Geisterwesen, die bei einigen der heidnischen 
Tartarenstamme Alna, bei anderen Asa, bei andepeh Yasji 
genannt werden. Jeder der Schamanen (die sie durck.die Be- 
schwörungen ihrer Zaubertrommel rufen können) ist von. einer 
Menge solcher Geister (die mit Treue und Eifer ihre Befehle 
ausfbhren) besch&tKt. Den Irle^Chan gehorchend, schickeD 
sie Krankheiten und Tod. Sie können auf Erden in jeder 
beliebigen Gestalt erscheinen, besonders als Vögel, Schlangen, 
Füchse, Hunde und andere Thierc. Wenn in menabhlicher 
Gestalt, steigen sie immer nur zur Hälfte ■ ans der Erde 
empor (wie die Götterbilder der Steppen nur mit dem Ober- 
körper aus der Erde hervorragen). Der Machi (bei den 
Pehuenchen) begann, die Entzauberung (der. Kranken) mit 
einem langsamen und pausen weisen Gesänge, der -aus -der 
innersten Brust dumpf her^ortönte, und die Umstehenden be- 
gleiteten das Zauberlied mit tactweisem Klappern und' Blasen, 
mit Erbsen geflQllt. Im Verhältnisse, wie die Stimme sich 
erhebt und schneller wird, vermehrt sich dieser Lärm, und 
endlich brechen die Grehilfen in ein lautes Kreisdien ans. 
Der Arzt fallt in Ekstase, die bald in wfithendes Gebrüll und 
Yerzuckimgen des Körpers .ausartet. Stürzt er zu. Boden, 
so ist er kaum zu bändigen, um ihn vor Schaden za be- 
wahren, während der Schaum vor die Lippen tritt. Wenn 
er erstarrend liegen bleibt, so benutzt ein Gefahrte diese 
Ruhe, um den Kranken zu streichen und zu manipuliren. 
Langsam, wie aus einem Traum erwachend, erhob sich der' 
Machi endlich vom Boden und blickte heiter um sich hfer. 
Der böse Zauber war gelöst und dem Kranken wurden 
Tränke aus Kräutern gereicht, deren Kenntnifs und Bereitung 
als Geheimnis vom Vater auf den Sohn erbt (Pöppig). 
Wenn die Butios die Zemes (auf den Antillen) um Rath 
fragten, so hörte man keine Antwort, sondern entnahm die 



f 



153 



CMttedbotsoIuift aus seinem freudigen Tanzen als günstige, 
od^r- ans seiner Trauer als ungünstige. Die Schamanen 
.' ^Ghlih)^:JdeF. KoloBchen rufen die Jekhch genannten Geister 
-^any als'Kb^kh oder obere (die Seelen der Tapferen, die im 
IKiiege erschlagen wurden und, im Himmel wohnend, im 
-JNordlicht erseheinen), als *Takhijek (Landgeister, die im 
c- forden wohnen), die Seelen gewöhnlichen Todes Verstor- 
~ %aner, und als Tetdjekh (Meeresgeister). Die Butios (Bohitos) 
^ wbr 'Piaoearauf den Antillen citirten die Zemes in der durch 
' fdia.'b^eaoschende Kraut Cohobha (das auch in Mexico ge- 
^ ^ "Sffäudbt' wird) angebrachten Vei^ückung. Die Zauberer der 
- lEandben betäuben sich mit Tabakrauch. Die Hechecoe in 
^^ SJBrtf'filhiten durch Coca einen convulsivischen Zustand he]> 
Ueii "Im; Vei wird gesagt: Gbe va m bira (dar Rum hat 
joiich ergriffen), ich bin betrunken (s. Steinthal). Vor Psam- 
jnetiohas hielten die Egypter den Wein fbr das Blut der 
■~- t«iuBt vgiBgen die Götter Ankämpfenden. Als diese fielen und 
~^«di mit dep Erde vermischten, entstand der Weinstock, und 
*-■' ^shalb (ersifilten ' die Priester dem Eudoxos) machte der 
* Saiifloh.Tserwirrt und unsinnig, weil der Trinker sich mit dem 
--- -Blut : seiner Vor&hren anfüllt (Plutarch). Der mit dem 
■ ■- . Menaehen verbundene Soma erzeugt Hymnen (nach dem 
Rigveda). Im Trinken des Soma wurde die Unsterblichkeit 
erlangt und das Licht gewonnen, um die Götter zu erkennen. 
^ - Der idü^öh Odysseus berauschte Polyphemus erschaut die 
' - Majestät 'des GboiäJichen (t6 irov xs dat(i.6vu>v eü^v^v aißac). Bei 
^- ibis! KAfii^swahl in Meroe' führten die Priester einen &8ov 
■ ' -s: TiJipüxCovTa umher, nm den Würdigen durch seine Berührung 
" ■"T'iiauzeigen (nach Diodor). Van Helmont erzeugte durch 
'- -A(EM>nit einen wachen Somnambulismus an sich selbst. Welcher 
' 'Art aufregende Eigenschaften dem Soma zuzuschreiben 
' ^en, ist noch ilicht völlig festgestellt. Im Reiche der Musco- 
gul^ee war das. Trinken des schwarzen Tranks die feier- 
iiclnste Staatsceremonie, und wenn die Diener die damit ge- 
^llte Schale dem Mico oder Ftlrsten reichten, brachten ihm 
^e Ghroiaen ihre Huldigung dar (nach Bartram). Nach 
^[a^rkins 'stand das Trinken dieses A-cih unter Leitung des 
^ficoo. Vor der Aufnahme unter die Männer ifst und trinkt 
^er. Jüngling von der berauschenden Wurzel Sou-watch-cau 



154 

und darf während der Zeit seinen Kopf niohti mit den 
Händen, sondern nur mit einem Stockchen kratzen, wie er 
dann auch allein essen mufs, von besonders bereiteten Speisen, 
und Niemand berühren darf, ausgenommen Solche,, die den- 
selben Cursus durchmachen, wie er selbst (bei den Creeks). 
Bei dem Jahresfeste Busketau, iiach welchem alle Vergehen 
(Mord ausgenommen) in Vergessenheit begraben werden, 
wurde das Brechmittel Possau getrunken (Hawkins). Die 
als Maana im Licht verborgene Gottheit der Ansayrier eni^ 
hüllt sich in Abd-in-Nur (der Diener de» Lichts), ala Wein, 
der nach der Weihe von den eingeweihten Gläubigen inai 
Kuddas oder Sacrament getrunken wird. St. Augustin er-* 
zählt von einem Frenetischen, dessen Teufel den Anwesen- 
den immer zu sagen wufste, wo der ihn exorcisirende Priester 
in der Ferne sich befand und wann er sich näherte. Eine 
gleiche Beobachtung in Rostock bestätigte Archidiaconus 
Tilen hinsichtlich des Besessenen in Burg: Einsmals ward 
ich in der Nacht hinaufgefordert, da hatte er gesagt: „Nun 
steigt der schwarze Pfaff aus dem Bette," „Nun ist er bei 
dem Apotheker," ^Nun ist er vor der Thür". Aehnliches 
wufsten die Somnambulen in Weinsberg, wo sonst die Geister 
ziemlich nutzlose Schlingel waren und nichts verstanden^ als 
mit Sporenstiefeln vor den Betten herumzuspazieren oder 
vom Ofen mit Kitt zu werfen. Als Professor Kortholten 
zu dem besessenen Knaben (1653) kam, der sein Gesicht be- 
deckt hatte und also nichts sehen konnte, begrüfste ihn der 
Teufel desselben beim Eintretet! in das Zimmer mit den 
Worten: ^Smied, de nese man nich half so hoch!% wurde 
indefs für diese Flegelei gebührend abgekanzelt. Beschwehrer, 
so zu Epheso waren, werden unbillig mit uns, die wir den 
Exorcismum bei der Taufe gebrauchen, verglichen (sagt 
Glado, lutherischer Priester in Cüstrin). Sie sind aber ein 
Bild der Exorcisten im Papstthum. 

Signa autem obsidentis daemonis sunt: ignota lingua loqui pluribos 
verbis vel loquentem intelligere, distantia et occulta patefacere, vires supra 
aetatis seu conditionis natnram ostendere (im Römischen Ritual). Nach 
Perrone können nur böse Engel oder Teufel die Urheber der Erscheinungen 
im animalischen Magnetismus, Somnambulismus und Spiritualismus sein. The 
dovil is constantly engaged in trying to Imitate what God has institnted for 



155 

onr sanctification y and in his simious way to gct up a rival worship of his 
own (Dablin Review, Oct. 1867). Nach Athanasius geschehen die Appa. 
ritiones in Tempeln und Gräbern nicht per animas sanctorum, sondern per 
sanctos Angelos, die ihre Form angenommen. The mesmerized individual 
(among the Indians in Vancouver) is brought out from his lodge in a cata- 
leptic condition, looking pallid and ghastly (like a corpse) , often smeared with 
blood (qnite rigid). To restore him (after raising into air and down again) 
frictions are resoited to (with slaps and incisions). The man looks about be- 
wildered and astonished and is considered insane. Ho usnally nms wildly 
awaj to the wood (watched bj followers, that he does himself no härm and 
not bcipome lost). After some days he retnms (or is brought back). He has 
been among the Gods, has seen his guardian spirit, who has directed him, 
what to do, what his futnre life is to be, and who will hcreafter direct him. 
By the awful Struck listeners he is ever-after considered a man of veneration 
and of great inflaence. Hc also states from what direction the spirit came 
and usualiy in the woods, puts a row of stones, indicating the course (1860). 
After starvation the cataleptic condition is produced by rattling before the 
individual and making all kinds of noises. Beata Eustachia toto vitae tem- 
pore mansit energumena, uti scribit Bernardinus. Fuer apnd Kortholten ultra 
semi-annum fuit dacmoniacns. Nobilis iile Studiosus apnd Blnmium per duo- 
decim septimanas a cacodaemone fuit agitatus. Novem annorum daemoniacum 
observavit Wierus. Urbanus Regius erzählt von einem Dämon, der das von ihm 
besessene Mädchen im Wasser erstickte. Dixerim prophetas dei particulas 
esse, cave ne laedas viros illos cilicio amictos, dcus sunt (nach dem Metsnewi), 
Bei den Westafrikanern wird die Glaubenslehre geheimnifsvoU den mannbaren 
Knaben mitgetheilt, wie es (nach Viterbo) bei den Assassinefi verboten war, 
sie Andern zu enthüllen (1231). Bei den Indianern fällt die Conürmation 
in der Erwählung des Schutzgeistes mit der Wehrhaftmachung zusammen, 
und haben die Knaben vorher sich mancherlei Proben zu unterziehen, indem sie 
bei den M andancn an den Rückenmuskeln aufgehängt wurden, bei den Chippe- 
ways geprickelt, bei den Caraiben geritzt, bei den Passes mit einem Sperber- 
schnabel verwundet werden, wie die Dorier sie im Tempel der Artemis 
geifseltcn. Der Edelknabe wurde durch den Ritterschlag wehrhaft gemacht, 
der Jägerbursche (nach Fleming) durch eine Maulschelle, der Kirmefsbursche 
in Udestedt durch Hobeln (mtt einem Holzmesser barbirt). Die Australier 
schlagen sich die Vorderzähne aus, und bei der Deposition in Königsberg 
(1703) wurde (nach Schade) ein sogenannter Backenzahn eingesetzt und wie- 
der ausgezogen (wie der Eberzahn auf Universitäten). Beim Gesellemachen 
kleidet sich der Pate als Barbier an, zu welchem der Gesellenvater sagt, dafs 
er einen Sohn, der ganz verwildert und einen bösen Zahn habe, worauf er 
den Jungen mit einem Hackemesser beschabet und mit einem Ziegelstein 
reibet, mit einem Roste kämmet und endlich mit Staube und ein paar Tellern 
pudert; dann wird ein Ei in den aufgesperrten Mund geworfen. Aehnlich die 
Proben in den hanseatischen Comptoiren zu Bergen. Wenn die Mönnitarris 
sich ihren Schutzgeist oder Medicine (Choppenih) wählen, opfern sie nach den 
Fasten und erwarten in einem abgelegenen Ort die Traumgestalt des Thiers. 
Nach seinem Traum, wo er von Helden im Hause des Sonnenaufgangs eine 



156 

Fabne erhielt, nennt Schingoakongse (der Chippeways) sich 8|ic;acljiwe-oiM 
(wenn die Sonne aufgebt) unter den Cbippeways. Die im Traume von den 
Geistern gemachten Geschenke sind im Bild der Ideen. Bin Indianer, der Ton 
der Sonne einen Adler und Bären erhielt, fing oft junge Adler und eiitliefii 
sie nach dem Aufziehen in die Lüfte, wie er auch den Baren als Wappen 
annahm und in seine Pfeifen einkritzelte. Der Sioux'Krieger sah im Ttanm 
die Odjibways, die er au tödten bestimmt war. Die Baumlager der indiaaitf 
werd^ wegen des Matschimanito- (bösen Geistes) in der Höhe geiriUiU^ 
Agab^gijik sah im himmlischen Wigwam die Vögel, die er zu sehielsen''-bi»' 
stimmt war (Kohl). — The Siamese priestess (Thaau Phising) dancmg for Ae 
God, is inspired, when she encloses the flame of a candle with her jMndt 
widiout feeiing-it (Low). Besides the Kaphri, the devüs and gods arü.sup* 
posed to inspire another elass of men, calied Chatiyas, who beiiig''!¥iQto«47 
agitated, give responses (in Bhagulpore). — Durch Bileam, als passirei Instm- 
ment, sprach die gölthche Stimme zum Einehen oder Segnen, wie er aagtf* 
haucht war. — AI grau hechieero llaman (los Tong-Kinensea) -Bflcoti^-: oonsul« 
taole las madres, quando mueren sus hijos^ para saber m^u ultimo destinot 
manda este embustero tocar un Tarabor prevenido para este efecto» yld 
persuade h TOcar el alma de el Difunto; hecha esta ceremonia tan simple, h 
pregunta, donde c^tlk, como que esta presente^ y responden por lo comun I 
las Madres, que las almas de sus hijos cstan ea estado de felicidad y segnröi 
(Juan de Concepcion). — Rapha^ (dans la commune de Pr^nouel datis le Jtinr) 
fut vivement saisi par une main plus forte que la sicnne. Qa le poussait, ^ 
le tirait, 9a le for^ait a courir, 9a le faisait toumer aux piroaiotte» sur.Htt- 
m§me, 9a le condnisait dans las oseraies, les buissons, les bois-, les coniturts 
d'eau, les marais tourbeu^c, 9a le menait rudement (1832). Le maavaiagMe, 
que le narrateur appelle constamment i^a [tad], doit ^tre; un des anges de 
t^n^bres (s. Monnier). — Abambo (among the Mpongwes) are tbe> a|iirits of Öte 
ancestors, Julägä are the sinrits of strangers, who hare come from^a distaaioe. 
These are the spirits with which men are possessed (Wilson). The distaied 
is taken to the priest or the priestess of one or the other ofthetesliirttB 
Ctests being applied to ascertain to which class the disease belongs). -A 
temporary shanty is ereeted (feasting and drumming). The patteut is deekad 
out in a fantastic costume and. walks the'open ^aee '(brandishing a swoxd). 
She assumes much of 4he maniac (idvoluntäry) motions, wild stare, couToliiTe 
movement, unnatoral postureff, gnasMug of tdeth, foamiug at the mouth, anpsf- 
natural strength. — To pf^rform their worship, the Patagoniaas assemUle tO- 
gether in (he tent of the wizardt who is Shut up from the sigfat of the? retft 
in a comer^ with .bis drum and calabissses (and square bags of paintedt hide 
in which he ke^s .his spells). He begins the ceremony by making a MtfBogb 
Boise with his drum and ratüe-box, after which he feigns a fit or:stnig||^ 
with the devil, who it is then supposed, has entered him, keeps hSm ey%s 
Ufted up, distorts the features of his face, foams at the mouth, sorews up Us 
joints and, after many violent and distorting motions, cemains stiff and motioii- 
less, resembling a man seized with an epilepsy. After some timer, he comes 
to himself, or having got the better of the demon, next feigns a faintCshrill} 
and mournfall voice, as of the evil spirit, who (by his dismal cry) is S19- 



167 

posed to aqkmbwledge iMmself subdaed and then frotn a kind of tripod answers 
all qaestions^tiiat are put to him (Falkner). Children who are seiEed with 
fit« of tbe ' falling sickness or tiie Chorea St. Viti are immediately aelected for 
the eu^lojment of wiaards, or chopeen by tfae demons themselreB whom they 
aoppose to possea» Aem and to caase all thoee coxmilsionB and distortions 
common in epileptic parozysms. Durch das Schreckenerregende irregeleitet, 
kann man bei der Betrachtang krankhafter Zast&ntfc leicht auf grofse mecha- 
nische {^eistong schliefseni wo nur ein geringer oder gar kein Effect poodiicirt 
wird (s. Mayer)« The Berman tribes like the Malays attribate the Payang*» 
power to big command over spirits whjch possess and inspire him. The 
•pirits of the river, Hanta Snngie, are evil, inflicting diseases and feeding oA 
t^ smangat or insobstantial body, in wfaich the life of man resides* The 
apirita af:.lbe moontaina, Hanta Ganong, are harmless. For the incantations 
of the Payang a small hat (sawi) is constmcted whero mnelc is played by hia 
diadples ander chantmg and perfomes , tili he ia inapired , giving the name 
of the remedy for thesiok. When a rirer spirit enters a man and he waatea 
under bis enl inflnencea^ the Payang has the power to exorcise it (Logan). — 
Demoniaoal poaaessione are common (in Southern Guinea). Frantic gestnrea, 
eonvulsiona, foaminga at the mouth, feata of supematural atrength, fnriona 
vaytnga^ bodily laoeratlona, gnaahing of teeth and other thinga of similar 
oharaetar may be witneaaed in moat of the caaea^ sopposed to be ander diar 
bolical inflnencea. All theae apirits (whether good or e^il) are auppoaed to 
inhabit certain rocks» hoUow treea, monntaina, caverna, gravea- (sacred). A deep 
carem, with an echo, ia alwaya fized apon aa the favonrite residence for theae 
apuita, and oracalar «nawera are given. Food ia aeat by the hands of a priest 
who acta aa proxy, and eata it (Wilson). — The Lamaa conaider themaelvea aa 
ander the authority of Sakya Gomba, who came from India aboat the time 
of Jeaua Chriat, and haa ever aince reaided at Lassa, where he remains in 
perpetual ^yoath. £r gilt deahalb nicht als Avatara, wie die Incamationen 
dea Dharma Raja in Bhoatao, dea Teacha Lama in Degarchi und anderer durdi 
Bodha veigötterter Menachen, deren 2^1 im Gebiete der Lapcha und Kirait 
sich aof etwa zwölf belauft (1819). Die Anhänger Buddha's erkennen fünf 
Geaetsgeber an, aber der letzte iat ala Ketzer verworfen in Ava, wo dagegen 
Gk>tama oder der vierte verehrt wird, im »echaten Jahrhundert a. d. lebend, wie 
der in Nepal, Thibet, der Tartarei und China verehrte Sakya im eraten Jabr- 
- hundert p. d. The Bhotiyaa foUowing Sakya Singha worahip all the spirita 
that by the Burmas are called Nat, a practice which ia held in abhorrenee 
by the ttahana of Ava (Hamilton). Die Bhutu des Volksglaubens liegen in 
den Buddha religiöser Auffassungen, wie die Pen, deren Cult sich nach ConoUy 
hu Piain erhalten, in den Pir. — De prodigiosa Apolloniae Schreierae Virginia 
in agro Bemensi inedia (1604) hat Paulua Lentulua geachrieben, dann: 
Bucoldiani narratio de puella quae sine cibo et potn vitam tranaegit (Spirae, 
1542), oder Sim. Portii narratio de puella quae fere biennum vixit eine cibo 
et potu (Florent. 1551). Der Fall der Katherine Emmerich zu Dülmen wird 
unter die Caaua inediae geateUt von Kieaer, der die Aaitia und Inedia bei Ekata« 
tischen oder Kataleptiachen mit dem Fasten der Propheten (Moses, Eliaa und 
Chriatna) vergleicht. 



158 

„Die Kalmüken haben unter sich eine Art Zauberer oder Schamanen, 
die aber nicht zu den geistlichen Personen gehören, sondern verabscheut 
werden. Es sind gemeine Leute, theils weiblichen (Udu gnhu), theils männ- 
lichen (Böh) Geschlechts. Sie zaubern monatlich nur einmal, in der Nacht 
des Neumondes. Sie lassen eine Schaale mit Wasser bringen, tauchen ein 
gewisses Kraut hinein und besprengen zuerst damit die Hütte, dann nehmen 
sie gewisse Wurzeln in ihre Hand, die sie anzünden, mit ausgestreckten 
Armen allerlei Geberden und gewaltsame Leibesbewegungen machend, wobei 
sie beständig die Silben Dshi Eje Jo jo singend wiederholen, bis sie in eine 
Art von Wuth gerathen, da sie dann auf die vorgelegten Fragen, wegen ver- 
lorenen Sachen oder Zukünftigen Begebenheiten Antwort geben.* Nach der 
Todesstunde, die (unter den Kalmüken) dem Gellurg angezeigt werden mnfs, 
wird bestimmt, wie mit dem Leichnam zu verfahren ist (und in welcher Him- 
melsgegend), ob in die Steppe gelegt, ob in den Busch gelegt, ob ins Wasser 
geworfen, ob in die Erde begraben, ob mit Steinen bedeckt (unter Anf- 
stecknng von Qebetsfahnen). Priester und Fürsten (Noyon) werden verbrannt 
und die Asche wird an den Dalai-Lama geschickt. Wenn ein Lama die sechs 
Gelübde (Surgan Barmut) richtig beobachtet, wird (beim Tode) seine Seele 
sogleich in eins der Götterreiche fahren, und sein Körper vnrd geschickt sein 
(wenn durch Feuer geläutert) die heiligen Reliquien (Schallir-ürula) zu Uefem. 
— Nachdem er sich im Kreise (bis er wie todt lag) gedreht, erzählte der 
Finnlappe in Bergen von dem deutschen Herren Delling's. l'omäus hörte von 
Lappen über seine Reise in Lappland. Nach Olans Magnus werden die 
durch Trommeln (oder Singen) Ekstatirten im Geist vom Dämon nach fernen 
Gegenden geführt und durften während dem nicht berührt werden. Der Scipio 
runicus oder fahrende Stab der Lappen, der mit Zauberei bestrichen, die 
Menschen durch die Luft trägt, war (zu Beaumont's Zeit) auch in England 
bekannt, als Runick Almanack. Wafer erfuhr von den (durch Geschrei und 
Getöse ekstasirten) Pawanis oder Beschwörern auf der Landenge von Danen 
.(1699), dafs am zehnten Tage zwei Schiffe ankommen würden, dann ein 
Europäer sterben und dann eine Kanone verloren gehen (wie Alles einge- 
troffen). Nach Oviedo wurden die (nach Trinken und Blutigritzen) vom 
Geist umher geworfenen Piaces (auf Hispaniola) von ihren Schülern (die vor 
den Qhren läuteten und Pulver in die Nase bliesen), wieder erweckt (nach 
der Weissagung). Nach Acosta versetzten sich die mexicanischen Opferpriester 
durch Räucherungen und giftige Salben in einen Znstand der Wuth nnd 
Grausamkeit, worin sie Menschenopfer verrichteten und wilde Thiere nicht 
fürchteten. Es ^be Zauberer, - die verschiedene Gestallen annehmen (wie der 
Häuptling, der sich in Adler, Jaguar, Schlange verwandelte) durch die Luft 
flögen, vom Teufel Mittheilungen erhielten und verborgene Dinge sähen. Die 
Pawaws der Indianer von Matthaes Vineyard schickten Teufel ab (um Andere 
blind oder lahm zu machen, sie zu tödten oder zu heilen) und practicirten 
Lederstücke in den Leib der zu Quälenden (Beaumont). Nach Brainerfs 
Taufe verliefs der Teufel den Zauberer der Delawaren. Beissel drückte (nach 
Sauer) die ' sionisehe Bruderschaft zu Ephrata von Kedar in Pennsylvanieii 
durch seine magnetische Kraft. Nach Darwin unterhielten sich die Indianer 
auf Chiloe mit dem Teufel in Höhlen. — Für die Illusionen findet Koppe 



159 

das Wesentliche darin, «liifs die peripherisch angeregte Sinnesthütigkeit eine 
VorstelinDg innerhalb der Energie desselben Sinnes auslöst, wälirend die den 
Hdlucinationen zn Gmnde liegenden Vorstellungen von anderen Sinnen, resp. 
Reizen, snbjectiv oder objectiv angeregt werden können. Von Rose sind 
Phantasmen diejenigen Phänomene genannt, die dnreh Gebilde und Beiwerke 
der Phantane in den einfachen subjectiren Sinnesempfindungen als compli- 
cirte Gestalten, Töne u. s. w., wie z. B. Kindern, erscheinen, die in den 
Wolken am EUmmel Zwerge hinein deuten u. dgl. m. Titens erzählt, wie er 
bed seiner Reise im Norder-Dithmarschen (nach Ermüdung seiner Augen) 
äberail am Wege Menschen stehen sah, wo seine Gefährten nichts erblickten 
oder nur eine Hecke oder einen Baum (1788). — Quelesquois les demonia- 
^aes aeront ravis en Fair, ce dit 8ul))ice Serbre, et ne toucheront aucunement 
^tt terxe, (wie seit der Zeit des »Apolloinius von Tyana vielfach bei den in- 
^achen Gymnosophisten gesehen ist), darantage pour antrcs signes certains on 
fturait encor veu les demoniaqnes tcllcment immobiles et pezans, qu*il ^toit 
üki.po8Sible de les enlever de la place oü ils estoicnt qu'U forco de bras de 
grand nombre de personnes, so schreibt Loyer von den Besessenen Europas, 
">txid Georgius Candidins Von denen Formosas: ^Dio Pristcrinncn sollen mit 
einem jämmerlichen Geschrei in ihren Kirchen rufen, und so heftig, dafs sie 
^ie Augen im Kopfe Terkdiren und zur Erde niederfallen und als todto Men- 
Bohen liegen, und soll solche Person so fest liegen, dafs sie von vier starken 
Kerlen nicht könne aufgehoben werden. Dann; sagen sie, offenbahrt sich ihr 
Oott ihnen. — Weiber am Gaboon werden oft von dem Teufel gepackt, wenn 
sie "TOm Wasseriiohlen kommen, und drehen sich dann unter den merkwürdig- 
sten Verrenkungen mit dem Gefäfs auf dem Kopfe umher^ ohne dafs Etwas 
Verschüttet. — According to thc Arabo, El Sara, epilepsy or tho falling 
sickness is peculiarly common throughout East-Africa (bemerkt Burton) and 
^8 we know by experience in lands more civilized, the sudden prostration, 
^^dity, contentions etc. of the patient strongly suggest the idea, that he has 
l^een taken and scized (£7C(X7)Cp^{0 by, as it were, some extemal and invisible 
^gent. The Negroid is therefore peculiarly liable to the epidemical mania 
^^Alled »Phantasmata** which, according to history, has at times of great 
- Y^ental agitation • and populär disturbance broken out in diff'erent parts of 
^nrope and which, even in this our day, forms the basework of the n^evi- 
Vals.'* Thus in Africa the objective existence of spectra has become a tenet 
< w^f beiief. Denr Leib verlassend, um sich mit der Gottheit zu vereinigen, nimmt 
*^ie Seele vom Scheitel ihren Ausgangspunct. — In the Punjaub die inhabi- 
''-t:^^l9 practize a sort of animal magnetism, which they call jaras or manter 
^jii infiammatory, rheumatic and nervous pains). The Operator (a man or a 
' "Vornan) places himself opposite the patient , holding a green branch or a 
^mall stick in his hands to drive away the evil spirit by striking the patient 
cm the body occasionally (s. Honigberger). — Quand TAustralien ^prouve Tin- 
^nence de la danse Corrobory une Energie et une viguear surnaturelle ne 
%arde pas li se d^velopper. — For the kong-pit (descending of the pencil) 
or spirit writing, the Chinese use a twig from an apricot-tree. — Pour 
^^conTrir Tanteur du vol les Chingalays se servent de Magie, pronon9ant 
oaelqaes mots snr une noix de Coco et Tenfilant dans un bäton, qu'ils mettent 



160 

a la porte 

atoteo«ut'4t-j , ,_ ^ , ^ 



rte ou au trou par lequel le voleur eat sorti. Qaelqu'an tient le bäton, 



.rjifL-asodv/ 








tfi&an iMijray'4^ dMtm* 

oldfBöIdi'iü' to<tl^ llMft*|il 

doÄ th^ oa4nfrJr.'tto«Wi#itt. ^^Dotttfe-lrtS'ik^^^tA" W '^Joto^ -üli^ 

fdbüjnrliadkJwenittl^nyd^-BoiJ^ Üi dtö 'nipt l^^ejS&i^ iäti$' IBÜ^ÜSTK^ 

ü^Bcimäs^IirfeM te6Ä^i%^, »"-gl^t^ ^mSki^ Wm6 <i^oi« 'Äid öÜr''&e''äiit-^^ 

o€>41ie!hoiie«iilndUh6d''^iÄ^^#qir'flie'^^''l^e^ aH' iiflMiVa!J'(il^^^'liijh&?^ 

Onalof'JMr^ Motty^^eMTMik y«ft>v«ntt< ^Mbold'%tibi^ ^'^^a^'^^^lt^'W^^'i^tf^ 
8hoviiigr«'^<«d>iOii^ntb "Öi^ dfft^r^ftfitf äbUft^k^Syüd ^a}d);^-Biit'iaA'^^f<5l^.^^ 
biddair a47(ifui>äiep^rattnHiHlie8''«v1tfaf^ii^l^fHfPo^^^e^iVo\^ ^^n^htfell^äflnl^ 

cook4dfbj'-rbatP.liAi^<w^«^ (Ji^d^^to#n^iaeJäni''an^^\h^^'frsigfit dF%^'Vo^> 
pälLy,^th»'Cliali'».il«^klk«Kiläboi»*4Mlr«m äf'^tl^lälilv^, ^^^ dt^ftlV^NkV si^*"^, 
wärflc^lliirled overjthißir ■««bdi^'«tSä4v^p^^fod^'^fog"&iij^ aftbni^te'c^&atu&i^^"' 
Dimiig<ttwatiiiU. oftBe itUd«ltii«^XI^),''^^n''i^fi^^w%^ I^^^W W'^^^''^^ 

the(;«ct[itleiiiäM knio6k«dv''^ M^'^ ip^^o^^^mm W^} i§^ ^)A^^^m^;'Wt^'^ 
it did.iBi|t.!:.JB*M tetbWii401()lhi^bMloiy,o-fi^2 b^^ ^Si4aM^ ^^^ 

ni9lH«daf1&4di»*4Mni6^M p0iMiili^»B5»''^i&^n^I'^fMiMt tÜ^ ^i8&^Jba^ aiiti^k'^^ 
Aft^£ripg>;B^Mli>fttb||i,ovar<^8biii# l^}^divi^rd''i%eigkM9^^ ^^^4^^^ 

mat4»r4ilN9RMÜie vtfo B^toiiöü0^qiik^<^efi&id^dndo'^i^ 6mio^^,^'^^^W^ ^ 

to ttmq^rtmibn. b-Qik)i)tiidu«o5riig^ MaiJi{kl^u¥^^dsfb¥Ms^äÜyi^^ffigiit^ii^ 
the.A«dlpiB4^J>4iiiii6Alik<i^jifeajmö4a<&ii^äid^t|iii)i4^^ fiKoi^d»¥H#tf ffi& mi^^^ 

as bur^tw»^ iftänSnsilii iObiiir ^tiUii^,,(#ugbi]^MIli «^f^^i^vRi^ blasig "«i0W(f^^flStf9V 
11iro(v»ilmn.jiiyfifjtkij£|q»Iotridii9e'lliltoi>^^ ^^hlVftf i]^blilMiäi^%eiMb><|f! 




161 

powMrs tC onee and proceeding to enumerate them, aa Girja Bace etc., could 

h.tu thifl, ms we with onr own ears have heard it, and not recall the demon, 

^i^oae name was legion, or fall to remember Mark XVI, 9. An American 

23Eai8flionax7, who has laboured for many jeara in Western India, once remarked 

^o OB, speaking npon the scenes which take place at the exorcist shrine of 

-^Sanoba: »Since I hare Uved and seen what passes daily among the Hindooa. 

^C haye begnn to take quite a new Tiew of the demoniacs mentioned in the 

^Gaospel** Mark IX» 25, Mark V, 9, Malth. VIU, 32, Matth. XU, 43. -^ 

xiTant nn r^cit nne crisiaque aurait 6t4 tenne suspendue en Tair par nne 

ijiyisible pendant quelques secondes on quelques minutes sqr le e€m6^ 

"kttf wfihrend der Anwesexibeit des Erzbischofs in Morzine (1864). — The 

'^nj demoniak had frequent and violent fits, since he had given himaalf 

(he devU (1688) to become a good dancer. The medical facnlty b«ng 

le to do anything for him, a fast was held for his deliverance (1689) 

a considerable number of ministers assembled there, to pray for the 

At the beginning of each fit, he »was, as it were, blown or snatched 

T bom np suddenly from his chair, as if he would have flown away, bnt 

tfae holders of him hnng to his arms and legs and düng abont him. 

prophesied in his fits, what ministers were coming to see him, ofiten 

^oke Latin, Greek and other languages, nnknown to the pebple. The method 

1 Carrington to brow-bait the evil spirit embraced three points. First: to 

ezpound, read the Bible and sing psalms, while Richard was out of 

fitSy secondly, to question, rebuke and otherwise vex, defy and vilipend 

demon, when the sufferer came into the raging fits and thirdly: to 

while he was in the dead fits. At a tUne, when none of the ministers 

a( Snrey, some Bomanists wished to try their band at exorcisiqg him. 

^^jli remarkable, that these understood the devil's „lingua**, in which they 

with bim a long time to the terror and mystification of all present 

loiiig the fit, the demoniak danced in a wonderful manner. He ofiten leapt 

hi^i that part of his legs- would be seen shaking and quavering about 

e heada of the people. . The devU had said he would certainly carry away 

^^iehaid to hell on the ^2. of October and on that day he was hoisted up 

tiie air, like ■anotber Jambliohus or Fra Vito but let down again by Satan, 

CarrijVgton had been fastingon the 20. of October. As tu Carrington 

had aiways (iit his fits) accurate intelligence abont him and could 

with the -ntmost certainty where he was and when he would come. Als 

den Terdäohtig durchlöcheren Apfel vergrab und mit einem Stein 

, senkte sich auch ein fremdartiger Stein auf Richard. Der Teufel, 

dem der Besessene, zu der Wand sprechend, hörte, dafs Carrington nicht 

aei, obwol er iminer den Mund mit Wasser ausgespült, war sein 

etter Melampus. The round, hard lump, (out of whiph the devil generally 

'^Kike) eommonly first rose first about the calf of the leg and tbence rolied 

r wrong^t npwards into the ehest of the body», as in the demoniak of 

«stör KupS (of Komthal in Wirtemberg). Als Geld Hir gerichtliche Unter- 

^^Qchottg gesammelt wurde, wurde der Besessene plötzlich geheilt, indem in 

Anfall von heftigem Erbrechen, worin nichts Sichtbares von ihm kam, 

^Br Satan ihn verliefs, worauf er zu Reinigung des Blutes vom vehiculum 
A. Bastian, Haitrfige. H 






.'} ''\ 



162 

tfiaboli deh'pirigirfte; — Dr. Keimecly of DnmlNCftOB botfohreil» (1886) ete«: 

^r ttm Ctereii 8ftltatoria $n einem dveizelmjähvigen MäAoheii': Thetkttauth 

^s^egBßä^'iMi the senBaiiön oVAn aarei or iMpenihing air, ptx^c^edittg from 'di 

tödB ixp^ihiMt' xttOSi it termiHattid kith^ aMomen. fficcsppiiig t<nas SBötAm 

fy äjccited aiid- Wad Intariabl;^ followed by a tremuloiis -motkm of -tke hem 

iiAdn^k froin riglit to left. The pastmte of tfa« body daring tiie ppeUm 

Äai'y Btäge tras tMTono and liaving ronained forsome time in itj qmt% inMnsib« 

to all extertiäl Hgenciefi, sbe tossed her body to and fto in «U direotions, twi«!« 

it slowly round and rontid tipon her h«ad, iVeqnentiy stood npon her head an 

reVölved npon H» as a entre, her feet ^lerated And leaning against the wa^ 

A'tone tiine, she was b^nt strbngly backwards and the flexor^ of the leg we!>i 

lüikrövHi intö violent action, wfaich ihade the heefe pre^ on -th^ iechkMI 

pföitibeyänices. At «nothbr time she stooped almösfc pr6n^. Bhe ihefii b<mncp 

ttpon' här kneei, "äanieed rapidl3^ and convtilsivety npoh ^m; at the! sänie tiia 

td^^in^ her arms atöof, as it enreged. BIht freqnently ^hirled k'ound tt: 

röxinä ttpon her knees- BmergSng frota. afit; she seemed totally ancoDsdb« 

6i the rtcent' dccnrr^ce; Sie wnrde geheHt,' ab sich dnnjfa ein Yesicatoiik 

anf'das SacrM diö Menstmation wi^ef hersteffee. — •* Thirteen kay^s, eÄc 

Wtth a föt^ graitis öf Üce m it, are plaieed b-y the exovclst in a segment c 

a circle beföre hliü td i^epres^t the- deities ^öl the Dhimal). The Ojha cause 

a pendnlnm ätftaöhed to bis thtinib b^a 9trinig< toi^tiate before theniy"ret^ea 

ting invdcAtiotib. TH^ ^d, wfat^'hä^ pbd^essed the sMc toian, is indieiated b; 

the ekdasiVe Vibration of ^e penduStii^'towards bis represefftative leaf > an 

U ask^d^ wÜBt sacrifiee he re^fcdres' (Hddgi^on). «^ In dem Frocesge T^atttt]] 

wurde die ' Angekbgte 'vemrtbeilt^ als d^r dem Bfltillif erscheinende Brmor4ei 

siief ab^lr: ' Das Pätisati&ttt ron^Bretagä^-Vertirtheilfee «ine Mörderin', di&4( 

Schatteii 'des Enüoi'delien' seitibm Bmder 'iadgedeatet. Bischof Stanislas le: 

Weekie die rerstoit^e ' Petriie , ' nnr - Voir Kö&ij^' Boleslotti in ein^r fif bacbafti 

ätigelejg^ehheit'^Zefngiäfö ab^tilei^ (MattittChpe^eiss)* Als Tscheu unter ^d< 

Dyriasti^'Tsddn ein Bat^r gegen die E^dstenz der 'Gofister 'unds-Dämoa^' 2 

schrdben wagte, 'Erschien ihm'^eUi' M«nnV> d6r)'<fiSch ihm^'ate' Dämon m ei 

kenndi''gebeäd^^ich iti eihiBn:' VSthtede^'Hlirtid' verwandelte- und« diesen« Ife: 

ächtei^'%errifr. ' Auf deii^i^iihi^pftiltti'^^pÄegte def Veistörbfene' am» «dritten »Haj 

naidh'^diär "ß^BMtiaig in'ikiiit 'iVaKliüng''2iurück iMf k'ehi«^, wo m«A= eü^O^ä 

^1t'WlüSei:''hlnüieflt^V dlelniät '(i^ sieh^j^tYnk deiti S«^mtft£ des Qvabes <l>eillig 

in^d'Asch'^ '^ti[^üte; ^äir die' -Fttfi^pulr^n^«i''^^hJ»i.' ^v^- Tk^-'votariev'W-N 

NtiMW^öi'S^dsitiän^Karnän (as Wonh!|)ped by Ä'Slftet|tde8«|nded fW>m'Oälk>i 

tö^'wlLÖth^Hshictft'deHVe^d ihe*'ehaarg^ i^"fthe human rraefö) eä^cBoma^imm i 

di!i!lJg;ed''W!th Sumäif^e^V iü whlth ^h^Spii^t i^'said <o leavi» thfe bodyiimid 

'f)e tratispoi^ed' to'^lbe ^bfis^fnltegidüs (nothing produeing aify effeeti«r»:pa 

' i^Ä'WbUhdftig ttie'b(idy'>durifi^ its läb^enc«) iitid giVing <itl vü^ retiMk>^?e 

" de^criptiiäii^^oFwhat haij 1>een setenf '-^'Wlien- attty teafl'0n'>tlieaC<mkiyüi> hi 

'f6iiti(dfavötir in^'the''6yes ^f''tb^''^ddi^s dtVe»" knd' sh^ >6hoo8>eS'ihi»:^s< 

'ttir-W^''iiibbrhadi[i;^l^ at "fi^ Y^^ h^ns^i lEisilbodyjtegii 

s^ädäidljf tb-^shkkisV'his i^reath$tf^^l& op^pressödV'^'i&dises'i^^yO&'^S 4«it; ] 

fii£[8"äo/wti tir he'l^ kbbut; ju^i^' tt[«^Wai»c!& öf ^ «b^ig^desgiinftyoiiMM 

t(^ if^y (fiäduiie) w^h'hink'^^-She lA»Ehü teils tü^ /ritmds ^«^ («6nd foh Ü 



363 

AleU,'aB iSheJiaa • mefaage to deliver to bim bv tbe medinm, 0& hi« wniTal 
Mbß .^muMWice» to. narne and vaSotwß the PateU, tbat ahe intoiwls h)eiiceforf;h 
li^e .vtp ^ftf »bade ip the vilWge temp^e, .. Tbe Patell ^ other Jtlankuri^es 
{vill^ge. Mithpritieyi) aAway» 4«miir in the first instaQce, und prüfen die gött- 

^ liehe. lyspiraMoB, entweder indem eine ^n dea S^nn genommQne Blume er- 
T$^n wird|. oder indem Feitachenbiebe ohne Schmerz ertragen werden, oder 

iio49iA.:e]A Tigctr oder sonstiges Tbier gezeigt werden mnfs,. f}ir. dessen, £)r- 

• Hwbeipnng der, Besessene die Zeit besUmmt,. unter der Bßdingp^, dafs ^es 

Qidkt £etödK)( wird. Xf tbe proof of the anthentici^ of ^^e , visit^tors is 
:6on9l«BiTe) tb^ |na^.i8 .^ortbwith admitted in tbe temple and tbw^forwkrd 

- iVk partiofüar days in ibe week qx month (^er Tag de^ Herrn} tl^c^e jis, ft sort 
::f^jDßiQK Jatra qx Visitation, ito the temple. where tbe oracle is established. 

.TT.J. P«.Xiewi0 (l& King. Street^ St, James),. ha viqg engaged (Cpr 9!^.^ IQ d. 6) 
. Mr&t^M^l^fun (2$ Redlion Squarje), defscrib^S» how th^ 9pirit:rappings were 

- r^rodnp^d b; .tffi€](s,?t^e tables mpved by bands or foot, Wjord^. speit ^ccprdinj^ to 
. .iATO^tf^y fltoppings and pnly the persons near the spirits touQhed (Once a 
~Wf^ Aug. 1860)^ — One day, whil^ several. of the regulax pat^ents of a 

' ^buktDi.were ^^^ tbe infiuen/ce of the Waf;ea and i^bi^ the iisnal oei^mo- 

ni^s.Dvere, going oa, a stränge patient firom another Mutbu;, wbo had C9me 

- .aa.a -si^fsotator, snddenlj sprang from bis seat, under the inÄuence of some 

- Waren, or Spirit^ throwing himself down before the gocL^ Those pepons» who 
' . Irnd been- before und^ |he iafluence of Waren, i^ere so no Ipngßr, being 

jujidesüy : transferred to tbeii: natural State. The head^ pf, the Mutbu was 

* * ii9wmg^d .$ried yexy much to ei^cite himself iuto the, State of W^en,: ^ut could 

' 4M»ti> idl bis <^1^ disclples tpo were seen gaziog^^t tl^i^.i^age ^ the god, 

' --Ijßviaentily wübthe.view of bringing tbenwelves undef.,the influen(^^ pf Wayen. 

' :Biit leor Bofne time their efiortis p];oFed fnMt|es§^ t^llqne disqip^ W(^.|^u^4enly 

- ifitted.by tbe presenee of Waren^ wbiob» .^e Bhuk^^^atld, v^4^ tha;t pf V^^lu, 
r47«hief semiiaut lOf Shiya,. opnstituted by bim tfeP;, l^ng.J^?fJ;fül..Hindoo. deyils. 

Idümersiog «ine»,Kreisfl^it Asche juin <^pn BeaejfSfne^i, und,.'re3ft^wW.jhn, 
-■; unten. Aafcdtoh«ngr:]»on Qualen, um seinen Nair^i^ydeji.^r epi|^.|ftlfi^^3ifltan Ma- 

* 'Homed : gaJb»: : aber dann : gestand, dafip» ^ eu» Cl^e^^ sei,, , ^r^^t i^icji zu^ ^nt- 
*'i-::JftmeiiiJfiQl'»dep von ihm Besespei^ye = sinijJpp «ieder i^nd erinnerte sich, später 
' ^ «/iKUsbii« nwbr yondec Sceae...-Tr The ,f!^vai p^,.guvu-B^^ .CA« Djpe n/^ts) 

' ■ Nfi«i4edicaA»d Mi. th#.,.fgpeeial ;Wor8bip of Dev^e. gp poo^ga.,CDp9rga Eqoifi in 

• * ^(WcntCa). *Tbe images pf Dopirga arej^VftP^hippjed.JÄi tJlju^, Jb^ftps^j i^'i^^ *^® 

"• «ifpler,!pff liuftrpeiiod^ un^pr a siUMJ^SSW -jaqpyr, , of m^^ ^^pd cltiaffacters 

^ r (nwuMiwüPC M 10CIO|),i^ut.af whieb th^rPi^ii^P^.i^^ß. P^;!^!^:S^^.^P^^<^' :<>°^ 

■ • ' ishanwter -for ^yßXJ ^y^ Oa tbe.-tenth day^th^ i?»-?^?: W«J .<?arried in.pro- 

'** ii'fMiiqmJto) J^ pmx, Wd Wt i». On,^^. ei^t diyr, all^ma^rried .women 

'-■ -v/teaewbl^rtegetbP?: ip....the ,iftterior of the.ho^p^^a,nc|. fi^ving |3rawi| upon the 

^"*-''^jlHrf£ywl»b.i»dr.pow4ier an imagß' of Devee^ .in.th^ cjWac^er of Shrce or Mu- 

•"^^ii^okrfi^H^Oif^ aiwijFoj:tU9fr),.tl>ey worsl^ip it by.,o^i.r|ng flowei:s and chaun- 

''*'5ti#g^».>4hfiiB4l W»»^. .Xb^n,follo\YS.rthe peremqny oi^.HJijflcic^ female worship, 

■*' iÄlbB*oPjh«)g«*dee (Pbopgudia). Tf^e wbolcj^^f^e woijaqn sqifat then^selves 

■'•'•aaow»,iBi»fi«,lft^r,rftawcb§8>/Pa9h;hqldmg in her .bands a rouftd pit^er of 

^"' tiij^ ^owrws am(H^ with.-^i narro^jr jnp»uth;, but 0|f consideii^ble depth and 

11* 



164 

KiäA. ' bi«.- (liMe . tfa^ all ittiM(t and Upv Bimn|t«oeoa8);, |t<!|q?|;^,.>^ 
A*ir.1imu,'tUl.«iM. IgoHi dw balancvof bpr.^gf and Qf hef,rf!fson^^|^ji 

' ■>;be ia.tl» «Me of.Wwao- f aUipg; ü^to * sw^on pr,.^«^(f^ ^^ 

(.«atUmoMt UM iwety f^f»^« ÄUo dw slate.of «<f,9^^|fUsf9,^ ^nlf 
"^ tkMiBiiiäi itigbt aa üiuiieMeciriiijJac.caiildroi^.Oi)^ ^i^l^^vc 
^miel * piMto «f mCw, nölk, .«ard«,..melted bntt^.etc,] iM ^^^(j.^^Äc 
eeato« of tke «mb. > lato thia Kui(tan>rB, c«t t^s inagetj «ifjj^u^D^,,!^ 
Dei'ee. Th» aptroos .sucibIiI« xpiiiul il and eack .dipa a Iwiid. ,or a irhala 
n* iato die Jwd... TlfSj theii jM^a aiuguig/a Batrtid.s<^g;.;(o^ p^^^ J|e|, 
gäUiBlF »tlba Mnitt-timfi t»:<itw,tlre ..«ojtaflM ff Ötfl. isnli^.^in.^^.&cniii 
ditea&a."'ni6->raiieM.ri«s gmdoaJlji »»Jmdv *"^ .^VJ|ieT Pi^t.;fJ>S-jJä'^^ 
m^*a« ef-lk^ra>iua in ÜMiomd; n^a^ gjifvt. pfroDor^ßiu^l^^ ^^^^^d^^c 
«neilfeiMBt teURi.at -l««;on..wiTOs,Seini'oiw(«pi,,fl»orp, .ifwvfii^, ^jlt^^^^j^ rmf, 

BlBhnitta)-rdtac*n,ih*re -HJiiuKtolia or Bbtümb», tiUege,d..|'pc^a^oiu,^a^ 
äil«a,' :-ra[i Ibwr ifluulf godi anit iB.et^<M#i' br^cbea. ef^sc^^.f^lju^Hi^ 
WMt« W. thtfr.g^.ia h«n)diMf;'^oipu|iM,. fj^un-^lun» Co.. ^e, die „b^ ^ 
iMtu dtket Uting, Mnabrir <rf. tV,'^wiIl)..-.^n»« ,isiB^t^q|^..pC,Ä^ Waren Jj 
ddaned* 'divi*a fiiOM- Sometimes, howevcr, the viäimion is mor^ setcrt 
aad -iirthtae isBtMitiM-it is lieUl ta be in aogcr für the ni^gleci of the usuil 
•roisliJvi'<WlMl].(|ie.W>rt)ii cumc«, it »nnaaacf« Itx pFGScnco by ^he, folloning 
aignar .!Fk« aoMlMUQae of Üie yarij, posEessod id phscrycd iiud^ealf, to ^t> 
■hetcd"in'expMMi«ni:,tliu tyes )>eaoaie piiflrudcd' and Si^cd.tvjih ^ alcai^iii 
{^B dtMA '{vdcaaiqt oFi >c11 aLout wildly, a tcembltfLg (note or |e9g yioienl 
■tiiBt:i9i>Ii tha.tJinW Sometimes i( aSeels .die ^vhole friuno,., ^aiu^tiiDej 
Mlji.ithe ttffieii^fwt «f- the body, l>u( in cveijin^tance tbe Uead an^^ n^ 
•ra^jnMeo^'diakwi ,b)i' a doutile mtition, thcrc k » iUgbl tremor f^om sldc 
tai tidiBȧ-'M.'9tkf, bat >t the.same tiioe ihcjc u a morc violeii^y^ noddin^ 
dMMwttnki.*:"{l%i« qodiiing is in uU cases llie.inoat ua^uestLonable . aymptom 
of;tl)ia''WHt<nl>') Xbfi' l'iJtj po^gBued.is also .frciiucntly bont donblc aiid 
fcirmdf'Wakirdann^ja' bis beac poauire, . rockiiij> iiia budy tu an^I fro; mi 
tooftiebaRwjiüs HbSfi,-''Ca>t» and he utiera a peouliar low sound. 4ß«r i 
titnajiCtI« »iplww!.«E.,t^eiiarosj3ia «omewliat abatcs und L« begin;} tij *lfe»(^ 
bnt.KI leBkoil'iif!i,Wlli-«!i'nperson..,,,Uis,c,09^ciDUiiiofis »jf self-idenlity is goi«, 
lwH»lto-ii-;Hveripfpp)n,ü[ Khuadoba.,. Siiuitp.bft oi: sonje ollitr, Wnre'a hb'iI 
««Itt«lWttla»M#f^->Hl,lfndiHiii«i iodwidnnl. ßeing a^ke^ he p^^s hia nflni>i 
»»d «faHa».*u(«ft»jith? B«"""' ie, passe« CS, as Majhen Jad (mj free). 'I'Im' 
««writa(iflflirt«fi ^jftrf»WJ|j" concliide by »sVing, when he will take iiia^de^. 
tn* uniilAm'i^i^'ffi poHie. S«nin. The exit o[ the Waren is markeÜ ()V 
tha-paÜanlufalliwinWiil» doep Stupor, üaep or truncE varjinp from ^p% 
nntentO'il-j^äibMWKT'VP"' wldcb bc rjs^s p^;ifaflily rei-oycred and, reatored 
tor^msüniNMiii^bri^ tOfaily .ignoranl. af ivbat- hu» pHsscd wbile the Wai:^ 
warjuponiiWrat -rr ■'Il»,,daitjft Maus, («itli bis broiher Muni nnrt im armjl '^o 
diaMrbact: th« Bt»i»l»a»,M .Tejnri (oear Poonab). vns slnin (aftcr ^be'i;!^ 'eön: 
vartad)^^] .tbo incaniatian of i>bivur a>, Mu-ianda Bhuiravii, adoted a^ Kiian- 
iiJMr Cff ittwir rfi- — ".'')."- "-i""'- before.\vho«e iem|ile the borse is guarded 
bj the giaat MhIIh. A large eBtnblishmeni is kept uii colABistiiig o 



f 



w 

dnMers, a tnMrmtj of vira (herou) and a giiMrfaood of Murali On Ih« 
a^l&l^fi^fi^ ösK-'of tbe tKn rann a tfnoitl (hPMgIt -tiie «Ith« «hd mihi 
tAe^l!ow%°t^*b/ion] hi KfeUn lind Weilr ««tlt«ilt teaj^ Bmhtaa draTliaft 

V^'iMlikB'lHi If a VtM bM» died, M'ii erpme«'iii luta aiid then jt 
^o^ ^'jiät' WKt the ^Anhtik, it%o biMi UcMbiHI) Ih« ti<kf da;» ** fOf 
i^S^a^^ m' liaüiaifi id Wbtnn (Ne tMA af ih^ dbMitMid -Mi tnnsmignneA 
^(^i^^Hüi ia Ai^ i^ hi »gh Stun« tenrcfirfMMc HdcktouaMuokaft «nfr 
oi&dfö^'mi^UiMtA itn 'Obgetaftaft ti «ef »i« (^»«bFfiMtl« 4«r ^CimMda 
^(älnliäMliä^ 'aeolenfii^llhrining' stellt Sii )ioM!ii(»Me ««igkeil ib itt fitl 
Sa^4l"''^ dtuWIf daM'-diä Y!»^ und 'MiWe |^1ii^ LtXMifemig vo» d«n 
'S^^&än'k8t0 "DIUlM^t.efh^'bin 1i««MdeM m< den hriiiAw gaiuÜBn 
Säe 'pM^Ildfi^,! iHaUMttd ' ifte l!^ir)»(triiii^'«nidtt1iMw ««iliger an di« 

<^lUbflälJin iHtf !tqa«) iw' SM« gektnnttenen Gfiu^r <IadM, dtfnBhsp. 

7wdE^W1?odteiirlrilt^) wdtiM fAnr«er «n HMtc friiCMa Oei*«Men)»ddnii 
S»|^S^WiK 'dAhiä eAacfle, 'Aifa fWfe A'«^n ifirVt nWläea ttnfl ihr« Rlb^ «b» 
^%Se 'lät^r^Jn Sälch ffiCgAfd« «Uget 'VWdWvM dn^iilg^dvnFU 
:fndi«nj'in dtrO^tklt '\ (ih Brabi^etf etttchM, viM Mi <Kttsn in dtO. KaAa» 
«Iralen ConsCancinoppIs nh chn'lliche Heili)^ iimj UDl«r ilea SiBila 'Miu 
Home m Amerikn DiC mexieaTii« hen Ffiichtguitw «ireitton «ifriAnn Ftffa« 
spiben nur Eeicht die ^pitzEm der A^hrtn ohne die trde zu iMtAhre*^! nod 
ahohcli d)C gni?chiac?h?n Gotter deren Gang sonst als ineanu* hMthnlbpe 
-wird ^ Die Priester der '^ecte ilcr Mdmnia Buf Raiaten wurdall dopoh! Oluia 
stoa Jnhaaneo St Pewr n a w bcgeiatcrt (ataft wie Iniher durch Qlaiut^ 
Salt der Diü-inren als Bund esptnosaen m der Schlacht l(0inQ|i(D'«l4 nBUd^ 
alleriichen riemiüdcn ki Ptti.r und bt Ptul mit Sclnsenern «nn atnffni 
Herab e1 enar pluitip und achner in der Lufl sehwebetiil vtie die(6oSIll«at«K 
ffl langen M noh'i.fwfinileni — Der Am Tomll)a(XVl Jahrhattdeiit) «(«iln 
von keinem DSrnrn /erhiel (rter ihn diireh die Inft von '»punien Mndr fUMii 
Doä von Rom naiH Venedig ftihrte) Hciltnitlet Msd Cora HaOHiSt diefiKfaB« 
leod der riifltaae Btnnlsmanni'icbe Ptden hklt ttar lOn Dartial WfaÜMttrt« 
Geist Vseaaen frei) Pen Bp^fl^cnen m Ncn Pngland unte» SHtlbdoar 
Pbips (S\ir JaTirhundertl erschien ein Bi-hwuti-KcIbea Tf.afeteh*(i(ltL IfcMb«*.' 
^'idliöun hntlp l'^^f die "Vision ■Waehinf-ton » Die Schamanefi'tlU* fciMJ 
jeden) veikchien mit Num fdem Allen oilei lldailiii) dnrnh die 'l.d&l''«dM 
LqIisli Nach Lfftu Hanjo hatten die Crecks die Kenntnifs iht« 
und t te 3n r iiigeiiih Fml'iih (dem Herren des \theini> ^ 
Jacoli B hme 'ii bit m h diirih AYiarhaucn eines imnemen G*IM««|B««nita» 
/ustarl dtr El, 1 e /u >pr ctzen und lic NakkadaH oävT TcflftlMMH *M( 
Bjiiiia l-elient ilIi euicr me ^in^encn Schaak Qm ihre Otakd ut u1m|bm^ 
»abrei^d 1 enn eg^pfischcn Hal;ut]iokns ein ^l^^ender DintftnilM Im SilldR 
kl(er lietrn-rhici niri Gabriel nuhm den *ichleicr Tart iwisoht* äaa-mgi/p^ 
tiHLhcn K nit unl \t rnham fo dafa dieser sah -nta hei jBaAn wirgiBB 
Cfif in In j at h id Acmdv-nnni rtiam <pemtLone^ SpinWB MMcb ))imb 
t-uiHP SiiiHlu iin«-""^ 'flliccl dDna Spiritns lancti D« VefO ■o|l«rafia»M 
»neu-. In iint Ar, r fi j o Kj5(u f, r-xT'x ■'ii n«)5fta) Ats fiMM^hMbA 



16i8 

den Rdiich der "Wlttwe anstlrf^b,' erfiihr er^'dafb der besitzetide' Däiolüh ein 
Jude gewesen,' Üer^ viele Vertrechen begangen ' utid 'ficHon 25^ah^''nti6het- 
i^ttwebe. Nich It^emer kotinfe'Ä küdh öeister V6r8tört)ener B^disrnng" Vernr- 
fachen. Bei den Caraiben (nach St Vincent) fhiireh die bösen Gföldter iii 
die liblbeir der Weiber uiiä' beantworteten aus ihireik ' Alles , wit^' hmti fragte 
(Blom). ' Nach Löubuscher hkll'en 'si6li t^phtiä'- tind änÖere' 55TerTenlaraiil^i^ oft 
halbirt, als ob "zwei Personen" iiii ßelte lägfeü.* Elii In 'ifwet i»eMi^«r '.öffe- 
theilterkmnker gVaubte, für sSwei össeii zii Biüssen ^liSatiiiHart);' in'^tii^ti^ 
nennt Brahnifi die BrAÜmän^n seinen' Miind, durch die' ^r'iM' Üc^Schanikh 
(seufzender Eänsiefer uiid tferr aller teuTönsichaft^nJ* dür iPübgtiseri titfcl Bii=^ 
rätön helfet h^i äfen' teleuten CSÄm (Käfti) ödlii^ KainfaÖ (Heirt^ öder Prbphiiit), 
bei den'rfatntön Äjiin oäer 'Ahyä (als iarkwisch'e Mestertitefti'lifefi'*^ii SanAb- 
jeilen ^ailyb. * Üie ^Schlage 'der"2aribertrotiimeI bieitiftjn 'oder'4/ef^trtlb^fr dfe 
Qeisier." ' Schamanen ' ohne Trommel bedienen' iich mit G^tz^ beb^geillslr 
S&he. Die burattischen Schaiüaiicn beWegeiä bÖm AhfciBteri' efö''Fähne!refn, 
die .Tatuten'' einen t^terdiB^chwelf. ' Tih^tt BnrchaA (Öötk des'HimirielarVf^ 
BnrSien heilet Ö'oa ' (bei den 1'tingusfeti), feuääi \.bei den feienden), Kälkk <bM 
den Äanbiicsch), Troroci Cl^öröm) oder Licht (bei d'dü O'stjäkeii nrid'Wognleii^, 
Kum oder Nom (fcei äen Samojeden).' Nach deri altaiseheh Tartarieh ist Öött (*fe 
bfirtiger Alt'er)in die Üiiifonh eines ÖtägonerofficSets gckleiaet(ftls derglUhzendätiGlJ. 
Beim Ausreiten eritstelrt 'äaS'Döhnergeräusch -titid der Blitz' aus dfen Fdnkeü 
äeir Hufeisen, l^ala ist (bei den Tühgäseh) Gbtt der Gesundheit, A*agiW'Vl6r 
Jiigd, Jelowln dw'ßeiße'n,'A*ühdi'de^ Kfnder, Sokjowö de^ RennÖiiei'inbIrt'. '-J-l- 
Xes pr'6phi5ies''t<ie8''S^ab'^fens) attrlbtraicnt Ito scifehÜe (dcmn^' pat" les ' dJJrfri) 
& la" j)nret<$ de lenf 'äme," ^tti ^e^r aväit Valn le pHvilfege de vöir' deä Öhosfei, 
qu''uri' volle fmpSnifftrable cai^äii' aux yeux'de Wtirs coinj)atribtfe^.' D^ipt^mite 
ftUtJre op^fon,:'l*ä" facuM de prataque l^tt divinatbir'e tifent & iiiife' tfj)Yitttä€ 
siilrfWelle* et Ües 'i)lu8' deiicate^; (jfär dort sa naissance ^ la puret^'de la' ißbfe- 
stttriHöri natufetle^/ ?l' lä yfgtietir'dfe''l'&roe et a fa anesse "^d^'-M' sienslbrli*^. 
Selon un sytoiile'ass'ez gÄiA-alemfent accrc'dit^,' l'art deia äivinkt5t)*'J>rocöae 
du (l^räpn qirf ässis^e le devin elf'lul'clfevofte les inystbr^s Caches li^-ScM ignö« 
rapdfi! "les ddmWs s^emparent'päf irauid'ede cert&fe qu'ils^"titiii4ftiefti&ht 

knx flevfns, !csqüels"äe''chär^fent enötiite ^de les i^ßan dfe tels , qtrtlsienr dnt 
dttf oöfnmuniciußs (Äfäsudi)'.'' Die lieben Zätib^rer 2u Natitfes (lM9)'ff61eii'Wie 
todt hiederV um Angäben'''2u thacÜen (äeaumont). THq mähommedänisdhlsn 
Deirwisohe örzeugi^n' den 'Ö'rgijLbinüs ' b^s'onder^ dnäih Timzen und Hedl^n. 
ti\i Seher "(seerj sehen mit dem geistigeri Äuge. ürsprnti^H^ bezeichnet 
votic da« Öe'sichl! und vöÄ i^ '^Jiöh sfelie"" bbi HömW. Strabo rietintr den ätH- 
lihUohtn 'VÄi^ifi^^ ^^t^ikk f^%\iaia6^6v. Vre ilTa ierraie quae'ment^m'Pythfäe 
divino afftatu coricftabal''(C?icero).' Vis' loci ejnsVunde'aAhelitu' ^116 terrae 
rtebat, (JMO Pythla ment^ fh'cicata loräcula edebät. Bei Aristoteles Üt der SFt>uc 
noiTiTixoc da'ä wirkentfe Mneip'der 'Gedknkeü. -^Cfei-tidtts p^nitens- (daift les 
Indes") fönt doi sa^'riflcbs sur le böM^ de ^eau, d^crh^ant un cercleV antoüiidu- 
quel lU plaoent lenrs Idole», en 'iotie quo' leur sittiiitilon repohd au huit n!tobs 
de vonti Kn invo(iüarit'üerf"fiiussey dlvinit^s', ils ärrirent db temps en t«Ünps, 
(|Vie que1qu*fin de oei Mittles se rem'ue a lä Vne de' tous ces aäsistaViis -et 
tournci dam Tehdroit' ihÄWe,'" ou' eile est' pfäc^fe, skns que piersontie' s*en 



167 

Iftof^i . C«l)t se fait cfli^nlnemsDi de nuniire, qo'on n« pent Mtribner ce 

nvwnuowti qn')^..rapäratio[i inTisi^e dn mflin e»prtl (i. BoncheO- Od TOIt 

(dfU.lflC Iliä9R)iCQiix ^ni. äToqaeot lu d^moni, sontenir senls e^ BUll I4>piii 

DB ii<aic«fUi äf breache« d'vbieg coapäe* et qoi ne.Boni uUieh.4ea enMmUe 

^iMCim.eq^roit. D'«Qtcas «Itvent en r*ii noe cipic« d^ fpi^aä liiiMiin, qnl 

•e ((sot. iteaia ivfS, tont«, aa largeur. Ili proarent par 1^ qae le d^mou ■ Ut 

<^t»l)lq(QfDt qpuuoBuiqn^ k enz. Hohl« durcliflog die Zimmer aaf icüjeni 

tirtBiBtih" tiQd opetitte mit eioein Solxblock. Le migsionaire Bod^m Mit 

ft.l9 t^moi^og« d'uD bomioe digne de foi et «ur leqnel on pent «'appiijor 

)»lidenient> .1^ fait iniyeiit (dwis ,li;s Indei). Ofi avait attach^ dana an sn- 

.dt^^,d,'iiiie. .pelit« ebanitire,. qd eorps .solide de la hantenr d'oa boinme et 

mirVßrtüt tellament jointek 1h moimille, qii'OQ ne ponvut Ten i^uer qn'arcc 

d* gamiß offQru. Cepeodant amt qn'on «'ea approcbftt. on le Tiat ae d^la- 

(^^ Ini-Qkfme . et . f'av«iicer aaiez loin hou de l'endroit oii 11 avait £i£ 

jJw^.f, ^OFB de cel^, If däaOQ e;iige «onvent le» sacnflces lea ^u itSoml- 

jMtile«k-;-.7liU.TA'' tr]ia^l'ornescio,at tfcna TaerieDdTboriur,enD Ibat er ndcanl- 

lllAKeriwiga..nUa.(eB war Glaube im Alterthaia,.dar« die Menschen wieder- 

(»bDteRjivilrden, aber das wird nun ^ter Weibe rirrthum genannt), heifat es 

-m EfÄlag zur HelgarQaida. Hnndingsbana. , Die Mesicaner begraben ihre 

fgntca in Teoüboacan (der ^Cudt der Teqtl) luier Grabbügeln, damit sie als 

.fifttor wifldererw«chten (Sahagnn). Von eioem Abge^cb.iedenen sagteb ai« 

idfh^, dafa «I «cbon.ein Tentl gewotden- »ei, daÜs ibn dp Tod la einem 

Qeitt odei Gott gemacht habe^ Getae ad morteiii para^^ümi.. Id yari« t^nio 

pufifit; atii redditniaa pntuit oaivtM obeuntium , alii etai npn redeant, non 

.nutnsni lanten, ,aed ad beat^fia transire, ,alU emori qoidem. Bei Id melina 

^t, quam virere. Itaque. tugealuc apad qaoBdani piieriüa natiqne 4eAentnr, 

^W4t effoiiu. festa sunt, et.velul) ^acra j:ajitalti«|K|ue. cdebrantnr (Pomp. 

Jbla)> Bis 2qt., Icuten . Generation in.,Maai-Ca}ifk.Cal^.dje Gottheit Hiiteniülepo 

i^mttäx Mani:|iluliki ge[(äv8cliC wurde) n:aren («nf.^fa-Seeiand die tiachkommen 

^ .Xumataa^oga untterblicb (t, .Gre;}. .. Ja 4^.T. Ujilerredoopi^ zwischim Faton 

.^si, Hioai den Geoien ^er ^IHrde itpd .des Mondes, verneigen F^ituo das 

■WWerauiJeben der Mcnpche*, dainit ..fylles aul' Eulen stcilic. tlina be- 

riiehUeTat . ober dennoch, den Mond wie4^ aufleben tu \!i.tacn (auf Tahiti). 

Dnd, .dfa Qina 2{ngebönee 4^0^'' im.Süii fort, das Fuiou '/.u^ehövigf: 

■«Ibt: .an ..Grunde g^ hat dv.Men?cb.»u sterlicn (v. Moereuhoui), als 

.laoA .idec ..Eide, geboren, über 4!e binualisetieii Gcsehleoiner dur Sonne 

,ifqd. des Hondes.sind anst^^blich. Bei Cjrillus IlcU'si die TauTe iffrrjK 

lijia, «hcd-caXuTOi, .und Gregor. Na», JÜluDt qlie Länge des Esureiamus. Das 

'SriBClfis<;be (ftuvui wird nüt dem phrfgiacbfin Manes lusamm^Kes^tzt, .und in 

AonanvtiBch.be^eicbpet Man; prioiua, .wird aber, auch von Morrone als aeger 

i4eliKai)8 ^b^aeut.. .pntar den Jvepyq'jjxevqi; wurden die vom Satan oder einem 

jbÖaeiii.J-'^WP Qeaeasiinen . verstand an. Ki iat daaselbct, iias im N-, T. unter 

j^i(M)>>{<!(<^voL,.ve(Etaades wiid. Sie beifijen auch ^uji^ciiuvot oder xXuSuivt- 

.{j^^vM-. ' piS; Ssxa haben ^as WortMetabdun, indeai daa Zeitwort abad dem 

'4yBPT*'^ cotapricbl (Angusti). Für Wartung und geislliche Pflege der Ener- 

■gnfiLenen waren die Exorciaton besletlt, und ea wurde gebetet, dafs sie von der 

Qcn'Alt dea-Fe indes (tou dXXoxpL^'j} befreit werden moebten, indem der' von Anfang; 



m 

b se (ap/izm: u) ieu et Lud aul wurde 4 c ni» s > o die In □iif£«p>«fir 
gonde SchUngo ( ii ttptu o oy ) gefangen B n biun uoieraciejdel 

Bt Klasecn m i hl ch n Eio c a ano de Pvc owla cum o dinnl r acoii- 
p at de manu I p s oj. t>e un in quo i pti sunt (.xu eia (C acil Canlii) 
De Ana je e He Dämon f j, e be de Fxo e aUun oh or durdi 

a e Zehen u e ) h ie M nd BuafBb en süUte (be Lvde) Wh raewr » 
Bf tnal N ng n o al kcd s spuken of n Ibe goäp«ls i a e thu 

Satan" he k J uni: [. r vrpoj on n^oio Tho wuids otuuo 

a ne e f n a ;j, end 3i[j,a L^ucvo ([>os eES«d b;r Uie ü vds) 

arc DB p n d n a p moral scdso Thev ar Bpplied ti> cascä oE po»- 

66 a on o oJ ti mi es In ref cn o lo tjt John tb« Baftiat 

and nef ncohelolh osbI ha»jag a anta {Joh X 0) OB uiui 
has tbe sante n a he Mah a tu p hn u £hj- Losd Bpeni-i uf all d a 
ea es a! kc na <if u11 i bj u c il u tbe boadago □ batan (Luk XHL]} 
Ib Whon he s en j retu ned " ib jof soi ng E en ihe devds ( n ju. «) 
a e Eubjer n n tb ngh |hj uame Jeitos. cantei plates ihe f»11 of £at*n, 
bul wa na b il s p ea that h aub er n of thc «ins (rvtu(i.aia cunati^ 
Ines no prnpe oLjec of □), to ll em ,lf I b Beelzebub nski 

Jesus tbe Jew cn du a u 3 b nhom do jour childrei aea ibtsra tia%,f 
Thc Pb sees e use e d fl (Da uj \esoab) Ähaiio^ a«m to Ibe 
Bh ne of Bee zebuh ( he Lo J C Fht-s) In tb« oraeuja aud elo ee s^nnea 
Kanoba Iie ppDsc daiioons fth cpüepli li}£te c aad ncrvass )iarox}BiBB) 
B e f oq n ev elled o be pB ea all ging omuel eB M be far IlM 
time po e d and n eld hc po er and a ll o v of Vettdn tfaa 

P n e of H n u de The e ii.a t ov pa a t. w ckad Bpa: Ca <Mattl> j 

xn 4a) 1 \ ij\ 1 1 1j IbJ 1 &»nscnl Wajoo iB 

Ihe rad a] a d cu on e n f tbe eleme 1 v nd es a Mea«« JibwIs 
but alao na ( n 1 R ^ ^ "^"^ ^° ^ ^^ ^ P " ^*^ pcenente faeraldtdi 
bv E 1 nn m murs a o d b hc sacnb er lo pa tito of Ihe yiuat of dt» I 
mooe plan Th n t om s Ö ke r- 1 |ia of be ß oeks sp titaa of Ui« J 
Lat US oh hc H b and Vrabs tbe n«mc for spi t itwtf Attnh 

a mam he vr d) ji e f u laun^ Iii Hob a^cheu werden d a D»- 
none als '' cd (Ve v,u e ) ederi,eB be Ch dus o Tonnant»« BfC a b 
cla^a of d enum a 1 n Mah alta dem noi iJ aber Sulta« Mabi>lD«i1 i 

geh rt u Jen Mahon daneru na Ji dem Nn a D nana h ea Le patc do a 
Bbakb amu I ou^u t*" ^ '^ 1 " l** 1°" demoa nmUuk* 

eanC tipua aiedlä]. saofewi T^l« enx (ir bb*t 1 

mouk non un u n n e e keßh o oksan eo uJour u h lo e de 1 angine 
dea qua d so 1 en Jiu gni uid^F^^" Teau niiTd 

Ma ) un \ n{^ e e n J li af dea u igen iic stes und tn ^iBiaen 
Cbnsti I Dan n n u 1 a Au&l e^b r der LliuniHiaa, (ß./i sMa >i tOt 

«at^t l) k h m h a h Neu n Testiunon T% de Ma h MI 22 Luh 
XI tS Ap s e ges h \ In de Apo e tß* b. XI\ I Ib) hie s « h 

von Apoa ein n edeKof belji a huse Geister aus^ntie en ( « 

JcvtUfia a Is C! u und afs d « ) d achen ExorcwWn 

(tivts a f, 1 a ( p* T- iveUJie d e b «en ( 9 Mar 

dorcb den Namen Ie e h n ollVq bi^ch^mt wurden B« der B« 



Bniln|g''dM''0ytnenarii und Alexander (t Tim 1 20) heifai es, ms 1 Cor 
■Vltflic**« IWptBhi*! toiv Ia-a«( Cm raiBEjötuol jii) p?ainjr]|ji!iv Der heil g« 
Ctatit nbd^dd«* (tie ratife cmpfanBen (Apostelgesch D t** XPC ''—G), der 
GegMwts M TO -vtj]la l^l1• nnd <■ Sü-a o. (wenn anch niLht für äaa 
judtsclie Tolk Oottes doch bei den Heiden als 5(i,ap (uJoi) Von Itr Taute der 
HAttrikBP-^^ iai Conoil Conmaiitin den dntten Tag nehmen «it (mii den 
KlMthnTflenl»n)- den E^ordsmns vor vobei ihnen dieimul in das \Dgcsieht 
md in idM Ohnn gehtusen nird In der EtorctBiticnhlutiuel Jet Linllua m 
J« MMj» m heilM 89 ,diT &ntan EnWago ich " ,DLe Deeihw ruofeen ( 'jf 
iiwpflufiex) IHißni bejaeni, an ' enuahnt CmllOS don Procatethes In dar 
mtnfIfrihniMChM Kirche vird der TindinQ beim Exorcismus mit dem Da? 
msivotne dtaoaplbei) stör tnlt dorn /ftgi.linger hezeii.hQEt ^ Cum a daciDQ- | 
miau iMptonäslbr, cr«dnm quod deus ipsi« lo luntur luem deum m)i.iuil Ilog&, 
M([ 'C4U<Diliä^ ipBTHti appellant (1 lant Carp ) — DiLunt anionm purun^ cm , 
räUl UdaSxUaiV titituuni raerumr bemerke 7holuck lon d..n oncntiihhihci) 
UftÜk«!*. ijA^Datur *taraa ecstadcüi i,atn üeo per contraLtionem et eipnn, 
•laoMn i)a)Q]iHliidim.m et niajeslntem ovHthii'< BIulIl dnnk a. streng deco^ 
iMd or lafMtitl Ol t) e leli^es nnd tender tops ol the caseine ur Sex japon , 
(tB* betoTod 'ttbz oT the Indiana) is drunk constantlv e^cn e\ening of tlj^ j 
cUdf alld mrmA-» m che ^reatrotitnla vnib ^eaCcerEmuni Tl t mfit lun i- ^er- 
itapv ohBi«fidte most -iirtii^ and po rerf tl diiire[ii.(.>< of ai > leciioMr jef , 
kii«m(nd)U*ift Die Fernaner gebrauchten nach Garciloaqu un iJ'' h^Liti), pur 
giMtadWf^^dnhfi Postquam nngncntü corjins aiinm Uiv i m jrjfunduia ^ 
HMlknitfitlK' fciÄdil, -M nie iRa notlp nie ae luetifo die eti. isn puluiL ilier? 
«ntinnUNUHVifllCrrogHlA, re«pond!l i;e in monlCE: Bru (eror m con entu l up, / 
ceHqi^'ViMiflälk trvera iuitae net uUnd sihi j crauaderi -itolida pasia es( , 
{a^rOviblmllttayt — Uine videiims nonnullos uLi paulutum > no mcules un^ , 
mA6IAHhii# >MH-gii8 äcnhere lel in conciatie loqui <iuani jcjunos (FUnckd) 
16891 ^ MNU'OregarinB den ETlctit-^iier nur (uhnlL(.h v. e in len apo,ioli>.i-he(] ^ 
Beidiiitanllie«t(M den FWoen der Eintritt m die Kirch., ies KUiter /u Ging , 
veriMrtA, bU^IJi« Min«he WolltcB & lürecn der Ard^roum n fhi inla^'en, 
obwd dUiettnt Me bei den Mittlem l nchn r vcn Icn n uu<.h kr Herr nn^ ^ 
disi HtHigtW S«fi<rren Al< iie mdcf knnoch f (rit im il rtr tr muugkeil ^ 
cnlgMa^^, Athten d!ä MGache neinend irr Icni Altar Uf-^ d)c e ihn be 
etratt Mafllaii mj^ AI» die Fürstin mit ihrem Gefilgp bei di;r Kuckk«hr j 
sicbJJ^lf idMUialbhaten Huhe beland sah Sie eine Erachcinun), init £atlernde)i 
Howä^naji MÜtientHammt tdui S mmel heiabetei^en d i in dm Kirchi ci^i ^ 
KB.ei'lsid ilitAiU« wtedet' hercarkommend ihr mit emem ^c/ iikien S tuerte j 
iuufliMgt»-tlad"sie nielersticfs %ls die M nrhe dn\ tilpuacln lii^tnurdPD, , 
gnAMüBfeiabMl ein Grab nltt poch zur 7cit Johann dos Mai t,on li lUU ( d} 
beaMhatfiertMbhrift btiagcnd »DicsM SchwiK wird dtm naht 6iin der die 
Venn^oUit leihen aolltc dne Helhgthnm Galtet, zn ibrletzpn' Als bpHi£r , 
MllttBM^kMli die Mf'nchc hlllloa em arteten konnten sie d e Thhr ri';r Kirche 
troH^Um'SmlHn« nicht ßnden und muralen ^on Dummen er-^ehieckt sieh ^ 
voaiii»ri*IIÄ*3 zuffiekziehen In an Min V nhan dCn Peracm gcheferlen 
ScUttHltl iaRei<'d c Armenier den Torlanfer ik ^Inn^cnden nnd lichten Man^ ^ 
"'HaUpllhH» si<4 An! die Spinae itUrzen und m der Schlacht 



170 

stti deh Ofeni'des^AttldMiyi gewädue« swti'geflttgoltQ'JBOgiiiige, (auf dai» Be|«i 
ütei* Bfönii^&) ddii>Si«rg (wi<^^adi''bei den >KrtaEfUiieni)j -h« AAgfldeki PhHiFH 
plheiy tHfd ^r Nitog^bo^Mie^ 'auf' ftita«<*M|dte .v^legt "und. anr die rfrisehe JMlt 
jgteYiracftt, attmiti>die bdsdtt'M&isliter'iäti so »leiclit^ aui dem -Kästner cäitwtiiQfafi« 
^hnetir wfLHt^d Wa6h«ic«iN»ih i«af fiacdcea und Kitiii abgsb]»iivi"irarde]3« 'Uli 
äi^lite, 'dal^^'die'ileiblieb« Bwitma^, ^da der^'Iieiifel ha) Memich^h'j^^äl^T Ulli 
|>lil^; las-^ne^Straftr-vt^' ®6ricfat^€k>tte8--anzii»«faeii'.|i8ty'da rdttr r7eii£^f?-0l 
Hijm'^'ithith, ^dttB^it '8l<di :&&der6"M^8chen"damlii 'spiegdir-möcktefk; ; fh&f 4it9^ 
^ WYtn,y& \itiktAc^tt\^ le Syt&bol*,>Jar gardo'^et 16 Fhylaot^ro! p(M»r «iim^ 
l'ttbmine ^btetrö^Ie^düaM«, <|fiä'Ue hafit >rieti plDs^.qnevoe^ttgiie <^i'to^ 
söüventoee' t|ti'{^a'est^>#dc«n€t istd^b^d enyit^^y-^pBit \i4mis^€hmatoe^fl^ 
mi5rt' Tamcüö^ 'm^t'irirati I^ aber 68 ist «« d«r (Tesc^htef-d^r l^Ttoreiflp^ 
"tiön^ ' hiiilfingli^ bflfe«i6nf>,«'<darb 'maa nicdit • iminer mtt md leichten Q9(9f^ 
Üönüit^'znm. ^W^6k 'kam,' wenn atte^'dieheiKgefEQ^mät'JBelbfltf ddrciir««^ 
brieffi^be B^ficbitröittng Teufel aasgdtricben Tbdben. mSb ■ Ai6r^ieit)t»r:der: 'w^di^ 
sähis'ten" Mittel -wird die fidstie angesehen, "'^d einef «Freit m>iKon9ta]M9^f^ 
d^ säe i:¥ie0teff Sftfßban - t^nach ^ieefi^ms) //auf : tden-^ Kopf lidgte , £ihHe i ^itf;^ 
wiö^'von einem vnKÖkten !Kitt!de''b^vtthct.< Einige Bxbrti^aten lempfatden» dis '^ 
/äonders sictier, dett i^amen* desjedesmaligeik TenCälsf'ab^ etoi Stück ri^apieirr^f 
^dlreib^ ntod ' z4 ' verbi'emveti , wie der : i Bisdiof ^ , ^«n Laötr 'dlbdorcib { NiQ«lfi 
Aübiy 'Von- Beekebttb befreitet. < Der Haudi' derfixortisten ist d^m.iSm^!^ 
(naek Stv ' OjniU) ^ier eüie « '«engende «FeBersglath. Mitunter r hatten dier oT^lifl^ 
bei30iifdi6l^ Idiosyttkräsieii,' wleiFeniel Txsn; eisern» erzählt, fdei? den>jungei^^||9 
eiuäs Edeltnanues be^es^n^'iMltte'^'und darch ' die' Uttriihe eiiBanntr^urdey^idi^ 
^ i^tetä' beim Atibiick' 13t.' Miohael&'"zeigte^ den jsein; Vater im , O^Dff^sffg. 
Felix 'de Atanlin dedleiqH' «eine ,vEalaeiaB del demoniQ''ral AfeaagelrSaniMi^plj^ 
i^tf|>re<nO ^rlnefpe d«'ieft Angeles/ Prbtector d«! Pueblo :«»cogidQ.de)Pio8(T^ »iji 
C^^itlBii General dei 8ü< Celestial iEjeroito. > 8t PauHnus.r.ilhD»t die) Wirksi^B^ 
%^'der Rd^iqtiien der faieü^en Julian * in -idten Seiten war >4ier,|ü'iaj^.;diqs 
Ktenzed set^' Wkicsam,!) and eiainit lOitihraBk^gefBlUefl >Glas.>?effhrfie^ ifiiß 
Qregorius ^^ir Xärol^e' ^2&hlt/ als/^der heäige /JBetiedtctus,<)da8>f^eiohe|i;<^^ 
SDreüt&es' diito^''>mac^tei Herren ^4e iNancitevf der giio^»e<Hex^nv)er^ge]^4|Q 
^)eL^kenlM)rd% , ^i ei^hlt von JT^umhette'^ dTAbadiet ^ Xe) jour^ ve^Ufv t elte ;ja'ei^ /.i^ 
döriMf ehez ^^lle^'ieti pendant >qa^oo disaitila gBäod^ Messe'} le^.diajj^e-fhji^j/yjpt 
arräeher' UU'' Hl)^ de 'duir qu'elie' portoit^au ool,. eomioey fontr^un^, iagnsi^ 
id'Miti:«^; 'Ijtti 4B8tt uii(»)<fdntte det'ixtaih >oii potngiJBera?!^,: l6rpQulef»^pa£(B^,^i|tEfVjlfs 
deüxi'daigl»/ ((u'elles croy>eiit < etapartenl^ ^eomme xembde ^>^|itf^;fa(8|[^Ti«^09i,ißt 
tSöttU^gB, et; padeeequeileidiable (de peut soufiHr ee palgnet^ Ml^i^qt cqp,'^\^^e 
1^09ii eitfpo^tetv^lnnfti'le laissa)iprb8iida^suQili de la >porteiid^ lai^fti9)>i*c^y)'44yi^s 
}«^[oelle»'eIle'^onaiaitä- <Itt<'der ältestea KirGbe ]|eatimd .<448;.AQ[^t 4^ Esf^cistfu 
vai^ J(ekäm]^fting'' am Teuf^s • eigeads eingelotst, rmnd<die. ^wiMinü^ Tfp^r^j^n 
amgerwaadte 'Foräf^ ibesohränkte' licb.inütck fFörtuUian <dar«af) 49<s s^c^v^^iieh 
'■eitter^Be^e&w^ung 'inir Nameaides^iebendigemGottes untei: entap^f^c^b^i^^^ll^ 
^rei»M;blafM$xd««'^eiif)el an dife 3tiafen>undiQuaten)i»fi|ine)::^ ^^ePf}]^^ 
^d^^iw^rde ttl^ilüiiäefi' haben. ■ ^av miiinte darauf 4esv^eufet de;?j$^efge^^n 
\ü*^tt6*»efiit^gy^idüßvifm^^ithii^^ ! o^ätj^T^g xp^ 

Aieistei^ ^e Be«cbir^H*uii9::lmiiNiahfen>'Hiär heUigenf><TriD^Kilr, ¥eirv ¥i9ArrS<ich 



171 

Xfimienii 'die sinh iii= den dicken GMärmen eines Pferdes eingenistet hatten, 

'^^ittdö! di%- B3u% an Tbeil, dnrek die Hezenpatres im Namen derselben be- 

^ok«rorMi"m 'ilrefden; wenn sie abgetrieben werden sollten. Psellas xtßlbex^ 

^hieiilei'idrei' Arten tmi Teufel bei der Besitsong, die der Luft, die der Erde 

'vand dte^wnleiMiscfaen;- Dit ersten nennt er vorlaat and gesobwätsig« die 

rtiteii'iyahlhttasev' Wogegen <!Be letzten träge vnd faul seien nnd auf keine 

Itt" in -antworten pflegten. Im 6hu9zen war die Besitsang ein streitig^ 

^kdilet'tfwisehan'Aerxten iond Priestern. Loyer führt eine lange Reihe von 

^Sympi omtn an, mn- zwischen Nervenkrankheiten und Hypochondrie (et ancunes 

091^ Ir b|«&t 'des intestins-argue nnis maiadie Hypochondriaqne) oder derwah- 

AKn-obMäs}e^'<anil possessio KB' unterscheiden, welche er schliefst. mit den 

^Wcnteiltfi Mais ü Wy« Signe ai r^vident, qae le diable «st an corps d'nne per- 

9lMni|6i oooinie! est teiui-^yv quasd une petaonne simple et id^pte. qui n'a 

JsMuitf»'4Midt6/' parle de langnes estrangers ou respond h propos en son lan- 

^itg^ flAtni«! anatexoMiwnea Latins et Grecs, qu-on (alt aor luy, waa 9icih 

^ltf'2lttij$Anredner dar irischen EteviFals merken mögen. Thomas Yon Aqqino 

«II«ht>1tidkts-Oel8hrUcbes darin, wenn |Qch Laien die Tenfel eines Besessenen 

-isd&iigenk'' 'Dil»' Mehraütl der Exordsten wül es indefs nicht zolassen, and es 

%^ni]nai^'kncl»<«elteni dabei' Etwas kerans. Bei der in Lüwenberg Besessenen 

ÜlttlÜB<Eflier-4te Wache baltenden Bürger eine längere Unterhaltung mit ihrem 

^l!btt^,*4«r, wieder ihm mittheilte, in der Hülle «annächst su Jndaa safs und 

'xätt'Aef'^VertdireibangDr. Fansti prahlte, die er aufbewahren würde, um sie 

'MbMilEdItr gehörigen Ortes vorlegen eu können. Eine besondere Schwierig- 

-Iteit iHMdt* 'Sieh- -^ewöhnliieh? darin ^>dafs, wenn der Teufel, endlich durch diiß 

'WMhfda'Besiehwdnmgen -ges^^ngen, aueh zum Ausfahren bereit war, er ^in 

-Mmi^IlM^f^'ttllgewiesen erhalten haben wollte. Gewöhnlich bat er, nach .dem 

QMp<^^dber>'bibU«eheib Coilegen, in die Säue fahren zu dürfen, wie es ihm 

GMsgöf M. gekannte 'Nonne einst erlaubte, doch hatte er auch andese 

b; so-'s«hhig tt Seilerns vor, ein Haar des Hauptes,) den Nagel 

f^hMft''Z«%(^>ehie ahe San, /einen Strohhalm, ein Gerstenkorn, eine, faule 

^^'^feid^^)iii''besitbetf."Bs bildete- sich indessen unter den Exorcisten zur Regel, 

r^lMi'VreitiSätQtMrtier amf Erden zu gestatten, sondern die Bäckkehr aar 

V* ia ^oiPdern, • damit', er- nicht an leicht aufs Neue- befallen könnte. In. den 

'^H]6x^r'*^tfeä' Stügirns l«og der Teoüel (nach ■ Chrysostomus) als schmutziges 

'^kdi#^siti'^^n:' Atrf der Zunge der Besessenen in Löwenberg sprang er als 

~%aMiftfroMe lierdm,: und aie klagte, wie Seüerus berichtet: «Er setze erstUch 

^^''Qill<'ffidlKBMf4tt -beide Seiten, aerkratze sie im Leibe, bis auf s Blut, alsdann 

'(9i''al^' kaltes' X*anbfirö8chlein in den Hals, auf die Zunge, in die Augen» 

tMt'<}lJtidniarseti und peinige sie jämmerliche Sie meinte, den Tenfel 

l^fM^iäMö^ Mfick^' eingetmnken zu haben.- Abends sah man ihn alsgroifse 

' '^^Aäätl m9t''nvt" «weil Beinen und einem leuchtenden Aogeum's Licht herum- 

'^9M|gMs: ^VFkch^f^evBel trieb Simon 'Salus den Teufel,- als schwarzen Hund, aus 

^ ^ihflltf OTu^ngC'^ ab> und -er erzählt,- wie ein Besessener, nachdem er einen 

' ^^ W u t>teti>jlr A!||>fet gegessen^ jieh von dem Teufel, als schwarzem Hvn^, ge- 

'ffttttSi'^- l^ie Besessenheit des . ijftostodker Knaben. begann, nachdem er 

MrmMI ' 9^od gegessenif das ihai (ein altes < Weib gegeben. Die boshaften 

^^S Hu feW fc if^Af p^b^ii'sfhdiiavegan ihrer ^ GefrSfsigkeit sehr von den Laos ge- 



173 

^irchl^ Eg gibt cjve iUaate der i^uberer, die Macht iibec aie zu erliuirai 
lOTB^n, npd wenn Jemand seinem NachbHr Schaden lufugen wil[, so be- 
leheilkt er den Zanbcrer, der einen dieser Diimone beschwurt, aieh in def 
^qiier des bchUclitoiilors za btgpben «o er nach einander die Lmteweida^ 
das Bbti und i\e L'.ber >ef7ilirt, su dufs der Kranke in. nnhulburer Äni= 
t^hrjng dahmsieehl (s BoHnngl Lm einen BeseaseiiLn in O'tafnfcn iE 
IfOtleq« \ereui.ht der MgBn),a seine Eunbl (te ihreiLl llnrtonl in Trommeln 
^1^)11^ und Tniiken, bis der gnnstiye Aut.LnhlicL. i,'ekjinmen itt Der Ireis« 
W^ äfam in? dem Kurper das Beeea-Pnen heraus ui einen lehlfisen Gegin- 
Stw^ i'srl*"'!". den es ihm belieben wurde iii bewohnen Piea (der Eet^ 
oifi SpihD ist bald eine besondere Art Perlen, bald tmige Hrlzatucke die 
nu^ ScUangenbant verbunden sind bald eine Lünen (der Leopur lenk lau <.- 
oi^pii dbnlrehe Din(,e, die um den Koiif, um Onnd? Arme odtr Kncihe! ge— 
t^f^;^ werden lur 1 nun der-, knfligi Medium gilt bt den ^ asukama nniü 
S9den:n Summen Papier nnd lur kleinp Folien «trden oft »erlhiolle SaeheiL 
so^gebandclt Ijm die DorlPr \oa Calabar bei der aliRemeinen Tenfelaans— 
tTBjbang in reini(,i.n, fH6(,eQ die Neger fraizcnhafte Popan/en (ähnlich den 
QcDeah aul Cl^Iod) &a äir Kren^nege zn »teilen, und warten Inon einige 
T»g<B, l^is die hafahchen Dunione die sich zu solchen Eb'-nbilJern hingi'zogen 
fötlletii, 8nh liurm eingenistet haben nm auf ein ge^i-benea Signal pl tzliih 
über sie berzufailen sie über die Grenze zn schleppen and ohne dafs die 
ütbeira^Chleo lenfel Zeit haben, oiuh zu besinnen und eine nen< Wohnung 
zu snchen sie bei Uhend gem Iioibe zu vorbrennen, "•le di Mii lonnre >en 
JilJUimiac IQ Peru Dm c,bnsllichen Exorcisten memlPn keir Hecht /ii hnl en 
QW (Tgend eise Creatur Gattes zam Besten des B <en zu verH^en aber 1em 
BiJU^trwbenBD Teutel das. jieaunachli. (Jnarncr zo vorsagen halle auch 'icm 
Bpdapkliohkeiien, da sokhe berienlo-e B acnichte de '■iraf-cn unsicher 
nwehfg konnten Gregor lon Tours erzählt, dafa dir AI t \ ei al liiis 1 ci ünei 
Spckkehr von einer Pilgerfahrt seine Zclk nd Orawr.um loll lon Teufeln 
ffndt die sieh dort iiohnhch eingonchtet hatten und il m ui f '■eine Fragen 
aDF^orteten dafa sie von Hom bamLu unl »ub nur Pin Uenig ausrihen nol) 
t^l), pJCenaiiiius, der seihet ein berühmter Etorcjst v,ai lehi kie aie naiurhch 
S9;i)fli(^ zu allen Teufeln Em >oq lortupat, BiEchrf mn J'odi aus emein^ 
Bs^B'^nen lertnebener Dämon wanderte einige Tage in rier Stadt umher 
^epljich klagend wer doch ihn, der durch ffoemnatos sine Wohnung ^ver 
l^j[pn,,jnifnehracn mochte EiR armer Biij-jjer liafs ihn aua Mitleid in sein 
^(ffjBjjfn, aber kaum »ar das ^eadiehen als er siUi les liirjers ^eiMi 
jilf),^^ Kmde'* bemachtiete , und es (nach di.m Eenijile le» heiligen Qre= 
g^najf^o lange schüttelte bis kern leben mehr in ihm «ai Pauhnus 1»- 
Ttf^ltfjfi, dals, ait. der heihge Martin das Haus tinw H irgers ^n Trier 
eipHtj jh^^eten habe, lO demselben iiktzUth e^ner der Inea' en irm Teuftl er- 
griffen , -wurde und nie ivulhcnd iimherbef Da er 7ii, btir=Lii ie)-i"'<^'t<^ 
sie^t^jhm bl Marlia seine Finger in dep Mund die ihn nie filnh^ndea 
Ejfi^^^lcanQ^li lind grofsi. Unalen verursachten, su dii^q er da der Ausgajpg 
IUt(^^Q)ten lersohlusscn var, arhlicfsliüi imtcr iielfaclionK q Pr^errpnkungen 
duH^^inen Bainhflu(a auafuhr Si illidius befcciii, e1 enfalls (naji Gregor 
'Öfti^ni '•'«( Eoph«r de« ^Bpra Maii»iifiiii6 von, il(retn Tenlel, md^^ er 



17S 

i\k Fiogei; auf ilireri tSaai atitMita. D«r Satto der Beselseiieii ' in Lüwtti- 
bere drohte mii einem grorien Stanl fa. t.>, wenn er aiufahreD lollte. Aebni- 
liches berichiet Ilaitmann von der bcsuMnen BettlBiin im AnnenhAin zd 
Dä'fiingen (1716). ,^et)en anderen Plagen hat der teattä dR fieaegtenea m 
Löwcnberg oSt all« Intestina nhd 0«dltrme Im' L^ibe'aaS'B Qr{mlni|ilii- )nV- 
äifd liergoworren , daTi ea 'abacheiiUeh , in icilien nnd bGren."'' ' Ana £gnM 
■^Uicber trieb (l6M)'der proteatantiacliB StadtplfarTär In Kiiflabeim den 
^nfel, uis Spnlwumi; aui Secietafh kam et sla Sehnecke. Bet den Klrgtaeii 
iiBid der ScbumaTie den Er«al:en mit lelner Feiiache, nm die nnalelitbaMä 
^iater ans^utr^iben. beleeki'Ttm, belfat Ihn, dafa er blutet, 'idd kpnekt OOä 
in die Augeu. In Laippinaiten quetachen die' Weiaen' naafln''(«rie Caiani 
'tankitli) deu Busen iersua,' linieren ihn auf dem Danmeanager und Bc)iluck«ii 
1^ hinunter. Tu MatlagaiBCaT bangt man aich als PrilaervatiT ^ewdhui TtUa- 
nu^e nm, perbeiligeBenAdictna aah, Wie ein MSnch,' der aicb hetmlicb nHi 
4er' Kirche forünicbleichen pflegte, von einem achwanan Kn&bleln, iae Sik 
leiiihafti|;e Buae txnä deshalb allen Üebrigen nnsichibar warj am Sanms lehiei 
kieides hinausgezo^'sii nurila. ' Er «rordDete also jedeatiial dne "Tracht 
^gel, die aber der sicbttiari Köfper äes MÖnchba empBti^, bis dleBe An- 
feehtnngen ausblieben. Auf einer aelner Kelaen, eraSblen die Tao-we,' kam 
B3ng-.t9ing omet in daa LauJ Chnn-boa, ala ' ein jungei lAdchin dort von 
^osen Geiatern beäebsen war. KiBg brliihU die NacGt in Ibritn Hanse la, 
€liä die Teafel wagten es dann tticht tu beheKn, kamen iber Wiedbf, aobkld 
er weilergezogen war. Ais daa ^ladchen b'ie'ualcb deti Gründen dieses St- 
n'ohmena fragte, autwortelen sii 'ihri'ilWir ft&diteten kioa "tor dt^ gdibrMÖ 
ÄiDg". Als (lii3 MädeheiL IhreÜ Tafer'daVon'ntitBrTilihtete,' 6ihB dieser ieHi 
^qg-tsing nacli und erliidl Votf fhm ein Sttfct" Parier 'tait den' WorteÜ 
Ejng'-tainj^-tsai'-tseu (King-iüing'Ut'bler)! nntlsr der Anweisung, es Ün üeintf 
T(^{ire ',iu kleben. Von dem ÄAgenbUcke »tt 'ielgte ^ch' keinlVwIfef iriedte:- 
:Uitunter entschuldigten sich 'dhcb die cHrlätlfiJfi«^' Teufel damll', daTs' sl^ 
Jliirfeh niagiachc Rün'äte in ded ' Körper gdi&mt'selim nnd nur' fiäcb dereÄ 
tosung BQMfiiliren ki;nnten. aWfiirart6i;'imt*orfete dineM Solehdii .Es ift- 
mir gleichciütig. wie Ju in i:!*'»^' Ißll^e»' '^'eknnlmeu tÜKt;' aBer' liri'KamBii' 
./esuChnsii befehle icb dir, »a»i;yftihrtil--'^tid' glhg inlt' sftin«i'--BeiiuWeniai" 
»or.^is tr fori war. ..Dnfs drt'feufSl-bfi HosgMlfi^en'itt durch' fleriZaiib^ 
Beschwörung iincl ein /eichen EtiiJtet' bicb' geld^eii, Hla wie <0!aJ<sc)iertrett"bdei'' 
(un Fenster cin-^usinr^Gn. oikr ^fffSlScU 'ircrd d^ Malier ger^Mhtt, 'day'liat'ätir 
äciianäbube i,-ethan, äic I.nute^a'HttiA','' »sgrlmäta. Der' vofl"ElM(zar Ton' 
■Vospäsianaufigcjagie Toufcl »^ '(nsth TostpUna}' Jjfn^'KeMe, tter'^ti Ap^.:' 
loniqs' exQn-'iric 'ein ^itandbild' 'iim: "'Efn«' Pfail tn ßMns^toik ^1505},' äUi 
beim Zahnweh' uagedalüi|: »ditscKt^, 'daft-'dcif' Teufel In Ae zÜnle 'nl1lrä;~ 
Wnrde"To''1/ aeti^ 't^ittiti. UeeSs'efa, 'VI«-'aldi'''D«iiUtM: Schalk'der WabTtael^ 
'n!£rl^'"l#iäe!£^' Bt!frri&,-Ii;Up,'-B^pL''''"GntfM''Uflähtir v(m"'eii(«r' Jnn^A' 
mii'Lgäld^ 'ans ^1 litegeäÜ-^eaHA btie''''titid JSb TachMr des Schoil^ils 
ÄW'^TKfW'bellii. ^W»c!WmWi«l'^^*tr' ■git-'nui Kfiada« Teofeltt 'fieaeiitti;' 
,^"^^'^tf''|!^^^'S^'Gehp%nneriükiiät'')iertlm,'''ithriEbL'e'iuni-vdrdrä' 
tJ£(bi^n'litätluÜ4i|W.'''^D^r'äx:ttait''dä'm'liSnten^^ 
qlit Mli"iorißi"At i^^'ai'13eH^'täiM\e<!BIMjmi iHe-. IS; 1913)lttlM«>^ 




^% 4lA AfttifUi Umin 5<M«t «fH. n«4ein der Teaf«! 
^fftfm MtVfimil\XfAi ^4Hxi \if0ttme ich twn der K4 
«!«M( mtn OtfttiftikMi nmtiftA Knie tlieluf, like 
«M fA*fV<P ftf^/ MA^^r wHh tht^npon Ae ^fttieat*» body. A chanm is ehanad, 
«IfA pffMittMMA hnn rnnpMiA^i And «t tlie end ^ cvenrsUTe an evil spiris fliei 
fr/r//^ ^f>M « fh^ Nf^Al MfHf * Atifk cMt liy Ae Mgu^ npom the gronoi 
N^/fffM fmf/^iffnul^ bftr« im fn«ny m * dosen feaoBtHig gfaosts, eack- ^ «iödi 
fiM4 hU hwti \fW)ti}ft. The M^ngft deimmd« a distinet honorarhim ^lor Ae 
mtrurAl MxffMf/kt/m«, Kfti<!ff '^'t^K^itf fll« 8t Benedict zw St Jofaaoniskfatke, 
«Vm1'<Iih Nfff dffr H^tiA d#!fi 1)6rfl;ei^ f^lei^cti, faifianf^eng« begegniete ihm (enlUt 
Uf«i)£(ir1UN M.) (Inf h\M' FMnd auf einem Manlthiere , in Gestalt 'einer' Arztes, 
ulii Ifiiffi und Mn dreffurM^üK (Geschirr mit 'fidch fnlirettd. ^a ^ um -getegt 
liMlfn, ii|if'fMi|iPl1t1 ! „Wo ^<<h«it du hifi?'* antwortete derselbe: „Sielte, icb'^e 
4i\ iIpii 1lill(1r«rn, ihncin <iiiien Trunk tVL bringen !-^ Der ehtiWürd«g«^'fiter 
nitii«Mtl<*li \i\\\\t duhiM* Miitii Oebcl, und nachdem er e» vollendet; haltte) Inner 
rlliMulh wl<*d««i'. Uor biiiif» Ooint über fbnd eineri Mön<^) d^r WasaJisr sdül^, 
und (ulif HUtmld In di^UK^Ihon) warf ihn auf -die Rrde^^nd' qnaite .^fiD^ 
bitniit. Da utiu dof Mann (^oH^d, vom Gebet 8UrUekgeke)irt,^8^ 'daib dläser 
Ko HVHUniyui ^rv|uHU Harilt«! *o (tAb er ilim nwr einen Battkenstoidieh md schliß 
mmM\*h \\w\ b(iii0U (^Ut au« ihm hinaus» so daf« «riÜrderhin-tiMit-ndltf xb 
\\\\\\ »u Konnmm i^ajrH^ (». HatdX ... .^. 

\m Aimim^ha))« «a D^tMi^n fandm «ieh (1714) awei -vagBlHMdinade 
IWMIviiv^^h<M\ v\»n d«u»n di* Kino »M von «tnea» Teafel -beseaseiyieridiitc^.^ 
vM^ N^^i{i^)i|l« h<^rhl>U\^ \iwl \K^ Ahiio«Ni reicUi^fter saitdJMa -Kelk-Dcr 
^\^^' IIHH^IMM^. ^Ia\^n hiMhMkd« niaoblt sieh so^Mdk an^ dieate Biodifa^ 
Hh« tH «^M^ t^iM^\W wli^liMr hiMiw M «««MB« «üd Badi cn%e» Watka 
^^ ^^y^f^ \Km diMT 0\^ «mit dim aMMfca f»ttiidig«<wi RNkunaten 

^aK^ Mhmm^^ Wmmmv daife^ w «mmIi at^^ ilr a&k*te ^iJM 
dMk >^ «K^lN^ )M«M«MM^ tH d w^w AttiitM^ laude :iR 

<ii^^<^ky* ^>«NI^> ^ «^ 9iMKt% ^«NC^^Rnt !MIL dwp :SMb 
s«^ «a» >y>««(H^ Mifta^ Aik ^naa «ihi Af^hii^lw mdfr «MC 
ssi^it^K <«M^'4««t> !^Mh> s^ llii^- y^l^rfnr ta> dK» «Aauca and 




i75 

breeheo^. aon^erp auch «der j^tfn \\ij;\. ^ «(chimpfireiL^ il^n be^tßlnf);, nl^u 
^aite.K1lttl'f ^QlähUg: wurde er »o grimoiiig, dafs er 4as. Rädchen, zu Boden 
waif; und,sffis(veA>oniK> JämmerlioliL ^erpl^gte^ 4IS kurz .voxhßj:, ihre Stfi^j^^t^r. 
Hur .A^V«^>4a« fileoii seiper Tpchfter s^hrnd,», bat^ aiM»^,,iifii; 9ollt«;Q »eine 
TjocbteCo-mit ^ufriedßri l^SjeoLt ^^ ^^ yom Satam ni^ht sp ./»pjtu;^klicb ,9er- 
nia^pt wearde, «e»Q.£hei¥eib, aber r. die er^t. 1 be^i^sse^ gewe^e^, redete ihm 
.firnfttHoti z«,,!iex aolW ea^gesqbehfOL lasse? , ß« tbäte^udfif ,Cr.ea^;f.,4ie Mar^r 
rkidinfiii Schaden.. Und wie Mefy&Bi atick i^bt iRaßbs >9^derp xn^texi, ^11- 
atalteo« dafis dacch »tUche JAänn^r die .ßeße^^^e. ia.die>}KirQhV dawii^r.sich 
aber jdet: Sataa .gewaltig sperrte ,itf)d. änfseral;^ lyebrte/ gesi^lc^pt ,wnr(jle.. . D^e 
gaotze GemeindOi obw.Ql KUMT eioe BeUttu^de::g^h%)te]|^...wu^4p> ejc^qhie^ In.der 
JSarche.^ Ifafikk. vielen ..KilQipCeQ.xofte :def, S^jta^, an#vdei;;J^8essenßn; ni^ta.t 
ißt cdai Teufel i^oiüf.ß^ «ind aber., nooli i^uf ,0a. J^. wird- Arfr^t braucbep, 
bia diese an^sh.ausfabr«»,**, [dann wurdeii die Naa^n fq^i .^inexn s^hweflich^n 
jPfilvergeruebe getroß'e«» gßgen 0(a» m^ auf : 4^ Alt^e^ mQhtg;dQVg räuchern 
koanite, und naobdem ,^qx Satan ,v^i;gebens jaxa, die. ]£rlaiAbm£» gebeten^ in e\in 
• IjÄiB^lein fiu fahren, ,o(|er in o[nei,Qfepgabel, oflei^ in einep, vollen Mann, yer- 
Uftfisi er endli^b dei). Leib d?r Crea^ur, so dalSt^^e axvstÄJ9i,dig ^ten konnte. 
.. x / Soi hatteij.max) ^icbt nur ,^p AA«msJb;t ii|,.F^^Qen,,. die ohn^ dafs sie es 
. .ffufsten, von TeufielA beßesaen «wfur^4 djiese sur , -fiir^hefnu^g sui bringen, 
sondern die so. citirteq Mäishte,!, Uef;»ep siqb dann für, weitexe 2wecli.e ver- 
wenden, .liine Aassagen (galten: vor Gericht ^u^^idi^s^l^tt, 4^ ^^ dein Bösen 
nidbt s»ög)lich aeiuc würde, geg^ die Wahrheit außzu^fi^en, wenp Qr.,im 
Kajuflken dei?. Dreieinigkeit, b^chworen .wtir^e... 2n der gfäfälichea. Be&ess^n- 
; jkiQitsgesf^biQht^ iüpi' Kloster zai.Loudnn.ixrurde der arme Gaiij[ridi a^f Auslage 
: 4es TenfelA-Vorr&ne^ derauci der. N^nnc. Louise sprach, lebendig verbrannt. 
; . . i . i o r Itarviirf um - plepi bezeichnen ; b^i I Plauti)«i wüthi^nd 'Ragende. Wß^s #8 .fdto 
Tuatamenl .d«reh,!^((ikQv(ov,ix^ und.datfJiQvtCea^aiausdrüQkJt;, heifst in aAdem 
griechischen Schriftstellern gewöhnlicher Bai^voiVy wa$ (n^eb Snidas) a dae- 
XDcioevPOSaideri,. insanlre, (ij^ §<K((jtoyoc xaTfiX<95o(A .xai iffotv^pci); (bedeutet 
■ iidca(M^o^t:i^.{^ufere,-.dioebiui}^,bei 'Keuo^ph^n, .L«eia9 mnnt dii». Pämoi^is^hen 
:< t (toOc; jSaifÄQV«>irta<). Mflnd*iiphtige .{^x^i^tTTO^yraf ;rp(K; tjjv 1 asXjrjvijv), jnit 
;;. Jtarcöb oAugen,« .'8cbäQmendemi> Hwo^ß und . apraohloa. A^ialophfnes: «uoier- 
• aohüfidet xaHoSoiefju^vift. als hiÄchsten Grad der Wuth., »voipt- |j^vi^ od^r Wt^n- 
j : ' imuxu-. o€y in; ;• oder ? l^vtaan i (»aoh Ca^^lua)! >be4eutet > p^ugJteiQb Waliosinu und 
ii :jBlifligliiuni iw d«r()b ein^n. Pämon^ Be^ee^ßner) icap W;üt)hender «^ Un^uiH^er 
! (><a<- B^aimicsri}*: E^nigfttsaobteniidie jK)sen Geister: iCunterAi^$gungei9e§.jßif|ges) 
^ -«ttS:)det>/Nfisetiläehdnib.z«' ziehen M^^a^biiJoaephus), And^ns ^ucbtsn (durch Be- 
. .i.flcbtorümngta^, (iiVki'Namen: desuGoibtestAibrahainfi) oder .diireb'Auwäilchem zu, 
rrit hfulölli;^wiel''bai^ dmnr_X^erriMisi(;dßq /Cerenns.rSamQric^ t^ppi^tuiHt nn^um 
: ;i »«Maafi Qinniesi«jße(»es moiilH>ru«m > ;qui > vef^ntur IManehoüa (naeh.HaiiQopides) ; 
1, idoApovtoVLt^ifmmt^ouVfir^atr,. sagten idie Jjiden-TOQ. Qhriatus^-^WLts^iiie |(eden 
.. iflQai&unsiteiige idarzusiellenH.i Laedaflüt^ p^mo;^ dehino. ]:)«i]9iedia:/.j^n^eoipiuBt ad 
Ai mkaeukniL nOvü^p.jsiyig./edntrftria, ipefild^tiaeiTdesinAntriJUedere? eti curacis^ cre- 
n.'ädiixditriibtliinerkfe TestiütiuiiVfta de»* SHbrncvieowiNafitvi«^ tareibttider ^or- 
c. :. iKiiat^jibea \%iii s^<5\^\i^Pk (oder, j$k fov .Avi^TCQYJi .ei^g^li^esieii J^^»^a an« <e£s- 




Die fallende Sucht wurde für eine heilige Krankheit gehalten,, wegen 4efl 
Eingangs der Dimonen in den Leib derer, die damit hefallen wfireatoder 
auch eomitialis morbus, weil ihr Vorkommen die Versammlnngen ; auf hob. 
Von den zur Heilung dienenden Versöhnungsopfem und 
redend, hält ea Hippocrates für unglaublich, dafs der Leib ^ei Menac 
durch einen Gott befleckt werden könne, das Schmutzigste durch das Beinste^ 
Nach Lightfoot wurde der Aufenthalt unter den Gräbern ?on den Jaden 
ein Zeichen eines rasenden Menschen gehalten^ Der Wahnsinn ist nicht densc 
fiünwirkung der Dämone, sondern dem Ueberflusse schlechter FenehtigkeilV 
zuzuschreiben (bemerkt Posidonius). Der Kranke beobachtet ein StülschweigeiUr 
bemerkt Lucian, aber der Dämon antwortet auf die gestellten Fragen. 
Pirke Kliezer spricht der Mensch in dem Sinne des bösen Greistes» Die Dä«-^«^ 
mone der Gadarener baten in den Schweinen ihren Wohnsitz nehmen, 
dürfen (^tius domicilinm nach Jalkut Kubeni), denn sonst «weno; 4 
nnsaubere Geist von dem Menschen ausgefahren ist, so durchwandert (er. i^a 
Stätten.** Bromie, quo me in Sjlvam renatom vocas? Mnlta mihi impem^.. «b.^< 
ApoHo. £cce, Apollo, denuo me jubes facero impetum (s. Pl^ntns). ;, PaJtm. ■^^^■ 
Aegineta de melancholia et insania et his, qui nnmine afflati. putantar:..p|ita9k( *^^ ^^ 
aliqni, se animalia bnita esse et illorum voces imitantur, a^qui j.9tp j^fik. -. ^^ 
testaoea se esse putant et ue frangerentnr timent. Quidam vero potant^.ac - .. ^^ 
ab aliquibus majoribus potestatibus impeti (s. Farmer). Furens alias 8e,|N|s«>. ^^ 

serem extimavit, alius gallum gailinaceum, alias fictile, alius laterem, idiiM * 

deum (Caelins Aurelian). Nach einer Viertelstunde fing der trommJ^dA - '^ 
Tojen oder Schamane in Koschiga (der gutes Wetter beschwören. ^oUte)i 440 ^1 ^ 
schreien ani schwieg aber bald wieder und fiel ohne Bewufstsein zu- Bo^^Ba {"^ -"^^ 
wo er einige Zeit, ohne sich zu rühren, lag, dann aber wieder zasieht^Ajutn, ;. «n 
und erzählte (s. Sarytschew). Als der Bischof von Orleans Tor Mar^-- -^ 
Brossier eine lateinische £rzählung las, wurde sie von Krämpfon ergfjfffu^ ■; •« 
da sie glaubte, dafs es die heilige Schrift sei (1598), die ihr Teufel iurcdilj^: . 
The eldest of the three sisters (in Littleton) began the gean»- (fit ^x^. 
tended' possessiou) and found herseif before long obliged to tak0 .Uiiii aei^ 'in ' 
age into her eonfideqce. By and by the youngest, finding her alatOfB fifüt^ 
and careased on account of their svpposed snfferings irhile she- was- nlsglMIed, 
began to play off the same tricks. . ' :^ -,. v. v, r.. 

Wenn die siamesische Teufelstiuizerin (als Khon-eong) aus ihrer Elntiitetv/-- 
erwacht, wieder in den Znstand ihrer gewöhnlichen Persöiüi(dikeit<^fuiMkr'>.i«: 
kehrt und über die ausgesprochenen Prophezeiungen befragt wird, •noihe^il^. - 
haaptet sie nichts davon zu wissen, und erinnest sich nusf des ihcemfiSHitDillii'ri' ~ 
eben Vorhergegangenen. Die von Darwin beobachtete Kranke nahmmihrsH).; ' " 
einen um- den andern Tag eintretenden Ekstasen dieselben IdeeiK vieder^sfi 
von denen sie in den vorigen Anfällen geredet hatte, wogegen sie ia desiir': 
gnten Tagen Nichts davon wufste. Die bei Silliman erwähnte KmnlRe 
pflegte beim Erwachen von einem Paroxysmus die Conversation fortzusetssn,- . 
worin sie vor dem Anfalle begriffen gewesen war. Die von Dyoe beohaehliei» ■■ 
Kranke erinnerte sich während der Anfälle an Dinge, die in den früheren AnfäUiiE: • 
ihre Anfinerksamkeit anf sich gezogen, aber in der Zwischenzeit gftasliek. 
vergessen waren, und wenn sie nach einem Anfalle zu sich kam, kehrten 4ie 



177 

ücke snirück;, die ror dem Anfalle auf ihre Seele gemacht waren. Von 
!a|«'^na')Äy^pt W{t4'^«4ti «i<^ft' Biedre 'Vo{feMJ^tsiäilWdry'ik''enfet 
rottn»<$Wäri)tibbto ''ZmeMii schoftn. ''Bei Whmgefb '1^d^dpä1e±))editlmj 
^^^iÜrittlBÜ ' tW eitibm''8dhima»tf(i,'Uer- 8f6h dtirBh Drelf^;"-Taliäk^ 
yä,'^B(tti»imi6inti-lttVMi <^tid Ti-öniinelfl cjK^stuiti^-fiiitte; däft ^t Licfdtei&ht 
if'%tech''flM-78^elr^8Äl •yon''Bä^^'4>efin'd^/ itt> er-'d^ 
t^^uf'-aei^ !E/eba ^^^btiHen tiiid neh' ^ulr' liüü lH&he '^e^tt^f hftt;'«'^v9e 
£^taig«'^i]^de. "V^'iia^eite^\1it lldclMiÄ^ '^if 'jaktill8(^eil-%fWnhii«i( 
Sf^ftcif'iii'flhk'i'firtftndeV^ Mdiiäftrt6ki,- ftini^Uch^'kya^i^ töatfreti'/ '^Hit 
äiäft^ä* -äer^pperi'Häiai-UlA 'SfSiläen' <-i^lrf''Bein«ih'>T^e8tfMiMif 'e^(M 
^'ää)ii|i»tfg>'dei''<Gmt^)V bWffgf^ ^t'Metä''mtA&ti (iu^'^dÖÖ «f^iT^ fin«- 
3^-^4firäi0' Vfä<^i^fafen -übet' toltie-'AhgÄ^i^k t^^o^). "Die- ifM-' 
H^^eht^t^^tf^^d^' 9«ke''tt!^''rft6ire 'dek'-K^ei^-'^ffiUSt IWtf'ii^d'ittlf^ 
i^<ge3;dg^>l9t)"^aabäi^''m9e'<?^i§<äfn 'bthzdgeht^^n^ '^m^-^n ''&d4/^ 

!»btfM/f^<$'>i9^t ttr-^tüfäütimti' Kl^tai<5« '^Aütte <äieh*'<bel Flötitttsh) 
m^^t&i^emctt/ Dle^hetsA^Hif^ NekH>ttiitht»i sehle^t df^'Lefehe in eift^ 
f- de8'<WU6b8/U]tf<^fä'Seöle''d^ Teidteri'^cr'biedfehwi^n'tliae»knbs)i Votf 
[%ec^p1i!«l i(dbr'^öclii«eä-' Ömcki^i^eft-'W' Atii(ifa^iieh<^(?6ft^8) 'imter^ 
i<F6ti^riitt8 ^f^'MAgi4/a]8'die' Thiäiirgle/^iUe is^^ g«te^ 



ii-- 



l^^übt'Wrdy trt«*^*die"Gbetie;» itt'öefilttan'^BidM Ä^r'^ÄftT^J^ister^bd 
.»'R^ik t^tiü&tJlß aicb- 'adfs^die<BaikcÄi<^£W''nfnM, 'ttfi[^ 
a J»>&in«n itiültee^'^fä''d6ti%ilellli«b^'Mfthrtai^:^eM*^ 
M»^ftrke»ri^nd%ll^T<]lä<M b^HtJhkdi^: '' m«'Be8eäieti^A"%n M^lne Xlilt 
MlJ^'fiefM lydltt''fix(b!H!JlB)^en {te^^Cbtttül^ionen' ttnd^ l&dtert«tt '^i(^')ieilf^«n 
pCld5^X'^ld<^'fttitet^ €f8(7 datöotitim fit^pifdAi^' nt'^^tinitt äVl^eti'ttut^fl^ 
Wik^^väAj^^ek^'d qniliieai'^Mpalt<'^eyex|giöuaf'*6dbtA «l'Mgflffi^tlbnto eifperft^' 

«l^''^i:«&''tfb€li^pi«i«(idi(iei ^Mittit.^''i8?^(Stiitfa<'«{tirf«^-Vd«€^ '"^räeti^vbift^^ 
KV^'^^^^i'^^fa^tioneii^-dihüS^ ih«dnigfaü<M»'<Eleft^i ^^ 'lltfrVadi^-äM'te Bfl^?,*- 
t (t^ei«i^iiiii jMiH'läfrjl^Üni'intftirbi&iiorie' aälMd^^e««Lti'> N^fopid uC''{Ä"toacHti''^ 
jlMT fi}ki^^ybeU8>/i<^;üW>t;mrte'' 'i^iam^nk ^'«tt^nUyMlift 'fii«ajtidi»>(ftiföi<tF'i 
in tttlMirtft'ihbfuhi«^ <)ie¥HMito'^.a!>C!erC^eh(i^rfl48)fftfid^''£5mi¥^ '-i^t^ 

' der Griechen worden die Kranken dui^'<Rättlib0hifif^^'>an4^'pr6lrät^ ^ 
MttkO<4ibchi'i'lL6)tt^)?)<^4 <ältt A(<(9^(^Ai^iiirdm»i^y>eDtof4kkM«UdMrgen 
tair^fm(ä((^Bdii)((iA r(bein^<ibti)/^*iind''^cXil^i$ßÄ4)^U!->^£fob ''SCettophMt'^gtv > 

itwähn tltttii ^VollHMnitef ^ stR4' fttY&to« :(!M^ '^atüclMtf ''VolkfagUiifb«n):> T^in:. n 
&allli8fniA^.^^Vi^tR;dl{e>}^'>lltal^^ pfi^itti#^ii"«to>^eQi)^^fi 

hi^aifM^tt^n t^wtJä^ t'V^iss^kl eineli"'iM9hepM'''^islMN^>tifögtt(^^' tl^':\ 





178 

xoivTj, oder OTjfxtuor^;. Za den Prophezeinngen post eventum wiirde ichoi 

früh die Daniels gerechnet. Nach Bernier lehren die Brahmaueo nhd Fakii 

in der DJogis die Kunst, sich .willkuhrlich in Ekstase za rtifsetcöh. ~ BottineftOKiV. 

sah auf Isle de Franco die bovorstehendo Ankunft des Schiffet -am &6tfsont^. 

voraus (XVIII. Jahrhundert) , wie es durcii die klare LiohtbroeliVDg ofjtri 

Cap geschieht. Wenn die Ekstase sich mit Delirien verbindelt naiieit i 

der Zustand dem der vorübergehenden Tobsucht oder Mania tran8itori»i(na«)K^49e 

Jessen). Nach Sprenger litt Mohammed an der von Schönlein al^ Hjsterifl^-K^ 

muecularis bezeichneten Krankheit, die (auch bei Männern vorköihinenciy ItrS' £'ii 

periodischen Parozysmen auftritt und duich ein Schwanken zwiscfaen ' 

tr^ction und Expansion der Muskeln characterisirt ist: Dio menschliche >1 

sieht im Schlafe Zukünftiges voraas, sagt Cyrus (bei XenophoiOit un^ tiiust^^fi 

Cicero übt die losgebundene Seele bei Sehern und Schlafenden ihre n^tfirr-' 

liehe Weissagungskraft aus. Erzbischof Anno von Coln träumte^ dafs e^ 

nach seinem Tode in einen grofncn königlichen Saal gekommen, itiweU 

AUes mit Gold behangen und mit l£deJstoinon besetzt gewesen,' ttiitor- 

und Wonne. Die Menge der heiligen Herren, die 4uf Stühlen .nmltfle.' 

sessen , hätten in kostbarem Schmuck geglänzt (s. Opits). Zu d^r 'Sb 

(anaana) gehört auf Hawaii die Ceremonie Kuni-ahi (brodelndes Feuer), inden 

der bei Krankheit eines Häuptlings zugezogene Priester Thieropfer verbir'enni 

und dann im Schlafe die Crsaehe erschaut. Uri ist der Hanptgott der Z&tir^-^ 

berer (Ellis). Die Reka Gulspahos oder Knilpilgingha der Kamsetiadaleil' 

Träume aus und bringen Gestohlenes Kurftck. The sleeping lyomai^ :0i 

bald (1815) slept for days (according to the London Medical andjffiy^ 

Journal). Dr. Williams hus secn many, mostly Jews. and other füiens ^ a^^ 

dark and swarthy Constitution, lie 6 or 8 weeks in a torpid , insepsiljre co^-— ' 

ditiAn. Aöoording to the Philosophical transactions a man- at Bath t^iüäfaic ' 

month with lock-jaw and two years öfter again (1705). A HtiiigiüfiariJi 

Vionna remained one yeur with lock-jaw and was fed,- after M^ )v9n(g cj 

tracted. liebekka Smith (8er\'ant maid of Thomas. White) rcoMippil ima^- 

months without eating and drinkingClOTl). — All their dreams are constrae« 

intd Visits from the spirits of their deceased friönds. The'habit of rejianm 

thoff dreams uhiversally and generally promotes thehabiii>f dreamlnig'flSsel/r 

slMpiiig hoors being chalmctenzed by almost as much IntoKcosrseV'hbiJUi4'i' 

as their waking aye with the living). Their inaginalions (in Sputbfrq:Qliii 

become so lively, that they can scarcely distinguish betwecn their. .dc^AVis 

their waking thoughts, between the real and ideal (Wilson).. 




■' -..if 



v ^SO: der Teuffei leibhaftig bewokuet, giebta 4^(irri 
Tages gar selteu^ bemerkt Glado, und ist etwa^.Kir^ ürsa(U» ^^^' 
auff Seiten des Tcuffels, dafs er siebet, wie durcli-.dte Iflfep. *""■**' i 
liehe Besetzung sein Reich grofseu. Abbruch leidet (lt7jl;?^flfe— *^ 
Diejenigen^ so Thomasium beschuldigen^ er lQiAgue,.:daiK-. df^li! 
Teufel jdenschen besessen^ thun ihm Unrecht (i^taQbnStoUoj^ 
denn er nennt es eine unstreitige Assertipn^ d^isideriffMlÜ. 




179^ 

\ tJ^äesööne Menschen geredet habe.*^ Als Ztauptmerk- 
jj^gejbÜQber jBeseesenheit bezeichnet Werner eine anr 
Pkwd^ übernatüiiiofae Befäliigung des Könncfüs und Wis- 
' Widferwilleh und Hafs gegen religiöse Dinge und den 
ä^te dör Göwält dAmoniöcher Mächte siöh zu finden. 
röflitenÖpfer Vor den im Walde getauten* Geisterhütten 
;p J^olpia, wenn mit Tanz verbunden,., sonst Barani (iinter. 
Gooi^), So oft' der Pujari im Lobgesang der Ahnen 
r^^Bietrofiamel) Einen derselben n^nnt,'fthrt feein G^st 
atetf der itoit'Maskeü und SchT^örterh ifeVöelienen Assi- 
jn'ein iind spricht durch den Mund desseltien (s. 141peg- . 
f.jv/S^ö lange det^ .von. dem Waren. . besessene Guruvu 
p besinnungslos: isty darf seinen Antworten > tim Meisten 
al'nrweriietr. 'Der jeden Montag von dein' 'Waren der 
i^äK /(üi Adiwule) feesesseiie Gtirü y^iirde "aüä. dem 
Wi vertrieben, weil seine Öbsessio.sich (durch wieäer- 
3,jFehlschl,^gpft der ProphezeiuBigen^ 9;Is dänionische" er- 
iniofrDie «jrischea Priestier wordeüi durch - das Tragen > 
©öt^en begei&tertv tind frfther die Tödtettträgei* in Hato-' 
'ffiit'Öh die teibhen' dcss Sarge'ö' (wie noch Jetzt m'Biniiä 
m^'.'Afriiä)- Der Bfähmarie, der fcei dem Feste' der 
ftY?tl .üii^ ßiW tr^gt, . w4 yon..;d.er (Gröttin beg^stert, 
wjikr«nd des ^o|iderharen Tanzes^ -- d^en er mit seiner Last 
te&i 'Eo^pfe 'aüsftlhfrt, stiiMjfct er- die Hatid 'aü^V worin 



Vy\ to iJ»;j«'J .' : r .■UiS^-i\ ;;•,-,••• -«T- ■•.= .).:■, .■**' ■':■;■■ « '• '■' ' ■•■'^- 1" 

iji.^ot^ige, ß^jei^fcening .herbeizuführen , -besiAmi^rt deir 
riridafi /Gesii^bi.miti/healiger! Ascbef unteir 4^«^ Mumieln 
l9anti»Äöi' Bei' d^ötn Häveri-P^t lvii<d d*s*Ijiöd rön dfer 
'^päbrigeh;^ ■^;^^^^ ''m^p^^iM[):i^\ det" 'Rüclik^hr ihres 
en mit d^r"^ saufenden feüh sfch aus Reue umbrachte. 
Viras (in Behar) sind Heilige, die ihrer Keuschheit 

hf '¥fereii#ti Wdrtten'^(glM)öh' ädü- VIf&äi^ ^ ' Myööi^Oi; ■ aber 
dy 5Sin*tj^ riü^infeflv sirfd^Jefe ^fieütfey' *ö'*5itt'T^ae^aiö- 
l aifai^m5^> *'Mtiige-dieö^'>4rgött^tfebp Geistör^'Cißhttt 
&b) httbefa 4ldttiö'Äid^tett?p^teb^n/Ä^r>^^ätefl6iwöt4i 
EÄtpfeu^fiWtrir «dei^tFöti^'irfiS^efe ^EMhtoklütÄjpeii oder eine» 
ö:Ön^fi«iuifl^^gi^feelztfetl'^%«ne8^^?^iS6hrt; Wölih-^lnan liiöhl 
SSht^'Alr^''ife ^iW'fe^b^ch^e's^" BHd Von nahe gelegenen 

12* 




180 

Ruinen geholt hat. Häufig findet sich neben diesen BetplStze -Ä-^^et 
ein Chaitya oder Bhukat, wo inspirirte Orakel ertheilt werdenv: ^b 
Nach den Curubas \Kcrden ünverhoirathete nach dem TodE» d 
zu Virihas und verlangen Opfer (wie die serbischen Wili]^ m. ii 
Die Lali Gundaru beton zu den Seelen Tugendhafter, die i 
Traum erscheinen und Rath geben. Badang liefs den bei 
Fischstehlen ertappten Hantu wieder laufen, um von ih 
Stärke zu erhalten. Nachdem (beim Wawalian oder grofs 
Opfer) der Gott auf das Murmeln der Priester gekomm 
und in den Oberpriester (der zitternd und bebend, die 
in scheuer Furcht nach Oben gewendet, die Blicke erwat 
tuhgsvoll umherschweifen läfst) gefahren ist, macht dies^^ er 
unter ftlrchterlicheu Zuckungen einige Sprünge, tanaend niM irl 
singend die Geschichte eines der Götter erzählend. Nsc^izii^oh. 
zwei Stunden wird er von einem andern Priester abgelöa^^aBt, 
der gleichfalls singend die Geschichte eines anderen Groiiia^'^^ 
erzählt, dieser von einem dritten u. s. w. Während der B^ -^- 
schneidung der Zunge (mit übergehaltenem Laken, dafs keic^:^**® 
Fliege oder anderes Insect die Zunge beschädige) fällt d^^ ^^ 
Oberpriester in Ohnmacht, während das abgeechnitteL— «^^^ 
Zungenstück mit Benzoe geräuchert wird. Nachdem d^^* -^^ 
Priester durch Pfeifen die Seele des Oberpriesters zurüc 
rufen, lebt dieser wieder auf und wirft sich, tanzend, d 
Stück der Zunge wieder in den Mund, worauf er so 
redet, wie vorher. Durch die wunderbare WiederbelebniL^*^C 
des Oberpriesters und die schnelle Genesung seiner verwvaciz^^^' 
deten Zunge wird (bei den Alfuren in der Manahassa ac:^— **^ 
Celebes) die Macht und die Weisheit des Empong Letiab^^^J 
zu erkennen gegeben (s. Wilkens). 

Nachdem die Besessene mit geweihtem Wasser bespreng^^S^ 
ist, redet sie der Cattadiya folgendermafsen an: ^Wenn e ^^® 
wahr ist, dafs Dämonen dem König Wissaioaonny gehorcdie^^ ^ 
müssen^ wenn es wahr ist , dafs Wissamonny 's Macht grol^^-^® 
ist, wenn es wahr ist, dafs das Ansehen Wissamonny'g,-.decr '^^ 
Götter und Buddhas in der Welt noch gilt, dann b^efal^ '® 
ich dir, o Teufel, in dem Namen Buddha's, seiner Prieste^^ ^^ 
und seiner Lebren, zu erklären, wer du bist, und warum dc:-^^ 
dieses Menschengeschöpf in solcher Weise quälst!* Die 
wird dann noch wüthender und giebt die Namen vo 




181 

IßAiwmeiil, wie Kalu Yakseya oder Rihri Yakseya aa, beifügend : 
«Job be&urf; eines Menschenopfers, und ohne ein solches 
ürerde ich J|ii^t ausfuhren.^ Nachdem das Opfer versprochen 
ti^d/Wadset 'in ihr Gesicht gespritzt worden, erholt sie sich 
nach; .euMgen'Minuteu. Einige Wochen später wird das ver- 
- lac^t^. Opfer: dargebracht, nachdem man ein Huhn f&r den 
. Iftoaeben substituirt hat. Zeigt der Kranke später auf ^8 
licNQiie^ Z^iohen .dämoaiacalischer Besessenheit, so wird der 
^'I>ftQi0ii an einen Baum genagelt, berichtet Dandris de Silva 
?M»8 -Ceylon.; ' Die Heilung der Besessenen durch rhythmische 
- Ilansbew^egungefl^ findet sich, wie in Indien, auch in Italienr 
-Iilk4[>iüti'^{rika. Bei den nor4amerikanischen Indianern voll- 
T ^ehfip :Sicb ihre Zauberceremonien in Tänzen, um die Jagd- 
r ibii^e biopb^iizuziehßn«, Die dämonisohe Bedeutung der Ko- 
<- aiOdiey alav-ursprUnglich auf das Verscheuchen der Geister 
•-^d)ar><5k jrat^c^hafteAiäsJfien gerichtet, hat sich im Namen der 
— ji^t^l oder Tänsser (des indischen Drama oder Nataka) bei 
'-•^äßiij ^:9^Vdf|r>Birmanen bewahrt. Auch in Abyssinien wer- 
'< 4^aiIEän^ gebraucht), und als Pearce bei seiner Frau statt 
-c»dea^^ die.d^eitfidhe anwenden wollte, fand er, dafs dieses 
"'S Gorrac^tj/H^i^iaittel^t so wohlthätige Wirkung es auch in einigen 
jPdU^i/auf; jli6.'.H,eilung ;gcä^iraert hat, jeden&lls nicht bei 
* rj^Q^ii^ Klinken indicirt ist. Wenn die zitternden Bewegun- 
> ||enr.4ee-j Ifpe . .(Priesters) der Yumale in Convulsionen des 
^^gMl^csi-J^öi^t^S: übergehen, so bemerkt man' während der 
' jZii^K|uig€in' .die .:deia IJnterleibe einwohnenden Geister all- 
) 'inäbyg;/}^; d|^ {^<>pf .stejigeP) seinen Verstand dort erleuchten 
f -ilbä).J9ioh-<^^^' wi^er (Tutsohek). Zur Herbei- 

föhrung der heilenden Krisen bedienten ßich (1724) die Con- 
^i9ttd^pii^r^);>4^/G¥abe des Paris, der . grands secours oder 
^ 3eQQviW mQi}rtri^ ge^aput^n Krisen , (nach Carre de Mont- 
^ giswi^r ■l)i^)J^^^vii^ lieCsen sick entweder möglichst starke 
^*£t^s^(j|i)it^B[pl^b^en^ EH^enbarren, Spitzpfahlen u. s, w. auf 
■^>-&eiV^)^ij^4w KörperiJieile geben (die, in Folge derselben 
*^kfiäbtf zQnopialm^i v3ondern von einer Empfindung des Wohlge- 
T'filäs^^^l^eyt^röait seiend, oder, sie lieTsen sich mit einem 
«. Bri^ttoib^dj^ol^en^ ,>forauf zwanzig und mehr Menschen nieder^ 
x^:trä|eii^^oh»e rSohinerz zu. erregen. Als eine Kranke^ die noch 
r^ktin^'MfsMch^Xi^g ivoi Unterleibe spürte, heftigere Schläge 



182 

verlangte: il lui eu dechargea de ai teirribleB^ .tyH90|2«ci;d#j|t 
le creux de TestomaCy qu'ila ebr^ulaientle iD|Ar,ij9PQ|b|r$ le; 
eile etait appuyee. Gegen dae Nagen der ^jelQ^Mgige^agnDd^^^jl 
lahmen Mücke^, die durch die Nase i^^daß 6:«hi]c^ g^^cb^p^^f 
war, konnte Nimrod nur durch Schläge auf; dear^B^l^ f^Sr-t^^Wr 
jlerung finden und liefe »ich deshalb,, wie :Trt>&ri,!^5ärtwJdt^*"iBt 
einen Hammer machen, in dessen Gebrauch moh diß M^MS^^i^^^P^e^ 
Tag und Nacht ablösten. In den Co0yulsion<39< £(yfl||eri^A]|ftr:S9rft> 
ist practisch unterschieden worden (wiei<Can^tt^!b$0Mg^i^^2L?i 
der Ziehkrampf, der Brustkramp£r d«r Schüttelfco^t, 4$i^,^^^ 
•pelkrampf, sowie eine flUifte Form^. die in de))i:iKptbeiib^^ 
Begattungsbewegungen :; besteht; Man iverst^hthiwtfif'iti 
l^amen der Hysterie (die früher auf.eine..kraqkbaf^>i' 
kait der Gebärmutter bezogen wurde) den, Inb^gJjiffeisÄlejriiäfflr^^^- 
jeuaigen krankhafte^n, uamentlieh |:i;ampf)i4ft^n: fi!r«<^i] 
welche das weibliche GeacJblecht in alfeu I/ebej^eittQdß4)Jl^' 
fallen u^d die nichts Beständige«] haben^ .äls<ilu*ßii%^|j9iäl!i'''^^ 
lichkeit (Strahl). Morbtts aut potiud «ftorWiMos «^obonsK^^^^ 
die Hysterie von Hofimann chaarakt^risirt. Im..ÄW^*fenjßjs%^» Jß^ 
der Hysterie, in welchem das Bewu&tseia eirliaeh^.gfebc^t^» -3fe4e 
Bewegungen von einein neii/ea thä4;igen:Brinöipia)iifir:-(ai>I^9ito^^ 

Pilger aus allen Theileri Ceyl<>ns beaucshdn (dtnIifföR^ge^^f' 
(Gada kap-pu dewale) des JDämon. Wakula- Rfmdai^tJ^^^i 
in: Alutnuwera eu jeder Jahreszeit^ um von>)damqslklfcb^;.J^*' 
8essenheit,'die andern Mitteln wider6tehty!€drl«chteii!Ä^ '«fi^"-^" 
deoä. ■ Hauptsächlich i^ind es IFraue», dieiUäaten.^lüh^m^JBlP-' 
fl^l^iRU ^ein glauben. Taenzeix, fiing^ö odefiiobne.i^giiii^c 
schreien, wittern und mit iden- GU^ernj.'S^ütitoldi^ ^i^d^i^^ 
häufigen \iihd jverü^ängerten OhbmachtabiatteQ: a^«»Bgi^ftäd^8f^^ 
gdten j^ls Symptome eipe^ Beses8enheit9£Ul^. • SKi^woät^jj^itB 
suchen JVauen, jdie. sich unter diesen - eingebildetßöfrMactftj^^ 
b^uade« glauben,:- von ihren WohnungOn-i eli .f^Dt|,9^<^, 
BQhäiähende Sehimpfreden. ausstofset^, oder ^ieze^b^jis^ff^i^i 
zerreifsen ihr S'leisioh und: ihre Haar^, .MitviAißrTid^flflic^r' 
Anfiel nur eine Stunde zur iZeit, mitunter ^er &)lg^-;Ai|fjftHauf'^^^ 
Anfall in kurzen Zwischenräuinen, .zuweilen ^übj^tkfHii^fi(HtA^r 
die Frauen nuv Sonnabends tuxd Mittwochs,. i(t)d^ /liiM^e^ 
drei .oder vier Monaten, limBtier aber dann-, :.w>^nta,einöo Jj#e- 
monebceremonie stattfindet. Bei ejolcheisi Qeiegeofaiil^Ujg^n 




X- 



• 4Sii>Bätt{>tj^ungeü= der Cattadiya vorübergehende Erleichte- 
^Ak)|)^j %'^äiM 60 aber,' daifs keine Besprechung^ dauernde Hei- 
-^ttTg^^^-Sliäitoi "^enntig; 60 bleibt hnr der Gang zürn Tem- 
^l^OäSar kttt)*I>ii dewale. Findet sich die Frau zwei oder 
^tei ACdfeffTon dem Tempel, so glaubt man, dafs der dä^- 
fittiälifi^he^BhiflufS' Hber sie komme, und sie nähert sich dem 
'^ß^f^ttipA iit milder,' Ätiigeregter, verzweifelter Weise; dann 
'^ttialä^ 'firie ^Äiemätid aufhalten, und sie würde den sich Ent- 
(gi&g^iisetac^ftdeli' ^her zerreifsen, als stehen zu bleiben. Sie 
^^e^^tM-fäisäler tmd tasoh^r^ wie sie dem heiligen Platte 
'%UllJM^ttbiiiint^'^bis* sie zuIetjBt, dort angelangt, in eine Ecike 
tiecbl^iMd'^itkein bleibt^ zitternd und wimmernd, öder ganz 
*%|{]^ihEU£Wi«Äd'diinlos v^harrt, als ob mit Furcht überkom- 
^tÜ^V^Jbis^'tidtörv^-'OapBa seine Beschwörungen- beginnt. Zn- 
«•^^9^Ü«ttiig^hit!>^eimbigistim Tempil, ohne dämonische Zeichen, 
%iyidi diisb j^«gitol d^ Btnflufs-mit dem Exorisismus. Der 
- Eäattf^tmimiiles- Tempels ' ist duri^h Vorhänge in' direi Abthei- 
^Kcttg«fi<-^digfelMdeii^, undiin der Mitte ist das Sanctüäa Sanc- 
^ ii^raiii d^ ^tteik. Der ' Oapua < steht «vor dem äufseiisten Vor- 
^•liftiigf^i'X^d'Jdwifiraw ihÄ ^geg^öü Nachdem die, Opfer- 

-N^isU]^^ IdlCrgeia^fil^t isindy wend^ siob der Priester '-rä dem 
^-'jQ^ttJhittte^ ^afai ¥oi:ba]»g,. zählt IktEi die Oesch^errk^iäüf und 
""^B^^^^tet' jfaii4Idaf& 'iiiii^ so genannte FFau'vdn djsQi öder dein 
"'^^lloi^-^^btcfrbdgekommeni sei,\<uin' Hülfe igogen einen Dämon 
' ' ^&iy »CKslüsilXf ^ ^ i^iliir^ä die ' • Frau zittert ' imd schaudert, mit 
^'likltet¥rAUgi^m'T;ALuf!6idhieei.i D^ Oapda steHt dann seine 
-^$Vitg^,-*iü-'die«fei?' W^sei .^WiHsi du, o Teafel^'augenblick- 
'^liidi diäsei»'^W%ib:vöi4JkiBä^n^ oder soir ioh dich > Air den!i(»XJn- 
: V^8dliiä^i£ä^d%^ b^f4fttl^^^« iüierauf aotwörtet ^die 'Pi^entin 
'**^^«ittäöiö*'^*W;er -ZlitÜrö 3iindc fieb^nr ;^ Ja, ich «wiH- Äügeöbßck- 
-'%i<fli*^J«Ji»fähtieA»l^ wirdiäber zuerst eine Weigerung 

"^ ^^ifi^^öeä. 'Der (iQ^^^U&^ifa/fit dann^ in seine rechte. Hand einen 
^" SfotolStööfe 'liÄÖ verabfolgt^ der • Frau eine tttclÄige^ Tracht 
'^''^^ftlag^^^^iüd^üiiitf^^^ wäfairenff d6rse]|>en seine Fragen uind seine 
^---l&Frfiöi^iö^'^tedbrhöltiiiiiSiad^^^ &^^ gitttei?Än»ahI fiiöbe 

-^ >fci4lfeö«lAtt^<^f«o /J^ifeg^ -^J«, ich werdk'^mich 

"^'-^^^tebih ^feniE^&i^w.rgl^ jb^t :dann' attff zu sittern und zu 
'"'^bdbefijiiünAtlt<^miiit^ed^< in deniB^sitSE ihr^ Y^rntirif^ Wenn 
""- ^2Üte0*ft)is Übkfikti^^ hatte, i^Ährend ihre Freunde 



184 

sich über den günstigen Ausgang der Kur beglückwünsche 
(Dandris de Suva). Die Naturbeobachtung in der pkychc 
logischen Kurmethode, die sich hier und anderswo durcÜ di 
Praxis ausgebildet hat^ bedarf för einen Psychiatriker keiB^ea 
Commentars. Nachdem die Geister durch Kling^lnAonit eitierxrofi 
Glocke ein wenig beruhigt worden sind, peitscht der Pnd jrtimr j 4^ a 
(in Malabar) die Besessenen mit einem Strick, bis der DäiiMMMEr<:>jic 
auszufahren verspricht. Aus Aerger pflegt dieser dann eineDcc 
Stein aufzuheben und damit den Püdjari zu werfen, - abefcitf % 
dieser peitscht ihn auf's Neue und treibt ihn mit 
Schnelligkeit vor sich her, bis er einen grofsen Baum 
Dort wird das Haar des Kranken festgenagelt und dann •ab- 
geschnitten, als Sühngabe für den Dämon (s. Jaoquet)j:M;vM. 

Der allgemeinste Name för Teufel ist Bbutu, was:- 
sprünglich ein Geschöpf überhaupt meint, aber dänti tedoxv^^ratf^^i^ 
ders auf die Elemente und Teufel angewandt ist. Iiajkäftfe-^'at^t- 
perlosen Zustande werden sie als Waren ^ (Aurad^ ^^dac^c^^^ 
bewegte Lüfte) gedacht. Der plötzliche An&U, dien ^lw^x^0^-^^f 
eine menschliche Constitution machen, oder ihr Eintritt ixi>? 
selbe heifst Ihupata (Luftzug oder Windgebläse). -ÄQr'« 
mental indeed is the System, that m^y q( tl¥>B0i poä$e#sio 
and sudden physical inflictions, wbich the Hiadoos tlfus^ •d^^^^^'^'^ ^^ 
gnate, as Bhoota-che-jhupate, or the blasts of the,4eTil'i()f»lr 
very like what a European physioian wOiild call a-iCiurrmt 
of poisonous air or marsh miasmata. Für Aehtdiche&.gafoim 
früher die Vapeurs Erklärung ab. Neben Bhutu wiod^^j^ 
Teufel am häufigsten mit Pishachu bfQzeichnet, ...Woherii^^ 
Substantiv Pisatu , das einen Teufel oder einen Mond^ftehlh« 
gen bedeutet, die Verba Pisalune und Pisatune (irrei rpe4«|i( 
oder im Wahne sein) und das Adjectiv Pisa (verrückt odw 
besessen), sowie Pisen (Tollheit oder Blödsinn) abgelieiWE 
werden. Die Bhutu-suncharu oder dämonische BesesaenJbeife 
im westlichen Indien erscheint in der Form eines zerrüti^feen^ 
Nervensystems. Bei einem Geisteskranken in Halle beefeü^ 
achtete Leubuscher, dals er häufig erst die Worte, die. ihm; 
wie er glaubte, von seinen Feinden zugerufen würden, ..läot- 
aussprach, und dafs er dann anfing, zu antworten und-^it 
seinen Ilallucinationen ein zusammenhängendes Gesprädi mb 
f&hren, wenn er sie selbst wiederholt hatte. 



■ "^. ■/* 



185 

.- '?/i :. -B^Bt alle Zustände nervöser Krankheiten werden von 
dc&iylQdiem dem Winde zugeschrieben und sind in ihren 
tüecBcinisc^en Büchern nach den Windverschiedenheiten auf- 
^eccftÜlt. } ' Dies Bleichsucht heifst z. B. Kumpu-wayu oder der 
aohfitteLadef Wind u.dgl. ni. Nach Art mefsmeristischer Vor- 
atcjUubgtfi'' beschreiben sie die Nerven als mit feinem Wind 
Diliccr'>^Äetiief^ge£&Ute Röhren, und in dem Mulu-sthumbhu ge- 
aaunteii^ Werk heifsen die Seh-, Hör-, Kiech- und andere 
NFi^irv^n' geradezu der »ehende Wind, der hörende Wind u. s. w. 
EDäffliplegie wird Pukshu wayu (der halbe Wind) genannt), 
DeHHütd &;fianu*'wayu (Wissenswind), Verkrümmung dhunu 
0|l|l»yti'(Bogetiwind)^ oder Blähung (bei dem überall erkannten, 
3bi7Voklttiöbt* richtig' verstandenen Zusammenhang mit dem 
RdspJtiertio^syBtem). -In die Doppektelinng desselbeit, als 
SKOdE^'d^riSobeide- der ^eflexrveu und willkürlichen Bewegungen, 
^ 'ü deren Zusammenwi^kiBn die combinirende Thätigkeit (wie 
Söbr5äer ^H^ der Kolk bei den Sprecborganen) in der 
bf#dtitk *o6loiigäW liegt^ niaTs ' der Ausgangspunkt jRir das 
^K&zö'Hä^T^^er Ktampferscfaeinungen gesucht werden. Ihr 
siikfa(^stes l^yiQOmetl ist das Gähnen, 'das (im Zwischenspiel 
äef^^-vV^illkürlicheh Muski^Ithätigkeiten unter die mit gleich- 
ü^äf^t Regelii]fäsigkeit forfarbeitenden Maschinerie der un- 
»Hfil^ÜrKfäien'odery'iiach Cai^enter, der excito-motorischen) 
^toe^'^Stigeti'etenfe Störung düi'ch eine besonders kräftige In- 
spiration wieder ins Gleis zu setüen sucht und in gesundem 
^ctetazide aüchi ' genügt, aufser wenn die phnüdung in perio- 
^ij^her 'Erschlaffiing d^r,'*Hieht aus den aufgespeicherten Ma- 
gk^kien in -der grauen Substanz der Ganglienknoten zu 
B»^jE^urirende&^ Keirven der quergestreiften Muskelfasern den 
nörttis^mäTsig im Umlaiif von 24 Stünden einmal eintretenden 
SUail^'^f verlangt. Wenn aber, bei krankhafter Zerrüttung, 
diese eirifeoheNaturheilung nicht gelingt, wenn die ünord- 
lAting dauei*nd anhält, so fangen die in den Ganglien freien 
iJervenkräfte (die sonst in den Reflexactioöen verbraucht wer- 
<i%n' und «n ihrer gleichmäfsigen Unterhaltung dienen) all- 
ittfSiilich an^ auch auf die Nervenbahnen der quergestreiften 
Ifif^^eln überzuströitien^ .und rufen dort, als adäquaten Reiz, 
cUeselb^^ Erschütterungen hervor, die dieselben normalmäfsig 
voa den Hirnnerven zu erhalten gewohnt sind; und bei pro- 



186 

gressiv accumuKrier Fortdauer der Znokuägen übevwötigt 

zuletzt die von den einzelnen CentralpunkteH' dös Sytilpatbicfis 
zurückgeworfene Flathwelle ganz die des - cerebro^i^nalen 
Systems, so dais sdhliefelieh alle Glieder des EÖr^yerä in 
Bewegung gerathen können, ohne daf» sich der Wüte eines 
Einflusses auf dieselben bewufst ist. Vielfacbe Thäti^eit€ta 
des Körpers, die für ihren ersten Anstofs eines starkeb 
primus motor bedürfen, nehmen allmählich einen automatiscbeb 
Verlauf, wenn man im gleiohmäfsigen Schritt des Mi»l3cbireüik, 
besonders unter dem Rhythmus der Musik, allmählig in den 
Pendelschwingungen der Beine fortgeht, ohne Weiter darä^ 
zu denken, bis vielleicht durch angehäufte Blutstocküii^ }n 
der Ermüdung das Gewicht aufsergewöhnlicb z^nnimmt unfd 
sich dadurch wieder in Erinnerung bringt. Die mit Uebong 
von den Nerven gewonnene und vermehrte Pertigkteit" in 
Ausführung ihrer Functionen erklärt Maudsley durch" söitie 
„Oi^;Änization of regidua**. Die Di£ferenziirung in der groacJn 
Substanz des Hirngowebes nimmt mit dem Aufwachsen ^s 
Kindes in den Windungen zu, und Jede Function, als'cräs 
Organen hervorgehend, kann rückwirkend* ihre Organe wöitfer- 
* . . ■ ' ii ■■■-•' '.■.> 

* The nervooB eystem is d^veloped gi^adaaUy to mcet the oecasion for ijs 
use and the order of ita development is from without mwords. la t|ie^.ia* 
fusoria, where there is no distinct differcntiation of tissues, there are to be 
foand certain granules of pigment which must manifestly be a'fected by liglit 
in a ditferent manner frofti the retnäJnirig mass of the RhirÄaFs bodj. In öt&er 
instanoes a sinall transparent, highly refraoting body (a Ions) ' is fMind in-ike 
midst of the pigqien^ granale and the ne^ step .wou)d be th^ di^r^ptiation 
of a portion of tissue in immediate connexion with such bödies^ in order 'to 
take cognizance, as it were, of their affection by light, and communicaXe it 
to the organism at largo ; the tissue thus Idifförentiated wöiild be in facf a 
rtidimentary peripheral nervcms system and thns the whole'*«reftttiTe^)>uld be- 
come more sensitive to the ' stimahts of light and be raised iti the scate. jof 
organic life. Als Gott Adam, Leben geben wo^te, hiefs er die Seele in seinen 
Ig^örper eintreten , u;id diese drang dureh scin^ Kehle in Brust und BaBcjh, 
ilberall die Erde, den Thon, den Staub und schwarzen Lehm, woraus der 
Körper gebildet war, in Krochen, Nerven, Adern, Fleisch und Haut verwan- 
delnd. Als die Seele am Kopf anlangte, nieste Adam und lobte Gott. Zum 
Magen kommend, bewirkte die Seele da« = Hsnge»geftihl , aber Adam konnte 
sich noch tiicht eriieben, da der untere Theil des Körpers noch thöneni wmri 
und Gabriel ermalurte ihn znr Geduld. So lange der Körper Adam noch 
hohl war, klapperten die ^ui^getrockneten .ThoYigtleder wie 'iMrsAfhmenges^hk- 
gene Falmstäbe (nach Taban), ' und 4üß Qdiehes frpr««hen von HcytamiefM(A'«n» 



187 

«^ '^iMwy?^^ >:C»l^!i)a(Ji alter Auffaseangsweiso die Phantasie 
— ijfül^i 1^^911^; Körper schafft. 

:r:.:.v lii^uweäeQ' ist- öS der Waren, der kommt and den Kopf 

■^ jipK^i^eff^qhQttelt) zuweilen ist es die Persönlichkeit, die den 

_ ISi^pf jiobfdttelt) um- den Waren herbeizuziehen. Der Waren 

^ J3|^iihVri6t d^r Anhauch eines ihrer Guna oder dienstbaren 

.. 6^^r. Obwol der Waren Khundoba's und der anderer 

^ -Gotth^en ji^h unter- den Brahmanen nicht findet, können 

^640! docb <daoh 'Bai Gungadhur Shastri) von dem Geist 

^ ^gn^iidhuj.pder Mtth»-Purusha besessen sein. In den Stäm- 

^ ^QoeKi dert Sinoys odör Gour- Brahmanen in Sawunt^Wadee 

: ^^G^tjder W^renr der Shanta-Devih. Jede MahrattarFamilie 

c :^pi|trMiJ^€!» AJinherrn den Wurzelmann (Mula^Purusha). 

^:_Jöi«lNt) «ieine. r eilten Schtilqr übt der Bhuktu {in den Muthns 

9 flT09J:^apiobäir) gewöhnlich solche Macht aus, dais er sie schon 

^ 4)^^l^i ß^inen Willen allein in den Zustand des Waren zu 

c .<ry^^^^iiij,y/9rmag: .(wi&:mancher Mesnierist seine Somnambule 

^ VfL <^tldßv. iGWirYioyanQe). Hat er es aber mit einem neuen 

;-^^a8J^€])izqitbuti, so drückt er ihm mit den Fingern auf das 

- -J^^^^juoA vbnd) bewegt^ sia dort auf und nieder. Zuweilen legt 

er auch seine Hand um die Taille und zieht den Patienten 

^^Q»^ sieb: heran; Dieser fohlt dann Etwas unter dem Brust- 

hei& hin- iiirä herötbföen, und es mufs dem Bhuktu gelingen, 

, ' o^se.^Djipfindung höher hinaufzuführen (als globus hystericus), 

^ ]^i^W^ eyjjicA ijustand des Waren herbeiführen will. Durch 

^-^ dieti ?Ko«kamia2upulation mit Gontact entsteht das Massiren 

'(nÄOhfiSfese») , der auch bei der Manipulation „indistans'^ eine 

'^\fiiBHtfe''bdgr' vagirende unterscheidet, sowie Palmar-, Digi- 

7 /taJ&^^unä 1^ 

.,, |( JEjkei.JEpidejnien begiebt sich der Patell (Aelteste) mit 

^- cjdeiä'DoiHfbewohnern nach den Ton den Pujurih oder Priestern 

•^^(to^'Verbnidting' mit dem Guruvu oder Illuminator und den 

'^tÜikähtfehj'aÖminislrirten Tempel und nimmt ein niedrig ge- 

"■ inrmr'vr-.'rv 'uan i'- r. , = ■■■ ■ . 

- ■ J'.fX .-:wO J'l.-.)i . ■■'. 

^ :»iy[fbilft|W:iC^n-iM& KuooheB vbelebten. vorhergiiigen. Die Affen sind ihnen rer- 

r -f)K•ll^^JM^fl6<^^Db wähfeiid.bei: «ktt Benna «ich die Affen zu Menschen ver- 

^i:l(^h|nAb¥[n9^,.i^ifc»AtDespeQdeotler ;«eiden dn ihren Goldmachereiversnchen 

^ iMioi^ÄWn£^^ti«>k«ÖU d^, .lüQffwgegangeaen Alchynüaten theilen und i» der 

«iI3hj»wlft«teiiB^»!a^Q:y*»lÄcht werd^, wie diese in der Chemie. 



188 

borenes Frauenzimmer mit sich, als GefäTs fbr den W^ren 
der Devih. Nach Opfern von schwarzen Zaeg^ü uad Ge- 
trommel und Räucherwerkverbrennen bewegt die ausereeheoe 
Person ihren Kopf, mit au^elöstem Haar, vor dem Gotzett^ 
während der Patell oder Priester die Anru&mgen spraoht. 
Der Waren giebt znletzt durch einen gra&lichen Aufschrei 
und krampfhafte Bewegungen Beine G:egenwart t\x erkeuhieii. 
Um den Stand der Dinge befragt, erfolgt die Antworte ;^Iöh 
(die Blatter* oder die Choleragöttin) bin von jenem Dorf nach 
diesem gekommen, weä ^ Bewohner in Sünden zugenom- 
men haben. Wollt ihr, dais ich mich «ntfeme, ao ist eis 
n^thig, vier Hühner und vier Ziegen zu schlachten^ u. d. m. 
Gewöhnt sich eine Frau an diese War^iorakel, so bleibt de 
auch wohl dem Tempel attachirt. Der Famäienwaren ist 
erblich, der Stammwaren wird überliefert, > der- Dorfwareh 
aöthigen Falls hei'beigemfen (im südlichen Oonkan). Wenn 
im Tempel von Rameshwuni Orakel verlangt werden, 'bö- 
geben sich die Brahmanen mit dem Patell. in den Tempel, 
am die Gegenwart der Gedtheit flehend^ während dasr I^bli- 
kum in der Vothalle verweilt/ . Der zum GeföTs des Waren 
designirte B<*ahmane setzt sich ^ nach einem Bade i^ vor dkus 
Götzenbild auf eine- Art .DrieifoTs, löst sein ztüanmkengeblui- 
denes Haar auf und richtet in Betrachtung seineiAtigeHi aijlf 
die Statuen. Die übrigen BrJahminen stimmen >einen Loi^e- 
sang an/ linter Alinifiingen. Blmnen- werden *äm8ch^' 46^0 
Bilde ünd'dem meditirenden Bi>ahmaiien;j^strent;^ iikdeiii. man 
zugleich idine Pfakue -mit glühSenden SLiÜilen> in* die 'Mitte setzt. 
Auf diese wirft der Ober-Brahmane von Zeit zu Zeit, unter 
Zaubersängen, Weihrauch oder Kampher, bis der Qualm 
sich in dicken Wölken; um: das Haupt des: in . Andatdil veo^ 
sunkehen ' Bhuktu' litlllt. ■'■ Nach einiger Zeit sieht ' mim den 
rechten Arto* desselben sich auf- Und nied^be^göh,''fii 

■ ' • ■■ '■ • ■ ' . . I ■■ -.j- ■ . •.-.■. ' I . : ■.::'■■ "■'■i.> . »1: 



- • v ■ , , . I .-T- 



* Die Krämpfe der Kranken dauerten -(nach Btückntannu») doneo iin 
postremo impetn brächia atqne pedes «epties^ vel octfes, braehia gaepids etiam, 
magna vi, a corpore propulsarentur (1781). Aehsüdio Bewegungen treten'^ 
Finger- und Armmofikell» bei den hypnotiscbekttüsitten-TiflcbrUckeni' ei&iy 
die ohne Bewafstsehi des Willens Bewegungen an den bertHirten: Qegenst&n- 
den and damit Antwocten ftaf leitendo Fragen hemrorbrhigeiL'- Wenn^'itte 
Fiajen (bei den Caraiben) die Echeiria genannten Oriikelantworten an erimiten 



189 

Jbingsamer, unwillkürlicher Bewegung, und das ist ein Zeichen, 
^afs-der Waren in seine Person eingetreten ist und bereit 
^tin wird, die gestellten Fragen zu beantworten. Bei Epi^ 
Hernien von Cholera oder Slattem pflegt man nach der Ton 
Pariah' bewohnten Vorstadt zu schicken nach einer Frau der 
Purwaree oder Mhar, um unter dem Einfluf's des Waren den 
Willen der Devih zu verkünden. Ist unter den Koonbee eine 
:.T^desar8aohe nicht klar, indem Jemand in der Abwesenheit 
oder durch, plötzlichen Anfall stirbt, ohne letzte Anordnungen 
zn hinterlassen, so nimmt man Zuflucht zu der Daku Ghar- 
Jime genannten Operationsweise, um künstlich den Zustand 
> im Waren herbeizuführen. Der abgeschiedene Schatten wird 
' in die Person eines der nächsten Verwandten beschworen 
:^Hnd. nach strengem Fasten ftihlt sich eine der Frauen oder 
cEond^r besessen unter dem Getrommel des Koombharu, der, 
«um die Richtigkeit zu prüfen, die Ausdeutung einer nur ihm 
4Mikannten Blume verlangt. Im südhchen Conkan berufen 
- eiqige. der Koonbee fär diese Ceremonie einen Brahmanen 
-statt eines Koombharu (Töpfers), aber nur unter den Letztem 
-(deren Trommel mit der Haut einer in Schwangerschaft ge- 
^cs&irbenen Frau überzogen ist) wird der Daku Waren ausge- 
führt. Tertullian spricht von Magiern, die die Seelen der 
iKerstorbenen erscheinen lassen und Kinder in Verzückung 
setzen, um zu orakeln. Die Pilger in den Capellen Khan- 
jdaba^B erproben ihre Warenbesessenheit durch das Zerbrechen 
eiserner Ketten. Die Mhar oderPurvaree feiern am Dusura- 
Fest die Procession des Büfiels oder der WarengeiTselungen. 



ifölf bemtttien, so bloseii sie Tabakrauch in die Höhe und manneln nnver- 
/i^dUche Worte, mit den Füfsen stampfend. Die Fähigkeit, in die convul- 
.^viscben Zustände zu gerathen, wird nicht nur durch jahrelange Vorbereitung 
geweckt und gesteigert, sondern auch wieder jeder einzelne Fall bedarf der- 
gleichen stundenlanger Zwangsmittel, welche auf Körper und Geist erhitzend, 
-Erregend änd- adiwilchend einwirken (s. Müller). Boerhaave fand eine ge- 
;iiriBse Sehwächimg des Nervensystems nöthig für das Hervortreten des Genie. 
Si r^tat normal de Torganisme s'accorde g^n^ralement avec Tactlon r^U^re 
de la facnltä pensante, jamais, dans ee cas, on seulement par exception, on 
ne Yoit rinteUigence s'^lever au-dessus de ee qne Ton peut appeler une hon- 
nlte mediocrit^, tant soos le rapport aifectif qu'au point de vue de Tintellect 
•^MrtqiremQDt dit (Morean). 



190 

In Savunt-Vadee, wcy neben dem Steinbild di&r TSbodti^Aei^ 
ein mit Arac gefällter Krug verehrt wird, besteigt am JÄhirÖö- 
fcßte der vom Waren Ergriffene eme böfce Stange;' NÄCbdem 
der schwarze ßMel enthauptet- tmd- mit 'SeiAem''Blütii^*dift' 
Bild des Kali (beim Dußurafbst in Puna) g'e'N^äsbhcfe^'TfBt,^'^'^'* 
hebt sich der in das noch rancfaende PeH geWeidete^ 'Opferaf^' 
und tanzt mit der Kette, die zum Herbeiföhi*^n d^ Tlflfet^Ö**' 
dient, während er sich' mit der PeitBobe^nm Bnidt^- Und ^Bfefe^' 
schlägt. Ohne Schmerrgefahl zu zeigen^ "Wer diin* i^^Sie^Tkn^* 
bewegongen nur »m-so- heftiger, und haut' er i!rÄ!^^er*fi^^ti5ef' 
auf sich ein, wienn ^r- slch= «chon unter deto'Efnflttfö däi- 
niedergefahrenen Waren^ befindet; PlütÄfidi jge^^A '- di^^ ^fi^ 
umtanzende Menge vortretend, ^ berührt ^er^'^nen ' aus "fle^Si^i^ 
ben mit der Kette, und dieser, wie v<ih 'elnötti ^lektri^ßhf^^ 
Schlage getroffen, zittert und schwankt, reiftf'äflbirdslriÄ'iMnci*^ 
Haupttänzer die Kette aus dier Hand uhd-niifffcw 'dösfeett'Pfetif' 
ein, in derselben Weise springend und^schrei^üÖ.-Öbr Waf^^ 
wird dann weit^ einem' dritten ünd''viei't€*!ftiMtg^h^Mt.^'"^Ii^^ 
den Schwingvorsirflungen bei der Eftjp3ellW^Kh<iüa<ybä¥^fi^ 
nicht nur Sü&ungen beabsichtigt,^ sondern^ di^ttd^^ fiiafeefö ^Üf^ 
gebängten wollen zugleich durch ihrerÖeftbllt^si^keit' ^fe^'Ö^ 
die Mai^ter beweisen, dafo* sie- unter' dem-Einflüftdö^Wäi^ 
stehen (wie die H^xeti auf 'derlPölter tintefteuflidcfifeli)/ '^B^' 
stehen sie die Probe;," öo werden^ 6ie «afe DevtisthAnttd "el^^i^ 
lebeÄde Behausungen d^t Gotthehi böthicht^fc Und ü^ifffeh' 
Veretouög' (wiö- die christlichfett' Mäi* y*er)i " - ^ ^ »• j k . ! f - t i» ^lii 

Odin* Äingt in! Hävatft4l,-^o'ör tieUü-NIlcte^in'ö^^ 
durcbsaustött Banme hängend, 'duindh^ifaett SpfeeV V^WtÖidfet/^ 
Runen aus der, Tiefe atifeahihy rind: düHih neuö ält^' 'l^fedäP^ 
des weiöeni Sbh'öee Bolthörn (Bostla'is VäMr) -Wefeh^it^'ei^i^' 
längte, «ni dut^h- €teö8togef Kraökheiteö^iÄ^h^ileftV'lfeitidlkäfe^ 
Schwerter abÄtistumpfeöv: F^selü liü' löÄfeW,''feifien'*Pftö"ftrf' 
Fhage iauf»iihaitW/ bei VerWnndün'geÄr mil d^öi^ '#Ärifel efÄfe^' 
wilden ^Baumes das Böse! attf dön öe^n^f iü 'Wendfenj-^E^tt^i^ 
zu lösbiien, dais Meer zu'besöhwiefetii^B, -ünter^^m^^chil^^^ 
singend di^ 'SVeiande: imf Kanipfe -«u ^WcÖutizfefn, Wbfen ^öiö'^ 
Galgen Erhing*^n zU b«l^bett'tiä*«äi||ich'feu ^üfe/ü^^MkäA^h^i 
gunst zu erfangenv t)fe Tafdebg'o dei^iSäiüöjeä^- siÄrf*^Iiütf-' 
reiche Geister^ die> :«fbörttU -frei' lW>Jde¥'JNa*ät^^ tithhetMÖürt 



•'ff 



191 
Toii (jAlbp Sßhamaneo - mit dem inneren Auge gesehen 

.[;,iAJ9^^^g!&^^i^^b^ unter»chieidet sich dec Spiritualismus 
"^^ aUj9|[^, poßiti,Yen ß^igiooen entschieden dadurch, daTs er. 
^i^t.j.dqsa.; Q^jGuhle wenschUcber Schwäche entsprungen 
id^t^nd^pn .ji^af das Bewufstftein und die Berechtigung 
-»rn^^osplilichcy KxsiSt oder Intelligenz sich stützt,^ bemerkt 
^^^^Ipill^ryj. .^ndigesphifchtlich Tindicirt Buckle : den Fortschritt 
^z^iß^-^ne^^Bon^ndeu Intelligenz,: statt der: Moral In Amerika 
^^^^^^fP '^^'^ aehend^ Lahme gesund, und geschehen jede 
~^^^vffy Yii^W^rWuudetr, die von der. thätigen Presse rasch in 
iQ^fihe^^Mengen ,|uj|%ezeichnet w^den,^ da(s ihre Sammlung 
»qjb^^^ge^^:die,rCibornaitüi!lichen Stützen der- alten Glaubens- 
.^3^il|1^0gst .übertreffen wJürde. . Gruldenstubbe glaubt, dafs 
-^•liO^^J^^'^Awl^dii ^piri^ualismC' entrainera ayec lui le r^tar 
%l|6^€p[^^];i|tc^ q^ de la Sainte Eciiturei . Doch 

^^^,.iiJ}e-j,^en1[UcheiiyörÄfcelluug, zu der die Spiritualisten 
^Jjmrch j^i^i JProfc^SiQVeU; der Universität Cambridge herausge- 
:C5r^§rt,\f;^e^j.k^ilie bespuders glückliche, ^Noch nie*^, sagt in- 
^^ftyt'^B^Sßl^^flaot^läs, der Vorkämpfer des Spiritualismus, „dies 
^djur^^ ^^:'i:j|<^^^ ^^^ religiöses Bekenntnifs 

"^Jfft^K'/i^^ i.i^ön^^b^Q xerbiieitet, das so entschieden j^lden 
^JJ^j^e]E^^i^^u)pj^)pi,,aii^aohlp& und mit solcher Bestimmtheit und 
^^^^^^^iS'^^' ^^ Urcbungdes Urtbeils Erheischte und der 
^Ä?WiS^ flöft ihgP;: gebührende Plat«: einräumte-^ FaJth fc 
'the assurance that men bt^v^. in tbe existence of unseen tibdngs 
«U^^iitliQiTPH^Qipl^' Pf'^PtJon lin all intelligent beings ; without 
^i^l^ff^r¥^ k^^y youldfib^i.rin.i^. ^t^t^ of;i»ÄQtivity, lehre»» 
^§[)^qri3qi](^^e\]y,; .«In^i^upopa klebt (maiPfimvAtlgemeinan .noah 
aj%o dg^;[;j5Lb^liefejrte|i Formen- Die \ Genfer Geisterftlopfer 
I^[S0t6¥^i#^j#JtPS^Vgsw^i8e die Dreieinigkeit zu citiren, s^t 
J^nq[^ij|^ifi.,§joliw^z^. loit den. G^esp.e^stQrn vertraut gemacht 
l^^ttfe JiJ^'AeiJi^e ßfiist tb^t j^ipb dvrqh ^sawftft Musikkläipig>& 
k*w4i>X^'^^jffW'^".6'^^t^^ Tißche arschien,. so örziibterte 

dfgf{fg^)Ei^e,iQai^i.I^ Am^erika ist. man freiei^ von Traditionen, 
^yjjjjs jtl55^er^(^^i/Vjr,elt ;.i|n Ii^teUigenzen.izujf BJüthfe brachte 
(dlkdJBt^§?Wߥ/?pit,glwzßndeu Augen ^ die Diener des 
HÖßh8feÄäW<d^.(8SÄ^i^8^)i^ö W'^Ä herbeigezogen, und ausr 
Sfi^MU{Vi^^ df^m-^te^'Kh^mpje^, vorzeitnebligen Andenkens, 



_ 1 



192 

an, oder von Plato und Aristoteles bis auf Napoleon uncEz^^^sr^^ 
Wellington. Besonders werden gerne, die einheimiachenrx: 
Gröfseu berücksichtigt (Franklin, Washington, Webster u. B.yr.X. - 
und dann die Heroen der deutschen Philosophie. j^Auch die^i 
Geister noch Lebender'^*, bemerkt Achner, „nehmen antiGi — 
pirend am Geisterspuk theil, wie David Strauls, Bruno 
Bauer, Kuge, Feuerbach, Vogt, Moleschott^ und weni^ 
also ein berühmter Mann in Europa in ' melancholischer ßtu^- 
mung überraschen sollte, so mag er sich trösten, dafs ^r.vij^-- 
leicht gerade einem hinterwäldlerischen Yankee bei _e 
seiner ^rough fixings^ zu dienen hat und sich jiüXs^fsiJf^^iU^ 
machen kann. Im Allgemeinen indefs begnügt sich außh.Tp^j^ . . -i 
Amerika der gemeine Mann mit den Seelen seiner ß^g^^^cl^etfE 
denen Anverwandten **, deren Unterhaltung ihm vertraut^^ i 
und die auch besser mit seinen Angelegenheiten bekannt ^ijn^c 
um wünschenswerthen Falles ihnen Rath zu erthei^en, J^k-itl^i>.-c 
son Davis hat die Leiblichkeit dieser Geister auf 3 — ^JJnzeTX^^^^ 



I . I . . I ■ - s 
■. ■ • • * 



* Solche Künste kennen übrigens schon seit lange die zanberiaclieirö^*^^" 
Gobbi in Afrika, die die Seelen der Muviris zn sich zu cititen pflegen, •winicxx^"^®' 
sie gerade Sclaven brauchen, um sie für die kleinen Dienste des ^aäi^tü Me^ ^ .K .^U 
zu verwenden. Häufiger ist dagegen die Benutzung der abgesohiedetten S6«leu3^'^^^^ 
für solche Zwecke. Wenn die Normannen auf ihre Piratenzüge. ausfifcluifi^^^ff^^^*^ 
liefsen sie ihre Ländereien in Hut leibeigener Seelen, die sie bebauen mpfaten J Mf^ ^ ^J 
Bei den Mandingem, den Thai, den Germanen, Briten u, s. w. wurde nüt^»* m.MiU 
dem Stadtthore ein Mensch begraben, damit seine Seele dasselbe sclffitke, Ui*Ä ^^ ^ 
die des Herolds Anthemokritos. Hat der König von Ashantee seinen Vor^r*'*^^ ^^ 
fahren eine Botschaft zu schicken, so läfst er einen Sclaven tödten, wie dl^ 5-^-* ^^ 
alten Scjthen, um mit Zamoixis zu verhandeln. Die Eidahaner glauben, wi^ i "''^''^'® 
die Dajaks, dafs alle im Leben Qetödteten im Jenseits, als Skhiv«iAi ■dÜBlieri*^-*®'' 
werden. In Amerika besorgt ein Postmeister die Correspondenz' in!f dilii m.^*^^ 
Geisterreich. Der von den Kalangous verehrte Bauri der Bambarras "^iti*^ '^*''^/*** 
in einer Calabasse oder einem zerbrochenen Kruge. In Tunkin bedeckt tAiängr^-^^^^ 
das Gesicht der Sterbenden mit einem Schnupftuch, als dem Receptacnlum ÄJr^ *r^ ^* 
Seele, das nachher auf den Ahnentisch gelegt wird. . . '.".i 

** Die Offenbarung, die früher nur in den begünstigten £pocben .der*"^^^^^ 
Geschichte auf aristoknitiscli bevorzugte Geister niederstieg, ist in den freien -^""^ ^ 
Staaten zum demokratischen Gemeingute der grofsen Masse geworden, ^ei ^ ""^ 
den Hicksiten konnte schon jedes Mitglied der Secte ihrer theilhaftig werden.^ -*■ ^'■ 
Brown, aus dessen Gemeinde die Dissenters ihren Ursprung nehmen , lehrte ' =^^^ 
(1580), dafs allen Brüdern die Freiheit zu prophezeien in gleichem Maa&e 
zukäme. 



i 



fewiclt Berechnet, also liodeutoiid schwerer, als die Engel 
^f Ka'E'blti^, ytt'ü d^n'en ein Tausend auf einer Nadelspitze 
T&tS 'flnÜeii; Dr. Young uimnit verscbiedene Grade in den 
Fmlrtlllangen der Geister an, wohl nicht mit Unrecht, wenn 
s üi'dei- That in Plyinouth vorkam, dafs der citirte Geist 
üoleÄ Vätefä' seinen zweifelnden Sohn, einen starken JOng- 
ä^*bti' IS" Jahren, r.ur Thflr hinauswarf. Auch anderswo 
ibeil 'sich die Geister in solch handfester Weise manifestirt, 
i^'^ProfesSor Schuppert in Gleisen aus dem Klatschen der 
litiKenöt'reiche abnahm, die seine Fran empfing -und der 
^!^iÄy^ 'KHtalis durch die Striemen seines |lückens bewies. 
5e Seel^ön-Ätomiatiker durchforschten das ■ Gehirn mikro- 
dtypisöh, um den Pi'ocentwerth genau in ihre doppelte Bucfa- 
Atiiiig eintragen au kfiniien. Wie Brittan (Kedacteur der 
^fHtuAlisHafiheü Zeitachrjft in New-York) bemerkt (1852), 
jteeÄ^^Gefie'b^^j'Ertei'n Und Freunde, «lie bisher oft Aber den 
'SrMirt 'der Ihrigen trostlos waren," Gruud zur Tröstung ge- 
indeu, seit sich ein Medium inmitten der Familie fände". 
idei]s, sind splebe.Cpmmunicationea nic^lit immer, ganz unge- 
.|i^ic^>,4a^ wie ,i(I. Fishbougb aus seinen Erfahningen be- 
-^täfS^f idie.i]etitt«'iKrwikbeit d«s KSrper« oft dem abgeschie- 
ei»eft Geist« noch fär' «intge Zeit ftnhaftet und so B;flnpa- 
ie*5sch 'dem' KöiriDcr desjenigen, worin sie eich niederlassen, 
attK^'^t'^P^ y^^*^^Ä.'i!^P^^^- Ir J;atho^»chen liändern ist die 
*iQpaifXi^^äiiov^.nät. äen, Yei'slorbeava.'' g«w6balioh naT'.eiii>- 



I i // ' ' V^ ,7|Ct(e^i^t Ton Allerbeiligem- znni Alloraeelentage Teraunmeli) »ich 
n .OfttPlM**») «He Gestorbanen bdi . d«ir Oemtinde in der Eirclie und halten 
nep yi^^Milidtui. GotMidicMEt, wobei dcr'-ttr^torbenb Pbner predigt. Die 
f^^t^Df4^,lM)iren baji .Y^Q^n Brettgnam, JaraKcn, PatagonierB' n, b. -».'wieder. 
raKp^,' ^4MbItti7iW' s|pnischaa. ' Mwobea , die in der BiCie «dnes solchen 
<)jvte;,-,,jV[i<(H.,4L;4iiM^l" sabiiean, und desen ihr Ritual BnBdrücküch vor- 
•brieb, recht viel za trink«n, danxil (Ich der TodM deato beuer befinden 
,5m. pie Chinesen feiern auf den Grobem das Tae-saou (Opfem und Fegen) 
fä i'ricikiilgti'uigüe«. .Ls ploa souvcat, qnund Ic diable veut entrcr anx cotps 
nniAJ'"' >'' ^, 'aiill ffitte Täme d'un tr^passä et en piend la forme ponr 
ueüx le 'fai^ .^' croire, c^ suT;. cette,cr£dalit£ poas^e Ics d^eniaqnes", be- 
äerii -T^J*''- . Ehe der Büse tob dem Körper der Nicola Äubiy (der Besea- 
«nen' von Laon^ Eesiu ergriff, stellte er sich ihr in der Gestalt Ihrei Talers 
iäx'.' Ä"f ^en aTomiseheii Inaein wandeln die Sehatien der VerBtorbenen un- 
ichtbar unter ihren Kindein, sie aof ihren Fahrten kq Wasser und cu Lande 



IM 

mal im Jahre, am Allerseelmitage,- mögHßh-, wOrJa^n ihoeii 
Kerzen auf den Gräbern apzüijidet, In, .Bombaj^; lilfHdJ^eg;. j^ 
den übrigen Platzen^ wo sich Ä([uths ♦von. Kai;M?b?% ftud^.ffl 
die Thaumatnrgie undWunderbeUupg. ipj&is^pfis yoj^^.ftep,^ 
denselben administrirendeu.jBluik;ts InonQpolis4^^;de^eflJJE^^lif9. 
wegen des hohen Pre^^s,^. aber nur den :ß,ei(4er^n ,?Wgfng- 
Uch ist In ^ndeKeu,.i$^d,ten. d^gegeif im4 , be^onderft ; dpf 
kleineren Dorfern de^ M^rattolap^P* ^ndjei^ wh Bese^eypg^ 




Schatz. Wenn oim Indianer liilne BlmniQ ddet FrUafit ältffäneltv bittet ^Ttfr^Ji 
Gedanken den, Npno um Ver?eil|iinÄ, : tin4!'W .däenj^g^i^htepi, /St^ljeiii;;fi 
Flüssen oder in Wäldern, geht. j5r nie vpröber,^ ohnQ,^iQ.(J\<{i^teiff(J^t,Dftlp^ 

{reschiedenen anzamfen. Die im Fagaanito verehiTten.Bilder h^isen Anitpc 

^ .■■ .-. ■ ....:..■ •.' '•■■i-irr il,. iV^r'.k-/. a ■.'■■■ T? 

* Im Zustande der Besessenheit wird.p^ter den pi^sti^hen Sectirer 
in Bombay unterschieden der erbliche Waren, 'derjenige/ dc^:. in den Tcnip^i 
infundirt wird, niid dferjfebige, der In ]gerneinianrert'^u«kimiiiTikiin/«h br||r^J^^ 
When two ot ihreJ9 ai^e otice in tKlS'i^tö'^^ the Wä^^'bf'^ittobä >ti6?^ 
merkt Anderson)» it is »i^ssible • ihät c^eps»! ppre^iapok^ bi^llitiet ptooliQixQiF:^ 
their constitotio^s to be pos^e^s^» maj;, linag^f^; t^eint^v^ .f^. iitt^i[i|^jk^ 
spirits. For instance, the wife of a man,, calling lümaelf Wittoba ap'd shq-w 
ing all the Symptoms of poss^essjon, may be aftectca ^imiliarly a^a conpeiv 
herseif to be Raae or Uakhinä^. So'^st "datin rtom^'Wicfrt i&afl^i ""eirib ' gäiÄ 
Mythologie in ihren nothigen Rangordnungen' Üftrtig. Bi^G^figädÜnr i^si^ 
beschreibt die religiösen- ^sanuaeQkäoiibe der. AI ai^Aratftis ,m t Yif ia^ogn o fw 
eine grofse Zahl der Tbeilnehmer dur.oh Wittoba» Ra^e, Rukhm^ Pc^n^iplk 
Namdevu, Dnyanoba, l'ookasam, Chakamelia und. andcu^ der in Pundhurppo 
verehrten Götter und, Beiligeh besessen wurde; worauf dje ä^ndeii <|er Iii^i 
rirten längere Zeit das ganze lian'd'dUrohsch^'Urhiten, bis es endlldi cleki An 
Strengungen der Brahmafnen gela'kigV <^ie'' *« uottJCtvirttcken/ -JCItr Knabe ^ii 
Mudhee, der m dem Muth KaivoI^s die..^Qß4»i| der, doHigfhiBtiaktiidiAih 
ahmte, fühlte sich plötzlich besessen, und zwar, wie er behauptete, von der 
Crott Waghoba. Seine Anverwandten meinten freilich anfangs, dafs es nn 
ein Bhout oder .böser Dämon wüie« der .h^a' ihm spr&cho^ lund ^cht^ßiitjüi 
durch eine Tracht Prügel wieder snrecht zu .setzen. Da ihre JMLittel f^be 
wirkungslos blieben, ehrten sie ihn seitdem als Devu-sthan (ein lebendige 
Tabernakel der Gottheit)^ Bei Lun-yn klagt Confiicins : „Wie bin ich gefi^n 
Ich bin nicht mehr idi selbst. Seit lange eohoA ist. mir l'scheou-Koung ]^cb 
erschienen!" Die intnitive Begeistecttng de« Dichters bei Plate vuKiioirt 
Schelling auch den Philosophen. Die Hululih oder Begeiät^cteji (unter :4ei 
Sophisten) fühlen» dafs Gott in sie. gefiüuren sei, lehrend ,, dafs der göt^uh 
Geist allen eingehaucht werde, die eine wissende Seele besitzen. Rnmi singt 



195 

" ^ftUer Aftcin, denen der Waren Khnndobas, Waghoba's, Bhui- 

Ä^as-ödd^ irgend eines anderen aus der grofsen Menge der 

"Devecf üti Gebote" steht, um et\<raigen Anforderungen genügen 

Sfti 'k5üiien; Anderson erzählt den Fall eines Fieberkranken, 

^^'näbh einem berühmten' Bhukt schickte, einem Einge- 

Tii^Mfe\i T>^i Känöbk's Muth, obwol sonst seiwfes Zeichens ein 

; ^ärtüclfl'" Dieser nahm die eütsprechenden Ceremonien vor, 

TJi^'^er'Voin Waren des Khundoba ergriffen wurde und offen- 

l>arte dann dem Kranken, dafs ihn beim Passiren eines 

IFlusses ein Khuyee (der Geist eines verstorbenen Mahome- 

.^daijersj) besessen, und krank gemacht habe. Zur Heilung 

-- 79!^d^<c;in scbwap^s Huhu über den Körper hingezogen und 

' r ^a&n. rasch« tzur Thür hinausgeworfen. Schmidtmüller be- 

'- ^richtet Von -einem Moscheediener in Celebes, der 1841 von 

ffeifSöelfeeities' nach Ceylon verbannten Prinzen besessen, in 

dessen ÜSTamieh die Fahne des Aufstandes erhob. Dr. Gray 

^n l^ew-Ybrk) hörte (1852) von dem einen Grobschmied 

^'^Iagei(dex^^Geist, dafs er bis noch vor drei Wochen den 

J^Qcpe^Ckiues! unnützen Burschen bewohnt habe und, da er 

' "-^elsEt^&uriHdlle fidbren müsse, sich in der Zwischenzeit mit 

-^üMtt^jufigöri Menschen amusiren wolle. Der Bauersmann, von 

4^tn !ß^e'rner erzählt, spricht zu seiner Frau in der daemoni- 

-. . >43j9aei)L, ß^jflime . des verstorbenen Schultheifsen, ein Kranker 

' -.JUtiBio^ne: haadelte ganz in dem Geiste des HusarenofiGziers, 

'^er;:56t^ Beiner bem&chtigt hatte und weckte seine Nachbarn 

' ^^IffkchÜ €ttiH6h Trömpetengeschmetter. In dem Spiritual Tele- 

'y.^m^'"(^^^ berichtet Rev. M. West in Phila- 

- ry^eipfci^^'.wiQ iBt seitier Gegenwart ein Medium von einem 

^ ^ irGfiOstfi ergriffe»' ,wnrde> der durch alle Uebungem der Fecbt- 

"■ «Ißon^' 'hindurchging und^ dann -plötzlich leblos niederfiel. Als 



a r - 



l^ciial^^ o "Tfoinmel, liair, o Flöte, Allah hu — WalV im Tanze, Morgenröthe, 

■ iMläh' h^ -^liichtiaal im Plan«tenwirbel, Söudo vom — Herrn im Mittelpnnct 
''^- *'vi^M^} Aflah ;bn rr- HeÄetii Welten, enre Tänze stockten, wenn — Lieb' im 

-^ÖkitkßuÄ iiiefc« gebölte, Alkh hu — üns'rer Leiber eigener Leiter reicht hin- 
~ * ^i*tf^*^*^-^b«r Sonn' mid* Morgenröthe, Allah hu — Rausche, Meer, am Fels 
"■' ~ lÄ-Starm« 'Gottes Preis — Nachtigall, im Kosen flöte, Allah hu — Seele, 
* - wiHrt, ein Stern, dich schwingen Mm dich selbst — Wirf von dir des Lebens 

■ "RSftii, 'Audi hu — Wer die Kraft des Reigen« kennt, lebt in Gott — Denn 

- 'er wötftr,- wie- Liebe tödte, AUah hu I 

13* 



I 

^ 



196 

er wieder zu sich selbst kam, gab er sieh als äiejBeele eineB 
der Vorfahren des Herrn Pfarrers zu exk^rm&a^ -ößiekim/A^f 
irländischen Eeyolution mitgefocbten iiätte und>ge&iU«n.MWäi^ 
In der Milwaukie SentineLv^ertheidigt ^in Mr. ßpodldiagrfäejil 
Spiritualismus gegen die Anschuldigungen öeiner Gre^Bier^bdirfi 
Viele durch Besuchen der Circles .t¥ahnsinuig.)WÜi^QSrT^;[)ia<| 
greift heftig diejenigen an, die Yon einenlw seiner iFi^DJ^ 
(Mr. Pratt) behaupteten, dafs er verrückt sei^währfifnd eJrdc»]^ 
eben ein Medium wäre. ■; r iii'üj^.v-J -mx 

Um ein Angekok zu werden, nuÜs deri<GfÖQÜA(}Qri-iP]Qn 
den Elementargeistern einen zu seinem. Torngak t)d€frf£iM|pQJr7 
liaren Geist bekommen, indem er eine Zeitbkng. int labif^fiSfinf 
öde in tiefsinnigen Betrachtungen : verweilt undidenrTdJxigi^ 
suk um Zusendung eines Torngak anruftu iDbrdb d^sf^aüMi 
und die Abmattung sieht seine Phantasie aQjerleiS]E|ildfirri?a(i 
Menschen, Thieren und Abenteuern, .diä ier^^fäa^I wirkliche 
Geister hält. Einige werden. schon von Jüug^d .^tiftialdied^^ 
Kunst unterrichtet (in besonderer Kleide]rti»{(%t)i* ^jAnf^l^i^ 
setzen sich an einen grofsen.Stein^ ndeniden^^iobi^air^ki^ 

und sagen, was ihr Begehr ist/' Weiafli defsdyb^reraoh/eiät^lter 
schrickt der Lehrling, stirbt und bleibt .dm Tage f<^d^j[:kA}«^ 
dann wird er wieder lebendig und be]iK)mm% iSie^iQiitfTftfnga)^ 
der ihm alle Weisheit und G^schickttcbkeitifoeibiiilgt .to^v^ito 
mit Windesschnelle in den Himmel und din .HöU^Ibaglott^. 
Der Torngak erscheint dem angebundenen Ang^kok^iitite 
Orakel zu geben, oder fährtmit ihm ^ in dasuReidb. dfemiSfiel^ 
wo er eine Oönferenz mit Angekok Poglik,, dem, diokdn';bli^ 
berühmten Weisen hält. Die Amu>lette> (Holzstück^hj^ ^ Sf 6^^ 
Ejiochen, Sehnähel, Klauen) am • Halse hängcaQ!d:;(i[)d^irfr^ 
Ledernemen an Stirn und Airmen) bewahren i.v6r:€re^^nsjb<Nr)^ 
Tod und Krankheiten, bringen Glück und verhinderMyv d^ 
die Kinder bei Donnerwettern und anderen SehreckeA In^i^ 
die Seele verlieren (bei den Grönländern), . Wirdiein<9t&i^j^|i4^ 
ein Stück Zeug eines Europäers ang^ängt;, :^so^ :€[|:4i4tftj:eß 
dessen Kenntnisse. „Man würde übrigens diesen Hexenmeistern 
(den brasilischen Paje) Unrecht thun, wollte man sie als voll- 
ständige Heuchler betrachten. Sie sind , wie so viele" Be- 
trüger, von eigenem Aberglauben betrogen und wähheii siiäh 
in der unmittelbaren Gewalt dunkler, ihneo si^tbßt fßin^^^ 



i97 

Bf äcdite;> 'Preilicb aber werden ihre meiBten Handlungen von 
E^Wiiinsabht «nd Eigennutz geleitet^ (v. Martiu^). Das letzte 
Bffortivitr^riGUaialbt sie oftigenng^ iein gaukelfaalftes Possenspiel ssn 
fcl^btfi9*^:äberi'daToti abgesehen y «ind sie- bis züieinem gewissen 
Orbdei'iiiefat^ einmal ^Selbetbetrogenef^ da sie die gewünschten 
l9tJdäi«txfgenr'oder:(iiir6r MeiriuDg noch) Offenbarungen auf die 
Bi{efbe6<ihäftigenden.:Frag>en eben nur in diesem Zustande ^ ek- 
ytattscher Auifihßguiig ändon können imd im gewöhnlichen Leben 
zur Lfösung unfähig sein würden. Auch im Schlaf comple- 
■ttetitiriiicUs'-'D^kdn -sich selbst >nnd ruft eur Ausgleichung 
aitiig^ehhie 'Bilder i hervory wenn am Tage Yorher vielerlei 
IStiin'getiehmes stattgefunden hat, vorausgesetzt, dafs der 
Scibkaf iein iti^fep und. Tollständigier ist^ denn ein leichter 
Sl'kibscfaläf wird' 'dann ein unruhiger bleiben, da sich die Mis- 
BtimmüdgldeaiWachena noch in ihm nachfählt^ ; ' 
ort -'Die^ Blättern heifsenim Besondtoi Devi oder auch Mata 
l(i£e^ Matter). --Bricht diese Krankheit in eineta Erwachsenen 
^id^^äneni • Kinde >iaus,i sO' sagt man Devi allya, die Göttin 
4ilit>(ib]i^ heiiaagesucht (deae ingressae), Medioinische Heil- 
-afentl^l ■ werden iaieht: * laageWandt aber • \ die weiblichen V er- 
-<>l^dtett pfb^i wdiirdnd der Datier der Krankheit allnäch- 
^g:i^UM^da;3'-i>drf. au wandeln^ zu Ehren der Göttin Hymnen 
%iagend. ' i.Eiiiisv'ändere Personification der zerstörenden Ge- 
-^it^t « in ' D^ivl List' Majoa-Mari . oder die Cholera-Göttin. Sie 
QS^mt[<ililreD^itaoinde& nicht in den von der Krankheit be*- 
•^iltien^'j'Baiibb£än^!.]6ohdern! fahrt ih eine weibliche Persön- 
'Jiii&keit>'ein,i'dii9 9.''di^aui- äiii der Gegenwart der Strafgöttin 
rgctflEÜh ^'«icb'^Ss.idie' gebende Shekina^ oder das Ge^s der 
^^ud^njirerbr^terin aJnMndigt,..und dadurch rings um sich 
!::8'«i!^&kßa «ind Ents^tzeni verbreitet. Den Griechen erschien 
•"^fe' weibUöhdfPesfc^.jisror Auebrudb'der Kradkheit, als ein in 
^<|i6^i'Dflrfii:öchJwTöbendri8i Gespenst.'-: In der den Punjaub eigen- 
'ijhiiinylicbeü Kraiikheit M^-iashekh (Scblangenliebe) fahlen die 
'Patienten eine Jiinwiderstebliche Neigm^-, sich von Schlangen* 

Ov' *<.J3^ r^agarFiija 'wa^,chen.clie Frwen in Indien einen Lingam. In 
ChQtarl^agpar leiteten sich die dem Maharaja verwandten Nagbanshi (im 
Gegensatz zum gemeinen Volk) von den Nagas ab. The term Nahnatl or 
ifaguaü (Nanähuatl im Plutal) comprises the tfibes who spoke the Mexican 



beüsen zu lassen , d» ihpai. dietef ^BUs-itmaaeJiji^ßfiidiiinoUh 
tb&te, Einige >T»ge yorber. WideUi.^;.ail>0hDiMfdlMm3(l^iy 
Sobwindel, Uebelkdt, AppetitLoeigkmt^f iAhn^t^^: yjm;T4<»r 
Arbeit und Sqbwejce ia den Glj/e<ibrn.r; Die-sSohl^llg^i^^tv)«^ 
deu dann durch die Witterjäng;bf^rbQige2p^n> ;bn4:^*;^;;^aR 
tionten atreoken ihnen die H^^nd^. «n|geg^,.uw'i.8ieiizii[£Q^M 
(s. Honigberger)». Ein Fakir, der- 6ioh..!ani(Ar%^fiik^&m>g^ 
wohnt hatte, .liei/9 siob.unbßSQt^det Ton dönjSohlangf^nvbcifQfiab 
Bei beginnender MeUvpcbolie, sind diei.KmnJR^ in/^ilieyair^iif^^ 
geregten Tewperwuent und..,gla«bw sicV^ij^ tyw8ltäiiftd^n«r 
Gegenstände., nnd Thiere . vervr^nd^ qder : ^ge^tovhßAlf j^f^ 
Eisvogel, Kukuk imd Ileiber geM^^. ^slßn^im f^f4^ihi@rä> 
seU^chafts- und; FriQundscfe^^qselp^: fä^lSp^V/airf JS^n 

Sgefend. ...,:- ,. i ■,:: :■■•;•.• ■ o:^:;- .i'.-.;.iui'>.>!l'i:-7 n-.-'» ^hyvJ/i .?ii:ii. 

In Folge jlef ^be^alä^biß<?ben. X.eiftbtgfeMJWi^^ 
Javanen kann jeder Phantast oder Betrüggf,i4^§6-j^ltl& iWü^iW 
das Etw^ .geträumt hat^ (ia§ Tioll^ »gufY\^l^r:|0|d^§i(|h in 
i?^enigen Tagen .grojfeen, Aph^giO^er^pliia^n tftfrig^n)^^: Jj^Ä 

idioin, ßignifying: an e:?:pQrt maft^Cwhp «poke.7re|l J^g. o^/f.jlfng^nft^j^^^^^ 
primitive sense I^ahualli means secret or occult, ,and.th^ Spapi^rds gaye the 
riame of Nfljgualismo 'iä mysfcrious'rites,' pmctis€a"by"i3ölafrouö inctians 
(s.Squire). Wie die ^Tlatfelolcäi'irti S^wJhSgä-,- < 'fWAbfei öü^ T^ötitehtft^^inrfW^ 
d«]i Azteken) iiir Zeichen im dem eine .Sdäan@a:fwend«iäiM}eiijftiil3äuii 
Nopal, wie in £ambi>d|^ Qai!>udA die, ^ohlapgft ^^.^üjolcit» /)P|p m^r ^g^gfmigi^ 
wurde als heilige ßejiquiq im Haiis^^ djaßjgm tjcyr^l^i^ti jV?/}. »8^, jgjfgfpf^ 
Fiorejitino führte d£r Chan der von' den ^ndcr^ stammenden Tät*taren.^ eix^a 
Feder &nf der Mutze zum Andenken an die Voii Vogelh geleiswten Di^st^ 
In Ceylon gilt SchIangeilbift-wähiH$iiaUinef Eklipse fÖriadteck-i'^^ ^fcÜilia 

* El rntrepido 'Afanöäno que hftce Tr'6üte c«i'in(nTible Tftlct'Ji la!*Äu^™ 
en los eombates tiembla a- la vista de a^i buho ^ de unai leöbtüia ^tHltk^ 
La ingoieta coneiqnoia nna seepetaiiTpz de la.nias profunde 4^: vfi0n|taMi!nAiAfi 
s^ que presentimientQ dcl mundo espirito^l j de 1^ verdjfdera.jpi^tn^^.^dd 
hombre, los.hace representar figuras. y fantasmas ^ue obran en ella Qonrinsgror 
faerza y e^cahto que la realidad de estä' vida (Dömcyko). Die^ Benenniin^ 
der Hexen, die auch die Wlckerschen (y^ od^r ^tky idff heilig) rtitid-'m« 
Täverischen (Zanberer) heifsen, von Hag ndd £(anam (als PrksterseUaft 'däi 
Hagedissen und Hagezuzen), deutet auf ihren Zusammeohang n^it der» altdeelf 
sehen Götterverehrung. Nach Montanus finden, sich inj d^. . Fami^ien^. ,. di^ 
unter den Landleuten n6eh „von Hexenart genannt werden, viele ^Ueber-^ 
lieferungen und im Christenthum nicht erklärliche Gebrauche. Im berner^schejtl 
Lauterbrunnenthal heifsen Hexen Strudeln (nach Jahn). . ..1 



1«9 

^ffiij^Hgi^bdin H^zbiarkeit idter Bibgeborenien , die bei ihnen 
l!k»^l<äkhkfte(i^f:NachaIii»ttng8Sti^ht fttfa^^ sind die Europäer 
^Ja(t<ä'^d^^Üidli'FrMm. äk Kindermädoben zum Tragen 
*^4im76ä&gUttj^e&^^ti Merwen^ny 'da sie durch \Am E^cheinung 
^aak%€»i^\>^iAiem\bm^^^^^ können. Eine 

IIM<^iJri^«>ifi Tunis^atUntö 'Atlto *dilcAi, wa& kit skh, niid die 
IRt^s^üd^f die dag beobachtet bÄ(k^\ 4»iächt^JSich mitunter 
^«j^ietWar^J^kidlsiepid^n Schlaft Vplötä^^ die Hfinde ku 

■cllil^dbeMf^v^ )<^i!i^!da<dn :Katf^ Was siiet sonst 

&<(4l^iBa»d trugi)')#egwäif, und gleiebfäfls klatschte. Ein 
d^ttJeb W^^iil' Indien >, ^laiä-'^n^it-^inem Wassergel^LfB hinter 
ml^^ui^^\mti h^^f^ing utfd äeos^tb^n Istallen i^a%r, gofs mecha- 
»tecM %!!<> W4^t^bett iiti^ gl^dh^'^empö ihre Flfkssigkeit 
sius. Nach den Verheerungen des Schwarzen Todes thit in 
^m Votibd^f^bk^i^it^ des^Mit^Ialt^t^ peychi^h^ Element 
mä'i'Mii ^¥ördetgtuc(dr.'''''*'^<'- •■■'■'■' ' -■• 

LÜ ilöer ^^&tx&A '• «iH^idöheö^ kosmisch - ttieteötologischen oder 
liööileii i5¥^4tth€W' der Seäöberi ^ird noch fortg^hrt, stützt 

^ch indeis von beiden Seiten auf Argumente, die als einfacher 
^Ausdruck des Thatsächlichen, zwar schätzenswerthe Beiträge 



"jy^ietg^rf.^^ Ö5ir Bildung .^p^-^^ph^n, ^ben ihrer fragmen- 

itAtHist^ftiiNatut'twegeäv-.d^^^^^s 'Q^^^^ genügen können, so 
^WsÄM^^ '^ie <life B^^rachtütfg^^^tögiwjrher Schtehtuttgen ode* 
SftÄöäÖlö'giöchfef I^eWmariHchfun^. 'GMchieitl^ istjedoch ein 
J^jnfljijp^, ^,1^ bp achten y der qa er sich, ajiif ein überall gleich- 

mäfsig wie4^^keihr,§n4ej^;:ipneset?:, basi^^ darf 

^i^j.gültige^rFaQlbor ^Ugela^.en,,5?u wercjeii und. durch Erfor- 
«t<ahxing der ; riobtigea .iTragweite; /psychischer Ansteckung 
fisanebes Licht ^auf die Verbreitung' der £}pidemien «u werfen 
^^^fiöht. Mö^en trti^ ÜBl* H^erd «iner Epidemie in den 
eesellscbaftlich loealen, VerbSltnissen auch hinlänffliche Er- 
^rj|ßg,,3U,.fi9,äen im Stande §ein, so kwn doch dies nicht 
fiar jdt&^iV^br^angiitibexi; andere Landesgrenzen genügen, 
ilttdJ'au^h 'diex-^sogenatintfe ^Lüfteonstitutibö gkrlyK w^^nig* Hülfe 
^(fenit wfr, wie bei der ersten Verbreitung der Cholera (1817 
bja 1831) ^e Epidemie erst nach 14 Jahren aus Indien in 
Europa anlangen sehea. Zugleich, knüpft sich überall das 



200 

Auftreten mehr oder weniger direct an Fersonlielikeit!^ die 
mit den inficirten Districten in einiger BeKiekung- atandeia^ 
und deshalb nachher der Einschleppung angesckl&^igt wer- 
den, obwohl der ursachliche Beiz dann wedieri /mit- de» 
Krankheit9gemu3 (indem z. B. die ISIl die astheoisohe ti^ 
setzende stheuische Exankheitsconstitution seit 182^ jit'idie 
gastrisch-nervöse übergegangen), noch mit derUiiigünstigkeä 
socialer Yerhaltnisse (wie sie während des Pind&rries-Eriegea 
in Indien vorlagen) etwas zu thun haben könnte.. Xht^egea 
verlangt die Gausalität psychischer Ansteckung gerade 'eine 
derartige, erste Vermittelung, und wird später mitdem Gra»^ 
siren der Epidemie in rasdieh Progressionen zunehmen^ im 
denn auch leicht durch die miasmatischem Aubd&Qsturigen 
ätiologische Momente hinzutreten, die polizeiliche Vorkehr 
rungsmaTsregeln als bei der Therapie mitwirkend erheisclieB;: 
ebenso wie endemische Ursachen (wie in den.Fi^bergegendöii 
Lucca's 1741) durch geeignete Mittel verbessefrt werden 
können. , Psychische Ansteckungen jeder Art wirken in .^den-^ 
jenigen Th^ilen des Körpers , durch deren , Einwirkung, irifi 
hervorgerufen sind, nervöse Pensonlichkeitea we^deaiv durch 
rasches Handaufheben Anderer zu gleicher Bewegung^ diirdh 
deren Tanzen zum Bewegen der f^üTse veraolaiist,; wid in 
bes<>nders empfanglichen Gemüthsstimmungen tnögien auch 
normal Gesimde in grofeen Versammlungen fortgeridaen w€c+ 
den. Solch ein psychisches Contagium: bleibt aber nicht! her 
schränkt auf die direct dem Willen unterworfenen Nerv«iH 
Sphären ^wo es eben auch durch den Willen >abge8cbnittea. 
werden kann, und sonach als abnorm und fast bedeutungslos 
gilt), sondern es mufs zugleich in die dunklen Regionen des 
unbewufsten Denkens hinabsteigen, und auch dort fortwiiikeo, 
(dort natürlich unbewufst, aber eben deshalb auch < unge- 
störter, und um so rascher accumulirend). Es ist gerade das 
Schrecken erregende der im jähen Tode wegraffenden Epi- 
demien, was auf den Menschen von jeher den- gewaltigsten 
Eindruck hat üben müssen, ob sie es wollten oder nicht, ob 
sie sich gläubig gefesselt den dämonischen Einflüssen hin- 
gaben, ob sie dieselben skeptisch zu leugnen suchten. /■ Im 
letztem Falle mag der Wille, so weit er im M^nÄcben 
Macht hat. die Furcht verbannen, er mag auch bis zu einem 



201 

ms6^ (Gb*lide ihre Weiterverbreitung hemmen, er kann 
eSrf^nie seibsi^gewifs eeiü, ob nicht der Eindruck in jene 
^M'etlv&pbäjren schon hinab gedrungen ist, und dort weiter 
dacht i^itd, ihm delbst unbewiifst nndvon ihm nicht weiter 
einflufsb^. W^nn -^ine Epidemie sich den Grenzen eines 
indes Ääfai, so praedisponiiren die täglichen bespräche über 
siefbe igK)höni die gerammte Gesellsöhafb für ihre Auf- 
tuuie^ und bei der 'genauen B^chreibung der Symptome, 
ijÄS. 3iatürK<j4ie Folge , daft immer ' wiedei- dieselben Organe 
jinfiB^^wierd^n, tüid wenn sie es'^^sind, sich ihre kritischen 
rioHeii in» einem bestrmmteH' gleichartigen Cyclüs bewegen, 
V eaMT^bpfaysiologidchen Gesetzen des Körpers der mit 
rtbwfeödigkeft. ÄDgestrfebte^ Natttrtietiprocefs erfordern mag. 
lobobei-Tbietfe« wird- diese eben nicht von der, geistige 
bifcp&fngsfähig&efit voraussetzenden Phantasie, sondern von 
j^mQit^m' ' l4ervetir6iÄbätkeit ' ' Äbfiäi^^iide ' ' Aiiöteckung in 
ijÄeher Weisef 'Wirketoj' wenn ^ie' neben deli epidemiscb Er- 
aikteii (*d. h; dfeii UÄtfer besonders^ <^uäle_n(fen -Symptomen 
idj^tiden' ttttd^Vöi^eÄäendeü) im 'Stalle '^ebeii oder sonst mit 
iTEöi'ZuisätÄmen- bteibeiil'' 'Diö B'etra'cbtürfgsweise fiele unge- 
iVÄi dafedarcKBateä'-iii dör Etftottiblogiö aufgestellte Kapitel 
r Mitoiery'^IMfe natürlich jgebateBeHeÜra^^ g^g^J^ 

*jf)syid|isöhe'^MoB^Ät iö-deh- Epidemien ist die im Alter- 
3za UÄdivOÄ^'Nättitvölkertt häufig 'mit- Glück angewandte: 
ifichbtide- i*es#6 und Bätisfigtingen , um dem Geist über- 
Btpt Keitie ^Äeit' zu-'Iasseö^ sich mrfc dem Traurigen und 
k^tiebile9"'Zü^ 'beschäftigen,' tind so einen Keim in den 
^bgePJättfsnitiebitiefaj defi^sen er -sich später nicht wieder ent- 
Ligen kannV Religiöse' Bufsceremonien wirken dagegen ge- 
^iiiiiiehebensoschädlit^h in diesen, wie in Epidemien der 
>hr 5 inteU«ectuellfeii Sphäre, wogegen Jn letzteren solche, die 
i;. einem gewissen Apparatus des feierlich Eindrucksvollen 
.c}-Imponirenden eingrführt werden, bis zu einem gewissen 
rdde wirksam sein nDogen. 

.^ JDie^^ngetraute Bfäutj die vor der Verheirathung stirbt, 
ler. die iM Honigmond fortgeraflFte Neuvermählte pflegt in 
jii Körpser 'der später beimgefiahrten Frauen, die ihren Platz 
k;: Ehebette genommen , einzufahren , upoi sie ihren HaTs 
id ihre Rache fahlen zu lassen. Diese Sorte von Teufeln 



202 

heifst Hedulifa (in Indien), Die von ihnen BesesB^ttM- >«t(^ 
lieren das. Bewufstsein ihres eigenen Selbst, ^um m ^A^v^'P^-' 
sönlichkeit der abgeschiedenen Frau - 2u - reden^' ' Uhd^ '^ 
lebende, d« h. sich selbst, auf das Bitterste zvi . ^ehteäAeäl 
In Serbien stallt die Will, der Geist einer funbefri6äi^i*rftp''i 
storbenen Jnnjgfrau, den^ Jünglingen nach. > -Zii l^iOMUddf* äff 
District von TyroÄC^ ist ' ein Friedhof für Pi^aüieii^^ di« hü! 
Wochenbett starben und^fär bc^atirte Jungfern^iSc^arä^t^iulgi^ 
legt, als Belig<-na;inban oder der Fniuen Bestattttligs{dätk, <^ 
anderer für ungetaufte 'Kinder ,^ ale KiUeen fodw> Risiigl^fli^ 
leinieb (der Säuglinge 'Bestattung8plate^,::eitt' a«der^ ifitaF 
Fremde, als Belig-na-befear*^onta, oder f der Ver««^dt^ti$nBe^ 
Stattungsplatz. Betty SuUivan^' die Im^iäDAb^ttogesiiMA)!^ 
wurde durch die magischen' Geremomen fiont Fii?intii»ts li^) 
Leben zurückgerafen, da sie nur von einigen der ^^^^fktenlieti^ 
abgehoh war, um ihr .Kind zu stillen :(duvdy B^e«Atfcllttf^ 
der Couvade würde sie solcher Dien^leistüng eofiSt^nngW siin^ 
Sieht eine Mutter ihr Kind; abzehj^en, so glaubt» '^ioe^v^* 
den Feen unterge8chobcln(6kittkau oder* berührt)' uiid;:;ft)ttigt 
es zuweilen mit Digitalis - (faii-y^flnger) abi»»' i »' ■ fior.ij.\\n.>'- 
Im Tan-Kouei^tsi^ wird erziblt: Tsinf-yusi, d^tt^toite^idctf^ 
Song--Dynastie tebte, verliefs i^inst am Morgen* ded^^fsMf 
Jahrestages, ehe er noch^ einen* gelehrten^ OrbdieriäU^ihatl^' 
sein 'Haus zu einem Spaziergang; * Er begegii€(te><'eiMii 
Trupp Dämonen und fragte sie, wer sie seien. ' „War siiii 
die Dämonen der Pest!^, antworteten- sie; '^Ain iBegind des 
Jahres streuen wir die Pestkeime in den Häusern '«(ndxev;^-' 
„Auch in das Meine ?^i .^j^ein"«, erwiderten 'die'- >DtunoM' 
„Und wie konnte dieses Ton dem 'Contagium imi bleibeb?^ 
sagte Yun. „In deinem Hause^, entgegneten' die D&thone, 
9,hat man seit drei Generationen stets die FehleJi^ seines 
j^ächsten verheimlicht und die guten Handlutj^en^desBelbeir 
laut gerühmt. Zur Belohnung solcher • Tugenden! wenks 
deine j^inder und deine Kindeskinder mit Bhren^^uiid^'AiiH 
Zeichnungen überhäuft werden. - Wie hätten /wir r es^^iwagte 
dürfen, die Schwelle eines solchen Hauses zu b^ireten»?K>'Siy 
mit diesen Worten Terschwanden sie. Wäbrendi->d{3oi-«r8ti0 
Zauberer (Taybon) über zukünftige Dinge befragt i'irird^ 
wenden sich die Tunkinesen an den zw^ten Zaaberer'(Thi^« 



208 

pl^ou-thotty) in Kranldleitsfalleii, um durch seine Büciher zu 
entsckeidein, von welchem Geiste sie kommeü. * Lälst sich der 
Geisi. durch Opfer nicht besäoiligen , so wird - er mit Mus- 
keteossebassea erschreckt« lät der Wassergbtt Ursache der 
Krankheit (wje,. besonders bei Schiffern und Fischern), so 
wird eine reinliche Strafse^ die mit Bänken und Speisetischen 
hese^t ist^ nach dem Flusse ^angelegt, um ihn zu begütigen, 
dafii;^r in. seiniBäich. heimkehre. Wenn nach Berathung mit 
dem TfhaT^bon^ider Thayophou-thouy erkennt^ dafs Seelen der 
Ausgeschiedenen im idet Krankheit Schuld seien, so sucht er 
sicfa der boshaften Seele zu bemäcKtig^a und korkt sie (wie 
Tatomier j>6richtet)'in e^ Fkeche mit Wasser auf (wie der 
YPA Salomont gebannte Oeüät im/ ambtschen Mährchen); diese 
4arf dann^: umtrdBe Selele wiedierin Freiheit zu isetzbn, erst 
fiaoh der Grenesuag «erbrochen werdeoi, doch rntüg man eS 
scihon firdhek! tibtuassu wollen drohen^ wenn der Patient lässig 
iß der : Besafadtmg ist. To drive ' away the evil spirit, the 
^nce of the Veddahs (in CiBylon)! is ^xeeüted inTront of an 
offeiiägjQCr aomething: eatable, placed ^n a tripod of sticks 
(Emmerson Tennant). Um. die > Häuser (auf Formosa) zu reir-, 
^igent^iiimpt das /priesterii^he Weib (Inibs genannt) einen 
I^rüft odecblosen .Tolch in die Hand (wie Georgius 'Candi- 
dius, erzählt), läufil damit im Hause herufti, als ein unsinniger 
Mensish, jagen den; Teufel bis ins Wasser> darinnen sagen 
aie^^^mufiir er .ersaufen«^ - . 

;.' . Bai d^h lieiden^ die nach der Vefmuthung von dem 
GteeiraTgenaanteni Geist (der Seele eines unglücklich verstor« 
benen:Btahminen)Jberrühren sollen, müfs das Opfer bestehen 
itti Fortwerfet eines alten Schuhes, eines mit Eisenringen 
yersehemen Stockes und eines krummen Messers, als solcher 
Dinget, die einem brahmanischen Bettler nöthig sind^ Wenn 
die trordimerikariiscben Indianer yon einem Kriegszuge zurück- 
kehcaD^ fähren 9)6 den Scalptanz auf, indem sie in möglichst 
schj^cklißhe Masken vermummt, ihre Waffen in der Luft 
9<di5^i«gen, um die Gespenster der Erschlagenen zurück zu 
soheiui^hem Die Fabulae, atteUanae, aus denen später das 
FiMsens^iel hervorging, wurden zum ersten Male in Bom 
ziuri AuffiihfUng gebracht, als ein allgemeines Sterben wüthete, 
um gleichsam die furchtbaren Dämone durch noch häfslichere 



204 

Larven zu erschrecken, Fratzen, vor denen der TettfiJ selböi 
erschrecken möchte, wie St. Augustin von den bei (leÄ Ctt^ 
lenden gebrauchten sagt. Utuntur larvis in figura* da^mdnvB^ 
heifst es in den mittelalterlichen Ooncilienacten^ die^flie-TSm^ 
auf den Kirchhöfen verboten. Das Bannen böser E^ä^^geilstier 
ist das Greschäft der Zauberer in Tutikin (eriählt^ ^ AbW 
Saint-Phalle). Sie vertreiben einen Teufel dürob-dfen aadertf^ 
indem sie andere Geister mit den gewöhhlrchen Poritotin:^'!» 
citiren anfangen. Sie kleben hierauf -Blätter -v^ongeHMü 
Papier an die Wände, worauf fei-chterfiche Gtestälteö* abgi^ 
bildet stehen, und schreien und springen 'und bewfegei -Äil 
auf allerlei Arü mit entsetzlicheih Lärmen utid Yefrzifitiktytg^ 
so lange, bis 'sie ganz müde und malt ' -wer deg:i,''^6d^ ^liA 
Zi^l gekommen zu sein glauben. Sie ge%enl' ihföä JSttiA^ 
die häTslichsten Namen, damit die bösen Gefsteff^öidfc-^lavÄt 
fbrchten sollen, und ändern diese, wenn sie die'Kilide^^^Üdt 
genug glauben, um nichts mehr vöti diesen zu^ beiö^getfiiö 
haben. In Oongo stellt man hiditer die Öaui^tbtireö fiatOfi9ti*dü« 
Schnitzbilder, um den Teufel zu erscbrecfeei, we^n 4f^^ 
zutreten Lust hatte, und in Cochinchikiar befiliebt'^'m^'AlB 
Neujahrstage die Aui'sen wände de^ Häuser "nirt 'sob^uTslie^ 
Zerrbildern, damit die dann timherwaridernden'OäÄwÄe^^ättvtt 
fortlaufen. ^ :•./■■ k.:.. :i.»ji-*Jü';!-]-. 

Die Khonds hindern die Annäherung ?ugalb F^nntilid^^ 
Gottes der Blattern, indem sie die^ ^u 'dem'-aiig^t^ktga 
Dorfe führende Strasse mit Domen bepflättzen (Ma^flherectt). 
Die Orang Laut in Johore bel^gtto "die Bfiiehf' 'W68t«*ii^#J 
eine Blatterti-iEpidemie ausgebrochen war)' föfereÄÄtoJ Pfade 
mit Dornen und Büschen^ um die Däm<>ne i9tiibto<^l^fi,'«MKb 
sie zu überfallen (s. Thomson). Ph{irandze^'(GezMhlfil^4« 
armenisdien Königs Arshag) sah ihi-en Sohn^iB«Ä)^'^voä->ä«i 
Dev besessen, in Gestalt von Schlangen ,.; dSe'läieh 'IfeariBi^ 
Füfse ringelten (Faustüs), Als trdtz de^^'abg^^mtiiei 
Geschenke Pas Pat Nath die Königin nichts '^n deti Pel^Bett 

* Chaquo fois qu'on venait saluer le roi Bab, op.- voyait lea^4eys ffxttff 
de son sein, se rouler autour de ses epaules, sous la forme de seipents (if^ 
bei Zohak). Les devs se rendaient invisibles seulement, quand le patruirdtt 
Nersbs oa le saint cv^qae Khat entraient chez Bab (s. Lauglois). '- 



205 

lij^iUe, Me^.'iRua.Babadur (1804) den Tempel niederschiefsen, 
m^i Y^^^ )die ßralwa^ea,' die seiueu Liebling Bicht am 
]^4e]^Q<r2tt ferliialteD .vermocht hatten, aber doch aich bezahlen 
l^^fH^il-. . 3ei . decL Negeirn , am Gabun verfertigen die Oganga 
edj^.A^flllediet'Monda (Talisman) und seiureiib^U etwaige 
PCilnrk^akpfc^it /dena. 'Juräftigen GegensaAiber eines: Fdlodes 
5^ (ii^ff4ö tölvMÜwi). :Fiwow iffoUte :(nacb Mj^ner) den Tubo 
ir#%fÖWif^.ei:<y(Jes. Gottes Tubo Totai) tödtenjass^, weil 
9ffij^3^oqb^T jmhti igebeilt. Wurde, und bei d^n Kaffern folgt 
o|t:dfiii>i jgroiaea BJirfba^i »ach dßm- Tode <}er i Häuptlinge; 
Fail?cb^:^^iPj)h(^teAi wurden iUei Scythen uad Tajftaren auf 
öitt^m;ilM?fiap^ndw g^iÄ^^gea iu dießtepp© hinausgefahren. 
Ate:: 4i^rP^?fc!;<fem i'JCpdel.dßs Miayu Pilquiy^ ausbrechenden 
]W#ör0» di€y«lCl^<?heheti-fast gan»; wegrafften, lieft OangapOl 
fJte,gaali^e^)tt$i^pn, um dadurcji; dea Fortschritt der Krank- 
]if^%wZ}^j^mo/^y ^^ß\^jxev). Pte ]pre$nQ-IödiaÄer in CaUfor* 
nieQ:y6V.^t^n;r(135$)r;ihri^, Mßdiqioa^ßqner . als, Hexenmeister 
W» ?w»rtUgei»^-j wf^U ^ber ?weder ßegeiu . moch^ grünes Ora« äü 
^jffanieniißm^ P^Bi^ohof^Jobaml pflegte den. B^jäzzo zu 
ÄI»efe%iS<j iofti.^r #i?b= ariden »H^ dc^ Königs Yoa :Armenien 
l^g9Jt**iiji^;>d^AriMQhriV::»u :wei:dßn- JEr. öetete sieb, auf 
ä«»lief.i^^:JHiM?nW5i•iS<?britel^wi^ Katoeel, . daziiriseheri 
Sprechend: „Ich bin ein Kameel, ich bin ein Kajneel, ich 
*i^ßjräißnSQnr^;deS: Königs. /Legt di^ Sflnden des > Königs 
^iifc[n>ei»ei>:ilQofe9n,.;daipifc iQjji.si^itrage.f:: Man ibep^kte ihü 

x^i»^ -^Ai*« Wfl?l^^^^'i ^<® '^'^^'^ ^ ße^itz -vojx liändemen.i und 
^>grf«W vWm4^h:ten. Cs.^ von' Byzsaiz), ■ r : •; 

':»!^.'"^^i?UjPii!ejrMdei| 1yb.etisohen. geweihten Pri^st^ra oder= auch 

:iijl5ij|jOT,(Wge5!F^ilMien..S^ gewisse ausge^ 

45^^|iblW,m:i4 -^o» ,I)Älai.;^am$, s^bst • bestätigte: Propheten, 

2V_0lcbe/zü;SZ<«ltedW..voft jdem Gott.Tscheetstchong-^Dshönshrin 

ls^^istoi:t werdet (aJL9)liest des ßohamanischen Heidentbums). 

3öiese ^^ßute (Näntsch^n) werden lim zukünftige Dinge be- 

<ragt^ W^pn ein Solcher . yreißsagen will, so zieht er seine 

feierlichen Kleider an, bewaffnet sich mit Bogen, Pfeilköcher, 

Schwert und Lanze, und ruft seine Götzen an, bis er von 

iteii^ ^begeistert wird , und ihnen die Fragen beantwortet. 

^'W'iBÄiö'öa^^ bringt, so schreibt er zu ihrer 

lEIeilung entweder, gewisse Gebete vor, die ein Geistlicher 



bertuis 'die 

als an Mcmdsucht 



206 

liest, oder er greift, je Tiachdem es ihm der PWe€te**'efiQgfebt, 
nach Pfeil oder Lanze, und durchsücbt dcfn Leidiend^V'o^r 
haut mit dem Sehwerte hinein. Ihdefs bleiW* keine'- ^Wunde 
nach, sondern nnr ein rotbes Maal, und dfer b^äe •Ge(s€'''tw- 
läfst den Kranken. Wenn der Prophet 'begfeistert-^ist, -i^ö 
schwärmt er mit schnellem Gang •ttmher,' Wenn ihfei^ftBöi^ ffife 
Begeisterung wieder verläfst,' so rfeht *€f^ 'seineü-:Ornatf kife 
und stattet den Göttern Dankgebtete äbi Das Hattj^t-dfeSelr 
Propheten wird in' groften Ehren g'diältfett/tihd'b^ttd^t-Hsicli 
stets im G^fotee des Dalai-Lama, wetin'ef an^'^eliiem'Öosteir 
in das andere tiberzieht. Er hat eiüeri" feig^ti^ 'Tera^ 
welchem «tine Kleider und Ornat Yerw'Älirt' ^dfä^i:^ ' - ■'^* ' ^ 

Auf dem Altar des heHigen Vitas,' ^^Ä:^Mete''^^^ 
heilte (in Corvey), opferten hysterische Fräiieh el§ef&e'ffi 
Kranke Kinder wurden auf dem Steiil des^ ökintr'Vi't iK'-^efr 
Kirche zu Motrthier-en-Bresse gerollt. o'Iü Bielgietf heilt ^Htf- 
* ' ^' Hunds wuth. Die Krarikh^t^n' d^r Enäi^iimteiiefi, 
idsucht, Epilepsie oder Nervenöch WÄchö ' Mffetid, 
wurden dem Einflüsse der bbsen' Geister zu^6s(ihriebeä;"'Bi 
Gheel hat sich die Behandltmgsart des Ifrsititiä^SrbD^älltSßhiir 
'vererbt. Gefahriiöhe Kranke komtö'en * in -das 'Tiufe'ßhätls 
auf der Winkeloms-Haide. Als PrÖtos Anfangs' df^^'als ftf^ 
der Heilung von Melampus verlängte Theilnüj^ 8er Äferftöhaft 
verweigerte, theilte sich die Raserei seiner' uinhferiwäiWei'ß&ö^ 
Töchter auch den übrigen Weibern init, Äe^^fiVe ÄM&r 
ermordeten 

gebirge wurden ^ ^ 

auf Befehl der Engef oder ilihrei*' ^r Bti&ei/äie-V^^^^ 
Geigern Versuchten wurden umherg:eWÖrffetii'^ 
Kinder Äu Niedereggen im Badisöheft wurdetl l;Jl 8^1—1*89^; 
>von Krämpfeta ergriflFen,' zuin' Glatiben unä' ziir Btifee*' raf- 
fordehid (s. ^Schneider). ' Bei der 'Predig;erfeänkiifi^it iti %^ 
länd (1844) folgte teidehßöstar (oder Stitn^^ 
ekstatischen Zustand (mit Zuckungen) das Rufen öder TRöp 
(zum Glatiben und zur Bufse). Mc Cosh steht in d^n leib- 
lichen Erschütterungen der Revivals (in New-Törk)' die uii- 
willkürliche Folge einer leibhaften Zerlgiirscbüng ; des Jßt^r- 
zens, hervorgegangen durch das Gefähl der Sünde (i86T)* 
Nach Casalis betrachteten manche Geistliche das Ni^dcir— 




so? 

,4^X^^fiffr,i^4:-^ Krämpfe »1b auBoi^imSTreiBe Mittel Gottes, 
, W9i'^^P '^P<^'^*^^ auf di^Al«pge heryi^rzubriDgen.. 
3^ ■,,-~^&i;9fil)>isWWD der äamqjacle^ und Jakuten Bied (nach 
J^A^la^.^^p j-eixbar, tda^ Biejduridi jedes (uivei^mutbete Zur 
^:fufeq.,UD4 Ber&hrea in Wutb gesetaty' mit dem oäcbsten lj>- 
.f^iitufl^t f^ qich bauGD und s}ch ;wie Kaseade umherwälzen, bis 
^ jx^-^ii^zfmiet^ B^jiaÜiierfelleD (Hysterigcbe mit Federn) 
Twr^chwt iwftidQQ (worauf si& in Mattigkeit und Schlummer 
i^^llen)(,^avpn SyBJew geseUeoeScliaraajiiii fürchtete «ch nicht 
.jOHIc l^ini.^i^i&a, sondern, aucli vor , dem Sausen dea Windes. 
j^in[|Ui|K)jpdiaclier Rauherer, demtnan einen »ckwarzen Haud- 

scnuh ai)f(%, ^h . dl« .£t^d mit starben Augen an.und rannte 
2,49)^n: W>^^ iT^iS^deni @cbreiea umher, die Hand für eine 

PlkTeil*i|ifp.5n8ehettd «nd gchüttelud, da er sie mit-der an- 
.jderen ^zaTß,-iJazfeiieJi: ^es Handgchuha) nicht zu berühren 
.iivg^;^,:^! d,^ Bogos (.lud auch im Lande Sarae) beob< 

p(^t$j^,,^un^ing;er den, ^elde Qinni (Teufelachn) genannten 

^jsi^pfzMtandf, 4?f öiych Beschwörung, Gesang .und Tanz 
jjlOTtiie|!»en;wjrd; ^ Ifl'th.^iseleotion of their pijest«,. the Fee- 
J.^ean.|^^.j:^gard;,tQi%t>^,c^acit^ .of maäntaining. a voluntary 
^^|. p£)(,|;r^9F;t;(^'*=tpW6)- Ohnmacht .und Kopfschwindel 
^^fi4 .^orbpt^R* dw ,ß<fh«nanen-Becufiuigen durch die Be- 
^SUtshja...y|ef8t*»rHsppp,,S«hainainen., .Wenn bei den Tgngnaen 
^.(^^m jung^^ilijpd^,|&u9 JVli^nd und ^a^e Blut äiefst, so 
^l^u^ ;^ififp,,.:^a&.:^^ ^e. Beitimiuung, Vh«, Schamane zu 
_,ii^efden, uud läfst es Jurch Schamanen erziehen. In der Tanz- 
^^pth (ler mauriachcu Frauen, wobei sie schmea,,jichluchzea 
^^d zuletzt hiijfitllea,, wird bald Besessenheit vom bS.sen.Geiat, 
j.hßlfi himmlische Entzückung augenonimen (Debay)..- Die Geister 
(i^rbeirufend (büi den Kaiutschadalen) kla,ppört die Schaioaain 
jjQSuiniusha oder Kittimigangy) mit den Zähuen und ßlngt 
_jlijiit zu Jachen au während der Visionen. Der Adoptivsohn 
ji^rd, beim Empfang der geweihten Tabakspfeife (bei den 



..;t-..i *-4(^f.dle H^e, iiu-nelcker Weis« die OffonliuuiigeB gegeben weiden, 
^twoftet, Mabamed ä^ Aus: bald varnehoie ec ein Oedräbo, wie von einer 

'(^ogcke, und dieses gride ihn am meiaten an. WeDn aber der Engel eich 
'^tferUlr, ' hatte er die OSenbarnng empfangen. Bald unterredcte er sicli mit 

'.d«iikE'ng^ wiemit «iaemUeoachM, so daTi ei saiae Worte leicht rettände 
(■.HÜIäeke). 



208 

Mönnitarris) im Zaubertanze eingeweiht. Bei der untrer den 
Methodisten in Cornwallis (1810) ausgebrocheueD N^rveni 
krankheit glaubten die unter Zuckungen scbreiendea Ergrift 
fenen, dal's sie in die offene Hölle gefallen. Bei den EiappieB 
vermachen die Eltern ihren Kindern die Geister oder Teufel, 
die ihnen gedient haben (SchefFcr). Wenn dief Geistef' piclit 
erbeten sind, sondern sich friöiwillig dem £viii4e anbietebi 
so wird dieses vom. Dämon mit einer Krankheit belegt^ wäbt 
rend welcher es Erscheinungen hat (und so zum zweiten und 
dritten Male). Nach Ibn Khallikan spuckte Zarifa' in deir 
Mund ihrer Kinder, um ihnen die Gäbe der Wahr sisii^erer 
mitzutheilen. In Surinam wird dfe Zauberei dadurch erwor- 
ben, dafs man sich auf eine alte Weide ^ die in-f^io^nSee. 
hinausragt, setzt und sich dort einige. Tage ^derSpeis« ent- 
hält. Damit der Gott Chinigdhinich den Dämon (Töuch>ftr 
ihre Kinder auswähle, werden diese bei dänPlayänos (In. 
Califomien) mit einem* Trunk von der Pflanj^e Pib^t .be- 
rauscht. Sie verbrennen dann als Mpxa ein Kraut auf. ihiwi 
Armen oder Beinen, um eine Brandmarke zflrüGkzfiltfssefr 
(wie es an der afrikanischen Westküste ^eschteht^' triÖ^'«*rid . 
teinlafsmarke in's Himmelreich zu dienen). ' Fralüen'/werdfenW 
Cap St. Lukas tättowirt. Am Festival der P^nes taJozt j|§f 
Puplem um den Condor und .opfert sie, auf dem: Tempeln 
(Vanquech), wo Frauen ihr ^Verschwinden beweifte^^ -^'^h&t- 
der Rückkehr im nächsten Jaht^d hoffend enf^egeriseherf;, Es' 
ifilt bekannt, dafs zur Z^it der Pübertkt nicht seften CröisteS' 
krankheiten ausbrechen, meist Wahnsinn, i;ndemei^ vj^ 
mehrter Blutdrang zum HirQ, sich einstellt und eine. jagend^ 
liehe Mobilität des Hxrns unterhalten -wird .(Bird);'' Dfer 
burätische Schamane läfbt öich nervenschwache Kinder !2ur 
Erziehung Übergeben (s. Ausland Nö. 23, 1866). ,. / 



Zur Erkaufung der Seele (amiti dsolfk) triftchen^ dK Eafiaön dökschitischen 
Ranges einen Popanz (aus Gras) und ziehett ihm die Dcsten Kleider dßc 
Kranken an. Um dieselben werden Abbildungen von Aibinön, Bukcte, EJ[)eD, 
Höllengeistem, Kultschinen, Ongonen, Orolonen und änderefri Dätnonen gesteBt, 
die dem Menschen nahe sind und deshalb sich seines Grames und Unglücks 
freuen. Diese Abbildungen werden auf alle mögliche Weise verziert und be- 
sonders mit den Attributen eines jeden Geistes. Als Opfer bringt man Haare* 
verschiedener Thicre, die zum Erkauf der Seele dienen, sowie Pferdegeschirr, 



209 

tfnd aach das beste Pferd des Kranken (oder einen Ochsen), damit der aus*- 

getriebene Geist des Kranken ohne Hindernifs in die Wüste fahren kann. Um 

Kttohtteit beginnen die Priester den Gumm. ' Anfangs ist das Lesen sehr leide. 

Die Geister werden gesohmeich^t nnd höflich gebeten« die Kranken zu rer- 

lasaen i^nd ii^ d^a ?opasiE zur Anßiedlung überzugehen,- fttr diese Einwillignng 

die ausgelegten Opfer empfangend. Dann allmählig wird der Ton geändert 

nnd der Popanz hat eine Halbdrehung zu machen, sich mit dem Gesicht den 

lE*iitstetii gegenüberstellend. Unterdessen erhöhen die Priester ihre Stimmen, 

md «znletst einleben sie ein wfithcndes Geheul (mit Begleitung einer ent- 

e^rfy»headen Mnsik). Der viomehmcte Laraa tritt in voller Rüstnng ^Mt, tanzt 

unter 4er M^aik .der Trommeln und ähnlicher Instrumente. Wbon er den 

Hphepunct seiner Ekstase erreicht hat, wirft er sich conyulsxN'isch in der Jurte 

amheir, mit Orakelton redend und. sich durch Verwundungen verunstaltend. 

Zn^cfHeti dürdispfefst er den Kranken mit dem Messer und wirft dazwischen 

ehemisdbo ^ 8ubstanzehi (Galdnraema) auf den Herd, das Feuer auflodern zu 

la^en unter. .Prasseln nnd Banehy «owie einem «rsüokenden Gestank. Alles 

dieses iat^n^thfg^.- damit die Geister« den Kranken in Ruh» lassend, in den' 

Popanz fahren. iOder sich entfernen. Das Pferd oder der Ochse verschwindet. 

Üer Popanz wird verbrannt, das Kleid des Popanz und alle die zum Opfer 

bestimmten Thiere fallen dem Cama zu. Eben solche Gurmen werden bei 

allgemeinea • Dagtüeksf&llen und Volksplagen angewandt. In dier Nähe des 

Q^.^i^rd ein^ bölzeroe Statue ':(Linga) gemacht, weldie einen der böeen 

MTfUigei^ter (daidu delekkein edsen) vorstellt Diese fignr hat ein fürchtep- 

/tches Aussehen und wird in Kriegskleider aufgeputzt. Auch der Obo und' 

^ie' ''nähestehenden Bäume werden mit verschiedenen Sachen (Jussun erdenin 

^iihiif) b^hätlgt. 'Dann beginnt die Ceremönie nach den Regeln des Gumm. 

^itorBt -. werden die Geister höflich fiberredet, besonders Chormüsda, dann 

^ Omaren ßdi^pfireden, bMonders an die Assuri gerichtet, sowie das ganste 

^jlöe Reich, das sich untcir dem heiligen Sumber befindet. Zuih Schluß wird. 

^ er Sißß über die feindlichen Geister ausgerufen, . ihr Bepräsetntant (der Linga) 

^i^d' zerschossen (chofbuchu) und auf derselben Stelle , wo er zur Schande 

^^^teHt war;' beerdigt. "' Üie Gesellschaft fährt im Jubel fort. Zuweilen 

üSt^'deti'bölkeraien&tnkan einer atä Teig gemaeht. Um besser' den 

^^ioden ihre, pe^fegung darzustellen, wird die Ftgur mit Blut gefüllt und dann 

.^ i^ehrere Theile ze^chnitten. Diese Ceremönie heilst die Niederlage des 

tjiii^-Linga-ebdelgi,. Zuweilen, statt dieses Gerichts über Linga und die 

^iedarfallung desselben, wendet man sich zu der Zähmung der localen Geister 

^es Platzes und verschliefst sie (nach den Regeln des Bumchantakichu) in 

^ineo der. Bumchanen». die sich (in der Form kleiner Kapellen) .in jedem Tem- 

l^ei finden, ^n solchen Bumohanen werden sie ein ganzes Jahr l^ndurch ver- 

^ciiloss/sn gdialten, ohne sie herauszulassen., Nachdem man sie für Opfer her* 

^^gebraeht hat, werden sie aufs Neue für das ganze Jahr eingeschlossen, 

} sie zuletzt ganz vernichtet werden. Zu Gebräuchen, die die Entfernung 

Volt (Gefahren und Drangsalen bezwecken, gehören die Prophezeiungen. Dafür 

t^eginnen die Lamen der rothen Wurzel (Sodochi tsoisintsche u» a.) ihre Pro- 

^fiedoren. Der Prophet legt eine Menge. Fragen vor, die weiter keine Be- 

zi^ung zu dem Gegenstande haben, um auf Umwegen die Geheimnisse des 

A. Bastian, Beiträge. H 



310 

sich nm Rath Erkundigenden zn erfragen. Dann wirJ eins Biicb tf^Gklriebt^' 
(ndselan nom) atifgesehlagen , mn daraus die Aiititrört zu finden. ' In^-'t^ifigen 
FBllen ist es nöihig, sich zu den Tischen imd Weilen iu Menden; Difei^WfÄ^' 
sager setzt sich auf die Erde^ m der einen' Hiand das Buch- hiätSeaid'v 'und 'die' 
andere auf einen kldnen Tisch (woraii ein lang^ l^to«V giebakdim firi>li^d^^ 
Nach Aner langen Lesung des JBaches ist der Tisc^ gaWz dei^^^Wil%niii^' d«!' 
Hand preis gegeben. Wenn der Wahrsager diesen EittflaföBerfnerftt)^'Mng^- 
er den Tisch ans der Jnrte hinaus, in solcher -WeisS,- als -ob dei^'rTiscfi-vod- 
selbst voranginge und er nur demselben nachfolgt^.'- Indübn^d^t^'^isi^ Itfeh" 
schnelltr und schneller unter der Hand zu bew^eh beginht^ ei^g1!^ift-(tef^1)¥aHl^^■ 
sager den Stock, und nch zsiPferde setzend^ reitet er fort'; bi^'^der^TlsclriLti^ 
der Hand föllt, indem er die Büchtung'beobächtef; i/o^n '^icjti der^eBf^'MJgfi^ 
Sind die durch den Tisch gereuen ZeicheÄ nicht ^JenlfDch'geirir^, ^^M^äd^' 
man sich zu den I^feilen. Der Wahrsager st^H dib Ffe^ iöi^t-ilcl^ ISj^iiMPiui^ 
seine Handfläche» sie vorsichUg haltend, und '{an^t^^^'zif f^se^V -^^nUareM d6^ 
Lesens wird die Bewegung der Pfeile rascher ant^rä^chei^;' Bi«'dar^^«9<^-fitttf 
aus der Hand fällen. Man giebl^^ie dam^ 'Mi utS U.ht ^e ^IfkiSihgmi'i^ 
in der angenommenen Richtung die LSäung d^^R&Aisäs iihi^d^kfii^f'^>Säb^ 
man l&(^t sie Baebstaben auf Sand schreiben. \Ab^el'dtoigf6bf'eB n^h^^i^ 
Mannigfaltigkeit von CereiaonSen. Die bei der' Be^d}gUDg>khiMitmQ»^'Clä«b 
monien sind bekannt bei den Mongolen iMtlftr deäi'^mei&^-B&^icMäni^ lled 
Seele (sunessa KntuUcu}. Der Todte darf nicht ^wi^öheh W^irdeW. ^^W ffitüW 
gut gekleidet werden* sein Öeki<^ wird tnit' dem' TdcU'CCbä[d^)^^b«d4fol^ 
Man legt ihn auf die rechte Seite,' ih sölch^'Weise,; -daß' iS« %i^ä H»to^«)i» 
dem Kopfe und die andere sich fLUt ii^ü^^StH^A^ ^ 

mnts etwas gebeugt sefn. Dles^ Position heiföt die- ^Wen^j^itir^tttbaliffi^lb^" 
telge). Danfn werden die'R&ueherketzen angiibraniil^utfd'^tf&i Ijed^^d^ 
sangbuehes Dsodbö^rd ängestiiiim€->u^ danl^tH^ tBÜEr^tiib^'iiä(%^Mii'|$i&'^ 
sägen Tage, an welchem tin gesatteJke^ Pferd -Wf ßnkerir'J^e?t^<Voi»^ei^Tbi^ 
gestellt wird. Deir Mann, der das Tietd'mittf%ö<!kt^vS ^^i^^^t^'cJäiö^'iWbÖ 
9i^agt flbi^ seine linke- 'Schulter «eil -Hislftei»/ "-MSI diSS^''^byri»j^fliM&«M 
Zsiehen ieeigt tiMm an, dafs <!^ "Sli^d'«^' dci^ ÄbdeSiSedis '^^1^^^ 
man geht kiir Messe. li^äeh' Singen d^ l^eder h;eg!ni^>d<^r'ätelr^Fii^^ 
schreien: hek^ hei:« hek. Gleich daratr tiüirt ein itttlier4äfi!te^'Jiif)äb(<d(M 
Todten mit einem Pfeil oder ehxer Wdenaf^afl^ an. 'Allä'v^6äass«rif'4aftffdi^ 
Jurte und setzen -sieh zu I^ferde, der T^dte Wircf änf>AeiAiHj^'Wi^>g«bil^ki 
Die Processioh ^Igt im - -Schwaigen /'^dem- Jeder- ini^QfadrfMfikt^ftn».:fAitt|f 
padme ehoin wiederholt; An dei* SieUe' «fes^ Begrabiäteeis änji^kdiAidM^'^^ 
man einen weifsen Filz'hih und schl&gt aiAf dei'^i'de vier ^ö^^'ib'dl^ Eätötr. 
Nach ihrer Riehtnng wird eiii dl^eiia'ch^ Striek gebogen, uHd idR^BM^j^efgefiäi^ 
(mit Samen und Ä&ilch) werden auf den niz gestellt. Alle «^«i^^HLIft^^ tf^ 
Datzan werden in abgekürzter Weise wiederhbl« ifÄid der ätktftif dlBitS^teti^i 
▼erschieden, indem die Erde dem Tiklten sehif theuer äd dieheh -koäo^-' &iB 
Reicher 'bezählt 8t Stack Tieh, einer' Im nutzeren 'Stläid^i^l^ tiM sötbVTdcr 
Aermste hat für die Erde zu zahlett. Naöb der %he d%^ -^ufj^i^e^^Midi 
die Messe mit gröfserem oder geritfgerem l^nke gelfe^elrti' ^chi'dear Ad- 
kauf beginnen die Priester das Abschneiden oder Ausinesscfn d^P-Erd«?:iadeiD 



211 

ai«-v8i«h .ziMnrst: 4iuu iLca A^taa aelegc bedienen und dann aller anderen In^ 
slpRunentQ, <bagaid«chi}, Ein jeder Priester geht in drei Kreisen hemm und 
sieht '^'lu^®'^'^!^ d^ ßrdo. Unterdessen werden alle Opfer umhergestreut 
o^ j||inhefrge(gosseii« .>Pie vier Ucineren GefäTsc, Bnmba, darauma, mit Mün- 
i^^ili'Kqnülea.^nd. anderen. g^seAden Kleinigkeiten (jussun erdenin zwoil) wer- 
ä9!m an^fden /Tier.;£cken der gekaoften Erde eingegraben. Man beginni dann 
diM jQ^b^. sa-maohfta, und so lange die Arbeit dauert, £fthren die Laroen 
fortrSfUingen^ vntei dem Klingeln der Glocken. Nachdem die Gmbe be* 
TH^ i^jftellJi.mao in dieiJMUUe ein kleine« GcfaTs und gräbt es ein. Nach« 
hefiJvgtiiiaA .de«. TV>dtea hmtein, jnit dem Gesicht nach Westen. Nach der 
SüJlHohr: in ):die^ Jurte- n^üssen alle bei dem Begrähnifs Gegenwartigen eine 
CMye^Hig .(^aii $^bicha),y.^rnehmeq... Man stellt sich vor. das Fener, wäscht 
(}ifr;H«^4(» iB4(:<F^rmm9 Wasse^ über glühenden Kohlen und räuchert sich 
<)ninM^r.«f|t^r B€MMguDg8gebetQ|i. Ebenso wird die Jurte beräuchert, welche 
imMb 4w>i8l^^e]Mr 4be Gäste. «aph eii^er anderen Stelle entfernt ist. Nach dem 
IK^rä&sBiiii; -folgt! einci ,U^ngc,£eibe y9n ^^odteofesten und Opfern* -Bei den 
Rejkcl)<»9. ii7Br4«n.;Ne 4d Tage ^g^feiei;^«. Morgens, Mittags und Abends. Die 
i^fipien. .y]^j3^fll9P^.dßs.f3^odtf«^^^ viermal feiern, den dritten, des 

«(i^beqteBj ^»«Ae^n^ABd ^ei^igsten Tag. > ,Es wd.als Regel angenommen, 
dACi:)d%a.«E9te. -Opfer. vor 4er Jurte. in einer Entfernung von 3 Schritten statt- 
findet, r'^PB.awii^te^ Ja ^ner J^ntfenaung von 6 Schritten^ u, s. w. Das Opfer« 
yiii^r ^d ja iviele Theile getheal|v^ Pi^ «jine Theil ist der Antheil des Ver- 
9tOld>fi9i9n f niid o^rdf.verfa^anpty die. anderen Theile sind für die PriesteFd 
^|j^i]4€^t hekoi9avieq..de ..eiS/jed^ Kopf für- die Ceremonie und eine 

9J|^lj9ii>ehie DeidssagungiCt^eL abchu).f^^ Mähen und- Sorgen für die 

T|i4Mp.; Pierfftimilie i^acht gesn dip.Ausgabe^.um sich von den Todten los- 
zplM^ni' .'.^^TS')^^ iiV(kl3^,.p»ag,(^.GeheiiQSf her (geleitet von dem Buche 
4iltitn.'fSf^A}-!<F^ü«den, :49fs.-di.e:;6efle,:desVerstpirbeDen mit Etwas unzufrie- 
^«lOL:.-'pt.«ndo^rQfL.;?^ugt(gui]^ 4n,.'ein^ Ireipde Gegend geriefatet hat, wo sie 
j|Wwä^q]|ge(#icb9i ipKit- der rSe^e' cfi^ei lauserwähHen Menschen sucht oder 
Wi^hrJiiil^iciti^^i^^^efle e^u^s Anyierwf nditen fui( Hartnäck%keit zu ^^ch fordert, 
4ll:«ieiiiui^49JFf^j sie in .4er neuep, W;e.lli beruhigt; werden kann. Mit dieser 
B9ai^|eB!BJijme%.)$buih4cl^ 1^^ Auskäufe, Qelübde und Gru» 

mi^tiT^'R'gsfiJ^ß AüBQv^&Bk ,n9^i% xna^hen.'! Durch Mysterien öffnet sich die 
p^rt#j|jf9i9'9 .diUfich inireiche der M^^^ ^u^^l^^t: ^^^ in die wunderbare 
We^S'twn .-die ^öttec, .^u- schauen«.- Der in die Mysterien Eingeweihte heifst 
AlM^tf^ unde^n l4ima.(der Priest^^ d^s ehrenvollen Amtes). DemrTitel wird 
Ivyff^igpfiigir-Sakil sanwar (Sun^ischik, Djanan, Abiagarin wan, Mydor sorgin 
:w»Ahl I>ie<hö#eiik Gei^iar bedUrfifln der Nahrung, und wenn ^ie; nicht. von den 
^{SiterQ. erlyillaii,. was sie wühsehefi« so fallen- sie die Menschen aor sie leben-- 
4pg fT%9S9pd. - odw jie^. an^ jB^prper find Seele verderbend. Um ihrer Wnth su 
te^tguhffn«; :^^®4 -<die Menßoheai.geziwungen, sie zu. futtern und ihnen mensch- 
^o|ie. Opfer 'ZHdkfingen. Endlich nöthigten . die Götter den Dämon zu einem 
V^rtnige^ tiad s^lte er densi^ben nicht erfüllen i so würde er aus der Holle 
fiaamas^^rcfrlei^ werden. Dies Urtheil wiederholen auch die Lamen in der 
-Geromovie^die djin-seker-tsehitchaphu genannt wird. Indeis greifen sie selten 
aiesem' äul^nitea Mittel, indem sie lieber die Geister durch Opfer und 

14* 



212 

GKuram begütigen. Nachdem die Dämonen die Opfer empfangen haben, laues 
sie die Menschen in Rnhe, wenn nicht diese selbst sie daroh sckleeht^ Tbaten 
reizen nnd sp den Streit anfs Nene beginnen. Nach d^n-« Mai;|igamben triid 
der Sünder in der ersten Abtheilang der Hülle allen mö^chen-Schreckbildeni 
fibergeben, wozu anch der Vogel Garada gehurt. In der zweiten wird er mit 
zwei sclwrarzen Bergen (choir chara agnla), als Waffen, gepeinigt, die' sich- eii^ 
ander nähern, je nachdem er gequetscht oder niedergedrückt nf^erdea aoll. ■ Die 
Berge haben die Form eines Schafskopfes (ciiotzein ehanlar mein). In- der. dritten 
wird er anf einem Ambofs zerhämmert. In der rierten fressen ihn ein wilder 
Vogel und eine Menge Würmer. In der fünften wird er nrsägt» in dei!«echatAi 
zerkocht. In der siebenten wird er ausgebreitet nnd an Händeiv und FüiseB aigtf; 
nagelt (besonders Verl&umder der GOtzen) und gebraten. In der ocliffttn stkfattii 
wilder Habicht die Augen aus und zerreifst den Körper in'Stöeke. ti'.'lDdfkr 
neunten wird der Sünder mit eisernen Nadeln geprickelt. In der -zeküten^^etmÜlM 
ein eiserner Vogel (Uguie) das Fleisch mit den Klauen. In dereüften-nfrlrdiderKoff 
mit einem Stein (einer Knh ähnlich) zerschmettert. In ^' arwölfften nirdder 
Sünder von Ungeheuern gepeinigt. In der dreizehntet zeebanen eiaenieBffie 
nnd Hämmer solche, die Mord begangen haben. In der rierzehnten ■^rd.'der 
Sünder in einen zugedeckten Kessel erhitzt. In der fünfkehlitenr bedeekl 
sich der Körper durch grofse Kälte mit Blasen und zerfällt. In der scdn» 
zehnten zerfetzen sich die Sünder unter Zähneknirschen und Stölmes eiaäadcll 
Tschoidjil stand an der Spitze der gefallenen l'engeri und war det' Aergste 
nnd Mächtigste von Allen. Um ihn zu zähmen, wurden mehrere ^ der IM* 
schiten abgeschickt, aber keiner konnte ihn ütbcrwlnden. Ztil&lkt''iirnr^''mä 
diesem Geschäfte Uran-Mandjuschiri beauftragt. Er ▼ererah'-fiöh'i^t 36' 'Bia^ 
den und 16 Füfsen, um mit Einem Male alte' ThOren und FeniEfle# Im ¥alüm 
des Tschoidjil zu schliefsen. Der besiegte Tschoidjil ward'gezwm^eBj listet 
werfung zu schwören und mufste sich verpfliefaten, gerecht zeu^handettt. 'lifüin 
diesen Vertrag im Andenken zu erhalten, empilDg «r d^nmäleno Bänun 
Nomnn-Chana und, als seine Attribute einen Spiegel,' Gewichte i&4/lrjisdmit 
er (nach den Mani Gambu) die Thaten eines Jeden bestimkne und^'^h'lunMii 
der Region sende, die er verdient. Um indefs Tschoidja ' an aefaenttfrülHiti!! 
Zustand zu erkinem, ist er von Schrecken umgdbren cnnd erseheiiii jeAeÄ-ia 
Schrecklichkeit. In dem Reiche Snkaradi (Sukavadin tavialasgit non^i iA 
Alles heilig, der heilige Baum (bödi-modo), das heilige Fiuer göttlidieff>Weiv> 
heit (bülge bilik), die heilige Nahrung tdiano tde^en)} die beiligeff.i|DeUeB 
die jeden Wunsch erfüllen. Die Geburt findet statt aui dem' Lotos..* 4)airt 
kein Altern und Sterben, kein Weh. Dort w^ohne». die- 'Götter' det vFnedBiii 
(Amogolon bodi chutttktn burchano oron). Der in - der Welt o^BmatlSMh'Wtb 
nende regiert mit 10 Kräften, 4 Natursnbstanzto nnd 80 Gntheiteii iiif^S^ 
per Zauberer Manz zu Aschl <in Tirol) vetwanfvdelte siefaiiO'ieinliBretnacj^flB 
den Polizisten zu entkommen (Zingerle). Wie elbische Wesens besondeEBüdii 
Nachttvegli oder der Alp als Schmetterlinge, Phaläne ersehftocii'v so'ff&csl 
der Geist der Hexe als Wespe uin (in Churrhätien). Im Praetigan lag die 
Ehefrau im lethargischen Zustande, bis ihr Geist in Gestalt einer Wcqieüi 
den Mund zurückkehrte (s. Vonbnn). Wenn die vmi einem bösen Geift bi- 
jsessene Vjeschtitxa (in Serbien) in Schlaf fällt, geht der Geist in Geadelt elaee 



218 

Sehmetteriings oder einer Henne aus ihr heraus, und der Leib der Hexe liegt 
dann wie todt. RoUf in Lima wurde nie von Moskitos verfolgt (s. Görres). 
In Glams flog dbr Geist der Hexe Nachts als Hummel aus und kehrte bei 
der^MoIgendämme^lng in den Mund zuräck. Als aber das Fenster geschlos- 
sen ward, blieb die Frau todt (Vemaleken). Der Veretolrbene war in die Be- 
aeaiene - Uis- in Gestalt einer Wespe eingegangen (Kerner). Bei den Tun- 
gjiisen hat deir Bnni AtBchintitei (unter den Bnni oder DKmonen) Gewalt über 
die Mücken;.. Die Seele Bulat's sitzt als Vöglein mit nenn anderen Vöglein 
in «iner Kapitel (in tartarisch^en Heldensagen). Die Brüder Molat Djürek und 
Timir^DjOrek yerwandeln ihre Seelen in weifses Kraut mit 6 Stengeln, die 
Seele von -Alten-Köks Sohn wird in- einer goldenen Dose verwahrt, die Seele 
von dem Rofs des Alten Kok als Schwert in einer Kiste bei Sedai Chan. 
Mb Hüllen des Ai Mirgan gestaltet sich in eine goldene Ente um, in einen 
Hcseht'Xin tartariscben Heldensagen). Die Seele des Tchöridong Lama er- 
eeheint in Gestalt einer Wespe, die fast von Gesser Chan getödtet wird. Die 
Seele desriswölfköpilgen Riesen steckt in einer Nadü, in einem Käfer und 
aweL' goldenen. Fischen <Schott). Die Opatas lassen einen yom. Blitz Getrof- 
fenen drei (Eage auf derselben. Stelle, dajaut die Ameisen Zeit haben, die zer- 
sehmekterte Seele J^ieder znsanunensutmgen. In einem Mühlbacher Hexen- 
pcötxisi wird' die Fhia als Hexe ' erkannt, da die Seele als Mücke eingeht. 
Bdwmbad ist ein 'IXeflau)niACalificheE, vom Teufel Besestener, nach Bichardson, 
dorint. Biw oderDew die Erklärung gibt: the soul.or breath of man (sowie: 
devil^ ti4moB^ .genioA^ispirit, ghost» hobgohlin). Die Bothhäute lassen den 
&örpffr. des- Kindes y^n der; Mutter, die Seele vom Vater abstammen (nach 
Caihrer):.'. : Die (Luffü' wird dem .leidigen Satan, zugeschrieben, allermeist darum, 
weü.,ef jetzt .dariti wohnte (Fenelius). ■ Bei Dorothea Visser (1843) zeigten sich 
kreuzförmige Stigmata.- Die Ansairier machen zwei Löcher über der Thür, 
^aühit die/fartziehetideSeelof ein« Auswahr ^at, wenn vor dem einen derselben 
. ^^.b^er 'GeisttikmerB |»oJUte Xl^yde). i The word Kainees (enrelope or shirO 
tfl . jified to 'sigm^y^ ' the i>od;> as the envelope of the epirit; the.only worthy 
^laxt. of man«.! Edns UeTs.si«^ yon Izrail die Seele herausziehen, die darauf 
ifenedür mitihm verettnigt wdirde, £r konnte dann die Hölle besuchen, und 
^iicl&:daf Baradiesi t?ohia er (trotz Bidhwans Widerspruch) zurückkehrte, weil 
Jtvf ^tana d4cin> Vergessen y wie.im Volks^chwank der Schneider seine Mütze 
Msieinwirftfnnd so-Petrns hintergeht. . Als Gott Noah befahl, den Teakbaum 
:pfianzen,:soflte i(naph> Tabari) .mit dem .vierzigsten Jahre seines Answach- 
L.Cmn zum Zimmem der. Arche gebraacht zu werden) die Sündfluth ein- 
^rerfäsn y . wie . Geisterlösungen an das Aufwachsen von Kirschbäumen geknüpft 
aiiidV Untercicbtet durch SaiwQ-Gadz<)j. berufen die Lappländer den Tonto, sich 
iigo.. 2el6 zu Versammeln mit den Noaiden» von denen einer seine Beine mit 
«lene^ des 'Candidateb verschlingt. Während der J.uoigen die Trommel 
schlägt, dringen. durch. die Füfse der Noaiden die Saiwo oder Moraide Godze 
In^Ttelt.und der Candidat allein fühlt ihre Anwesenheit Sobald die Noaaiden 
^^ /medLten ^ . wurde der Lehrling zum Noaiden erklärt. Die Geister er- 
scheinen als Jünglinge, Greise, Frauen, Zaubervögel (Wuoko oder Wäros- 
Xjaflde), auf Wink herbeifliegend. Dem vollendeten Noaiden zeigt sich zu- 
teilen Tonto und bietet den Ringkampf (wie Siwa in Gestalt eines B^be- 



314 

wohnera dem Atjana} nn, worin er »ich besiegen läTat, damit der SiCiger itäu 
Gold und Silber nähme. Dia Zauberer reisen nach Jabine-Aimo, um die Seelen 
TeraCorbener zu rufen oder die Schatzgötter zu be^ibnurtn. per Afmo ist 
Anfentbolt der Seligen, als Juiwu-Aimo (Jabme-Aimo oder Jurakko-Aimn)- 
Der Donnerstag ist den Sonmarliiachen Xappeii'lienig. Der Xsubcror (iTnreli 
Ttommeln aufgeregt) wird dnrcit die Schlange Saiwo' Luellt ins .riilinie-Aimo 
getragen. Verweigert der Jabmet Sie Genesung des Kriinkcn. so lictfeti keine 
Opfer. Die Gütter Eaiwo und AUekes (Ailekes' 01mnl<l «nhni-n im riimmel. 
Darüber haben die obersten Gütler, die Waroldiscbcn (b<^si)nilerä Rmllfn Alzie 
nnd Radien Kiedde) ihren Siti, wogegen nntcr dem tlimmcl sich Muäcrätja 
nad Eoiagalles in der mittlern, Saralikn, Uks-. oder Suk?-Aka in d^r nntcm 
Lufigegend Ywo sie näher zur Hand sind) aufhalten. Radien Kiedije arbeitet 
fiir seinen Vater (den bÖcbsten Gott), Radi^ Atzfite tGewii1t<iue{0.','. ,Ra^en 
Kiedde übergiebt die geschaffene Seele demJdaderati'a'luT seine Gepuhlin Ua- 
derakka, die diea(:lbe mil dem Kfiiper bekleidet' lind sie dann Tn^ ä^ß \freib 
zum Gebären legt. Badien dtxhie und' Radien 'Kieddc sind ^icselhc'Gottb^it, 
ab Ibmel (Gott) leimähll mit Serguo F.dne. Horkgalles war der Dicper,^d<» 
allmächtigen Vnlers (Torderi), der in Jer' Üilto der' I.uflpegend sitit. i?ie 
Göttin Uka- oder Suksakka hat den Giebraoth von Pfeil und Bogen gel«Iirl. 
Lon-nbischik oder lacbi-boschik (das In^^irumeni oikr Art Jti: Weikcs) wird 
verricblct mit dem Zwecke, das Recht oder den i^cgeii zu crljullen /.am Lesen 
der heiligen -Biichor, iura Singe ri der Go'ftslieikr nnd /.nm kyriren oder 
Ihnlicben religiösen Ceremqnien. Der Gebruufh ileä Lun^abiaehik beruht nuf 
rein motalischen Griindaii. Wie ein SehmcticHin),' hc/iiubfri »ufs t'c'ner fBllt 
.nnd dort verbrennt, wie eine Gazelle vom Jiigcr tri-ln.gcn nird, so mil dem 
. Menschen, der, nur iinf sieb aotbat binblickcnil, kuino Rücksicht nimmt nuf 
fremde Belehrung, wenn erfahrene Greise bei ihm nicht [;tueh[ct sind, indem 
er dann eine Ben te der Verführungen »iid dcä Irilhunifl wird. Ein auf Kolchem 
Entscblufs basirender. Lun-abiäebik wird durch die üiicstcn Priester (Schiretir) 
rerbreitel. Er kommt dann, am bcatimuitcu Tage in die gcbaiir der Äiiscr- 
wihltcn,' nach. .dem gewi>hnlichen Gehrauch des Opfers und Gebetes, als der 
Lebrec (BalucÜiJ.'mil dem jäfich der gcbcimnifs vollen S^eiamenie, diu dem 
Adepten enthQUt. jverden mufa. 'Während des Lesens werden Et'klärijiigei) oder 
moralische Belehrungen gegeben. . Dapiit die S^^wecbe des J^orpere 'pi^t 
Lachen erregt niid .dadurch den.'Eifer'der .O&nhjgen' erriiÜdet|'^.wifd'"äab«i 
getmqken. . It8ch'"Beei)dignnj^ des Lesens bringen die SchtÜ^r 'dedi 'Bakldu 
ein Sankopfcr (atschi aandal) nnd erhalten ypn "ihm'deo S'egan, Imlt scWift- 
licher Bescheinigung, itSa dra.Lnn-ablsabik gelten ,ia|. ''Säe balieh ;dMiä''d» 
Tolle Recht, die erworbenen ReantniMe in Anwendaiig tn'biiiige°i' dfirftq^ tie 
aber nicht Andern mittheilen! Nnr.die LaineD «ind .uqh'enihrl^nkl (lil^I),' ^^e 
das Lun-abischik abgehalten wird, im Sinn« des Segens, so 'dient DJa'naD oder 
Fqwo fQr die Näherung an die Götter, wenn die Seele Lust erhalt, die frdtgcbe 
Hülle in verlassen und zu deii Göltem emporzusch weben- Zo diesem', Ge- 
brauch werden beide ijeacUccbter öm Alter von über 15 Jahren) zageläspeD. I«« 
der Abticht Tersammelt, setzen iie sich in einer Reihe auf die Eide, In d^~> 
Position dem zum Patron erwahKen Götzen gleichend. Wenn der Priester d* * 
•cbon aa sich seihst erprobte Kraft in sich wirken fOhlt, kleidet er sich 9-* 



315 

u Ornrnt ei Gel g ti b Kftn Znr K ten teil er 

d«n Alu mftl) U Z ^ TnSciue), 

8«b ßo<^ Dunua, Ota ern nn tc Sc gern D 

ch C rem Tbeeien erg ch g m. FnMMr 

d Huitlri in H Sa D U al ge 

ivhie dar nsc m B« DKcb ChadaX g aaa 

de geb in am Saccsm Tti m m Cba- 

dak apgr k U da m P te gebaltc 

wati Alle en bud rd rchgeüch Kader 

(lea Poeaten al B N g U B ks l«rdeMe geh das I>«Mn 

d & nge fu) rl. ed m rd Schi n gep ea 

b^MiitejIjtt, m geteÄ ereOtteer 

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Alic)ipi nijdea Lam gena rd &ja lt. 

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216 

Gefühl zurück^, so läfst man die Patienten die Worte G» ga gi^ aitftpxeeken^ 
1^ld nachdem dieCs geschahen, ist die Gefahr vorbei.. ]>ie schitelle fificddtähr 
znm Bewufstßein gilt als gutes Zeichen, wogegen eine langsai^te yiui nnihsaoüB 
£meueruj;ig der Kräfte die elende ünwürdigkeit des MenscJbejD und Btm^&tni 
stehen von der Gabe des Sacraments zeigt. Deshalb' ist e« axi&iijAch^MHübt^ 
solche Personen an diesen G^remonien theilnehmen za lassen. Zuvftiii6u wkkt 
auf starke Naturen das erste Hek, hek nicht mit Fichtig<nr Kraft, teiBä:vnr9 
der Refrain (Hek, liek) wiederholt, und dem l^aoraini^nt >fird 3ai|Bo^tr TÖbnt 
gezollt. Von deni Kutnktn oder jeinem. ihm gkiicb^ Fronioiien. ai|6|»esprcidhed^ 
kann das Wort Hek Jeden tödten, sowie d^ Wort Gla. z^kin:JLeb.eif .hxisgt" 
Die Früchte des Djanan sind mannigfaltig. I^jiam Frommen :i»iYd: vergproehfiii 
I) die Sündenvergebung, 2) er wird als dem gegenwär^en LebQPL,4Ji>g)QS0orb«i^ 
betrachtet, indem er efnenü ebergang zu de;r Region d«r.nnsterbliehfiA;j.O0iler 
gethan hat, 3} 9r ist befreit von* der Furcht ^qs Xo^, 0enn wo ioMpertdei^ 
Tod ihn findetj) gewähren ihm die Qöttei^. ihr^ ScbutZ; fin4i4&hr^ij|ük t,tb 
ihren BUgiopen cmpoi;, Da bei der Geii^monie d^: Dj^mii^ imna^Rrejn i^:^; 
stimmter Gott i|)s Auge.gefalst wit^, hangen»; die FriichtesteM>V^'dfQrcAlA^^ 
dieses l^chützers t ab und sind im Veirhältnis^Q. g^öfser: €idtr QOfjtüQ^, ,::Jtdfir 
Initiat fängt deshalb, sein Amt <^i2 4^^.^^ .^^^ Ol^janan, d^ er-iden^ «^bida^ofite 
ater dier Götter, weiht. , Nachher wendet .er sich auch %u ^depa Gölilenw 
und derjenjige^ dem es' gelang, ^, Djan^i^ mdbirerer jGrötHr jz^^ ei;CülVeiW 
sphmeiichelt; sich mit » der Aussiebt j fisSs seine, ;Sünden'frasgelÖ8>oJ^,r^iQ4; und: 
dafs sein Weg zum Himmel geebnet ist,, (Nil). Wie der Brahi|ia|if^oS1?fe!^ 
durch Abstammung, werden di^ Neger (von Qongp .]i\^^ Sen^$;aip^eii)> ]i|;4h,jfe|^ 
Geheimqrden wiedergeboren^. . worin die orphischea. oder: elett8inij»dieD:»fQejrer 
monien der Griechen wiederholt werden (im Hur de». Zikr). ., = ; :_■/■ 

Abiiagarin-wai;i. und Mydorrßogin-waa sind '(in jüirer: y^rjichtupg) a^,dii^ 
ganze Schaar der Götter gerichtet (wogegen der Djanan imm^. nnr f^T ^nen 
einzelnen pott^ angestellt wird). In dem.Ganc^'urrdan^ur (im lj^betisdaen«-..wie 
im mox^olischejp) sii^d einige Stellen iji^t^ der gewi^Uc^n-findlis^^cb^x 
schrieben^ ^ ^ndere^ dagegen in dcp Ali-Ga-li-Ts9huUfl, Sprach«g, ^dje v[lite^ > ;5]9|||. 
allgemeinen Namen Tarnin-Eale bekannt . sind , .und\was in- diosenr'3DlKohen- 
geschrieben ist,, wird als das Geheimpifsvollste angenommen, r, da, diee^e ^^uchen- 
sehr unl^ekann^t . sind. ^yenn.. beim. .Vorlesen (unter d^,yaUgeo(^^^;i^ Rcgels)- 
nur diejenigen Stelfep dem Hörenden, erklärt wer4^p;/^ie in der g^wöhuHc^Qf^j: 
Sprache geschrieben 9ind, so heilst dies Abia^i;i^wjQLna, ofid j]^;^ bfrdarf «^^ 
4Ö Tage.. Wjrd die Vprlesung ausgedehnt, uni in der ^^^klärung anchi;4cM>-- 
Aiigali und Tschulin «u begreifen, so erfojjfdert ^s QQ ,Tage. Der-d^bei F^n^^ 
girende mufs ^in der schigemu^chen Religion und den Iteilige^Spi^dien sehr _^ 
bewandert, sein ,. un,d sich als Eutuktu oder.^ wemgstcinf als Cl^utalga^, ^^^f"- 
mentiren* Da die Personen indefs sehr selten sind» so wurden diese Cere- 
monien nie unter den sibirischen l^ngolen angestellt.,^ }^^ji.v^f[k,jf^ei.lSA2i'^ 
wann (als Bote der andern Welt) ein geh^imnifsyoUer Ankömmling (der sich 
Lu-dup nannte) erschien (aus dem Stamm der Chortschitzen). £r gewann 
bald Ansehen durch seine religiösen und medicinischen. Kenntnisse und die 
gelehrten Lamen (nach langen Untersuchungen) erkannten Lu-dup für einen 
Kutukten, der nach langen Umwandlungen in der gegenwärtigen Periode seines 




217 

Lebens sieh dem Grotte widmete, um der schigemunischen Religion eine neue 
Stfitse tu geben. Um sich practisch als solcher zn beweisen, wurde von 
Herolden aberall yerkfindet, dafs Lu-dnp den Flufs Silinga aberschritten habe 
^waliraid seine Oef&hrten noch mit der üeberfahrt beschäftigt wären), dafs 
^€ -Höhen des Zochahda (Stimberg), des Jende, des Munku-sirdik und andere 
atafle Gipfel Ton ihm in tiefer Nacht besucht würden, um sich von seiner 
*3*n9e8Brbtit ^ erholen, dafs selbst die mächtigsten und boshaftesten Geister 
Ai Oiigenirart deis Lu-dup Kraft verloren. Diese und andere Sagen regten 
^tte Nmnedea stf «einen Gkmsten auf, und sie entschlossen sich (während des 
^^RTineefe) lÄ eincW mit Eis bedeckten Tempel den 40tägigen Dienst des Abia- 
n-wan tu feiern. Die Stelle- ward ausgewählt in dem Zogolschen Datzan 
[Im NerteMoskischen Kreise) auf dem Flusse Onon, wo sich Lu-dup als Ku- 
maalfefctirte. Zur Vorbereitung wurde ein grofser Altar (djinchora) ge- 
V'tiBd mit <äinem Scidentnch (der 4 heiligen Farben) bedeckt, (auf dem 
860 Goitesnamen, als die vier Wurzeln vorstellend, geschrieben waren). 
wurdeM" die Opfer aufgestellt und daneben stand der Stuhl des Kutuktu 
ßenne^ti'Tschirege); und ein Tisch mit Waffen (gebraucht von den Göttern, 
I 2eicheti ihrer Würde). Unter günstigen Constellationen begaben sich die 
esfBi^ -nadi:' der' Wohnung des Kutuktu (der in einem Zelt lebte). Sie 
flieh ihm lautlos, unter allgemeinem Schweigen des Volkes. Als der 
'nfrkmAg sich erhob, brieich ein allgemeiner Jubel los. Der Kutuktu zeigte 
ii<^ iiii'' Ornat des Gelung, mit dem Banchoi auf dem Haupte. Zum Tempel 
'emeäend, begrfifste er die Burchanen, nmging daneben den Altar und setzte 
^ieh'iaitf seine Stelle. Die Priester beeilten sich den Segen zn erhalten und 
""^i^&tei&'Him fÖr Alle ein Opfer (goyuiltein mandal) unter dem Niederfallen 
^es Volkes. Die 40tägige JProcedur begann, um mit den Göttern zu ver- 
^abnen und das Recht zu geben zur Benutzung ihrer Attribute in den Zu- 
-fiyien des Lebens, wenn die gewöhnlichen Mittel nicht ausreichen. Von den 
^testen OÖttelm zin den jüngsten gehend, fügte er moralische Ermahnungen und 
das Lob des BuddMstoius hinzu. Bei der Abend-Ceremonie wurde der Kutuktu 
am Bewahrung gegen die bösen Geister gebeten, und die Nacht wurde dann 
am Altar in filier' ATt tön Grumen (besonders doktjura) verbracht (als gerichtet 
g^goi die OngoneUj Bukten u. A. m.). Zur zigolischen Ceremonie erscheint 
eiih übn Indischen beleuchtetes Wesen, mit einer rothen Lanze (doktjur). 
Sein Btfiäjlh^ dok-ik, Wahschoi, glänzen mit Silber, schallen mit Klängen. 
Seinen' klagenden Liedbm horchen die Geister der Wüste und Höhlen. Unter 
Hnsik irhrd.. der Tanz Zamcharai-hu ausgeführt, unter Aeufserung der Zauber- 
worte ifekbo.' Dana in das flahimcnde Zelt tretend, ruft er die Geister zum 
Kainpf, b^idgl; 8?ch mit ihnen und wirft sie nieder mit seinem Doktjur. Der 
EnthÄsiäsAias des Volkes steigerte sich zur Raserei, und man beschlofs, den 
Tempel- äes Sfehamoin-Gaiidoya' tu. bauen. Eine tragbare Kanzel wird zum 
Temjpel gebracht und dort geschmückt. Der Gandoi wird wie ein Schiff auf- 
getfdLeH, ' und die Masten sowohl als Segel werden mit bunten Lappen ver- 
riert, die den oberen Theil verdecken. Auf dem pyramidalischen Fundament 
stellt man Abbildungen aller Art von Geschöpfen, von Menschen hin. Auch 
die Opfergaben werden dorthin gesetzt. In dieser Pracht glänzend, gilt Gandoi 
f&r.fMn Symbol des Sumber und der 4 Continente. In der Beziehung zu den 




218 

Qö^rn» dient er auf der einen Seite aom Erkauf der böses Qeisteri um «Le 
SU begütigen, yennöge dea :Von SchigeHKim-, geschlonsenen Vertn^es, aof 
der;. andern. Seite* dient «^^ ^ G^antie, dalk die böse;» Geister yj^lu^äert 
werden,, dem Volke Böses zu thun» für . die Dauer -Ton 50Ö Jahren- Am 
letzten l^age des Abiagarin*wan wurde der Gandoi. verbrannt« • Die dokschi- 
tische Feier kann nur gegen Abend (nach den Regeln) beginnen* .Pie Pro- 
cession wur^e e^iöffiief mit den: lOgesichtigen Dokschiten auf StSlj^en,- dann 
foteten 4ie Mm^n und., nachher, der , Kutuktu. A^le .wiisden ziun.Qpf^r-^Hid 
zur Verhöhnung eingeladen im z^gan . (weifsen) Gunu^>; dann- i^ninJefL . yiele 
Leute yersanunelt, um den kQlQSßfU/en,QandQi ^u tra^^qi^ Waffe^ fuhcf;»^^i|i^d 
vorbereitet zum Abbr^nen- ^i^jt. Fejierwerke. JK^achdem der, Kutnli^ Mine 
Kleidung der schigeouiniscnen Cerempmen gegen. die..;dok6chiti8eri? «^▼er^di^ 
hattet nahm All^. eia anderes Ansehen a^ un^ d^^maorjet^t mit bpaeiöi (ßtsif>t 
guten Geistern) ,eu !, thun hatte,;.ze]igte .sicüi^-überflll eine A^Pgsl'MQl'l^^itA. A^ 
chara (schwarzen). Gurnm begianend^y • piq Expjxism^ .£pg«n.,ni},t^;|j*^i^^ 
Ti^ouneln, Sehiefsf^i und , Geschrei an.. W^ die Priesj^er s«^^n,^^tr;p]Xsten 
die Geister in. grQfi^en.^ohaarQn nach dem -Gandoi^ .pbwol:.Aie .dort «icbts 
Gutes erwartete^. Lnrdup leg^ seine anfangs : verlegene rHaltung^l^. er iqa^I^ 
sic^ aa. die G^ister^ joja^ überzeugter mieiKere vo.n,->h^en^^^iß ,sie^,gegf$]n^^^^^ 
Begeln des Budi^l^|5rous,^gef^t hätte». . Dannc-erjinne.rt^ er^4|e^g^nzf^,,Yfir- 
Sammlung an, den. Vertrag^ 4fir: von. jßheiF zum Pes^^n 4^^ ^mchheh ge- 
schlössen worden war^.wsfi^e^^äien.fnäph^^jQöjj^ »^^ ^f>*^HJ. ^^^ 

dunklen; Reujl^s.Daranf.sitfJlte, er, ihnen, 4en.3cl^apoin-GandPi.^ tut Opfer, 
groö genug zujpa Abkl^f .,dfir. ; Und . iwn .ßcynJDp-rfQfldertej "er- xon altea Vpr- 
.Stehern ihr Ehr^wQt^ dafs si^ .vo» ^eD^f)V^i^f^,^r ,Ve^nvg9te^. J^ 

, Bö?e^ ;mjtemehmcA^wJj|rdjen.' giegen, die Länder., n^. Y:^.I*'S''!: ;^*?Pi?^fM?^i;^ 

. ßchamop^Gandoi.-itorjgebracht wj^. pa.'LH-dnp Jn^c^ff yiijfjlJp,^-.^)^^ ^^^e 
W/esej» nicht liebej^^sijch dtir<^ d«e j^^emQmmc)ne(i;!^er;{|^cJktQ|jgi3|[f^^^^ 
zu h8rtt^r so füg^ «j^Drohui^n .^inzu,.Äich.an,^deA,p9Jk§ ^,i^io 

; Bö^en müssen danÄ-|nit»d|^m ,q^doi»,r.^jp.,Kj^(pr^^^^ 

. nvn den, Ga^^pi .^ii^en;:noueii Eig^tljiifnßm,,zu,.Äi^^^ ^M^i^lo^^!!^® 
WH§te Xwesl^icli vpa» Temp#^,get^ageBUI^^4,,dol:};,wfl^|» 
nehnysnden,^ ^jf,.^a^^^€j^;i|d^t^-.p^e^oi[i^'f 

:gew?fe, Wd ^e^aeugfe.^da/a aUe^jPfcjrte^ ?t.?!>ßB!' iÄP?tJ?S??si^" 

^opimer WHr^.-efftMydoiTZC^iiL-wa,^^ ^"^5P?W^i%4^ .^^f^fi^:>^f^fe?ft»rffi*^ 
iwsh dqr ;Migiösei^. Fwlü^hkeij^ WF^^en rSpi^ete, j^i^^p^tej^,jj;i|acj^, de^ m^^- 

- lungsn 4f(8 /^gkebften jf^aroea Pqyaejeß., J^ieBTO^^f^'^o.^^ 
nieht > mur : durgl^ Fa^b^c^. = and .vfrr^hie4®ne.^of iH^n ^^sonf^ern ^}ifK Ävtrai^^^e 

. ihn»«n zfÜQ^^iff^ien^Q&riVV'^ffen (in 4^ Abthei^uoigeiif ^eicj^fji^npn^fl^rgyj^eh^ajnps- 
wiii^igenv,rWes§p). .pie:,Perua,ner;;SM<^te^ füif^ d^^r.sp|^fei;e \^i^ed<^^^^V.en 

, Httarf^ .tind-^^elj, ;wp möglic^i »uc^ .den Speic^f|l, a^^samn^n ^^ Jljatgnj (nadi 
Garcilaw; de la- Veg^,- besonders, aber di^^fllß^^^ny; '^^J^^ [:,;u^-:>-:^^ 

,.,•■. flfer Di^eyjkiVizaresho fuhrt (im^Vei(«^dfvd); die j;ebundLen|^ SWe ttpr.^- 

^ ^fi»^PS> Jedermann fallt durch einen Stri^^ am -fi^lse. l^Acb.dem ^bschei- 
den weil( die Seele. Gehrt Zf^ra^m^trai) in 4er. .Nahe -des Kopfes .(w^Qv|H^^4eii 
M«rianen)| und aiebt dort^o vid Fröhlichkeit,,: als. .4io ganze Jebendka, Weift 
(9. Koli^t)« Datin geht sic^ an die Gerüchis der l?44{Uken sich erU^nernd^MKor- 



219 

wiit^: Ml!!A"Rabb! Chisdai nmschwebt die Seele tranernd d(hi K5tper sieben 
~ T^;«:' 'SöÜBf ydirbleibt sie zwölf Monate, bis der gfänzliche Verwesnngsprocefs 
röüendet ist (Wesbalb dann im Archipelago das Todtenfest gefeiert wird). 
~ iSäeh '^iühi Bathra sind' sechs Personen lebend ins Paradies gelcommen 
(i/^Köiiat). The niost important facts dlscloised in ihe mesmeric State are 
6f >''^j|^rittikl natni'e (Biish). 
"^ ' ''^ Seine' 'h(56hste Vollendung hat der SpiritoaHsnras bis jetzt mit disr 
^fEcrlttaredifectc' des Esprits" abgeschlossen, worüber der Cointe de Gnlden- 
stiibb^ ein sehr jB^undiifebes' Werk geschrieben hat (1857). Er giebt die Hand- 
^^^Kiift^ einer langen' Aefhe bertihmter M&ntier und Franen (in französischer, 
^ikl&jJÜAiÜf^ iateltiisc^erj dentscher, gifechischer Sprache), Johannes Apostolos, 
^ntto'j^ Abet&rd, Maria' Antomette n. s. v., sowie auch specieller Bekannter 
Üir ^Shiem fitenndeskreläe, die ohne Zwischenschiebnng eines Medinms an- 
jui^^florch ^ich von selbst' bewegende Bleistifte oder Federn i dann auch 
0&lie^iäVWf0rtigt''^ Schon Mr. Taylor (in Newyork) berichtet (1854) 

Vi)iiti1iHAli(;fii6ii'1ffcobach'tnng^n. Einige dieser verehrten Persönlichkeiten scheinen 
~'iw 'Jeükc^ts 'kein6' ädhreibstnnden genossen zu haben, um die auf Erden' ge- 
schwenkten 'tiät^znh'ölen, und bösönders zeigen die sog: magischen Figuren 
'Üeikf''^(Bin'''anv)ö1[^ntw6rtliche^ Gekritzel. Une d€cöuverte merveilfeuse vient 
(ritxi-'hlkß ^ fauteuir k Päir!s, le 13 äofit 1856 (schrieb Gnldenstubb^ 1857 
hl JenW 'Stiäl ÖielgllöstTo's und Mesmer's) jour oh les premi^res exp^riences 
'töiirbiiii^es äe''8n<:c^8'önt enHeu, c'est celle de T^criture directe et sumatu- 
'tfAe ^ ft^rits, sänSancnn interm^dfäire quelconque Vest-k-dire ni Medium, 
'ü/ ötijS^tf iha'nimei ' ' 6er Verfksser beruft sich für die directe Schreibekurist 
dilir''G«ldte)'''Ätiif''di%i in cT^r Bibel durch Moses und Daniel gielieferten Beweise, 
'^t^fiirde ali'i^r'Äocfa eliien n£[h6r liegenden chrlsdichen in den Acten des Cdhcils 
yr^ lltcaa 'HÄde^n köiihen,- indem, wie NiCephoms berichtet, das Glanbens- 
""^'iiiikeintnilt'hbiii^'tiactiträgflbh durch die Bischöfe Chrysanthus und-Musonius, 
die 1Ä^i**''6ie ''Abfaä^ung 'weggestorben waren , unterscKriebert wurde. Die 
"■" rtöntlififetfel 'dei'"Tachöiafift wurde ^ ^^ (nach- Oenbadids) durch ehien 

'^'ki^Piir'iAi'V&i^^'^^ Palladitis) Sie ihm auf eherner 

""'^iifrf'J^öh'rtitiiBn ,*' 'äb^bt^ Johannes; der stari>, ehe er die 

' gilli^<*li6*Btfciit'b einer Frau; 'die* sich einer mfindlichen gesch&mt hatte, 
y*^Ütwjrt6i könnte; Überbrachtte ihr spüter <tiach Leontius) als iQeist die Ab- 
'• »öWtlbti'fechiem viet^iögeltin' Briefe. Dier russischen Popeniegen dem Todten 
' -^iifäf iÖ' fift. ' i^Btcr addre^sirten Br^^ den Sarg, wie e& Schon Olearius 
' 'Äfcaliat^'''J*äir'd^ muÄ wahrscheinlich Buxtörf 

''4iÄÄ'''Ae''ittÄsoreti^chen Juden gehalten^te^ Les esprits viennent nous 

Voir,' iJÄns Ctre Invhds par nöus, comme nös amis intimes, parmi les vivants 
'i<itis''vtäfteiit Ceöt alÖTS qüe les Esprits nous dcrirent de.longues ^itres 
' '(i) öüldttistubb^i Von den Signaturen Heloisens und der Or&fin Lavailli^re 
sprechend, bemerkt Guldenstubbd; Nous -avons obtenn des Äsrits de» dits 
" 'kspritr Äur la recömmendatk)n dh-cctcment sumaturelle, eerite en Fran9ais, 
' d*tiKi Esj^rit sympathique, jeune femme, auteur anonyme, morte trop t6t, h^as! 
bi^' Unterschrift des iBippbcrates datirt vom 1. MSrz 1857, und heIHe diien 
An&n von acutem Rhenmatismus, die des Paris (convulsionarischen Andenkens) 
hinter 'dem Altare der Kirche St; M^ard erhalten, vom 30. Oetober 1858. 



220 

Pen.SchreibQyenncbieii /d^Prinxen v)on Holieiilobe wohnte Banm to» Breweriif 
a^ Augeii90iige bßi. Um die Untersduriftea des Apostel JotianiiÄs^'^dcBiApostel 
Pupltts und Plato zu constiuUreii^ waren anfser jenen Herren anch dogIl deif 
Qraf d'Onrehes and der Marqnis dn Flanty eingi^den-: Einem Gesit8r«4!]!on« 
cert anf dem Pianoforte wohnten (am : 20. Januar 1856) die Grafen xtH^nxche^ 
und Szapary bei) von denen der Letztere durch seine achriJPtsteileriaQhe Thftti^ 
keit öekani«! ist Die meisten der Scfariftaüge^ <li« OnldeVistabb^ : von den 
Geistern ^halten hat, ecbeinent wie er bemerkt^ mit Bleistift ▼eiie&gt in 
sein, : si Ton excepte une TJogmiae 'de loognea dpitres d'ointpe tombe^'i^eritea 
par des Esprits sympathl<}iies ■ aveb jd« l'eaofei^leue^oii noife.= Weli(di*-neneft 
Feld .für ^Chemiker imdPl^kery^amiieii fiber die Mannlkettfreif dd^^enseitB 
zu nnterrichtenl Seine Yersnche, bemerkt Guldenatubbi^, seien duircb 50 Zea«« 
gen, gesund^ an: Geist und Körper, bestiitigt, et.un fait ^st pia$ brutiltemenr 
eondnant, quo toutes les th^orieaettobs lea raisonnements. >GaBt«e<Kht; also^ 
fortgefahfflflL anf der . Bahn exoet^expeirimenteller Naturwissenschaft: im^ Qeisterf- 
reiich4,..Pie meisten seiner Geisteirbriefe erhielt Guldenstuibb^iaiii Oon^hi^wo diie' 
Vers^benen während des Leb^ris geweiU-hattentind desluilb-diitQh den Aeta der 
£rionerung.y .-.wie .es sieb : auch in Swedenborg: Tlieoriett -fibdet / 'gebatVDt!^ gcs- 
halten \Wfii4enr ■ Die •berühmte«' Mäuner ^retsehaffte er Bidh^^dAdurcOf', .dflfe'->«£ 
das Papier neben ihren: Statuen auf dein Lomve hiotegtei iFtaDz^Ii^ »chweifly: 
naeh ihm« besonders in Fontaiaebleau umher,- iiotii8v1S.V.-tt^'Ma4*'Aälik»idettä- 
in Tiianoo. .> Wie den iCkiBt ■■ des. alten < lüu^niaolf^ des Petiten Königtoaui.' dern^ 
Stanmie .^/.Toltekenv die. duakcftn Lanb^nge Oha;palispee(s durdUsiehwebtq^ 
ist JlH-den meidcanischeik Annalen. nachzulesemwXies'fisprHip^ qui^^a'^nMopftent? 
sonvent :d*un& snbstance anbtile, dfnni cörpe ^b^^^^^onoedtrerPt^ paoile^.^iorc«^' 
de volenti e(.K l'aide de oe oorps ^stibtü, vn ^oitraM; d'^lefdlricil^>s«r:<io> ofajotl 
queleonque, telqu'on morcean de papier et lUom lei oaraiAbrea -a'y fovment^ 
comme M iumi^re :dii: soleil invprimeosttr->l&;pld^e^da daglMft^t^«:» -Er, 
steUt diei .Flammeri' die; in der ^Yaga Sha8tra'Pa<iäiidjalf'>i^ übe^ dem Hhnpt -eine« 
£k«tatijschen gesehen« wird, mit der- Aureole: jde^JSeüigQnKiiud RdchieiilbaohfcC 
04; cusammeni . ,HoffentIidi»:kianmie]k^wir bald in den'ErfindiMgen- wieil igenug^? 
auehnnaere irdischen. Gedaahen.. zu ^hfOtogmphit<eiW(< Das waTO' ek(0iXiXist?^r> 

die Düllfib^. .-1 'f. .- ; a-V '■ 'i-M .■■^- ■.:;■■■' V T-" .H. .^''A i.i •>=.'. .I'..-ij-'' J5> rrf;^'..:*. 

. > o «, I>iQ Btimma «inea- wahf sa^endent Geistes 4i«6 t^6t)i^h^ wie^< ah» «M^tKnfl iQoAap 
ans (dem Holendes/; Tisches verdehasen kuBSed, -ti^dlofa^'zii^ fikht^^uMh iiett:*:^ 
bane WoTh»^ AsrohL' aber. >dnreh^ Schaft. «ad Zeiekeb-^l^ttiv^^Biragdndeir'^iftwoit;: 
gtebtk- .'/.ES' ist.'jiiefait ein fichofdereigsnen'' Stimme 4leiiNeryengetates,''dear 
fmgeadon y^rwilaws^ • i^ldiesrdie OrRkeiisprüeh& etdieilt^ denn ^Lsir- Inhalt .diesen 
Spräche ieind.^ier'i;ftm Theär.sBvei^eaabai«''J^achiilidikeit beaengt «s.ims/ -tdaftl 
hier. ein. fltiemcbßr^Geist nutv-dem'Man6chen:;«eiB SpüalHreibt«'^ predigt Gi Q.-: 
Vi Schubert. «.'Measonr: aah het.demdDniseaiiiScbeiehi^eBchir -die Wasaerkrüga; 
durch das Ztimmer.itanEen;!' liftecviUe £ab^>wiexidie-iianzo6ischen Tische, nach«- 
dem sie sieh > mit;. Tanzen lemnüdei hatten y.lünteFijdeBLlAdädafaen herliefen und.^ 
sie in die.Qclmltieäi bi&öiy\^ao ^daf8.:)di»)Spja|-enound ZiQine/)nocb drei Tage' 
nachher zu orkemien waren. Wie ini>deir etsteb) iGhristen^eiti; sdieint |etst, wzi. 
Alles begessen. werden vmafs^ der^Haüptcnhila^^am «tische irt^imti^' menso) ;ge- ; 
feiert -sn' werden; '-"Dkr däsBDnischen'I&äfte vidier in '^en eieipanten &aea, der 



221 

^teinpalföste^New-York's nnd Boston'»: die Blahägonimöbel und yei*gold«lteTt 
SronloQditer bewegen, waren schon msf demselben Boden in watideftiden 
Stiftahütten tfa&tigf-fd8 noch die indianischen Jftgerrölker die Wälder däi^ch-^ 
schweiften. • Ogee\^ahnaekwat Oqaay ierzäblt von ihrem- er0ten Yerrache/die 
Wdsssgnngagsabe su benutzen i Itold them to fonild the See-suk-ann orpfo^ 
^Ifd'lodge, sUtmgy-tand gave ^artieiilav dir€icliidn».for:itu« - 1 idire<t«d tbeii^ it 
sbdnüd eoftsiat of ton posts or sapHnll^, each of a- difilälrene 'kind of wc^, 
whioh'I Itamed. When it wals «finiehed and tighdj wonird wish ^ktns, the en- 
tiffi pöpokaion of the encampment assembled aronnd it, and I wem in, takiilg 
enljrA tfmaU'drnmi l. immediately knelt down, and -holding my %ead "neat 
Ihe grdimdrf in a^pösitioli, as nekt aa maj- be, protiitraie^ began beating my 
dcatt (Ididr recftiag; mj aongs ot'iileatttetaoni.. The I66ge' eommenced shaking 
liolmrtlj by supematard ^meanai . i-knew this by the com^ssed onrrent< of 
aif!;al|«fferand[^ihe iM>iseriiof moiion. ! Thifi . being regarded by'ine;<and by all 
Tviftkdot^ a«: la pcoof oi . Ihe. pitsence of ther apirüs, I coiisnleed; I eeased- b^at- 
vi§ a«d .einging land luy atiH^trimitiiigforquestions, is'tho position 1 Ikad'fit^t 
aaioBied: In^ileiähar Weide «mobüttoft die. Hütite deä Fetheipos in Loango, 
wi^.^ .lieJIpe :infigischeBr>GeüBiiioaien beginnti «Die B^ler Professoren'Äjohantf 
Bflu^oiff, Ytd^ nfidS<^Q> renh^digten: die; likspkaticnr der htehräischenPünkte 
TiAft JUifSßuie: gegen l^ttdwig. OapcttuB, Bfofessor vi. Saurnnr^ Wir haben bei 
dei^^Etkiänuig des Ausdrucke der Söhcift ebenaiftwohl die Worte der heiligt 
Sehifift vor; nttd, als trenn eine' Stlkhme' vom ''Him^Gtel nnnlttelbar ^ iMi un» 
spri&oW.(Httldlkne}i^' Moses Chor, eräähtl, daia der armenisiahe-E^mg Arda- 
asfai^nbe|[;:^eiiier Kifaiikheit.zar'Heflnng zum Tempel der 'Artemis (Anahid) 
i».'l%heghifit9 geschickt^« aU er Befehl erhalten, gegen Barcöeebas dde^' Pat- 
hos (Sohn >.d^» Siemes) -an ziehen^ dir: bei den G^rütht' vton HadriansAns- 
^atr:die!Jv^en.zUm^Au&tande gereizt; ji^ach der schweizeriseheil Filatossage 
i^tte'^er-keyseE'rCThiberias) .gar em-uDsnbereQ gebresten derUssetzigkeit,** 
dar fer JMfliH dem Artft^ ck<9ii^ :Chrifitns schickte iwd f VespaAia^ Erlabbnifs ^; 
JiMImuileRt'l^rzerslkörettv =dnrt;h'..V«robi«fi vonjento: Hinrichtung hörend, ^wanki 
s^Lfaif^ngW; in.'j«fl?U^hentf.EWeii' tderdeor a» ein erütz.** .Aotfibpfar deo^:6 xpe- 
(4«9i£V(Kvtnii\^d|c|tiM>/ D^rqiv>a|)pensfM' «««(^ fand Hieifonymus' in der dispntiitjo 
Jasonis et Papisci. Wie in Aegina der Tempel der Ceres (nach Pattsonias), 
4ifiitte7innIk(^tea:'(naeh-A4ignstdnQid- die)aretini8cfae-(Qn6Ue i&ur Heilung, oder 
sfjBÜat dienTemp^ flee rA^setullap, Srerapts^^^i; Inr. ^ Optütia.^ faga daeaumum 
stmt'prAces» r;b0me^t rS^age^oxti' - bei dem'i Krankheitsfall; lieiiler ^V^irgb ^<dk€mo^ 
maba, (16dfi|)(!D ' l4t ' ihrm :&tztU(^eB Fnnetionen ^ sSnd die indischen Gottheitien. 
nMi8ites-fi|MfciallsteBio!]ii^di.dBe PHgmrfiA&rten en' ihcen 'I7empeln veitreten • die 
Bit;derQisen,c:.wie^v^i>C'^^^^fll^'^^is^P^i^B''^^ HeUais: 'Die Ansajrribr besuchen 
du 6Slrab]aeaiSheilÜi'Bddi^:a fialabih^ nm^Von bösen Augdn geheilt zu wer^ 
di^i'iln^'dflfii .V6niidem> Diener 'b^ewohntün Hause' neben. dem 2eyareh findet 
si(&- ofV-e5i£i2Hnrai^' <för?Atefn8(hm&/ det Kfltgaken^ die beim Fortgange einen 
SbBifen*d'da3gninen'Tüfchav:über'räem<;SBnrkbphiEig um den .Hals binden. Die 
Hc^Mer^lbitcftendte I4|intioni><Tlieo|üeu£%ie) jom Geist Gottes (Rnach Je- 
bovald jib. Der gangbare Atksdraek fihr das sich Aenfsern der götthehen Be-» 
geistemng, namentlich in den Propheten, ist nafaah (verwandt mit quellen), das 
hervorstroihen lassen. Ol irpocp^ae xar 6 y^c icpoüopi^uaav, Von Christus. 



223 

Nach neatestamentUchep Gebrauch be^eks^net -iriwufjto. XptOjrou in^ ;^«^ von 
ihm ausgeheoden find mitgetheilten Geist (s. Wilil^ald Giimifi). Ij^jas j7iv^u|Aa 
dr^töv wurde aus dem Erlöser auf Aue hinübergeleitet, die sich mit d^in Heixfjt^ 
im Glauben geistig verbinden werden. Es ^d sehr hoiÜge, geistltehef ^fl^Ukige 
Leute gewei^, die göttficken. und Jidiligeti Sachen Imben nkit' £^st ^üiät^lgc^ 
dacht und, sie \>etrachtet; darum, hat Gott in ihrem GsewisseA« mit iMi.l$BVg^: 
redet, daTs habea die Propheten für eine gewi^;9^ Qtenbfiirung, ao^geiioiinafliij 
(Luther). Confitemur hoc dei yerbum non humapa Tol||intate «Uatu^ ^jüsu^ 
sed sanctos dei viros divino afflatoä spiritu locdtos eäse_ (Cöhf. belg5, m den 
refonnirten Glaubensartikeln über die symbolischen Mc^er.' ttevdktlo'ckoimi» 
(nach Quenstedt) der IiupiiÄtio vorhergehen oder, auch mit.-^itt ;^er-2äC;>äU 
sammenfaUen. Als die'Schwe^r der mit Bamaes ITv;Tecmä)4l^ jToehvSr -^ef^ 
Fürsten von fechten (in Naharain) von fincm Teufel^ bf^^ssen waf3.^,^^(mxd^^ 
auf Rath der egyptischen Aerzte d^ Bil4 def.Vt)iebischen Gottea-Chons ia 
Procession dorthin getragen. Last Öcttfber a. Guielrati Binian died tis'^ri-" 
lated in ttieDayanPrakttsh). While the preparätionä 'were wiade ttrtaä^cüri^ 
mation, he nose i^ and.a^ked, what thef iv^roiioing. Jä[äiriBgL4aiasftf:lwtti) 
the preparations for his.fonera^ the ^Wed..l(^i;t^& taidi. ^ß}k, hfi^^ f/i^^^ 
taken by fput men to a plaoe at a. ^ietoncc, . wh^yc?i.thi^re^ya»,>,kij^ 
rounded hy his court. Be said to.them: Tliis ^reatüre ^{ill w^nts 29 jmUuiteä^ 
to complete faid existisince. Take him back tö liis' house, and^brih&r'me' in-"' 
stead an old pötson of ^the Künbi caste; living a'^ew miles'fröiä-Ooriih^.'- Ü|}'q]^ 
thi^^^Iwas.s^ ni libcrlj, .AH tliij juiolj^pla^' jjtf<6Be*;m|tr«ry:e3si&®. B^^jsAdk 
ii^. two messengers to the place ref^cre^^ :to, ,^t yri^ iTo^Uid; ^h«^^ 



vois le diable, schrieen "die Besessenen in 'Mönme(fö64> Äi ihr^ih^EUillucr-* 
nationen>(s, KnhU). Thpre ai*8 thCngä>hieli teiiäHtor confiHsi'^e'l^nsfeilkl^ir 
iu Ih^iir.b^U^ in tf^smign^öA^. (^nö^iH^ ar^.^akDiei^j^' 'comioff^ sbanwr 
sive djeel or generatioi^). /. Jt is jp(^^^ ^ÖVR^d^fiaf 4Mj**(,V»Ä f^ «r^, 
and 
änd 
fore 

birth. . Lydehas heard'o^ oiie Chg^llin' Wofean, '^ivha' |^ni^ ibial^iiiie^^iilitir 
an Anaairw m a fprnpii^r fg^, ai](a\:p4)Yes«^.>tPi(4fe9«riJii whäi^she .iheitllid 
and of, anptheir woi|[^- ^([{ip Pf^^fd^.i^hfqb .8Jt|«.j^aS|4i^r6adj^)}t^d^ 
fonns. It ift further as^erte4 tha^ slje w^t tOi a yillagej -where she ^d }i^i^ 
in a pirevroüs State and* showed the |)i^ople wn^Ä. they* could änd wüte* by 
digging, and thaton digging the wäter wa^ found. Öhe liäi?, 't^hd'is-a cürä 
of serpentrbites, .gvavely. speäks ol having been m In aU>v|dkiiier>geÄeriiiEkM^ 
pafs nicht alle Seelen slijOb an die fr)iher,€M[^,JS]d|tef)s^ eHnpei9-,,k9ini|Uiil|^i!Br»?di.0 
einige bis zum Hals iu das Wasser des jQr4ap8; "getaucht werd^BctUidc. dadurch 
vergessen. Blackfellow tumble down, jump up wh^t€|{eUow, ss^n d^ ^i^irpi- 
lier. Eine junge Mutter, deren Kind vor^Kun€|QxJ.^^orbeu^ wäi^^^folgte jsm 
memd dem klagenden Sang eines Vogels, worin sie die herbeirufende Sthnme 
ihre« Kindes erkannte (Lang). j« '■.■■:? ^ f 




228 

Bei den Mdori steigt Rupe zuni äimmel auf, um den 
grollen TorfahrenRehua über s^eiiiie yersohwundene Schwester 
Himuri. (Ssu befrageo, . . Tawbaki Jde;ttert an einer Schling- 
pftajBze lanauf. Die: Anachoretem Shaghita und Epiphanes, 
(Sichlllet ^des gro&en Datiiel), ' die atif dem Löwenberge 
(Ariotttz) an dem früheren Tetnpielplatze (Athof Anahta oder 
Thron der Anahid) wohnten, sabep die Seele des vom König 
i^b.g^midjrdeteu Paitriarchen.Jbleiveg auf den Wolken in den 
HimBiel getragen. -Charä- Gergen^ der erste Schamftne, flog 
dnrob Bimmel und Hölle^ die Seele der erkrankten Jungfrau 
suchend. Römer's Somnambule besuchte den Mond und die 
Juno. , Die Somnambule Bäueirle (1834) wurde von einem 
blaugekj^dflten .flüngling., durch Mond, mehrere Sterne und 
die-Sonttev.geftlhrt« In seinem Fastöntranm iirurde Agabe*^ 
3ijik 4ui^ ^en scfawärseh Geist zu seihen Schut^geistem 
^eibhrt jfaä sti^g daün zilin Euppelwigwäm der Greise auf 
(s.^ß^ohl), .Der i$onipai)^^ wegen Eclampsia 

IjQirstßnca.inß.^OJQpital .(aufgeiM>iiAm^^ ihr klump** 

ftkEakg^ Sfibulmeister>(1867), al»< hcbtgltozender Jüngling, sie 
sStttti 'H^länd ^ü >fbhren (s; Pi^rty); ' Dr. Haddbcks tfömnäih- 
ft'|tfe^; IJaiiÖfa sah -am Himmel männliche 

W4:riff®^^Kpl'?'<? ]S«g|B),,jt|i9^.wenfÄ sie gleiohen Sinnes sind, von 
J^Sj^.aW^i^q^fft, We«ei9i..Te;re]nigt weiden (s.^ Merkel). Sauver 
i^mrde ndurdioEi^l iil:> den Halten Himmel getragen, mufste 
äteiP *ittÄ Wofcte Ötei'^ Kirchen ztirÜckKehreh (584 p. d.). Der 
jSdBiiihtö3tfe ' zii' TTzi^^ Üie; Seelen bekannter Verstorbener 

Q^fLGfjL .^^UgM^.iw)- r ßip ,Köu|eh^ Yö^ , JEyjersbam wurde . 1 196 
yiMXloJl€i]%^^I^iko|}|(us,.4ur^^ HöUe und: Himmel 

gefikhrt;. > Alt ' Engelbrecht (1623) rm seiner Höllenfahrt 
*«MckkeTft*eV'^röcb ör tiach^ d (s. Pischeir), 

vt%(e«besioei ^ Cificjen, der durch .^en^FaH seines Ha^^^ 
Si*^^f!^t^^^9 ^^b, die^ sich zuni HijDiunelr aufschwingenden Seelen 
(i)ACibi:^£luWcb)4!.. Dei? au£ 4em Scheiterhaufen wiedw auf- 
IMieadeArmenier' sab den Himmet rechts^ die Hölle links und 
i^iiehe Seäen, die iti Thiei^ zu fahren Buchten. Frank hi^^ 
o%ikcljtet^ ein 'Mäiächeiij; das den heiligen Aloysius bIs 
§^i^|Q^,jJ[4U^^ im Himmel anredete, .wie dasypn Sauvage 

^hjEmdelte den heiligen Jobannes im Paractiese* Der Abt 
Antonius sah (fdnf Tage entfernt) die Seele des heiligen 



224 

Ammoiiius durch Engelchöre in den Himmel führen. Der 
heilige Benedict sah die Seele seiner Schwester Scholastica 
als Taube zum Himmel fliegen. Von den Jossakid, die in 
ihren Verzückungen bei den Todtenfesten ins Paradies ver- 
setzt werden und auf dem Kückweg die Wachsamkeit des 
Hundes täuschen, sind die Odjibbeways über den Seelen weg 
unterrichtet (s. Kohl), oder auch durch Scheintodte (denen 
die jenseitige Speise noch nicht schmeckte). Ein Mönnitarris, 
der zu dem grofsen Dorf, das (wie das kleinere fbr Böse und 
Feige) ftir die Tapferen bestimmt ist, gelangend, einen Trupp 
zu seinem Einholen entgegenkommen sah, kehrte aus Angst 
mit allen seinen Wunden um, da er von einem weifsen 
Manne ein Papier erhalten, nach der Erde zurückzukehren, 
wo er fortan nur der Todte hiefs (Neuwied). In the drui- 
dical Initiation, as described in the poems of the Celtic Bard 
Taliesin, „a scenic death and revivification took place^.- Ein 
Mohawkindianer beschrieb Crevecoeur das gute Land des 
Paradieses, das er im Traum gesehen. Nach Tyroler Sagen 
suchte Petrus die Seele seiner geizigen Mutter an einem 
Salatblatt in den Himmel zu ziehen (s. Schneller). Als der 
auf die Oberwelt zurückgekehrte HaStsch, am Rauchloche 
der Hütte stehend, den Kamschadalen von der Unterwelt er- 
zählte, wurde er durch seine Töchter erschlagen, so dafs er 
hat zweimal sterben müssen (s. Steller). Kasimbah klettert 
an Rattanranken zum Himmel auf, als Utahagi, die er beim 
Baden überrascht hatte, nac|;i Wiedererlangung ihres 6e« 
wandes geflohen war (auf Celebes). Aethalides, der Herold der 
Argonauten hatte (nach Pherecydes) von seinem Vater Hermes 
die Gabe erhalten, dafs sich seine Seele bald im Hades, 
bald an Orten der Erde aufhalten konnte. Pythagoras 
machte auf seinen Namen Anspruch. Das 1852 gestorbene 
Mädchen erklärte 1812 schon vier Jahrhunderte seit der Ge- 
burt (1412) zu schweben. Ezechiel wurde aus seinem Hause, 
wo die Aeltesten Juda^s vor ihm safsen, im Geist nach 
Jerusalem geführt, wie Mahomed zu Pferde. Die Seele des 
Aristäos von Prokonnesos flog als Rabe aus dem Munde, die 
Seele des Epimenides schweifte auTserhalb des Leibes um- 
her und kehrte nach Willkür zurück. Abaris, auf dem ISj^ 
fliegend, heilt Krankheiten durch Zaubersprüche. Musäoi9 



225 

erhält von seinem Vater Boreas die Fähigkeit des Fliegens. Die 
Besessene von Borgomänero fand man im Eauchfang schwe- 
ben. Die Somnambule Hanak's (1833) hielt sich für einen Vogel 
oder Hund, ging auf allen Vieren und krähte wie ein Hahn. 
Die Töchter des Prötoa (von Melampus gereinigt) brüllten 
wie Kühe. Der Verstorbene war in die Besessene ütz in 
Gestalt einer Wespe eingegangen (Kerner). Als sein Kamerad 
ein Schwert über den Bach legte fittr das Wiesel ,. träumte 
der Soldat von einer eisernen Brücke. Als die Kirchen- 
fahrterin sich bei der Kapelle ober Zirl (in Tirol) auf das 
Gras zum Schlafen gelegt, kroch die Bärmutter sammt an- 
hängenden Mutterbändern aus ihrem Munde in den Bach, 
badete sich und kroch dann wieder (wie von Vorübergehen- 
den beobachtet wurde) in den Mund hinein, worauf ihre 
Uebelkeit beim Erwachen verschwunden war (s. Panzer). Wenn 
der Angekok durch den Tomgak auf gefährlichen Wegen in 
das Höllenreich geführt ist, sucht die wüthende Mutter Torn- 
garsuk's den Flügel von einem Seevogel anzuzünden, durch 
dessen Gestank sich Angekok und Torngak zu Gefangenen 
ergeben müssen^ so dafs sie rasch zuspringen müsse, sich ihrer 
zu bemächtigen. The Khohds (in India) spread a cloth on a 
place, where the deceased has been burned and should a fly 
(or another insect) alight on it, the priests fold it up above 
it, and thoy address the fly, that it might remain with them 
as a guardian spirit and follow them, when they go to the 
jungle, that no tiger may devour them (Brown). Die Hotten- 
totten glaubten denjenigen, auf den sich das ihnen heilige 
Insect niederliefs, als von der Gottheit begünstigt, um Bai- 
dur zu lösed, reitet Hermodur neun Tage lang durch dunkle . 
Tbäler, bis er zu Bei kommt. Als der Magd (zu Betzingen), 
die nicht zu Erwecken war, ein Käfer in den Mund ge- 
krochen, erwachte sie sogleich und wurde als Hexe erkannt. 
Als aus dem Munde der schlafenden Frau eine Spinne ge- 
krochen, war sie nicht zu erwecken, bis die Spinne zurück- 
kam (nach schwäbischen Sagen). Als die Nonnen, die St. 
Benedict für ihre bösen Zungen mit der Excommunication 
bedroht hatte, gestorben waren, verliefsen sie während der 
Mqsse jedesmal die Kirche, bis sie nach der Absolvirung 
ruhig in ihren Gräbern bleiben konnten. Gleiches erzählt 

A. Bastian, Beiträge. 15 



226 

Michel Glycas von einem in der Excommunication gestor- 
benen Priester. Während seines Aufenthaltes in Syrien (1700) 
hörte Maundrell, dafs der Körper eines in der Excommuni- 
cation verstorbenen Mannes nach zehn Jahren noch unver- 
sehrt in seinem Grabe gefunden wurde, aber in Staub zer- 
fiel, sobald der Bischof die Absolution darüber gesprochen. 
Der griechische Priester, 'der ihm diefs erzählte, war selbst 
Zeuge gewesen. „Er betheuerte die Wahrheit des Vorgegan- 
genen in verbo Sacerdotis oder auff Priesterlichen Glauben. 
Dieser Mann solte das Glück gehabt haben, in der Römi- 
schen Kirche gestorben zu sein, so wäre er, wenn sein 
Leib in solchem Zustande gefunden worden, unfehlbar zum 
Heiligen gemacht worden. Mafsen die Papisten, wie ich mir 
habe sagen lassen und mit meinen eigenen Augen gesehen, 
die Reliquien der Heiligen durch dieses Mittel zu erweisen 
gewohnt sind, dafs demnach eben diejenigen Zeichen, deren 
man sich bei den Griechen gebraucht, ein Anathema Mara- 
natha zu beweisen, bey den Papisten vor ein Merckzeichen 
eines Heiligen angenommen werden. Mag eines so klug sein, 
als das Andere. ** Der excommunicirte Bruder, heifst es in 
den Regeln des heiligen Benedictus, soll allein gelassen sein 
in dem Werke, das ihm auferlegt ist, bleibend in der Bufs- 
trauer und eingedenk jenes schrecklichen Ausspruches des 
Apostels, der da sagt, dafs ein solcher Mensch „dem Satan 
übergeben sei zum Verderben des Fleisches, auf dafs der 
Geist selig werde am Tage des Herren. '^ Yng, der unter der 
Regierung Chitsong's (1522 — 1567) lebte, hörte eines Tages 
(erzählt Wang-siang) einen Dämon also reden: ^Ich mufste 
Besitz nehmen von dem Körper dieser Frau, aber ein ge- 
wisser Junggeselle hat meine Hoffnungen zerstört". „Was 
hindert, ihn in's Unglück zu stürzen?^ meinte ein anderer 
Dämon. „Der Herr des Himmels," war die Antwort, ^hat in 
Anbetracht der Tugenden, die die Seele dieses Mannes 
schmücken, befohlen, dafs er zur Belohnung seiner stillen 
Wohlthätigkeit der Präsideut eines Obergerichts werden soUe. 
Wie könnte ich ihn also in's Unglück stürzen?" 

In grofser Menge finden sich Erzählungen über Leute, 
die gestorben oder für manche Stunden und Tage todt ge- 
dacht worden, aber dann wieder aufgelebt wären und einen 




227 

Bericht über ihren Verkehr mit der Seelenwelt gegeben, nebst 

Beschreibung der dortigen Plätze des Aufenthalts und der 

Geister, die in ihnen weilten, bei den Muscoculgee-Indianern.* 

Und solche Leute brachten dann stets in das Leben Lehren 

^ind Ermahnungen mit sich zurück, die darauf ausgingen, 

CTugend und Sittlichkeit zu befördern und zu kräftigen (Bartram)« 

^Wenn wir sterben, so fliegt unser Geist (Po-yau-fic-chou) 

uf dem Wege der Sonne nach Westen und vereinigt sich dort 

it seinen Verwandten und Freunden, die vorangingen", ant- 

ortete auf Befragen Efau Hanjo, der Häuptling von Took- 

u-bat-che. 

Die Aralez oder Arlez (beständig Leckende) genannten 

ottheiten der Armenier waren (nach Esnig) von einem Hunde 

eboren und kamen herab, die Wunden der auf den Schlacht- 

eldern Gefallenen zur Heilung zu lecken, wie es (nach 

austus von Byzanz) bei der Verwundung des armenischen 

enerals Mouscheg (384 p. d.) auch noch dessen Familie in 

hristlicher Zeit hoffte. Nach Marchpas Catina versprach Semi- 

ami^, den Leichnam Aras durch ihre Götter lecken zu 

assen, um ihn zu beleben**, und substituirte einen verklei- 

eten Sklaven. Nach Emin wurden die Aralez mit einem 

undekopfe vorgestellt, und als Symbol des Anubis liegt der 

chakal auf den Grabessärgen (s. Langlois). 

Du mufst mit reinen Sinnen dich erschwingen über dich 
elbst und alle Creatur in die verborgene stille Finsternifs, 
uf dafs du kommst zur Erkenntnifs des unbekannten Gottes, 
ene stille Finsternifs ist ein Licht, das kein erschaffenes 
^erständnifs zu erreichen und zu verstehen vermag; in ihr 
^wird der Geist geführt über sich selbst hinaus und über all 
asein Begreifen und Verstehen. Im göttlichen Wesen verliert 





* All the Indiana whom I bave been amongst, are so confirmed in the 
doctrine of the Immortality of the Soul, that they would certainly judge any 
man to be ont of bis reason tbat shonld doubt of it; they also believe that 
every creature has a spirit or soul that exists in a fntnre State. Some histo- 
rians have gone so far as to assert that a pattem or spiritual likcness of 
every thing living, as well as inanimate, exists in another world (Bartram). 

•* The sec^ of Sauds (servants of god) was founded by Jogee-das, 
whose body was revived on the batded field by a venerable mendicant, who 
commonicated instruction in the wilderness. 

15* 



der Geist sich selbst, dals er ganz in Gott versinkt und in 
den ewigen Abgrund versunken nichts weiter weifs, noch 
empfindet, noch schaut, als den lauteren ewigen Gott (Tauler). 
Das Ende des Sophismus ist (nach Ghazzali) das völlige Ver- 
schwinden in der Gottheit. Der Mysticismus ist ein reli- 
giöses Schauen, ein Schauen in einem Helldunkel, in dem 
aus der unergründlichen Tiefe der Gottheit einzelne Strahlen 
hervorbrechen. Auf der zweiten Stufe des Hypnotismus tritt 
(nach Baird) der comatöse Zustand ein, indem der Aufregung 
die Abspannung folgt, und die Nasenspitze auf Berg Athos 
und der Nabel griechischer Ascetiker wird in den Dhyana 
der Buddhisten durch eine Auswahl anderer Gegenstände 
ersetzt, um den Blick zu fixiren, besonders auch Farben- 
flecke. Dans la langue divine la couleur safranee d^signait 
Tamour divin, rcvele ä Fäme humaine, Tunion de Fhomme a 
dieu (Portal). ^Die Stimme erschallt, wie ich wohl unter- 
scheiden kann, in mehreren Abstufungen. Die leiseste Stimme 
Gottes, von der würde ein Anderer sagen, das ist denken, 
da mau doch sein Denken auch gewissermafsen hören mufs. 
Der lauteste Schall kommt sehr selten vor, der scheint mir 
eher durch das Ohr gehen zu müssen, der schallt wirklich 
in's Ohr hinein'^, beschreibt der Geisteskranke bei Koppe (in 
Unterscheidung der subjectiven Geräusche, bei gleichzeitig 
bestehenden Ohrkrankheiten von den Illusionen und Halluci- 
nationcn). Nur in den durch mehrtägige Stuhl Verstopfung 
augebrachten Zuständen (Schwindel und Benommensein) eines 
anderen Kranken findet der Uebergang der Scotome und Photo- 
psieen in Gestalten, des Pulsgeräusches in Stimmen statt, 
und die Erscheinungen haben während der Tobsucht för ihn 
die überzeugendste Realität, so dafs er sich oft gegen sie 
wehrt, wieder schimpft u. s. w. Eine Kjranke hört immer 
ein feines Singen der Vögel und kann dann Alles verstehen, 
was sie sich erzählen. Ein tauber Kranker versteht aus den 
Pantomimen und merkt das gleich an seinem Körper. „Zähne- 
schneiden, Schneidezähne, und dann habe ich das Zahnweh 
weg, oder ein Mensch zeigt auf seine Glieder, und wohin 
er zeigt und seine Verruchtung spricht, da habe ich 
Schmerzen." 



229 

Nachdem du deine Bahn in Bezug auf die mystischen* 
Gesichte gestärkt und befestigt hast, verlass die Sinne, nicht 
minder auch die intellectuellen Wirksamkeiten und das Sinn- 
liche, wie das Unsinnliche, und alles Nichtseiende und 
Seiende, und werde, soweit es möglich, derer selbst ver- 
gessend, zurückgegeben der Einheit, dem, der da ist über 
alle Wesenheit und Wissenschaft, nämlich indem du aus dir 
selbst und allen Dingen mittelst unbemefsbarer und unbe- 
dingter Verzückung des Geistes ausgehegt, und alles über- 
tragend in den überwesentlichen Strahl der göttlichen Finster- 
nifs, von Allem entbunden dich aufschwingst (Doctor Sera- 
phicus). 

Die Welt der Formen (Rüpävatschara) theilt sich in 
vier Dhyanas (Stufen der Beschauung). Das erste Dhyana 
(als Anfang der Contemplation) gehört ganz den Brahmas, 
als Brahma parichadyas (die, welche die Versammlung Brah- 
mas bilden), Brahma puröhitas (die Diener Brahma's) und die 
Mahäbrahmänas (die grofsen Brahmas). Herrscher über sie 
und zugleich alle tiefen Regionen ist Brahma Sahämpati oder 
Herr der Wesen, welche leiden (als dem Wechsel der Leiden 
und der Seelenwanderung noch unterworfen). Das zweite 
Dhyana (des ekstatischen Schauens), in dem das Ich (unter 
Schwinden des ürtheils) zur Einheit mit sich selbst gelangt. 



* Tholnck erinnert bei den cincinnorum circuli der Türken an den 
Reigen der Sabazier oder Philo's choreae Therapeutarum. Die Soufis unter- 
scheiden in den Stufen ihrer Theosophie Scheriat (}ex), Terikat (iter), Haki- 
kat (veritas), Marifat (cognitio), und Leyden führt aus den Dabistan (nach 
Scheriat, Tarikat, Hakikat) auf: Marifat (cognitio), Kurbat (appropinquitas), 
Weslat (adventus), Tanhid (unitio); the indwelling and being resided in the 
assuming the attributes of the dcity absolute, and renouncing a person's own 
attribntes are matters of Seknnat ((juies), and beyond this there is no supe- 
rior degree. La seule condition, qui semble vraiment n^ccssaire (ponr pro- 
dnire la folie artificielle) est la concentration de Tattcntion expectative de 
Tesprit sur une id^e fixe (Tuke). Les merveilleux eifcts de la Sympathie 
(contagion mentale) ne pourront> peut-Stre jamais Stre mieux obsenres que snr 
an groupe considerable d'individus placds dans r<^tat de sensibilit^ hypnotique 
Ik la Suggestion et auxquels on inocule la m(ime idee (s. Drouet). Ce ne sont 
pas Im convnlsionnaires qui ^taient les seuls malades, toute la population na- 
tarellement cr^dule, fanatique et superstitieuse ^tait frapp^e de Tid^e commune 
de la possession (Kuhn) in Morzine (1864). Besondem Eindruck machte das 
Erwachen, wie es vorhergesagt war (s. Tissot). 



230 

ist die Sphäre des Lichts (in der Intuition), als Parittabhas 
(Götter des begrenzten Lichts), Apramänäbhas (Götter des 
unbegrenzten Lichts) und Abhäsvaras (Götter des lauteren 
Lichts). Im dritten Dhyana (der Jugend und Reinheit), als 
Paritta9ubha (begränzte Reinheit), Apramäna^ubhas (unbe- 
grenzte Reinheit) und Qubhakritsnas (lautere Reinheit) werden 
solche wiedergeboren, die, ohne Buddha und seine Lehre zu 
kennen, das Maafs der Tugend und ihre Pflichten erftllt 
haben. Im vierten Dhyana (wo vollkommene Gleichgültigkeit 
erlangt wird) wohnen (im untern Stockwerk) die Anabhrakas 
(Wolkenlosen), die Punyaprasavas (die aus der Reinheit Ge- 
borenen), die Vrihatphalas (die der grofsen Verdienstanhäu- 
fungen), die Ansandjnisattvas (die Bewufstlosen) , und (im 
oberen Stockwerk) die Avrihas (Nichtgrofsen) , Atapas 
(Schmerzlosen), Sudri^as (Gutschauenden), Sudar^anas (die 
schön Erscheinenden) und die Akanishtas (die Nicht-Untern 
oder die Höchsten), vor welchen die Nepalesen noch 10 — 13 
Bodhisattwa-Bhuvanas einschieben. Die Himmel der form- 
oder farblosen Welt (Arupa dhatu) sind Akä^änanty äya- 
tanam (des unbegrenzten Raums), Vignänäntschäyatanam (des 
unbegrenzten Wissens), Akintschanyäyatanam (der Ort, wo 
durchaus Nichts ist) und Näivasandjnanäsandjnäyatanam (wo 
es weder Denken, noch Nichtdenken gibt). Durch die 
Dhyana gehen die Meditativen in die entsprechenden der 
Brahmanenterrassen ein und überspringen die für gute Werke 
bestimmten Himmel der Sinnesfreuden* in sechs Abtheilungen. 
Die Birmanen steigen von Witteka 6 Stufen auf zu Ubeka. 

Durch die Ibbur (oder Schwängerung) können viele 
Seelen von verstorbenen Leuten mit den Seelen von Menschen 
vergesellschaftet werden, wie sich der Embryo des Blindes 
im Leibe der Mutter befindet. Die Seelen des Moses und 



* Adn (Eden oder fester Platz im Arabischen), oder Gennat Adn (der 
Garten Edens) wird in der Vulgata übersetzt als Paradisnm volnptatis und 
hat (nach Vaheb) acht Thüren (wie die Hölle sieben). Wie in der Nähe von 
Damask, von OboUah (in Irak oder Chaldaea) oder in der vom Nilab be^ 
wässerten Oase Sheb Baovan in der Wüste Naoubendigian , wird das Paradio^ 
durch die orientalische Tradition (bei Herbelot) auch nach Serendib ver-^ — 
setzt, wo der Centralberg von den Portugiesen den Namen Pico de 
empfing (nach arabischer Erklärnng).. 



231 

Aaron fanden sich durch Ibbur in dem Propheten Elias 
als Pinehaa, flogen aber for^, als er gestraft werden sollte, 
weil er nicht zu Jephtha gegangen war und dessen Tochter 
getödtet wurde (Rabbi Menasse). In den durch Musik be- 
geisterten Zauberer Singhilli der Jaggas fuhr (nach Cavazzi) 
der Geist eines Verstorbenen, Blut verlangend, so dafs jener 
Anwesende tödtet und ihr Fleisch vertheilt. Nach den Ma- 
labaren schweben die Seelen der Selbstmörder und sonst 
plötzlich Umgekommener in der Luft und besitzen die Men- 
schen, wie auch die Teufelin Katteri, der Teufel Perialampi- 
c-am, u. a. m. Alle Teufel können ausgetrieben werden bis 
kuf drei, die der Besessene bis zu Seinem Tode bei sich 
laben mufs. Nach einem Bündnifs mit den Feldgöttern 
streicht sich der Zauberer schwarzgelbe Farbe in die Hand 
c — ind erblickt darin, wie in ein.em Spiegel, die gerufenen 
Otter und Göttinnen. Die Mania arctica der Samojeden 
;eht aus Trübsinn in das Verlangen über, Menschen blutig 
SU beifsen. The Pamosawy (Bewitched) size people (in Mada- 
jascar). Bei Baader's somnambuler Besessenen prägte sich 
jedes der einzelnen Krankheits- und Schmerzgefühle in einem 
»esondern Dämon aus, der den speciellen Schmerz hervorge- 
ifen hatte, Lucifer Zwicken und Stechen, Anzian Zer- 
kratzen, Archian Gliederzerren, Sunian Halsumschnürung, 
^^UlMean M^mdaufreifsung. In Synkinesien theilt sich Gähnen 
ind Lachen mit (wie. Vögel nachahmen). Gehen Besessene 
lurch Zusammenschnürung der Kehle zu Grunde, so sind sie 
^on Dämonen erwürgt. Der durch Drohung ausgetriebene 
JDämon des Besessenen gab sich für einen im Kriege Ge- 
fallenen au§ (s. Philostratus). Der heilige Bernhard befreite 
ein Weib in Nantes von einem Incubus (Boismont). Sulzer 
erzählt von einem fipommen Mann, der zwei Seelen in seiner 
Brust wohnen glaubte, weil er eine Zeit lang den Namen 
Gottes nicht hören konnte, ohne Lästerungen auszustofsen, 
obwol ihm die Haare vor Abscheu zu Berge standen. Gmelin 
sah (1789) in Stuttgart ein Frauenzimmer, das in regelmäfsi- 
gen Paroxysmen von einem französischen Emigranten be- 
sessen war, elegant französisch und gebrochen deutsch 
sprechend. Die besessene Lieder (1605) wurde vom Dämon 
ds Knäuel zusammengewickelt. Indem die geistigen Wesen 



232 

anfänglich die Person umschwärmen, unterscheidet Görres als 
erstes Stadium der Besessenheit das Umsessensein. Statim 

« 

a circumstantibus de mulieris naribus scintillarum igne fumus 
egredi visus est, ut cunctis clarefieret, ejecto insidiatore mu- 
lierem usque tunc illum saluti suae repugnasse per obsidem 
(in Vita Sancti Germani). Die heilige Euganda (im sechsten 
Jahrhundert) treibt die unsauberen Geister der Lunatischen 
in Condes durch brieflichen Befehl aus. Immundi (dxa&apxa) 
dicuntur mali Spiritus (irovr^pa irvsofiaxa), quia omnibus foedis 
actionibus delectantur (Theophylactus). Lorsque dans une 
assemblee de Nosairis, il n'y a pas ni Pyr, ni Delil, ni 
Khalifeh , on elit, pour la circonstance, des representantes de 
ces emanations Celestes. Mais s'il se trouve pr^sents des 
descendants de ces pretres-dieux hereditaires, ils occupent la 
place et les fonctions vouees ä leurs ancetres, et füssent-ils 
en bas age, on leur rend absolument les memes honneurs 
(Gobineau). Inspired* by tl^^ Akua (goddess) of the Volcano 
one of the priestesses was Pele herseif in her form (in Hawaii). 
Quackeri contendunt cernere se posse deum visibilem in 
ekstasibus suis (Casaubonus). Posse eos sufflando impertire 
spiritum. Im Medadienst hält der Priester bei der Aufnahme 
einen Umgang mit den Medicinsäcken , aus denen die Aspi- 
ranten angeblasen werden und durch die Macht des Zauber- 
beutels wie todt niederfallen, bis sie durch ein zweites An- 
blasen in's Leben zurückgerufen werden; dann wird ihm mit 
einem solchen Medicinsack die Kraft eines Meda (im Meda- 
orden) zugetheilt. Aufser den Medas (Zauberern oder Aerzten) 



The Sri Vaishnavam believe in eighteen prophets, ten of whom are 
called Alvars and eight Acharyas. Some of the Alvars were Sudras, but all 
the Acharyas (as Rama Anuja) were Brahmans. In order to prove himself 
an Alvar, a man mast abstain from women and all carnal delights, and give 
a proof of his being divinely inspired by foretelling. some great and extra- 
ordinary event that is about to take place. When this has happened and his 
inspiration has been thus fuUy established, he delivers in poetry some histo- 
ries conceming the gods which (By a Sri Vaishnavam) are received as cano- 
nical. From the Sri Vaishnavam the imagcs of the 8 prophets receive divine 
hononrs, but not from either Smartal or Madual (Justin.). The sect of Sri 
Vaishnavam does not omit (like the worshippers of Shiva) the absorption of 
the spirits of the spirits of good men into the essence of the divinity. 



233 

und den Jossakeed (Propheten oder Wahrsagern) nennt 
Schoolcraft noch die Gesellschaft der Wabeno. 

Alle Deisidaimohia geht (nach Strabo) vom weiblichen 
Geschlecht aus. Die Frauen werden als die ap/Tj^^l x^^ eöae- 
ßsfas betrachtet, indem ihre stete Sorge dahin gerichtet ist, 
auch die Männer zu Gottesfurcht und Beobachtungen reli- 
giöser Gebräuche zu führen. In Anfängen neuer Religionen 
spielen zunächst die Bekehrungen der Frauen. Durch Ent- 
haltsamkeit concentrirten buddhistische und andere Coeli- 
baten alle Nerventhätigkeit im GehirnpoL Ein Waidler mufs 
bei Pön des Feuers kein Weib anrühren, so auch die Waid- 
linne (Grünau). Nach Louyer Villermay ist die Hypochondrie 
ein Zufall, der die Enthaltsamkeit * der Männer begleitet, 
und Sauvage stellt die Hysteria libidinosa als Varietät auf. 
Ha wandelte ihr Geschlecht und Shiva jrerlor seinen Lingam ** 
durch den Fluch der Brahmanen, die er in ihren Weibern 
entehrt hatte. Baker-Brown sucht Fälle der Hysterie und 



* Dschelaleddin nennt seine Lehre eine Hochzeit, nnd sagt: Ssufios primi 
gradns sponsam sine velo adspicere eosque seeundi gradus qaasi toris genia- 
libus discumbere (s. Tholuck). La Sensation uterine qui fait accroire aux 
malades que le diable cohabite avec elies (incubes) est quelquefois le point 
de d^part d'une erise, bemerkt Kuhn bei der Epidemie hjst^ro-ddmono- 
pathiqne de Morzine (1864). The Bhoote er devil-liko (in Western-India) 
are a class of Eunuchs, devoted to Devee, who go about dressed indifFerently 
in male er female clothes, beating cymbals and dancing. 

** In Ava they are mach given to spend the time in drinking and fel- 
lowship both Men and Women (1444 p. d.). There are certain old women 
which got their living by selling Beils of gold, silver, brass of the bignesse 
of Nuts, which they put into men's yards betwixt the skin and flesh, when 
they are of age to use women, and in short time eure the place, and the 
men much please themselves to heare the sound of them, as they go (Nicolo 
di Conti). Mangi is füll of Elephants. The men have but one wife and all 
both men and women paint or embroider their skinnes with iron pennes, 
putting indelible tinctnres therunto. They worship Idols, yet when they risc 
in the morning, they turne to the East and with hands joyned say: God in 
trinitie keep us in bis Law. Beyond Mangi is the greatest province of the world, 
called Cataco (with Cambalu as residence of the Can). Nicolo Conti (1444 
p. d.) having sailed a month (on the great river Dana) came to a famons 
Citie 15 miles in circnit, called Dua, where the women are exceedingly libi- 
dinoas, the men contented with one wife. The province is called Macin, füll 
of elephants. The khig is carried on a white elephant. The men and women 
rase themselyes (s. Porchas). 



234 

Katalepsie durch Amputation der Clitoris zu heilen (die bei 
manchen Völkern, ebenso wie die Beschneidung der Knaben, 
regelmäfsig vorgenommen wird). In Frauengestalt gewandelt 
gebar Vishnu (nach Isvara) den Ayenar. In Siout wurden 
(nach Burckhardt) die Sklavenmädchen als Muchaijat (con- 
sutae) am theuersten bezahl!;. Nach Tabari hatte Sarah ge- 
schworen (nach der Geburt Ismael's) Hagar ein Stück Fleisch 
vom Körper abzuschneiden, und beschnitt sie dann, damit 
sie nichts mehr mit Männern zu thun haben könne (als ob 
infibulirt wie die Sklavinnen Aegyptens, wo Abraham sie 
aus dem Harem des Königs zum Geschenk erhalten). Wegen 
der Vorstellung von der mit den Frauen verknüpften Unrein- 
heit, lassen sie die Juris (in Brasilien) durch den Paje ent- 
jungfern*, wie die mittelalterlichen Tavoyer durch den 
Bonzen. « 

Die männlichen Individuen der in den Urwäldern leben- 
den Puri, Coroaden und Botocuden gehen durchaus nackt. 
Nur die letzteren pflegen ihr Zeugungsglied mit einem futteral- 
artig zusammengerollten Blatt zu umgeben. Andere Stämme, 
wie die Patachos, begnügen sich die Vorhaut** zuzubinden 



* In cierta parte de la provincia de Cartagena» qnando casan las hijas 
y se ha de entregar la esposa al novio la madre de la mo9a, en presencia 
de algunos de su linagem, la cormpe con los dedos (Cie9a). In Rambodja 
versahen dies Geschäft (nach chinesischem Bericht) die Bonzen, wie in Congo 
die Fetischmänner. In Süd-Indien wurde die Braut auf einen hölzernen Un- 
garn gesetzt (und ähnlich in Rom). Während man in Europa die Probe- 
nächte nur ungern zugestand; mietheten sich die ti*ägeren Arracanesen (im 
Mittelalter) holländische Matrosen, um eine Arbeit zu sparen, zu der jene 
wahrscheinlich auch ohne Bezahlung bereit gewesen waren. 

** Wie Abyssinier und alte Egypter emasculirten, schnitten Vahan's, 
Armenier und Perser neben der Nase das Präputium ab. En Menada, de 
m6me qu'ä Java et en d'autres contr^es de TOrient, ceux qui. veulent s'assorer 
de la chastet^ de leurs femmes, de leurs filles ou de leurs esclaves, nsent 
d'une certaine ceinture pourvue d'un anneau k charnibre en argent on en 
autre m€tal d'une forme particuliere et accompagn^ d'un petit cadenas, dont 
on garde la clef (Bondyck-Bastiaanse). Aehnliche Schlösser, wie sie sich noch 
aus den Zeiten der Ereuzzüge auf alten Schlössern finden, werden von den 
Herren in Brasilien ihren Sklavinnen angelegt, die sie zum Verkauf von 
Blumen oder Früchten, so lange sie jung sind, nmhersenden. In Nubien 
dient dafür die Infibulation. Im schwedischen Mahrchen (bei Cavallins und 




235 

(nach Neuwied), und die Beobachtung der daraus folgenden 
Reizung führt dann nach der Kleidung zur Bescbneidung. 
The male wizards (in Patagonia) are obliged to leave their 
sex and dress themselves in female apparel and are not per- 
mitted to marry , though the female one or witches may. 
They are generally chosen for this office, when they are 
children and a preference is always shown to those, who at 
an early time of life discover effeminate disposition (Falkner). 
Die als Weiber gekleideten Männer heifsen (bei den Guay- 
curus) Cudinas (Verschnittene). In der Ekstase des phry- 
gischen Dienstes glaubte der entmannte Jüngling ein Weib 
zu sein (bei den Gralli). Die Priester der Falascha (Falasa, 
oder Ausgewanderte) sind gewöhnlich Eunuchen. Die Ha- 
besch sammeln die Zeugungsglieder * als Trophäen. Hippo- 
crates beschreibt die Symptome der OrjXeta voao?. Pauw 
spricht von Hermaphroditen in Florida. Esquirol behandelte 
einen Irren, der nach längerem Spielen von Frauenrollen 
sein Geschlecht gewechselt zu haben glaubte. Die Scythen, 
die (VII. Jahrh. a. d.) den Tempel zu Askalon geplündert 
hatten, waren von der Göttin Aphrodite urania (Astarte) mit 
Impotenz geschlagen, welche sich seitdem in der Nation er- 
hielt. Als geschlechtslos findet sich Skald (bei den Scandi- 
naviern). Die Priester der Cybele trugen Weiberkleider, wie 



Stephen^ legt der Königssohn seiner Neuvermählten bei der Trauung einen 
silbernen Gürtel an, dessen künstliches Schlofs nur er selbst öffnen kann 
(8. Oberleitner). 

* II membro che portano gli uomini fra le gambe wurde in Panuco ver- 
ehrt, wo die Leute so dem Rausch ergeben waren, dafs sie sich, wenn schon 
ganz vollgetrunken, hinlegten, und, mit den Beinen in die Höhe, den Wein 
einklystiren liefsen. Unter den Orgien der Ixcuinameh (Frauen mit bunt 
maskirtem Gesicht) wurde die Sitte des Schindens der Menschenopfer in 
Anahnac eingeführt. Dafs die Amerikaner dem Peccato nefando unterworfen 
gewesen, berichten die Schriftsteller ausdrücklich (s. v. Martins), wie Oviedo, 
nach welchem: el que dellos es paciente trae naguas (Baumwollenmantel) 
como mnjer. In Nicaragua wurden sie gesteinigt und in Peru mit ihrer ganzen 
Familie vertilgt. Contäo esta bestialidad por proeza, e nas suas aldeas pelo 
certäo ha alguns, que tem tenda publica a quantos os querem como mulheres 
pubiicas (in Brasilien). Darwin bemerkt von den Hühnern, dafs die Männchen 
einiger Unter-Rassen verschiedentlich ihre secundären männlichen Charactere 
verloren haben, und wegen ihrer grofsen Aehnlichkeit im Gefieder jsnX dem 
Weibchen, hennies genannt werden. 



236 

die Venuspriester auf Cypern. In Syrien und Ede'ssa pflegten 
die Menschen ihre Mannheit zu Ehren der Tarätha fort zu 
schüeiden. Als aber König Abgar gläubig wurde, da gebot 
er, dafs man Jedem, der sich entmannte, die Hand abhauen 
sollte, und von dem Tage an bis jetzt entmannte sich Nie- 
mand in Edessa (bei Eusebius). Die Galli entmannten sich 
im Taumel der Begeisterung. Als Tiresias zwei Schlangen 
sich begatten sah und mit seinem Stabe trennte, wurde er 
plötzlich zum Weibe, und als er später dieselben wieder bei 
der Begattung schlug, wurde er wieder zum Manne. Im 
Norden bei den Galliern und im Lande der Germanen und 
ihren Nachbaren, dienen die schönen Jünglinge unter ihnen 
den Männern als Weiber, selbst Feste feiern sie dabei, . und 
dies wird ihnen nicht zur Schande angerechnet (Bardesanes). 
Auf dem Isthmus von Panama galt die Päderastie als hei- 
liges Vorrecht der Fürsten. Iphiklos wurde bei einem Opfer 
unfruchtbar. Das Zeugungsglied des von seinen Brüdern 
erschlagenen Kory bauten wurde nach Tyrrhenien getragen. 
Die Priester der Kybele verstümmelten sich am Feste der 
Wiederfindung des Attis, als Eunuchen. Im Orakel von 
Dodona wechselte das Geschlecht zwischen den Männern 
(Seilen und Tomuren) und den mit den xpei? Ypatat zusammen- 
gestellten Peleiaden (indem TreXeio^ bei den Messern greis 
bedeute). Was ist aber auch das schändlich, dafs die als 
Männer Geborenen Frauenkleider anziehen, und in der schänd- 
lichsten Verkleidung durch Mädchenanzug die männliche 
Kraft weibisch machen (s. Phillips) unter den Franken (VII. 
Jahrh. p. d.). Am Schlüsse des Maienfestes in Vaihingen 
(in Schwaben) wurde früher der Maien vergraben, wobei die 
Burschen Mädchenkleider und die Mädchen Mannskleider 
anhatten (s. Meier) 1852. Es giebt auf Kadjak Männer mit 
tatuirtem Kinn, die nur weibliche Arbeiten verrichten, stets 
mit Weibern zusammen wohnen, und gleich diesen Männer, 
oft sogar zwei, haben. Sie heifsen Achnutschik, und sind 
Zauberer, hohen Ansehens geniefsend. Die Eltern bestimme^ 
den Sohn schon in frühester Kindheit zum Achnutschik, 
wenn er ihnen mädchenhaft erscheint. Es kommt bisweilen 
vor, dafs die Eltern sich bereits im Voraus einbilden eine 
Tochter zu erhalten, und wenn sie sich in ihren Hoffnungen 



237 

getäuscht haben, so machen sie den neugeborenen Sohn zum 
Achnutschik (Dawydow). Die Liebe, wie sie fortan zwischen 
Ck)mbabus und Stratonice bestand, wurde bald in der Stadt 
Mode, und als etwas Heiliges betrachtet (Lucian). Juvenal 
kennt die Halbkastration junger Sklaven, und Zo beide fährte 
zuerst Knäbinnen (Golamiat) in den Harem ein. 

Die Anandrieis (eine Art Eunuchen, die sich mit Weiber- 
arbeit beschäftigen und wie Weiber reden) werden von den 
Skythen (aus Besorgnifs für ihre eigene Gesundheit) verehrt 
und angebetet (indem sie die Ursache dieses Leidens Gott 
zuschreiben). Dieses Leiden befallt nur die reichen Skythen, 
und sobald sie (in Folge des Reitens und der bei ihnen ge- 
bräuchlichen Heilart) das vollkommene Erlöschen des Zeu- 
gungsvermögens * merken, erkennen sie darin eine göttliche 
Ffigung und legen deshalb Weiberkleider an (Hippocrates). 
Herodot nennt die weibischen Naturen (der Skythen) Enaries 
(bei Plünderung des Derketo-Tempels in Askalon). Im Mon- 
golischen heifst Ersu oder ere ersu ein Zwitter (Neumann). 
Zeus erklärt die Anareoi (des Ptolom.) am Imaos aus ner 
(persisch) oder nara (sanscritisch), als männlich mit privativen a. 
Annaros, der persische Satrap in Babylon, erschien (nach 
Ktesias) in weiblicher Büieidung. Durch Krankheiten ge- 
schwächt; erhalten die Nogaier oder Mangut (am Kaukasus) 
das Aussehen eines Weibes und legen Weiberkleidung an 
(nach Reineggs). Potocki sah einen Enaries, der einem alten 
Weibe glich, in der Sandsteppe von Antekeri. Nach Berg- 
mann ist die VoUeibigkeit der kalmückischen Priester auch 
in die Brust übergegangen , so dafs das Geschlecht oft 
zweifelhaft scheint. Nach Herodot weissagten die Enaries 



* Pendant cent quarante ans environ (1540 — 1680), le congr^s (emprunte 
k la jorispradence canoniqae de la cour de Rome), cette ecole de Prostitution 
legale, cette ridicole gageure d'obscenit^, fit retentir ces scandales dans toutes 
les officialites et dans tous les Parlements (en Frflnce). „En quelques proc^s 
(dil Tagerean) les parties sont visit^es nues depuis le sommet de la teste 
JQsqne k la plante des pieds en toutes les parties de leur corps, etiam in 
podice, pour s^avoir s'il n'y a rien sur elles qui puisse avancer ou empescher 
le coDgrez, et la femme est mise en un demy bain, oü eile demeure quelque 
tempfl'* (s. Dofour). Das öffentliche Beiläger hatte sich lange im Mittelalter 
erhalten, wenn auch das triumphirende Vorzeigen der Proben später aus Ge- 
brauch kam. 



238 

aus Lindenblättern. Der weibliche Kleidung (bei den Sioux) 
annehmende Mann (Berdasche oder I-cu-cu-a) gilt al? heilige 
Medicin mit vielen Privilegien im Stamm, wird aber an 
seinem jährlichen F6st in Tänzen verhöhnt (s. Catlin). Es 
ist dieses Volk vor Zeiten auch mit der Sodomitischen Un- 
zucht behaftet gewesen, welches eine Königin (in Pegu) also 
abgeschaffet, indem sie einem jeden bei Leibesstraff geboten, 
eine güldene oder silberne hohle Kugel, je nachdem es ein 
Jeder vermochte, in das Gemachte zwischen Fell und Fleisch 
zu schieben. Und dieweil ihm iein Jeder nicht gerne wollte 
wehe thun, griffen sie die Sache also an: Wenn ein Jüng- 
ling zu seinem Alter kommen, dals er dem Beischlaff kondte 
abwarten, führt man ihn an ein Ort, da viel unzüchtige 
Weiber waren, liefs ihn, bei welcher er wollte, liegen, schlä£Bb 
ihn hernach, wenn jhm die Ruthe gebogen und nicht mehr 
starrecht war, mit einem gewissen Trank ein, löst ihn als- 
dann also schlaffende, die Haut von derselbigen ab, schob 
auf jeder Seite eine von den Kugeln * zwischen die Haut 
und Fleisch hinein, und heilet es also in 6 oder 8 Tagen 
wiederum zu. Denn also wurde den Männern die Gemächt- 
ruhten so dick, dafs sie den sodomitischen Grewel nicht 
mehr kondten verrichten, sintemahl sie kein Knab, der 
Schmertzen befürchtendt, annehmen wollte. Man findet in 
diesem gantzen Königreiche auch unter den allerkleinsten 
Mägdlein kein Jungfrawn, denn sie thun gleich in ihr zarte 
Jugend eine besondere Mixtur in ihr Gemachter hinein, wie 
gleichfalls auch in die Ohrlöcher, machen dieselbige damit 
weit und erhalten sie immer zu offen, und solche von wegen 
der Ballen und Kügelein, welche die Männer in ihren Ge- 
mächtruhten tragen, zu welchen sie sonst viel zu eng wären. 



*. In the Philippinas, the men and men-children haye nagles of ün thnist! 
qnite through the head of their privie part» being split in the lower end and 
riveted, which is done, when they be young and the place groweth up again, 
without paine. They take it out and put it in, aa occasion serveth. This 
here (as the balls, wome in Pegu) is said to have bin practised to avoyde 
the sinne of Sodomie, whereto before they were prone. The males also are 
some-times circumcised (s. Thom. Gandish). Im Museum von Batavia wurde 
mir ein gigantischer Steinlingam gezeigt, dei an der Corona glandis mit dicken 
Kugeln besetzt war und in einem der alten Tempel sich gefunden hatte. 



239 

Um die Männer noch mehr zu reitzen, ordnete die Königin, 
dafs die Weiber an der Brust sollten blofs gehen, nur mit 
einem dünnen Fazoletlein auf den Hüften, dafs doch der 
Wind in dem Mafse aufhebt, dafs man die blofs Hüfte wohl 
sehen kann. Die jungen Knaben malen sich mit blauer 
Farbe, was dermalen unfläthig aussieht, dafs es die Männer 
davor grawsen macht (Balbi). Die spartanischen Mädchen 
trugen ein die Schenkel im Gehen entblöfsendes Gewand. 
Die orientalischen Sagen erzählen, dafs Salomo die Königin 
Belkis durch die Spiegelfläche seines Zimmers (wie in deut- 
schen Volksmährchen der Zauberer die schlaue Dirne durch 
das Mirage eines Flusses oder eines Kornfeldes) zum Empor- 
heben ihres Gewandes veranlafste, um nach den nackten 
Beinen ihre Schönheit zu beurtheilen, wie es seitdem bei 
den Arabern Sitte geblieben vor der Verheirathung. 

Gynaecomastie (in weiblich entwickelten Brüsten * bei 
Männern) kommt sowohl bei gutgebildeten, wie bei mifsge- 
bildeten Geschlechtstheilen vor (Gruber). Der Hypospadiäus 
in Würzburg (1859) hatte nie geschlechtliche Neigungen ge- 
wählt. Nach Bedor disponiren eingeborene Fehler der Re- 
production im Allgemeinen zur Gynaecomastie, Das Dienst- 
mädchen in Norwegen, die (1798) ihre Mitmagd schwängerte, 
wurde nach ärztlicher Untersuchung zum männlichen Ge- 
schlecht gerechnet. Ebenso (nach Hufeland) Anna Barbara 
(1803). Ein ftir eine Weibsperson gehaltenes Individuum in 
Dreux wurde (1813) auf gerichtlichem Wege für einen Mann 
erklärt (im Hermaphroditismus transversalis auct.). Der Wahn- 
sinnige in Folge von Onanie (1847) ^kam dazu, sich ftr ein 
Mittelding zwischen Mann und Weib oder für ein Mädchen 
zu halten" (Leubuscher). Auf der Insel Ramrih agirten 
Frauen als Priester und liefsen sich andere Frauen antrauen. 
Die fiir Hermaphroditen* gehaltenen Priester der Birmanen 



* Apud Comncaiaram Brasilianorum gentem viri tarn amplis xnammls 
lacte tnrgentibns praediti sunt, ut infantibus lactandis alendisque snfficiant 
(Cysatns). 

* The Hermaphrodites in Labore enjoy the privilege of being admitted 
at all births and nuptial festivals to congratulate the parties and get presents 
(Honigberger). Nach Marquette standen die Männer in Weiberkleidern bei 
den Illinois in besonderem Ansehen. Unter den Osagen fanden sich (nach 



240 

in Peyn tanzen sich beim Feste Kolox (zu Ehren der Erd- 
götter) besinnungslos, um beim Erwachen zu orakeln. Auf 
den Gesellschaftsinseln ahmte die Mahus genannte Diener- 
kaste die Manieren, Trachten, Stimme und Mienen der 
Frauen nach. 

Da alles Uebel durch teuflische Verführung des zweiten 
ürwesens (Finsternifs oder Wasser) in die Welt gekommen, 
so war die Heiligung des Weiblichen* die Aufgabe Ebel's, 



Mc Coy) Männer in Weiberkleidern. Ein Sank erzählt (bei Keating), wem 
der Mond (die böse Gottheit) im Traum erscheint, der ziehe Weiberkleider 
an und diene als Weib (lunus und luna). Nach dem Spicilegium syriacum 
versehen die Jünglinge Frauendienste bei den Germanen und gingen selbst 
Heirathen ein. Die platonische Liebe ist in den „spiritual wives" wiederge- 
kehrt. Apnd Gallos lex prisca constituit nuptum tradi publice pueros (Re- 
cogn. Clem.). Some men (among the Bugis) dress like women and some 
women like men. The parents of a boy, upon perceiving in him certain 
peculiarities of habit and appearance are induced thereby to present him to one 
of the Rajahs. These youths acquire much influence over their masters 
(Brooke). Among the Sea Dayaks, their doctor or magician (Manang) is a 
man set apart for that office, who is thereafter considered as a woman. She 
or He marries a husband, adopts children, dresses as a female, and lives 
among the women, performing the domestic dnties peculiar to the sex. The 
principal occupation is curing people by diverse charms, driving away the devil 
and evil spirits (Brooke). 

* Das ganze Kirchenwesen erhielt einen weiblichen Anstrich im Königs- 
berger Muckerthum. Like Lee, the foundress of Shakerism, Miss Lucina 
ümphreville (of the Perfectionists or Saints) held that in the day of grace 
all love between male and fcmale must be chaste'and holy. Thence she 
raised up her voice against wedlock and the wedded life (Dixon). Sheldon 
adopted Stone's idea of a spiritual afßnity between man and woman, declaring 
that this Spiritual Kinship might be found by delicate tests in this nether 
World and that this relation of the sexes to each other extends into thß 
heävenly kingdom. In sich den Frieden der Seele findend, erklärten (bei der 
Zusammenkunft in Canaseraya) Rider und Lucina in ihrer Predigt, dafs sie 
jetzt den Zustand einer Auferstehung von den Todten erlangt hätten. Maria 
► Lincoln glaubte ihren Vater, der sie bei Noyes Anv^esenheit in Brimfield 
zurückhalten wollte, vom Teufel besessen. The members of the Pauline 
chttrch say, St. Paul had first that mystic companionship of male and female 
in the Lord, which Lucina ümphreville made known to the Saints of New- 
York, which Father Noyes has carried out in his Bible Families at Walling- 
ford and Oneida-Creek, and which Warren Chace descxibes as the .only bond 
uniting a spiritual husband to a spiritual wife. Bei der keuschen Begrüfsung 
»n der Agape empfiehlt Athenagoras die höchste Vorsicht, weil das Aufsteigen 



241 

wJm reine und vollendetere Christus. Wenn die Acte der 

JBeiligung und Reinigung zu vollbringen waren, muTste es 

<^uf urwesentliche Weise geschehen, aber von dem Beinen 

"«ind Heiligen, und an einer nach der Reinigung und Hei- 

IMigimg Verlangenden. Die urwesentliche Weise aber ist die 

^geschlechtliche, das Reinigende ist das klare und freie Be- 

^^^ulstsein. Die Acte mufsten also geschlechtliche Beziehung 

^Siaben und es mufste dabei geredet werden, denn das ist 

-Kewuistsein. Das Geschlechtliche* aber darf nicht bis zur 




es unreinen Gedankens im Herzen beim Zusammendruck der Lippen den 
ofs hl die Sünde des Ehebruchs verkehren, und die Seele der Gefahr ewigen 
'eners aussetzen würde. The Shakers look upon a revival as a spiritnal 
6) the end of an epoch, the birth of a new societj (in Amerika). Nonne 
8t bene magnnm meritum quod sie stemus, osculando, amplexando, tangendo 
tamen non consentiamus in perpetratione camalis peccati? (als Frage der 
r in den Procefsacten der Inquisition von Toulouse 1642). The 
riginal theory of the Saints, both at the East and the West, was opposed 
actnal intercourse of the sexes, as works of l^e flesh. They „bundled'' 
St iB tme» but only to prove by trial their power against ihe flesh. Doctor 
^^abridleji one of the Massachusetts leaders boas^ed that, he could carry a 
^^mrgin in eaeh band without the least stir of unholy passion (s. Noyes), wie 
^üe heiligen Franciscaner. Mormonism is the masculine form, as Shakerism 
:S8 ihe feminine form of the more morbid products of Revivals (s. Dixon). 
Sei den alten Ascetikem war es eine beliebte Probe sich mit nackten Jung- 
'tfraaen auf ein Bett zu legen, und die egyptischen Heiligen wurden (nach Leo 
JLfrioanns) von Frauen am Lingam berührt und geküfst, ohne dafs sich eine 
Cleschlechts-Aufregung zeigen durfte. The Harmonial Philosophy (of Davis) 
-tieacheSf that persons, that are not „affinitized^ are committing adultery in 
living as man and wife, sagt Carpenter, und Towler: All free lovers, with 
Tare exceptions, are Spiritualists. Die Devadasis genannten Jungfrauen der 
Pagoden werden Subhramanya angetraut, und haben nach der Hochzeit mit 
ihm keine Freiheit mehr zur Heirath, wohl aber zur Unzucht (in Malabar). 
Wenn büfsende Weiber den schönen Manmatha (Vishnu's Sohn, als Cupido) 
zu sehen bekommen, so werden sie in Liebe entzündet und fangen an lauter 
nnzüchtige Gedanken zu hegen, und hiedurch wird ihre Bufse mit aller An- 
dacht vernichtet (s. Ziegenbalg). 

* Mit den Männern befafste sich Ebel nur wenig, sondern übergab sie 
den Geförderten unter den Frauen zur Leitung, die* die höchste Verehrung 
gegen Ebel und ihm den tiefsten Gehorsam erwiesen. Auch der Mönch 
Hadrian herrschte als unbedingter Gebieter über seine Bufstöchter, obwohl er 
dieselben nicht so tyrannisch behandelte, wie der finstere Konrad von Mar- 
burg -die oft blutig gegeifselte Landgräfin Elisabeth, sondern wenn sie zu 
tüchtigen waren, nudata earum femora et nates nur gelinde mit Ruthen (virgis 
A. Bastiao» Beitrage. 16 



242 

Z^ugun^ getrieben werden^ denn nicht diese zunächst, son- 
dern die Uebung im Urwesentlichen auf reine und heiUgeude 
Weise war die Absicht. Also 9,nur bis zur Zeugung hin% 
sagt Sachs in seinem von Dixon mitgetheiltem Bericht. 

Himmel ist nichts ohne Liebe (nach Swedenborg), und 
deshalb giebt es für Mann und Frau keine Ruhe ohne wahre 
Ehe, indem beide Engel in einen verschmelzen. Die Paare 
sind in natürlicher Doppelheit Yon Gott im Voraus geschaffen, 
und wenn sie sich nicht schon auf Erden zusammen finden, 
werden sie im Himmel vermählt (unter gleichzeitiger Auf- 
lösung der widernatürlichen Heirathen, die durch irdische 
Zufälle geschlossen sein könnten). Erst bei Evas Schöpfung 
wurde das vollkommene Wesen in Zwei vertheilt (wie bei 
Viraj oder Zeus Asius, und die chinesische Vorstellung des 
Dualismus kehrt in den beiden Prinzipien Schönherr's wieder). 
Nach Plato lebte die der Geschlechtstrennung vorhergehende 
Form als runder Fleischball mit 4 Händen, 4 Füfsen, 2 Ge- 
sichtern und einem Hirn, und nach der Theilung quält das 
unablässige Suchen* der wahlverwandten Hälfte. 

In der Pflanze ist die Reproduction die höchste ihrer 
Functionen, mit dem Ansetzen der Frucht kehrt sie zum 



betnleis aut vimeneis) strich, wie (nach Meteren) Boileaa erzählt. Einen ähnlichen 
Geschmack besafs der pegnanische König Para Mendara, der es liebte, Franen 
zn Tode peitschen zu lassen, der die Königin von Martaban mit ihren Ehren- 
damen an den Beinen aufhängen liefs, und die Prinzessin yon A?a, die dem 
jungen Könige von Prome vermählt war, bei Eroberung dieser Stadt nackt 
auszukleiden befahl (nach Turpin) und zu seiner Ergötzung den Brutalitäten 
der Soldateska übergab. 

* Der psycho-pathische Zustand, den Griesinger in wiederholten Fällen 
beobachtete, und als Paranoia sophistica beschrieb, beruht auf quälender 
Grübelsucht, durch unablässige Stellung von Fragen, für die die ge^ 
wohnlichen Antworten nicht „solide** genug sind, sich als nicht genügend 
erweisen, um durch völlige Sättigung des Reizes in den Znstand mhigen 
Gleichgewichtes zurück zu führen. Dies ist die mehr oder weniger eng mit 
Aufregung und Störung der Geschlechtsfunctionen verbundene Stimmung, in 
welcher bei den Naturvölkern das Suchen nach einer überirdischen Befrie- 
digung eintritt, nach einer Befriedigung, welche, um sich als solche zu be- 
währen, stärker und gewaltiger sein mufs, als die in gewöhnlicher Umgebung 
gegebenen, und die sich dann während der Dauer des Lebens als der ge- 
wöhnliche Schutzgeist erhält, da mit ihrem jedesmaligen Eintritt in die Qe- 
dankenieihen die quälende Angst fortan beseitigt wird. 



243 

Anfang im Saamen zurück, und die während der Stadien 
der Entwickelung beständig durch Dissonanzen gestörte Har- 
monie gleicht sich bei letzter Vollendung wieder in dem 
Einklang aus, den sie am ersten Beginne besafs. Im Pflanzen- 
reich idt die Geschlechtstrennung ein unwesentliches Neben« 
her, flores monoclini, hermaphroditi und diclini laufen viel- 
fach durch einander, und auch in den Classen der wirbel- 
losen Thiere finden sich allerlei Proportions -Verhältnisse 
zwischen den Geschlechtern, aber nur selten die streng dua- 
listische Scheidung, wie sie bei den Wirbelthieren auftritt^ 
und bei ihnen Zwittematuren unter abnorme Erscheinungen 
stellt. Bei ausgeprägter Geschlechtstrennung kann Befrie- 
digung nur in neuer Einigung herbeigeführt werden, und als 
Ausflufs der Lehre von Yin und Yan bildet die Ehe in 
China die festeste Stütze des Staates. Indefs stellt die Re- 
production in der Reihe der Thierwesen keineswegs den 
vollen AbschluTs des ganzen Seins her, wie im rein vege- 
tativen Leben der Pflanzen, indem die in kosmische Agentien 
verwebte Sinnesthätigkeit die Beziehungen über terrestrische 
Schranken hinaus fidhrt. Durch Kleben an Buchstabenheilig- 
keit ist man nun in pietistischen Secten zu der Vorstellung 
von Ehen geführt, die auch für den Himmel geschlossen 
werden müssten, eine Ansicht, die ihre logisch richtige Be- 
gründung haben würde, wenn der Mensch in der Geschlechts- 
fiinction culminirte, und sein Geistesleben nur einen Anhang 
zum Körperlichen bUdete. Bei ihm kehrt sich jedoch dieses 
VerbältniJb um, der Körper ist der vorübergehende Träger 
des Geistes, der auf höhere Zwecke hinzielt, und sich jenes 
nur als Stütze bedient, so lange er ihrer bedarf. Während 
die Verbindung zwischen beiden besteht, mufs sie in ihren 
richtigen Proportionen gewahrt werden, und die ekstatische 
Negation ^es Fleischlichen ist ebenso sehr ein verwerfliches 
Extrem, wie die gänzliche Versenkung des Idealen in den 
Schlamm der Wollust. Es ist dabei im Auge zu halten, 
dafs der dualistische Zwiespalt, der seine Befriedigung in 
ehelicher Verbindung heischt, nur im Gebiete des Körper- 
lichen besteht, dafs das Geistige im Menschen in einer trans- 
cendentalen Linie fortgeht, die nicht länger in einem einzelnen 
Genossen die Abgleichung ihres Sehnens finden könnte, son- 

16* 



244 

dem die sich dem allgemeinen Weltgesetz harmonischer Er- 
füllung einfiigt. Wenn in dieser Weise das Körperliche dem 
Geistigen gegenüber gestellt wird, so bleibt im Menschen 
der Antheil des Körperlichen nicht auf die Ausübung des 
sinnlichen Geschlechtsactes begrenzt, wie es bei manchen 
Thieren gelten möchte. Das Körperliche, d. h. das im Ir- 
dischen und durch das Irdische erfüllte Leben des Menschen 
begreift das ganze Reich der Gefahle, die das Dasein hie- 
nieden verschönen und im Kinde ein unauflösliches Band 
zwischen den Eltern knüpfen. Zugleich gehören die Gefühle 
auch dem Geistigen an, sie bilden das beide Spitzen ver- 
einigende Grenzgebiet, in welchem keine scharfe Scheidungs- 
linie zu ziehen ist, die nur in den nachgiebigen Strom ohne 
Unterlafs vorüberfluthender Entwickelung einschneiden würde. 
Die Phänomene der Mystik bewegen sich stets auf dem neu- 
tralen Gebiet der Sexualsphäre, indem sie bald in Unter- 
drückung activer Sinneslust die künstlich wach gehaltenen 
Geschlechtsregungen auf die Hirnsphäre hinüberfilhren und 
dadurch zu überschwänglichen Aetherflügen gesteigert wer- 
den, bald in den Orgien wildester Unzucht, die aus dem 
Bythos der Materie aufgewühlten Wallungen in Büdern er- 
haschen und zu wirr phantastischen Fratzen ausmalen. Die 
Normalnatur des Menschen setzt seine sociale Stellung im 
Staat als Basis voraus , da nur sie eine Garantie für die 
Richtigkeit seiner Geistesoperationen gewährt, die sich sonst 
leicht in den wüsten Urwald excentris eher Verirr ungen verliel*en. 
Als Kaiserin Constantine um das Haupt des heiligen 
Paulus bat, antwortete Papst Gregor, die Körper der Hei- 
ligen glänzten mit solchen Wundern, dafs ihnen Niemand zu 
nahen wage. Sein Vorgänger (Pelagius IL) wäre • durch 
schreckliche Zeichen abgeschreckt, Geld von dem Altare 
(auf dem Grabe des heiligen Petrus) zu nehmen.. Als man 
bei Verbesserungen am Monumente des heiligen Paulus zu 
tief gegraben und der Werkmeister die Knochen anderswo 
habe hinlegen wollen, sei er sogleich gestorben, ebenso die 
Arbeiter am Grabe des heiligen Laurentius, als sie dessen 
Sarg angeblickt. Die Römer wagten nie die heiligen Körper 
anzugreifen, sondern berührten, um Reliquien zu erhalten, 
dieselben mit einem Kasten, der mit Zeug gefüllt sei, worauf 



245 

dieses Zeug alle die wunderbaren Kräfte annähme, und, wenn 

man es zerschneide, Blut auströpfeln lasse. Die Griechen, 

die Reliquien umherzutragen behaupteten, und damit Handel 

trieben, bedienten sich falscher Nachahmungen. Er wolle 

versuchen, ob es möglich sei, der Kaiserin ein Glied von 

der Kette des heiligen Paulus zu senden, doch könne er es 

nicht f&r gewifs versprechen; da zuweilen, wenn ein Priester 

die Feile ansetze, sich ein Glied von selbst löse, zuweilen 

mit keiner Gewalt loszureifsen sei. Wohl bedurfte es guter, 

starker Ketten in Rom, um die Maniacalischen in dem grofsen 

Ürrenhause zu fesseln, in dem die Teufel in jeder Art Ver- 

Ideidung legionsweise umherspazieren durften. Die von Sige- 

bert erzählte Geschichte von dem besessenen Fürsten am 

Sofe Otto L, der Alles, was er antraf, mit den Zähnen zer- 

yciCsj findet sich bei Loyer: 

li'empereiir Tenroya k Rome au Pape Jean XIV. et le pria de luy faire 
^vneitre au col la chaisne de Sainct Pierre. Ceste chaisne avait ^t^ deja 
«prouY^e fort souveraine contfe les diables. Et pour faire mieux apparaitre 
la Terta de la chaisne et SQayoir, si Thomme estoit vrayement demoniaque, 
«>n luy ceignit le col deux on trois tours d'une chaisne suppos^e et non de 
^^e, qni estoit de St. Pierre. Le demoniaque n'en fit cas et ne s'en remua 
^>oint A la fin la vraje chaisne fut apport^e et mise antour du col du 
demoniaque, qni jette force bave et escume par la bouche et faisant de 
Xaats et espon^entables cris fat en fin delivr^. Um die Kette, womit St. 
3emhard den 1 eufel in einem Berge des Klosters St. Clairvaux angeschmiedet 
Imt, stets fest zu halten, gaben die Schmiede» ehe sie ihre Arbeit begannen^ 
«tets drei Schläge. Bei Plinius und Dioscorides finden sich für Exorcisation 
dienliche Kräuter (Calceran purgirte nach Pomponatius eine Frau in Mantua 
mit Veratrum). Lucian kannte die grofsen Teufelsaustreiber in Syrien. 
Gregorius der Grofse warnt indefs sich auf solch heidnische Practiquen ein- 
solassffli» und erzählt zur Abschreckung das Beispiel einer Frau in Toscana, 
die die Magier von einem Teufel zu befreien suchten, aber sie statt dessen 
mit einer ganzen Armee füllten, die sich durch die Terschiedenartigsten 
Stimmen zu erkennen gaben und auf Befragen ihre Namen nannten. Am 
Fest des helligen Philipp (des Schwarzen) in Argyrium wurden alle Be- 
sessenen zusammen gebracht 

Der Verstorbene war ein Bauer in Mycöne, boshaften und zanksüchtigen 
TeiD|>eramente8, der auf dem Felde get^dtet gefunden wurde. Zwei Tage, 
nachdem man ihn begraben hatte, begann das Gerücht zu circuliren, dafs er 
Naishts umginge, in die Häuser eintretend, dort die Möbeln umzuwerfen, die 
I#ichter auszulöschen, die Leute rücklings zu umfassen und tausend kleine 
Eulenspiegeleien zu treiben. Anfangs lachte man nur, aber die Sache wurde 
ernsthaft, als die angesehensten Leute anfingen, sich zu beklagen. Die Papas 
sogar bestätigten das Factum, und sie mochten ihre guten Gründe dafür 



246 

haben« Meuen wurden gelesen, aber der Landmann setste seinen muregel- 
mäfsigen Lebenswandel fort, ohne sich zu bessern. Nach mehrfachen Zu- 
sammenkünften der Stadtältesten, der Priester und der Geistlichkeit^ kam man 
endlich dahin überein, dafs man neun Tage nach dem Begiäbnifs vorüber 
gehen lassen müsse, auf Grund irgend eines Ceremoniels. Am zehnten Tage 
las man eine Messe in der Kapelle, wo der Körper sich fand, um den 
Dämon zu vertreiben, der dort eingeschlossen sein sollte. Die Leiche wurde 
nach der Messe ausgegraben, und man machte Anstalten, ihr das Herz am- 
znreifsen. Der Fleischer der Stadt, ein alter and nicht sehr geschickter 
Mann, machte den Anfang damit, den Unterleib statt der Brust zu öfiiien. 
Er wühlte lange in den Eingeweiden umher, ohne Etwas darin zu finden, 
bis ihn Jemand darauf aufmerksam machte, dafs das Zwerchfell durchstolsen 
weiden müfste. Das Herz wurde hervor geholt, zur groTsen Verwnndenmg 
aller Anwesenden. Der starke Gestank des Leichnams maehte es nöthig, 
Weihrauch zu verbrennen, aber der Rauch, mit den Verwesusgsdünsten ge- 
mischt, vermehrte nur den Geruch, und fing an das Hirn der armen Leute 
zu erhitzen. Ihre durch das Schauspiel aufgeregte Phantasie füllte sich mit 
Visionen. Man wollte bemerken, dafs ein dicker Rauch von dem Körper 
aufsteige, und wir wagten nicht einzuwenden, dafs es der Dampf des Weih- 
rauchs wäre. Der Ruf Vroucalaecas füllte die Kirche und den Vorbof, dam 
so werden diese umgehenden Gespenster genannt. Das GMicht dmrchlief 
in lauter werdendem Gemurmel die Strafsen, und bald wurde das Gkwölbe 
der Kirche von dem Geschrei erschüttert. Mehrere der Umstehenden ver- 
sicherten, dafs das Blut dieses Unglücklichen ganz gelUich wäre, der Flei- 
scher schwor, der Körper fühle sich noch warm an, und so kam man cum 
Schlosse, dafs der Todte nicht recht todt wäre, oder vielmehr, dafs er 
sich von dem Teufel habe wieder beleben lassen, denn das ist die Vor- 
Stellung, die man sich von den Vroucalaecas bildet. Immi^ erschredLend^ 
hallte dieser Name wieder. Ein Haufe Menschen drang herein, die mit 
lauter Stimme erklärten, dafs, wie sie gar wohl gemerkt hätten, der Köiper 
nicht steif gewesen sei, als man ihn zum Begräbnüs nach der Kirche ge- 
bracht habe, dafs er folglich ein wirklicher Vroucalaecas sei, und ei» war der 
stete Refrain. Wären wir nicht zugegen gewesen, so zweifle ich kaum, dafs 
man nicht vielleicht behauptet haben würde, es lie&e sich ja gar kein Oeruch 
bemerken, denn die Leute hatten völlig ihren Verstand verioren, imd waren 
ganz au£ser sich, über die Wiederkehr des Todten. Wir dagegen bedariten 
unserer ganzen Willenskraft, um diesen gräulichen Gestank «uszahalten, dem 
wir hatten uns dicht neben die Leiche gestellt, um Alles gut beobachten zu 
können. Auf die Frage, was wir von der Geschichte däcbten, erklärten wir 
durchaus nicht an d^n Tode zu zweifeln, bemerkten aber sngieich, ntm ihre 
aufgeregte Empfindlichkeit nicht aHzu sehr zu bekidigeB, dafs man sich sieht 
wundern dürfe, wenn der Fleischer einige Wärme in den werfaulenden Ein- 
geweiden verspürt habe, dafs es Nichts besonderes wäre, wenn Dünste daimis 
aufstiegen, wie aus einem umgerührten Düngerhaufen, und dals das ver- 
meintlich gelbe Blut, wie es noch an den Händen des Fleischers klebte, 
Nichts, als eine stinkende Jauche, sei. Nach allen diesen Erörtenragen wurde 
der Beschluls gefafst, an die Meeresküste zu gehen, das Hers dte Todten sn 
verbrennen, der sich um alle diese Vornahmen nicht künmierte, und sich 



247 

ttnnuniedSeher, wie je, aufführte. Man klagte ihn an, die Leate Nachts dorch- 
Mprdgehi, Thilren nnd aelbat Baleone einsiuohhigen, Fenater zu zerbredien, 
Kleider z« serreiften, Krüge and Flaschen auszuleeren. Qenng man hatte 
ea mit einem ftsTserst jähzornigen Todten zn thnn, und das Haus des Oon- 
nila, bei dem wir wohnten» war, wie ich glaube, das einzige, das er ver* 
s^onte. leh habe in der That nie Etwas bejammernswürdigeres gesehen, 
ak den Zustand der Aufregung, in dem sich diese Insel fand, Jedermann 
Uef, wie Tenrficki, umher, die yersAndigsten Leute hatten die Besinnung ver- 
loren, es war eine wirkliehe Oehimkrankheit, die grassirte, ebenso ge^iirlidi 
als der Wahnsinn oder die Tollheit. Oanze Familien ferliefsen ihre Häuser 
siit Sa<^ nnd Pack, die Bewohner der Vorstiidte schleppten ihre Habselig- 
Ikeiten anf den Marktplatz und schlugen dort ihr Nachtquartier auf. Jeder 
liatle sieh über eine neue Beleidigung zu beklagen, beim Einbruch der Nacht, 
Iftorte man nur Seufzer und Schluchzen. Wer Ruhe haben wollte, zog aufs 
Xaad. In einer so allgemeinen Verblendung blieb uns nichts übrig, als zu 
««^weigeii. Jeder Einwurf würde uns nicht nur lächerlieh, sondern auch der 
^etaerei verdächtig gemacht haben. Gegen die Stimme des Volkes läfst sich 
^eht anaehreien. Solche, die es wohl ahnten, dafs wir an dem Thatbestand 
sweüelten, kamen zu uns, um uns unsere Ungläubigkeit vorzuwerfen, und 
^wellten uns die Existenz der Vroucalaecas durch einige kirchliche Autoritäten 
hawttien, wie durch den Glaubenssehild (TopfOTY}« piefAacx&c tciotcok) des 
Pater Bichard, eines jesuitischen Missionärs. «Das ist ein Lateiner**, sagten 
«e, „nnd folglich müfst ihr ihm j^uben.** Es würde uns nichts geholfen 
haben, die BiehlJigkeit des Schlusses anzugreifen, und jeden Morgen wieder- 
helta aich 4iepe Oomödie, indem man nns sehr ausführlich alle die Thor- 
heite» eraähltoy- die dieser Nachtvogel verübt hatte, man klagte ihn selbst an 
die seheuTsUohsten Verbrechen begangen zu haben. Die Bürger, die am 
«ifrigalen für das Gemeinwohl besorgt waren, glaubten, dafs man es bei den 
wirg^ppmmenen Ceremonien in der Hauptsache geirrt habe. Wie sie sagten, 
hatte die Me«se nach der Entfernung des Herzens gehalten werden müssen. 
Wäre diese Vorsichtsmafsregel genommen worden, so würde man, wie sie 
bebAm^tsn, den Teufel ertappt haben, und dieser würde sich sehr wohl ge- 
hütet haben, wieder zu kommen, während ihm jetzt, wo man die Messe zuerst 
gefeieit hatte, hinlänglich Zeit geblieben war, zu entfliehen, und später ganz 
aaeh aeinern Beliobea wieder zu kommen. Trotz aller dieser Erörterungen 
blieb man in decselhen Verlegenheit, wie am ersten Tage. Man versammelte 
sieh Al3^e^ iui<^ Morgens, man disputirte, man hielt drei Processionen bei 
Tage ab nnfi drei bei Nacht, man nöthigte die Papas zu fasten, und diese 
lieto a^serdem, den Weihwedel in der Hand, in den Häusern umher, Weih- 
wiaiaer zn sprengen nnd die Thüren damit zu waschen. Selbst der Mund 
das armen Vroucalaecas wurde mit Weihwasser gefüllt. Wir machten dem 
Magistrat versduedentUch bemerklich, dafs man bei solchen Vorfällen in den 
lÄndem des christlichen Europa^ nicht unterlassen würde. Nachts Wachen 
aufzustellen, um darauf ;su achten, was in der Stadt vorginge. Es gelang 
auch einige Vagabonden zu arretiren, die sicherlich ihre Hand in diesen Un- 
ojfbinngeA Jetten, wenn sie auch nicht die Hauptanstifter waren. Jedenfalls 
eallie& man «ie wl zu rasch wieder, denn zwei Tage nachher begannen sie 



248 

aufs Nene, tun sich fdr die Gefängnifsfasten za entschädigen, die .Weinkrüge 
anszntrinken, die, nnvorsichtig genug, in den Hänsem Nachts stehen gelassen 
Würden. So blieb wieder Nichts übrig, als zu den Gebeten seine Zuflucht 
zu nehmen. Eines Tages, als man die vorgeschriebenen Formeln hersagte, 
und nackte Degen, so viel sich ihrer auftreiben liefsen, auf das Grab des 
Leichnams gepflanzt hatte (der oft 3 oder 4 Mal am Tage ausgegraben wer- 
den mochte, wie es dem Einen oder dem Andern in den Sinn kam) kam ein 
Albanese des Wegs, der sich gerade in Mycone aufhielt und die Leute mit 
gewichtiger Miene belehrte, dafs es höchst verkehrt w&re, sich für solche 
Zwecke christlicher Degen zu bedienen. „Seht ihr denn nicht, ihr armen 
Blinden*, sagte er, „dafs das Kreuz des Handgriffes den Teufel hindert den 
Körper zu verlassend Ihr müfst türkische Säbel gebrauchen.* Der gute 
Bath nützte zu Nichts, mit dem Vroucalaccas liefs sich Nichts anfangen, und 
alle Welt war in der gröfsten Bestürzung. Man wufste nicht mehr, an 
welchen Heiligen man sich wenden sollte, als plötzlich, wie verabredet, Alle 
in den Ruf ausbrachen, dafs mit Umschweifen und Worten weiter Nichts ge* 
nützt wäre, der Vroucalaccas müfste mit Haut und Haar verbrannt werden« 
Dann wollten sie sehen, ob der Teufel wieder zu kommen wagen würde, 
sich bei ihnen einzunisten. Besser wäre es, diese äufserste Blafsregel zu er- 
greifen, sonst bliebe nur die Auswanderung von der Insel übrig. Und in der 
l^at waren mehrere Familien schon beschäftigt ihr Gepäck fertig zu machen, 
um sich nach Syra oder Tina zu begeben. Auf Befehl des Magistrates 
wurde so der Vroucalaccas nach der Spitze St. Georg gebracht, wo man einen 
grofsen Scheiterhaufen aufgerichtet und wohl mit Pech beträufelt hatte, damit 
das Holz möglichst rasch verbrenne. Die Ueberreste des unglückseligen 
Leichnams wurden hinaufgeworfen und waren bald in Asche verwandelt. 
So geschah es am 1. Januar 1701* Wir sahen dieses Feuer bei unserer 
Rückkunft von Delos, es war ein wahres Freudenfeuer, denn mit den Klagen 
wegen des Vroucalaccas war es vorbei. Dies Mal, hiefs es, habe man endlich 
den Teufel auf eine schöne Art erwischt, und bald wurden Grassenhaner auf 
den Strafsen gesungen, in denen man des dummen Teufels spottete. 

Hudson Tattle in Ohio hat, als spiritualistisches Medium, schon mehrere 
gelehrte Schriften veröffentlicht, und noch kürzlich eine mit Beifall aufge- 
nommene Geschichte der Schöpfung, die auch ins Deutsche übersetzt ist. 
Er widmet dieselbe den „unsichtbaren Autoren*, die ihn durch die Pfade der 
Wissenschaft geleitet haben, und giebt dann die von diesen selbst diktirte 
Vorrede zum Besten. Eine geologische Karte erklärt er mit „passiver Macht, 
geleitet von unsichtbarer Hand, gemalt zu haben.* In Deutschland sind da- 
gegen bis jetzt in diesem Jahrzehnt nur Romane, und leider jämmeriich 
schlechte, offenbart worden. Der Graf von Guldenstnbbd hat unaufhörlich, 
wie er erzählt, heifse Gebete an den Ewigen gerichtet, dafs er ihm ein Mittel 
enthüllen möge, dem Menschen unumstöfslich die Unsterblichkeit, die ewige 
Basis der Religion, zu beweisen. L'^temel, dont la mis^ricorde est infinie, 
a amplement exauc^ cette faible pribre. Un beau jour, c'^tait le premier aoftt 
1858, kam die Enthüllung der Geisterschrift. 

„Was die hebräische Prophetie einzig macht, ist nicht nur das Ethische 
der Betrachtung*, bemerkt Bnnsen. „Jene einzige Herrlichkeit besteht auch 



249 

nieht m dem Vorhersagen änfserlicher geschichtlicher Ereignisse. Dieses hahen 
sie gemein mit manchen Aussprüchen der Pythia, die uns vollkommen glauh- 
haft Yom Alterthnm überliefert sind, und mit vielen Weissagungen der HeU- 
seherimien dieses Jahrhunderts, die (wie die vom Tode des Königs Wilhelm I. 
von Württemberg im Jahre 1815) urkundlich beglaubigt sind, darunter manche, 
von welchen ich selbst Zeugnirs ablegen kann. Dieses Vorhersagen änfserer 
Ereignisse ist die niedrigste aller Weissagungen. Das Einzige in der Pro- 
phetie der Hebräer ist vielmehr .die Bewahrung des Geistigen im Schauen 
der Natnr, nnd die Bewahrung der Grenze zwischen Schauen und Ueber- 
legnng.^ So viel die heiligen Männer mit Gott Eins sind, wissen sie den 
Sinn dee Hemit sagt St Gregorius in seinen Gesprächen mit Petrus« 

- Von Salim bin Bashid, einem Kaufmann gemischter Ra9e in Zanzebar, 

liörte Barton die Beschreibung seiner Besessenheit, als er auf einer Reise 

»ördlieh von Unyanyembe begriffen war. Während der Nacht bekamen zwei 

^i^ner Sklavinnen (die eine noch ein Kind), ohne dafs eine Ursache nachzu- 

^^ireisen gewesen wäre, Zufälle, die die Annäherang eines Geistes verkündeten. 

<Heicfaseitig überfiel es ihren Herrn, als ob er berauscht wäre, und während 

^eine dunkle Masse, in körperlicher Wirklichkeit das Zelt betrat, fühlte er sich 

^^on einer Menge dunkler Gestalten, wie er sie zuvor gesehen hatte, gestolsen 

nmhergezerrt. Er rief laut um Hülfe nach seinen Gefährten und Skia- 

nnd diese» die vergebens versuchten} in das Zelt einzudringen, fanden 

Tän» als sie es zuletzt umgeworfen hatten, in einem Zustand der Betäubung, 

dms dem er erst am nächsten Morgen erwachte. Ein chinesischer Gelehrter, 

~-<^der sich spottend über die Statue des Confucius geäufsert, wurde Nachts von 

einem roih gekleideten Manne in das untere Geschofs des Hauses geführt, 

vn dort die Bastonade zu empfangen, deren Spuren sich beim Erwachen auf 

•einem Körper zeigten, wie im Buch der Strafen und Belohnungen zu lesen. 

Während Mr. Hume in England auf Stühlen durch die Luft fährt, stülpen 

Mr. Square's Cteister seinen Gästen in Paris die' Tische über den Kopf. Die 

vitabitnle Kraft, die in der Oeffentlichkeit am Holze der Möbel operirt, setzt, 

wenn der mystische Zirkel der Vandoux in Trem^ (der Vorstadt New-Orleans*) 

geedüossen wird, die Mitglieder selbst in Bewegung. Die in den zum Dienst 

der Parvati gehörigen Tempel der Ammen (Mütter) dienenden Sudras heilsen 

Blamla-makköl (Kinder der geistigen Verwirrung). Als der in Frauengestalt 

incamirte heilige Geist 1281 p. d. gestorben war, folgte Mayfreda Pirovana, 

als Honpt der Secte. 

Wie Luther bei seinen Studien auf der Wartburg, wurde Zwingli am 
heiligen Ostertage im Bett von dem Satan besucht. Burton hörte einen Kauf- 
mann aus Zanzibar, mit Berufung auf seine Grefährten, die es bezeugen 
könnten, des Weiteren erzählen, wie ein kleiner Sklavenknabe, der dabei 
gegenwärtig war, häufig im Zustande der Besessenheit fortgeführt worden sei, 
selbst als er in einer fensterlosen Kammer verwahrt worden, deren schwere 
Thfir sorgsam verriegelt und verschlossen war. Am andern Morgen war der 
Arme verschwunden, ohne dafs an der Kammer irgend eine Verletzung sich 
bemerken liefs. Einige Tage später fand man ihn im Walde umherwandem, 
in ydlliger Geistesabwesenheit, wie ein Blödsinniger, und nur zusammenhang- 
loses Zeug schwatzend, so dafs sich keine weitere Erklärung erlangen liefs. 



250 

Die won dem jfiDgeren Pompcjm in Thessafien befragte ZSanberfmi 
(Brycton) beg;initt (bei Lncan) ihre TodtenbeschwöroBgea , indem sie die 
Leiche mit Blat füHt. Dann mflfc sie die höllischen Götter an und sucht den 
noch steifen Körper za bewegen. Unter ihren schrecklichen Drohungen be- 
ginnen die Glieder zu zacken, die Wärme kehrt zurück, die Muskeln spannen 
sieh an, und der Körper erhebt sich allmählig yon der Erde und steht endlieh 
aufrecht, ganz wie es in Congo der Nganga Matombola mit den Leichen 
machte (nach Cayazzi). Die durch den Zaubergesang bewegte Leiche der 
Tolteken eilte dann selbst dayon und rifs die, welche folgten, mit sieh den Abgrund 
hinanter, um den nahenden Zusammensturz des Reiches yorzudeuten. In der 
Sinnversetzung sieht und hört die Somnambule mit Magen und Haut. The 
Siamese magicians proceed to Ihe burial ground and endeayour to propitiate 
the spirit of the deceased by offerings of incense and yiands. - The deceased 
is sapposed to hurst from the tomb with a terrific yell and to soar töwards 
the sky, haying first assumed a gigantic and appalling statnre. The potent 
incantadons of the magician, howeyer, soon force the spirit to descend, when 
after a short parley the magician pretends to decapitate the spirit, and tiie 
relatiyes suppose that they haye gained the object of preyenting its molesting 
item (Low). Die Vampyre in Ungarn wurden gepfahlt.| Wenn die Hexen- 
meister der Feidgötter geheime Gebetformeln an den Teufel recitiren, reprft- 
sentirt allemal Einer die Person solcher Teufel (bei den Malabaren). Selbiger 
fangt an den Kopf zu drehen und aufser sich selbst zu kommen. Alsdann 
reden solche Teufel durch ihn mit dem, der die Gebetsformeln recitirt 
(s. Ziegenbalg). 

Unter der Bezeichnung „Waren'* (icveufjia) wird unter den Mahratten das 
ganze Gebiet der Pneumatologie begriffen, das spirituette Wirken einer doa- 
Ustischen Besitzung, eine bösartige oder dämoniacaysche, und eine gute oder 
göttliche, erklärt Anderson (ähnlich bei den irländischen Feen, den Sidds, eine 
Art yon Erdgottheiten). Bei den Oneidas heifsen die Dämonen : Khi-iie*o-lax 
oder boshafte Geister. Der Mätzenkobold Hecdekin war der berathende Dä- 
mon des Bischofs yon Hildesheim (1180), Pigmäus („so unter dem Gtesinde- 
tisdi gewohnet*), und Celus die des Edelmanns in Prenzlau (1614). Oar- 
danus und Tasso yerkehrten yiel mit ihrem Genius, und der des Scipio hielt 
sieh (nach Valerius Maicimus) in der Kapelle des Jupiter Stator auf, «owie 
die, mit denen sich Grumbach's Knabe unterhielt, in ehiem Kellerioche. Die 
die Luft bewohnenden Dämonen Hesiod's sind die Geschöpfe des goldenen 
Zeitalters, wie die Fotoques und Oamis der Japaner. La crainte absurde des 
d^mons, n^e surtout au moyen &ge, est pr^cis^ment la cause principale c|« la 
raret^ des ph^nombnes sumaturels, les Esprits ne yonlant ni ne ponyant se mam« 
fester ä des gens, qui les prennent pour des spectres immondes, bemerkt Giiiden- 
stubb^. „Wenn dein Herz rein ist, kannst du die Aafechtangen der böten 
Geister hemmen, und wenn du standhaft in der Tagend bist, werden Dämonen 
und Geister dieh achten", heifst es im Thai-chang-kan-ing-pien, wo •zur Exv 
läutemng die Geschichte des Hi-min-kong beigefügt wird, der durch Spukai^ien 
ans seiner Wohnung yertrieben war und in einem Landhause sdiUef. Au 
miUen de la nuit, ^tant ä moiti^ endormi, il yit ä la clart^ de la Inne une 
troupe de d^mons qui buyaient ensemble. L'un d'eux yint le flairer et dit k 
pes compagnons: „La chair de cet homme r^pand une odeur exquise, ce 



251 

6€i«it im iii«ts d^cieoxl'* Cn d4m<m qai ^tait astis k und place plas ^leT^e 
lni dh d'im ton comroac^: „(fest Hi-ming, Thomme de bien, eomment oserions- 
ncMis lni faire du mal?** A ces mots ils s'enfuirent (Stanislas Julien), unter 
den Malabaren sind Einige, die sich dem Gott Perijatambiran zu Sklaren 
übergeben, und wenn sie nicht jährlich die schuldigen Opfer (von Böcken» 
difdien Prügelstöcken, Leibbinden u. s. w.) bringen, werden sie von ihm be- 
sessen, dafs sie gan8 ihre Gestalt verlieren und wie unsinnig in denWSldem 
umherlaufen (s. Ziegenbalg). Eine junge Frau, die in Bombay von plötz- 
lichea AnfUlen ergriffen wurde, brachte ihr Onkel, der selbst einen erblichen 
Waren foesafs, cn Kanoba's Muth, wo aber der Bhukt, trotz fleifsiger Appli- 
kation der Peitsche, nichts mit ihr anfangen konnte. Dann nahm sie der 
Onk^ selbst vor, und ihm aufmerksam folgend, sprang sie auf einmal empor 
und erklärte sich jetzt von einer devee ergriffen, die den bösen Geist, der sie 
bisher ergriffen, ausgetrieben habe. Die Tochter einer Magistratsperson in 
der Stadt P'eng-tchhing fiel eines Tages in Wahnsinn (%^ch einer Erzählung 
Wang-siang'sX ohne dafs man eine Ursache auffinden konnte. Sie lief nackt 
imiher, wie eine ManicJcallsche. Arzeneien und Gebete waren fruchtlos. Ihre 
Eltern baten etnen heiligen Mann, Tchang-tchin-jin genannt, dafs er sie ezor- 
dsiren möchte. Als aiuf seine Stimme die Geister herbeikamen, veränderte, 
das Mädchen seine Gesichtszüge and rief: „Diese verächtliche Dirne hier ist 
die ganze Nacht nackt umhergelaufen und hat die verehrungswördigen Geister 
des Himmels beleidigt. Sie verdiente auf der Stelle getödtet zu werden. 
Aber ich bitte eodi, mächtige Geister, gewährt mir Verzeihung. ** Bei diesen 
Worten fiel sie nieder und fand sich vollkommen geheilt. Lorsque le diabie 
par sa pr^sence nuisibie lenr troubloit Tesprit et les rendalt furieux, les Gu- 
ehetes et Maesaliens disaient, que c'^tait le S. Esprit, qui les visitait (Loyer). 
Ais die polnischen Anabaptisten das Herabsteigen des heiligen Geistes bei der 
TmiB siehfbar machen wollten, kam statt dessen ein Teufel und führte den 
TäufUng bei den Haaren fort Als der Teufel dem Oassan die Apostel und 
Märtyrer in der Hölle, die jüdischen Patriarchen aber im Himmelreich zeigte, 
ging jener zum Jodentfaum über, ebenso wie ein Mönch vom Berge Sinai. 
Die bösen Geister erschienen auf dem Isthmus von Panama, wo die „ Meister ** 
in daehlosen Hütten befragt wurden, in Jugendgestalt, damit die ausersehenen 
Opier sieh nicht v^or Ihnen fürchteten. Als der heilige Apelles während seines 
SelunieidehaBdwerks vom Teufel in Frauengestalt gestört wurde, liefs er ihm 
Knietet das ikeifs« Eisen ins Gesicht rinnen. Wie die Kirchenväter die Götter der 
Heiden «x bösen Dämonen *degradirten (während Lucian die Christen xaxo- 
iatfMvec nennt), so versuchten es später die Lutheraner mit den Heiligen 
des Papstthums, das Wiedmann einen „Teufelsdienst rechter Hand" nannte. 
Baronins bezeichnet dagegen die protestantischen Centuriationes Magdeburgienses 
„Centnrien des Satans **. Die Manifestationen des Spiritualismus gelten der Geist- 
licUoeit häufig als satanische Besitzung, besonders in katholischen Ländern, wie 
Giddenstabb^ in Frankreich klagt, während in Amerika die Herren Reve- 
rend! oft; die activesten Mitglieder sind. Die Gräfin Eisseleff erklärt in der Ga- 
zette de France, dafs der Papst, den sie über das Tischrücken befragt habe, 
daeselte als Vorspiegelungen des Bösen verdamme, während N. 0. Rhodes, 
Ftol BibL Astron. in Newark (N. J.) „is investigating the spiritual phenomena,** 



252 

am seine Hypothesen über die Genesis fester zu begründen; und ein Mr. 
Oleott die Beschwörungen seiner Hellseherinn beginnt mit den Worten: In 
the name of Jehorah. Dieselben Methodisten , die zur Bekehrung der heid- 
nischen Teufelsanbeter ausziehen, durcheilen (im Jahre des Heils 1859) die 
britischen Inseln, um die «irish malady** der Beyivals zu ?erbreiten, die der 
gesunde Sinn des Volkes als j^catching^ fürchtet, in Nachahmung des jump- 
ing ezercise von Tennessee oder dem of jerking. Eine an Yan Eltenville, 
Chemunglo., N. T. schreibende Dame drückt ihr Bedauern darüber aus^ er- 
fahren zu haben: „that in some of the manifestations the spirit of Antichrist 
disdoses itself, a disposition to dethrone, or rather to take the throne instead 
of the lawfnl heir, the Prince Emmanuel. ** Since the natives have embraced 
Christianity, they believe they are now ezempt from an influence to which 
they were subject, during the reign of the evil spirit, bemerkt Ellis über die 
Teufelsbesitzung der heidnischen Tahitier. Vallabha lehrte, dafs Entbehrung 
keinen Theil der H^ligkeit bilde und dafs es Pflicht der Lehrer und ihrer 
Schüler sei, die Gottheit nicht nackt und hungrig, sondern köstlich gekleidet 
und genährt mit auserwählten Speisen zu verehren, nicht in Einsamkeit und 
Selbstertödtung, sondern in den Genüssen der Gesellschaft und den Freuden 
der Welt, wie der Gott selbst sich den Freuden der Jugend mit vollem 
Herzen hingegeben (s. Germann). 

/ Dafs eine von einem Waren besessene Person (in Indien) in Sprachen 
reden mag, von denen sie in ihrem natürlichen Zustande nichts weifs, oder 
dafs gemeine Frauen und Lastträger Stellen der Vedas citireu, erklärt Bai 
Shastree daraus, dafs (wie in den Erscheinungen von Du Pdtel's und Elliot- 
son's „Mesmerismus*') under the influence of an afflatus the lucidity of 
mental powers may be sufficiently great to recall to memory those impres- 
sions which are otherwise too faint and indistinct. Der 1738 von De la Court, 
dem apostolischen Missionär, in Cochinchina exorcisirte Teufel eines nenbe- 
kehrten Christen antwortete, als er lateinisch angeredet wurde: Ego Yiesdo 
loqui latine, wie in dem Briefe an Winslow zu lesen ist Proclus, der als 
Theurge Begenfall und Erdbeben erzeugte, heilte durch sein Gebet Asclepi- 
genia (Enkelin des Nestorius) im Tempel des Aesculap (nach Marinus). Eane 
sah den Medicinmann vor einem nackten Mädchen, das auf dem Schoofs einer 
alten Frau lag, seine Heüoperationen vornehmen, die überall ziemlich gleich 
sind. Das Schenkelbeifsen wiederholt sich in der Alezandersage bei dem 
brahmanischen Büfser, dem die Macedonier ein schönes Mädchen zugeführt 
hatten. Die bösen Weiber werden bei Heuchelei ihrer Bufse von Manmatha 
und die bösen Riesen von Rati mit ihren Liebespfeilen verwundet, weil Vtshnu 
dadurch verhindern will, dafs die, so den bösen Lüsten ergeben sind» keine 
Gewalt, noch Gaben durch ihre verstellte Bufse erlangen sollen (s. Ziegenbalg). 
The Spirit teachings and Harmonial philosophy is fast eradicating from the 
minds the theological calomel that has been lodged there in allopathic or homoeo- 
pathic doses from the pulpit and press for years past, and this double pro* 
cesi of reform and refinement, physical and mental, is already preparing thou- 
sands for the true harmonial brotherhood of the race, predigt in Westfield 
(N. Y.) Warren Chase. An vier Millionen bekannten sich bereits in den Ver- 
einigten Staaten (1860) zum Spiritualismus^ und das Jahr 1867 wurde ala die 



253 

Aera der neuen Religion fixirt. Der Spiritnalismns wurzelt in einem Zeit- 
alter, wo alle Wissenszweige zu psychologischer Erkenntnifs dringen, und wenn 
es nicht gelingt, die Psychologie auf den sicheren Boden positiver Forschung 
ZQ stellen, wird sie in die Hände dilettantischer Schwärmer fallen, die sie zur 
lächerlichen oder zur erschreckenden Fratze verzerren. Neben jeder Errungen- 
schaft ernstlichen Schaffens läuft die Burleske einher, und in der Psychologie 
hat die letztere bis jetzt leider noch die Oberhand, weshalb um so weniger 
gesäumt werden darf, die Fundamente der neuen Wissenschaft sicher zu legen. 
Die Ceremonie des Franu-Prutishtha, um den Thon oder das Metall eines 
Qötsenbüdes. mit dem göttlichen Hauch zu durchdringen und so zur Anbetung 
geschickt zu machen, besteht in Nyasus (Segnungen), Anrufungen des Prann 
(Lebensgeistes} und Jeevu (der Seele der gewünschten Gottheit), sowie in 
vielfacher Wiederholung mystischer Worte. Die Platoniker unterscheiden 
Götter (die dii majorum gentium nach Cicero), Dämone und Heroen. Paulus 
unterscheidet TcvEUfxa, ^^x^ ^^^ awjxa, das Fortleben wird indefs mit der 
Psyche verbunden in dem Spruche: „Was hülfe es, die ganze Welt zu ge- 
winnen, wenn die Seele verloren ginge (d^v hi tl^u/V «^^^o^ CTQfAMoS^)?* Gre- 
gorius von Nazianz nennt sich, als Prieste», einen Mittler (fixa^TTjc), wodurch 
die Gemeinde zur unsichtbaren Gottesstadt hingeführt werden sollte. Durch 
den Mund der ^eo^tXot sprachen die alten Götter. Die Sibylle janmiert, wie 
sie vom foror divinus fortgerissen würde, der das Herz der homerischen Seher 
bewegt, und dem auch Plato kennt. »Herr, du hast mich überredet (klagt 
Jeremias in seinem Gebet), und ich habe mich überreden lassen, und du bist 
mir zu stark geworden. ** Le corps du voyant ou de Textatique commence 
m6me li ressentir Tinfluence du monde sumaturel et ^ participer aux ph^no- 
m^nes spirituels. Les visions sont m§me aper9ues par les sens grossiers et 
externes ä T^tat de veille ordinaire. C'est alors qu'un ^tat plus Strange et 
peu^tre plus merveilleux que T^tat extatique du voyant se r^vble. Un g^nie 
invisible s'empare du corps d'un voyant ou d*une personne sensible sans en 
d^oger Täme, sans m^me Tinspirer ou Tentrainer dans un ^tat sup^rieur. 
L'&me de l'homme, au contraire, conserve ses pens^es et sa mani^re de voir, 
de Sorte que deuz ämes, dont les pens^es diffbrent*, animent passag^rement 
le m^me corps, pourtant le corps subit bientöt plus Tinfluence snp^rieure du 
pur Esprit, bien que ce g^nie invisible soit loin de vouloir dompter Täme en 
mime temps, que le corps, comme dans les ph^nomenes de Tobsession et 
possession. L'Esprit sumaturel laisse dans cet ^tat a Täme de l'homme la 
libert^ pleine et enti^re et n'aspire qu'ä se servir de son bras sans intelligence 
pour exprimer ses id^es. Les personnes qui se trouvent dans cet ^tat Strange 
sont appel^es de nos jours Medium, parce qu'elles servent d'interm^diaires 
k ceux qui.veulent communiquer avec les Esprits. Le Medium est un instni- 
ment tout k fait passif, dirig^ par les Esprits, comme les tables et d'autres 
objets inertes et inanim^s pour manifester leur pr^sence et pour exprimer 
lenrs id^es. Le medium n'est que l'^cho d'un pur Esprit, qui envahit son 
corps momentan^ment. In meiner Polemik gegen die «Fluidisten** und „Schüler 
Mesmers** giebt Guldenstubbe zwar das Sehen in der Feme, das Sehen durch 
dichte Körper und den Reflex der Gedanken zu, hält aber den Noctambu- 
lismus und die ersten Grade des Somnambulismus für eine untergeordnete 



254 

Stufe. Nach Pjüiagoras bewegt sich in der Inspiration die Zange ohne 
Willen (Diog. Laert). Djordani unterscheidet in der Inspiration (nach Byi- 
vestre de Sacy) die Grade: Elijas, Insidaa und Igma. Abarbamel nennt die 
Engel Malach oder Gesandte, wie der epileptische Mahomed seine Offen- 
barungen von Gabriel erhielt. „Es ist mir, als ob ich zwei Seelen hätte**, 
schreibt Surin an den Pater d'Attichi, als er, bei seinen Versuchen, die 
Nonnen zu exorcisiren, selbst von den Teufeln besessen wurde, „die eine ist 
ihres Körpers und ihrer Organe entkleidet und schaut, zurückgezogen, der 
andern, eingedrungenen, ruhig zu. Die beiden Geister bekämpfen sich im 
Körper, wie auf einem Schlachtfelde, und die Seele ist zerspalten^ Ein Theil 
in ihr ist dem Teufel unterworfen, der andere folgt seinen eigenen Eingebun- 
gen und den Gredanken, die von Gott kommen.** Der Palast des Caligula 
wurde wegen dort spukender Geister auf Senatsbeschlufs verbrannt (Sueton.). 
Das durch Spukgeister besuchte Bad in Chaeronea wurde durch den Magistrat 
geschlossen (Plutarch). Vor dem Pariser Parlament wurde der Procefs über 
das Spukhaus der Brüder Macqnereau verhandelt. Dem heiligen Cyrillus 
erschien sein Neffe Rufus, unter feurigem Schwefelgeruch, mit Ketten beladen. 
Papst Benedict IX. erschien in grauenhafter Form nach dem Tode. Als der 
heilige Martinus, am Grabe der Jungfrau Vitaline betend, sich nach ihrem Be- 
finden erkundigte, antwortete eine Stimme, dafs sie, vor Erlangung voller 
Seligkeit, noch für eine begangene Sünde leiden müsse, nämlich jeden Freitag 
ihr Haar gewaschen zu haben (Gregor von Tours). Im Kloster von Spany- 
drion stellte sich der Teufel unter der Gestalt des heiligen Epiphanias dar 
und befafs den Körper des Mönches, der ihn aufnahm, bis ihn Epiphanias bei 
seiner Rückkehr austrieb. Als Karl, der Sohn König Ludwigs, einst den 
Teufel in Gestalt eines Lichtengels vor der Kirche traf und von ihm, als er 
es wagte, gleichfalls die Kirche zu betreten, die Communion annahm, fühlte 
er sich, sogleich als er den Mund öffnete, besessen, wie es Aimon und Sige- 
bert überliefert haben. Der Lügengeist, den Micha vom Throne des Herren 
ausgehen sieht, um im Munde der Propheten zu reden, ist Satan oder der 
Widersacher, der Verlänmder oder Diabolos, wie es, nach Athenäus, auch 
unter Plato's Jüngern viele BtaßoXoi gab. In den Jahrhunderten der Glaubens- 
bekenntnisse schwärmte die ökumenische Gemeinde mit anathematisirten 
Bischöfen, die auf den Concilien in die Macht des Teufels gegeben und oft 
der incarnirte Teufel selbst waren. Das in den Besessenen zerrüttete Nerven- 
system wird bei den Teufelstänzen durch eine andere abnorme Manifestations- 
weise zu heilen versucht, indem der Exorcist den Patienten zur Nachahmung 
seines nur simulirten Uebels anregt, damit er dann später mit Aufhörung 
desselben auch von seinem wirklichen frei bleibe, wie das Fieber durch die 
künstliche Reaction der China bekämpft wird. Dabei mufs dai\n aber die 
stärkere Willenskraft (wie beim Magnetiseur) auf Seiten des Arztes Hegen, 
weil er sonst umgekehrt von dem Kranken würde angesteckt werden. »Die 
Unterscheidung zwischen Bhutas und Pejgöl ist im Tamulischen möglich, 
weil mit dem sanskritischen Worte Bhuta (Wesen oder Element) sich natur- 
gemäfs die auf brahmanischem Boden entsprungene Idee von den Teufeln ver- 
einte, während die im Lande ursprüngliche dem einheimischen Worte ver- 
blieb. Auf der Westküste und im Maisurschen dagegen decken sich die Be- 



255 

griff» BbntAVerehrung and Teufelsdienst Auf der Westküste findet sich das 
Wort Bhnta filr Dämon im gewöhnlichen Gebrauch; im Tamulenlande bedient 
miuA uch in der Begel des eoht-tamulischen Pey (Peykovil oder Teufelstempel}. 
Wann dieses Wort einem Thiere, einer Pflanze oder sonst adjectivisch vorge- 
setzt wird» 80 bedeutet es: »schlecht, wild, toll** (Germann). In der Bezeich- 
nnng Gramdevatas kommt deva (bei den Malabaren) dem Teuflischen sehr 
nahe nnd ist ein sehr gewöhnliches Wort geworden, selbst ein E^astentitel, 
2. B. für Klassen ?on Marravern nnd Agambadiern. 

Als Perpetons die Reliquien des heiligen Martinus nach dem neuen 
Grabmal bringen liefs, folgte der Heilige in Gestalt eines Greises. Gregor 
4er Grofse erzählt, dafs der Sakristan Theodor eines Morgens früher, wie ge- 
^ölinli€h». in die Kathedrale kommend, dort den heiligen Petrus in weifsen 
<jrewäiidem umherwandeln sah, der ihn verwundert fragte, weshalb er denn 
liente so früh aufgestanden sei. Methodius, Patriarch von Constantinopel, 
Srnrde durch die Apostel St. Peter und Paul (nach Zonaras) von dem Pfahl 
im Fleisch befVelt. Ein in Palästina verirrter Pilger aus England wurde 
4aroh Johannes den Evangelisten auf den rechten Weg geführt und in seiner 
Glitte bewirthet, ans Liebe zu seinem Könige, dem heiligen Eduard, der ihm 
«inst, als unbekannter Bettler, einen Ring gegeben. Nach Ambrosius halten 
sich die gestorbenen Heiligen nicht nur in ihren Kirchen auf, sondern be- 
gleiten die Menschen beständig, ihre guten und schlechten Handlungen zn 
erinnern. Als Germanus, Bischof von Capua, einst wegen Gichtanfälle die 
liei&en Bäder von Agnano besuchte, traf er dort den verstorbenen Diakonns 
JPaschasios an , der in denselben sein Fegefeuer abbüfste , weil er im Leben 
^gen die Wahl des Papstes Symmachus gestimmt hatte. So erzählt Gregor 
3fagnn8, der einen anderen Priester in Civita Vecchia kannte, welcher gleich- 
ialls zum Fegefeuer in eine Badestube gebannt war. Als Malachius, Bischof 
^on Doiivon, die Messen, die er angefangen hatte, für die Seele seiner sünd- 
luifl Yorstorbenen Schwester zu sprechen, für einige Zeit aussetzte, erschien 
:ihm im Traum ihr Geist, klagend, dafs er vor Hanger stürbe, weil er seit 
4reifsig Tagen kein Fleisch gekostet habe. Malachius, bemerkt St. Bernhard, 
"verstand sehr wohl, dafs sie mit dem Fleisch das heilige Sacrament meine^ 
"ond setzte die Messen fort, worauf sie ihm dankend im weifsen Gewände 
erschien. Martin Kremer erzählt von einem polnischen Edelmann^ der schon 
^anf dem Todtenbette, noch ehe er ganz verschieden war, von den Teufeln 
^orchgehanen wurde, wie die Umstehenden aus den Verrenkungen seines 
ICörpers und dem in der Luft hörbaren Peitschenklatschen merkten. Das 
Orab des Syndicus Valentin (in Malland) wurde leer gefunden, nachdem ihn 
Nachts die Teufel unter lautem Geheul aus der Kirche geschleppt hatten, wie 
der grofse Gnegorius des Weiteren referirt. In dem Edict, worin der Kaiser 
^oti China gegen die Kartenzeichnungen des Missionärs Ac^adati die christ- 
liche Religion verbietet, nennt er sie abgeschmackter, als selbst die Lehren 
des Fee nnd Taosse» und spottet über die von den katholischen Aposteln 
unter den Tartaren verbreitete Geschichte vom Prinzen Pei-tsee, der, weil er 
die Ermahnungen seiner frommen Gemahlin To-tseen nicht geachtet, von einer 
lieglon Teufel in die Hölle geschleppt und dort in einem Pfuhl ewigen Feuers 
gebadet worden (s. Krusenstern). Der Angesehenste im Dorf, aber auch 



256 

jeder Andere, Mann oder Weib, kann (bei den Maiabaren) als Tenfelstimzer 
aaftreten. Er oder sie 'wird dann in die phantastisch bunten mit Schellen 
behangenen Gewänder gekleidet, die begleitende Masik ist erst sanft und 
langsam, der Tänzer steht still und bewegt sich etwas in dumpfem Schweigen. 
Allmählig mit der Musik wachsen seine Bewegungen. Er schneidet sich ins 
Fleisch und trinkt das Blut. Plötzlich scheint neues Leben in ihn zu kommen, 
er tanzt im wilden Schritt. Dann ist er wie von Oben erfafst. Wild der 
Blick, er schnauft in wahnsinnigen Sprüngen, er sieht starr, verdreht den 
Kopf. Die Zuschauer begrnfsen den Eintritt der Besitzergreifung mit einem 
vibrirendem Ton u. s. w, u. s. w. 

Bei den Naturvölkern wird leicht jede Ejrankheitsform 
personificirt, und ihr Befallen der einen oder anderen Form 
eines hippocratischen &siov zugeschrieben. Wie den Babbinen 
ist selbst noch Jung Stilling und Eerner's Freunden das 
Herabsteigen des Erankheitsstoffes sichtbarlich erschienen. 
Bei den Battäern kriechen die Begus (der Begu Lumpum^ 
der Ejrampf; Begu Antes, die Bräune; Begu Namarung, das 
Fieber; Begu Borang-munji oder die Kolik, Begu Nalalein 
oder die Zwietracht u. s. w.) auf der Erde umher, ihr Opfer 
zu belauem und zu überfallen, in Australien durchschweifen 
die Bayl-yas die Luft; der Eimbande unter .der Mundombe 
beschuldigt bei Krankheitsfällen die Kilulu (Seelen der Ver- 
storbenen), der Grofs-Tsama in der Mandschurei ruft den 
Tiao-xen (in Gestalt eines Hirsches, Wiesels oder Fuchses) 
zu Hülfe, die Boyaier der Caraiben suchten durch Rasseln 
mit ihren Calabassen den Maboye (bösen Geist) aus dem 
Patienten auszutreiben, der Jambocaz giebt die von Hiran 
(dem bösen Geist) geraubte Seele dem . kranken Feloop zu- 
rück, indem er ihn in die Achselhöhlen mit einem Kuhhom 
sticht. Der indianische Medicinmann zieht die Krankheit in 
Holz- oder Knochensplittern aus; die Rech genannten An- 
falle (eine Art Kolik, die von bösem Auge oder unreinen 
Speisen herrühren soll) sucht (in Nuggar) der weise Mann 
dem Kranken zu erleichtern, indem er mit einem Besen mehr- 
mals über seinen Körper fährt, um die Krankheit in ein 
Wasserbecken zu fegen, das neben seine Füfse gestellt ist, 
die des Rhoonkne-ha-muntru kundigen Purdesen heilen Kopf- 
weh, indem sie, \inter dem Murmeln zauberkräftiger Mantras 
auf die Stime blasen. Bei den Mintiras sind unter den Gei- 
stern der Krankheit (Hantu Pingakit) die mächtigsten der 



257 

Hantu Hamoran, der Hantu Bara Sisip und Hantu Bara 
Terkilir. AuTserdem werden (nach Congalton) dem Hantu 
Katumbohan die Pocken zur Last gelegt, dem Hantu Kam- 
bong das Leibweb, dem Hantu Kamang Entzündungen u. s. w. 
Der Hantu Dago bewobnt Grabstätten, der Hantu Saburo 
die Wälder, der Hantu Dondong abgelegene Felsen. Wenn 
eine epidemische Krankheit herrscht, stellen die Siamesen 
Bamboo-Gerüste mit Elswaaren an die Kreuzwege. Die Pa- 
moao genannte Krankheit wird auf den Philippinen den Vor- 
vätern (Nonos) zugeschrieben, denen man Gebete und Opfer 
bringt, um Erleichterung zu erlangen. 

Tournefort erzählt von seiner Besichtigung der Eremi- 
tage auf Patmos: Le Superieur qui nous fit präsent de quel- 
ques morceaux du rocher, nous dit qu'ils avaient la vertu 
de chasser (wie der Stein Mnisuris der Chaldaeer) les esprits 
malins et qu'ils guerissoient plusieurs maladies; en revanche 
je Ini donnai des pilules föbrifuges, dont il avoit grand besoin 
pour chasser une fi^vre intermittente, qui le fatiguoit depuis 
quelques mois. Nach Hedio machten sich bei dem grofsen 
Sterben in Konstantinopel (unter Justinian) die Teufel in 
GrespeiQStergestalt den Menschen gleich und fielen die Leute 
an, die dann wie wüthend durch die Strafsen liefen. Die 
australischen Eingeborenen in Port Essington fürchten sich 
im Dunkeln auszugehen, um nicht dem in Menschengestalt 
nmherwandeln'den Dämon Arlak zu begegnen, der sie über- 
fallt und* fortschleppt. Macgillivray sah bei Mehreren die 
Bifswunden, die sie im Ringen mit demselben erhalten hatten. 
„Wenn ein riesig gebauter Mann von der Fallsucht ergriffen, 
plötzlich hingestreckt wurde, bewufstlos, schäumend, bald 
schreiend, bald seufzend, dann galten Hekate und Poseidon, 
Ares und Apollo, als Urheber der heiligen Krankheit." Als 
Shiva (nach dem Vishnupurana) das dreiköpfige und drei- 
ftÜsige Fieber gegen Krishna schickte, befreite sich dieser 
von dem Fieber, das ihn ergriffen hatte, dadurch, dafs er ein 
Gegenfieber in sich wachrief, und die Erinnerung an den 
Kampf heilt fortan das Fieber. 

Im Allgemeinen werden alle Krankheiten, von der Ge- 
schwulst an, bis zum Marasmus senilis, von dem Feticero 

A. Bastlfto, Beitr&ge. 17 



258 

dem P'hepo, Hubub oder Afflatus zugeschrieben (bemerkt 
Burton in Ostafrika). P'hepo ist im Eisawahüi der Plural 
von upepo, und dient vorzüglich um einen Wirbelwind 
(Teufel) oder einen bösen Geist (besonders den eines Mos- 
lemin) zu bezeichnen. Hubub meint im Arabischen „das 
Wehen des Windes", und metaphorisch ^Besessenheit** 
Von einem Besessenen heifst es in Africa „ana p'hepo'*, er 
hat einen Teufel. Die Berührung eines in Medschzub (gött- 
liche Liebe oder Ekstase) versetzten Derwisch wirkt unfehlbar 
heilend, weshalb sich Weiber an seine Kleider anklammem 
(s. Vambery). 

Wie die Eafiem (und Irländer) schreiben die Abiponen 
jeden Todesfall bösem Zauber zu, und wollen keine natür- 
liche Ursache anerkennen. Am liebsten nimmt das Volk (in 
der Oberpfalz) ein greifbares Object, Würmer und Krebse, 
als Endursache der Krankheiten an. Unter Würmer begreift; 
es nicht allein die wirklichen Intestinalwürmer, sondern auch 
das Panaritium nennt es den Wurm. Der Wurm im Finger, 
an manchen Orten der Blutwurm genannt, mufs getödtet, 
d. h. todt gebetet werden (Brenner-Schaeffer). Wenn ein 
Feind durch Portscha (oder Verderbnifs) Krankheit zugefügt 
hat (in Sibirien), und die Aerzte (Lekarka) nicht zu helfen 
vermögen, so wird der Snachar (snaj oder wissen) gerufen, 
der das Sprengwasser unter Gähnen, Gesichterschneiden und 
Thränenausbrüchen bespricht (Awdejewa) oder die Portscha 
in Gestalt von Hydatiden austreibt. Bei der Bescliwörung 
des kalten Fiebers wird in Rufsland der Name des Heiligen 
angerufen, den der Kranke fahrt. 

In Paraguay versieht der Häuptling zugleich 'das Amt 
des Pape oder Zauberers (s. Rengger). An der Spitze der 
Recepta (in der morborum phalanx secundum causas occa- 
sionales) stellt Helmont die „Injecta a sagis" unter die Krank- 
heitsursachen. Von dem Kranken glaubt man bei den Dhimal 
und Bodo, dafs er von Gottheiten besessen sei, die ihn zur 
Strafe seiner Sünden mit Schmerzen marterten. Um diese 
zu repräsentiren legt der Ogha (Exorcist) dreizehn Blätter 
im Kreise umher» und sucht dann diejenige, die zu ver- 
söhnen sei. Rasch wiederholte Unglücks- oder Todesfälle 



259 

in derselben Familie oder Localität werden einem Teufel zu- 
geschrieben, der, wie Asmodeus, nach einander seine Opfer 
fordert. 

Wird ein Jakute krank, so hat der Teufel die Seele 
geraubt, so dafs der Körper bald sterben muTs^ wenn der 
Teufel die Seele nicht zurück giebt. Der Teufel würde es 
aber nicht gestehen, und möchte der Schamane auch alle 
Teufel aufrufen, so würde sich doch keiner melden. Die 
Schamanen wenden sich deshalb an diejenigen Götter, die 
den Menschen beschützen, und erforschen von ihnen den 
Namen des teuflischen Diebes. Alsdann fahren sie erst zu 
diesem Teufel und vergleichen sich mit ihm, dafs er die 
Seele heraus giebt. Der Schamane reiht deshalb Schwänze 
und Thierfelle an einen Faden^ den er beim Zaubern in die 
Hand nimmt, und läfst eine aus Birkenrinde gemachte Figur 
eines Pferdes in die Jurte stellen. Nach Beendigung der 
Ceremonien werden die Felle an ein paar Stöcke aufserhalb 
der Jurte aufgestellt und die Pferdefigur wird vor der Jurte 
angebunden. Stirbt der Kranke, so mufs der Teufel mit 
diesen Kleinigkeiten vorlieb nehmen, im Falle der Genesung 
aber mufs das angelobte Pferd geschlachtet werden. 

Ist die Seele eines kranken Kalmücken durch Anfechtung 
des Teufels in Unordnung gerathen, so nimmt der Lama die 
Operation der Sünnüssün dodohlnä (Aufrufen der Seele) vor, 
indem er unter den Gebeten von Tarni und Gürrim, d\e 
Mütze des Kranken gegen eine Portion rohes Fleisch ab- 
wägt, und wenn die Mütze das Uebergewicht erhält, auf die 
Wiedergenesung schliefst, sonst eine fatale Prognosis stellt 
(s. Pallas). Wer einen Knochen im Halse stecken hatte, 
mufste sagen: „Der Märtyrer Blasius befiehlt dir, komm 
heraus oder fahre hinunter", um geheilt zu werden. Acacius 
bat Julian um Herstellung des vom Kaiser Constanz zer- 
störten Tempels des Aesculap in Cilicien, wo er von seiner 
Krankheit geheilt sei, und auch Libanius empfahl denselben 
seinem Freunde gegen Kopfweh, da ihm dort dafär Hülfe 
geworden. 

Der Paje bei den Coroados in Brasilien, der im Sturme 
mit dem Winde (den indischen Rudras) redend (wie der Andamane 

17* 



260 

und der Bnbie), von den klagenden Geierarten Caracarai Coaha 
Nachricht von den Verstorbenen erhält, exorcisirt Krankheiten 
durch Anspucken und Streicheln. In Australien saugen die Rarraji 
im Osten und am Eöniggeorgensunde die in Grade getheilten 
Mull-garra-dock Krankheiten aus. Unter dem Rasseln der 
Zauberklapper (Quakemuha) saugt der Arzt der Assiniboin 
die Krankheit des Patienten aus (nach Neuwied). Der von 
den Schamanen der Aleuten citirte Geist fiihr in die Einge- 
weide der Kranken, um dieselben zu untersuchen, und gab 
nach angestellter Diagnose das Versprechen der Genesung 
(s. Sarytschew). In Cumana saugen die Zauberer den Krank- 
heitsstoff aus, und ebenso die Piajes der Caraiben den 
Schmerz, wobei sie rasch das Gift ausspucken (wie Shiva, als 
Nilakantha). Die Hexen der Patagonier ziehen ein Insekt 
als Ursache der Krankheit aus dem Körper hervor. 

Die Jakuten halten jede Mifsgeburt für einen zum Ver- 
derben der Menschen erschaffenen Teufel. Daf dif gebirg 
uff der Höhe und da es ruch und wild ist, mit bösem tüff- 
lischen Gespenst und Geisterwerk eben wol besetzt und er- 
fßllet sei, meint Cysat vom Pilatusberge. In Kabul wendet 
man bei Krankheiten Knoblauch an, um die bösen Geister 
zu verscheuchen. In Bokhara wurde (nach Honigberger) in 
Cholerazeit eine Pferdehaut vergraben. Die Amaqira izih- 
langa (Doctoren der Fresser) legen (bei den Kaffcm) Kuh- 
mist auf die leidenden Stellen, um die Izihlanga (Dinge, wie 
Würmer, die im Leibe fressen, imd dadurch Schmerz ver- 
ursachen) heraus zu ziehen (Dohne). Der Nesso (in dem 
Wiener Spruch contra Vermes) gehört zu dem zahlreichen 
Gewürm, dem man menschliche und thierische Krankheiten 
zuschrieb (s. Kuhn), nicht nur im Volksglauben, sondern 
oft auch in medicinischen Schulen. 

Priester- Aerzte sind die Bhuktu, die Exorcisten der in- 
dischen Städte und die Janute Purushu oder die Klugen in 
den Dörfern. Die jüdischen Exorcisten hiefsen (in der Apostel- 
geschichte) Perierchomenoi, weil sie die Kranken zur Heilung 
umwandelten, wie die Hindu in ihrer Prudukshina, wodurch 
Akbar die Krankheit seines Sohnes Humayun forttragen 
wollte. Der heilige Shaghita heilte mit seinem Speichel die 



261 

Wunde eines Löwen, und wirkte so viele Wunder in Arme- 
nien, dafs man (wie Faustus von Byzanz bemerkt) mit Un- 
geduld seinen Tod erwartete, um sich seines Körpers zu 
bemächtigen. Dies zu verhindern, ertränkte er sich. 



Je freier ein wissenschaftliches Werk von eigenen Dis- 
cussionen des Verfassers bleibt, desto empfehlenswerther 
Air dasselbe. In Fragen, wo Thatsachen zu zeugen haben, 
wird der Forscher, je ehrlicher es ihm um die Wahrheit zu 
thun ist, sich desto sorgfältiger vor üeberredungskilnsten hüten, 
er wird jede captatio benevolentiae verschmähen, jede Nach- 
hülfe meiden, um nicht den von ihm behandelten Gegen- 
ständen den Schein eines anziehenderen Aeufsern zu geben, 
ab sie nackt und kahl hingestellt besitzen möchten. Das 
subjectiv Beigegebene mufs auf die nothwendigsten Finger- 
zeige beschränkt bleiben, denn wo ein practisches Ziel vor 
Augen liegt, kann breites Hin- und Herreden, eine Ausdehnung 
theoretischer Betrachtungen keinem denkbaren Zweck dienen. 
In einem genialen Verfasser verleiten dieselben unwillkürlich 
zu excentrischen Abschweifungen oder haltlosen Extremen, 
die Unvorsichtige blenden mögen, ist der Verfasser weniger 
begabt, so laufen sie ins Langweilige und bleiben unbeachtet. 
Systeme sind leicht zusammengesponnen, bei einiger Uebung 
spinnen sie sich von selbst, und obwohl sie Uneingeweihte 
ebenso überraschen mögen, wie durch körperliche Uebung 
erworbene Jongleurkünste, stehen sie ihrem intrinsekem Werth 
nach auch selten höher, und sind mit gleicher Leichtigkeit für 
den dabei Interessirten durch geistige Gymnastik erworben. 
Das System mufs sich aus den Thatsachen aufbauen, wenn 
diese dafär genügen, und so lange sie sich als ungeeignet 
beweisen, vrürde es desto gewissenloser sein, durch ein 
simulirtes System täuschen zu wollen. In einer Menge der 
zweifelhaften Zwischengebiete wird nicht streng genug zwischen 
wissenschaftlicher und schöner Literatur unterschieden, so 



262 

dafs man an jene Ansprüche macht, die nur ftlr diese gelten 
können. Jene hervorragenden Talente, die, wie die prächtige 
Aurelia, die fiamma maris im Wasser des Oceans, in dem 
ihnen adäquaten Elemente einer wissenschaftlichen Doctrin 
den Farbenschmelz ihrer feinen Geistesorganisation ohne Be- 
schämung entfalten mögen^ glänzen als einsame Sterne am 
Firmamente Urania's, selten ausgestreut wie die echten Dichter- 
blumen im Garten der verschwisterten Musen. Der Aspiranten 
zu solchen Ehren gfebt es genug, aber sie stellen meistens 
nur den groben Einschlag ihres Denkgewebes zur Schau und 
ernten Spott statt Bewunderung. Als Mitarbeiter dagegen 
am grofsen Werke der Naturwissenschaft ist jeder willkom- 
men und nützlich, der sieb treu und gewissenhaft der genauen 
Prüfung der Thatsachen unterziehen und seine Beiträge zur 
Statistik liefern will. Nicht das Rennen nacK Lorbeerkrän- 
zen, nicht die Hast nach dem momentanen Beifall des launischen 
und flüchtigen Publikums darf den Sinn berücken, die Augen 
von dem weiten Arbeitsfelde ablenken, das noch brach liegt. 
Des Dichters Herz mag schwellen im Sturm edler Gefühle, 
er mag aus der ihn umrauscbenden Begeisterung selbst neue 
Begeisterung schöpfen und in verdoppelter Schöne wieder- 
klingen lassen, aber eines kühlen Kopfes bedarf es, eines 
hellen und scharfen Auges, um zwischen dem Gewimmel der 
phantastischen Symbole, die die Vorhalle des Tempels in 
schwankenden Wandlungen erflillen, um durch ihren engver- 
schlungenen Reigentanz hindurch mit raschem Blick das 
Antlitz der Göttin zu erschauen, wenn es im momentan ge- 
lüfteten Schleier aus dem dunkeln Recess hervorleuchtet. Die 
Lehrbücher der Geometrie sprechen durch ihre Figuren kür- 
zer und bestimmter, als es durch weitläufige Umschreibungen 
möglich wäre, der Chemiker und Physiker erreicht dasselbe 
durch seine Formeln, der Physiologe durch prägnant und kurz 
gefafste Beschreibungen. Auch die Psychologie gehört dem 
Reiche objectiver Naturwissenschaften an, auch sie mufs sich 
vor Allem auf Facta stützen und die Beispiele zusammen- 
stellen, die jene zu liefern versprechen. 

. Der Mensch strebt nach Verständnifs , zur Aufklärung 
des in ihm selbst geschlungenen Räthsels. Er fühlt, dafs 
die Geheimnisse des Seins, die aus allen Naturgegenständen 



263 

an ihn herantreten, am raschesten m die Dunkelheit des Ur- 
grundes verlaufen, wenn er sie über seine eigene Wesenheit 
beantworten soll. In Betreff jeder Existenz häugt es nur 
von der gröfseren oder geringeren Geübtheit des Denkver- 
mögens ab, ob sich dasselbe bei der innerhalb eines religiösen 
oder philosophischen Systems gegebenen Erklärung gläubig 
beruhigt, oder ob es sehnend weiter forscht, bis mit zuneh- 
mender Entfernung die Auffassungsfähigkeit der Augen an 
der äufsersten Grenze deutliche Sehweite sich verdüstert und 
schliefslich sich erschöpft. Tritt das Bewufstsein selbst als 
Factor in die Rechnung ein, so verwickelt sich diese durch 
die Schwierigkeit jenes als ein unbekanntes X festzuhalten, 
das beständig wieder in seine deckenden Gleichungen aufzu- 
lösen, und nur nach dem Werthe dieser zu verwenden ist. 
Meistens zeigt sich das Denken unfähig, diese, arithmetisches 
Talent verlangenden, Operationen richtig auszuführen und die 
Aequationsreihen höherer Grade für genügende Zeit neben- 
einander lebendig zu halten, bis dafs das gewünschte Resul- 
tat gewonnen werden kann. Gewöhnlich wird schon in 
frühen Stadien ein Fehler im Ausrechnen des Exempels be- 
gangen, der dann in allen daraus abgeleiteten Resultaten 
nachwirkt und die ganze Schlufsfolgerung i^lscht. Es drängt 
sich dann die Ueberzeugung auf, dafs die Probleme unlösbar 
seien, während in sorgfältig angestellten Proben vielleicht das 
Versehen sich noch auffinden liefse. Der gewöhnliche Gedan- 
kengang, der unter den bedingenden Einflüssen der Aufsenwelt^ 
aus der noch unbewufsten Grundlage der Kindheit emporge- 
wachsen ist, kann nur die Verhältnisse in ihrem relativen 
Werthe aufklären, und mufs eine andere Form annehmen, 
wenn sein eigenes Entstehen unter denselben mitspielen soll, 
um im Knotenpunkte des Subjectiven und Objectiven flir beide 
Seiten die einigende Berührung im dritten zu bestimmen. 
Man hat zu allen Reiten nach einer intuitiven Anschauung 
gesucht, um das Absolute zu verstehen (oder in der religiö- 
sen Fassungsweise, nach einer Offenbarung der Gottheit), 
und die leitende Idee dieses Strebens liegt in der instinct- 
mäfsig gefühlten Nothwendigkeit, dafs der Geist, zur Selbst- 
erkenntnifs metaphysisch aus sich heraustreten müsse, dafs 
er nur auf einem aufserweltlichen Standpunkt der Abstraction 



264 

die Welt würde verstehen können. Der Weg, den man ein- 
schlug, dabin zu gelangen, hängt von dem herrschenden System 
im psychischen Gebiete ab, und wird die Mannigfaltigkeit der 
Versuche in der Geschichte der Philosophie dargelegt. Für 
unsere Zeitepoche der Naturwissenschaften muTs sich die Auf- 
fassung naturwissenschaftlich gestalten. Der organische Wachs- 
thumsprocefs ist auch im Psychischen festzuhalten, und wenn 
die höchste Vollendung jenes im Ansetzen der Fruchtgebilde 
liegt, so wird das intuitive Verständnifs der Welt fJir den 
Menschen dann eintreten, wenn sein unter gesund naturge- 
mäfsen Gesetzen erwachsener Gedankenbaum sich dem Reifen 
der Fruchtorgane nähert. Er mufs dann plötzlich Ideen 
eraporblitzen, Vorstellungen aufsteigen finden, die seine bis- 
herige Vorstellung des Daseins unter neuer und veränderter 
Beleuchtung gestalten, es wird ihn die Empfindung einer Re- 
volution des eigenen Selbst überkommen, die scheinbar uner- 
wartet ist, freilich nur scheinbar, da einer rückgängigen Ana- 
lyse ihr gesetzlicher Zusammenhang mit früheren Wurzeln 
nachzuweisen bleibt. Durch den vorherigen Aufbau seines 
Gedankengebäudes war er auf diese spätem Enthüllungen 
nicht vorbereitet, er hatte diese aus jenen ebenso. wenig im 
Voraus erschliefsen können, wie sich aus den Beobachtungen 
eines unbekannten Pflänzchens die später erblühende Blume 
praesupponiren liefse, wären die Studien seiner Zellenbildung 
auch für mehrere Monate im Frühjahr und Sommer, oder 
bei ausdauernden, mehrere Jahre fortgesetzt. Mit der Frucht- 
reife gestalten sich die Bildungsprocesse zu ganz veränderten 
Formen und rufen in der Concentration accumulirter Thätigkeiten 
zeitlich beschleunigte Erzeugnisse hervor, die von den bis dahin 
niederlegten Regeln abweichen. Im psychischen Wachsthum 
mufs aber dann das Bewufstsein eines intuitiven Verständnisses 
erwachen, da mit der Bildung des befiruchtenden Saamens die 
Einheit des ersten Anfanges zurückkehrt. Eine solche Ent- 
wicklung kann indefs nie im Individuum durchlaufen werden, 
und alle Anstrengungen sie aus Selbstbetrachtung zu con- 
struiren, haben deshalb auch fehlschlagen müssen. Der Ein- 
zelne ist nur ein Zweig am Baume der Menschheit, er hat 
erst im wechselwirkenden Verkehr der Gesellschaft das Be- 
wufstsein des eigenen Selbst erlangt, und nur im Jdeenaus* 



265 

tausch der Gesellschaftskreise wieder erblüht die Civilisation 
in steter Verjüngung, (da sie in abgeschlossener Isolirung 
rasch hinsiecht und verkümmert), die Civilisation und mit 
ihr die Cultur der angewandten sowohl, wie der reinen Geistes- 
wissenschaften. Sie spiegelt sich in den Kindern ihrer Zeit 
und je nach dem Niveau der Tagesströmung, setzt die Ent- 
wickelung der unter ihren Constellationen Geborenen von 
einem höhern oder niedern Anfangspunkt aus, ist sie also, 
je nach der günstigen Lage dieses, ihrem Endpunkte schon 
näher, oder noch weiter davon entfernt. Das Schlagwort der 
Zeitperiode pflegt in geistesträgen Ländern oder Jahrhunderten 
von dem erleuchteten Propheten ausgesprochen zu werden, 
der historisch als ihr Repräsentant erscheint, aber in der 
Atmosphäre geistig bewegter Völker wird seine Fassungs- 
formel rasch durch allseitiges Zusammenwirken rectificirt, und 
dadurch besser vor idiosynkrasijcher Verwirrung bewahrt, 
die ohne solche ControUe Jiaften bleiben und die ünvollkom- 
menheit irdischer Constitution dauernd kennzeichnen mufs. 

Agassiz warnt die Naturforscher nicht ihre Systeme dem 
von der Natur entworfenen Plane aufzwängen zu wollen, ob- 
wohl er dann freilich selbst meint, den letzteren beim Thier-* 
reich aus Cuvier's Viertheilung in Radiaten, Mollusken, Ar- 
ticulaten und Vertebraten der Hauptsache nach herauslesen 
zu können. In seinen vorsichtigen Händen kann auch eine 
derartige Hypothese, deren vorläufige Setzung zur Klärung 
und Ordnung beiträgt, keinen grofsen Schaden thun, bei einem 
Gegenstande, wo die Gesammtsumme der objectiven That- 
sachen schon ziemlich in vollständiger Uebersicht vorliegt, 
und ein allzuweites Fehlgehen in Widersprüche durch das 
Veto der Facta verhindert oder schon bald durch das Erhei- 
schen von Modificationen rectificirt werden würde. Dagegen 
ist es auf dem Gebiete des Geistigen selbst für universale 
Talente, wie Aristoteles und Kant, eine bedenkliche Sache, 
im Voraus die ursprünglichen intellectuellen Erkenntnifsfor- 
men niederlegen zu wollen, unter denen sich die Verstandes- 
operationen bestimmen liefsen oder bei Dreitheilung der ür- 
theile unter ihren vier Rubriken das Schema der Kategorien 
au&ustellen. Dafs sie als objective Regeln keine durchge- 
hende Gültigkeit besitzen, bedarf keines Beweises, und wer 



266 

sie trotzdem als unbewufst praesumiren will, fällt in den so 
häufig begangenen Fehler, die subjective Schöpfung einer vor- 
läufigen Hypothese im weiteren Laufe der Beweisführung als 
ein objectiv Gegebenes zu beanspruchen und durch Ausschlufs 
der bei ihrem Fehlen angenommenen Ausnahmsf&lle die 
ganze Anschauung der Verhältnifswerthe durchweg zu trüben. 
Das Subjectiv-Objecti/e bedarf Gleichungen höherer Grade, 
als sie gewöhnlich in der Psychologie verwandt werden, um 
den verwickelten Knoten fehlerfrei zu entwickeln. In der 
durch psychische Processe gewonnenen Kenntnifs stehen wir 
an der Grenzscheide zweier Gebiete, auf der obersten Stufe 
der Körperreihe, aber auf der untersten einer idealen Linie, 
deren Unendlichkeit wir vielleicht ahnen, von der wir aber 
nur der Negation des Endlichen gewifs sind, und schon in 
endlichen Erfahrungsbeweisen verbietet die Vernunft, eine 
methodische Eintheilung zu treffen, so lange der Gesammtüber- 
blick nicht vervollständigt ist, da nur, wenn dieses geschehen, 
jedes Einzelne die ihm relativ zukommende Stellung rich- 
tiger Verhältnisse erhalten kann. Weil sich von den speculativen 
Ideen kein objectiver Gebrauch machen läfst, ohne die Girenze 
•der mit Hülfe der Kategorien erreichten Erkenntnifs zu über- 
schreiten, kommt Kant zu dem Schlüsse, dafs keine metaphysische 
Aufgabe wissenschaftlich zu lösen sei. Die Logik läfst sich 
nicht in die starren Formen eines Schematismus einfassen, 
sie bildet vielmehr die Rechenkunst des organisch empor- 
wachsenden Geistes und verlangt statt der constructiven Geo- 
metrie eine analytische. In den täglichen Erfahrungen kann 
sie sich mit Hobbes^ Elemeiitaroperationen begnügen lassen, 
sie mag die aus Sinnesreizen fliefsenden Vorstellungen synthe- 
tisch zusammen addiren, sie mag Gleichwerthiges subtrahiren, 
und das Restirende der allgemeinen Begriffe übrig behalten, 
sie wird auch leicht die verbesserten und erleichternden Me- 
thoden der Multiplication und Division auffinden*, sie mag 
Quantität, Qualität, Relation und Modalität herausrechnen, 
und aus sich selbst neue Operationsweisen gewinnen, die ihr 
aus freier Kraft eigener Thätigkeit erworbenes Eigenthum 
sind, und aus denen später logarithmische, infinitesimale und 
andere Calcule von unbegrenztem Fortschritt hervorgehen 
mögen, immer aber wird sie sich nur auf der Basis des Thai- 



267 

sächlichen bewegen, eine Basis, die freilich weit genug ist, da 
«ie im Makrokosmos das gesammte Weltgesetz umfafst, das 
sich im Menschen zum Bewufstsein abklärt, soweit das Vor- 
■übergehende seiner individuellen Existenz der Ausführung die- 
ser Lebensaufgabe genügt. Für den Keim einer höheren Ordnung, 
der sich (nach Spiefs) im irdischen Leben des Menschen bildet, 
könnte als Parabel der Generationswechsel dienen, in dem 
das individuelle Bestehen nicht gleichartige Nachkommen zeugt, 
wie sonst im Kreislauf der Sansara, sondern in einen vollen- 
deteren Organismus übergeht, ähnlich den Ausmalungen der 
^jamhahimmel in buddhistischer Mythologie. Im naturwissen- 
schaftlichen Verständnifs ordnet sich jedoch schon jeder Ge- 
dankentheil dem Universum ein und involvirt das Selbstbe- 
wnfstsein, als aus diesem hervorgegangen. 

In Grübeleien über die Bestimmung des Menschen sind 
die verzweifelndsten Anstrengungen gemacht, innerhalb des 
Grenzbannes der Relativitäten das Absolute zu objectiviren, 
aber die Bestimmung des Menschen, wenn überhaupt dieser 
Ausdruck gebraucht werden soll, liegt ebenso offenkundig 
vor, wie die der Pflanze, denn wenn es dieser Bestimmung 
ist, zu wachsen und Früchte zu tragen, so die des Menschen, 
obwohl sich dessen zum Geistigen gesteigerte Natur nicht in 
der sinnlichen Fortpflanzung erfällt, sondern gleichzeitig in 
den Neuzeugungen des Denkens. Wie die Pflanze unter 
günstigen Verhältnissen der Luft und des Bodens voller 
und prächtiger sich entfaltet, so der Mensch in seiner 
geistigen Ausbildung, in der er um so reichere Ge- 
danken gewinnt, je mehr er die Zeit verwerthet, die Zeit im 
Flusse des Denkens vernichtet. Durchschnittlich allerdings 
ist die überwiegende Mehrzahl der Menschen nicht darauf 
bedacht, die Zeit zu benutzen, sondern sie zu tödten. Als 
durchgehendes Naturgesetz wird Ausgleichung in harmoni- 
scher Erfüllung verlangt, und um die geistige Arbeit zu spa- 
ren, die während des Wachens» einfallenden und ununter- 
brochen in ihren Folgewirkungen thätigen Reize durch die 
entsprechenden Complemente zu sättigen, sehnt sich der 
Mystiker nach dumpfer Versenkung, oder der dieser Künste 
Unfähige wenigstens nach den Träumen des Schlafes, in denen 
sich die störenden Fragen und Zweifel des im Unbewufsten 



sie Aegulirimg bc- 

hä i.j.uche nur darin, 

l^i: idhizeit und Mahl- 

ci .itpunkt* von einem 

d 

« » 

j .rbältnisse in dem besonders 

. -.schenarbeit durch Maschinen 

^rreites zwischen Berufsgeschäft 

.'. von Künstlern und Gelehrten 

: .iem ihm zugefallenen Wirkungs- 

.:.irstellt, dessen Auffindung das 

. , "-^or macht. Es giebt deren indefs, 

^ :■. allen Ständen, es giebt passionirte 

.v.j'toirs die anziehendste ist, es giebt 

-* l.:ist an ihrem Thun in der Werkstatt 

.rwachsene Capitaine, es giebt Blumen- 

■;r. Sie alle erfüllen ihr Tagesleben 

: .:*.>tii:cn Roden wachsende Pflanze, die 

Ässimilircnden Stoflumsatz verwendet. 

. -r, :;;ro Ausgleichung unmöglich. Das Thier, 

.-,. :i\iigung zu gelangen, ist auf Nahrungs- 

•^ *-4'.;rend der dafür nüthigen Bewegungen, in 

. .. vjx'nticn eindringenden und leitenden Sinnes- 

•i .-\— . ^li<^ nicht ihre unmittelbare Verwendung in 

. r:ri'iohung von Zwecken in Entstehung treten. 

.K^\-.'. lirade bei den selbstständigen Denkprocessen 

y,p( .:r.mor weitere Kluft zwischen materiellem Be- 

.\H-'i /-'•<-'^^' gerichteten Sehnen des Geistigen ausein- 






j..n 



..,....•'• " ,,, ]>;-;uizendaseins ins Auge gefafst werden sollte, 

, .- ■ ' ^ «bstrahirt werden, dafs derselbe in einer directen 

.. -^ *'*'*' .4, inooni der Mensch sich nur als, je nach den Pro- 

...n. ' '■''* " --. (M>ioot unter die übrigen einreiht, die alle einem 

^,, j":"'«''-' ' v^r ilarum nicht auch einem gegenseitigen, entgegen- 

,*<""*" ' %-M.hi'hrtit gerechtfertigter Verwendung der nur aus rein 

_ ^ . fr 't'»"" " ^ -|^J^*loitcton Bezeichnung des Zweckes überhaupt). 

..,.f-j" ^*^''*^ «Kfl<p Jos Woltgcsetzos, (ob dieses nun als Natur oder 

Ai'nrr ' " 
. ^. •.<•'-»'*'•' , nnhostimniten Fassung des in harmonischer Erfüllung 

* * ii»r in •'* 

:..f»«<*it '^'*^ , ^ .»onommün werde), als eine Erscheinungsweise des- 

^. -'vhoR^" ^ i,-,^ /weckbezoiclinun": der PHanze zu dem allgemeinen 

"* j^n vim"^" 

.,...„. viärti»^» «ewulstsoin vordeutlicluMi kennen, indem eine ungestört 

. ^ ;«•..: *"* ^ A \Vrtohsthums verlautVndo Pflanze die Befriedigung der 

.V -hrx'tn O'^'" _ ^'^^^Q darin gesti'>rto oder verkrüppelte ein ähnliches 

^if-;:»?? ^^*" .^^ y.[^ in uns zurückbleibt, wenn ein Griff mifslingt, 

V-..si**^**^ ^ 1 ,jcr GcdAukeuarbeit ungelöst bleibt. Das Thier orfüUt 



:„ ,iD« F««« •" 



•>:* 



269 

Genufs zum andern, indem ein Genufs zu einem solchen wird, 
durch sinnliche Anregung von hinlänglicher Stärke, um das 
Oemeinempfinden so mächtig zu afficiren , dafs unter den 



«ich in höchster Befriedigung, wenn es, unter periodisch wiederholter Sätti- 

.^gung des Hungerbedürfnisses im normalen Zustande der Gesundheit aufge- 

^wachsen, sich in der Brunst mit seiner Geschlechtsdifferenz paart, und würde 

in dem Ablauf dieser Vorgänge aufgefafst, als vollendete That im Urgründe 

-^empfunden werden, wenn wir unter, uns subjectiv verständlichen, Worten von 

^^>bjectiv unverständlichen Dingen reden wollen. Um indefs die Complemente 

"^ier in Hungergefühl and Geschlechtswallung regen Bedürfnisse zu erreichen, 

T3iat das mit Muskelbewegung begabte Thier Processe auszuführen, wodurch 

^rst secundär neutralisirte Kräfte frei werden, die in der Rückwirkung des 

•<ürecten Eindruckes auf den Urgrund nicht mitbegriffen sein würden, als über- 

imd nebenher. Wollten wir hierfür eine subjective Analogie finden, so könnte 

die Handlung des Schreibens dienen, wenn wir Worte niederzeichnen, die als 

Körperhandlung nur in den nöthigen Combinationen der Fingerbewegungen auf das 

Gehirn zurückwirken, und in demselben, je nach ihrer Ausführung, einen 

befriedigenden oder unbefriedigenden Eindruck hinterlassen, die aber aufser- 

dem für ganz andere Gesichtspuncte geschaffen wurden, um nämlich von den 

Augen eines Dritten gelesen zu werden, oder in ihm diejenigen Gedanken 

hervorzurufen, die ihre eigene Entstehung veranlafsten. Gehen wir nun vom 

Thiere zum Menschen weiter, so würde dieser mutatis mutandis in denselben 

Beziehungsverhältnissen zum Urgründe stehen, wie jenes, wenn rein objectiv 

gefafst; sobald wir uns aber die Vorgänge in unserm eigenem Bewufstfein 

ihren Beziehungsverhältnissen zu demselben nach aufklären wollen, so müssen 

natürlich ganz andere Gesichtspuncte, als bisher, gewählt werden, denn 

nun tritt derjenige Erscheinungscomplex, der so weit als ein indifferentes 

Drittes zur Lieferung der Gleichnisse in Anspruch genommen werden konnte, 

selbst als Gegenstand 4er Untersuchung in die Rechnung ein, und kann, als 

selbst jetzt Parthei, nicht länger als Richter dienen. Die Rechnung com- 

plicirt sich um so mehr, weil sie von vornherein von einer unbekannten 

Gröfse ausgeht, die erst im Laufe der Operationen durch Gleichungen höherer 

Grade ihre Werthbestimmung erhalten kann. Alle diese Fragen werden da- 

* 

gegen auf die leichteste und bequemste Weise gelöst, wenn die Religion in 
dem nachgiebigen Glaubensgebiete einen geeigneten Boden findet, um ihren 
aufserweltlichen Gott zu placiren. Für den der Abstraction noch unfähigen 
Menschen hat die Welt nur die Gültigkeit einer subjectiven Existenz, sie 
existirt für ihn nur so weit, wie er sie auffafst, wie er sie also überhaupt 
versteht, und die Möglichkeit eines Mifsverstehens ist so eo ipso ausge- 
schlossen. Indem er nun seine eigene Individualität zur Gottheit erweitert, 
oder sie in das Jenseits als unabhängig losgelöste Gottheit im Reflex pro- 
jicirt, 80 kann sich im Verständnifs des Weltzusammenhanges nirgends eine 
Schwierigkeit bieten, da dieser Zusammenhang ja überhaupt nur so weit 



270 

aufgewühlten Wallungen das feinere Zwischenreden der ein 
Verständnils des Selbst ersehnenden Denkregungen ungehort 
verhallen möge. Wenn sie in ruhigen Stunden sich dennoch 
geltend machen, so dient als beliebtestes Auskunftsmittel das 
des Spiels um durch die gleichmäfsige Wiederholung mög- 
licher Chancen eine einförmige Abgleichung* im Pendel- 
schwingen herzustellen. 

Aufser diesen in ertödtenden Ableierungen auf demselben 
Flecke sich drehenden Beschäftigungen^ kann jede andere 
den Geist durch Kraftentwicklung starken, ob sie sich in 
der sorgfaltigen Ausbildung der täglichen Lebensanforderun- 
gen bewegt, ob im Fortschreiten zur philosophischen Unter- 
suchung ferne Gebiete durchstreifend. Welche davon die 
werthvoUere und empfehlendere sei, darüber fehlt der Maafs- 



existirt, wie er sich im Menschen versteht. Aus allen Vemnnftgründen, ans 
jedem das Nützliche mit dem Angenehmen verbindenden Interesse würde es 
für den Geist rathsam sein, innerhalb des wohnlich aufgebauten Gehäuses 
seiner Religiosität zu verbleiben, — wenn er es könnte, wenn er es ver- 
möchte, die Mächte in sich niederzukämpfen, die unter der Maske des Bösen 
am mythologischen Schöpfungsmorgen als Zweifel in ihm aufsteigen. Mit 
dem Zweifel wird der Keim der Zerrüttang in Brahmas Ruhe geworfen, der 
Zweifel spaltet den iranischen Daalismus, der Zweifel tönt fragend in java- 
nischer Eosmogonie. Sobald dann aber das Denken, auf die Bahn der For- 
schung eingetreten, begonnen hat sich selbst in den Proportionsverhältnissen 
zu objectiviren, sobald es angefangen, Theilganze in ihren Wechselbeziehungen 
zu bestimmen, dann wird die Wiedereinfügung gestört, dann will rasch das 
Ganze nicht mehr passen, und dann sieht sich bald der Vorwitzige gezwungen, 
seine bisherige Festung selbst zu demoliren, und eiif Stück derselben nach 
dem andern zu verwerfen. Nach einem andern Plane mufs dann seine Welt- 
anschauung reconstruirt werden, um nicht den Stürmen banger Zweifel und 
Seelenqualen ausgesetzt zu bleiben. 

* Das Kind beginnt das erste Denken, indem es mit dem Sehen die 
Tastempfindungen combinirt und alle Beschäftigung beruht auf Combination. 
Der mit Marmeln spielende Knabe findet seine Aufmerksamkeit gefesselt in 
dem Beobachten des glatten Kügelchens, das, obwol so genau gerichtet, doch 
durch ein unbemerktes Hindemifs plötzlich abgelenkt wird und täuschen 
könnte. In einer eingerillten Bahn die Kugel hinab zu schieben, würde bald 
ermüden, (wenn nicht etwa Kegel dahinter stehen, die zu trefi'en sind), ein 
unebener Ball würde so grofse Abweichungen geben, dafs man sie deutlich 
vorher sieht, während jene beständigen Ueberraschungen der Erwartung den 
Geist mechanisch beschäftigt halten, wie in den Kartenspielen und Aehn^ 
lichem. 



271 

Stab, indem sich jeder Einzelne in seiner Eigenthümlichkeit 
erfüllt Neben dieser Selbstgenüge läTst sich von keinem 
weiteren Zweck reden. Dem Wissen und dem Verständnifs 
der Dinge in ihren Relationen, steht nur das Nicht-Wissen 
gegenüber, und mit diesem, wenn unrichtig gesetzt, bleibt Alles 
ebenso sohrofF abgeschnitten, wie mit der Null jede Rech- 
nung, so lange sich nicht im analytischen Calcul Mittel und 
Wege gefunden haben, in ihr Wesen einzudringen. Die Vor- 
stellung der Zeit entsteht aus dem Umlauf der körperlichen 
Processe. Im Irdischen besitzt Jedes seinen relativen An- 
fangs- und Endpunkt, in der Zeit entstehend und vergehend, 
und je mehr die neue aus dem Materiellen hervortretende 
Schöpfung des Geistigen trotz ihrer eingeborenen Freiheit 
durch die Fesseln jenes gebunden und ihm unterworfen bleibt, 
desto merkbarer überdauert das drückende und beschränkende 
Geftthl der Zeit, das Bewufstsein der Gebundenheit an die- 
selbe, das Bewufstsein der Sklavendienste, die einem niedrig 
entstammten Tyrannen zu leisten sind. Die Aufgabe des 
Menschen ist die Verwerthung der Zeit, die Umsetzung jedes 
Zeitpartikelchens in geistige Thätigkeit, und somit die Ver- 
nichtung der Zeit, — in der Ueberführung der Zeit in das Jen- 
seits ihrer endlichen Grenze, ins Unendliche. Alle Vorgänge 
im Körper markiren den Zeitflufs, der rythmische Puls, der 
auch in den Hirnadern schwillt und fallt, die periodisch wie- 
derkehrenden Athembewegungen und der regelmäfsige Cyclus 
planetarischer Erschöpfung im nächtlichen Schlaf, um frische 
Kräfte zu gewinnen. Im gesteigerten Zustande mag es der 
Geistesthätigkeit gelingen, von den Banden körperlich-mate- 
rieller Schranken losgelöst sich in freier Thätigkeit zu äthe- 
rischen Regionen aufzuschwingen, und dann entschwindet 
jede Empfindung der Zeit, der Geist lebt im reinen Sinn 
seiner adäquaten Existenz. Auch sind es diese ekstatischen 
Momente der Verzückung, die in den Religionen aller Völker 
und Epochen von den Mystikern in der einen oder andern 
Weise gesucht wurden, aber sie bleiben nur Momente, deren 
kurzer Genufs an dem in sein Gefangnifs zurückgeführten 
Flüchtling nachher desto schwerer durch tiefe Zerrüttung des 
Nervensystems gestraft werden. Als auf Erden unwiderruf- 
lich an den Körper geknüpft, hat der Mensch dieser seiner 



272 

Natur, ob sie ihm zusagt oder nicht, die gebührende Rechnung 
zu tragen ; nicht seine Launen entscheiden, es ist ein Mächti- 
gerer, der hier .gebietet. Der Zweck einer verständigen Lebens- 
maxime mufs also darauf abzielen, die Unabhängigkeit des 
Geistes der Materie gegenüber zu einer möglichst vollkomme- 
nen zu machen, soweit sie, als solche, mit der normalen Ge- 
sundheit, im richtigen Gleichgewicht zwischen Körper und 
Seele, bestehen und erhalten werden kann. Auf der dem 
Geiste, so weit es geht, in ausgedehntester Weite verschaffien 
Basis seiner Thätigkeiten müssen dann diese in voller Ausübung 
aller ihnen einwohnenden Kräfte gehalten, und insgesammt inner- 
halb ihrer keimföhigen Wachsthumselemente zu ungehindertster 
Entfaltung gebracht werden, zur Entwicklung innerhalb der 
in Gedanken realisirten Zeit, und jede Vernachlässigung hier 
ist ein Raub am Sein des All, ist die Sünde gegen den 
heiligen Geist, die unsühnbare und schwer gerächte, denn 
keine Reue bringt den Verlust zurück, wenigstens nicht in 
vorliegender* Existenz. Der Mensch wächst zur Ewigkeit 
fort, indem er die Gesetze des Makrokosmos absorbirt und 
zu Gedanken verarbeitet, wie die Pflanze die physikalischen 
Agentien in Milchsäfte umsetzt. Zur Herstellung der Har- 
monie mit dem All genügen nicht länger Gemüthscmpfinde- 
leien und gläubige Phantasien, unsere Gegenwart verlangt 
klares Verständnifs, eine kritische Zersetzung wissenschaft- 
licher Thatsachen in scharf bestimmte Gedanken. Nur der 
dadurch genährte Geist kann schwellen in Lebenskraft, kann 
die nutzbaren Früchte ansetzen, die seine Bestimmung von 
ihm erheischt. Wer den Geboten seiner Natur, den klar 
mit unverkennbarer Schrift dem Haupt eingeschriebenen Satzun- 
gen seines eigenen Selbst zuwider lebt, der wird im Wachs- 
thum verkrüppeln, seine Gewebe verkümmern, seine Zellbil- 
dungen kränkeln und gleich einem verdorrten Reis wird er 
abgehauen werden und ins Feuer geworfen, wie es schon 



* Weil man auf einmal nicht so viel hinweg bringe, daTs es der Mähe, 
wieder zu kommen, nicht lohne, meint Lessing; dafs jeder einzelne Mensch 
mehr als einmal auf dieser Welt vorhanden gewesen sein könne. Der Mensch, 
(bemerkt Plutarch) kann nie zum wahren Sein gelangen, weil schon beixii 
Saamen die Veränderung anfängt. 



273 

lange ein weiser Spruch gelehrt hat. Das Schöne in den 
Vorbereitungsstadien einer kindlichen Gefühlswelt mufs vom 
vollkräftigen Mann als Wahres in der Wahrheit erkannt wer- 
den, und die practische Ausübung des Wahren sichert das 
Gute. 

Dem Blitz wird öine momentane Existenz zugeschrieben, 
indem ein Zeitmoment züngelnder Lichtbewegung sich unserm 
Gehirn als Blitz-Idee aufprägt, und die Ursache dieser ist damit 
der Zeit oder der Vergänglichkeit,* durch dieselbe entnommen, 
denn ihr Fortbestehen wird weiterhin durch kosmische Kräfte 
regiert, deren Anfangsreihe von jenseits der Planetar- Re- 
gionen eintritt. In der Erinnerung eines Gegenstandes liegt 
der Eindruck temporären Vorübergehens (der Beschränkung 
auf eine Zeit, ob länger oder kürzer) sie scheint uns zeit- 
weilig, denn wir vergessen und auch vom Erinnerbaren behalten 
wir nur das jedesmal Nöthige im bewufsten Anschauen. Den- 
noch bleibt jede VorsteUung einmal gebildet, als immer vor- 
handen zu setzen, als fortan der Zeit und jeder Verände- 
rung entnommen. Wenn manche Dinge nicht erinnert wer- 
den, andere trotz des Willens und Wunsches nicht erinnert 
werden können,, so liegt die Erklärung in dem allgemein 
durchgehenden Gesetz, dafs nahe und kräftigere Eindrücke 
die Empfindlichkeit der Auffassung far ferne und schwächere 
abstumpfen, und dafs jeder Reiz seiner Erschöpfung entge- 
gengeht, ohne in diese seine schon selbstständig gewordenen 
JErzeugnisse hineinzuziehen. Wie wenig Erinnerungen, einmal 
im Gedächtnifs gewurzelt, wieder vergehen, zeigt unter mehr 
oder weniger pathologischen Nervenzuständen, ihr unerwartetes 
^Hervortreten aus dem Unbewufsten, ihr Zusammengedrängtsein 
in den Augenblicken höchster Lebensnoth, ihr Jagen in den 
X)elirien, der Femschau und vielen anderen jener für wunder- 
lich erklärten Phänomene, die sich mit einiger Kritik aus dem 



* Die Geschwindigkeit des Lichtes bewegt sich in Zahlen, die für uns 

^chon ziemlich die Bedeutang eines Endlosen haben, and sein Einfallen in 

^aum und Zeit, ruft dann jene-stereoskopischen Phantasiegestaltungen hervor, 

^n denen das in der Vergangenheit Geschehene sich erst nach Jahren oder Jahr- 

liunderten auf entfernteren Fixsternen sichtbar brechen würde. 

A. Bastian, Beiträge. lo 



\ 



274 




Wust des Unsinns, womit sie behangen zu sein pflegen, 
herausschälen lassen, und dann ftlr die Psychologie nichts 
extra Wunderbares weiter einschliefsen. Diese Fortexistenz 
der Erinnerungen eine subjective nennen zu wollen, würde 
ungenau sein. So lange die Erinnerung vor dem Bewufst- 
sein steht, ist sie eine subjective, sie geht dann f&r uns ver- 
loren, wir können sie nirgends mehr an unserm Körper loca- 
lisiren, aber sie ist dennoch vorhanden, (gebunden durch 
WolflTs lex consistentiae), wie wir später aufs neue sub- 
jectiv überzeugt .werden mögen. Der Mensch existirt fai 
sich selbst nur seinem Körper und der jedesmalig im. 
ephemeren Wechsel bis zum Selbstbewufstsein geglieder- 
ten, und unter ihm geordneten Gedankenreihe nach. Seine 
geistigen Errungenschaften werden durch Processe erworben, 
die auf Functionen der physiologisch-psychologischen Grenze 
baairen, sie werden momentan dem Bewufstsein eingefttgt, ^^ 

in ihrer Wesenheit erkannt, bewahren aber dann eine unab- 

hängige Existenz, die während der Fortdauer des individu- — -^ 
eilen Lebens noch nicht völlig von demselben abgetrennt ist,c ^ 
die jedoch ebenso selbstständig bleiben wie nach der asidemM^^^ 
Seite hin, die dem sympathetischen Nervensystem unterwor- 
fenen Körpergebiete, die für eigene Zwecke fortarbeiten, wie 
die Capillarnetze der Knochen ohne unser Bewufstsein (aufsei 
etwa in krankhaften Störungen durch t)steopathische SchmerzenjC^ -^ 
ohne mögliche Eingriffe unsers Willens an dem Skelette weitei 
bauen, dessen Kalkverbindungen dann wieder nach dem Tod< 
zu dem Aufbau von Gebirgen beitragen können. Aehnlicl 
schaffen und wirken die geistigen Vorstellungen im kosmischei 
Alle fort, obwohl im unauflöslich eingeschlossenen Zusammen — 
hang mit dem Selbstbewufstsein, da sie im und unter dem Selbst-- 
bewufstsein geboren wurden. Mit dem Erwachen des verstän-^- 
digen Denkens beginnt der Mensch in gesetzlicher Wechselwir-' 
kung die Aufsenwelt geistig zu absorbiren und die in Vorstellun- 
gen aufgenommenen Dinge bewahren, ihrer als Ganzes gefafstei 
Specificität nach, ebensowohl die Fortdauer eines ewigen 
wie sie in ihren materiellen Substraten der Fortdauer eines un- 
unterbrochenen Kreislaufs, der Zersetzung und Wiederbildun^ 
in neuen Verbindungen, unterliegen. 




275 . 

Die Materie kennen wir subjectiv gewifs und sicher. 
Wir verstehen sie soweit sie sinnlich auffassbar oder von den 
gegenseitigen Proportionsverhältnissen ihrer Körper ableitbar 
ist, und erhalten eine Gewifsheit desjenigen Gesammtumfanges, 
der in ihr für uns vorhanden ist. Von den Kräften haben 
wir nur gewisse Thätigkeitsäufserungen messen gelernt, je 
nach ihren Beziehungen zum Magnetismus und der Electrici- 
tät der Erde oder der Gravitation, der Capillarattraction u. s. w. 
und nicht nur mag die Zahl der Thatsachen mit Verbes- 
serung der Mefsinstrumente noch immer zunehmen, sondern 
bleiben wir vor Allen völlig im Dunkel, wie weit die 
bestimmbaren Kräfte zu .der Wesenheit des Dinges an sich . 
in Beziehung stehen. Wäre uns objectiv vom anima- 
lischen Körper nur das Hervortreten electro motorischer Indi- 
cien, der neuro-electrischen Ströme bekannt, und wollten wir 
diese in ihrem regelmäfsigen Zusammentreffen mit gewissen 
Formveränderungen als bedingende Ursache der letzten auf- 
fassen, so würde das vom Primus motor im Menschen proji- 
cirbare Bild ein sehr unvollkommenes bleiben, da wir aus 
verschwindenden Nebeneffecten Dasjenige herzuleiten hätten, 
vras nur in dem wunderbaren Organismus des Geistigen ver- 
standen wird, zur unendlichsten Fülle entfaltet. Die Ma- 
schinerie eines solchen hinter den Coulissen wirkenden 
Agens ist nur im Menschen (von ihm rückschliefsend auf 
Thiere und wegen Gleichartigkeit des Zellbildungsprocesses 
unter entsprechenden Modificationen auch bei den Pflan- 
zen) intuitiv bekannt, aber nur in diesem allein, als in 
iinserm Selbst; die Beurtheilung anderer Naturwesen trifft 
nur die Masken unter denen sie auf der Bühne des 
bunten Sinnestand ihre Rolle zu spielen belieben. Es 
fehlt der Steg um in ihr Inneres einzudringen, jeder An- 
satzpunct einen solchen zu schlagen. Im intuitiven Geistes- 
gebiet dagegen wird alles von Gesetzen regiert, die mit denen 
des Körperlichen in keinerlei Gleichnil's gestellt werden kön- 
nen, da sie aus ihren ursprünglichen Verknüpfungen mit ihnen 
heraus zur Geltung . typischer Gegensätze entwickelt sind. 
Den Chinesen bietet ihr System bequemere Aushülfen, sich die 
Idee als ein Vorstellungsbild zu versinnlichen, das sie dann 
in ihren Zeichnungen durch dünne Fäden an das Gehirn anheften. 



276 

Eine 80 plastische Verdeutlichung * ist uns leider verboten, da im 
Geistigen Zeit und Raum verschwindet, also auch nirgends 
ein Räumliches loCalisirt werden kann, und das bei den Aia- 
giem des Mysticismus beliebte Wort der Femewirkung schon 
darum nicht zulässig ist, weil im Raumlosen ein Fernes eben 
so wenig Platz findet, wie ein Nahes. In menschlicher Er- 
kenntnifs erhält das materiell Existirende, und,« wenn nicht 
im Kreislauf der Elemente , so doch seiner individuellen 
Existenz nach, Vergängliche die Fortdauer der letzteren ge- 
sichert, indem dieselbe in ein Gebiet übergeführt wird, auf 
welches die Begriffe von Raum und Zeit, die Causalitätsbe- 
. dingungen des Entstehens und Vergehens im Irdischen, weiter 
keine Anwendung finden. Die im reinen Sein unveränder- 
liche Existenz geistiger Schöpfiingen bleibt nach ihrem Er- 
zeugungsact nicht länger von der Erinnerung abhängig, wie- 
wohl die bei der Geburt entstandenen Wehen noch einige 
Zeit in jener nachwirken mögen, sie ist ebenso wenig ab- 
hängig von der Culturentfaltupg in den menschlichen Ge- 
sellschaftskreisen, obgleich sie dieselbe durch anregende 
Einflüsse fördert, ihre Folgen leben vielmehr wie das von 
den Eltern abgelöste Kind, in einem unabhängigen Dasein 
fort, und zwar in einem solchen, das aus dem Körperlichen 
in den Gegensatz des Geistigen übergetreten ist, uüd in dem- 
selben fortan nach neuen Gesetzen regiert wird, Gesetze, die, 
welcher Art sie auch seien, jedenfalls diejenigen negiren, die 
aus dem Materiellen bekannt sind, — negiren, nicht im dua- 
listischen Gegensatz, aber in organischer Variation. Für das 
Immerdar-, Zugleich- und Unverändertsein des Geistigen man- 
gelt im Körperlichen die überführende Brücke des Verständ- 
nisses, wenn sie nicht aus den Functionen veränderlicher Gröfsen 
im Subjectiven herzustellen ist. Während alle im Körperlichen, 
bekannte Processe specieller Individualisirungen einen um- 
schriebenen Cyclus durchlaufen, mit feststehendem Ausgangs- 
und Endpunkt, fehlen solche in der geistigen Entwicklung, 
die für das Bewulstsein in den Fluxionen der Verkettungen 



* Die verlangte Auflösung der Aufgabe vom Sitz der Seele, die der 
Metaphysik zugeniuthet wird, führt auf eine unmögliche Gröfse ( r— 2), schreibt 
Kant an Soemmering. * ^ 



277 

* ■ 

ZU Tage tritt und sich nach vorquellenden Gesetzen weiter 
entfaltet, ohne definirbares Ziel eines Abschlusses. Eine end- 
los wachsende Gröfse wird unendlich grofs und an den Zu- 
stand derselben wird durch Addition und Subtraction einer 
endlichen Gröfse nichts geändert, so dafs solche Rechenoperatio- 
nen filr sie bedeutungslos bleiben. Bis jetzt fehlt die Methode 
einer geistigen Differentialrechnung und diejenigen Philo- 
sophen, die sie empirisch geübt haben, waren sich selbst ^icht 
hinlänglich klar darüber, um sie unter festen i^ormeln in ihrem 
System niederzulegen. Andererseits bekennt Drobisch, dafs 
die mathematische Psychologie durchaus noch nicht im Stande 
sei, eine Mechanik des Geistes zu construiren. 

In der Gesetzmäfsigkeit der scheinbar willkührlichen 
Handlungen scheint Wagner gröfsere Schwierigkeiten zu fin- 
den, als in Quetelet^s Moralstatistik eingeschlossen liegt. Nach 
de Decker gehorcht die menschliche Thätigkeit, obwohl frei, 
doch bis in die kleinsten ihrer Bewegungen constanten und 
unveränderlichen Gesetzen in ihrer Totalität, und Buckle 
suchte auch die Entwickelung des menschlichen Geistes unter 
allgemein gültige Formeln zu bringen. Die Freiheit aufser- 
halb des Gesetzes würde ebenso vergeblich nach einem tcoo 
(JT(i> suchen, wie der Schöpfer aufserhalb der Welt. Sub- 
jectiv innerhalb des Individuums ist der Wille ein freier, 
und muis es schon sein, wenn als Wille verstanden, da er, 
im Verhältnifs zu den Reflex-Bewegungen aufgefafst, eben 
sich freier zeigt. Das an Materielles gebundene Psychische 
gleicht einem eingekerkerten Gefangenen, das Ideale dagegen 
einem Ticket- of-leave-män, der frei umhergeht und auf einen 
Dritten den Eindruck völliger Freiheit machen kann, aber 
immer am Leitbande der Ueberwachung bleibt. Das Freie 
im Willen ist unsere subjective Auffassung in psychischer 
Thätigkeit, von der wir nur in uns selbst etwas wissen, und 
zu der uns jede Analogie oder vergleichende ControUe abgeht, 
die aus unserm Mitwesen zu entnehmen wäre. Wer sagt 
uns denn, ob die Pflanze nicht vielleicht ebenso frei zu duf- 
ten meint, wie wir zu denken? Die ätherischen Essenzen er-»- 
zeugen sich in ihr mutatis mutandis nach denselben Processen, 
wie alle ihre andern Secretionsstoffe, wenn sie aber in den 
Anordnimgen der Blüthenorgane mit der Atmosphäre in Be-^ 



278 

Führung treten, fangen sie an sich zu verflüchtigen und fort 
zu schweben. Ihre Entstehung ist denselben festen Zeilbil- 
dungsvorgängen unterworfen, wie die der sonst zum mate- 
riellen Bestehen der Pflanze beitragenden Membranen, obwol 
sie schon auf einer secundär höheren und verhältnifsmäisig 
unabhängigen Stufe stehen, und z. B. durch Veränderung 
der den Wurzeln zugeftihrten Nahrung nicht sogleich und 
direkt, sondern erst auf späten Umwegen influencirt werden 
würden. Auch das Verduften der Aether-Oele steht unter einer 
unveränderlich festen Gesetzesform, da es von dem Feuchtig- 
keitsgrade der Luft, von ihrer Windschnelle, von der Inso- 
lation und vielen anderen Ursachen abhängt, die sich nach 
unseren unvollkommenen Mafsmethoden vielleicht nicht alle 
in Rechnung bringen lassen, in der Natur aber als Ursachen 
wirken, und dort für jedes Atom und seine Veränderungen 
Rechenschaft geben müssen. Wir, als objective Zuschauer, 
können uns diese Vorgänge verdeutlichen, die Pflanze aber 
wird nichts davon wissen, und auf sie (um nach der Termi- 
nologie hominis sapientis zu reden) mufs das Verduften 
ihres Parfüm den Eindruck einer freien Thätigkeit machen, 
obwohl es von den harmonischen Agentien innerhalb der 
Atmosphäre regiert wird. Haben sich im Menschen die aus 
den (mit den Capillametzen verwobenen) Nervenenden empor- 
wachsenden Regungen des Psychischen* zu Manifestationen 
gegliedert, die einen neuen Schwerpunct selbstständigen Han- 
delns in sich gewinnen, so nennen wir die aus diesem secun- 
dären Centru^i •hervortretenden Aeufserungen freie, und ist 
diese Bezeichnung auch eine relativ durchaus richtige ftlr 
das Geistige, das zwar seinen letzten Gründen nach im 
Körperlichen wurzelt, aber für seinen eigenen gewonnenen 
Typus nicht länger durch jede primitive Veränderung in 
jenem beeinflufst wird. Wie weit im Menschen die Herr- 
schaft des Körperlichen in das Geistige hinüber greift, hängt 
von dem Temperament ab, und zeigen Affecte und Leiden- 
schaften vorübergehend eine völlige Unterjochung des Willens, 
der während ihres Vorwalten s seine Freiheit verliert. Melan- 



* Dallas unterscheidet in den concentrischen Bingen des Denkens den 
erleuchteten des Bewufstscins und den äufseren, als dunkel and unbewufst. 



279 

cholische Stimmung, die sich krankhaft bis zur Hypochondrie 
steigert, muTs auf medicinischem Wege geheilt werden, und 
von brutaler Sinnlichkeit gänzlich tyrannisirte Charactere 
würde es nutzlos sein, strafen zu wollen, da an ihnen Nichts 
zu verbessern ist, obwohl die öffentliche Sicherheit ihre Ein- 
sperrung gebieten mag. Bei den mit normaler Willensfrei- 
heit Begabten dagegen kann keine juristische Schwierigkeit 
vorliegen, sobald die Diagnose richtig gestellt ist, denn dann 
würde sich die Therapie von selbst ergeben. Es handelt 
sich nicht um spitzfindige Erklärungen, wie weit der Anreiz 
zum Verbrechen aus Prädispositionen in der Körpematur 
entschuldigt werden - könne ^ es handelt sich nur um den 
practischen Gesichtspunct, das durch das Verbrechen im 
Gemeinwesen Verschuldete wieder herzustellen, und nicht 
nur den Schaden wieder gut zu machen, der schon ange- 
richtet ist, sondern auch den, der mit dem Verlust eines 
bisher nützlichen Mitgliedes der Gesellschaft bedroht. Um 
die zerrüttete Moralität desselben wieder in Ordnung zu 
bringen, dient als Rectification die Strafe, und sie allein ist 
in solchen Fällen indicirt, da gegen pathologische Störungen 
in der Sphäre geistiger Functionen, auch geistig receptirbare 
Medicamente in Schmerz- und Furchterregung zu verwenden 
sind. Dennoch ist jede Handlung, sie sei gut oder schlecht, 
das Resultat einer Folgereihe, deren Endglieder in materielle 
Umsätze verlaufen, aber diese wissenschaftlich höchst wich- 
tige Thatsache ist practisch ohne die mindeste Bedeutung, 
practisch ebenso nutzlos, als för den Gärtner die genaue 
Kenntnifs der Zellbildungen, unter denen die Rosen aus der 
Wurzel erwachsen, denn er ist damit doch nicht im Stande 
durch eine auf die Wurzel gerichtete Behandlungsweise 
seiner schon ausgebildeten Blume oder Frucht Farbe, Fülle 
oder Würze zu geben, obwohl sich vielleicht einige Modi- 
ficationen durch Stimulation des Fruchtknotens erzeugen 
liefsen, der hier ähnlich als secundäres Centrum aufgefalst 
werden könnte, wie das Bewufsthandeln im Animalischen. 
Die Kunst des Gärtners dagegen, um die gewünschten Va- 
rietäten zu erzeugen, beruht auf verständiger Leitung des 
Wachsthums von den ersten Stadien des Anpflanzens an, 
und im Musterstaat würde es sich nicht so sehr um Be-* 



2^0 

strafung der Verbrechen handeln, als vielmehr um Vorbeu- 
gung derselben, und ihre Verhinderung durch eine auf 
psychologisches Verständnifs gegründete Pädagogik, die es 
schon dem empfänglichen Kinde klar macht, dafs das Gute 
allein das Vernünftige ist, und der Verbrecher schliefslich 
doch immer der Dümmste. 

Wenn in dem Gegensatz zwischen dem ruhenden Be- 
stehen des Gewordenen und der Bewegung des Werdens, 
zwischen StofF und Kraft, die letztere nicht in der Be- 
schränkung einer Eigenschaft jenes aufzufassen ist, sondern 
als die causa efficiens desselben, so liegt der Stein des An- 
stofses in der Schwierigkeit, die Objectivität beider Verhält- 
nisse* in ihren richtigen Relationen fest zu halten, und ist 
darin durch einseitige Bevorzugung des Chaos letzthin eben 
so sehr gesündigt worden, wie von Stahl durch die Vergött- 
lichung der 8üva[i.i(;. Als Ausgangspunct mufs der Mensch 
dienen, der in sich selbst allein das entsprechende Maafs für 
alles Uebrige** zu finden vermag, und tritt bei ihm als weitere 
Complication das Geistige hinzu, das bei Aristoteles durch 
die Phantasie den Körper schaffen soll, das nach neueren 
Theorien dagegen aus dem Körper hervorwächst, dessen 
beiden Seiten Rechnung tragende Einordnung sich aber erst 
im Ziehen der letzten JResultatö ergeben kann. Aus sinn- 
licher Auffassung erkennen wir nur Materielles, auf sinnlicher 
Auffassung basirende Geistesoperationen dagegen lehren uns, 
dafs jedem Materiellen ein Lebendiges zu Grunde lag, sei 
es, dals es im Momente des flüssigen Werdens sogleich in 
den starren Formen des Kristalles versteinerte, sei es, dafs 
der unterbrochene Umwandelungsprocefs des Werdens wäh- 



* Der einheitliche Zusammenhang im Realismus wird durch Du Bois- 
Re^'mond's Auffassung hergestellt: Alle Bewegungen, also auch alle Kräfte, 
sind am letzten Ende zerlegbar in geradlinige Bewegungen und Kräfte 
zwischen den vorausgesetzten StoiFtheilchen. Geht man auf den Grund der 
Erscheinungen, so erkennt man> bald, dafs es weder Kräfte noch Materie 
giebt. Beides sind von verschiedenen Standpuncten aus aufgenommene Ab- 
stractionen der Dinge wie sie sind. Sie ergänzen einander und setzen ein- 
ander voraus. 

** Sich auf die Beobachtung stützen, und die Erfahrung, das heifst sich 
ftuf die menschliche Natur stützen (Cousin). 



281 . 

rend des ganzen Kreislaufes einer individuellen Existenz be- 
wahrt wird. Der Unterschied reducirt sich auf ein Mehr 
und Minder; alle Materie, wie Diderot es ausdrückt, hat Empfin- 
dung. Die scharfe Scheidung zwischen organischem und anorga- 
nischem Reich tadelt auch Fechner, indem der Mensch mit der 
Erde als Ganzes verwachsen. sei. Auch die gröfsten Felsmassen 
der Erde sind dasProduct momentan lebendiger Kräfte, auch die 
Thonlager, auch der Sand am Meere waren in ihrem Mutter- 
gestein, aus dem sie später abgewaschen wurden, einst ge- 
boren, wie jedes organische Wesen, und die körperliche 
Hülle dieser mag nach dem Absterben wieder Kohlenlager 
oder Felsmassen bilden aus dem Kalk der Kiiochen oder 
den Silicaten der Infusorien. Suchen wir uns die Natur in 
diesem Zusammenhang zu objectiviren, so würden nach dem 
Bilde des Menschen, dem Körper dieses oder doch seinem 
Skelette, die anorganischen Massen igntsprechen, die mag|ieto- 
electrischen Ströine leicht ihr Analogen finden, und die im 
schöpferischen Processe des Werdens aufwachsenden Pro- 
ducte des organischen Reichs die Gedanken der Natur wie- 
derholen, die im Menschen zum eigenen Bewufstsein zurück- 
kehren. So weit liefsen sich die allgemeinen Züge festhalten 
und kann dann dieses Gleichnifs* nach Jedes Liebhaberei 
weiter ausgemalt werden, freilich in der sicheren Voraus- 
setzung, dafs es um so mehr hinken wird, je freigebiger man 
mit Detail-Beschreibungen sei. 

Jetzt aber bleibt der bedenkliche Schritt zu thun, wie 



* Was das Gehirn dem einzelnen Menschen, das ist das gesammte Men- 
schengeschlecht seinem Planeten gegenüber, nämlicb: das Organ für das'Be- 
wafstsein der planetarischen Erdindividualität, ein Organ worin die Idee selbst- 
ständig aufwacht, lebendig wird, und selbstthätig schöpferisch auftritt, und 
zwar die dem ganzen Weltall zu Grunde liegende, es tragende Idee, insofern 
sie unserem planetarischen Leben zukommt (Zerboni di Sposetti). Der 
Buddhismus schliefst mythologisch die Gestaltungen im Erdleben ab, indem 
er die in höchsten Productionen hervorgetriebenen Seelenthätigkeiten des 
Tugendhaften als die bewegenden Kräfte schaffender Natur auffafst, und in 
dem in Nirvana verschwindenden Tathagata die von jeder Persönlichkeit ent- 
kleidete Gottheit erkennt. In den Ideen erkennt Bruno die Ursache der 
Dinge. Nach Krause ist die Menschheit auf Erden Theil eines höheren 
Geisterreichs. 



282 

dieses, in Vergleichuog und als Vefgleichung projicirbare, 
Verhältnifs der Aufsenwelt als ein unabhängiges aufzufassen 
sei, und hier pflegen die in Religion, Philosophie oder Em- 
pirie eingeschlagenen Wege zu einem selbstmörderischen 
Attentat zu verleiten, indem man das jenseits der Relationen 
stehende Absolute in und zwischen jene einführte, und so 
mit dem Symbol der Unendlichkeit oder mit dem der Null 
alle bisherigen Rechnungen annullirte. Das gläubige Ge- 
müth hat in Folge eines rein menschlichen Zuges, der nicht 
täuschen kann, diese Grundursache, das Erste und das Letzte, 
in Gott gefunden, und wahre Religiosität wird im Suchen 
der Gottheit nie fehl gehen. Wenn nun im Fortschritt vom 
Glauben zum Wissen, wie er in allen Denksphären früher 
oder später statt hat,, der kritische Verstand dahin strebte, 
die constituirenden Elemente dieses glauben s vollen Ahneus 
in ihren Verhältnifs werthen abzuwägen, so mufste derselbe 
mit Recht gegen das Setzen eines aufserweltlichen Schöpfers 
protestiren, für den sich im Weltraum kein Platz fand, und 
der, wohin man ihn auch postirt haben möchte, störend in 
das harmonische Zusammenwirken der Gesetze eingegriffen 
haben würde. Aber der Verstand wird zum Unverstand, 
wenn er diesen wohlberechtigten Protest jetzt als eine Leug- 
nung jener Gottheit einregistrirte , und er würde eine enge 
Beschränktheit documentiren, wenn er gar meinte, die aus- 
gestrichene 'Gottheit durch solche Nothbehelfe, wie Natur- 
kräfte oder Ewigkeit der Materie, dauernd ersetzen zu können. 
Man mag aus freudiger Ueberraschung über die grofs- 
artigen Entdeckungen, die Schlag auf Schlag aus dem Labo- 
ratorium der Forscher oder der Studirstube hervorgehen, in 
jeder das Orakel eines letzten Wortes zu erkennen geneigt 
sein; in der Lebhaftigkeit eines disputirsüchtigen Marktge- 
spräches mag die nothwendige Beschäftigung mit dem Detail 
keine Mufse zum allgemeinen Umblick geben, wer aber auch 
in den Stunden stiller Selbstbeschauung in den Classificationen 
einer systematischen Terminologie die Geheimnisse des Lebens 
einordnen zu können wähnt, der hat nie in ihre Tiefen ge- 
schaut, der ist ein geistig Blinder, od«r leidet wenigstens an 
der Hemeralopie, die bei Einförmigkeit der Beschäftigung 
leicht sonst völlig Gesunde, und nicht selten gerade die kräf- 



283 

tigsten Constitutionen, befallt. Spinoza's Vernunft dagegen 
erschaut das All sub specie aeterni. 

Wenn eine nach gewaltsamer Hemmung desto unge- 
stümer hervorbrechende Geistesrevolution plötzlich die bis- 
herige Weltordnung zertrümmert, steht der grofse Haufe 
manches Culturvolkes an wahrer Religiosität weit hinter dem 
Wilden zurück, und somit an Einheitlichkeit der Weltan- 
schauung, das eigentliche Strebeziel der Geistesthätigkeit, 
denn ein harmonisches Ganze wird durch gläubiges Ahnen 
geschaffen werden und auf früheren Altersstufen völlige Ge- 
nüge bieten, so lange noch nicht die Zweifel des Wissens 
erwacht sind. 

Die Gottesidee, wie sie aus dem religiösem Sehnen 
emporwuchs (abgelöst von den anthropomorphischen Gestal- 
tungen, die sie in mythologischen Phantasien erhalten haben 
mag) war die directe und vollständig sättigende Deckung 
desselben, in derjenigen allgemeinen Unbestimmtheit, wie sie 
allen Gedankenoperationen einwohnt, so lange sie sich auf der 
Sphäre des Glaubens bewegen. Sucht nun das Wissen diese 
den Glaubensbedürfnisften als vollkommenes Complement ent- 
sprechende Unbestimmtheit in gewisse Bestimmtheiten zu 
verwandeln, so genügt es nicht eine einzelne der darin defi- 
nirten Bestimmtheiten mit souverainer Herrschaft zu bekleiden 
und so das Ganze durch ein herausgerissenes Theilganzes 
zu ersetzen. Erst wenn alle involvirten Bestimmungsmög- 
lichkeiten in der ganzen Weite ihrer relativen Verhältnisse 
bestimmt sind, würde die Vollkommenheit des Ganzen wieder- 
kehren, um dem Wissensbedürfnisse eine gleich ausreichende 
Deckung in Beantwortung ihrer Fragen zu geben. Da diese 
wissenschaftlichen Erwerbungen sich nicht durch einen intui- 
tiven Sprung gewinnen lassen, da sie langsam auf dem müh- 
samen Wege der Erfahrung angesammelt werden müssen, 
80 ist die längere Dauer eines Uebergangsstadiums unver- 
meidlich, das im Vergleich mit der verlorenen Ruhe unbe- 
friedigend erscheinen mag, das die gewünschte Befriedigung 
umsonst durch ephemere Ersatzmittel anzustreben sucht und 
sie nicht durch willkürliche Substitutionen finden kann, wohl 
ber, wenn sich die Forschung in dem Gange ihrer nothwendigen 
Entwicklung versteht, und die Formel feststellt, um das noch 



284 

nicht erreichbare Ziel wenigstens in den zu ihm fährenden 
Reihen im Voraus zu berechnen. 

• 

Der Fortschritt vom Glauben zum Wissen ist ein psycho- 
logischer Procefs, der sich, wie in den Geistesoperationen, 
schon in jeder Sinnesauffassung wiederholt. Betrachten wir 
die Bildsäule eines genialen Meisters, so tritt uns eine be- 
friedigende Kunstidee aus derselben entgegen, auf einer Aus- 
sicht begreifen wir mit einem Blick die ganze Landschaft 
und nehmen ein anmuthiges Bild von derselben mit uns fort. 
Treten wir aber vom anatomischen * Gesichtspunkt an die 
Statue heran, so genügt es nicht, die eine oder andere der 
Muskelparthien zu studiren, sondern sie müssen alle mit 
einander in ihrem gegenseitigen Zusammenhange verstanden 
werden, um wieder ein harmonisches Ganze zu gewinnen. 
Steigen wir aus der Höhe, von der herab wir die Landschaft 
überblickten, in diese hinunter, stehen wir mitten, in der- 
selben, .bewegen wir uns zwischen den Gegenständen hin, 
beginnen wir hier ein Häuschen genau in seinen Dimensionen 
auszumessen, dort einem Flufslauf zu folgen, anderswo dem 
Streichen einer Hügelkette, so wird fü» längere Dauer unsere 
exacte Kenntnifs der Landschaft aus zusammenhangslosem 
Stückwerk bestehen, und durchaus des ästhetischen Schön- 
heitsgefühls ermangeln, das unsere frühere üeberschau durch- 
wehte. Da wir indefs aus dieser ein Gesammtbild in unserer 
Erinnerung bewahrt haben, so zeigt sich auch schon in den 
Anfangen empirischer Bearbeitung die Möglichkeit, einen 
Grrundrifs des Ganzen zu entwerfen, wenn die Denkoperationen* 
mit richtiger Vorsicht, mit möglichster Vermeidung subjec- 
tiver Verirrungen angestellt werden, wenn sie vor Allem auf 
den bis so weit sicher erforschten Thatsachen basiren, und 
in dem gegenseitigen. Verhalten derselben zu einander einer 



* Nicht ein todtes Räderwerk der aufser Gang gesetzten Maschine legt 
das Messer des Anatomen auseinander, nicht die Zergliederung, sondern die 
Kenntnifs des Zusammenhanges aller Theile des Körpers ist das Ziel, welchem 
der denkende Anatome zustrebt (Harlefs). Es d«irf behauptet werden, dafs 
ein vollendetes Kunslwerk vom Talent allein nie geschaffen werden kann, 
dafs vielmehr in dem Maafse, als die Erkenntnifs tiefer und das künstlerische 
Schaffen selbstbewufster ist, in dem gleichen Maafse auch das Kunstwerk auf 
eine höhere Stufe der ästhetischen Wirkung sich erheben wird. 



285 

unmittelbar rectificirenden Controlle bei etwaigen Fehlern 
gewifs sind. 

Es hat den Fortschritten der Wissenschaft häuißg 
Schaden gebracht, dafs man sie gegen die positiven Re- 
ligionen richtete oder doch dagegen gerichtet hielt, und 
sie auf das polemische Feld einer Partheifrage hinüberzog. 
Die organische Entwicklung vom Glauben zum Wissen ist 
eine psychologisch so nothwendig begründete, dafs sie ein- 
treten wird, ob wir es wollen oder nicht, ob wir sie fordern 
oder hemmend einzuschreiten suchen. Wie die im jugend- 
lichen Körper in einander geschachtelten Gewebe sich mit 
den Jahren in Differenzirungen entfalten, so wächst das 
gläubige Ahnen in die klare Erkenntnifs des Wissens aus 
und unterzieht einer sicheren und scheidenden Untersuchung 
alle die Theile, die früher in dem träumerisch gesehenen 
Ganzen undeutlich neben einander lagen. Der wissenschaft- 
liche Horizont schiebt sich dann allmählig an die Stelle des 
religiösen, (indem man die letztere Bezeicbnuilg als einen 
bequemen Ausdruck für die auf dem Glauben allein basirte 
Weltanschauung verwenden mag.) Dies jedoch hat Nichts 
mit positiver Religion zu thun. Eine solche ist stets ein Staats- 
institut, bekleidet mit der ganzen Weihe unverletzlicher Heilig- 
keit, womit schon das einfachste Verständnifs eigenen Vor- 
theils Alles dasjenige umgeben 'wird, was durch den Willen , 
des Gemeinwesens geschaffen wurde, also Eigenthum dessel- 
ben ist. Es liegt in der Natur der Sache, dafs die Religionen 
immer einen gröfseren Theil fies schon überwundenen Stand- 
punkts einschliefsen werden, als die auf ^ißsem die Zukunft 
vorbereitenden Arbeiten der Wissenschaft; jene repräsentirt, • 
diesem progressiven Elemente gegenüber, das stabile, aber es 
kann nur Unheil stiften, wenn diese nothwendig bestehende 
Verschiedenheit nun als ein radikaler Gegensatz aufgefafst 
wird. Um im raschen Fortschreiten vor Fehltritten siclier 
zu sein, ist eine stützende Basis, die relativ unverändert 
bleibt, in jeder Weise annehmbar, und mufs das Ver- 
hältnifs zwischen den letzt erreichten Spitzen und dem ersten 
Ausgang immer in ziemlich gleichbleibendem Abstände ver- 
harren^ indem der religiöse Horizont langsam naQhrückt, so- 
bald die Wissenschaft durch eine neue und schon völlig 



286 

gesicherte Eroberung ihr Hauptquartier in einer entfernter 
liegenden Provinz aufschlägt. Es würde aber höchst unüber- 
legt sein, wenn sie nach jedem Gerüchte, das aus dem fernsten 
Vorposten muthig vorgedrungener Pioniere anlangt, schon 
Farbe changiren wollte. Die heilsblütigen Kreuzfahrer der 
Wissenschaft, die immer im ersten Anlauf die Zionsburg 
über den Haufen werfen zu müssen wähnen, bringen der 
guten Sache wenig Nutzen und pflegen sich nur ihre eigenen 
Köpfe zu zerschellen. Hier, wie überall, ist der gesunde 
Sinn des Volkes ein weit besserer Regulator, als superkluge 
TüflMer. Im religiösen Vorstellungskreis schiebt sich von 
selbst graduell und allmählig die neuere Auffassung der Sym- 
bole unter, um sich dem steigenden Barometerstande jedes- 
mal frisch zu accomodiren, ohne dafs die ehrwürdigen For- 
men im Mindesten verletzt zu werden brauchen. Durch unver- 
ständig gewaltsames Aufdämmen einer organischen Entwicklung, 
die sich selbst überlassen, ganz gefahrlos verlaufen würde, 
können die Regierungen mitunter in religiösen Dingen ebenso- 
wohl, wie in politischen eine durch Selbsthülfe verlangte 
Revolution provociren, wie auf den Geschichtsblättern ver- 
gangener Epochen häufig genug verzeichnet steht, aber in 
unserer Gegenwart lebendigen Ideenaustausches und dadurch 
immer wach gehaltener ControUe werden künftig Revolutionen 
jeder Art, politische sowohl wie religiöse, zu anachronistischen 
Unmöglichkeiten gehören, und sich mit dem allgemeinen Frie- 
den auch der Menschenbrust der lange gesuchte Frieden 
geben, wenn sie ihn in organischer Entwicklung zu finden 
versteht, eine Entwicklung, die bei zeitloser Ewigkeit im rei- 
nen Sein verschwindet. 

Für jede Auslösung von Kraft pflegt ein partielles Frei- 
werden, ein Entkommen statt zu finden, wie auch die best- 
construirte Maschine den einen oder andern Verlust lassen 
wird. Ueber dem Complexus der Reflexbewegungen im Kör- 
per schwebt eine Schicht freier Nerventhätigkeit, die mittelst 
der Hirnwindungen wieder in einen wechselwirkenden Zusam- 
menhang mit dem Gesammtorganismus getreten ist. Die Re- 
flexbewegungen selbst verlaufen in unmittelbaren Stoffiimsatz, 
die dort Statt findende;i Reize werden unter Ausscheidung 
des Fremdartigen materiell resorbirt, und gehen mehr oder 



287 

weniger direct in Fleisch und Blut des Individuums über. 
Die durch den Sinn einfallenden Reize dagegen stammen 
meistens aus Quellen, die sich einer materiellen Bemeisterung 
entziehen, sie ermangeln deshalb einer vollständigen Sättigung 
und fahren fort als eigener Anstofs fernere Erschütterungen 
anzuregen, in der Weiterbewegung schöpferischen Werdens. 
Mit diesen nach den zufälligen VerhäHnissen' der Aufsenwelt 
regellos eintretenden Hirnempfindungen muls sich zunächst 
die schon frei dort angesammelte Nerventhätigkeit, die als 
im Statu nascenti aus Umwandlungsprocessen hervorgehend, 
sich im empfanglichsten Zustande der lleceptivität befindet, 
combiniren und als neuer Factor eines anderen Ursprungs mit 
den Sinneszuströmungen durchdrungnen, zu geistigen Schöpfiin- 
gon erweckt werden, die mit allmählicher Loslösung von der 
körperlichen Grundlage die Selbstständigkeit eines typischen 
Wachsthums erlangen. Vermag dieses, von dem individuellen 
Boden seiner Wurzeln begünstigt, die volle Reife zu erlangen, 
so mufs es zum Bewufstsein seines Selbst zurückschlagen, 
indem die die Zellbildungsprocesse krönende Frucht wieder 
die Totalität des Ganzen begreift, unter Vervielfältigung des 
Ursprungs. Während die Bildung der Fruchtreife in einem 
Organismus vor sich geht, mufs ihr WachsthumsproQefs alle 
übrigen im Körper dominirend beherrschen, er mufs auf die 
ganze Region der nächstliegenden eine mächtige Attraction 
ausüben, ihre Säfte theilweise zu sich herüberleitend, und 
ebenso wird das Selbstbewufstsein an einer weiten Sphäre kör- 
perlicher Vorgänge mitbetheiligt sein, es wird diese nach sich 
selbst bestimmen und so scheinbar als Wille darauf reagiren. 
Aus solcher Prädominanz, aus der Unterordnung der gleich- 
zeitigen Gedankenbildungsprocesse unter den in ihnen leiten- 
den, geht das Ich hervor, das den Zusammenhang der Con- 
stituenten der Persönlichkeit im Bewufstsein festhält. Auf 
der in den Körper vergangen ausgelösten Nervenschicht basirt 
das Gemeingefühl individueller Stimmung, der beständig, aus 
der materiellen Unterlage fortdauernd ersetzte, Einflüsse im 
Unbewufsten zuströmen. Nach Obenbin gliedern sich die dunkel 
chaotischen Wallungen zur kunstvollen Architektonik eines 
klaren und scharf gezeichneten Gedankengebäudes, das von^ 
Reflex der kosmischen Sonne bestrahlt, im hellen Tages- 



288 

lichte hervorsteht. Aber die glänzenden Säulen und Terras- 
sen dieses Prachtbaues sind nur scheinbar fest und starr, 
sie bestehen aus flüssigem Feuer, das in seinen kleinsten Theil- 
chen auf- und niederwallt, so enggeschlossen und regelrecht, 
dafs das Auge die Bewegung nicht länger erfafst und ein 
stabiles Verharren zu sehen glaubt. Das haarscharf an einan- 
der gefligte Steingerüstfc det Logik ist eine optische Täuschung. 
Auch hier ist Leben, auch hier Bewegung, aus dem tiefsten 
Urgrund der Materie hervorquellend, in den feinsten Nerven- 
faserchen der Capillarnetze wurzelnd, und in der entfalteten 
Blüthenkrone die Schönheit harmonischer Gesetze spiegelnd, 
wie sie das All durchwalten. Unter mikrokosmischen Kreu- 
zungen schlagen sie im Selbstbewufstsein durch einander, 
welches in momentanen Neubildungen das durch innere oder 
äufsere Ursachen vom Individuum abgelenkte Gleichgewicht 
herstellt und im Zusammenhang erhält. Dort dämmern dann 
jene Ahnungen, die sich in Negation des Zeitlichen und End- 
lichen verdeutlichen möchten, die aber nur als unterste Ket- 
tenglieder des Jenseits in unsern Horizont hineinhängen, und 
ähnlich wie das Licht der Sonne die augenlose Pflanze viel- 
leicht als Wärme berührt, die an der Grenzperipherie ver- 
klingenden Effecte eine höheren Wirkungsursache darstellen 
mögen. 




A. W. Schade'8 Buchdruckerei (L. Schade) in Berlin, StallschreiberstT. 47.